• Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt. -
    Thomas Mann

    "An appeaser is one who feeds a crocodile - hoping it will eat him last." (W.Churchill)

    Es ist einfacher, kritisch zu sein als korrekt.
    Benjamin Disraeli

    Es gehört oft mehr Mut dazu, seine Meinung zu ändern, als ihr treu zu bleiben.
    Friedrich Hebbel

    Die beste und sicherste Tarnung ist immer noch die blanke und nackte Wahrheit. Die glaubt niemand!
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    „Ich für meinen Teil bin der Meinung, dass es nicht zum Begriff der Demokratie gehört, dass sie selber die Voraussetzungen für ihre Beseitigung schafft …
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Ägypten im Spannungsfeld

von Gil Yaron

Die Beziehungen zwischen den gemäßigten sunnitischen Regimen im Nahen Osten, allen voran Ägypten, und den Schiiten unter iranischer Führung haben einen neuen Tiefpunkt erreicht. Die regimetreue ägyptische Tageszeitung „al Gumhuriyah“ (die Republik) machte gestern (10.4.09) unmissverständlich klar, wer der größte Feind Ägyptens sei. Der Führer der vom Iran gestützten libanesischen Hisbollahmiliz Hassan Nasrallah sei ein „Gräberspekulant“, ein blutsaugendes Vampir, zusammenfassend sogar „schlimmer als die Israelis“. Auslöser der neuesten Krise ist die Verhaftung eines Spionagerings von 49 angeblichen Hisbollahagenten, die laut Angaben der ägyptischen Staatsanwaltschaft Anschläge im Land der Pyramiden planten. Ihre Haft wurde gestern um 15 Tage verlängert.

… Die Eskalation begann im Januar mit der israelischen Offensive gegen die Hamas im Gazastreifen. Damals hatte Nasrallah die Regierung in Kairo als Verräter gebrandmarkt, weil sie den Grenzübergang nach Gaza nicht öffnete und dem Angriff zugestimmt haben soll. Er forderte die Ägypter dazu auf, die Grenze unter Einsatz ihres eigenen Lebens gegen den Willen ihrer Regierung zu durchbrechen.

Die Spaltung reicht jedoch tiefer. Kairo betrachtet die Hisbollah als Speerspitze des Ayatollahregimes im Iran. Die islamische Republik ringt als Vorkämpferin extremistischer Elemente mit dem gemäßigten Ägypten, dem wichtigsten Verbündeten des Westens, um die Vormachtstellung im Nahen Osten. Kairo und Teheran unterhalten kaum diplomatischen Beziehungen, seitdem Ägypten 1979 einen Friedensvertrag mit Israel unterzeichnete. In Teheran wurde sogar der Islambulli Boulevard nach dem Mörder des ägyptischen Staatspräsidenten Anwar Sadat benannt. Immer wieder tauschen Teheran und Kairo Beleidigungen aus. Ägyptens Präsident Hosni Mubarak weigerte sich, an einem Gipfel der arabischen Liga teilzunehmen, zu der auch Irans Präsident Machmud Achmadinedschad eingeladen war.

Doch das ägyptische Regime sorgt sich nicht bloß um seine Vormachtstellung, sondern auch um das blanke Überleben. Im Inland wächst der Unmut über das autoritäre Regime, das seit dreißig Jahren das Land mit Hilfe des Ausnahmezustands regiert. Erst vor wenigen Tagen gelang es tausenden Polizisten nur mühsam, einen landesweiten Protest zu unterbinden. Trotzdem wird die verbotene Opposition der islamistischen Muslimbrüder immer stärker. Die Muslimbrüder verstehen sich als natürliche Verbündete der Extremisten in Nahost, wie der Hisbollah, der Hamas im Gazastreifen und dem Iran. Vor diesem Hintergrund wird der stete Fortschritt des iranischen Atomprogramms in Kairo mit großer Sorge beobachtet.

Ein Sprecher der Muslimbrüder erklärte die Vorwürfe der Ägypter für erfunden und erlogen, Kairo sei über die Annäherung Washingtons und Teherans besorgt. Nachdem Marokko vor wenigen Monaten bereits die diplomatischen Beziehungen zum Iran gekappt hat, ist die Hisbollahaffäre in Ägypten ein weiteres Anzeichen für die wachsenden Spannungen zwischen Schiiten und Sunniten in der Region.

Ägypten im Spannungsfeld – wie so manch anderer islamischer Staat. Die islamische Welt zeigt sich tief gespalten – aktuell kommen mehr Moslems durch Moslems ums Leben als durch irgendjemand anderen – und es geht nicht nur um Peanuts, sondern um richtungsweisende Ideologien.
Ägypten – ein eher moderater Staat mit extremistischen Bewegungen wie der Muslimbruderschaft – versucht sich gegen die Einflussnahme des Iran zu wehren. Mal sehen, wie lange das noch gut geht.

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15 Antworten

  1. […] Keine Freunde. Während der Iran auf Konfrontationskurs mit dem Westen geht, sieht sich Ägypten als ein islamisches, wenn auch prowestliches Land. Die Hisbollah (als Marionette des Iran)  versucht, Ägypten zu destabilisieren. […]

  2. Hallo Markus,
    und – war auf der israelischen Seite auch noch die Statistik aus der Zeit vor der letzten Eskalation? Oder haben sie die rausgenommen? Da konntest Du nämlich sehr schön sehen, dass die Raketen bis fast auf Null zurückgegangen waren-bis zu dem Moment, als die Israelis dort eingefallen sind.
    Du kannst doch nicht ernsthaft ein Volk, dass sich mit diesen überholten Raketen verteidigt, vergleichen mit einem Land wie Israel, das Vorreiter in Militärtechnologie ist. Und dabei alle Verstöße gegen internationales Recht ignorieren, bzw. als „Fehler“ bezeichnen. Das ist ja nun wirklich nicht meine persönliche Meinung, sondern wird immer und immer wieder von unabhängigen Kommissionen bestätigt.
    Und womit willst Du belegen, dass es weniger war, als veröffentlicht?

    Israel hält sich an Verträge? Die machen sich doch nicht mal die Mühe, ihre eigenen radikalen Siedler an die Leine zu nehmen, die sich ein Stück Land nach dem anderen klauen. Unterstützen das sogar noch. Und wenn dann dort eine Rakete einschlägt, dann sagt niemand was über Eltern, die ihre Kinder dem aussetzen. Aber im Gaza-Streifen sind Zivilisten Schutzschilde? Wo bitte sollen sie denn hin? Das ist so dicht besiedelt und es gab keine Fluchtmöglichkeit, dank Ägypten.Dann hat wohl auch die UN ihre Schulkinder als Schutzschilde benutzt? Und die Zivilisten beim Brot kaufen auf dem Markt, waren vermutlich alles verkleidete Kämpfer? Ich konnte mir das Video nicht zu Ende ansehen, aber die Leute leben darin.

    Früher hätte ich gesagt, es wäre gut und machbar, wenn man eine echte Zweistaatenlösung hinbekommt. Aber dann ein zusammenhängendes Gebiet für Palästina, mit allen Rechten. Auch auf die Bodenschätze in den Küstengewässern, die ihnen streitig gemacht werden.
    Aber wie soll das noch funktionieren? Da gehörte wirklich ein Riesenumdenken, Verzeihen und Aufarbeiten auf allen Seiten dazu, und wie ich schon sagte, ich glaube nicht, dass wir Menschen das alleine schaffen.
    Aber viel besser fände ich einen Staat für alle, und der sollte dann in der Tat nicht Israel heißen. Das heißt schließlich nicht, dass alle Juden vertrieben werden sollen-aber es steht auch niemandem zu, die Palästinenser aus ihrer Heimat zu vertreiben.Wäre Israel nicht mit diesem Vorsatz gegründet worden, hätten dort wohl alle eine Heimat und ein Auskommen finden können.
    Gerechterweise hätte der jüdische Staat einen dicken Brocken Deutschland bekommen müssen, aber dass die möglichst viel Abstand gewinnen wollten, kann ich schon verstehen.

    Ich behaupte wirklich nicht, alle Hintergründe zu kennen oder zu begreifen, aber das Offensichtliche ist ja nicht zu übersehen (außer bei Verblendung). Weshalb man den Begriff jetzt wie einen Ball hin- und herwerfen kann.

    Klar gibt es genug andere Themen und Krisen auf der ganzen Welt. Aber dies begleitet mich viele Jahre, wie gesagt, und ich war niemals ein Feind der Juden oder hab ihr Leiden übersehen. Aber ich sehe, dass sie (also die Israelis, nicht die Juden an sich) das Gleiche tun, was Ihnen angetan wurde. Darin bin ich mir ja auch mit vielen praktizierenden Juden einig. Und ich weiß, dass es eine Friedensbewegung in Israel gibt, dass es Schulklassen gibt, die geschlossen den Militärdienst verweigern, dass Offiziere ihr Amt niederlegen, weil sie nicht mehr mitmachen wollen. Wissen die auch alle nicht, was los ist?

    Ja – und jetzt kenne ich auch noch viele Menschen aus der Weltgegend, auch aus dem Libanon, dem Irak, Iran und auch Afghanistan (andere Baustelle). Ich erlebe ihre Ängste mit, wenn ihre Angehörigen nichts von sich hören lassen. Und ihre Trauer, wenn sie welche verloren haben.
    Da kann ich nicht zurücktreten.

    Vorurteile haben wir alle, aber meine sind da sicher nicht besonders ausgeprägt. Und das mit den anderen Quellen kann ich zurückgeben.

    Das mit dem „nach der Wahrheit graben“ ist jedenfalls eine langwierige Schatzsuche. Schön und gut, aber ich könnte durchdrehen, wenn ich Menschen so leiden sehe.
    Und zum Argument dass sie anderswo auch leiden: an allem kann ich nicht teilhaben, das würde mich krank machen. Glücklicherweise gibt es immer Menschen, denen ein Weltstrich und ein Volk nahe ist und die sich dort engagieren.

    Grüße, Meryem

    • Zum Thema „erhöhter Raketenbeschuss“ nach Israels Zerstörung eines Tunnels aus der F.A.Z.

      „Anfang November ging Israel gegen einen offenbar gerade fertiggestellten Tunnel an der Grenze vor, mit dessen Hilfe nach israelischen Angaben die Hamas Soldaten entführen wollte. Sie hält jetzt seit mehr als zweieinhalb Jahren den Soldaten Schalit in ihren Händen.“

      Wer hat also Schuld an dem Zusammenstoß?
      Wer hat dann die Waffenruhe, die am 19.Dez.2008 auslief, nicht verlängert? Israel oder die Hamas?

      Du kannst doch nicht ernsthaft ein Volk, dass sich mit diesen überholten Raketen verteidigt, vergleichen mit einem Land wie Israel, das Vorreiter in Militärtechnologie ist.

      Diese beiden Völker vergleiche ich schon, aber ich stelle sie nicht auf sie nicht auf eine Stufe. Denn zwischen ihnen liegen Welten. Aber was macht das für einen Unterschied, wenn das eine das andere angreift? Glaubst Du, nur weil die Hamas militärisch schwächer ist, sie automatisch im Recht ist? Vieles machen sie durch ihre fehlenden Hemmungen wieder wett.

      Und dabei alle Verstöße gegen internationales Recht ignorieren, bzw. als “Fehler” bezeichnen. Das ist ja nun wirklich nicht meine persönliche Meinung, sondern wird immer und immer wieder von unabhängigen Kommissionen bestätigt.

      Welche unabhängigen Kommissionen meinst? Etwa die UN oder den UNCHR? Ah ja.

      Und womit willst Du belegen, dass es weniger war, als veröffentlicht?

      Weil viele Geschichten, die über die angeblichen israelischen Brutalitäten schnell in die Massenmedien kamen, sich hinterher als entweder als wesentlich weniger schlimm erwiesen (Das angebliche Massaker von Jenin z.B.) oder als völlig falsch erwiesen haben (z.B. angeblicher Israels Angriff auf eine UN-Schule im Gazastreifen 2009). Bloß die Korrekturen kamen dann nicht oder spärlich bzw. versteckt in die Massenmedien, so dass der Eindruck, den die Leser bei der 1.Nachricht gewonnen hatten, nicht mehr korrigiert wurde.

      Und wenn dann dort eine Rakete einschlägt, dann sagt niemand was über Eltern, die ihre Kinder dem aussetzen.

      Das ist ja wohl der Hohn!!
      Sderot liegt in Israel, nicht im Gazastreifen, die Kinder gehen normal in den Kindergarten und in die Schule. Die Raketen kamen morgens um genau diese Zeit. Sollen sich die Israelis aufgrund des Terrors der Hamas von ihrem Leben immer weiter zurückziehen und den Terroristen damit zum Erfolg verhelfen? Das hat ja gar nix mit Schutzschilden zu tun!

      Aber im Gaza-Streifen sind Zivilisten Schutzschilde? Wo bitte sollen sie denn hin? Das ist so dicht besiedelt und es gab keine Fluchtmöglichkeit, dank Ägypten.

      Die Hamas gibt das selber zu: Fathi Hammad bei bei youtube

      Dann hat wohl auch die UN ihre Schulkinder als Schutzschilde benutzt?

      Siehe oben 😦

      und der sollte dann in der Tat nicht Israel heißen. Das heißt schließlich nicht, dass alle Juden vertrieben werden sollen

      Damit stehst Du erstens im Widerspruch zu Deinem vielzitierten und Deiner Ansicht nach vertrauenswürdigem Führer Irans und zweitens: Dieser Staat wäre dann natürlich nicht mehr jüdisch.
      Du glaubst doch nicht im Ernst, dass a) die Juden das wollen, denn sie wollen einen jüdischen Staat, der Israel heißt und b) die Palästinenser – die Hamas im besonderen – da stehenbleiben, denn ihr erklärtes Ziel ist es, erst Israel und dann die Juden zu vernichten. Dein angedachter Staat ist ein Fantasiegebilde, das der Realität niemals standhalten würde.

      Und ich weiß, dass es eine Friedensbewegung in Israel gibt, dass es Schulklassen gibt, die geschlossen den Militärdienst verweigern, dass Offiziere ihr Amt niederlegen, weil sie nicht mehr mitmachen wollen. Wissen die auch alle nicht, was los ist?

      Richtig! All das gibt es. Hast Du von solch demokratischem Verhalten und den Möglichkeiten, sich überhaupt so zu verhalten, schon mal von den Palästinensern gehört? Ich nicht. Diese Leute in Israel, die gegen Krieg sind,mit der Hamas reden wollen, usw. sind Ausdruck der demokratischen Fähigkeit Israels, solche Leute in ihrer Gesellschaft mitzutragen. Aber sie stehen ganz bestimmt nicht für das Land Israel.

      Schön und gut, aber ich könnte durchdrehen, wenn ich Menschen so leiden sehe.
      Und zum Argument dass sie anderswo auch leiden: an allem kann ich nicht teilhaben, das würde mich krank machen

      Du weichst aus. Meine Anfrage war nicht die, ob Du das Leid der ganzen Welt tragen kannst – das kann wohl keiner -, sondern warum Du Israel als ein Land darstellst, welches von keinem anderem Land in Punkto Menschenrechte getoppt wird.

      Und jetzt möchte ich mal einen Schlussstrich unter dieses Thema ziehen. Denn Du zitierst hier ein dermaßen oberflächliches, einseitiges und eingefärbtes Halbwissen und bist nicht bereit, Deine Meinung zu verändern. Wie ich schon weiter oben sagte: Ich sehe die Fehler der Israelis, Du bist aber anscheinend nicht in der Lage, die der beteiligten Moslems zu sehen. Jedenfalls habe ich von Dir in der Richtung noch nichts gehört.
      Ich werde daher den Kommentarbereich zu diesem Thema jetzt schließen. Wenn Du Interesse an einer offeneren Diskussion hast: Du hast meine Email.Adresse und kannst mir schreiben

  3. Äh ja, … unter den von Dir angegeben Seite (http://www.terrorism-info.org.il/site/html/search.asp?isSearch=yes&isT8=yes&searchText=T172&pid=297&sid=52&preview=) finde ich einen sehr guten Überblick, dass Israel beschossen wurde – und zwar nicht zu knapp – seit 2000 übrigens mit über 8.000 Raketen und Mörsern.

    Zum Thema Existenzrecht: Wenn Du Ahmadinedschad zustimmst – und das hattest Du getan -, der sagt, dieses Unrechtsregime muss verschwinden und die Juden nach Alaska oder Kanada schicken will, dann bleibt eigentlich nur der Rückschluss übrig, dass Ahmadinedschad – und damit auch Du – Israel als Staat und Nation das Existenzrecht abspricht.
    Denn seine Alternativvorschläge sind natürlich 1. völliger Quatsch und 2. missachten vollkommen die historische Verknüpfung der Juden zum Land Israel. Das wäre so, als würde man vorschlagen, Mekka und Medina in ein anderes Land zu „verlegen“.

    Der Verstoß gegen die Menschenrechte: Na ja, die Palästinenser mit ihren menschlichen Schutzschilden und Terrorattacken sind da keine Waisenkinder.
    Und zu den Menschenrechtsverletzungen Israels – die es übrigens auch leider gab, (denn keine Armee schafft es, einen Krieg ohne sie zu führen), aber garantiert nicht in der Zahl, die von manchen Medien kolportiert wurden:
    Ich schreibe Dir von Darfur – 200.000 – 300.000 Tote – überwiegend Zivilisten – und Du sagst, Du kennst keinen anderen Staat, der so agiert wie Israel?

    Sorry, aber wer so was schreibt, der muss sich die Vorwürfe der Verblendung, der Vorurteile und der Einseitigkeit schon gefallen lassen.

    Mir würden übrigens außer dem Sudan manch andere Staaten einfallen, die im Bezug auf die Menschenrechte wesentlich schlechter dastehen als Israel – wie wär’s z.B. mit Nordkeorea?

    Ich wünsche trotzdem alles Gute und hoffe, dass Du mit Deinen – in meinen Augen – noch eher moderateren Ansichten und Deiner Fähigkeit zur Diskussion auf viele Glaubensgenossen positiv einwirken kannst.
    Zum Thema Israel empfehle ich Dir, einen Schritt zurückzutreten, Deine alten eingefleischten Vorurteile mal zur Seite zu legen und zu versuchen, Dein Bild über Israel nicht nur mit steinbergrecherche und anderen juden-/Israel-feindlichen/kritischen Medien zu bilden, sondern auch andere Informationsquellen zu nutzen.

    Lieben Gruß
    Markus

  4. Ach Markus, ich spreche niemandem das Existenzrecht ab, so ein Quatsch. Aber wer ist denn hier das Daueropfer und nimmt sich das Recht heraus, aus seiner Geschichte gegen alles Menschenrecht zu verstoßen? Ich kenne keinen anderen Staat, der so agiert.
    Die israelische Militärstatistik konnte man im Krieg hier finden:

    Einschläge von Kassam-Raketen und Mörsergranaten in Israel 2007/2008 laut Intelligence and Terrorism Information Center beim Israel Intelligence Heritage & Commemoration Center, veröffentlicht vom israelischen Außenministerium auf seiner Internetseite

    Ich vermute mal, die haben es inzwischen rausgenommen.

  5. Die israelische Militärstatistik möchte ich sehen, die aussagt, dass sie nach dem Rückzug aus dem Gazastreifen nicht mit Raketen beschossen wurden.

    denn Du gehst nicht auf das ein, was Zionisten immer schon gesagt haben

    Auf was soll ich eingehen? Sag mir Beispiele.

    Doch weil Israel seinen eignen Staat wollte.

    Genau. Die Juden wollten endlich einen eigenen Staat haben. Die UNO – also die meisten Völker dieser Erde – hat damals diesen Staat befürwortet, Israel hat daher ein Existenzrecht. Dies wird vom Iran, anderen Moslems und anscheinend auch Dir abgestritten und verleugnet.

    was Präsident Ahmadinedschad sagt ist die Wahrheit: solche Unrechtsregime haben nicht auf Dauer Bestand.

    Wer gibt Dir das Recht, Israel und den dort lebenden Juden das Existenzrecht zu verweigern?
    Selbst wenn bei Staatsgründung Israels Unrecht geschehen ist: Wie viele Staaten sind auf Unrecht gegründet worden? Willst Du denen allen das Existenzrecht absprechen?
    Nur weil sie Fehler im Konflikt mit den Palästinensern machen? Das müsstest Du zich anderen Staaten – z.B. dem Sudan oder dem Iran – auch das Recht zur Existenz absprechen. Solche Forderungen höre ich nicht.

    Die historische Verantwortung haben wir Deutsche den Juden und damit Israel gegenüber.

    Warum bin ich verblendet und Du nicht?

    Ganz einfach: Ich sehe die Fehler der Israelis. Du siehst die Fehler der Moslems, des Irans, der Palästinenser etc. nicht.

    … während das Israel-Palästina-Problem immer präsent war

    Genau. Es wird von der moslemischen Welt seit Jahrzehnten hochgehalten, damit es bloß keiner übersieht und vergisst. Da sterben wie gesagt 100tausende Moslems im Sudan. Keiner regt sich auf.
    Israel möchte in seinem eigenen Staat leben. Alle regen sich fürchterlich auf und sprechen Israel das Existenzrecht ab – wie Ahmadinedschad. Ist das seltsam oder nicht?

  6. Markus, nun könne wir uns gegenseitig die Einseitigkeit vorwerfen, denn Du gehst nicht auf das ein, was Zionisten immer schon gesagt haben. Und kommst wieder mit dem Argument, dass Israel beschossen worden wäre, obwohl sie sich zurückgezogen hätten-auch nach eigener israelischer Militärstatistik unwahr. Und dass einstmals die Briten zu entscheiden hatten, war ja auch schon Unrecht.
    Warum sind denn nicht einfach alle freundlich Nachbarn geblieben, wenn das so gut funktioniert hat? Doch weil Israel seinen eignen Staat wollte.
    Warum bin ich verblendet und Du nicht? Muss man eben so stehenlassen. Ich sag ja, die Menschheit schafft es nicht, das alleine zu regeln.

    Warum sich wenige über den Sudan aufregen weiß ich nicht, für mich persönlich weiß ich nur, dass ich da nicht den geringsten Durchblick habe, ich hab es auch nicht versucht durchzusteigen gebe ich zu – während das Israel-Palästina-Problem immer präsent war, alle meine überwiegend nicht muslimischen Jahre hindurch. Und zwar wegen genau der besonderen historischen Verantwortung die ich für Deutschland sehe.

    Nun denn mal gute Nacht! Meryem

  7. Deine Ausführungen zeigen leider, dass Du ziemlich voreingenommen bist. Israel ist für Dich schuldig – egal was andere sagen, egal was Israel tut.

    Trotzdem will ich zu Deinen Ausführungen etwas sagen.

    den Palästinensern wird ihr Land weggenommen, sie erklären sich nicht einverstanden, es gibt Krieg und sie verlieren noch mehr-und da willst Du nicht von Landwegnahme sprechen?
    Was bitte, hatten die Palästinenser mit dem ganzen Elend zu tun?

    Du vergisst ein paar Kleinigkeiten.
    1. Die Juden haben 1000ende von Jahren in diesem Land gelebt.
    2. 1947 haben diverse Juden legal und mehr oder weniger in Frieden in Palästina (brit. Mandatsgebiet) gelebt. Eine britische Volkszählung ergab 1947 eine Bevölkerung von 1.157.000 palästinensischen Muslims, 146.000 Christen und 580.000 Juden. Also waren nicht nur Palästinenser in dem Land.
    Die Yale-Studie von 1947 sagte:“75% der arabischen Bevölkerung Paläs­tinas sind selbst Einwanderer oder Nachkommen von Personen, die selbst in den letzten 100 Jahren, zum größten Teil aber nach 1922 eingewandert sind“ /Pf/ S.146 (Niv, David (Hg.): Know the Facts Jerusalem 1985, S. 62f).
    3. Es war britisches Mandatsgebiet, d.h. die Briten konnten entscheiden, wer welches Land bekommt. 1917 haben die Briten den Juden eine Heimat im damaligen Palästina versprochen. Die Entscheidung wurde dann aufgrund der Spannungen an die UN weiterdelegiert. Die beschloss den Teilungsplan, den die Palästinenser nicht annahmen.

    Der hat nicht gesagt, man soll alle Israelis umbringen.

    Nein, dafür ist er schlau genug. Aber das hat er gesagt: „Das grundlegende Problem in der islamischen Welt ist die Existenz des zionistischen Regimes und die islamische Welt und die Region müssen sich aufmachen, um dieses Problem zu beseitigen. Es ist ein Usurpator, den unsere Feinde erschaffen und der muslimischen Welt auferzwungen haben, ein Regime, das den Fortschritt der Nationen in der Region verhindert, eine Regime, dass alle Muslime gemeinsam in der ganzen Welt zu isolieren müssen.”
    Klar ist, dass er Israel vernichten will und die Juden woanders – er hat Alaska, Kanada oder Schleswig-Holstein vorgeschlagen – hin sollen, bloß nicht nach Israel.

    Dass dabei über die Jahre Einstellungen wie die Hamas-Charta herauskommen, braucht doch wirklich niemanden zu wundern.

    Das ist eine typische Gutmenschen-Argumentation. Schuld ist nicht die Hamas bzw. die Palästinenser, sondern immer die anderen, hier die bösen Israelis, die die Palästinenser radikalisiert haben. Wann übernehmen die Palästinenser die Verantwortung für ihr eigenes Fehlverhalten? Die Hamas streitet stattdessen alles ab. In ihrer Charta zitiert sie ausführlich die Protokolle der Weisen von Zion, die schon über 100 Jahre alt sind, entstanden weit vor der Gründung Israels.

    Also wenn mein Nachbar in meinen Garten eindringt und meine Bäume fällt, mein Haus abreißt und ein neues, größeres draufbaut um dann mit der ganzen Familie einzuziehen – dann kann ich darin nichts Gutnachbarliches erkennen.

    Aber wenn die Nachbarn Raketen abschießen und Terroranschläge auf Zivilisten verüben, dann ist das ok? Oder ist das auch nur wieder die Folge der israelischen Handlungen, so dass man jedes Tun damit entschuldigen kann?

    “Ein Land ohne Volk für ein Volk ohne Land” – nur leider haben sie dabei das Volk im Land “übersehen”.

    Nein. Das war Ausdruck der jüdischen Sehnsucht, endlich nach den Katastrophen der letzten Jahrzehnte ein eigenes Land zu erhalten, wo Juden in einem jüdischen Staat leben können. Und wie oben ausgeführt: Es waren schon eine Menge Juden im Land. Der Plan war entweder die Teilung – also die heutige 2-Staaten-Lösung – zu etablieren oder mit den Palästinensern zusammenzuleben.

    Und da sie keinen der Verträge einhalten, die sie unterschrieben haben, muss es wohl einen ganz neuen Ansatz geben.

    Eine brutal falsche Behauptung. Israel hat sich wesentlich stärker an Abmachungen gehalten als die Palästinenser. Der Plan der Road Map z.B. war: Land gegen Frieden. Also zog sich Israel aus dem Gazastreifen zurück. Die Folge? Weitere Terrorattacken. Deine Behauptung zeigt nur, wie verblendet Du die Situation betrachtest.

    Eine Frage noch zum Schluss: Warum interessierst Du Dich wie viele Moslems auch so intensiv für den Israel-Palästinenser-Konflikt? Die Opferzahlen liegen dort seit 1949 bei ca. 51.000. Die Opferzahl in Darfur liegt seit 2003 Schätzungen zufolge zwischen 200.000 und 300.000 – überwiegend Moslems. Warum sehe ich keine Protestdemos gegen den Sudan?

    Warum wird dann noch der sudanesische Präsident – verantwortlich für diese schrecklichen Morde – von den islamischen Staatschefsunterstützt, hofiert und beschützt?

  8. Markus, das ist doch ein Widerspruch in sich: den Palästinensern wird ihr Land weggenommen, sie erklären sich nicht einverstanden, es gibt Krieg und sie verlieren noch mehr-und da willst Du nicht von Landwegnahme sprechen?

    Was bitte, hatten die Palästinenser mit dem ganzen Elend zu tun?

    Dass dabei über die Jahre Einstellungen wie die Hamas-Charta herauskommen, braucht doch wirklich niemanden zu wundern.

    Ganz egal was die palästinensischen Machthaber in ihrer Uneinigkeit, Korruptionsanfälligkeit usw. mit ihrem Volk anstellen und dabei die Sache noch verschlimmern:

    was Präsident Ahmadinedschad sagt ist die Wahrheit: solche Unrechtsregime haben nicht auf Dauer Bestand.
    Der hat nicht gesagt, man soll alle Israelis umbringen.

    Zu meiner großen Freude gibt es nicht wenige jüdische Stimmen die das genauso sehen, orthodoxe Juden in Israel, in den USA, Friedensbewegung in Israel – man kann nun nicht sagen, dass Kritik an Israel eine muslimische Idee ist. Dieser Staat hat sich über Jahrzehnte mehr und mehr ins Unrecht gesetzt und strebt offensichtlich keinen Frieden mehr an, braucht man doch nur auf seine neue Regierung hören. Wie kann man tatsächlich behaupten, Israel wolle Frieden und „gutnachbarliche Beziehungen“?

    Also wenn mein Nachbar in meinen Garten eindringt und meine Bäume fällt, mein Haus abreißt und ein neues, größeres draufbaut um dann mit der ganzen Familie einzuziehen – dann kann ich darin nichts Gutnachbarliches erkennen.

    Man kann doch nicht die zionistische Ideologie außer Acht lassen, die von Anfang an alles Land für sich wollte:
    „Ein Land ohne Volk für ein Volk ohne Land“ – nur leider haben sie dabei das Volk im Land „übersehen“.

    Andere Länder haben sich auch von ihren Besatzungen befreit und zwar ganz und gar nicht islamische Länder. Schau mal auf die ehemalige Sowjetunion. Diese Länder hatten sich auch nicht ihre Oberherrschaft ausgesucht. Als sie sich befreit haben, war der Zuspruch groß.

    Wie sollen die Palästinenser das wohl anders sehen, als dass man ihnen etwas aufgezwungen hat, was jetzt seit 60 Jahren Elend bedeutet?

    Tut mir leid, da sehe ich nicht, wie man seine Sichtweise überdenken kann, was den Beginn des ganzen Chaos angeht.
    Und wie das beigelegt werden kann? Ganz sicher nicht ohne massiven Einfluss von außen auf Israel. Und da sie keinen der Verträge einhalten, die sie unterschrieben haben, muss es wohl einen ganz neuen Ansatz geben.

    Warum also nicht das, was Imam Khamenei vorgeschlagen hat: Rückkehr aller Palästinenser die es wollen und einen Staat? Warum nicht Aussöhnung mit allen die gutwillig sind? Warum nicht den Landbesitz zurückgeben, oder entschädigen? Geld ist ja nun wirklich genug da.Andere Länder haben es vorgemacht, wenn auch niemals ohne Probleme, auch dafür muss es Unterstützung von außen geben. Und alle Verbrechen müssen aufgedeckt und bearbeitet werden.

    Von der Türkei wird das doch auch gefordert, was die Armenier angeht-und das ist fast 100 Jahre her und nicht gerade jetzt. Wobei die Türkei übrigens längst die Aufdeckung angeboten hat, wenn Armenien das auch tut.
    Wer letztendlich mehr Menschen ermordet hat, wird sich zeigen. Nun, das nur beispielhaft erwähnt.

    So kann es jedenfalls nicht weitergehen und Du hast recht, Muslime haben eine andere Einstellung zum Tod – das wahre Leben beginnt danach. Und der Kampf gegen Unrecht ist eine Pflicht. Man muss dabei nicht leichtfertig mit seinem Leben umgehen, aber wir können uns doch nicht ernsthaft wundern, wenn Menschen in dieser Situation sich benutzen lassen.

    Deutschland hat eine historische Verpflichtung in Palästina einzuwirken, schließlich haben wir zum größten Teil diese Entwicklung verursacht. Und die Verantwortung all die Jahre nicht wahrgenommen.
    Der Vergleich mit „unseren“ verlorenen Gebieten hinkt da auch gewaltig, im Gegensatz zu den Palästinensern hat Deutschland schließlich den Krieg begonnen.

    Nunja-die Hoffnung darf man niemals aufgeben, aber ich habe kaum eine, dass das Ganze ohne göttlichen Eingriff zu einem Ende kommt. Wir warten darauf, dass Jesus, Friede sei mit ihm, zurückkehrt, gemeinsam mit dem Mahdi, unserem 12. Imam. Vermutlich wird sich die Welt erst dann ändern. Wir können es eben nicht alleine.

    Tschuldigung, war wieder bisschen reichlich. Wort zu Ostern sozusagen. Ich hab heute erstmalig das Frühgeläut zum Ostersonntag wahrgenommen-die Bayern nehmen ihren Glauben noch ernst, drum komm ich ja auch gut mit ihnen aus.

    So, genug gepredigt. Salam, Meryem

  9. Moin Markus,
    also dass Israel ausreichend Lieferungen zulässt, stimmt mal nicht – das berichten änzlichgislamismusunverdächtige Hilfsorganisationen.
    Ebenso war der Krieg von langer Hand von Israel geplant und die vermehrten Raketenangriffe gingen erst los, nachdem Israel den Waffenstillstand gebrochen hatte. Hat das israelische Militär selbst veröffentlicht, die Zahlen dazu. Quellen auf Wunsch.
    Dann: selbst wenn Geld da ist, was nützt es, wenn man nichts kaufen kann? Dafür müsste mal Ware in das Gebiet hineinkommen. Mit Geld alleine ist das nicht getan. Jetzt werden ja immer noch Spenden gesammelt, dabei sollte nach der Geberkonferenz reichlich vorhanden sein, aber was nützt das, wenn man es nicht ausgeben kann.

    Und dass die arabischen Länder ihre Geschwister in Palästina verraten haben, das bemängele ich auch-aber was ich mir an Unterstützung vorstelle ich sicher ganz was Anderes als Du Dir erhoffst.

    Einfache Antworten gibt es ganz sicher nicht, aber Israel ist auch kein armes Opfer. Ich finde es zutiefst erschreckend, dass ein Volk, das in der Geschichte soviel Verfolgung erlitten hat, sich jetzt ganz genauso verhält. Vermutlich kann man das psychologisch untersuchen und erklären, aber es ändert nichts an deren Verantwortung.

    Israel bekam 49% von Palästina zur Staatsgründung und hat jetzt fast alles. Ohne weitere Worte.

    Wie soll denn ein Volk auf die Füße kommen, dem ständig das weggenommen wird, was es aufgebaut hat? Wie würdest Du Dich fühlen, wenn man Deine Landwirtschaft, Deine seit Jahrzehnten gepflegten Olivenbäume, Deine Werkstatt und Häuser nach Belieben plattmacht?

    Die Palästinenser haben in ihrem Land gelebt, bevor es ihnen zur Hälfte weggenommen wurde. Sie waren nicht industrialisiert, aber sie hatten ihr Auskommen. Es tut keinem Volk gut, wenn es ernährt wird, ohne sinnvolle Arbeit tun zu können, aber sie haben sich das jedenfalls nicht ausgesucht.

    Ich habe volles Verständnis für ein Volk dass nach den Nazis eine Zuflucht gesucht hat. Aber die Planung, Palästina zu besetzen ist viel älter. Ich hab mal in Deinen „Herzl“ reingeguckt-nicht ganz gelesen. Er scheint mir keine Vernichtungsideen gehabt zu haben. Aber schau Dir mal die Zionistenzitate an, die ich im blog habe und weitere sind verlinkt. Die Vertreibung der Palästinenser hat einen Plan und Methode und Israel ist hier auch kein armes Opfer.
    Seit Jahrzehnten halten sie sich an keine UN Beschlüsse und probieren dann auch noch ihre Waffen aus ihrer florierenden Industrie an den Palästinensern aus.

    Jedes Menschenleben zählt-aber wie viele palästinensische Opfer gibt es und wieviel Israelis sind durch diese selbstgebastelten Raketen umgekommen?

    Die Palästinenser büßen für die Sünden unserer Großväter und auch darum bin ich da engagiert, das hat erstmal gar nichts mit meiner Konversion zu tun.

    Mittlerweile ist das so verfahren, dass ich nicht sehe, wie das Land zur Ruhe kommen kann, auch wenn es eine Idee gibt, die für alle gerecht wäre.

    Man darf nicht schweigen, wenn die Unrecht tun, die selber mal Opfer waren.

    Schönen Ostersonntag, falls Du den begehst. Meryem

    • Der Ostersonntag ist für mich der wichtigste Tag des Jahres, deshalb danke für Deinen Wunsch.

      Was den Konflikt betrifft, kann sich sicher jeder seine Quellen zusammensuchen, die seine eigene Weltsicht bestätigen. Durch die vielen Interessen, die mit diesem Konflikt verbunden sind, gibt es kaum neutrale, ausgewogene Quellen. Deshalb finde ich es interessant, auf das zu schauen, was an Ideologie hinter dem Handeln steckt. Das gibt wahrscheinlich mehr Auskunft als die einzelnen Taten und Reden.
      Ich stelle gerade einen Überblick über die Aussagen Ahmadinedschads bzgl. Israel zusammen. Die lässt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Auf die Charta der Hamas habe ich auf diesem Blog schon öfter verwiesen.
      Die regelmäßig gemachten Aussagen der Israelis über ihren Wunsch nach Frieden und Nachbarschaft werden in genauso schöner Regelmäßigkeit als Lüge und Propaganda abgetan- auch ihre Einstellung zum Leben, ihr Bemühen, Leben zu schonen, wird nicht beachtet oder ernstgenommen, erst recht nicht von der moslemischen Welt, weil diese teilweise zum Leben und zum Tod eine andere Einstellung haben.

      Aber ich befürchte, dass Du Dir Deine Meinung schon gebildet hast und wahrscheinlich wenig bereit sein wirst, aus einem anderen Blickwinkel auf die Situation in Israel zu schauen.

      Was die Landwegnahme der Israelis betrifft: Nun, am Anfang war das britische Mandatsgebiet. Das wurde 1922 in 2 Teile geteilt: Transjordanien und Palästina. Transjordanien wurde später Jordanien und ist von Arabern/Palästinensern bewohnt. Das sind ca. 80% des ursprünglichen Mandatsgebietes.
      Dann kam 1947 der UN-Beschluss, Palästina zu teilen. Ein Teil für die Palästinenser, ein Teil für die Juden. Die Juden akzeptierten den Plan. Die Palästinenser lehnten ihn ab und die arabischen Streitkräfte griffen Israel direkt nach der Staatsgründung an, in dem Israel durch einen Sieg seine Grenzen ausdehnte. Das ist nach einem gewonnenen Krieg relativ normal, oder? Denk mal an unsere im 2. WK verlorenen Gebiete. Weinen wir denen noch hinterher? Nein. Weil wir den Krieg verloren haben.
      Das ist eine kurze Zusammenfassung, was passierte. Selbst wenn man den Palästinensern hehre Motive für die Ablehnung des UN-Teilungsplanes unterstellen würde, wäre immer noch keine Rede von einer Landwegnahme seitens Israels.

      Im Gegensatz zu den Palästinensern hat sich Israel nie – oder nur selten – als Opfer stilisiert. Daher ist Israel auch kein Opfer.

      Wie soll denn ein Volk auf die Füße kommen, dem ständig das weggenommen wird, was es aufgebaut hat? Wie würdest Du Dich fühlen, wenn man Deine Landwirtschaft, Deine seit Jahrzehnten gepflegten Olivenbäume, Deine Werkstatt und Häuser nach Belieben plattmacht?

