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    "An appeaser is one who feeds a crocodile - hoping it will eat him last." (W.Churchill)

    Es ist einfacher, kritisch zu sein als korrekt.
    Benjamin Disraeli

    Es gehört oft mehr Mut dazu, seine Meinung zu ändern, als ihr treu zu bleiben.
    Friedrich Hebbel

    Die beste und sicherste Tarnung ist immer noch die blanke und nackte Wahrheit. Die glaubt niemand!
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    „Ich für meinen Teil bin der Meinung, dass es nicht zum Begriff der Demokratie gehört, dass sie selber die Voraussetzungen für ihre Beseitigung schafft …
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Freilassung von Gilad Schalit steht offenbar bevor

Die Freilassung des in den Gazastreifen entführten israelischen Soldaten Gilad Schalit steht offenbar bevor. Nach Angaben des ARD-Hörfunkstudios Kairo meldeten ägyptische Zeitungen, Israels Verteidigungsminister Ehud Barak habe sich bei seinem Besuch in Kairo mit den Ägyptern auf einen Dreistufen-Plan geeinigt. Anschließend sei eine ägyptische Delegation in den Gazastreifen aufgebrochen, um die Voraussetzungen für eine Freilassung Schalits zu prüfen.

Wie die unabhängige Tageszeitung al-Masri al-Youm aus Regierungsquellen erfahren haben will, solle Schalit nach Kairo gebracht werden; gleichzeitig werde Israel 150 Palästinenser freilassen. Wenn Schalit in Israel eintrifft, sollen noch einmal 450 Gefangene freikommen und in einer dritten Stufe weitere gut 400. Hamas-Politbürochef Khaled Maschaal hatte angeblich bei seinem letzten Besuch in Kairo diesem Plan zugestimmt.

Am vergangenen Freitag kündigte Israel die Freilassung des palästinensischen Parlamentspräsidenten Asis Dweik an. Der Hamaspolitiker war im August 2006 als Reaktion auf die Entführung Schalits festgenommen worden. Dies könnte ein erstes Zeichen für den bevorstehenden Gefangenenaustausch sein.

Warten wir mal. Nach über 1.000 Tagen warten und bangen verlassen wir uns lieber auf Fakten. Aber das wäre – selbst bei 1.000 freizulassenden palästinensischen Gefangenen, die garantiert nicht unschuldig sind wie Shalit – ein echtes Highlight.

UPDATE 24.6.09:

Israel hat gestern den Hamas-Parlamentssprecher Asis Dweik am Dienstag nach fast dreijähriger Haft entlassen. Der Palästinenser war im August 2006 nach der Entführung des israelischen Soldaten Gilad Schalit zusammen mit Dutzenden ranghohen Hamas-Vertretern verhaftet worden. … Er war nach seiner Festnahme wegen Mitgliedschaft bei der von Israel und den USA als Terror-Organisation eingestuften Hamas zu drei Jahren Haft verurteilt worden.

Der unabhängige Rechtsexperte Mosche Negbi verteidigte die Freilassung Dweiks im israelischen Rundfunk:

„Man kann Leute nicht als Geiseln festhalten. Die Hamas bedient sich zwar dieser abscheulichen Methode, aber ein Rechtsstaat kann sich nicht verhalten wie ein Terrorstaat.“

Wie die Hamas erklärte, gebe es keine Verbindung zwischen der Freilassung Dweiks und den Verhandlungen über Gilad Schalit. Die Entlassung hochrangiger Vertreter der Organisation werde weder die Haltung der Hamas ändern, noch zu mehr Flexibilität bei den Verhandlungen führen. Die Freilassung sei vielmehr ein Sieg der internationalen Diplomatie und der Diplomatie der Hamas, so Fawsi Barhum, ein Sprecher der Organisation.

Also, nochmal zum Mitlesen: Die Freilassung Dweiks ist ein Sieg der internationalen und der Hamas-Diplomatie? Er wird am Ende seiner Haftzeit entlassen, wie das in einem Rechtsstaat üblich ist – er durfte sicherlich auch Besuch empfangen – und dann wird von der Hamas ein Sieg der Diplomatie verkündet?
Was ist mit den endlosen, diplomatischen Versuchen der Israelis, der Europäer, Amerikaner, des Roten Kreuzes und anderer, auch nur einen Besuch bei Shalit zu erreichen? Nada. Niente. Gar nichts. Nach fast 3 Jahren weiß Shalits Familie nicht einmal genau, ob er noch am Leben ist, geschweige denn, wie es ihm geht.
Das ist eine Hamastypische Verhöhnung aller Werte. Sie lieben das Leben nicht, sie lieben den Tod.

Ein Hattip von heplev:

Und ein Kommentar von Elena Bonner (sehen Sie hier nach, wenn Sie die ehemalige Regimekritikern der UDSSR nicht kennen). Sie kritisiert ihre Menschenrechtskollegen scharf wegen deren Schweigen zu Korporal Gilad Shalit. Bonner schreibt in The New Republic:

Und eine andere Frage, die mir seit langer Zeit ein Dorn im Auge ist. Es ist die Frage an meine Menschenrechtskollegen. Warum berührt Sie das Schicksal des israelischen Soldaten Gilad Schalit nicht genauso wie das der Gefangenen in Guantanamo?

Sie setzten sich dafür ein und bekamen die Möglichkeit, dass das Internationale Rote Kreuz, Journalisten und Rechtsanwälte Guantanamo besuchen können. Sie kennen die Zustände im Gefängnis, den Tagesablauf der Gefangenen und was sie zu essen bekommen. Sie konnten mit Insassen sprechen, die gefoltert worden waren. Das Resultat Ihrer Bemühungen war ein Folterverbot und ein Gesetz, das die Schließung des Gefängnisses festgesetzt hat. Präsident Obama unterzeichnete es in seinen ersten Amtstagen. Und obwohl er, genau wie Präsident Bush vor ihm, nicht weiß, wie weiterhin mit den Guantanamo-Gefangenen zu verfahren ist, gibt es Hoffnung, dass die neue Administration eine Lösung finden wird.

Aber während der zwei Jahre, die Schalit von den Terroristen gefangen gehalten wurde, hat die weltweite Menschenrechtsgemeinschaft nichts zu seiner Freilassung unternommen.. Warum? Er ist ein verletzter Soldat und fällt vollständig unter den Schutz der Genfer Konvention. Die Konvention sagt eindeutig, dass Geiselnahme verboten ist, dass Repräsentanten des Roten Kreuzes Zutritt zu Kriegsgefangenen haben müssen, speziell zu verwundeten Soldaten; und in der Genfer Konvention steht noch einiges mehr Schalits Rechten. Die Tatsache, dass Repräsentanten des [Nahost-] Quartetts Verhandlungen mit Leuten führen, die Schalit an einem unbekannten Ort festhalten, zeigt eindeutig ihre Verachtung der Dokumente des Internationalen Rechts und ihren totalen rechtlichen Nihilismus. Sind Menschenrechtsaktivisten auch nicht mehr in der Lage, an grundlegende Dokumente Internationalen Rechts zu erinnern?

Und dennoch denke ich (und manche werden das naiv finden), dass der erste kleine, aber reale Schritt hin zu Frieden die Freilassung von Schalit sein muss. Freilassung – und nicht ein Austausch gegen 1.000 oder 1.500 Gefangenen, die in israelischen Gefängnissen sitzen und wegen realer Verbrechen Haftstrafen verbüßen.

Ausgehend von meiner Frage, warum Menschenrechtsaktivisten schweigen, kann ich keine andere Antwort finden als die, dass Schalit ein israelischer Soldat ist und Jude. Es handelt sich also wieder um bewussten oder unbewussten Antisemitismus. Und abermals – es ist Faschismus.

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