• Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt. -
    Thomas Mann

    "An appeaser is one who feeds a crocodile - hoping it will eat him last." (W.Churchill)

    Es ist einfacher, kritisch zu sein als korrekt.
    Benjamin Disraeli

    Es gehört oft mehr Mut dazu, seine Meinung zu ändern, als ihr treu zu bleiben.
    Friedrich Hebbel

    Die beste und sicherste Tarnung ist immer noch die blanke und nackte Wahrheit. Die glaubt niemand!
    Max Frisch

    „Ich für meinen Teil bin der Meinung, dass es nicht zum Begriff der Demokratie gehört, dass sie selber die Voraussetzungen für ihre Beseitigung schafft …
    Man muss in einer Demokratie auch den Mut zur Intoleranz denen gegenüber haben, die die Demokratie gebrauchen wollen, um sie zu beseitigen!”
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Der Islam, die Wahrheit und der 3.Weg

„Islamfeindlichkeit ist die gegenwärtig an meisten verbreitete Form von Rassismus in Deutschland“,

so behaupten Muslime im heutigen Deutschland.

Nun könnte man sich über die Schlichtheit der Argumentation lustig machen (es würde wohl wiederum den Vorwurf des Rassismus nach sich ziehen), wenn die Sache nicht so politisch irre wäre. Irre, weil hier die Spitzenorganisation des Islam in Deutschland die Muslime zu Opfern von Rassismus stilisiert, ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, wie gefährlich es ist, Begriffe auf diese Weise zu bagatellisieren. „Unter Islamfeindlichkeit verstehen wir“, so im Aufruf der Organisatoren „wenn Muslime herabwürdigend beurteilt und Diskriminierungen befürwortet werden“.

Das Kopftuchverbot für Lehrerinnen zum Beispiel wird in diesem Sinne als Diskriminierung gewertet und ist somit rassistisch. Der Versuch, den Diskurs über Wesen und Alltag des Islam, seiner Sitten und Auswüchse zu verhindern, indem man Kritik oder Ablehnung als „rassistisch“ diskriminiert, zeigt wie weit die Islamverbände und die sogenannten Antirassisten ideologisch argumentieren. Das Schreckenswort „Rassismus“ wird zum Knüppel gegen Kritik.

Die türkische Tageszeitung Hürriyet schreibt täglich darüber, wie schrecklich es den Türken und Muslimen in Deutschland geht, gibt aber gleichzeitig Tipps, wie man nach Deutschland kommen kann, ohne einen Deutschkurs zu belegen. Nämlich: Man wird schwanger. Es gibt im Türkischen ein Sprichwort, das lautet: „Die Katze, die nicht ans Futter kommt, sagt, es sei verdorben.“ So kann man sich auch einem Dialog entziehen, indem man Kritik zu Beleidigungen umdeutet und der Bevölkerung ein Feindbild suggeriert, weil die eigenen Konzepte scheitern.

Es wird mit Schlagworten wie „Völkerverständigung und Toleranz“ versucht, einen „Schulterschluss der Opfer gegen Rassismus und Diskriminierung“ herzustellen, wo es gar keine ursächliche Übereinstimmung gibt, weil die Ausgangslage grundverschieden ist. Nach dem Motto „Wir glauben alle an den einen Gott und werden von den Deutschen diskriminiert“ wird eine Pseudo-Solidarität postuliert.

Natürlich müssen wir über Rassismus in Deutschland sprechen und gegen Diskriminierung vorgehen. Aber die Islamverbände sollten dabei zunächst vor der eigenen Tür kehren und kritisch hinterfragen, wie manche, angeblich so tolerante und friedliebende Muslime über die Deutschen denken. Wer mitbekommt, wie eine Gruppe muslimischer Jungen und Mädchen, Männer und Frauen unter sich über deutsche Mädchen, die Deutschen oder die Juden reden, dem wird es schlicht die Sprache verschlagen über die Ablehnung und die Verachtung, die ihm entgegen schlägt.

via Muslime missbrauchen Rassismusbegriff – taz.de

Ok, einige (führende) Moslems missbrauchen den Begriff Rassismus für ihre Zwecke. Das ist die eine Seite. Aber wie heißt es: „It needs two to tango“.

Warum lassen wir uns einen vormachen? Liegt es vielleicht daran, dass wir ein schlechtes Gewissen haben und deshalb es gerne glauben wollen?!?

Aber werfen wir noch einen Blick auf die Behauptung des Rassismus. Dieser Vorwurf trifft uns Deutsche auf dem Hintergrund unserer Geschichte schwer. Das wissen diejenigen, die diesen Vorwurf erheben, natürlich genau. Deshalb benutzen sie ihn. Er ist eine Waffe.

Aber wie steht es mit der Wahrheit? Stimmt denn dieser Vorwurf des Rassismus? Nein, das tut er grundsätzlich nicht. Sicherlich werden Moslems Opfer rassistischer oder sonstiger übler Verhaltensweisen – so wie andere Menschen auch. Aber der Vorwurf des Rassismus, der Islamophobie, der beleidigenden Kritik ist falsch (Näheres dazu hier).

Wir Menschen im westlichen Demokratieverständnis nehmen es mit den Werten Wahrheit und Gerechtigkeit sehr genau. Und wir neigen dazu, automatisch zu glauben, dass andere Menschen das ganz genauso sehen. Wenn also Moslems behaupten, dass sie Opfer von Rassismus werden, dann muss da etwas Wahres dran sein, denn sie würden uns doch nicht so dreist anlügen. Oder doch?

Schauen wir auf den Islam:

Demokratie ist die Herrschaft des Volkes.
Der Islam aber will die Herrschaft Allahs.

„Ein Muslim ist jemand, der für eine Gesellschaftsordnung arbeitet, in der die Rechtleitung Allahs verwirklicht wird. Der Islam versorgt alle Menschen mit eindeutigen Richtlinien für alle Lebenslagen. Diese Anleitungen sind umfassend und enthalten die sozialen, wirtschaftlichen, politischen, moralischen und geistigen Aspekte des Lebens.“

In islamischen Publikationen heißt es weiter:

“Es gibt nur eine Partei, die wichtig ist, und das ist Allahs Partei“

(auf arabisch Hisbollah), oder:

”Jeder Muslim ist ein Soldat. Seine Aufgabe ist, die Köpfe durch das Licht des Korans zu erleuchten. Das bedeutet, die Religion Allahs, den Islam, an die Macht zu bringen auf der ganzen Welt.“

Können sich Muslime zur Demokratie und damit auch zur deutschen Verfassung bekennen? Sie tun es.
Die Satzung des Islamrates für die Bundesrepublik Deutschland, Dachverband von z.Zt. 27 islamischen Organisationen, schreibt:

„Der Verein bekennt sich uneingeschränkt zum Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland und zu den Prinzipien der freiheitlich-demokratischen Grundordnung und des sozialen Rechtsstaates.“

Der Verband der islamischen Kulturzentren schreibt in seiner Selbstdarstellung:

„Die Aktivitäten bewegen sich im Rahmen der Gesetzgebung der Bundesrepublik Deutschland und orientieren sich am freiheitlich-demokratischen Grundgesetz der Verfassung.“

Über 2000 islamische Vereine werden als eingetragene Vereine geführt. Muslime, die sich, wie in den eben zitierten Satzungen, zur Demokratie westlicher Prägung bekennen, praktizieren Takija.

Das ist arabisch und bedeutet Heuchelei oder Verhüllungskunst. Takija ist nicht nur erlaubt, sie ist Pflicht, wenn der islamischen Welteroberung Hindernisse entgegengesetzt werden.

Muslime in Deutschland müssen sich heuchlerisch zur Demokratie bekennen, weil sie „auf dem Weg Allahs“, wie sie sich ausdrücken, das heißt auf dem Weg der Eroberung Deutschlands für den Islam vorankommen wollen.

Ein Beispiele für Takija:
Die islamische Gemeinschaft Milli Görüs, abgekürzt IGMG, behauptet in ihrer Selbstdarstellung, die Demokratie zu fördern, die Grundrechte und den sozialen deutschen Rechtsstaat anzuerkennen. Nach Erkenntnissen der Verfassungsschutzämter des Bundes und der Länder, folgt die IGMG aber in Wahrheit anderen Grundsätzen.

„Unser Ziel ist Allah. Der Prophet (damit ist Mohammed gemeint) ist unser Führer. Der Koran ist unser Grundgesetz. Der Dschihad (der heilige Krieg) ist unser Weg. Auf diesem Weg zu sterben ist unser größter Wunsch!“

In Ihrer Selbstdarstellung behauptet die IGMG weiter, Gewalt entschieden abzulehnen. Dem widerspricht die vorgenannte Befürwortung des heiligen Krieges:

„Die wahrhaft Gläubigen (gemeint sind Muslime) führen den Dschihad auf dem Weg Allahs (der Weg der Eroberung) unter Einsatz ihres Lebens, damit die Lehre Allahs und seines Propheten auf der ganzen Welt an die Macht kommt, damit die gesamte Menschheit errettet und rechtgläubig wird.“

Der Dschihad ist zuerst da’wa, das heißt Missionsarbeit mit Worten, dann aber ausdrücklich auch Krieg mit Waffen.

Die IGMG gibt weiter vor, die Glaubensfreiheit Andersdenkender zu respektieren und zu wahren. In Wirklichkeit hetzt die IGMG-Zeitschrift „Milli Gazete“ immer wieder gegen die Christen und schreibt zum Beispiel wörtlich:

“Für uns gibt es drei Feinde. Der Feind Nummer eins sind die Christen. Der zweite Feind sind ebenfalls die Christen. Der Feind Nummer drei sind abermals die Christen. Wir werden diesen Feind auf ewig mit Waffen bekämpfen in Nachahmung der frommen Tradition des Propheten. Die (muslimischen) Eltern haben ihre Kinder so zu erziehen, dass sie wieder eine Generation von Eroberern werden.“

„Milli Gazete“, 24. 7.1986

Ein Beweis, dass islamische Vereine mit dem Bekenntnis zur deutschen Demokratie Takija, also die islamische Lüge, praktizieren, ist die Tatsache, daß die türkische Fassung ihrer Verlautbarungen bzw. Satzungen von den deutschen Übersetzungen oft erheblich abweichen. Die deutschen Übersetzungen sind lückenhaft oder ganz einfach falsch.

Ein Beispiel:
Die türkischsprachige Selbstdarstellung der ATIB („Union der türkisch islamischen Kulturvereine e.V.“) ein Dachverband von derzeit 122 Vereinen, schreibt:

„Die Wahrung der türkischislamischen Identität ist eine der vordringlichsten Aufgaben.“

Diese Forderung wurde von dem Vorsitzenden Musa Serdar Celebi schon auf dem Kongress vom 26.4.1993 in Castrop-Rauxel vor 3.500 Teilnehmern gestellt.

„Im Hinblick auf unsere Zukunft in Europa ist unsere wichtigste Aufgabe die Erziehung unserer künftigen Generationen zu Personen mit nationaler, also türkischer Identität. Wir müssen künftige Generationen aufziehen, die eine muslimisch-türkische Persönlichkeit haben.“

In der deutschen Übersetzung dagegen heißt es:

„Die Integration unserer Mitglieder in das Land, das für viele von uns schon zu einer Heimat geworden ist, ist unser Ziel.“

Das ist das Gegenteil des türkischen Originals, also eine Lüge.

Der islamische Gelehrte Ali Ghazzali sagt dazu:

„Wisse, dass die Lüge in sich nicht falsch ist. Wenn eine Lüge der einzige Weg ist, ein gutes Ergebnis zu erzielen, ist sie erlaubt.“ Oder Al Tahari sagt: „Lügen sind Sünden, es sei denn, sie werden zum Wohl eines Muslims erzählt.“

Es ist also auch Lüge, wenn Muslime immer wieder behaupten, der Koran verbiete ihnen zu lügen. Nach islamischer Auffassung ist nämlich die Lüge, Takija, gegenüber Nicht-Muslimen, also gegenüber Christen, Juden und anderen, gar keine Täuschung, weil nämlich zu den sogenannten Ungläubigen grundsätzlich überhaupt kein Vertrauensverhältnis besteht.

Für Takija gibt es genaue Anweisungen: Erlaubt bzw. geboten ist das Wortbekenntnis zum Christentum. Erlaubt bzw. geboten sind gemeinsame Kulthandlungen mit Christen, zum Beispiel interreligiöse Gebetsveranstaltungen, die ja allein deshalb von Muslimen unterstützt werden, damit sie Einfluss gewinnen und die kirchlichen Institutionen unterwandern können.

Erlaubt, ja geboten ist sogar der falsche Eid  mit sogenannter Mentalreservation. Das heißt:
Der Mund darf lügen, einen falschen Eid schwören, wenn – so steht es im Koran – „nur das Herz im Glauben Ruhe findet“. Also Hauptsache, ich bin ein Muslim, dann kann ich reden, was ich will.

Muslime praktizieren Takija als strategisches Mittel auf dem Weg Allahs und um des eigenen Vorteils willen. So schreibt Salim Abdullah, der Leiter des Islamarchivs Soest, in seinem Buch „Was will der Islam in Deutschland?“:

„Der Islam in der Diaspora braucht im säkularen Staat die Demokratie und die Menschenrechte wie die Luft zum Atmen. Muslime haben hier in Deutschland Freiheiten, die ihnen in keinem einzigen islamischen Land gewährt werden. Das deutsche Grundgesetz ist dem Islam und seinem Ziel nützlich, damit sie ihre Rechte einfordern können.“ Weiter: „Wenn wir wissen“, so in der Dokumentation „Muslime in Nordrhein-Westfalen“, wo und wie wir irgendeines unserer Rechte einbringen können, und wenn wir in dieser Sache gemeinsam und geplant arbeiten, werden wir sehen, wie wir unsere Rechte Stück für Stück gewinnen.“

Hier sieht man also: Die Lüge ist ein Mittel, dass im Islam zum eigenen Vorteil und zum Erreichen islamischer Ziele eingesetzt wird. Die Wahrheit wird Mittel zum Zweck, nicht mehr Maßstab des Handelns. Und missbraucht wird nicht nur die Wahrheit, sondern auch unsere Freiheit und unsere Demokratie.

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37 Antworten

  1. Lieber Khalid bin Rhub al Khali,

    unter

    http://antifo.wordpress.com/2009/04/09/die-verdienste-des-islam-beim-werden-der-usa/

    gibt es noch einen Artikel von mir mit einem Schnelldurchlauf der Geistesgeschichte von Christi Geburt bis heute. Der Artikel will eine leicht verständliche Gesamtschau aus christlicher Perspektive geben und hat *NICHT* den Anspruch alle Details wiederzugeben. Bei den wesentlichen Punkten zur Geschichte Westeuropas stützt er sich auf Autoren aus der Orthodoxie. Besonders ergiebig ist dabei John S. Romanides dessen Arbeiten meines Wissens nach auch die Quelle für ‚Das Wiedererwachen des heidnischen Roms‘ waren. Sehr empfehlen kann ich an der Stelle das hier:

    http://www.romanity.org/htm/rom.03.en.franks_romans_feudalism_and_doctrine.01.htm

    daß man die islamische Welt differenziert betrachten muß, um ein brauchbares Bild zu erhalten, ist mir voll bewußt. Im Rahmen dessen, was mir möglich ist, tue ich das auch. Nur ist das wahrscheinlich immer noch sehr grobschlächtig … 😦

    Beste Grüße,
    Antifo

  2. @Meryem: Hab’s gesehen. Danke für die Benachrichtigung hier.

    Goethe war Freimaurer. Den könnt ihr gerne haben 😉

  3. ..achso, @ antifo: Ich hab meine Recherche noch nicht aufgegeben, bin jetzt in scha Allah an eine Stelle verwiesen worden, die mir kompetente Auskunft geben kann.

  4. Ja Grüß Gott,
    ich sehe hier wurde mit mir geredet ohne dass ich davon wusste, na egal. Heute kam jedenfalls eine Benachrichtigung.

    Goethe und der Islam sind übrigens nicht meine Idee, aber das haben wir sowieso nicht zu entscheiden.

    Schönen Tach noch, Meryem

  5. Hello Antifo,
    Zu Ihrer Aufforderung:
    „Aus den Punkten (1) bis (3) folgt für mich, daß es nötig ist den Informationsfluß zwischen Europa und der islamischen Welt in einer Weise zu verbessern, daß relevante Nachrichten vorhanden sind.“

    Man muß die islamische Welt sehr differenziert betrachten. Ein Beispiel ist die nachfolgende kritische Veröffentlichung aus den UAE in der Gulf News.
    Man kann daraus natürlich auch ersehen, daß es diese Praktiken der Kinderehen unbestritten in einigen islamischen Ländern immer noch gibt. Bei genauer Analyse läßt sich aus dem Artikel auch noch Anderes über gewisse Länder herauslesen.

    Child marriages must cease
    Gulf News
    Published: April 17, 2009, 22:42
    Arab societies have evolved over the past six decades. Most have moved to modernise their structures politically, economically and socially. But there remain some outdated practices that need to be addressed in line with the changes in the mind-set of people as their countries join the rapidly globalised world community.
    One of these practices, which still exist in a few Arab states, is child marriages. The issue came under the spotlight when a court in the town of Unaiza in Saudi Arabia upheld for the second time last week the marriage of an eight-year-old girl to a man who is about 50 years her senior on condition he does not have sex with her until she reaches puberty.
    The United Nations Children’s Fund has expressed concern over the issue. The agency’s chief, Ann Veneman, said consent to marriage could not be free and full when either party was too young to make an informed decision.
    This statement is in fact in line with Islam, which does not recognise any agreement, including a marriage contract, if one party is not free or able to make a sound decision. An eight-year-old girl is obviously incapable of making that decision.
    Child marriage is as unacceptable as child labour. Children should be allowed to be just children. They should not be forced to be anything else.

  6. Lieber Antifo und lieber Markus,
    verspäteten Dank für die Antworten. Ich hatte nur sehr wenig Zeit, da ich gerade in einem afrikanischen Land war, das – noch vorrangig christlich – in einem Abwehrkampf mit Terroristen steht. Ich bin aber den Hinweisen von Ihnen, Antifon, nachgegangen. Charles Malik war mir bekannt aber das Erwachen des heidnischen Roms und der Verweis auf die Orthodoxie hat mein Interesse erweckt. Danke dafür.

    Trotz begrenzter Zeit konnte ich mich allerdings nicht enthalten, die Einladung Meryems anzunehmen und habe auf ihren Blog „Meryems Welt“ geschaut. Dort will sie Goethe für den Islam vereinnahmen. Habe ihr ein paar Zeilen dazu geschrieben.
    Ma’asalama
    Khalid bin Rhub al Khali

  7. Ich bin kein Christ und lebe in einem islamisch geprägten Land; aber ich bin tief enttäuscht von der Haltung vieler Christen und Muslime in Europa. Wo bleibt die Solidarität der Christen Europas mit ihren verfolgten Brüdern und Schwestern im Sudan, Ägypten, im Irak und anderswo?
    Statt dessen Nabelschau und Fixierung auf ein daran gemessen marginales Problem Palästina, in dem eine terroristische Regierung mit Milliarden Dollar gesponsert wird, während im Sudan ein Genozid großen Ausmaßes stattfindet, Christen versklavt bzw. zwangskonvertiert werden und christliche Mädchen im Sudan wie im Irak gezielt von Muslimen vergewaltigt werden. Wenn schon kein lauter Protest der Muslime dagegen zu hören ist, so sollte er doch wohl wenigstens von den Christen Europas zu vernehmen sein!

    Das stimmt. Wir Christen haben es uns in Europa viel zu bequem eingerichtet, haben die jahrzehntelangen Bequemlichkeiten als selbstverständlich hingenommen. Wir haben verlernt, uns zu wehren, haben verlernt, unsere Werte und unseren Glauben zu verteidigen.

    Viele Christen arbeiten allerdings auch in den Ländern, in denen Christen verfolgt werden. Das Thema gewinnt immer mehr an Aufmerksamkeit.
    Aber es stimmt: Wir machen noch viel zu wenig.
    Die Schere zwischen Christen und Gesellschaft geht weltweit immer weiter auf, aber wir verlassen uns immer noch zu sehr auf unsere Politik. Wir versuchen, das, was passiert, zu dokumentieren und andere aufmerksam zu machen.

    Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass viele Moslems durch Moslems umgebracht und gefoltert werden. Die meisten Moslems sterben nicht nicht Christen oder Juden, sondern durch die eigenen Glaubensgenossen.

  8. Sehr geehrter Khalid bin Rhub al Khali,

    Ich bin kein Christ und lebe in einem islamisch geprägten Land; aber ich bin tief enttäuscht … lauter Protest … sollte … doch wohl wenigstens von den Christen Europas zu vernehmen sein!
    Als Grund für das Fehlen eines solchen Protests würde ich nennen:

    (1) Die im Christentum veranlagte Zurückhaltung bei Anklagen, in die jede Form des Protests leicht abgleiten kann. Die darin gründende Hemmung ist theologisch zwar nicht haltbar, weil es ja einen Unterschied macht, ob man sich ein Urteil zu einem geistigen Phänomen bildet und dann über die dabei gewonnenen Erkenntnisse spricht oder ob man die Personen, die von diesem Phänomen erfaßt sind, verurteilt und diese dann womöglich gewaltsam bekämpft.
    (2) Die völlig unzureichende Berichterstattung zu entsprechenden Vorkommnissen jenseits des Palästina-Konflikts in den hiesigen Medien. Was man nicht weiß, kann einen auch nicht berühren. Es gibt zwar eine ganze Reihe internationaler Menschenrechtsorganisationen (NGOs), die an der Stelle etwas leisten, aber harte Konfliktthemen wie Zwangskonversion oder Tötung von Apostaten werden von diesen nicht behandelt. Das hat zum Teil damit zu tun, daß die Menschenrechte so beschaffen sind, daß sie sich nur dem jeweiligen Staat gegenüber einfordern lassen (*) aber hinreichend ist das als Erklärung nicht. Einige der großen und wirklich einflußreichen NGOs haben ihre eigene Agenda und vertreten deswegen eher eine Ideologie, als daß sie sich gleichmäßig und umfassend für die Menschenrechte einsetzen würden. Wenn aber NGOs sich dafür nicht einsetzen und die europäischen Regierungen sich nicht trauen, weil sie mit ihren eigenen Problemen zu sehr beschäftigt sind, dann fällt das Thema eben unter den Tisch.
    (3) Die nicht aufgearbeitete Geschichte des Christentums. Damit meine ich natürlich nicht die Geschichte des „dritten Reiches“, sondern die Geistesgeschichte des europäischen Denkens. Ich persönlich habe meine Unsicherheit gegenüber der christlichen Lehre ablegen können und Selbstvertrauen gefaßt, nachdem ich eine Reihe von Werken gelesen hatte, die die abendländische Geschichte als Kirchengeschichte darstellen und erklären. In der Folge habe ich mich vom Protestantismus gelöst und orientiere mich seither an der russischen Orthodoxie. Entscheidend war für mich, daß ich verstanden habe, wie das Entstehen des Papsttums zu deuten ist (**).

    Aus den Punkten (1) bis (3) folgt für mich, daß es nötig ist den Informationsfluß zwischen Europa und der islamischen Welt in einer Weise zu verbessern, daß relevante Nachrichten vorhanden sind. Bewerkstelligen läßt sich das über ein Netz von Blogs, in denen neben Übersetzungen lokaler Nachrichten auch eine Interpretation dieser Ereignisse vorgenommen wird. Wenn man diese Interpretationen als Rezension im wissenschaftlichen Sinne versteht, erarbeitet man sich automatisch eine mehr oder weniger gemeinsame Sicht auf die Problemlage.

    Herzliche Grüße,
    Antifo

    (*) http://antifo.wordpress.com/2009/03/13/charles-malik-erklart-die-menschenrechte/
    (**) http://antifo.wordpress.com/2009/03/19/das-wiedererwachen-des-heidnischen-roms/

  9. Der Ikon an meinem noch nicht freigeschalteten Betrag ist nicht von mir. Habe keine Ahnung, wie der dort erscheinen konnte.

  10. Hallo Meryem, Antifo und Markus,
    es ist erfreulich, endlich einmal einen Blog zu finden, in dem Leute diskutieren, die den Koran und die Hadith tatsächlich lesen bevor sie darüber reden.

    Meryem, das von Ihnen angeführte Beispiel gleicht dem Verhalten, wie es sicherlich von Jesus auch gelebt worden wäre. Ich zitiere Sie:
    „man kann dort lesen, wie der Prophet mit Beleidigungen umging. Es hat einmal im Gebet eine Frau einen Eimer mit Schlachtabfällen über ihn ausgekippt. Er hat sich gereinigt und weitergebetet und weiter nichts.“

    Sicherlich kennen Sie dann aber auch folgende Gebetsszene:
    1. Translation of Sahih Bukhari, Book 82:
    Volume 8, Book 82, Number 814:
    Narrated Abu Huraira:
    A man from among the people, came to Allah’s Apostle while Allah’s Apostle was sitting in the mosque, and addressed him, saying, “O Allah’s Apostle! I have committed an illegal sexual intercourse.” The Prophet turned his face away from him. The man came to that side to which the Prophet had turned his face, and said, “O Allah’s Apostle! I have committed an illegal intercourse.” The Prophet turned his face to the other side, and the man came to that side, and when he confessed four times, the Prophet called him and said, “Are you mad?” He said, “No, O Allah’s Apostle!” The Prophet said, “Are you married?” He said, “Yes, O Allah’s Apostle.” The Prophet said (to the people), “Take him away and stone him to death.” Ibn Shihab added, “I was told by one who heard Jabir, that Jabir said, ‘I was among those who stoned the man, and we stoned him at the Musalla (’Id praying Place), and when the stones troubled him, he jumped quickly and ran away, but we overtook him at Al-Harra and stoned him to death (there).’ ”
    Und was geschah mit Abu Afak, der sich Kritik an Mohammed erlaubte?

    Ich kann Antifo nur zustimmen, wenn er schreibt: „Du (Meriem) hast schon recht, daß es da Kolonien gab. Der Punkt ist nur, daß es ja davor auch schon Kolonialismus gab. Da gab es die Osmanen und davor diverse arabische Reiche.“

    Wenn Muslime dem „Westen“ Vorhaltungen wegen der Kreuzzüge und den Kolonien machen oder Christen in frommer Selbstanklage – und das ist ja schon geradezu ein Ritual – die Kreuzzüge und Kolonisierung zur Verteidigung des Islam anführen, dann ist doch wohl auch die Forderung berechtigt, sich einmal mit den brutalen Eroberungs- und Beutezügen der Muslime zu befassen, worüber in den christlichen Gemeinden augenscheinlich kaum Wissen verbreitet ist.

    Ohne die Kreuzzüge und die Kolonialisierung auch nur im Ansatz rechtfertigen zu wollen, aber: Neben den Gewalttaten, Vernichtungen großartiger Kulturen, Massenversklavungen, die als Katastrophe über die Völker Afrikas, Indiens, Europas und des Vorderen Orients hereinbrach, nehmen sich die Kreuzzüge (man verzeihe mir den Vergleich) wie ein lauer Sommerwind gegen einen Orkan aus. Vergessen: die Eroberung des Balkans bis vor die Tore Wiens? Oder der brutale Genozid in Indien, dem nahezu die Hälfte der Bevölkerung zum Opfer fiel? Und damals wie heute im Sudan die gezielte Vernichtung und Versklavung afrikanischer Stämme? Die Sprengung der Budda-Statuen in Afghanistan? Es ist bezeichnend für die christliche psychologische Haltung, dass diese Katastrophen auch noch als Gottes Strafe für die eigenen Sünden angesehen wurden und wohl auch teils noch angesehen werden!

    Und schließlich war es im so viel geschmähten Amerika, in dem es einen Bürgerkrieg zur Abschaffung der Sklaverei gab (zumindestens war das ein Motiv). Kennen Sie ähnliches in islamischen Ländern? Haben die Araber jemals ihre Geschichte bezüglich der von ihnen begangenen Greuel aufgearbeitet, so wie die Deutschen das noch heute mit der Zeit des „Dritten Reiches“ tun?

    Wenn man Vergleiche heranzieht oder mit historischen Begebenheiten argumentieren will, sollte man sich schon etwas tiefgehender informieren. Die islamischen Eroberungs- und Beutezüge sind mit allen brutalen Gewalttaten bestens dokumentiert, da Muslime bis heute stolz auf diese Taten sind. Ich kenne keinen Muslim, der sich dieser Tatsachen wegen schämt oder sich gar entschuldigt hätte. Wer sich informieren will, kann z.B. das Buch: „The Legacy of Jihad. Islamic War and the Fate of Non-Muslims“, erschienen in Prometeus Books, ISBN 987-1-59102-602-0, lesen, das im Wesentlichen diese historischen Dokumenten auswertet. Zu dem Buch hat Ibn Warraq ein Vorwort geschrieben. (Bitte die Literaturliste in dem Buch kritisch prüfen).
    Vielleicht werden Sie mir nach dem Studium dieses Buches Recht geben, wenn ich behaupte, dass Christen zwar den Splitter im eigenen Auge sehen, aber nicht den Balken im Auge des Islam. Das hilft den extremen Islamisten ungemein, und schadet den Muslimen, die eine friedliche Koexistenz mit anderen Religionen leben wollen. Die ersteren verstehen es ausgezeichnet, die Uninformiertheit, ja manchmal Dummheit, christlicher Selbstkasteiung zu nutzen. Wenn Muslime stolz sind auf ihre Kolonie Andalusien und dem, was sie dort nach Europa brachten, dann kann ich Antifo nur zustimmen, wenn er sagt: „Außerdem müßte man dann fairerweise ja auch die positiven Einflüsse dieser Kolonialmächte gegenrechnen. Wenn jemand sagt, daß die Unbildung in diesen Ländern von den Europäern verschuldet sei, dann wird ja sogar eingeklagt, daß man denen hätte Bildung bringen müssen. Meinethalben soll man das auch tun, aber dann kann man sich doch nicht beschweren, daß sie die dortige Kultur kaputt gemacht hätten/haben.“
    Ich bin kein Christ und lebe in einem islamisch geprägten Land; aber ich bin tief enttäuscht von der Haltung vieler Christen und Muslime in Europa. Wo bleibt die Solidarität der Christen Europas mit ihren verfolgten Brüdern und Schwestern im Sudan, Ägypten, im Irak und anderswo? Statt dessen Nabelschau und Fixierung auf ein daran gemessen marginales Problem Palästina, in dem eine terroristische Regierung mit Milliarden Dollar gesponsert wird, während im Sudan ein Genozid großen Ausmaßes stattfindet, Christen versklavt bzw. zwangskonvertiert werden und christliche Mädchen im Sudan wie im Irak gezielt von Muslimen vergewaltigt werden. Wenn schon kein lauter Protest der Muslime dagegen zu hören ist, so sollte er doch wohl wenigstens von den Christen Europas zu vernehmen sein!

    P.S.
    Ich zitiere Meriam:
    „Das ist eine Auslegung, von den saudischen Wahabiten herkommend, die mit Islam kaum was zu tun hat, gemischt mit Stammessitten aus der Region.“

    Ich nehme an, Meryam, dass Sie den Shiiten angehören. Genau das, was Sie von den Wahabiten sagen, behaupten diese von den Shiiten und Aleviten u.s.w. Da weisen Sie geradezu auf eines der Probleme des Islam hin. Es wird in Europa wenig wahrgenommen, dass man nicht von „dem Islam“ reden kann. Da werden eben immer noch die Gefechte ausgeführt, die das Christentum schon im Mittelalter beendet hat. Eine der Ursachen kontroverser Diskussionen um den Islam ist eben die zum Teil horrende Mehrdeutigkeit der Koran-Suren, die zur Beliebigkeit ausgelegt werden können (siehe die Diskussion in diesem Blog).

    Khalid bin Rhub al Khali

  11. Das stimmt schon. Nur ist es meine ich nicht zu viel verlangt, daß sie ihren Hintern hochbekommt und mit jemandem, der konträr anderer Meinung ist, in eine Sachargumentation tritt. Tut sie das nicht, sind all die netten eslam-Links, die sie irgendwo einstellt, in Gänze wertlos. In der letzten Antwort hatte sie mich praktisch aufgefordert, daß ich ihre Arbeit mache, weil sie jetzt schlafen gehen müsse. Wenn das nicht absonderlich ist, was ist es dann? Es ist ja nicht mein Glaubensbruder, der solche Sachen schreibt, sondern ihrer.

  12. Ich finde es grundsätzlich interessant, mit jemandem wie Meryem zu reden, auch wenn ich in den meisten Punkten anderer Meinung als sie war und bin.
    Aber Zuhören hat meistens nicht geschadet. Sie hat einen völlig anderen Blickwinkel, war aber nicht aggressiv, sondern hat sich auf einen Austausch eingelassen.

  13. Meine bisherige Zusammenfassung ist, daß Meryem das fromme Lieschen spielt, das aber selbst nicht glaubt, was sie so schreibt. Siehe die Diskussion in dem Artikel zu Meryems Glaubensbruder, den ich hier verlinkt habe.

    Gestern hatte sie ihn noch bei sich im Blogroll stehen. Jetzt hat sie ihn rausgenommen und will mich überzeugen, daß Apostasie nicht mit dem Tod bestraft würde, statt daß sie mal versucht ihn zu überzeugen!

    Dazu, sich bei so einem Kommunikationsverhalten noch über christliche Mission zu beschweren, gehört schon eine gehörige Portion Unverschämtheit.

  14. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Islam eine hohe Bandbreite hat und viele ihn sicher auch missbrauchen.
    Manche Brutalität im Koran lässt sich durch historische Ereignisse + Umstände erklären. Aber auch nicht alles.
    Und viele – auch hochoffizielle Geistliche und Staatsführer – lesen und interpretieren den Koran anscheinend so, wie es ihnen in den Kram passt. Das betrifft leider besonders den Umgang mit den „Ungläubigen“ (also Nicht-Moslems), zu denen auch die „Leute des Buches“ (Juden/auch Christen) zählen.

    Das Ziel vieler Moslems bleibt es, den Dar ul-Islam (Haus des Islam = islamischer Herrschaftsbereich) auf alle Länder auszudehnen und dabei bedienen sich der demokratischen Freiheiten, die ihnen europäische Länder bieten.

  15. Hallo Meryem,

    hab aus der Sache schnell einen Artikel gemacht

    http://antifo.wordpress.com/2009/03/31/iranische-stammesriten-oder-wahabitischer-doppelagent/

    vielleicht läßt sich unser Gespräch dort ja weiterführen.

    Viele Grüße,
    Antifo

  16. Hallo Meryem,

    ich lese gerade unter

    http://islamicrevolutionservice.wordpress.com/2009/03/25/ein-antiautoritares-volk/

    Die jüdische Religion, das Christentum und die zoroastrische Religion sind legal. Ihren Anhängern – kleine Minderheiten – stehen fünf der 270 Abgeordnetenplätze zu. In leitende Regierungsämter dürfen sie nicht; das dürfen auch die viel zahlreicheren sunnitischen Muslime nicht. Darüber, dass keine dieser tolerierten Gruppen die Grenzen der Tolerierung verletzt oder gar zu missionieren versucht, wachen die Ayatollahs genau. Dem Islam abtrünnig zu werden, ist todeswürdig. Nicht nur im Iran.

    als Quelle ist dort „Frankfurter Rundschau“ angegeben. Wenn Du Dir den Text durchliest, wirst Du mir zustimmen, daß das nicht stimmen kann und also eine Lüge ist. Außerdem widerspricht es Deiner Aussage, wonach es nicht verboten sei den Islam zu verlassen. Bei islamicrevolutionservice lese ich jetzt, daß es „todeswürdig“ ist. Und zwar so „todeswürdig“, daß dem Schreiber gleich die Brust schwillt vor lauter Stolz!

    Lügt da jetzt jemand oder gehört es zu den iranischen Stammesriten, daß Konvertiten getötet werden müssen und missionieren verboten ist? Oder ist das am Ende ein Wahabit, der den Iran mit schlechten und falschen Nachrichten beschädigen will?

    Ich würde Dich nicht mit diesen Aussagen konfrontieren, aber der Blog ist bei Dir im Blogroll und die Nachricht von meinen Glaubensbrüdern, die im Iran vom Tode bedroht sind, hattest Du dann doch sehr schnell und desinteressiert weggewischt.

    Grüße,
    Antifo

  17. Hallo Meryem,

    Du hast schon recht, daß es da Kolonien gab. Der Punkt ist nur, daß es ja davor auch schon Kolonialismus gab. Da gab es die Osmanen und davor diverse arabische Reiche. Meist heißt es dann, daß der europäische Kolonialismus „imperialistsisch“ war, aber da wird ja nur wieder eine Ideologie nachbetet. Urheber dieser Ideologie war W.I.Lenin und was aus dessen materialistischen Geistesergüssen herausgekommen ist, ist ja hinlänglich bekannt.

    Deshalb ist es gekünstelt den Europäern da etwas besonderes unterjubeln zu wollen, was die Osmanen/Araber nicht gemacht hätten. Es hat immer und überall irgendwelche Weltreiche (=Reich=Empire=Imperium) gegeben, die Kolonien besaßen und diese Kolonien ausgebeutet hatten.

    Außerdem müßte man dann fairerweise ja auch die positiven Einflüsse dieser Kolonialmächte gegenrechnen. Wenn jemand sagt, daß die Unbildung in diesen Ländern von den Europäern verschuldet sei, dann wird ja sogar eingeklagt, daß man denen hätte Bildung bringen müssen. Meinethalben soll man das auch tun, aber dann kann man sich doch nicht beschweren, daß sie die dortige Kultur kaputt gemacht hätten/haben.

    Deshalb kann ich dieses leninistische Gejammere nicht mehr hören.

