• Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt. -
    Thomas Mann

    "An appeaser is one who feeds a crocodile - hoping it will eat him last." (W.Churchill)

    Es ist einfacher, kritisch zu sein als korrekt.
    Benjamin Disraeli

    Es gehört oft mehr Mut dazu, seine Meinung zu ändern, als ihr treu zu bleiben.
    Friedrich Hebbel

    Die beste und sicherste Tarnung ist immer noch die blanke und nackte Wahrheit. Die glaubt niemand!
    Max Frisch

    „Ich für meinen Teil bin der Meinung, dass es nicht zum Begriff der Demokratie gehört, dass sie selber die Voraussetzungen für ihre Beseitigung schafft …
    Man muss in einer Demokratie auch den Mut zur Intoleranz denen gegenüber haben, die die Demokratie gebrauchen wollen, um sie zu beseitigen!”
    Carlo Schmid (1949)

    Die Menschheit lässt sich keinen Irrtum nehmen, der ihr nützt.
    Friedrich Hebbel

  • Stop the bomb

  • Neueste Kommentare

    Beheben Antworten Au… zu Die Juden im Koran
    Monty zu Hass oder Liebe – alle R…
    C.Meyer zu Zitate von Golda Meir
    Wem gehört das Land… zu Israel Ende des 19. Jahrh…
    MOHAMMAD zu Die Juden im Koran
  • alle Artikel

  • Archive

  • Kategorien

  • Twitter Updates

  • Blog Statistik

    • 203,340 Besucher

Verfolgung von Bahai und Christen im Iran

Die systematische Verfolgung der Bahai im Iran verschärfte sich im Monat April. Willkürlich werden immer wieder einzelne Bahai verhaftet. Manchmal werden sie gegen eine hohe Kaution freigelassen. Sie sind aber nicht alleine von den staatlichen Repressionen betroffen, auch Christen stehen wie nie zuvor unter Druck.

Die Behandlung von religiösen Minderheiten im Iran ist ein Lackmustest für die Freiheit der Gesellschaft. Im Iran gibt es eine Vierklassengesellschaft, wenn es um die Behandlung der religiösen Gruppen und religiösen Minderheiten geht. Die Khodis sind die anerkannten Muslime, die sich mit der absoluten Herrschaft des Klerus identifizieren und sich den diktatorischen Anforderungen fügen. In der zweiten Klasse sind die weniger loyalen Muslime, die die religiöse Verfassung der totalitären Diktatur nicht akzeptieren und für eine säkulare Demokratie eintreten. Zur dritten Gruppe gehören die anerkannten religiösen Minderheiten der Christen, Zoroastrier und Juden, die im Rahmen der islamischen Rechtsordnung einen geringeren Rechtsstatus innehaben als die Muslime. Sie werden in vielfacher Hinsicht rechtlich diskriminiert, z.B. durch das Blutgesetz. Sich nicht mehr zum Islam bekennende Muslime, sogenannte Apostaten, ob Atheisten und neu konvertierte Christen oder Bahai werden prinzipiell verfolgt. Offen kann ein solches politisches System nicht genannt werden.

Ein Beispiel für Willkürherrschaft gegenüber Bahai

Am 8. April rief ein Beamter des iranischen Geheimdienstes bei der Familie Vahdat Dana in Schiraz an. Der Beamte teilte – ohne einen Grund zu nennen – Frau Vahdat Dana mit, ihr Ehemann möge am nächsten Morgen im Informationsministerium vorstellig werden. Frau Dana bestand auf eine schriftliche Mitteilung, berichtet Iran Press Watch.
Als am 12. April Herr Vahdat Dana sein Haus verlassen wollte, um zur Arbeit zu gehen, wurde er vor seiner Haustür von Beamten aufgefordert sie zu begleiten und mit ihnen ins Gefängnis des Geheimdienstes, das als „Pelak 100“, Hausnummer 100, bekannt ist, zu gehen. Herr Vahdat Dana bestand auf einen Haftbefehl. Die Beamten produzierten einen handschriftlich geschriebenen Zettel, worauf geschrieben stand: „Individuen, die von Interesse sind, mögen ermittelt und verhaftet werden.“ Herr Vahdat Dana bestand darauf, dass ein offizielles Schreiben mit seinem Namen vorgelegt werden müsse, bis er freiwillig ins Gefängnis gehe. Die Beamten gingen zunächst.

Umgehend schrieb Herr Vahdat Dana einen Brief an Hojatt-ul-Islam Musavi-Tabar, der als Ankläger im Revolutionsgericht zuständig ist. Dieser Kleriker hat daraufhin schriftlich angeordnet, falls die „Beamten des Geheimdienstministeriums in der Lage seien, einen Haftbefehl zu schreiben, müsse Herr Vahdat Dana die Beamten begleiten.“
Am 25. April um 12:30 gingen die Geheimdienstagenten erneut ins Haus von Herrn Vahdat Dana und forderten die Ehefrau auf, umgehend ihren Mann anzurufen. Er müsse sofort nach Hause kommen. Als Herr Vahdat Dana zu Hause ankam, verhafteten sie ihn, erstellten vor Ort einen Haftbefehl, der mit dem Namen des Richters Rezai-Dadyar unterschrieben wurde.

Herr Vahdat Dana leidet an einer Herzkrankheit, bekommt aber keine medizinische Behandlung.

Einige Verhaftungen von Bahai im Monat April werden aufgeführt: Wie Bahai World News Service berichtet, wurden am 21. April Michel Ismaelpur in Mazandaran verhaftet, ohne Haftbefehl. Am 26. April wurde Herr Safaju ohne jegliche Erklärung in Karaj verhaftet. Am 27. April wurden Siamak Iqani und Susan Tabianian in Semnan verhaftet.

Rund 39 Bahai sitzen gegenwärtig in iranischen Gefängnissen ohne eine Anklage, allein auf Grund ihres Glaubens, weil sie an Baha’u’llah glauben, der für Bahai ein Offenbarer Gottes ist, der 1863 eine neue Religion gründete. Für den iranischen Staatsklerus ist dies ein Dorn im Auge.

Am 8. März 2009 hatte das islamistische “Parlament” ein Budget von 3 Millionen Dollar für den landesweiten Kampf gegen „Bahai, Sufis und Teufelsanbeter“ verabschiedet. Unter sogenannten Teufelsanbetern versteht der iranische Staat Jugendliche, die z.B. Heavy Metall-Musik hören. Gemeinsam ist den „Teufelsanbetern“, den muslimischen Sufis und den Angehörigen der jüngsten Weltreligion der Bahai die Verfolgung durch den iranischen Staat.

Verschärfte Verhaftungen von Christen

Wie „Christian Examiner online“ berichtet, wurden zwei Christinnen mit dem Vorwurf von „Aktivitäten gegen die Regierung“ verhaftet. Die verhafteten Frauen befinden sich offenbar in einem schlechten gesundheitlichen Zustand. Zudem wurde eine pentecostalische [Pfingst-] Kirche in Teheran geschlossen. Drei weitere männliche Christen wurden in dem Zusammenhang verhaftet, auch ihnen wurden „Aktivitäten gegen die Regierung“ vorgeworfen.

Die Organisation „International Christian Concern“ berichtete: „Iranische Beamte haben die Verfolgung von Christen in dramatischer Form gesteigert, nachdem eine große Zahl von Muslimen zum Christentum übergetreten sind.“ Allein im letzten Jahr seien mehr als 50 Christen verhaftet worden, weil sie einen neuen Glauben angenommen haben. Einige von ihnen seien gefoltert worden, einige seien an den Folgen der Folterungen im Gefängnis gestorben.

International Christian Concern erinnert an das Apostasiegesetz, das für einen Austritt aus dem Islam die Todesstrafe vorsieht. Die endgültige Entscheidung des islamischen „Parlaments“ über dieses Gesetz wird im Herbst dieses Jahres erwartet.

Eine Kommentatorin hat hier mal (sinngemäß) geschrieben:

„Die Christen im Iran haben es nicht schlecht, sie dürfen sogar ihre Kirchenglocken läuten.“

Naja. Christen und (Namens-) Christen.

Anscheinend ist es so, dass 1. die Christen, die vom Islam kommen, und 2. die aktiven Christen, die nicht nur am 25.12. ihren W’baum aufstellen, sondern ihren Glauben auch leben, große  Probleme bekommen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: