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Die Tragödie der jemenitischen Juden

von Lyn Julius

Die Regierung hält sich raus und lässt zu, dass die Dschihad-Banden die Juden aus dem Jemen vertreiben. Jetzt ist die Gemeinschaft der Juden am Rande der Ausrottung.

Die letzten Juden verlassen den Jemen.  Sie packen ihre Taschen und ziehen nach Israel oder in die USA.  Eine Gemeinschaft aus biblischen Zeiten ist am Rande der Ausrottung. Vor sechzig Jahren lebten eine Million Juden in den arabischen Ländern, aber die Gewalt und die staatlich sanktionierte Diskriminierung, die sie zu zionistischen Spionen machte, zwangen sie alle bis auf 4.000 zu fliehen -, die vor allem noch im Jemen, in Marokko und Tunesien leben.

Die meisten Juden kamen in den 50er Jahren auf dem Luftweg aus dem Jemen nach Israel. Die 400 Übriggebliebenen, die nicht nach Israel wollten, kamen unter den Einfluss der nicht-zionistischen Satmar-Sekte. Einige kamen zurück, nachdem sie einen Geschmack vom Lebens in den USA oder Israel bekommen hatten (die Regierung drückt in der Regel die Augen zu, wenn Juden in den jüdischen Staat reisen). Nun haben sich die Dinge so schlecht entwickelt, dass auch diese Eingefleischten gehen.

Der Mord im Dezember an Moshe al-Nahari, einem 30-jährigen Lehrer in Reda, nördlich der jemenitischen Hauptstadt gelegen, löste diese jüngste Krise aus. Zuerst machten die Behörden geltend, dass der Mörder „geistig gestört“ war. Aber es wurde klar, dass er religiös motiviert war, denn er schrie „Konvertiere oder stirb, Jude!“, als er fünf Kugeln in sein Opfer pumpte. Seit einiger Zeit bedrohen Dschihad-Banden die Juden im Jemen. Mädchen wurden entführt und gezwungen, lokale Stammesangehörige zu heiraten. Vor zwei Jahren wurden 45 Juden, die aus ihrem Dorf al-Salem in Nord-Jemen durch Drohungen von Schiiten (Huthis) vertrieben wurden, in die Hauptstadt Sanaa umgesiedelt.

Jemen ist kaum eine Oase der Ruhe: Es verfügt über mehr Waffen als Menschen. Die Juden sind nicht die einzigen, die in der langen Geschichte der Gesetzlosigkeit und Instabilität zu leiden haben. In letzter Zeit jedoch haben es die Juden besonders schwer.

Juden, Scheiche, Aktivisten und Anwälte sind sich alle einig, dass die Bedrohung ein All-Zeit-Hoch erreicht hat. Nach dem Mord an al-Nahari wurden die Juden in ihren eigenen Häusern belagert und es wurden Benzin-Bomben auf sie geworfen. Moshes Bruder, Rabbi Yahia Ya’ish, appellierte an die Regierung: „Schützt oder lasst uns ausreisen“. Diejenigen, die gerne ausreisen wollten, bekamen ihre Reisepässe nicht, da der Regierungs-Computer auf geheimnisvolle Weise zusammengebrochen war.

Jemens Präsident Ali Abdullah Saleh verpflichtete sich, die Juden in Sanaa unter seinen Schutz zu nehmen, wo er im Gegensatz zu den ländlichen Gegenden die Kontrolle hat. Manche sagen, die Regierung meint es gut, aber sie ist wirkungslos; andere sagen, dass die versprochene Umsiedlung nie ernst gemeint war. Die Juden sollten in zwei Häuser-Blocks untergebracht werden – zu klein für ihre großen Familien und anfällig für Angriffe. Aber sie konnten noch nicht einmal ihre Häuser in Reda verkaufen, nachdem lokale Imame mögliche Käufer eingeschüchtert hatten.

Das Urteil im Fall des Al-Nahari-Mordes im März war der letzte Strohhalm. Während des Prozesses bedrohte die Familie des Mörders die Verwandten des Opfers. Statt der vorgeschriebenen Todesstrafe ordnete der Richter an, dass die Mörder „Blut-Geld“ zu zahlen haben. Die Juden fühlten sich unsicherer als je zuvor: die Jewish Agency und die US-Regierung wurden tätig und planten eine Rettungs-und Neuansiedlungs-Aktion für die Juden.

Der Journalist Mahmud Taha, der die Geschichte verfolgte, ist nicht verwundert, dass die Juden gehen wollen.

„Es gibt keine andere Möglichkeit für die jemenitischen Juden als zu emigrieren. Die lokalen Behörden haben es versäumt, sie zu schützen … Die Juden haben es satt und sind in einer unerträglichen Situation“, sagte er.

Mansour Hayel, ein muslimischer Menschenrechtsaktivist und jemenitischer Juden-Experte, gibt die Schuld der Regierung:

„Im Jemen gibt es kaum eine Predigt in einer Moschee, die frei von Fanatismus ist. Selbst die politische Rhetorik der Regierung drängt die Juden an den Rand und die Zivilgesellschaft ist zu schwach, um sie zu schützen“, sagt er.

Vielleicht, weil sie verstehen, dass die Toleranz gegenüber Minderheiten der Schlüssel zur Stärkung der Zivilgesellschaft im Jemen ist, verteidigen Jemens Menschenrechtsaktivisten jüdische Rechte energisch. Sie wollen, dass die Medien anfangen, Demokratie und Toleranz zu fördern;  gleiche Bürgerrechte für Juden, die diskriminierende Steuern zahlen und – da sie Dhimmis sind – unter verschiedenen Benachteiligungen des Scharia-Rechts leiden. Aber die Juden, deren Leben in Gefahr sind, sind kaum lange genug zu halten, damit sie sehen, wie solche Reformen umgesetzt werden.

Die Lehre, die man aus dem endgültigen Exodus der Juden aus dem Jemen zieht, ist, dass die arabische Welt noch nicht einmal nicht-zionistische Juden toleriert. Es gibt keine Zukunft für den kläglichen Rest in den arabischen Ländern, wenn ihre Sicherheit nicht garantiert werden kann.

In Marokko, wo die jüdische Exil-Gemeinde am größten ist, haben die Juden die Sympathie des Königs traditionell mit überwältigender Loyalität zurückgezahlt. Aber der König von Marokko war nicht in der Lage oder nicht willens zu verhindern, dass 260.000 Juden angesichts steigendem Antisemitismus in den 60er Jahren, Medienhetze und erzwungenen Konversionen geflohen sind.

Selbst wohlwollende Herrscher waren machtlos, die Flut von antijüdischem Hass, der in der arabischen Welt aufbrandete, einzudämmen.  Nur wenige Araber werden jemals einen Juden in ihrem Leben persönlich treffen und die Leichtgläubigen glauben der Dämonisierung und den Verschwörungstheorien, die in ihren Medien verbreitet werden.

Kein Wunder, dass die Juden offizielle Einladungen zur Rückkehr, um wieder in ihren Geburtsländern zu leben, verschmäht haben. Juden besuchen sie als Touristen, aber nur wenige sehen ihre Zukunft in diesen Ländern. In Tunesien und Marokko hat al-Qaida in den Jahren 2002 und 2003 gezielt Juden ins Visier genommen. Im April versetzte die Ermordung eines Juden in Casablanca die Gemeinschaft in Panik. Im Mai wurden acht Terroristen verhaftet, die Angriffe auf jüdische Einrichtungen geplant hatten. Wenn Marokko und Tunesien nicht den Dschihad-Terrorismus und die Anstiftung dazu deckeln, werden auch bald ihre letzten Juden den bedrängten jemenitischen Juden folgen.

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2 Antworten

  1. Ich jemenitisch und kann bezeugen, dass nicht nur die Juden im Jemen ausgerottet werden sondern das ganze Volk. Wir haben keine richtige Regierung, kein Gericht, keinen richtigen Staat. Unser Präsident war nie in der Schule gewesen, ihr könnt euch vorstellen, wie das gesammte Land unter seiner Herrschaft sein kann.

    Es ist nichts gegen die Juden im Jemen, auch Millionen von Muslime da haben Probleme gegen die verdammte dumme Regierung, von der Man gar nichts bekommt, es sei denn man Geiseln entführt.

  2. Sehr lesenswert und informativ: Der Blog Nach der Wahrheit graben hat eine ausführliche und sorgfältige Zusammenstellung zum Thema geschrieben, darunter auch Lyn Julius übersetzt und kommentiert:

    http://castollux.blogspot.com/2009/06/aufmerksamkeit-auf-judische-fluchtlinge.html

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