• Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt. -
    Thomas Mann

    "An appeaser is one who feeds a crocodile - hoping it will eat him last." (W.Churchill)

    Es ist einfacher, kritisch zu sein als korrekt.
    Benjamin Disraeli

    Es gehört oft mehr Mut dazu, seine Meinung zu ändern, als ihr treu zu bleiben.
    Friedrich Hebbel

    Die beste und sicherste Tarnung ist immer noch die blanke und nackte Wahrheit. Die glaubt niemand!
    Max Frisch

    „Ich für meinen Teil bin der Meinung, dass es nicht zum Begriff der Demokratie gehört, dass sie selber die Voraussetzungen für ihre Beseitigung schafft …
    Man muss in einer Demokratie auch den Mut zur Intoleranz denen gegenüber haben, die die Demokratie gebrauchen wollen, um sie zu beseitigen!”
    Carlo Schmid (1949)

    Die Menschheit lässt sich keinen Irrtum nehmen, der ihr nützt.
    Friedrich Hebbel

  • Stop the bomb

  • Neueste Kommentare

    Beheben Antworten Au… zu Die Juden im Koran
    Monty zu Hass oder Liebe – alle R…
    C.Meyer zu Zitate von Golda Meir
    Wem gehört das Land… zu Israel Ende des 19. Jahrh…
    MOHAMMAD zu Die Juden im Koran
  • alle Artikel

  • Archive

  • Kategorien

  • Twitter Updates

  • Blog Statistik

    • 205,165 Besucher

Israels Menschenbild

Yaacov Lozowick, Israelischer Historiker:

Schlussendlich liegt die historische Erklärung für die äußerste Langlebigkeit der Juden und für die beharrlichen Erfolge Israels darin, dass die Juden und Israelis entschlossen sind, zu leben und Erfolg zu haben. Das ist der Schlüssel.

Lila, israelische Bloggerin:

Als Grundlage würde ich ohne Zweifel das Judentum nennen. So mies der Ruf des Worts „alttestamentarisch“ bei Nichtjuden ist …,  so menschenfreundlich und moralisch anspruchsvoll ist das Judentum. Über den Fall des Feinds jubelt man nicht (Sprüche 24:17), man verlangt von sich selbst immer mehr als von anderen, man vergisst nicht, zu danken, wo Dank gebührt, ob dem Herrn oder dem Mitmenschen, und man ist nie vor Kritik und Selbstkritik sicher. Andere Religionen, andere Völker feiern ihre Siege. Die Juden feiern/gedenken ihre Niederlagen auch. Sie rufen das eigene Versagen in der Wüste immer wieder in Erinnerung, um daraus zu lernen.

Sie haben ein langes Gedächtnis und wie ich schon oft bemerkt habe – die Dankbarkeit und der Ernst, mit der Juden sich jeder Hilfe von Nichtjuden erinnern, ist besonders eindrucksvoll.

Das Judentum kennt den Ausdruck „zelem enosh“, das ist der menschliche Kern, den der Mensch sich immer bewahren soll. Die Bilder, die betende Soldaten zeigen, deuten nur an, wie intensiv der jüdische Wunsch ist, Mensch zu bleiben. Auf jiddisch: ein mensh. Das ist das Wichtigste, den Respekt vor dem menschlichen Leben nicht zu verlieren, denn der Mensch ist im Bildnis Gottes geschaffen und wer den Menschen missachtet, missachtet Gott.

Auch säkulare Juden sind eindeutig von dieser Lehre beeinflusst, die sich auch in dem von Assa Kasher entworfenen ethischen Code [für die Armee] wiederfindet. Dieser Code wird in der Ausbildung betont, und es herrscht weitgehende Einigkeit über ihn. (Dass es immer wieder Soldaten gibt, die dagegen verstoßen, liegt in der Natur des Menschen – auch an das Strafgesetzbuch halten sich längst nicht alle, auch an Verkehrsregeln nicht….)

Es ist dieser zelem enosh, dieses ethische, lebensbejahende Rückgrat der israelischen Gesellschaft und der jüdischen Tradition, die Israel und Judentum bewundernswert machen. Für diese Werte ist in der Fremdenlegion kein Platz, weswegen die Fremdenlegion nicht für ihre wissenschaftlichen, intellektuellen, künstlerischen und kulturellen Errungenschaften bekannt ist.

Israel aber, als kleines, isoliertes, oft angegriffenes Land, rundherum von Nachbarn abgeschlossen und boykottiert, ohne Bodenschätze und mit feindseligen Bevölkerungsanteilen – Israel entwickelt Technologien und Medikamente, behandelt Kinder (aus dem Irak, aus Ruanda… und vielen anderen Ländern)  mit Herzfehler umsonst, bietet den Iranern nach einem Erdbeben unsere ausgezeichneten Rettungsdienste an (die Türken haben nicht bereut, dass sie dieses Angebot angenommen haben), Israelis machen Musik, Theater, schreiben Literatur, erforschen alles mögliche. Israel hat Universitäten, Orchester, Galerien. Israelische Kultur ist unglaublich vielfältig und lebendig.

… Israel schenkt der Welt Erfindungen, Kreativität, Bücher, Mikrochips, intelligente Lösungen. Es ist dasselbe Israel, das sich überlegt, wie es Zivilisten schont, wie so so effektiv wie möglich und nicht destruktiver als nötig vorgeht. Ich weiß, dass das den Rambo-Fans nicht imponiert, sondern sie nur in ihrem Glauben bestärkt, dass Israel schwächlich ist und ich die Schwächlichste von allen. Darum schreibe ich auch nicht wirklich für sie, sondern für die, die in Israel mehr sehen wollen als den gewaltbereiten Vollstrecker ihrer eigenen Vernichtungsfantasien. Sondern für die, die wirklich verstehen wollen, wie Israel tickt. Respekt vor dem Leben.

Wer nicht begreift, dass ein Kämpfer MIT Gewissen und moralischem Rückgrat viel mehr Respekt verdient als ein gewissenloser, eisenharter Legionär – der hat nichts begriffen. Denn nur der Kämpfer, der mehr ist als Kämpfer, kann seiner Gesellschaft mehr geben als Krieg. Nur er kann auch Frieden machen. Die berühmtesten und tapfersten Kämpfer Israels hatten alle diesen „moralischen Mehrwert“, der sie an bestimmten Punkten ihres Lebens befähigte, nicht nur militärisch zu reagieren.

Wir Juden lieben das Leben

(Dvir ist der erste israelische Soldat, der in den Kämpfen im Gazastreifen gefallen ist, Dalia ist seine Mutter)

… An einer Stelle wandte sich Dalia an General Mizrahi und fragte, warum Israel im Gazastreifen nicht in derselben Weise kämpfen könne wie die alliierten Kräfte es im Irak und in Afghanistan getan haben – aggressives Bombardement von Kämpfern in bewohnten Gegenden. In ihrer Stimme war keine Bitterkeit darüber, dass die IDF mit der Rücksichtnahme auf pal. Zivilisten das Leben ihres Sohnes aufs Spiel gesetzt hatte, auch kein Bedürfnis nach Rache – nur der besorgte Ton einer israelischen Mutter, die gern die Sohne anderer israelischer Mütter beschützen wollte. Der General antwortete bedächtig, aber ohne Zögern, dass die IDF mehr unternahm, um das Leben ihrer Soldaten im Gazastreifen zu schützen, als in früheren Konflikten und nannte als Beispiel die Woche Luftangriffe, die der Bodenoffensive voranging. Er fügte jedoch hinzu, dass die Stärke der IDF unteilbar davon abhängt, dass sie ihre Menschlichkeit und Ethik bewahrt. Soldaten fühlen sich auch als Gemeinschaft, weil sie wissen, dass sie unabhängig von religiösen und politischen Meinungsverschiedenheiten, gemeinsame Werte miteinander teilen. In Anspielung auf die weit verbreitete Meinung, dass sich die militärische Führung der Hamas im Untergrund des Shifakrankenhauses in Gazastadt verbirgt, sagte er, dass er keinen Befehl geben würde, das Krankenhaus aus der Luft anzugreifen, weil es gewisse Dinge gibt, die man einfach nicht tut. Das ist eine Verpflichtung, betonte er, die die IDF als jüdische Armee hat. Die Reaktionen im Raum machten klar, dass sich alle mit Dalias Frage identifiziert hatten, aber auch alle die Antwort akzeptierten – sie waren auch beeindruckt, dass der Offizier bei dieser Gelegenheit die jüdischen Werte bekräftigte, die uns verbinden.

Wir lieben das Leben so sehr, dass wir unsere Kinder erziehen, das Leben zu lieben, obwohl wir von Feinden umringt sind, die unseren Tod erhoffen, darum beten und darauf hinarbeiten. Diese Liebe zum Leben hat es Juden möglich gemacht, nach 2000 Jahren in ihre Heimat zurückzukehren und einen Staat aufzubauen. Das Sendungsbewusstsein, das aus dieser Liebe zum Leben herrührt, wird den zionistischen Traum noch weit in die Zukunft tragen. Wir lieben das Leben so sehr, das wir uns unser ethisches Empfinden auch nicht durch Feinde abstumpfen lassen, die uns zwingen wollen Kinder und Frauen zu töten, wenn wir uns verteidigen. Obwohl unsere Grundsätze die Effektivität der IDF beeinträchtigen, liefern sie einen immateriellen Vorsprung, der das mehr als ausgleicht – die Zuversicht und die Stärke unser Ziel verfolgen zu können mit dem sicheren Wissen, dass wir gerecht handeln und die Einigkeit in der Gesellschaft, die davon herrührt, dass wir in Übereinstimmung mit ihren wichtigsten Werten handeln. Ja, damit sich niemand täuscht, wir werden siegen, weil wir das Leben so sehr lieben, dass wir bereit sind, auch dem Tod zu trotzen, wo es nötig ist, damit unser Volk ein freies Leben führen kann in dem Land, das wir entgegen allen Voraussagen aufgebaut haben. Am Ende ist es diese Liebe zum Leben, die uns durchhalten lassen wird – nicht nur im Krieg im Gazastreifen, auch in all den Herausforderungen, die wir in kommenden Jahren und Generation bestehen müssen.

Advertisements

Eine Antwort

  1. […] Der Unterschied zwischen dem Menschenbild der Israelis und mancher Araber ist vielleicht nicht jedem bekannt. Daher ein paar  Worte dazu. Über das Menschenbild der Hamas wurde hier geschrieben, hier einiges über das der Israelis. […]

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: