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Nachlese zum Gazakrieg

Es ist oft das Gleiche. Wenn Israel etwas macht oder gemacht haben könnte, was irgendwie nicht gut aussieht, gibt es großes Geschrei. Das dann hinterher oftmals alles etwas anders ist … und Andere eigentlich den Bockmist gemacht haben …

Ulrich Sahm dagegen hält Rückschau, was im Gazakrieg und hinterher passiert ist:

Wael Issam berichtet nicht gemäß den Vorstellungen der Hamas-Organisation.“ Mit dieser Begründung und „um sein Leben zu schützen“ wurde der 31 Jahre alte Reporter des arabischen Fernsehsenders Al-Arabija des Gazastreifens verwiesen. Er war der erste Reporter beim Versteck des Hamas-Innenministers Siad Siam, nachdem der von einer israelischen Rakete gezielt getötet worden war.

Der erneute Vorstoß der Hamas gegen die Pressefreiheit ist ein Element von vielen, das die Hamas zunehmend in Diskredit bringt. Ägypten entdeckte in Koffern des Hamas-Sprechers Ayman Taha am Rafah-Grenzübergang neun Millionen Dollar und zwei Millionen Euro. Das Geld stammte angeblich aus dem Iran und sollte zur radikalislamischen Hamas geschmuggelt werden. Die palästinensische Autonomiebehörde bezichtigt die Hamas, Krankenhäuser in Folter- und Verhörzentren verwandelt zu haben. Israels Koordinator für humanitäre Hilfe in den Gazastreifen, Minister Jitzhak Herzog, jubelt schon, dass die Hamas der Welt ihre wahre Fratze als menschenverachtende Terrororganisation gezeigt habe, nachdem die UNO-Flüchtlingshilfeorganisation ihre Hilfe an die Zivilbevölkerung eingestellt habe wegen des Diebstahls tausender Decken und hunderter Tonnen Mehl.

„Das waren alles nur Missverständnisse„, sagt Hamas-Sprecher Ahmad Jusuf zu der Plünderung des Beach-Camp Lagerhauses der UNRWA. Ebenso war die Beschlagnahme von UNRWA Lastwagen mit zweihundert Tonnen Reis und hundert Tonnen Mehl ein „Irrtum“. Da Israel die Hamas nicht anerkenne, die Hilfsgüter durch den Kerem Schalom Übergang nach Gaza rollen, habe sich ein Fahrer ganz einfach „geirrt“. Er glaubte, seine Fracht sei für das Hamas-geführte Wohlfahrtsministerium bestimmt und nicht für die UNRWA.

Israel hat allein in der ersten Februarwoche 27.522 Tonnen humanitäre Güter in den Gazastreifen durchgelassen. 787 Tonnen Kochgas wurden über den Terminal Nahal Oz gepumpt. 423 Lastwagen internationaler Hilfsorganisationen brachten Nahrungsmittel. Seit Beginn des Waffenstillstandes habe Israel fast fünf Millionen Dieselöl für das Kraftwerk in Gaza geliefert. „Wegen eines palästinensischen Beschlusses wurde am 5. Februar kein Benzin in den Gazastreifen geliefert“, veröffentlichte das israelische Verteidigungsministerium. Die UNRWA habe „bis auf weiteres“ alle Lieferungen eingestellt.

Der Krieg mit Israel hat viel Zerstörung hinterlassen.
Die über Israel gelieferten Mengen decken nach Angaben der UNRWA angeblich nur etwa zwanzig Prozent des Bedarfs. Die Diebstähle der Hamas könnten dazu dienen, die Mitglieder der international geächteten und deshalb von Hilfe ausgeschlossenen Organisation zu versorgen. Ebenso ist aber die Hamas bemüht, sich nach den Zerstörungen des israelischen Feldzugs als Wohltäter der Bevölkerung zu präsentieren.

Die UNRWA reagiert zunehmend allergisch auf Attacken. Während des 22-tägigen Krieges zwischen Israel und der Hamas hatte die Organisation schon einmal die Versorgung von etwa 800.000 der insgesamt rund 1,5 Millionen Einwohner des Gazastreifens ausgesetzt. Die UNRWA protestierte so gegen den Tod eines Lastwagenfahrers durch Schüsse eines israelischen Scharfschützen. Israel dementierte und behauptete, dass der Fahrer von Hamas-Kämpfern getötet worden sei. Auch jetzt wieder setzte die UNRWA die Verteilung von Mehl, Öl, Zucker und Kichererbsen an die Flüchtlinge aus, nachdem die Hamas innerhalb von drei Tagen zweimal Hilfsgüter beschlagnahmt oder gestohlen habe. Für Hamas ist diese offene Schuldzuweisung höchst peinlich. Sie bemüht sich um Schadensbegrenzung und will „klärende Gespräche“. Sie habe der UNRWA mitgeteilt, die vermeintlich gestohlenen Decken und Nahrungsmittel „abholen zu können“. Doch niemand sei gekommen.

Solange der Krieg andauerte, hatte die UNRWA ungeprüft allein Israel für dramatische Vorfälle verantwortlich gemacht, darunter dem Beschuss der UNRWA-Schule beim Flüchtlingslager Sadschaije, wo mindestens 41 Menschen umkamen. UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte Israel scharf. Inzwischen stellt sich heraus, dass die Schule gar nicht getroffen wurde. Israelische Granaten explodierten außerhalb des Geländes, weil angeblich israelische Truppen beschossen worden seien. Ein palästinensischer Taxifahrer, der westliche Journalisten herumfährt und Interviews organisiert sagte: „Es ist doch völlig überflüssig, diese Schule zu besuchen, weil längst erwiesen ist, dass sie von den Israelis nicht beschossen wurde.“ Auch die Behauptungen der UNRWA und der Hamas, dass die israelische Armee ein Versorgungslager der UNRWA beschossen habe, wobei viele Tonnen nicht verteilter Versorgungsgüter verbrannt seien, wurden längst von einem UNWRA-Sprecher relativiert. Sollten die israelischen Soldaten aus dem Lager heraus beschossen worden seien, hätten sich die Hamas-Kämpfer eines Kriegsverbrechens schuldig gemacht. Doch müssten die Israelis dafür den Beweis erbringen, sagte UNRWA-Sprecher Christopher Gunnes.

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