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Immer wieder Südafrika …

Die Uno-Hochkommissarin für Menschenrechte, Navanethem Pillay, kann die Aufregung nicht nachvollziehen. Sie verstehe die Aufrufe zum Boykott nicht, sagte Pillay am Donnerstag. Die Befürchtungen, die Konferenz könne antiisraelisch missbraucht werden, seien unbegründet.

Navanethem Pillay (* 1941 in Durban) ist eine südafrikanische Richterin am Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag. Seit dem 1. September 2008 amtiert sie als Hohe Kommissarin der Vereinten Nationen für Menschenrechte (UNHCHR).

Seltsam. Warum sind es des Öfteren die Südafrikaner, die sich so kritisch und teilweise schon bösartig gegenüber Israel verhalten? Ist das vielleicht eine Art Überreaktion aufgrund ihrer eigenen Geschichte?

Wie dumm muss man selbst sein und für wie dumm muss man die anderen halten, wenn man als UN-Kommissarin! behauptet, dass „die Konferenz nicht antiisraelisch missbraucht werden könne“?
Das sieht doch sogar ein Blinder mit dem Krückstock, das sehen sogar latente Antisemiten, dass es auf dieser Konferenz hauptsächlich nur um das Eine geht. Dafür gibt es doch die Dokumente, die öffentlich sind, die man nachlesen kann und in denen Israel als einziges Land explizit erwähnt wird.

Auch war die erste UN-Antirassismus-Konferenz in Süfafrika, 2001 in Durban, auf der es zu schweren antisemitischen Ausschreitungen kam:

In Durban sollte Israel wenige Tage vor 9/11 – so wollten es die beteiligten islamischen Länder – als „rassistischer Apartheidstaat“ verurteilt werden.

„Man verdammte den Zionismus als gegenwärtige Form des Nazismus und der Apartheid“, erinnert sich der französische Essayist und Romancier Pascal Bruckner. „Israel sollte verschwinden, seine Politiker sollten vor einem internationalen Strafgericht ähnlich dem von Nürnberg verurteilt werden. Antisemitische Karikaturen machten die Runde, Exemplare von ‚Mein Kampf’ und der ‚Protokolle der Weisen von Zion’ wurden herumgereicht. Einige Delegierte wurden physisch bedroht, man rief ‚Tod den Juden’.“

Der Sonderberichterstatter des UN-Menschenrechtsrates John Dugard ist ebenfalls ein Südafrikaner. Er verglich Israel mit dem Apartheidsregime in Südafrika.
Ein Report aus 2008 wurde von UN-Sonderberichterstatter John Dugard verfasst. Dugards Fazit:

Der palästinensische Terror sei eine „unausweichliche Konsequenz“ der israelischen Besatzung. Die palästinensischen Terrorakte seien beklagenswert, müssten jedoch „als schmerzliche aber unausweichliche Konsequenz von Kolonisation, Apartheid und Okkupation gesehen werden“. Dugard ist ein Rechtsprofessor aus Südafrika. Er wirft dem israelischen Staat vor, Dinge zu tun und eine Politik zu verfolgen, die mit allen Drei – Kolonisation, Apartheid und Okkupation – in Übereinklang stünden. (‚Human Rights Situation in Palestine and Other Occupied Arab Territories‘, Bericht des UN-Menschenrechts-Sonderberichterstatters für die seit 1967 besetzten Palästinensergebiete (John Dugard, United Nations Human Rights Council, A/HRC/7/17 http://www.unhcr.org/cgi-bin/texis/vtx/refworld/rwmain?docid=47baaa262

Wer Terrorakte so betrachtet, rechtfertigt und verniedlicht, hat eine schwierige Geschichte hinter sich.