    Bei den USA sehe ich das übrigens ein wenig anders, aber die hatten dort ja nie Kolonien. Was die hatten/haben ist Hegemonie, aber das war ja alles nach dem zweiten Weltkrieg. Von daher ist es schon ein bisschen ‚was anderes.

    Ansonsten sehe ich nicht ein, daß ich mir englische oder französische Sünden auflasten sollte. Genauso wenig sehe ich es ein, daß ich mir die Sünden des Kaiserreiches auflasten sollte. Wenn man da anfängt, wird man ja nie mehr fertig.

    Viele Grüße,
    Antifo

  18. Hallo Antifo, hab Dich eben erst entdeckt.
    Den Tagungsbericht führe ich mir Ruhe zu Gemüte – aber was ist mit der französischen Besatzung in Tunesien und Marokko (mit übelstem Vorgehen gegen die Bevölkerung)? England in Ägypten?
    Deutschland war etwas spät dran und hielt sich weiter südlich auf.
    Soweit ich weiß, gab es außer Äthiopien und Liberia keine Länder, die nicht kolonialisiert wurden.

    Grüße, Meryem

  19. Feierabend! 🙂

    Mein blog ist hier: http://meryemdeutschemuslima.wordpress.com

    Ist aber noch klein, hab ja gerade angefangen.

    Also hier ist Zaidans Tafsir zu 47,4:

    Und wenn ihr auf diejenigen, die Kufr betrieben haben trefft, gibt es das Schlagen auf die Hälse. Dann wenn ihr ihnen schwere Verluste zugefügt hab, dann zieht die Fesseln fest. Danach ist entweder Begnadigung oder Auslösung, bis der Krieg seine Lasten ablegte (ein Ende findet). Es ist dies! Und wollte Allah, dann würder ER gewiß an ihnen Vergeltung üben. Doch damit ER die einen von euch durch die anderen prüft. Und diejenigen, die fi-sabillilah getötet wurden, ihre Handlungen lässt ER nie verloren gehen.
    ********
    Kufr: das Verdecken der Wahrheit, Undankbarkeit gegenüber Allah, Polytheismus – noch einige andere Definitonen sind möglich – wird häufig mit „Ungläubige“ übersetzt, „Nichtmuslime“ wäre passender

    fi-sabillilah: auf dem Wege Allahs, um Allahs Willen

    ********

    Da sehen wir mal wieder, dass etwas nur unvollständig zitiert wird, von der Übersetzung mal ganz zu schweigen.
    Wie immer gilt: es ist nur Verteidigungskrieg erlaubt.
    Also handelt es sich wahrscheinlich um eine medinensische Sure aus den Zeiten der Kämpfe gegen die Mekkaner und ihre Verbündeten.
    Es richtet sich nicht explizit gegen Christen und Juden und
    beinhaltet nach dem blutigen Kampf, einen menschlichen Umgang mit den Kriegsgefangenen. Austausch gegen Lösegeld oder Begnadigung.
    Nicht zu vergessen: die ersten Muslime mussten nach Jahren der Bedrängnis, teilweiser Folter, Vertreibung in die Wüste ohne Wasser und Lebensmittel, Enteignung ihres Besitzes nach Medina fliehen, wobei der Prophet nur knapp einem Mordanschlag entkam. Die Mekkaner haben dann, als sie merkten die Muslime etablierten sich in Medina die Stadt fortlaufend angegriffen.

    Grüße von Meryem

  20. Hallo Meryem,

    Im islamischen Raum ist die mangelnde Bildung ein großes Problem und Regierungen die gerne ihre Menschen instrumentalisieren und unterdrücken. Außerdem sind Interessengruppen beteiligt, die nach dem System “Teile und Herrsche” agieren, braucht man sich nur den Irak angucken.
    Die Palästinenser werden insgesamt im Stich gelassen, wenn die arabischen Staaten zusammenstehen würden, wäre die Situation wohl kaum so prekär. Ich bin nicht unkritisch gegenüber der Hamas, aber was sollen die Menschen in ihrer Bedrängnis tun? Mal abgesehen davon, dass die Medien hier uns vieles vorenthalten. Ich empfehle die Steinberg-Recherche, hab ich in meinem Blog verlinkt.

    An der Situation sind “wir” aus dem Westen historisch nicht unschuldig,durch den Kolonialismus und diverse Kriege, aber das entbindet natürlich nicht von heutiger Verantwortung.

    Das wird immer wieder gerne vorgebracht. Sofern es sich auf die arabischen Länder bezieht, ist es aber ziemlicher Unsinn, weil da ja das osmanische Reich Kolonialmacht war.

    Ansonsten würde ich gerne auf einen Tagungsbericht verweisen, in dem es heißt, daß die OIC-Staaten auf Ebene des UN Menschenrechtsrats „die schlechte Regierungsführung in ihren Mitgliedsländern als Ergebnis der Nord-Süd-Konfrontation zu exkulpieren“ versuchen. Das paßt natürlich voll zu dem, wie Linke gerne die Welt sehen möchten. Aber die Wahrheit ist doch, daß hier linksliberale Weltverbesserer und islamische Staatenlenker sich gegenseitig die Bälle gegenseitig zuspielen. Man hat das auch bei Durban II ganz deutlich gesehen. Daß einzig und allein die USA sich für den geschichtlichen Sklavenhandel schämen sollen, ist doch der reine Wahnsinn. Jeder, der mal ein Geschichtsbuch in der Hand hatte, weiß, daß es das wahrlich nicht nur dort gab, sondern gerade auch im osmanischen Reich und in den arabischen Staaten.

    Die Quelle für den Tagungsbericht findest Du hier:
    http://antifo.wordpress.com/2009/03/15/un-menschenrechtsrat-ist-eine-farce-und-schande/

    Viele Grüße,
    Antifo

  21. … zuerst mal: die Sure 4,47 ist es nicht …
    Das war ein Zahlendreher 😐 : Sure 47,4 ist korrekt.

    Ok, das mit den Instrumentalisierungen sehe ich auch so. Da wird viel Missbrauch betrieben.

    Wo ist Dein Blog? Würde gerne mal reinschauen.

    Viel Spaß beim Arbeiten, ich bin schon dabei.

  22. Guten Morgen Markus,
    zuerst mal: die Sure 4,47 ist es nicht, hier Tafsir nach Amir Zaidan:
    „Ihr denen die Schrift zuteil wurde! Verinnerlicht den Iman an das was WIR herabgesandt haben, als Bestätigung dessen was ihr habt, bevor WIR (Konturen) von Gesichtern verwischen und diese ihren Hinterköpfen gleich machen, oder sie verfluchen, wie WIR diejenigen vom Sabbat verflucht haben, Und ALLAHS Entscheidung wird immer umgesetzt“

    Zaidan übersetzt manche Worte nicht, weil sie nicht wirklich wiedergegeben werden können. Mit Iman ist am ehesten die innere Überzeugung, tiefer Glaube, gemeint. Die Sache mit dem Sabbat bezieht sich vermutlich auf eine Geschichte, bei der jüdische Fischer die Sabbatruhe gebrochen haben, als ein Fischschwarm auftauchte, die Geschichte findet sich in Sure 7.
    Die ganze Sure (ist vermutlich eine mekkanische) bezieht sich auf allerlei Regeln des Heiratens, Zusammenlebens und der Aufrichtigkeit. und ist vermutlich eine mekkanische. Juden werden auch erwähnt, auch kritisch im Zusammenhang mit Heuchelei, aber ausdrücklich begrenzt („einige“). Wenn also dieser Vers gemeint sein soll, ist die Übersetzung etwas arg frei.

    Ich schätze den Herrn Prof. Kuschel aus Tübingen sehr, begeisterter Katholik, Theologe und Literaturwissenschaftler, der sich viel mit den gemeinsamen Wurzeln der „abrahamischen“ Religionen beschäftigt. Auf einem Seminar sagte er sinngemäß, wirklicher Dialog besteht nicht im Austauschen von Meinungen und Tatsachen-gehört auch dazu-sondern darin, dass man versucht, sich in das Verständnis des anderen wirklich hineinzudenken.
    Leider mangelt es daran von allen Seiten.

    Du hast ja recht, mit der Inhomogenität des Islams, wir haben eben keine Institution wie die Kirche und kein gemeinsames Oberhaupt. Ich finde das aber bei den Christen ebenso vor (bin grad gestern Abend hier noch über eine absolute Islamhasserseite gestolpert, holla, die wollen katholisch sein), ich vermute auch, dass es bei den Juden genauso viele Unterschiede gibt kenn mich nicht so aus, aber einiges ist ja von außen sichtbar.

    Im islamischen Raum ist die mangelnde Bildung ein großes Problem und Regierungen die gerne ihre Menschen instrumentalisieren und unterdrücken.
    Außerdem sind Interessengruppen beteiligt, die nach dem System „Teile und Herrsche“ agieren, braucht man sich nur den Irak angucken.
    Die Palästinenser werden insgesamt im Stich gelassen, wenn die arabischen Staaten zusammenstehen würden, wäre die Situation wohl kaum so prekär. Ich bin nicht unkritisch gegenüber der Hamas, aber was sollen die Menschen in ihrer Bedrängnis tun? Mal abgesehen davon, dass die Medien hier uns vieles vorenthalten. Ich empfehle die Steinberg-Recherche, hab ich in meinem Blog verlinkt.

    An der Situation sind „wir“ aus dem Westen historisch nicht unschuldig,durch den Kolonialismus und diverse Kriege, aber das entbindet natürlich nicht von heutiger Verantwortung.

    Zu den islamischen Quellen:
    Abgesehen vom Koran haben wir natürlich die „Sunna“ (Lebensgeschichte, Handlungen) des Propheten Muhammed, Friede und Segen sei mit ihm, überliefert in den Hadithen. Dass diese ebenfalls kritisch betrachtet werden müssen, hab ich an anderer Stelle schon erwähnt.
    Jedenfalls kann keiner stimmen, der dem Koran widerspricht.
    Beispielsweise: man kann dort lesen, wie der Prophet mit Beleidigungen umging. Es hat einmal im Gebet eine Frau einen Eimer mit Schlachtabfällen über ihn ausgekippt. Er hat sich gereinigt und weitergebetet und weiter nichts.
    Würden unsere Leute sich mehr mit sowas beschäftigen, würde es nicht solche Ausraster wie nach den unsäglichen Karikaturen geben. Ich sag ja, das Problem ist eines mangelnder Bildung und Instrumentalisierung. Und da sind Interessen am Werk, die wir alle nicht duchschauen können.

    Wer die Lebensgeschichte des Propheten liest, wird feststellen dass das hier verbreitete Bild ein völlig verfälschtes ist.

    In der Shia haben wir noch weitergehende Vorbilder, nämlich die engste Prophetenfamilie, seine Tochter Fatima, Friede sei mit ihr, seine Enkelin Zeynep und andere starke Frauen und natürlich die 12 Imame. Wir gehen davon aus, das Gott uns nicht ohne Anleitung gelassen hat, nach dem Tod des Propheten. Jede dieser Persönlichkeiten war untadelig im Verhalten, von großer Gelehrsamkeit mit unterschiedlichen Schwerpunkten.
    Was passiert, wenn man ohne solche Vorbilder lebt, kann man ja leider ausreichend beobachten. Für uns sind sie der „gelebte Koran“. Und wir wählen uns auch einen Gelehrten aus, dessen Fatwas wir folgen, Persönlichkeiten wie Imam Khamenei, Imam Sistani z.B.
    Über die allerdings hier auch jede Menge Müll verbreitet wird.

    So ich muss dann mal arbeiten gehen. Grüße, Meryem

  23. Ich schreibe ein paar Anmerkungen zu dem, was Du geschrieben hast.
    Ja, von Herrn Qaradawi habe ich auch schon gehört
    Trauriger Zeitgenosse.

    Und ich ärgere mich auch oft über die Aufforderung, mich zu distanzieren, vom Terror, vom Antisemitismus – ich hab damit nichts zu tun und warum soll ich das dauernd betonen?

    Wie und wann Du Dich von irgendjemandem/irgendetwas distanzierst, ist Deine persönliche Sache und eine Frage Deines Umfeldes.
    Wenn ich schreibe, dass mir Leute fehlen, die sich von den negativen Auswüchsen distanzieren, dann meine ich Offizielle, Gelehrte, Führer, Meinungsmacher, usw.

    Wir … tun reichlich dafür, dass solche Vorurteile und Unwissenheit aus den Köpfen des Nachwuchses verschwindet

    Das finde ich gut und das versuche ich auch: Vorurteile und Unwissenheit sollen verschwinden, Feindbilder abgebaut werden.

    Nun abschließend noch was zum Thema “Theorie und Praxis” Ich verstehe was Du meinst, aber kann der Schlussfolgerung nicht folgen, denn das ist ja so, als könne man sich die Religion aussuchen, nach der Bewertung.

    Ich meine nicht, dass man sich irgendetwas aussuchen soll, sondern wie Leute eine Religion leben.
    Die Theorie ist das eine, die Praxis ist das, was die Leute daraus machen.
    Natürlich kann man sich aus der Bibel und auch aus dem Koran Stellen heraussuchen und damit fast alles begründen. Aber Du schreibst ja auch, dass man Dinge im historischen Zusammenhang sehen muss und das ist bei der Bibel genauso. Und man muss den Gesamtkontext verstehen.
    Wenn ich z.B. einen Briefwechsel zwischen 2 Menschen durchlesen würde, die ich nicht kenne, kann ich natürlich einen Satz aus dem Zusammenhang reißen und damit die Absicht des Schreibers völlig verdrehen. Wenn ich mir aber die Mühe mache, den ganzen Briefwechsel zu lesen oder – noch besser – den Schreiber persönlich kennenlerne und seinen Charakter, sein Wesen erfasse, dann werde ich ein anderes Bild erhalten.

    Es findet trotzdem eine Diskussion unter Christen statt, wie man bestimmte Stellen verstehen und leben soll. Wenn also z.B. Leute meinen – um mal ein extremes Beispiel zu nennen – , man dürfe als Christ Abtreibungsärzte bedrohen, verunglimpfen oder gar ermorden, dann findet das keine Zustimmung und wird klar abgelehnt.
    Im Islam gibt es solche Diskussionen bestimmt auch. Aber man hört zu wenig davon.
    Da gehen z.B. 1000nde von Moslems auf die Straße und protestieren europaweit gegen den Gazakrieg. Ok, dafür haben wir hier in Deutschland die Demonstrations- und Meinungsfreiheit.
    Aber warum wird 1. auf diesen Demos teilweise übelst gegen Juden gehetzt und 2. kein einziges Wort über das Fehlverhalten der Hamas gesagt?

    Die haben ja schon in ihrer Charta drinstehen, dass sie Israel als Staat vernichten wollen. Hat sich ein Offizieller irgendeiner islamischen Vereinigung davon mal distanziert?
    Die Hamas ist nicht besonders beliebt bei den arabischen Staaten. Aber sie macht die Drecksarbeit und deshalb lässt man sie gewähren.

    Du hast Recht, der 2.Teil mit dem Gemetzel stammt aus Sure 4,47.

    Ich erlebe den Islam als ein sehr inhomogenes Gefüge. Kritik und das Infragestellen mancher Positionen wird teilweise sehr negativ gesehen, bis hin zu Morddrohungen für die Kritiker.
    Manche islamische Staaten tun Dinge und lassen Dinge geschehen, die einem die Haare zu Berge stehen lassen.
    Ich habe manchmal das Gefühl, dass jeder es sich aussuchen kann, wie er den Koran verstehen und danach leben will.
    Gibt es noch eine andere Grundlage außer den Koran, seinen Glauben als Moslem zu definieren?

  24. Ich nochmal, hab einen Tafsir nachgelesen zu Sure 9:29 (der zweite Vers den Du zitiert hast, der mit dem Gemetzel, ist nicht aus dieser Sure).

    Also erstmal die Übersetzung:
    „Kämpft gegen jene vom Volk der Schrift, die nicht an Allah glauben und nicht an den Jüngsten Tag und die das nicht verbieten, was Allah und sein Gesandter verboten haben und nicht die wahre Religion verfolgen, bis sie die Giziya freiwillig entrichten und sich unterordnen“

    Der Tafsir ist recht lang, ich versuche es mal in Stichworten.
    1. Kein Koranvers kann einem anderen widersprechen, weshalb auch hier gilt, dass nur ein Verteidigungskrieg erlaubt ist
    2. Ebenfalls auch hier gültig: Es gibt keinen Zwang im Glauben
    3. Zur Definition der wahren Religion gehen die Meinungen auseinander, die einen meinen, es sei der Islam als letzte, abschließende Religion gemeint, die anderen sagen, es geht um die, die nicht befolgen was Moses und Jesus gelehrt haben, sondern das, was die Priester und Rabbiner daraus gemacht haben.
    4. Mit der Gizyia ist die Steuer gemeint, die Nichtmuslime zahlen mussten, die in einem islamischen Staat leben wollten. Sie wurde nur von erwachsenen gesunden Männern erhoben, die dafür vom Militärdienst befreit waren.
    Es gab Ausnahmen für Priester und Arme.
    Im Gegenzug hatten die Nichtmuslime Anspruch auf freie Ausübung ihrer Religion und den Schutz des Staates. Die Gizyia hatte eher symbolischen Charakter und war in jedem Fall niedriger als die Zakat (Armensteuer), die von Muslimen zu entrichten war.

    Ein typisches Beispiel, was man aus einem Vers so machen kann. Der Tafsir ist aus „die Bedeutung des Koran“ aus dem Bavaria-Verlag, in dem sind jeweils Auslegungen verschiedener Gelehrter beschrieben, ich hab das jetzt mal zusammengefasst.

    Den zweiten Teil kann ich jetzt nicht zuordnen, hab gesehen dass der hier im Blog schon mal als zu 9:29 gehörend zitiert wurde, aber da gehört er nicht hin. Nun bin ich nicht so koranfest, dass ich das gleich zur Hand habe.

  25. Hallo Markus,
    für die genannten Verse gilt das, was ich schon oben gesagt habe, nämlich dass sie keine Allgemeingültigkeit haben, sondern im Zusammenhang mit dem Offenbarungsanlass betrachtet werden müssen. Außerdem ist die Übersetzung eine gruselige: „Gemetzel“-solche Worte kommen garantiert nicht vor.
    Also bei Bedarf versuche ich mal rauszukriegen, was der Offenbarungsanlass war, aber wie schon geschrieben, gab es zur medinensischen Zeit reichlich Angriffe auf die Muslime. Deshalb braucht es immer Erläuterungen dazu.
    Es ist ja auch kaum bekannt, dass die erste Gemeinde jahrelang boykottiert und misshandelt wurde, aber als Mekka schließlich zurückerobert wurde, das ohne jegliches Blutvergießen geschehen ist.
    Mal abgesehen vom islamischen Kriegsrecht, von dem man sich heute eine Scheibe abschneiden könnte: Zivilisten schonen, Kriegsgefangene anständig behandeln.

    Nun zum Antisemitismus: da muss ich Dir leider recht geben. Ganz häufig-oder meistens verallgemeinern die „Geburtsmuslime“-äh, das ist jetzt auch eine Verallgemeinderung.
    Sie denken an den Verrat der jüdischen Stämme gegen Muhammed, Friede und Segen sei mit ihm, und schon kommt heraus „die Juden waren schon immer….“.
    Dass es Jahrhunderte von friedlichem und nützlichem Zusammenleben gab, dass Muslime jüdische (und christliche) Frauen heiraten dürfen, das geht unter.
    Allerdings ist sowieso Nationalismus und Rassismus sehr verbreitet, die Türken gegen die Araber und umgekehrt, alle gegen „Zigeuner“ und und und.
    In Deutschland sind wir natürlich sehr sensibilisiert und wenn ich was gegen israelische Politik sage, dann betone ich immer ausdrücklich das „zionistisch“, während mein Mann als Türke keine Probleme hat, auf „die Juden“ zu schimpfen. Na ein bisschen hab ich ihn schon erzogen in dieser Hinsicht. :-).
    Leider gibt es ja auch „Gelehrte“ wie Herrn Qaradawi, der allen Ernstes behauptet hat, Hitler wäre doch ein guter Mann gewesen, hätte es nur ein bisschen übertrieben.

    Das stört viele Muslime die ich kenne, aber ehrlich gesagt, es gibt soviel sich aufzuregen, dass man nicht jedesmal auf die Straße gehen kann. Und ich ärgere mich auch oft über die Aufforderung, mich zu distanzieren, vom Terror, vom Antisemitismus – ich hab damit nichts zu tun und warum soll ich das dauernd betonen? Ich mache doch auch nicht pauschal alle Christen für Bushs Kreuzzüge verantwortlich, oder alle Juden für israelischen Expansionspolitik.
    Wir (damit meine ich unsere kleine Gemeinde in der Stadt) tun reichlich dafür, dass solche Vorurteile und Unwissenheit aus den Köpfen des Nachwuchses verschwindet, indem wir für die islamische Ausbildung der Kinder sorgen. Da geht es um wirklich islamisches, respektvolles, vernünftiges Miteinander. Aber wir können ja nicht überall sein.
    Es gibt viel zu tun.

    Nun abschließend noch was zum Thema „Theorie und Praxis“ Ich verstehe was Du meinst, aber kann der Schlussfolgerung nicht folgen, denn das ist ja so, als könne man sich die Religion aussuchen, nach der Bewertung. Das ist aber eine Vorstellung die für mich nicht geht, denn die Religion kommt von Gott und ER hat uns gesagt, wie wir leben sollen. Und der Islam, im Sinne von Hingabe und Unterwerfung unter Gottes Willen-zu unserem eigenen Nutzen, ER braucht uns ja nicht-ist nun mal „die“ Religion. Wobei für es für mich auch viele Angehörige anderer Religionen gibt, die in diesem Sinne im Islam leben.
    Wie Goethe sagte:“Närrisch dass jeder in seinem Falle, seine besondere Meinung preist! Wenn Islam Gott ergeben heißt, im Islam leben und sterben wir alle“.

    In diesem Sinne Grüße von Meryem

  26. Hallo Meryem,

    danke für Deine Ausführungen. Wie ich schon weiter oben gesagt habe, geht es nicht um eine Richtungsstreit schwarz-weiß. Wir hier in Deutschland bekommen Informationen über den Islam oft nur aus 2.Hand und dann auch noch widersprüchlich. Dann sehen wir das, was passiert, hören die Rechtfertigungen der Täter im Sudan, in Afghanistan und im Iran – die es oft mit dem Islam begründen – und machen uns unser Bild.

    Du schreibst von verschiedenen Glaubensrichtungen und von der Vermischung des Korans mit Stammesriten. Na klar, das gibt es in der Christenheit auch.

    Aber für eine Religion gibt es m.E. immer 2 Prüfsteine: Die Theorie und die Praxis.
    Die Theorie ist hier der Koran. Und da finde ich schon – neben durchaus auch positiven Bemerkungen – einige sehr negative Stellen anderen Religionen gegenüber.

    So heißt es z.B. in Sure 9:29:

    Bekämpft diejenigen, denen die Schrift gegeben wurde [Juden und Christen], die nicht an Allah und den jüngsten Tag glauben, […]und sich nicht zur Religion der Wahrheit bekennen, so lange bis sie erniedrigt sind.

    Wenn ihr auf die Ungläubigen trefft, dann schlagt ihnen den Kopf ab, bis ihr ein Gemetzel unter ihnen angerichtet habt. Die übrigen legt in Ketten.

    Der 2. Prüfstein ist die gelebte Praxis. Ich glaube, dass die allermeisten Moslems hier in Deutschland ihren Glauben in Frieden leben und leben wollen.
    Aber auch hier und erst recht in islamischen Staaten gibt es genügend – schone erwähnte – Beispiele, wie manche den Koran ge- bzw. auch missbrauchen, um ihre feindliche Ideologie zu rechtfertigen.

    Gerade der Antisemitismus in der arabischen Welt ist hier zu nennen.

    Und mein Problem damit ist, dass ich so wenig Leute erlebe, die als Moslem aufstehen und sagen: „Das ist alles Käse und Juden/Christen sind uns grundsätzlich herzlich willkommen und wir werden sie achten“.
    Stattdessen höre ich das Gejammer von der „Islamophobie“ und sehe, dass Kritiker des real gelebten Islams von den eigenen Leuten angemacht, verfolgt und bedroht werden.

  27. Achso-die Dawa-nun ein Gebot kann ich nicht erkennen, natürlich ist es auch nicht verboten, was zum Islam zu sagen, aber in der Form wie es z.b. christliche Gemeinschaften betreiben, gibt es das nicht.
    Ausnahmen bestätigen die Regel, wir haben ja auch in Deutschland gerade einige Veranstaltungsreisende. Nicht gerade aus meiner Richtung.

    „Gott leitet recht, wen er will „, heißt es im Koran, hab die Stelle nicht parat. Das heißt nicht, dass nicht jeder seine Chance bekommen soll, aber niemand darf gezwungen werden.

    Und dann gibt es ja auch noch die schöne Sure Al-Kafiruun:
    Wird leider oft mit „Die Ungläubigen“ übersetzt, finde ich keinen schönen Ausdruck, gibt eben auch anders Gläubige.
    Sie endet mit den Worten:
    „Euch ist Eure Lebensweise und mir ist meine Lebensweise“ (Din: Kann Lebensweise oder auch Glaube bedeuten)

  28. Hallo Antifo,
    der Koran schreibt nichts über Blogger, :-). Ich versuche gerade, über diese Sache Genaueres rauszubekommen, wird ja auch viel Müll verbreitet.
    Tatsache ist: es ist nicht mit irgendwelchen irdischen Strafen belastet, den Islam zu verlassen, obwohl das ja auch immer mal gerne verbreitet wird. Hat sich ja in dieser Angelegenheit auch gezeigt, dass den Konvertiten nichts geschieht. Im Iran dürfen sogar die Kirchenglocken läuten, was man vom Gebetsruf hier nicht sagen kann.

    Strafbar ist, wie es auch genannt wurde, Unfrieden zu stiften. Was diese Leute nun geschrieben haben, weiß ich nicht, deswegen hab ich ja nachgefragt. Einfach nur Christ sein, ist nicht strafbar und wohl auch kaum, über seine Religion zu schreiben, ich gehe mal davon aus, dass es sich um aggressivere Texte handelt. Mal sehen, ob mir jemand was dazu sagen kann.

    Schalom, Meryem

  29. Übrigens, Meryem.

    Nach dem Buch Mohammeds, das Du für Gottes Wort hältst, droht im schiitischen Iran christlichen Bloggern wie Markus und mir die Todesstrafe:

    http://antifo.wordpress.com/2009/03/28/todesstrafe-fur-christliche-blogger-im-iran/

    Friede sei mit Dir.

  30. Grüß Gott, Meryem 😉

    daß es kein Missionierungsgebot gibt, stimmt so aber auch nicht, weil Ihr ja Euer Da’wa habt

    http://de.wikipedia.org/wiki/Da'wa

    abgesehen davon, daß es da ein paar Regeln gibt, wie das zu machen ist, sehe ich keinen Unterschied.

    In Christus,
    Antifo

  31. Salam,
    ich hab versucht im anderen thread anzufangen, ein bisschen zu antworten und da hoffentlich klargestellt, dass die Behauptung, man dürfe Nichtmuslime belügen und müsse sich an keine Abmachungen halten, Unsinn ist.

    Es gibt islamisch kein „Gebot“ zu missionieren. Natürlich redet man über die Religion, wenn es andere interessiert. Viel wichtiger ist es, Vorbild zu sein (ich weiß, ich weiß, es mangelt daran). Jedenfalls wäre es ja absurd, über die Gesetze Allahs zu lügen-warum auch, es gibt nichts zu verbergen.

    Gruß, Meryem

  32. „Es wird nicht direkt dazu aufgefordert, zu lügen, aber das Verhältnis eines Moslems zu Ungläubigen (Juden, Christen) ist dergestalt, dass ein Moslem sich einem Ungläubigen gegenüber an keine Vereinbarung halten muss.“

    Ich denke, daß es ähnlich wie bei denen hier ist:

    http://www.geistigenahrung.org/ftopic1465.html

    in diesen sieben Regeln fällt auf, daß das Verbot die Unwahrheit zu reden fehlt. Daß da dann ein etwas unstimmiges Diskussionsverhalten herauskommt, wenn einer das ernst nimmt, dürfte klar sein. Interessant wäre daher, in welchem Verhältnis das im Islam sicher existierende Gebot die Wahrheit zu sagen zu dem Gebot steht Allahs Gesetze weiterzuverbreiten. Nachdem diese Frag so fundamental ist, würde ich meinen, daß sich da eine Antwort geben lassen sollte.

  33. Mir geht es nicht nur um eine Richtung – schwarz oder weiß – ich möchte schon etwas mehr differenzieren.

    Ich sehe das, was passiert und ich lese den Koran und ich höre, was einige – und das sind leider nicht wenige – zur Auslegung des Korans sagen, z.B. in ägyptischen, iranischen oder syrischen Fernsehsendern.

    Wenn Du mir mehr sagen kannst, dann höre ich gerne zu. Wie ist der geschichtliche Zusammenhang z.B. zu diesen Aussagen?

  34. Diese zitierten Verse werden ja immer wieder als Beispiel für die Feindseligkeit gegenüber anderen Relgionen genommen.
    Wer sie aus dem Zusammenhang nimmt und den geschichtlichen Hintergrund nicht betrachtet, kann sie natürlich als allgemeingültig verstehen, sind sie aber nicht, sondern beziehen sich auf konkrete Ereignisse, in denen die islamische Gemeinschaft im Verteidigungskrieg stand.

    Keine Ahnung wer Ibn Kathir war, jedenfalls ist seine Auslegung keine allgemeingültige-Meinungen gibt es viele. Muslime haben sich immer an Verträge mit Andersgläubigen gehalten, was ja auch eine jahrhundertelange Koexistenz beweist- man kann die Vertragsbedingungen sicherlich kritisch betrachten, aber es ist unrichtig zu behaupten, dass man Verträge mit Nichtmuslimen brechen darf.

    Hadithe muss man immer kritisch betrachten und keiner der dem Koran widerspricht kann richtig sein.

    Auf die Angriffskriege bin ich gekommen, weil das oben eingebracht wurde: erst Dawa, dann Krieg mit Waffen.

    Die Taliban sind auch nicht gerade ein Beispiel für islamisches Verhalten, schließlich setzen sie haufenweise koranische Regeln außer Kraft, gerade die Frauenrechte betreffend. Das ist eine Auslegung, von den saudischen Wahabiten herkommend, die mit Islam kaum was zu tun hat, gemischt mit Stammessitten aus der Region.

    Ansonsten rede ich natürlich über Gaza und den Irak und Afghanistan, aber ich habe ehrlich gesagt keine Lust mich darum hier zu streiten, hab schon verstanden, welcher Richtung diese Seite folgt und was soll es bringen, sich die Zahlen und Zitate um die Ohren zu hauen? Diese Argumente haben wir sicherlich alle schon mal gehört, die Bewertung ist trotzdem verschieden.

    Salam, Meryem

  35. Im Koran heißt es in At-Tauba [Sure 9], Vers 5:

    Und wenn die heiligen Monate abgelaufen sind, dann tötet die Götzendiener, wo immer ihr sie findet, und ergreift sie und belagert sie und lauert ihnen aus jedem Hinterhalt auf. Wenn sie aber bereuen und das Gebet verrichten und die Zakah entrichten, dann gebt ihnen den Weg frei. Wahrlich, Allah ist Allvergebend, Barmherzig; und wenn einer der Götzendiener bei dir Schutz sucht, dann gewähre ihm Schutz, bis er Allahs Worte vernehmen kann; hierauf lasse ihn den Ort seiner Sicherheit erreichen. Dies (soll so sein), weil sie ein unwissendes Volk sind.”

    Der islamische Gelehrte Ibn Kathir zitiert den islamischem Propheten Mohammed, wie er im am stärksten akzeptierten Hadith-Buch (Hadithe sind die islamische Sammlung der Anweisungen Mohammeds und seines persönlichen Vorbildhandelns):

    Ibn Umar sagte, dass der Boschafter Allahs sagte: ‚Mir ist befohlen worden die Völker zu bekämpfen, bis sie bezeugen, dass es keine anbetenswerte Gottheit außer Allah gibt und dass Mohammed der Botschafter Allahs ist, das Gebet eingeführt und die Armensteuer gezahlt ist.’”

    Ibn Kathir sagt, Sure 9,5 werde „Der Vers des Schwertes” genannt und dass sie

    „jede Friedens-Vereinbarung zwischen dem Propheten und jeglichem Götzendiener, jeder Vertrag und jede Laufzeit außer Kraft setzte.”

    Er zitiert aus anderen Teilen der Hadithe, die besagen:

    „Kein Götzendiener verfügte jemals mehr über Verträge, Versprechen oder Sicherheit, seitdem [dieser Vers] offenbart wurde.”

    Es wird nicht direkt dazu aufgefordert, zu lügen, aber das Verhältnis eines Moslems zu Ungläubigen (Juden, Christen) ist dergestalt, dass ein Moslem sich einem Ungläubigen gegenüber an keine Vereinbarung halten muss.

  36. Ich habe hier keine Belege aus dem Koran gebracht – hole ich nach. Anzumerken ist nur, dass das Verhalten mehrerer arabischer Politiker dem zu folgen scheint; so wie es zum Beispiel Arafat gemacht hat, als er den Ausländern auf Englisch das eine und seinen eigenen Leuten auf arabisch das andere erzählt hat.

    Zum Thema „ehrliches Interesse an Verständigung“: Einzelnen Moslems würde ich das generell nie absprechen, ich würde es jedesmal auf einen Versuch ankommen lassen.
    Aber die offiziellen und halboffiziellen Verbände legen in der Richtung schon ein seltsames Verhalten an den Tag.
    Und wenn diese nicht für die Moslems und den Islam sprechen: Wo sind die Gegenstimmen derer, die anderer Meinung sind?

    Ich weiß nicht, wie Du zum Thema Angriffskriege gekommen bist. Meinst Du damit den Gazakrieg?

    Ein Angriffskrieg war früher ein Krieg, um andere Völker und Ländern zu erobern und zu vernichten. Die Ächtung und Definition der Angriffskriege stammt aus dieser Zeit. Man muss heute besser hinschauen, was passiert ist und nicht den Erstangreifer automatisch ächten. Denn heutzutage kann ein Krieg, in dem man zuerst agiert, durchaus lebensrettend sein.
    Und es ist eben auch die Frage, was ein Angriffskrieg ist. Wie definiert man denn das, was die Taliban in Afghanistan mit den anderen Einwohnern machen/gemacht haben?

  37. Also zu diesem Thema der „Verstellung“ zitiere ich ganz einfach mal aus eslam.de, denn diese ist nur erlaubt, wenn das Leben bedroht ist.
    Zitat:

    Die Verstellung [taqiyya] ist eine im Islam erlaubte Methode zur Verheimlichung des eigenen religiösen Bekenntnisses wenn das eigene oder anderes Leben oder der Bestand des Islam bedroht ist. Da letzteres nach übereinstimmender Meinung aller Gelehrten [faqih] nur in der Anfangszeit des Islam der Fall war, ist nur noch die Bedrohung von Leben die Ausnahmesituation, in der ein Muslim seinen Glauben öffentlich verleugnen und damit lügen darf, was ihm sonst strengstens verboten ist.

    Einer der ersten, der die Verstellung im Islam angewandt hat war Ammar ibn Jassir als vor seinen Augen seine Mutter Sumajja und sein Vater Jasir ermordet wurden, weil sie nicht bereit waren, dem Islam abzuschwören, tat er es, um sein Leben zu retten. Der Heilige Qur’an erlaubt dieses in diesem eine Sonderfall ausdrücklich (vgl. 16:106).

    Ein weiteres Beispiel sind Said ibn Zaid und Fatima bint al-Chattab die nach ihrer Heirat ihrem gemeinsamen Übertritt zum Islam vor ihrem Bruder Umar ibn Chatab geheim hielten, weil sie befürchteten, von diesem getötet zu werden.

    Die Verstellung bezieht sich nicht auf den Islam allein und wurde auch vorher von gottesehrfürchtigen Menschen angewandt. So erzählt die Bibel von Petrus, wie er in der Nacht der Kreuzigung seinen Glauben gleich mehrfach verleugnet hat, um sein Leben zu retten, wie es ihm Jesus (a.) vorhergesagt hatte bzw. nach islamischer Vorstellung ihn sogar damit beauftragt hatte.

    Behauptungen, die Verstellung sei eine grundsätzlich Erlaubnis an Muslime gegenüber Nichtmuslime in allen Bereichen zu lügen, stammen aus den Federn von Orientalisten, entbehren aber jeglicher Grundlage und dienen lediglich als Todschlagargument, um den konstruktiven Dialog zu verhindern, der den Beruf des Orientalisten überflüssig werden lassen könnte.
    Zitat Ende

    Quelle: eslam.de

    Es ist schon eine bösartige Unterstellung, jede Form von Dialog und gemeinsamen Gebeten als Variante von „Verstellung“ darzustellen, als ob es nicht Muslime mit ehrlichem Interesse an Verständigung gäbe.
    Ob jetzt die angeblichen Zitate der IgmG richtig sind, weiß ich nicht, allerdings spricht die Gemeinschaft nicht für „den“ Islam oder „die“ Muslime.
    Wer für sich differenzierte Bewertung erwartet, sollte auch im Hinblick auf andere so handeln.

    Angriffskriege sind übrigens im Islam verboten. Wenn sie trotzdem geführt wurden oder werden, können sich religiös nicht gerechtfertigt werden. Ich denke, das gilt auch für andere Religionen, allerdings wird das dort auch nicht beachtet. Jedenfalls gehen die derzeitigen Angriffskriege nicht von islamischen Ländern aus.

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