      Das ist in der Tat tragisch und da schwingt kein bisschen Sarkasmus mit. Aber nach all den Quellen, die ich Dir genannt habe: Wer ist wirklich dafür verantwortlich? Vordergründig ist es Israel.
      Wenn man genauer hinschaut, sind es 1. z.T. die Palästinenser selber, die sich immer wieder ins Knie schießen 2. z.T. die Palästinenser selber, die Israel letztendlich vernichten wollen und 3. die umliegenden arabischen Mächte, die die Palästinenser als Faustpfand gegen Israel benutzen.
      Ich weiß, diese 3 Aussagen passen nicht in Dein Weltbild und Dir werden sofort zich Aussagen und Quellen einfallen, die das wiederlegen. Aber leg doch mal einen Moment die Empörung zur Seite und denke und recherchiere wirklich mal in diese Richtung.

  10. Nun, es wäre nicht das erste Mal in der Geschichte, dass eigentlich verschieden gesinnte Gruppierungen sich zusammenraufen, um gegen einen gemeinsamen Feind zu agieren.
    Wir werden sehen.

    Aber im Krieg die ganzen Sanitäter samt Ausrüstung vor der Grenze, das war schon *selbstzensiert*

    Den Satz verstehe ich nicht. Israel hatte extra für verwundete Gaza-Bewohner an der Grenze zum Gazastreifen ein Feldhospital eingerichtet – es wurde kaum in Anspruch genommen. Viele Palästinenser – auch Attentäter – wurden schon in israelischen Krankenhäusern versorgt – vor, während und nach dem Gazakrieg. Kennst Du eine Nation, die den Leuten, von denen sie mit Raketen beschossen werden, eine solche Leistung bietet?

    Was die Versorgung des Gazastreifens angeht: Der Gazastreifen soll „eigentlich“ ein „Selbstversorger“ sein. Zusätzlich werden Milliarden €/$ hineingepumpt. Der Gazastreifen ist eine der am höchsten subventionierten Orte der Welt.
    Unendlich viel Geld wird aber statt für die Versorgung der Einwohner für Waffen ausgegeben – auch jetzt wieder.
    Die zeitweiligen Einstellung der Lieferungen war ein Druckmittel, um die Hamas zur Einstellung der Terrorattacken zu bewegen. Andererseits hat die Hamas auch gezielt die Grenzübergänge angegriffen – die dann daraufhin geschlossen wurden -, über die israelische Hilfslieferungen kamen.

    Israel gibt sehr viel, um die Einwohner mit allen Mitteln zum Leben zu versorgen, die Hamas hat aber manchmal nichts Besseres zu tun, als sie zu stehlen.

    Jetzt erklär mir doch mal bitte, wer die Schuld daran hat, dass die Menschen im Gazastreifen – die mir von Herzen leid tun – so viel Leid ertragen müssen?
    Darauf – um es meinerseits vorwegzunehmen – gibt es keine einfache Antwort. Tatsache ist aber, dass Israel eine Menge mehr tut, als man erwarten könnte und die Hamas eine Menge tun bzw. lassen könnte, um die Lage der Menschen zu verbessern.
    Wo ist denn z.B. – mal abgesehen von dem einmaligen Akt der Geberkonferenz – die humanitäre Unterstützung anderer arabischer Staaten?
    Die Darstellung aller Palästinenser als unschuldige Opfer jedenfalls funktioniert so nicht.

  11. Ja ist doch gut, wenn Ägypten die Leute wenigstens zeitweilig reinlässt-da Israel ja immer noch nicht für ausreichende Versorgung sorgt. Immer nur gerade das Allernötigste, oder nicht mal das.
    Aber im Krieg die ganzen Sanitäter samt Ausrüstung vor der Grenze, das war schon *selbstzensiert*

    Ob das stimmt mit der Hizbollah? Keine Ahnung. Es steht aber in dem Artikel, dass die MBs sich als „natürliche Verbündete“ von Hamas (das passt ja auch ideologisch) und Hizbollah (fragwürdig) und Iran (Hä?) fühlen.
    Nun kann ich mir ja einige taktische Bündnisse vorstellen, aber das?

    Na, wer weiß was sich da verwickelt.

  12. jetzt soll mir aber mal einer erklären,, wieso ausgerechnet die Muslimbrüder, die einen sunnitischen bis wahhabitischen Islam vertreten, beste Freunde des Iran sein sollen?

    Das steht hier nicht und das glaube bzw. weiß ich nicht. Ich sehe nur, dass verschiedene Kräfte an Ägyptens Gesellschaft zerren. Die Politik versucht, die extremen Kräfte in Schach zu halten, das scheint aber mehr schlecht als recht zu gelingen.

    Die Einflussnahme des Iran geschieht über die Hisbollah, die anscheinend versucht, lokale Gruppen in Ägypten aufzubauen.

    Die Ägypter versuchen, sich aus dem Gazakonflikt herauszuhalten, bieten sich aber als Vermittler für die Hamas und die Fatah an. Die Grenzen zum Gazastreifen halten sie nicht immer geschlossen, aber klar, sie wollen keinen Ärger und überlassen die Versorgung des Gazastreifens lieber den Israelis.

    Lieben Gruß,
    Markus

  13. Hallo Markus,
    jetzt soll mir aber mal einer erklären,, wieso ausgerechnet die Muslimbrüder, die einen sunnitischen bis wahhabitischen Islam vertreten, beste Freunde des Iran sein sollen?

    Sie mögen in ihrer Gegnerschaft gegen die ägyptische Regierung einig sein, allerdings sind ihre religiösen Überzeugungen und politischen Ziele völlig andere.
    Auch wenn der Iran für die Einheit der Muslime eintritt, wird er kaum diejenigen unterstützen, die das Ziel haben, ein Kalifat zu errichten – das ist theologisch ein völliger Widerspruch zur Shia.

    Ägypten hat sich in der Tat unmenschlich verhalten im Gaza Krieg und lässt auch jetzt noch keine Hilfslieferungen durch.
    Wie andere Staaten auch, lassen sie ihre palästinensischen Geschwister im Stich und das nicht erst seit der letzten Eskalation.

    Gruß, Meryem

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