Bis 1930 war es jüdischen Immigranten relativ problemlos möglich, eine Einwanderungserlaubnis nach Südafrika zu erhalten, Bedingung war lediglich der Nachweis einer zweiten Sprache. Danach setzten durch den «Quota Act» restriktive Einwanderungsbeschränkungen ein, die auch den aus Nazideutschland fliehenden Juden die Emigration erschwerten. Dennoch gelang in den Jahren 1933 bis 1936 noch etwa 3.600 deutschen Juden die Flucht ins Land am Kap. Doch spätestens ab 1937, mit dem nun in Kraft getretenen «Aliens Act», war dies nur noch im Ausnahmefall möglich. Eine besonders deprimierende Erfahrung hatten schon 1936 die mehr als 500 jüdischen Flüchtlinge an Bord des Überseedampfers «Stuttgart» gemacht: Als das Schiff im Hafen von Kapstadt einlief, wurde es vom Mob und von südafrikanischen Nazis mit einer lautstarken antisemitischen «Protestdemonstration» empfangen.

Ich nehme an, dass der Antisemitismus in Südafrika deshalb stark vorhanden ist, weil sich die eigene Geschichte in der Beurteilung niederschlägt. Dadurch, dass man selbst lange Zeit eine Bevölkerungsgruppe stark unterdrückt hat, projeziert man das Erleben auf Israel und denkt, dass es dort genauso abläuft. Es ist das Mitempfinden einer geschundenen Gruppe von Menschen mit einer anderen – nur dass entscheidende Fakten dabei übersehen werden.

Außerdem war Südafrika lange Zeit ein Staat, der sehr NS-ähnliche Züge trug – auch weil nach dem II.Weltkrieg vieles Nazis dorthin flohen.

Und nicht zuletzt hat wahrscheinlich die Zusammenarbeit und Unterstützung Israels für Südafrika in der Zeit des Boykotts viele Südafrikaner vergrätzt.

Halten wir fest, was Benjamin Poground sagte
:

Vor fast drei Jahren unterzog ich mich in einem Jerusalemer Krankenhaus einer Operation. Der Chirurg war Jude, der Anästhesist Araber. Die Ärzte und Schwestern, die sich um mich kümmerten, waren Juden und Araber. Ich musste einen Monat lang das Bett hüten und konnte dabei beobachteten, wie das Krankenhauspersonal anderen Patienten die gleiche qualifizierte Pflege zukommen ließ wie mir. Etwa die Hälfte der Patienten waren Araber und die anderen waren Juden. Alle lagen auf der gleichen Station, wurden im gleichen OP-Saal operiert und benutzten die gleichen Badezimmer.

Nach diesem Erlebnis fällt es mir schwer, diejenigen zu verstehen, die Israel mit dem südafrikanischen Apartheidsystem gleichsetzen. Was ich im Hadassah-Krankenhaus auf dem Skopusberg gesehen habe, wäre in Südafrika, wo ich die meiste Zeit meines Lebens verbracht habe, wo ich aufgewachsen bin und dann als Journalist an der Aufdeckung der Apartheid gearbeitet habe, undenkbar gewesen. Es passierte nicht und es konnte nicht passieren. Denn Schwarze und Weiße waren strikt getrennt. Schwarze bekamen das letzte und das schlechteste. Und das Krankenhaus ist nur ein Bereich des Lebens. Busse, Postämter, Parkbänke, Kinos – alles war per Gesetz getrennt. Demzufolge ist keine Gleichsetzung zwischen Israel und dem südafrikanischen Apartheidsystem möglich.

Benjamin Poground wurde in Südafrika geboren und war stellvertretender Herausgeber der Zeitung „Rand Daily Mail“ in Johannesburg. Er ist Autor von Büchern über Robert Sobukwe, Nelson Mandela und die Presse im Apartheidsystem. Er lebt seit mehr als acht Jahren in Israel und ist Gründer des „Yakar’s Centre for Social Concern“ in Jerusalem – ein Zentrum für soziale Anliegen, das den Dialog über politische und ethnische Grenzen hinweg fördert.

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6 Antworten

  1. Israelische „Apartheid“? – Ein verleumderischer Vorwurf

    http://jer-zentrum.org/ViewArticle.aspx?ArticleId=198

  2. Es würde mich mal interessieren, von welchen miesen und bösartigen Verleumdungen von südafrikanischer Seite gegen Israel hier die Rede ist?

    Ich habe Deinen Blog nur mal kurz angeschaut. Ich glaube nicht, dass gesamt Südafrika ein Problem mit Israel hat, es ist nur auffällig, dass einige Leute, die Israel heftig und einseitig kritisieren und beurteilen, aus SA kommen – wie z.B. Goldstone und auch Pillay.

  3. ich hab gesehen, dass du meinen blog besucht hast, allerdings hast du meinen musik blog (mit dem ich eingeloggt war) aufgerufen, nicht meinen hauptblog:

    http://southafricainfos.wordpress.com/

    grüße

  4. Es würde mich mal interessieren, von welchen miesen und bösartigen Verleumdungen von südafrikanischer Seite gegen Israel hier die Rede ist?

    Wenn die nicht-weiße Bevölkerung die Politik Israels ablehnt, dann ja wohl deshalb, weil Israel’s Besatzungspolitik im Westjordanland (Checkpoints, demütigende Kontrollen, Schikanen), die historische Verbannung von Teilen der arabischen Bevölkerung in menschenunwürdige Flüchtlingslager und die militärische Aggression der IDF starke Parallelen zu einigen Aspekten der Apartheidspolitik aufweist. Wenn man dann auch noch weiß, dass Ariel Scharon die Burennationalisten militärisch berateten hat, als diese ihren völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen Angola starteten, wenn man dazu noch weiß, dass der ‚Shin Bet den Gestapo ähnlichen Geheimdienst der Apartheidsfanatiker unterstützt hat und heute noch in illegaler Weise am Johannesburger Flughafen ohne Befugnis Passagiere kontrolliert (die keine El Al Passagiere sind), dann kann man bei einer daraus resultierenden ablehnenden Haltung wohl kaum von einer Bösartigekeit sprechen. Weiße Südafrikaner, welche Israel ablehnen, haben hingegen tatsächlich auffällig häufig antisemitische Motive! Übrigens hatten die Apartheidsfanatiker, welche nicht dabvor zurückschreckten nach ihrer Machtübernahme 1948 eine modifizierte Version der Nürnberger Rassengesetze in Südafrika einzuführen, dem israelischen militärisch-industriellen Komplex auch den Zugang zu Nuklearwaffen zu verdanken, sowie einen erheblichen Teil ihrer militärischen Ausrüstung, wie zum Beispiel das Standartgewehr der südafrikanischen Wehrmacht, das R4 (Galil Arm) Sturmgewehr, Für Hintergrundinformationen dazu kann ich das Werk „the israeli connection“ von Benjamin Beit-Hallahmi sehr empfehlen! Natürlich hatte nicht nur Israel geheime Beziehungen zu den Rassenfanatikern, aber insbesondere seit den 1980ern war Israel wohl der engste Partner der Apartheidsfanatiker, weil sie sich nicht um die von der UN beschlossenen Sanktionen geküümert haben! Die lautesten Kritiker Israels in Südafrika sind und waren übrigens jüdisch: Ronnie Kasrils zum Beispiel oder der legendäre ANC Aktivist Joe Slovo!

  5. Einer der Gründe dafür, dass in der Republik Südafrika so viele israelfeindliche Leute hervorbringt, liegt darin, dass Israel und das Apartheid-Südafrika eine Weile gemeinsam Waffen entwickelten. Da hatten sich zwei Parias zusammengetan. Und das nimmt das Antiapartheid-Südafrika von heute den Israelis immer noch übel: „Die Zionisten haben die Apartheid unterstützt!“ Und bei der Unterdrückung mitgemacht. Die sind Apartheid-Vertreter. Also ist Israel Apartheid. Diese Haltung kombiniert mit der Sichtweise, der selbst Condoleezza Rice erlag – Underdog Palästinenser, die sich gegen die übermächtige israelische Landnahme wehren (müssen) – lässt das offizielle Südafrika immer wieder mieseste Propagandalügen und Verunglimpfungen von sich geben. Die glauben jeden Scheiß, der ihnen erzählt wird.

  6. […] Organisationen als “unausweichliche Konsequenz” bezeichnet und damit entschuldigt – wie der Südafrikaner John Dugard -, der nimmt Menschen diese Verantwortung ab. Das ist Gutmenschtum: Wir – die weiterentwickelte und […]

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