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Hannes Stein über schwarzen Antisemitismus

… Verschwörungstheorien pflegen den Judenhass im Gespann zu führen – und wirklich ist der Antisemitismus unter schwarzen Amerikanern viel weiter verbreitet als unter den Weißen. Dieses Ressentiment kann sich in eher milder Form äußern – wie bei Anthony –, aber manchmal hat es auch Schaum vor dem Mund. Louis Farrakhan, der Führer der mächtigen schwarzen Bewegung „Nation of Islam“, bezeichnete das Judentum als „Gossenreligion“. Auf den Vorwurf, er sei ein schwarzer Hitler, reagierte er, indem er Hitler einen „großen Mann“ nannte, der Deutschland aus der Schande geführt habe – so wolle auch er die schwarzen Amerikaner aus der Demütigung erlösen.

Viele Schwarze sehen sich immer noch ausschließlich als Opfer der Geschichte – und eine beträchtliche Anzahl macht für dieses Opferdasein die Juden verantwortlich. Joel Levy, der Direktor der New Yorker Abteilung der „Anti-Defamation League“, glaubt, dass es für den schwarzen Antisemitismus im Wesentlichen zwei Gründe gibt. Der erste leuchtet unmittelbar ein: Es ist der unverdünnte, ungefilterte Neid. Schließlich handelt es sich bei den Juden um eine Gruppe, die – wie einst die Schwarzen – in Amerika starke Diskriminierungen erdulden musste. Gewiss, sie wurden nicht auf Sklavenschiffen in die Neue Welt verschleppt, aber die Juden sahen sich nach ihrer Einwanderung extremen Anfeindungen ausgesetzt. Viele Universitäten verhängten einen Numerus clausus gegen Juden; viele Hotels hatten für Gäste mit Namen wie „Cohen“ oder „Kornblum“ partout keine Zimmer frei; viele Klubs wiesen Juden, die Aufnahme begehrten, umgehend die Tür.

Im Gegensatz zu den Schwarzen erwiesen die Juden sich als ungemein erfolgreiche Minderheit. Wenn die christlichen Universitäten sie nicht aufnahmen, gründeten sie eben ihre eigene Universität. Wenn christliche Klubs ihnen den Beitritt verweigerten, gründeten sie eigene Organisationen. Die überwältigende Mehrheit der jüdischen Jugendlichen driftete nicht in die Kriminalität ab, sondern arbeitete hart und studierte: Juden wurden Ärzte, Anwälte, Chefredakteure, Börsenmakler. Manche Schwarze sahen, wenn sie die jüdische Gemeinschaft in Amerika anschauten, also das, was sie selbst gern geworden wären.

Der zweite Grund für den schwarzen Antisemitismus ist schwerer zu begreifen. Aber für den, der die menschliche Psyche kennt, ist auch er einleuchtend: Schwarze sind den Juden zur Dankbarkeit verpflichtet. „Juden waren sehr aktiv in der schwarzen Bürgerrechtsbewegung“, sagt Joel Levy. „Es gab Juden, die eigens in die Südstaaten gingen, um für die Schwarzen zu kämpfen, und getötet wurden.“ Jüdische Philanthropen und jüdische Organisationen unterstützten die Bürgerrechtsbewegung mit Abermillionen Dollar.

… Ohne massive jüdische Unterstützung wäre die schwarze Bürgerrechtsbewegung wohl kaum so schnell angewachsen. Nichts aber kann menschliche Beziehungen auf Dauer so sehr vergiften wie das Gefühl, jemand anderem verpflichtet zu sein. Ergo hassen manche Schwarze die Juden gerade deswegen, weil Juden so viel für die Schwarzen getan haben.

Aber es gibt auch gute Nachrichten. So weit das uralt-üble Ressentiment unter den Schwarzen auch verbreitet sein mag – mehrheitsfähig ist es nicht. Die meisten schwarzen Amerikaner sind keine Antisemiten, sie haben ein recht positives Bild von den Juden. Eine winzige Zahl von schwarzen Amerikanern bekennt sich sogar selbst zum jüdischen Glauben. So kommt es, dass ein entfernter Cousin der Präsidentengattin als Rabbiner einer schwarzen Judengemeinde in Chicago vorsteht. Eine weitere gute Nachricht heißt Barack Obama. Dieser eloquente, sympathische, gutaussehende Mann verkörpert all das, was die Schwarzen brauchen, um aus ihrer Misere herauszukommen: konservative Familienwerte, Bildung, Erfolgsstreben.

Vor einigen Wochen hat Obama im Weißen Haus jenes Fest begangen, das zu feiern Martin Luther King nicht mehr vergönnt war: Als erster amerikanischer Präsident war er Gastgeber einer jüdischen Sederfeier. Auf die erste Familie des Landes kann sich somit kein Schwarzer berufen, der in den USA judenfeindliche Ressentiments hegt.

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2 Antworten

  1. Was die Chancenungleicheit von Juden und Schwarzen in den Usa anbelangt, braucht man sich bloss den Roman von Phillip Roth, der menschliche Makel“ zu vergegenwärtigen, wo, um in seiner Karriere nicht behindert zu sein, der Held des Buches seine afro amerikanische Identität gegen eine Jüdische austauscht. Die diesem Roman zugrunde liegende real Figur, war Anatole Broyard, der langjährige Literaturkritiker der New York Times.

  2. Vollkommen verquere Sichtweise, waeren juden genauso diskriminiert gewesen, waeren sie in der gleichen situation. Vorausgesetzt sie haetten ein sichtbares metkmal gehabt, z.b. einen punkt auf der stirn etc.
    Schwarze bekamem keine kredite, hatten keinen zugang zur grschaeftswelt. Wenn ein schwarzer etfolgreicglh war, wurde er rasch boykottiert, oder das geschaeft wurde abgefackelt oder der besitzer gelyncht. No chance

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