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Fällt die Türkei als strategischer Partner aus?

Boris Kalnoky/Die Welt.

Bisher sah im Nahen Osten die Grundgleichung so aus: auf der einen Seite Israel, die Türkei und die USA, auf der anderen Seite Israels Gegner. Doch diese Balance ändert sich diskret, aber rasch, zum Nachteil Israels. Wichtigster Grund dafür sind Änderungen der türkischen Politik.

So hält die Türkei gegenwärtig gemeinsame Militärübungen mit Syrien ab. Konkret geht es dabei zwar um die Bekämpfung von Schmuggelbanden, es gibt auch ein gemeinsames Interesse, die jeweilige kurdische Minderheit in Schach zu halten, und zudem sind der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan und Syriens Präsident Baschir al-Assad gute Freunde. Doch eine Signalwirkung haben diese Übungen trotzdem. Denn Manöver hielt die Türkei bislang vor allem mit ihrem „strategischen Partner“ Israel ab, nicht mit dessen Gegnern. Entsprechend besorgt ist man nun in Israel. „Eine beunruhigende Entwicklung“, nannte Israels Verteidigungsminister Ehud Barak das Manöver. Er hoffe, dass die strategische Partnerschaft mit der Türkei über solchen Dingen stehe.

Dass er das nur hoffen kann, liegt daran, dass Ankara derzeit großes Interesse an der Freundschaft mit Syrien zeigt. Mit dieser Freundschaft begründete der türkische Generalstab das Manöver, und zu dieser Freundschaft soll demnächst eine Zusammenarbeit im Rüstungsbereich gehören. Sprich: türkische Waffen für das syrische Militär.

Ebenso beunruhigend war für die Israelis ein Besuch des libanesischen Präsidenten Michel Suleiman in der Türkei. Da nämlich kam am 21. April ein „Memorandum of understanding“ zur militärischen Zusammenarbeit der Türkei auch mit dem Libanon zustande. Was darin stand, will die auf Sicherheitspolitik spezialisierte israelische Website debkafile.com herausgefunden haben: Das israelische Militär sei „schockiert“ zu erfahren, dass massive Waffenverkäufe und die Entsendung türkischer Ausbilder für die libanesische Armee beschlossen – und von US-Präsident Obama gutgeheißen wurden.

Offiziell wird eine Stärkung der Armee als notwendig für die Stabilisierung des Libanon angesehen, gegen die radikale Hisbollah-Miliz, die von Syrien und dem Iran unterstützt wird. Inzwischen aber ist die Hisbollah so stark geworden – und wird bei den Parlamentswahlen in einem Monat wohl noch weiter erstarken -, dass das Land nicht mehr gegen sie regiert werden kann. Sogar UN-Generalsekretär Ban Ki-moon erklärte am Dienstag, die Hisbollah sei nicht nur eine Gefahr für den Libanon, sondern auch für andere Länder, speziell für Ägypten, wo sie Verbindungen zur Muslimbruderschaft unterhält. Die politische Dominanz der Schiitenmiliz im Libanon spiegelt sich auch in Bemerkungen des libanesischen Präsidenten: Sollte Israel neuerlich den Libanon angreifen, werde die Armee gemeinsam mit der Hisbollah gegen Israel kämpfen. Ohnehin besteht sie zur Hälfte aus Hisbollah-Anhängern. Da könnten türkische Waffen einen Weg aus den Kasernen zur Schiitenmiliz finden.

Indes meint man in der türkischen Regierung, dass die Hisbollah sowie die radikale Hamas und Syrien gestärkt und ermutigt werden müssten, um zur Vernunft zu kommen. Doch aus israelischer Sicht droht aus der Türkei ein „Partner“ zu werden, der im Falle eines neuen Krieges die Gegner Israels bewaffnen könnte.

Nun ja, die Türkei macht sich auf zu neuen Ufern. Die Zeiten des Laizismus sind eh vorbei, die Positionierung gegen die USA und Israel nimmt stetig zu, Christen werden stärker verfolgt als zuvor, der Islam in der Türkei stetig auf dem Vormarsch.

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3 Antworten

  1. Qatar hat sich schon an die Iran-Syrien-Achse angelehnt, vermutlich in der Einschaetzung, dass die Amerikaner ihre Verbuendeten nicht schuetzen koennen oder wollen.

  2. Würdest Du alle arabischen Staaten außer dem Iran, Syrien und der Türkei der Achse „Arabische Staaten-Israel“ zurechnen?

    Ist das eine Art Notgemeinschaft gegen den Iran?

  3. Die Buendnisse sind inzwischen ganz anders:

    Iran-Syrien-Hisbollah-Hamas
    (Libanon ist ohnehin zunehmend wieder syrisches Protektorat und wird von den USA preisgegeben.)

    Arabische Staaten-Israel

    Die Tuerkei hat angesichts ideologischer Naehe und vor allem auch dem Schauspiel wie die USA ihre Verbuendeten im Regen stehen laesst, den Instinkt, sich an lieber dem Iran anzunaehern.

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