• Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt. -
    Thomas Mann

    "An appeaser is one who feeds a crocodile - hoping it will eat him last." (W.Churchill)

    Es ist einfacher, kritisch zu sein als korrekt.
    Benjamin Disraeli

    Es gehört oft mehr Mut dazu, seine Meinung zu ändern, als ihr treu zu bleiben.
    Friedrich Hebbel

    Die beste und sicherste Tarnung ist immer noch die blanke und nackte Wahrheit. Die glaubt niemand!
    Max Frisch

    „Ich für meinen Teil bin der Meinung, dass es nicht zum Begriff der Demokratie gehört, dass sie selber die Voraussetzungen für ihre Beseitigung schafft …
    Man muss in einer Demokratie auch den Mut zur Intoleranz denen gegenüber haben, die die Demokratie gebrauchen wollen, um sie zu beseitigen!”
    Carlo Schmid (1949)

    Die Menschheit lässt sich keinen Irrtum nehmen, der ihr nützt.
    Friedrich Hebbel

  • Stop the bomb

  • Neueste Kommentare

    Beheben Antworten Au… zu Die Juden im Koran
    Monty zu Hass oder Liebe – alle R…
    C.Meyer zu Zitate von Golda Meir
    Wem gehört das Land… zu Israel Ende des 19. Jahrh…
    MOHAMMAD zu Die Juden im Koran
  • alle Artikel

  • Archive

  • Kategorien

  • Twitter Updates

  • Blog Statistik

    • 205,134 Besucher

Evangelikale – eine Bedrohung für die Demokratie?

Während der WM 2006 kommen Christen aus aller Welt nach Deutschland, um den Fußballfans aus aller Welt von ihrem Glauben an Jesus zu erzählen.

Unter anderem auch die Bewegung „Jugend mit einer Mission“, die weltweit viele. v.a. jüngere Menschen dabei unterstützt, Menschen von ihrem Glauben zu erzählen und dabei den Menschen auch in ihrer Not helfen, wie z.B. ein befreundetes Ehepaar, dass in Mexiko mit anderen Häuser für Menschen baut, die das alleine nicht schaffen.

Über 4 dieser Besucher wurde ein Dokumentarfilm gedreht, der nun im Februar in Berlin gezeigt werden soll. Er heißt „Jesus liebt Dich– Evangelikale auf WM-Mission“. Darin wird gezeigt, wie diese 4 Christen versuchen, Fußballfans von ihrem Glauben zu berichten, mit ihnen und für sie beten und Bibeln an sie verteilen. Größtenteils kommentarlos werden dort die – laut Film – relativ fruchtlosen Versuche gezeigt, die diese 4 unternehmen.

Zu den unkommentiert dokumentierten Situationen zählt auch die Predigt eines jungen Pastors mit Namen Pforr, in der er von der „Armee Gottes“ spricht. Ein gefundenes Fressen für die religionskritischen Regisseure. Während Pforr seine Worte spricht, die auch als Werbeslogan für den Film dienen, zeigen sie ein Kind, das mitten in der Menge der Zuhörer mit Plastiksoldaten spielt. Immer wieder fängt die Kamera den Opferkorb ein, der sich während des Gottesdienstes mit immer mehr Geld füllt, schließlich zeigen die Bilder Pforr und einige seiner Mitstreiter, wie sie die Scheine zählen.

Was genau mit dem Geld passiert, wird nicht erwähnt. Wie viel die einzelnen Protagonisten geopfert haben, um bei der WM dabei sein zu können auch nicht. Kein Wort der Erklärung zum christlichen Glauben fällt, und der Film dokumentiert nicht ein Erfolgserlebnis der Missionare. Dabei bekehren sich laut Machern 52.000 Menschen weltweit täglich neu zum „evangelikalen Christentum“. Wer „Jesus liebt dich“ gesehen hat, wird anhand des Films keine Indizien dafür finden. Denn Evangelikale sind fanatisch, intolerant, nicht besonders gebildet und gefährden die Demokratie – so vermittelt es der Streifen.

Rosa von Praunheim, Filmemacher und -kritiker,  macht bei der Vorstellung des Films bei einer Podiumsdiskussion am 26. Januar seine Thesen klar: „Religion ist Gehirnwäsche und diktatorisch angelegt“, erklärt er, oder auch: „Die Kirche ist archaisch und sexistisch, das sind die meisten Religionen“

Bei der Diskussion bezeichnete die Regisseurin des Films, Lilian Franck, die Evangelikalen als eine Bedrohung für die Demokratie und die Gesellschaft. Sie seien zahlreich und kämen in immer wichtigere Positionen. Diese Bewegung wachse täglich um 52.000 Personen.

Einer der Regisseure Robert Cibis betonte: „Jesus wäre kein Evangelikaler gewesen“ oder „Der Gedanke der Mission ist bei den Evangelikalen so stark ausgeprägt, dass sogar der Glaube verbreitet ist, man komme in die Hölle, wenn man nicht missioniert“. Jeder Evangelikale sei dazu aufgerufen, eine Kirche zu gründen. Cibis bedauerte es, dass sich intelligente Menschen gedanklich so einengten. Allerdings übten die Evangelikalen zumindest in Deutschland keine Gewalt aus.

Bezeichnend für diese Diskussion klingt die Frage eines Zuschauers nach der Diskussionsrunde: „Wer sind eigentlich die Evangelikalen?“ Das klärt der Film nämlich nicht.

(Ausschnitte aus idea.de und Medienmagazin „pro“)

Soweit zum Film und der Diskussion. Christen werden gerne als „Evangelikale“ bezeichnet. Dieses Wort hat in den letzten Jahren, aber besonders in den letzten Monaten, einen bedrohlichen Klang bekommen. Es klingt – wenn man nur die Medienberichte liest – nach unbelehrbaren Fundamentalisten, die an einer Ideologie festhalten, die zu einer Bedrohung für alles mögliche wird, aber vor allem für die Demokratie und die Autorität der Wissenschaft.

Was aber sind eigentlich Evangelikale? Was unterscheidet sie von „normalen“ Evangelischen? Ich kann – da ich wahrscheinlich selber als Evangelikaler bezeichnet werden würde – schlecht sagen, wie sich ein „normal Evangelischer“ definieren würde. Aber ich kann sagen, woran ein „normaler Christ“ (und damit auch ich) glaube:

  • an die Bibel als das Wort Gottes.
  • an Gott als den Schöpfer dieser Welt.
  • an Jesus als den Sohn Gottes, der Mensch wurde und am Kreuz gestorben ist.
  • an den Heiligen Geist, der noch heute in uns lebt und uns mit Gottes Kraft und Möglichkeiten ausstattet.

Die Konsequenzen, die sich für mich daraus ergeben, sind:

  • Ich glaube nicht an die Evolutionstheorie. Ich sehe die Wissenschaft als etwas absolut Notwendiges und Gutes an, aber die Wissenschaft ist per se niemals endgültig (dazu unten mehr).
  • Ich erzähle anderen Menschen von meinem Glauben. Ich tue das nicht, „weil ich sonst in die Hölle komme“, sondern aus Liebe zu meinem Gott und meinen Mitmenschen.
  • Ich glaube, dass Gott eine Ordnung für unser Leben hat. Wenn wir nicht danach leben, nennt die Bibel das Sünde.
  • Gott vergibt uns unsere Sünden, wenn wir ihn darum bitten, weil Jesus für uns gestorben ist.

Wie kommt es dazu, dass Christen als verfassungs- und gesellschaftsfeindlich wahrgenommen und angegangen werden? Darüber könnte man einen ganzen Aufsatz schreiben. Nur soviel:

  • Christen sehen ihren Glauben nicht als Beiwerk des Lebens, wie z.B. die Mitgliedschaft in einem Sportverein. Für sie ist es der zentrale Bestandteil.
  • Sie vertreten daher Werte und Einstellungen, die in der heutigen Welt nicht mehr alle geteilt werden.
  • Unsere Gesellschaft hat sich in den letzten Jahren zu einer immer stärker liberalen Gesellschaft entwickelt. Gemeinsame Werte nehmen ab, jeder hat seine eigenen Werte, die jeder wiederum zu respektieren hat.
  • Gerade die Themen „Homosexualität“ und „Mission“ rufen deshalb bei einigen Leuten besondere Ängste und Aggressionen hervor. Die Bibel nennt Homosexualität und überhaupt falsch gelebte Sexualität Sünde – als etwas, was Gott so nicht möchte. Deshalb sagen Christen das auch. Es ist aber keine Verurteilung dieser Menschen, sondern Gottes Sichtweise dieser Dinge. Er verurteilt die Sünde, aber liebt die Menschen. Mission wird – und war es in der Vergangenheit ja leider auch manchmal – als ein Überstülpen und aggressives Aufdrängen christlicher Sichtweisen gesehen.
  • Auch die Frage unserer Herkunft beschäftigt uns Menschen sehr. Viele hätten es daher gern, dass die Evolutionstheorie schon endgültig bewiesen wäre und man deshalb den Glauben an einen Schöpfergott, vor dem man sich evtl. einmal verantworten muss, ablegen könnte.
  • Die berechtige Angst vor dem Islam führt zu einer allgemeineren Ablehnung jeglicher Religion und ihrer Ansprüche. Fundamentalisten – früher ein positiv besetztes Wort für solche, die zu ihren Überzeugungen standen und auch dafür „Schläge einsteckten“ – sind heute irregeleitete, unbelehrbare, verwirrte, durch nichts zu überzeugende Verrückte, die zu einer Gefahr werden, weil sie für die Erreichung ihrer Ziele bereit sind, alles in Kauf zu nehmen – auch die Vernichtung menschlichen Lebens und deren Gesellschaften. Daher werden des öfteren Menschen, die zu ihren Überzeugungen stehen und die nicht der Mehrheit entsprechen, schnell als Fundamentalisten bezeichnet.

Soweit ich weiß, haben wir in Deutschland immer noch die Religions- und Meinungsfreiheit. D.h. solange ich nicht mit meiner Religion oder meiner Meinung jemanden gefährde, diskriminiere oder denunziere, kann ich sie frei ausüben/sagen. Das sollte auch für Christen gelten, die ihren Glauben ernst nehmen.

Interessant finde ich in diesem Zusammenhang, dass diese Leute, die „evangelikale Christen“ in irgendeiner Form als Gefahr verurteilen, sich teilweise selber widersprechen.

  • Das wird nach Toleranz gerufen, die wir als Christen Andersgläubigen gegenüber haben sollen. Wo bleibt dann aber bei manchen die Toleranz gegenüber den Christen und ihren Überzeugungen?
  • Die Wissenschaft lebt davon, dass sich die Forschenden untereinander streiten, ihre Ergebnisse in Frage stellen und man auch die kleinste Unklarheit zum Anlass nimmt, nochmal nachzuhaken. Sonst würden wir noch heute an die Erde als eine Scheibe glauben. Nur durch den Disput kommt man zu ehrlichen Ergebnissen. Auch die Evolutionstheorie hat in den vergangenen Jahrzehnten eine „Evolution“ / Veränderung durchlaufen. Wieso wird sie dann von einigen als endgültig bewiesen und unantastbar dargestellt? Damit machen diese Leute die Evolutionstheorie selber zu einer Religion.
  • Allen rufen nach differenzierten Betrachtungsweisen. Vorurteile und Verallgemeinerungen sind falsch. „Man dürfe nicht alle Moslems als fundamentalistische und potenzielle Terroristen betrachten“. Absolut korrekt. Aber wenn Christen missionieren oder an Gott den Schöpfer glauben, dann wird das zu einer Gefahr? Wer differenziert denn da noch?

Wer wirklich wissen will, was es mit dem christlichen Glauben auf sich hat, sollte entweder Christen befragen oder in der Bibel lesen. Dort steht nichts von Zwangsbekehrungen oder der Steinigung Homosexueller. Auch wenn einige Christen dort Fehler machen, dürfen sie nicht als Vorzeigebeispiel für alle Christen herhalten.

Beispiele:

  • Einige Verrückte haben Abtreibungsärzte in den USA umgebracht, weil sie gegen Abtreibung sind. Es waren Christen. Aber: Tun das alle Christen? Ist das von der Mehrheit der Christen geduldet oder steht etwas davon in der Bibel. Nein.
  • Manche greifen Homosexuelle an und verletzten ihre Persönlichkeitsrechte. Das ist falsch. Aber: Tun das alle? Nein. Christen geht es nicht darum, Menschen zu verurteilen, sondern das hochzuhalten, was Gott für unsere Gesellschaft wichtig ist.
  • Manche versuchen, die Ergebnisse der Evolutionstheorie als unwissenschaftlich und deren Vertreter als unseriös darzustellen. Ist das richtig? Nein. Ist es richtig, eine eigene Meinung bzw. Glauben zu haben und sich das Recht herauszunehmen, auf Lücken und ungelöste Probleme der Evolutionstheorie hinzuweisen? Ja.

Deshalb sage ich, wir Christen / Evangelikale sind keine Gefahr für unsere Gesellschaft bzw. Demokratie. In der Bibel steht, dass wir dem Staat dienen und uns seinen Autoritäten unterordnen sollen.

Wir sind ein Gegenpol zu u.a. Atheismus, Evolutionstheorie und sexueller Zügellosigkeit. Wir haben da andere Meinungen, Einstellungen und Vorstellungen. Wir möchten auch gerne Veränderungen in unserer Gesellschaft erreichen. Aber das wollen andere auch. Solange sich jeder – und da sollten sich auch andere an die Nase fassen – an die Spielregeln hält, ist das auch in Ordnung. Oder?

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: