• Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt. -
    Thomas Mann

    "An appeaser is one who feeds a crocodile - hoping it will eat him last." (W.Churchill)

    Es ist einfacher, kritisch zu sein als korrekt.
    Benjamin Disraeli

    Es gehört oft mehr Mut dazu, seine Meinung zu ändern, als ihr treu zu bleiben.
    Friedrich Hebbel

    Die beste und sicherste Tarnung ist immer noch die blanke und nackte Wahrheit. Die glaubt niemand!
    Max Frisch

    „Ich für meinen Teil bin der Meinung, dass es nicht zum Begriff der Demokratie gehört, dass sie selber die Voraussetzungen für ihre Beseitigung schafft …
    Man muss in einer Demokratie auch den Mut zur Intoleranz denen gegenüber haben, die die Demokratie gebrauchen wollen, um sie zu beseitigen!”
    Carlo Schmid (1949)

    Die Menschheit lässt sich keinen Irrtum nehmen, der ihr nützt.
    Friedrich Hebbel

  • Stop the bomb

  • Neueste Kommentare

    Beheben Antworten Au… zu Die Juden im Koran
    Monty zu Hass oder Liebe – alle R…
    C.Meyer zu Zitate von Golda Meir
    Wem gehört das Land… zu Israel Ende des 19. Jahrh…
    MOHAMMAD zu Die Juden im Koran
  • alle Artikel

  • Archive

  • Kategorien

  • Twitter Updates

  • Blog Statistik

    • 203,504 Besucher

Abtreibung – ein heißes Eisen?

Wie steht „man“ zur Abtreibung?
Wie stehe ich als Christ zur Abtreibung?

Juristisch ist es klar:
Tötet ein Arzt das Kind – innerhalb gewisser Fristen – im Mutterleib, tut er nichts strafbares. Holt er aber das Kind danach aus dem Mutterleib und es lebt wider Erwarten noch, muss er sich um das Kind kümmern und es genauso retten wie jedes andere Leben auch. Tut er das nicht, macht er sich strafbar:

Der Anwendungsbereich der §§ 218–219b StGB endet nach fast einhelliger Auffassung mit dem Beginn der Geburt, der hier mit dem Einsetzen der Eröffnungswehen gleichgesetzt wird. Eingriffe nach diesem Zeitpunkt werden als Tötungsdelikte im Sinne der §§ 211–216, § 222 StGB verfolgt.

Dies wird insbesondere mit der hohen Gefährdung und Schutzbedürftigkeit des Kindes von diesem Punkt an begründet.

Und vorher ist das Kind nicht schützenswert? Einige wenige Minuten entscheiden also, ob das Delikt strafbar ist oder nicht, ob das Kind als ein Leben angesehen wird oder nicht.

Ich denke, hier hat unsere Gesellschaft einen Kompromiss gemacht, weil man Abtreibung ermöglichen wollte. Es wird ein einfacher Zeitpunkt gewählt, ab dem das Leben juristisch beginnt / beginnen soll. Davor ist das Kind nur ein Zellklumpen.
Was biologisch und ethisch völliger Blödsinn ist, erleichtert vielen die Entscheidung gegen das Kind.

Es ist natürlich eine sehr schwere Entscheidung. So viele Frauen kommen in Notlagen, wie soll man zwischen „ethisch noch vertretbar“ und „nicht mehr vertretbar unterscheiden“ können?

Richtig, das ist schwierig. Aber wie schreibt die „Zeit“:

Praktisch bedeutete dies, dass jede Frau abtreiben konnte, die fand, ein Kind passe nicht in ihr Leben.

Das heißt doch im Klartext, die Notlagen der Frauen, die es ohne Zweifel gibt, waren doch letztendlich nur vorgeschoben. Ziel war es, dass jede Frau abtreiben kann, wann sie will.

Wir haben teilweise unsere Werte – in diesem Fall, Leben zu schützen – aufgegeben oder eingeschränkt, um unser eigenes Leben bequemer zu gestalten. Und wenn ich hier „bequemer“ schreibe, dann in dem vollem Bewusstsein, dass Kinder – ich habe selber 4 – nicht immer nur einfach sind. Gerade in den Extrem-Situationen – nach einer Vergewaltigung, das Leben der Mutter ist in Gefahr – wird es richtig happig – auch das habe ich erlebt.

Aber dürfen wir mit Leben so umgehen? Wenn wir das Leben nicht mehr 100% schützen – wo ziehen wir dann die Grenze? Die aktuelle Sterbehilfediskussion zeigt doch, dass die Diskussion nicht stehenbleibt. Ich bin der Meinung, generell sollte Leben geschützt werden und wir dürfen uns das nicht zu einfach machen.

Es ist klar, dass ein Kind, das eigentlich nicht erwünscht war und trotzdem geboren wird, zu erheblichen Belastungen führen kann. Aber kann/darf man das Leben eines Kindes und die daraus entstehenden Belastungen gegeneinander abwägen?

Aber Moment mal: Wieso eigentlich treiben nur Frauen ab? Gibt es da nicht auch noch einen „Erzeuger“?

Sprüche aus den wilden Zeiten der Abtreibungsdebatte wie „Mein Bauch gehört mir“ und auch die heutige Rechtssprechung zeigen – indem die Männer nur als Erzeuger betitelt aber nicht als Partner gesehen werden -, dass die Männer in diesen Fragen nur wenig zu sagen hatten und auch haben. Natürlich ist die Frau – allein rein medizinisch – wesentlich stärker betroffen. Aber ein Kind hat (fast) immer 2 Eltern, sollten dann nicht auch beide mit in die Entscheidung einbezogen werden?

Im neuen Zeitmagazin sprechen die Männer der Frauen, die 1971 auf der „Stern“-Titelseite „Wir haben abgetrieben!“ posaunten, über ihre Erfahrungen. (Ein aktueller Fall findet sich hier: Abtreibung: Ein Paar über seine schwerste Entscheidung – ZEIT ONLINE)

Was schreiben die Männer?
Sie schreiben von Seelenqualen, Ohnmacht, Hilflosigkeit und Schuld.

Volker Gitt, 40:

Ich freute mich, aber sie wollte das Kind nicht haben. Wir fuhren zur Beratung, dort wollte sie das Gespräch allein führen. Die Beraterin gab mir zu verstehen, dass der Vater des werdenden Kindes hier nicht vorgesehen sei. Im Anschluss wurde der Schwangerschaftsabbruch mit einem Arzt vereinbart.

Oder Ulrich Kruse, 62:

Meine Erlebnisse sind schon 40 Jahre her, aber die Gefühle, die sie auslösen, bleiben präsent bis heute – Wut, Schuld und Ohnmacht. Zweimal wurde meine Frau schwanger von mir, zweimal hat sie die Entscheidung ohne mich getroffen. Sie rief erst nach dem illegalen Eingriff aus der Arztpraxis an, ich solle sie abholen. Mit meiner zweiten Frau bekam ich frei Wunschkinder, das war kein Zufall.

Oder Ibrahim Ertaskin, 50:

Die Beziehung war schwierig. Ich sah keinen Sinn mehr, da war meine Freundin schwanger. Na, dann versuchen wir es noch mal, dachte ich. Erst wollte sie das Kind, dann überlegte sie es sich anders. In der Klinik weinte sie die ganze Zeit. Meine Meinung war nicht gefragt. Die Abtreibung war eine Erfahrung großer Machtlosigkeit, sie verfolgt mich. Für mich war sie eine Tötung, an der ich durch meine Sorglosigkeit mit schuld bin.

Wie geht der Weg weiter? Abtreibung ist die Tötung ungeborenen, unschuldigen Lebens mit voller Absicht. Was ist uns das Leben wert?

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: