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Die „Mauer“

Weil die Israelis sich gegen Selbstmordanschläge nicht zu helfen wussten, bauten sie seit 2006 die Wand, die sie Schutzwall nennen. Bei den Palästinensern heißt sie Apartheid-Wall.

So hässlich das Bollwerk ist, für Israel erfüllt es seinen Zweck: Die Zahl der Selbstmordattentate sinkt.

Und zwar auf nahezu Null. Und es ist wahr: Die Israelis wussten sich nicht mehr anders zu helfen als diese Sperranlage zu bauen, denn die Selbstmordattentate, die in Israel begangen wurden und die dadurch möglich wurden, dass die Attentäter freien Zugang in das israelische Kernland hatten, waren mit politischen Mitteln nicht zu verhindern. Ich glaube nicht, dass Israel diese Sperranlage gerne gebaut hat. Der Aufwand war und ist enorm.

Wikipedia schreibt zu den beiden Sperranlagen (Gaza und Westjordanland):

Israelische Sperranlagen bezeichnet man eine 759 km lange Absperrung, die das israelische Kernland vom Westjordanland trennen soll.

  • Die Betonverstärkungen, die etwa 3% der gesamten Strecke ausmachen, dienen als Schutz gegen Feuerüberfälle auf Autos und Menschen auf der israelischen Seite. Von israelischer Seite wird der Zaun daher offiziell auch als „Terrorabwehrzaun“ bezeichnet.
  • Nach Angaben der israelischen Botschaft in Berlin sind bei Selbstmordattentaten, die vom Westjordanland ausgingen, 2003 in Gebieten mit Zaun insgesamt 46 Menschen getötet und 221 verletzt worden. In Gebieten ohne Zaun seien es im gleichen Zeitraum 89 Tote und 411 Verletzte gewesen. Im ersten Halbjahr 2004 (bis einschließlich Juni) seien bei Selbstmordattentaten in Gebieten ohne Zaun 19 Menschen getötet und 102 weitere verletzt worden, während in Gebieten mit Zaun in demselben Zeitraum keine Menschen zu Tode gekommen seien. Inzwischen spricht die Allgemeine Israelische Sicherheitsbehörde Shabak von einer „signifikanten Reduzierung“ von Selbstmordanschlägen, seit mit dem Bau der Sperranlage begonnen wurde.
  • Die Anlagen verlaufen zu ca. 20 % auf der so genannten Grünen Linie, der Waffenstillstandslinie zwischen Israel und dem Westjordanland 1949, die das von Israel kontrollierte Territorium bis zum Sechstagekrieg 1967 begrenzte; in ca. 80% weichen sie von dieser Linie ab und verlaufen innerhalb (etwa bei Tulkarm und al-Mughayyir al-Mutilla) oder außerhalb des israelischen Territoriums. So die Anlagen außerhalb der Grünen Linie verlaufen, erklärte der Internationale Gerichtshof den Verlauf in einem von der UN-Vollversammlung in Auftrag gegebenen, nicht bindenden Gutachten für illegal. Obwohl vor allem öffentliches Land verwendet und für beschlagnahmten palästinensischen Grund eine volle Kompensation angeboten wurde, stellt die Anlage nach Aussage von Kritikern eine starke Beeinträchtigung für die Palästinenser dar.

Zum Thema „grüne Linie„, die gerne dazu benutzt wird, Israel vorzuhalten, dass die Sperranlage eben nicht auf der grünen Linie läuft, schreibt der israelische Völkerrechtler Robbie Sabel von der Hebräischen Universität Jerusalem :

… das Waffenstillstandsabkommen, das die Grüne Linie kreierte, [ist] ausgelaufen und kein arabischer Staat [hat] die Grüne Linie je als internationale Grenze anerkannt, noch dass  Israel der Linie je so eine Anerkennung gegeben hat.“

Es wird immer gerne erwähnt, dass der Zaun zum Nachteil der Palästinenser nicht auf der Grünen Linie verläuft. Davon, dass auch er teilweise auch zum Nachteil Israels verläuft, habe ich noch wenig – besser gesagt: gar nichts – gehört

Die israelische Sperranlage um den Gazastreifen

  • verläuft entlang der Waffenstillstandslinie des israelischen Unabhängigkeitskrieges zwischen dem Gazastreifen und Israel. Die 52 Kilometer lange Anlage wurde 1994 unter dem israelischen Regierungschef Jitzchak Rabin errichtet. Sie besteht hauptsächlich aus einem Zaun mit Pfosten, Sensoren und Pufferzonen. Auf der Israel abgewandten Seite des Zaunes beansprucht Israel eine dreihundert Meter breite Beobachtungszone.
  • Entlang der ägyptischen Grenze bei Rafah wurde auf der Philadelphi-Route eine Stahlbetonmauer errichtet, die mit zahlreichen bewaffneten Posten ausgestattet ist.
  • Die Sperranlage um den Gazastreifen ist international weniger umstritten als die israelischen Sperranlagen im Westjordanland, weil sie entlang der Grünen Linie verläuft und nicht wie dort stark von der Waffenstillstandslinie von 1948 abweicht.

Trotzdem wird fast überall von der „Mauer“ gesprochen, obwohl nur 3% der Anlage (um das Westjordanland, beim Gazastreifen sind es auf der Grenze zu Israel 0%)  eine Mauer ist und er werden gerne Analogien zur Berliner Mauer bemüht. Der Vergleich hält aber nicht stand – schon weil die Berliner Mauer die Bürger an der Flucht in die Freiheit hindern sollte, diese Sperranlagen aber Selbstmordattentäter den freien Zugang zu ihren Opfern verwehrt.

Hier wird – von den Palästinensern und folgsamen Gutmenschen – mit emotionalen Mitteln Stimmung gemacht: Eine Mauer ist etwas viel Schlimmeres als ein Zaun. Der Hintergrund dieser Sperranlage wird entweder völlig ignoriert oder noch verdreht.

Denn man kann es doch drehen wie man will: Der Grund für die Mauer ist keine Apartheid, sondern waren die schrecklichen Terroranschläge in Israel Anfang dieses Jahrzehnts. Hätten diese aufgehört, hätte es Garantien seitens der PA gegeben, diese zu unterbinden, hätte Israel diese Anlage nicht gebaut. Punkt.

Etwas anderes sind die Ungerechtigkeiten und Probleme, die durch den Bau der Mauer entstanden sind. Die sind teilweise korrigiert worden, aber sicherlich nicht alle. Ich hoffe, dass der israelische Staat da noch gegensteuert.

Und was noch erwähnt werden sollte: Auch Ägypten hat eine Mauer zum Gazastreifen gebaut. (Gerichts-)klagen? Keine.

Die USA hat wegen der vielen illegalen Einwanderer einen Grenzzaun zu Mexiko gebaut. Klagen? Vorwürfe? Keine. Warum nicht? Weil hier alle einsehen, dass die Anlage Sinn macht. Sie hält Menschen davon ab, etwas zu tun, was ihnen nicht erlaubt ist. Nur beim Thema „Mauer in Israel“ können viele diesen simplen Gedanken nicht fassen.

Wer aber so offensichtlich Unterschiede macht, wen er wann kritisiert, der muss sich vorwerfen lassen, „nicht neutral“ zu sein – um es einmal diplomatisch auszudrücken. Denn das sind „Doppelte Standards“ – in diesem Zusammenhang ein Kennzeichen von Antisemitismus.

Mehr Informationen zu den Sperranlagen vom israelischen Außenministerium unter http://berlin.mfa.gov.il

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2 Antworten

  1. […] Die „Apartheid-Mauer“. Was sie wirklich ist, beschreibt – nicht als erster – Markus auf „Nach der Wahrheit graben“ – und man erfährt ganz nebenbei, dass sogar Wikipedia besser informiert ist als unsere […]

  2. […] man jetzt verstehen, warum Israel eine Sperranlage gebaut […]

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