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Sri Lanka: Und die Welt schaut zu

Mit unerbittlicher Konsequenz zieht die sri-lankische Armee die Schlinge um die tamilischen Rebellen zu. Seit Beginn ihrer Grossoffensive im Januar haben die Regierungstruppen den Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) immer mehr Gebiete im Norden abgenommen – mit der Absicht, es den Befreiungstigern unmöglich zu machen, als reguläre Streitmacht einen konventionellen Krieg mit Flugzeugen und Schiffen zu führen. Ihrem Ziel, die LTTE wieder auf den Status einer blossen Terrorgruppe zu reduzieren wie in den achtziger Jahren, ist die Armee nahe. Sie nimmt dabei ebenso wenig Rücksicht auf die Bevölkerung wie ihr Gegner. Während die Regierungstruppen Spitäler und Flüchtlingslager bombardieren, treiben die Befreiungstiger die tamilischen Einwohner als lebende Schutzschilde vor sich her oder ermorden sie, um die Bevölkerung an der Flucht zu hindern.

Flüchtlingskatastrophe

Was sich im nördlichsten Zipfel der ceylonesischen Insel abspielt, ist derzeit eine der grössten humanitären Tragödien Asiens. Gleichwohl hat sich die internationale Diplomatie, die sich hochtrabend Weltgemeinschaft nennt, bisher nur lustlos mit dem Konflikt beschäftigt. Länder mit einer tamilischen Exilgemeinde verurteilten das Blutvergiessen pflichtschuldigst. Washington wälzte kurzzeitig Pläne für eine Evakuierung der Flüchtlinge, gab diesen Gedanken aber mangels Unterstützung schnell wieder auf.

Während die Zahl der internationalen Konferenzen exponentiell wächst, an denen die universelle Gültigkeit des Völkerrechts, die Bekämpfung des Rassismus und andere hehre Ziele propagiert werden, gilt nach wie vor ein eherner Grundsatz der Machtpolitik: Ein Land, das keine strategische oder wirtschaftliche Bedeutung zu besitzen scheint, bleibt meist unbehelligt von allzu bohrenden Nachfragen der sogenannten Weltgemeinschaft. So konnten die Taliban in Afghanistan al-Kaida aufrüsten, bis das Inferno des 11. Septembers 2001 die Welt daran erinnerte, dass ein Staat in der Hand von Terroristen Sicherheitsrisiken bergen kann.

Nachdem die USA und deren europäische Verbündete die afghanische Lektion auf die harte Tour haben lernen müssen, ruht die ganze westliche Aufmerksamkeit inzwischen auf Afghanistan und Pakistan. Schliesslich befinden sich hier Nato-Truppen, deren Stationierung in den Heimatländern für Zündstoff sorgt. Daneben stehen andere südasiatische Staaten im Schatten. Seit sich Indien nicht mehr direkt in Sri Lanka einmischt, gilt der Kampf zwischen singhalesischer Mehrheit und tamilischer Minderheit als innenpolitische Angelegenheit. Die Selbstmordkommandos der LTTE sind allenfalls in der Hauptstadt Colombo unterwegs und nicht in Washington, London oder Berlin. Als der unter norwegischer Ägide ausgehandelte Waffenstillstand im Jahr 2006 kollabierte, erregte dies kaum Aufmerksamkeit. Dabei war schon damals absehbar, dass die tonangebenden sri-lankischen Hardliner alles daransetzen würden, das Rebellen-Problem endgültig zu lösen.

Vielleicht hätte zu Beginn des wieder aufflammenden Krieges eine Chance bestanden, durch konzertierten Druck die sri-lankische Regierung auf die Einhaltung humanitärer Mindeststandards zu verpflichten. Dass Colombo jetzt, wo der Sieg zum Greifen nah scheint, nicht auf Ermahnungen reagiert, folgt einer gewissen inneren Logik. Welche – auch westliche – Regierung, die so viel Blut und Prestige in eine Militäroperation gesteckt hätte, würde so kurz vor dem Ziel ihr Vorgehen noch korrigieren?

Milder Tadel für Sri Lanka

Ohnehin fällt der Tadel an der sri-lankischen Regierung milde aus. In einem unverbindlichen Appell rügte der Uno-Sicherheitsrat vor allem die LTTE. Eine Missbilligung Colombos verhinderte China, das sich immer mehr zur Schutzmacht zwielichtiger Regime entwickelt. Aus geopolitischen Erwägungen will Peking seinen Einfluss in der Region vergrössern. Dies lässt wiederum allmählich Indien unruhig werden, das Sri Lanka als seinen Hinterhof betrachtet. Während sich im unruhigen Südasien eine weitere Konfliktlinie formiert, schaut die «Weltgemeinschaft» weiterhin zu.

Ergänzung  zu „Ein Land, das keine strategische oder wirtschaftliche Bedeutung zu besitzen scheint“:
Oder das nicht Israel heißt.

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