• Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt. -
    Thomas Mann

    "An appeaser is one who feeds a crocodile - hoping it will eat him last." (W.Churchill)

    Es ist einfacher, kritisch zu sein als korrekt.
    Benjamin Disraeli

    Es gehört oft mehr Mut dazu, seine Meinung zu ändern, als ihr treu zu bleiben.
    Friedrich Hebbel

    Die beste und sicherste Tarnung ist immer noch die blanke und nackte Wahrheit. Die glaubt niemand!
    Max Frisch

    „Ich für meinen Teil bin der Meinung, dass es nicht zum Begriff der Demokratie gehört, dass sie selber die Voraussetzungen für ihre Beseitigung schafft …
    Man muss in einer Demokratie auch den Mut zur Intoleranz denen gegenüber haben, die die Demokratie gebrauchen wollen, um sie zu beseitigen!”
    Carlo Schmid (1949)

    Die Menschheit lässt sich keinen Irrtum nehmen, der ihr nützt.
    Friedrich Hebbel

  • Stop the bomb

  • Neueste Kommentare

    Johannes zu Israel ist ein Schurkenst…
    Lutz Huth zu Volker Beck: Ein Mann und sein…
    Markus Grob zu Christen und Israel
    Lies zu Völkerrecht – die Geschi…
    Gotthold Bortt zu Pakistan, Scharia und die…
  • alle Artikel

  • Archive

  • Kategorien

  • Twitter Updates

  • Blog Statistik

    • 208,256 Besucher

Christen im Gazastreifen

Christen werden bedroht und ermordet

… Aber so harmonisch, wie es die beiden Geistlichen schildern, war das Zusammenleben mit manchen Muslimen in Gaza nicht immer. Im Jahr 2007, kurz nachdem die Hamas die Macht übernommen hatte, wurde zum Beispiel der Besitzer eines christlichen Buchladens entführt, misshandelt und ermordet. Dem Baptisten war vorgeworfen worden, er habe versucht, Muslime zu bekehren.

Im selben Jahr wurde auch die Kirche von Pfarrer Musallam überfallen, Kreuze und Bibeln zerstört und größerer Sachschaden angerichtet. Angriffe gab es auch auf die Schule der Rosenkranz-Schwestern. Zu leiden hatten Christen zuvor auch während des Streits um die dänischen Mohammed-Karikaturen im Jahr 2006, als auch sie den Zorn empörter Muslime zu spüren bekamen.

Seit Jahren ist immer wieder von Drohungen gegen Christen die Rede, von Freitagspredigten, in denen der Imam zum Mord an Christen aufrufe. Die Hamas scheint dem aber offenbar Grenzen zu setzen. Der ehemalige Ministerpräsident Ismail Hanija besuchte etwa die trauernde Familie des ermordeten christlichen Buchhändlers und suchte auch Pfarrer Musallam auf, um ihn seiner Unterstützung zu versichern.

Sicherheitskräfte der Hamas gingen zum Teil mit Waffengewalt gegen kleinere den radikaleren
Salfiten nahestehende Islamistengruppen vor, die auch andere in Gaza als die Urheber der jüngsten Gewalt gegen Christen sahen. Einige dieser Islamisten wurden in einer Schießerei getötet, die Gruppen gelten
mittlerweile als besiegt.

Zu lange vor den Herrschenden geduckt

Dass Christen in Gaza über solche Vorfälle ungern reden und lieber die Gemeinsamkeiten mit ihren muslimischen Nachbarn hervorheben, ist kein Zufall – und ihre Lage gleicht dabei der Situation der Christen im Westjordanland, obwohl dort nicht die Hamas regiert.

„Sie müssen sehr genau abwägen, was sie tun und sagen. Laut aufzuschreien und zu protestieren, wie es anderswo etwas bringen mag, kann für die kleine Minderheit einem Selbstmord nahekommen“,

sagt Peter Rossing, der das Jerusalem-Zentrum für jüdisch-christliche Beziehungen leitet. Das gilt
nach Ansicht des früheren Mitarbeiters des israelischen Religionsministeriums auch für den Papst, der seine Worte genau wägen müsse, wenn er nach Bethlehem in die palästinensischen Autonomiegebiete
reise.

Doch selbst die viele Jahre lang geübte Zurückhaltung vor allem der palästinensischen Kirchenführer birgt Gefahren.

„Die christliche Minderheit hat sich zu lange geduckt und abhängig vom guten Willen der jeweils Herrschenden gemacht. Sie identifizierten sich zu sehr mit islamischen und palästinensischen Forderungen. Dadurch haben sie ihr eigenes Profil verloren und schaufeln sich letztlich ihr eigenes Grab“,

befürchtet Petra Heldt, Generalsekretärin der „Ecumenical Theological Research Fraternity“ und Dozentin an der Hebräischen Universität. Dennoch hält sie den Papst-Besuch für die christliche Minderheit „als Zeichen für unerhört wichtig“, weil er ihre Position stärken wird. Minderheiten brauchten in dieser Region immer eine Schutzmacht, sagt sie.

Bischof Alexios in Gaza sieht das anders.

„Was ist denn besser geworden, nachdem Benedikts Vorgänger Johannes Paul ins Heilige Land kam?“,

fragt er.Wenige Monate nach der Rückkehr des Papstes begann damals die zweite Intifada – und der Exodus der Christen ging weiter.

Der Papst wird die Christen im Gazastreifen nicht besuchen. Wahrscheinlich aus Gründen der Sicherheit.
Die Christen scheinen nicht an vorderster Front zu stehen, was die Ziele der Hamas betrifft. Dennoch sind sie als Nicht-Muslime im Gazastreifen maximal Bürger 2. Klasse und müssen sich genau überlegen, was sie tun, sagen oder lassen. Jeder Fehler könnte tödlich sein.
Wahrscheinlich aus dieser Haltung heraus haben sich auch manche Christen und deren Führer zu Fürsprechern der Palästinenser gemacht. Ein schwieriger Balanceakt.
Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: