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    Thomas Mann

    "An appeaser is one who feeds a crocodile - hoping it will eat him last." (W.Churchill)

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    Es gehört oft mehr Mut dazu, seine Meinung zu ändern, als ihr treu zu bleiben.
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Irans Präsidenten sprechen

Offener Brief von Mag. Alexander Gruber an leitende Professoren der Universität Wien, darunter der Rektor und Vizerektor,im Herbst 2008:

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit Entsetzen habe ich vernehmen müssen, dass die Universität Wien dem Ex-Präsidenten der Islamischen Republik Iran Mohhamad Khatami am Montag, den 27. Oktober[2008] die Gelegenheit bietet, eine Vorlesung im kleinen Festsaal zu halten.

Jenem Khatami, unter dessen Präsidentschaft im Iran dutzende Homosexuelle hingerichtet wurden – das international wohl bekannteste Beispiel waren der 16 jährige Mahmoud Asgari und der 18 jährige Ayaz Marhoni, die am 20. Juli 2005 in Mashhad an einem Baukran erhängt wurden. Auf dies Praxis angesprochen antwortete Kahatmi in einem Vortrag an der Kennedy School of Government in Harvard:

“We’re at a university, the cradle of science, so we can speak of it scientifically. In all schools of thought and in all religions there is punishment and punishment is not a form of violence. Punishment is seen as a response to violence or deviance in society and if there is no punishment in a society a society cannot run effectively (…) As an expert of Islamic sciences I tell you that capital punishment is accepted in Islam (…) So yes you are correct homosexual activity is a crime in Islam. And crimes are punishable. (…) And that we must differentiate between punishment and violence.”

Dieselbe Position bezieht Khatami auch in Bezug auf Ehebrecherinnen, was vor dem Hintergrund der strengen Geschlechtersegregation der Islamischen Republik – die Khatami offensiv verteidigt, wie etwa in Salaam am 11. Mai 1997 – auch nicht weiter verwunderlich ist:

“One of the major mistakes in the West has been women’s emancipation which has disintegrated the family … Staying in the home does not mean being pushed to the sidelines.”

Derselbe Khatami, der im Westen gerne als moderat bezeichnet wird, was nichts anderes bedeutet, als dass er eine weniger konfrontative Methode zur Durchsetzung der islamischen Theokratie verkörpert, unterscheidet sich auch in Bezug auf seinen Antisemitismus nur graduell von Hardlinern wie Ahmedinejad:

Im August 1998 bezeichnete der damalige iranische Präsident Mohammad Khatami in einem Gespräch mit jordanischen Politikern Israel als „Plage“ und „größten Feind des Islam und der Menschheit“. (Jordan Times)
Am 2. Oktober 2000 rief Khatami in Teheran Muslime auf die „unmenschlichen und unterdrückerischen Verbrechen des internationalen Zionismus“ zu enthüllen. (Presidency of the Islamic Republic of Iran)
Juli 2002:

„Israel ist die unterdrückerischste und grausamste Regierung in der Welt“. (Los Angeles Times)

Im Oktober 2005 unter der Präsidenschaft Ahamdineschads:

“Israel ist eine Manifestation des Staatsterrorismus“. (MEMRI)

Ich stelle mir die Frage, ob die Universität Wien der richtige Ort ist, einem antisemitischen, frauenfeindlichen, die Todesstrfae für homosexuelle fordernden Politiker ein Podium zu bieten – einem Politiker, der durchaus der nächste Präsident eines Landes sein könnte, das einem anderen UNO-Mitgleid permanent mit Vernichtung droht und sich in den Besitz von Atomwaffen zu setzen trachtet, um diese Drohungen auch wahr werden lassen zu können.

Ich möchte hiermit meinen Prostest kundtun und Sie darum bitten, die Vorlesung in kleinen Festsaal zu untersagen.

Mit freundlichen Grüßen,
Mag. Alexander Gruber

Der Brief selber ist Geschichte. Interessant sind die zitierten Aussagen Khatamis.

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2 Antworten

  1. Typisches Täuschungsmanöver?

  2. Orient und Okzident in Weimar

    Die Rede des iranischen Präsidenten Mohammed Khatami
    in Weimar am 12.7.2000 (Quelle: Botschaft der I.R. Iran, Bonn)

    Sehr geehrter Herr Präsident, verehrte Professorinnen und Professoren, meine sehr verehrten Damen und Herren,

    für mich ist die Anwesenheit im Kreise der Denker und Kulturschaffenden stets ein Vergnügen. Doch dieses Treffen, das mit der besonderen Stellung des Denkens und der Kultur Deutschlands und mit deren hervorragendem Symbol Weimar in Zusammenhang steht, hat eine andere unvergeßliche Qualität.

    Vor mehr als einem Jahr sprach ich an der Universität Florenz von einer Notwendigkeit in unserer Welt, die ich heute aus einer anderen Perspektive behandeln möchte. Dort sagte ich, daß der Dialog der Zivilisationen und Kulturen ein Begriff ist, der durch das stetige Bemühen um die Annäherung an die Wahrheit und die Verständigung entstanden ist. Der Dialog ist die Logik des Sprechens und des Hörens. Er hat weder mit den Skeptikern zu tun noch mit denen, die glauben, im Besitz der Wahrheit zu sein. Aus diesem Grunde bedarf der Dialog der Kulturen des »Hörens von anderen Kulturen und Zivilisationen«.

    Die heutige Welt ist auf der Suche nach einer neuen Grundlage für die Regelung menschlicher und gesellschaftlicher Beziehungen. Diese Grundlage ist nach unserer Ansicht der Dialog, in dem Ost und West keine Objekte der Erkenntnis, sondern Gesprächspartner sind. Dialog im Sinne der klaren geographisch-kulturellen Kenntnis der Welt, des kritischen Blicks auf sich und andere, der Bemühung um das vergangene Erbe mit gleichzeitiger Suche nach neuen Erfahrungen. Dialog über die Notwendigkeiten und Bedürfnisse des Menschen im Kontext des heutigen und des morgigen Lebens. Für einen wirklichen Dialog zwischen den Zivilisationen und Kulturen müssen neue Türen aufgestoßen werden, um die Realitäten der Welt zu erkennen und neue Einsichten in die östliche und die westliche Welt zu gewinnen.

    Die grundlegende Frage ist, wie eine gemeinsame Aussicht für das Sehen, ein gemeinsamer Ort für das Hören und eine gemeinsame Sprache für das Sprechen gefunden werden können. Ein Dialog hinter trüben Scheiben, mit tauben Ohren und unbekannten Sprachen kann nicht geführt werden. Wir müssen auf der Grundlage unserer östlichen und westlichen Herkunft und über den engen Rahmen der Sprachregelungen und die professionellen Parolen der internationalen Konfrontationen hinaus miteinander reden. Dialog ist vor allen Dingen die Suche nach mitfühlendem und vertrauensvollem Kontakt. Im gemeinsamen weltweiten Bemühen um die geistige Entfaltung und die materielle Entwicklung des Menschen werden die west-östlichen Verständigungsschleier immer dünner. Dies bedeutet natürlich nicht, daß die Kulturen assimiliert, aufgelöst und ihre Vielfalt und Unterschiede aufgehoben werden können. Die Menschen aus dem Orient und Okzident können trotz der Parallelität ihrer Kulturen verschiedene Geschöpfe sein, die einander ergänzen und sich im tiefen Bewußtsein mit der angestammten Heimat verbunden fühlen. West und Ost sind nicht nur geographische Gebiete, sie sind auch Weltanschauungen und Seinsweisen. In einem echten Dialog können durch die Anerkennung dieser Potenziale, Identitäten und Einstellungen in Ost und West der gebührende Anteil der Parteien akzeptiert, ihre höheren Wahrheiten herausgestellt und für die sich im Wandel befindliche Welt eine gemeinsame menschliche Essenz zwischen der Materialität und der Spiritualität gesucht werden.

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