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    Benjamin Disraeli

    Es gehört oft mehr Mut dazu, seine Meinung zu ändern, als ihr treu zu bleiben.
    Friedrich Hebbel

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Geert Wilders – warum war (ist) er so erfolgreich?

Leon Winter zitiert in seinem Beitrag die Journalistin und Philosophin Fleur Jurgens (geb. 1972). Sie war Redaktorin beim Wochenblatt HP/De Tijd und hat sich auf die Problematik der marokkanischen Gemeinden in den Niederlanden spezialisiert.
Fleur Jurgens ist eine bemerkenswert gute Beobachterin, die sich nicht scheut, klar und unumwunden aufzuzeigen, wie kritisch das Problem der marokkanischen Zuwanderer in den Niederlanden ist.

Hier ein Zitat aus einem ihrer Artikel:

«Sieben von zehn jungen Marokkanern verlassen die Schule ohne brauchbaren Abschluss; vierzig Prozent der jungen Marokkaner sind arbeitslos; jeder zehnte wird bei der Polizei als mindestens einer strafbaren Handlung verdächtig geführt. Fast jeder dritte Insasse einer Jugendstrafanstalt ist marokkanischer Abstammung. Der Prozentsatz Strafverdächtiger unter den marokkanischen Zuwanderern der zweiten Generation ist höher als bei allen anderen ethnischen Minderheiten in den Niederlanden und doppelt so hoch wie bei der ersten Generation zugewanderter Marokkaner.
Überdurchschnittlich viele Marokkaner gehören zum harten Kern der jugendlichen Wiederholungstäter. Diese Jungen wachsen in bedenklichen Milieus auf, in denen die Inanspruchnahme von Sozialleistungen sehr gebräuchlich und ein Arbeitsplatz eine Ausnahmeerscheinung ist. Von den marokkanischen Männern in den Niederlanden beziehen sechzig Prozent Sozialhilfe, die Hälfte von ihnen wegen Erwerbsunfähigkeit.
In Amsterdam lebt jede vierte marokkanische Familie von Sozialhilfe. Die Hälfte der marokkanischen Kinder in Amsterdam wächst in Armut auf.»

Vielleicht beginnen Sie jetzt ein wenig zu verstehen, warum Geert Wilders in den Niederlanden so viele Anhänger gefunden hat. Zumal man davon ausgeht, dass der Anteil der Bürger marokkanischer Abstammung – mit derzeit rund 350 000 gegenüber einer Gesamtbevölkerung von 16 Millionen noch eine relativ begrenzte Gruppe – angesichts ihres weit unter dem Bevölkerungsmittel liegenden Durchschnittsalters rasch anwachsen wird. Die Einwanderung von Marokkanern in die Niederlande kann für alle Betroffenen eigentlich nur als Katastrophe bezeichnet werden.

Die Marokkaner in den Niederlanden sind fast ausnahmslos Berber, die kaum Arabisch sprechen können. Sie stammen aus entlegenen Regionen des Rif-Gebirges, wo der Lebensunterhalt mit einfacher Feldarbeit bestritten wurde. Da gab es keine nennenswerte schulische Ausbildung, keine Lesetradition, kein vielgestaltiges öffentliches Leben, nicht die Spur einer westlichen kosmopolitischen Kultur. Die Übersiedlung in die offene niederländische Gesellschaft führte für diese Menschen zu großen Anpassungsproblemen und – nach der Entdeckung, dass ihnen die Qualifikationen für eine erfolgreiche Integration fehlten – Desillusionierung und Frustration. Mit den einfachen Fertigkeiten, die schon in der traditionellen agrarischen Kultur im Rif zu kaum mehr als einem kargen Leben gereicht hatten, war unter niederländischen Gegebenheiten rein gar nichts mehr anzufangen.

Dennoch zogen die Immigranten ein Leben mit Sozialhilfe in einem niederländischen Vorort dem Dasein in einem marokkanischen Bergdorf bei weitem vor – schließlich bekam man die Sozialhilfe ohne nennenswerte Anstrengungen.

Die stolzen Berber empfanden freilich keine Dankbarkeit gegenüber den Christen und Ungläubigen, die ihnen diese Sozialleistungen zur Verfügung stellten, sondern nahmen eine ablehnende Haltung ein. Statt einen  Anpassungsprozess mitzumachen, der rasch zur Integration geführt hätte, wandten sich viele Marokkaner von der toleranten Gesellschaft ab, die sie so großzügig und gastfreundlich empfangen hatte. Ihre Aufnahme in die niederländische Gesellschaft hat viele Milliarden Euro mehr gekostet, als sie an Produktivität und Steuern eingebracht haben.

Das ist der Kontext, in dem man den Erfolg von Geert Wilders sehen muss. Wilders hat sich die Themen zu eigen gemacht, die die arrivierten politischen Parteien vernachlässigt haben. In einer Zeit, da Political Correctness und Kulturrelativismus die öffentliche Diskussion beherrschten, war es so gut wie unmöglich, ein Sozialverhalten zu kritisieren, das sich nicht mit sozioökonomischen Faktoren entschuldigen ließ. Marokkanische oder islamische Immigranten werden in den Niederlanden ganz selbstverständlich von nichts ausgeschlossen. Im Gegenteil, Schulen mit einem hohen Anteil an ausländischen Kindern, sogenannte «schwarze Schulen», erhalten mehr öffentliche Gelder als «weiße Schulen». Die Möglichkeiten, die die wohlhabende und gut organisierte niederländische Gesellschaft ihnen bietet, sind in Umfang und Qualität himmelweit von dem entfernt, was ihnen im Rif geboten werden könnte.  Trotzdem nutzen viele Kinder marokkanischer Abstammung diese Chancen nicht. Es fehlt an Einsatz, an Identifikation mit der niederländischen Umwelt, die Eltern motivieren sie nicht und erziehen sie nicht zu Mitgliedern der Gesellschaft.

Die Probleme marokkanischer Immigranten sind also nicht durch sozioökonomische, sondern durch andere Faktoren bedingt, die wir, politisch korrekt, wie wir sind, nur hinter vorgehaltener Hand auszusprechen wagen. Es geht um ethnische Kultur, um die doppelten und dreifachen Identitätsprobleme von Berbern, die aus Marokko in die Niederlande gekommen sind, um die Identifikation von Jugendlichen mit dem Rock-and-Roll-Islam von al-Qaida und palästinensischen «Freiheitskämpfern».

Pim Fortuyn war der erste Instant-Politiker, der diese Themen aufgriff, er wurde dafür von einem linksradikalen Tierschutzaktivisten ermordet. Wilders hält Fortuyns Fahne hoch und punktet damit. Er hat erkannt, dass der Wohlfahrtsstaat nur überleben kann, wenn er ausschließlich gutausgebildete und hochdisziplinierte Immigranten zulässt und den Zustrom frustrierter und vor allem schlechtausgebildeter Muslime aus Marokko und der Türkei unterbindet. Ist so etwas rechtsradikal? Oder ist es gesunder Menschenverstand?

In den internationalen Medien wird Wilders als extremer Rechtsaußen dargestellt. Das ist er nicht. Seine Gegner und ungenügend informierte ausländische Berichterstatter übernehmen gern die Kritik politisch korrekter niederländischer Politiker und Journalisten. Wilders ist hochgewachsen, er hat eine auffällige Haartracht, und wenn man ihm persönlich begegnet, frappiert der große Kontrast zwischen seinem Image in den ausländischen Medien – der Kryptofaschist – und dem sanftmütigen, fröhlichen Menschen, der er in Wirklichkeit ist. Wilders ist ein leidenschaftlicher Populist, der ganz genau weiß, wann er die Medien mit extremen Äußerungen provozieren kann. Er hat eine breitgefächerte Anhängerschaft von Sozialisten bis hin zu Konservativen, die sich allesamt Sorgen um die Zukunft des  Wohlfahrtsstaats machen – der per definitionem nur Bestand hat, wenn die Solidargemeinschaft zu den Werten des Nationalstaats steht.

Wilders wahrt achtsam Distanz zu Parteien und Gruppierungen, die als rechtsradikal eingestuft werden. Täte er das nicht, würde er seine Anhänger in den Niederlanden sofort verlieren. Setzt er seinen Vormarsch fort und verdrängt die arrivierten Parteien, dann kann er, falls er nicht ermordet wird, die Fahne Fortuyns nach den nächsten Wahlen in die Räume des Ministerpräsidenten tragen.

Die niederländische Politik, die lange Zeit eine ziemlich fade Angelegenheit war, hat sich zu einer faszinierenden Szenerie entwickelt. Als Fortuyn noch lebte, habe ich ihm zu verstehen gegeben, dass ich ihn zwar nicht wählen würde, aber froh darüber sei, dass es ihn gebe. So geht es mir auch mit Wilders. Ob ich ihn je wählen werde, hängt von ihm selbst ab: Kann er sich auch zu einem vernünftigen Politiker mit Weitblick und gut durchdachten Konzepten für die Zukunft der Niederlande und Europas entwickeln? Wir wissen, wozu er nein sagt – jetzt wird es Zeit, dass wir erfahren, was er bejaht.

Aus dem Niederländischen von Hanni Ehlers
C: Weltwoche Nr. 24.09

Ist es falsch, die Probleme beim Namen zu nennen?
Ist das bereits Fremdenhass, wenn man Probleme bei einer bestimmten Bevölkerungsggruppe ausmacht?
Ist das Anti-Islamismus, wenn man feststellt, dass die Hilfsangebote der „Ungläubigen“ von den „Rechtgläubigen“ mit Verachtung gestraft werden und dadurch eine Integration schwierig bis unmöglich wird?

Nein.

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3 Antworten

  1. Danke für gute, „echte“ Informationen!
    Könnte es sein, dass unsere jämmerlichen, zerzausten und verratenen (Guantánamo) Demokratien (ich möchte in nichts anderem leben!!) genau das brauchen, was ihr versucht: Mutige, ideologiearme Entlarvung der kollektiven Lügen?
    Ihr seht genau und gut, hütet euch vor jedem Hass, der macht noch blinder als Liebe! Und grabt weiter! Wenn ich mit Kenntnissen zu Venezuela und der dortigen „Revolución“ nützlich sein kann, …gern!

  2. Ich und nicht nur ich, stehe voll hinter Geert Wilders, Intoleranz kann einfach nicht mit Toleranz bekämpft werden, und die Probleme gleichen sich europaweit, ob es nun Marrokaner wie in den Niederlanden sind, oder in Frankreich, ob es wie in Deutschland Türken oder Palästinenser sind, es ist die intolerante Religion, die nicht mit den europäischem Verständnis von Menschenrechte und Grundgesetz konform gehen.

    Gut, daß es einen Wilders gibt, der jetzt eine Fortsetzung zu „Fitna“ über Israel plant.
    DEN HAAG (inn) – Der niederländische Politiker Geert Wilders will eine Fortsetzung zu seinem Film „Fitna“ drehen. Darin soll unter anderem Israel eine große Rolle einnehmen.
    In dem 15-minütigen Film „Fitna“ (Arabisch für „Glaubensspaltung“) stellte Wilders Filmaufnahmen der größten islamischen Terroranschläge Koranversen gegenüber. Als der Film vor rund einem Jahr veröffentlicht wurde, befürchteten niederländische Sicherheitsexperten Gewaltausbrüche der Moslems. Diese trafen jedoch nicht im erwarteten Maße ein. Neben zahlreichen Protesten entstanden drei Filme, die einen Kontrapunkt zu „Fitna“ setzen wollten.

    So wie der Film im ersten Teil den „Völkermord-ähnlichen Antisemitismus in der muslimischen Welt“ herausgestellt habe, sagte Wilders, solle der zweite Teil zeigen, wie die „Zwänge der Islamisierung auf Israel“ abzielten, „um dort eine freie Gesellschaft zu behindern“. Wie die Tageszeitung „Ha´aretz“ berichtet, sei der Vorsitzende der niederländischen „Partei der Freiheit“ (PVV) ein Anhänger der Politik des israelischen Außenministers Avigdor Lieberman. Zudem beobachte er starke „Ähnlichkeiten“ zwischen Liebermans Israel Beiteinu und der „Partei der Freiheit“.

    „Der Film soll zeigen, dass der Krieg gegen Israel nicht nur territorial geführt wird. Vielmehr gilt Israel als erstes Angriffsziel bei der Verteidigung des Westens. Jetzt ist es Israel, als nächstes sind es wir“, fügte Wilders hinzu. „Abgesehen von der Solidarität liegt es im Interesse Europas, Israel zu unterstützen.“

    „Zwei-Staaten-Lösung mit Jordanien“
    Laut Wilders ist Israel unter dem derzeitigen Regierungschef Benjamin Netanjahu sicher, da es nicht automatisch eine Zweistaatenlösung akzeptiere. „Eine Zweistaatenlösung ist eine interne israelische Angelegenheit und deswegen zögere ich noch, einzugreifen. Aber ich persönlich denke, dass es eine Zweistaatenlösung für die Palästinenser gibt. Einer der Staaten sollte Jordanien heißen.“

    Die „Partei der Freiheit“ hat bei der Europawahl fünf Sitze gewonnen und ist damit die zweitgrößte niederländische Partei, die ihn Brüssel vertreten ist. Im niederländischen Parlament hat die Partei neun Sitze.

    http://www.israelnetz.com/themen/nachrichten/artikel-nachrichten/datum/2009/06/18/fortsetzung-zu-fitna-ueber-israel-geplant/

    Die genannten Lösungen finde ich persönlich auch als die beste Lösung, anstatt die Gelder der Weltgemeinschaft weiterhin sinnlos zu verbrennen, sollte man sich Gedanken über „Ankauf“ jordanischem Land machen und ALLE PalAraber dort sesshaft werden lassen, das Problem wäre ein für allemal gelöst, und wenn sich die PalAraber nicht benehmen können, liegt es an Jordanien, einen zweiten schwarzen September zu initiieren.

    Sorry, ist meine Meinung, sonst wird es ewig so weitergehen und Israel wird nie einen Frieden erleben. Zumal der Gedanke einer „Urbevölkerung“ ja auch auf Geschichtsrelativismus beruht…….man sollte sich einfach nur alte Reisebeschreibungen anschauen und schon erkennt man die große Lüge dieser Einwanderer.

    In seiner Rede vor den Vereinten Nationen im November 1974 behauptete Jassir Arafat: „Die jüdische Invasion begann 1881 … Palästina war zu dieser Zeit ein grünendes und blühendes Land, in der Mehrheit bewohnt von einem arabischen Volk, das dabei war, sich sein Leben aufzubauen und auf dynamische Weise seine einheimische Kultur zu bereichern.“ Historiker, Schriftsteller und Pilger beschreiben ein anderes Palästina:

    http://www.digmuenchen.de/contray/html/nahostkonflikt/nahostkonflikt-historie/palaestina—beschaffenheit-des-landes/

    Shalom

  3. Probleme beim Namen nennen geht gar nicht 😉

    Hab seit gestern einen Twitter-Account:

    http://antifo.wordpress.com/2009/06/16/antifo-auf-twitter/

    Kommt mir doch recht brauchbar vor. Mit Twitterfeed kann man seine Blog-Artikel per Twitter verfügbar machen.

    LG, Antifo

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