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    Benjamin Disraeli

    Es gehört oft mehr Mut dazu, seine Meinung zu ändern, als ihr treu zu bleiben.
    Friedrich Hebbel

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    „Ich für meinen Teil bin der Meinung, dass es nicht zum Begriff der Demokratie gehört, dass sie selber die Voraussetzungen für ihre Beseitigung schafft …
    Man muss in einer Demokratie auch den Mut zur Intoleranz denen gegenüber haben, die die Demokratie gebrauchen wollen, um sie zu beseitigen!”
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Ist der Klimalwandel wichtig?

… nur weil wir ständig darüber lesen und einige Leute ununterbrochen davon reden?

Angenommen, die besten Köpfe der Welt hätten 75 Milliarden Dollar, um die dringendsten Probleme der Welt anzupacken. Was würden sie damit tun? Soviel vorab: der Klimawandel schafft es nicht unter die Top Ten Probleme.

… „Global Warming“ hat es nicht auf diese Liste geschafft. Zu teuer die Maßnahmen, zu gering Effekt und Nutzen. Die dreizehn vorgeschlagenen Maßnahmen beschränken sich auf die Themen

  • Unterernährung,
  • Handelsbeschränkungen,
  • Seuchenbekämpfung,
  • Bildung und Gleichberechtigung.

Es geht um so profane Dinge wie

  • Impfprogramme,
  • Zusatzstoffe in der Kindernahrung zur Vermeidung von Mangelerscheinungen,
  • Erhöhung der Bildungschancen für Mädchen,
  • Malariavorsorge oder Tuberkulosebehandlung.

Top-Priorität hat für die Expertenrunde die Anreicherung von Kindernahrung mit Vitamin A und Zink. 140 Millionen Kinder in Afrika und Asien sind von Unterernährung betroffen, viele davon könnten mit dieser Maßnahme vom Hungertod bewahrt werden.

Es ist manchmal einfacher, sich mit gewissen Problemen zu beschäftigen, die weit weg sind als mit Dingen, die vor unserer Haustür sind. Dinge werden oft von den Medien und gewissen Interessengruppen hochgepuscht und wir beschäftigen uns mit deren Themen und passen durch den entstehenden gesellschaftlichen Druck unser Verhalten an – anstatt nachzudenken, was wirklich wichtig und richtig ist.
Zu diesem Phänomen des „Alarmismus“ eine Leseprobe aus dem Buch „Anleitung zum Zukunfts-Optimismus. Warum die Welt nicht schlechter wird“ von Matthias Horx

Das Phänomen des Alarmismus
Es ist Zeit für eine Definition. Unter Alarmismus verstehen wir ein soziokulturelles Phänomen, bei dem Zukunftsängste epidemieartig in weiten Bevölkerungskreisen grassieren. Diese Ängste entstehen aus einer bestimmten Interpretation von Gefahrenmomenten, die durchaus reale Ursprünge (oder Teilaspekte) aufweisen kann. Diese Gefahren werden jedoch symbolisch überhöht und auf ein vereinfachtes, eben katastrophisches Modell reduziert. Eine alarmistische Epidemie verläuft immer nach dem gleichen Muster:

1. Inkubation. Eine Gefahr wird aufgegriffen und in einem medialen Prozess gebrandet. Sie bekommt einen drastischen, wohlklingenden, angsterregenden Namen, zum Beispiel: „Waldsterben“ – „Atomtod“ – „Rinderwahn“ – „Vogelgrippe“ – „Klimakatastrophe“ – „Feinstaub“ – „Überalterung“ – „Krieg der Kulturen“ – „neoliberalistische Globalisierung“ – „neue Unterschicht“.
2. Fieberphase. Nun läuft eine kaskadenartige Sinnproduktion an. Experten treten auf und werden über Nacht zu Berühmtheiten. Sendungen zum Thema häufen sich im Fernsehen, die Schlagzeilen werden in immer größeren Lettern gedruckt. Bücher kommen in schnellem Takt auf dem Markt. Bis irgendwann alle „davon“ sprechen. Und jeder eine Meinung dazu hat: „Haben Sie schon gehört! Das wird ja immer bedrohlicher!“
3. Ritualphase. Man versucht, etwas zu tun, verweigert etwa bestimmte Kaufakte, meidet Orte. Schuldzuweisungen häufen sich, der Ton wird noch hysterischer.
4. Abklingphase. Das Phänomen hat seinen Höhepunkt überschritten. Es wird plötzlich langweilig oder fällt auf die Stufe des „postkatastrophalen Entertainments“ (Matthias Beltz) zurück. Nun erscheinen erste Betrachtungen, die das Phänomen nüchterner und komplexer betrachten, es sinnvoller einordnen, gar rationale Lösungsvorschläge machen. Allerdings werden diese kaum mehr wahrgenommen. Denn nun setzt bereits der nächste Zyklus ein …

Alarmismus ist kulturgeschichtlich nichts Neues – hysterische Angstepidemien begleiten die Menschheitsgeschichte. Nicht zuletzt basiert das katastrophische Lebensgefühl auf einem psychologischen „Angstlust“-Effekt, den der Publizist Friedrich Sieburg schon in der Nachkriegszeit, 1957, beschrieb:

Die Weltuntergangsstimmung durch scharfe Analysen ins allgemeine Bewusstsein zu heben und sie gleichzeitig auch noch zu genießen, gehört zu den Lieblingsbeschäftigungen des Menschen von heute … Der Alltag mit seinen tristen Problemen ist langweilig. Aber die bevorstehenden Katastrophen sind hochinteressant. Niemand soll uns um unsere Krise bringen! Wir haben ein Recht auf sie! Aber dass mir niemand zum jüngsten Gericht zu spät kommt!

Seit zu Beginn der siebziger Jahre die elektronischen Massenmedien eine wichtige Funktion übernahmen, scheint sich der „Issue Attention Cycle“ jedoch immer stärker zu beschleunigen. Die Verlaufskurve von Phase 1 bis 4 liegt heute bei etwa drei bis vier Monaten. Es gibt aber auch Alarme, die ihre Wirkkraft über Jahrzehnte entfalten. („Globalisierung“ zum Beispiel, oder auch „Global Warming“).
Alarmismus ist, wie ich in diesem Buch zeigen möchte, nicht nur ein kulturgebundener Reflex auf Bedrohungen, sondern verselbstständigt sich zu einer gewaltigen Industrie. Mit Alarmismus kann man Politik machen; Machtpolitik, Geldpolitik, Mentalpolitik. Hier geht es um die „große Knappheit“ der Informationsgesellschaft: Aufmerksamkeit. Wodurch kann man Aufmerksamkeit besser organisieren als durch Ängste? Und wodurch kann man Macht besser erreichen oder festigen als durch Inszenierungen von Angst?
Alarmismen erzeugen ständig neue Nachfragen nach Angstfetischen, seien es obskure Geräte gegen Magnetstrahlen oder Turnschuhe aus Bio-Jute. Sie generieren völlig neue, durchaus sinnvolle Marktsegmente, etwa den Bio-Lebensmittelmarkt. Aber nur der amerikanische Alarmismus bringt es fertig, innerhalb von einem Jahr die gesamte Nahrungskette zu verändern, sodass inzwischen in allen Supermärkten Fleisch, Eier und Fett ganz vorne in den Theken stehen, während Nudeln und Müsli in die Schmuddelecke befördert wurden! Und das alles nur, weil „Wissenschaftler festgestellt haben“, dass die grassierende Fettleibigkeit an zu vielen Kohlehydraten liegt!
Wie also funktioniert dieses System? Woraus speist es seine enormen mentalen Energien? Wer sind die Spieler auf dem Feld? Und vor allem: Wie müssen wir es interpretieren? Ist das Ganze nur ein Medienspektakel, das uns letztendlich ein wenig unterhalten, gruseln und das Fürchten lehren soll – ein zwar irgendwie überhitztes, aber funktionierendes Frühwarnsystem?
Oder haben wir womöglich gute Gründe, im Namen der Zukunft nicht nur skeptisch, sondern gar alarmistisch gegenüber dem Alarmismus zu sein?

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6 Antworten

  1. Das, was Du über Christen schreibst, das betrifft ja vor allem die, denen das gesellschaftliche Christentum nicht ausreicht. Die sich nicht anpassen wollen.

    Das „gesellschaftliche“ Christentum ist oft nur noch ein religiöses System mit einem Werteumfang, dass sozial und nett eingestellt ist. Der Glaube ist oft unpersönlich.
    Mein Glaube ist in erster Linie persönlich – an Jesus. Daraus ergibt sich dann mein Wertesystem.

  2. Ja klar, Menschen, die anders denken sind meist nicht so angenehm 😉 …
    Das, was Du über Christen schreibst, das betrifft ja vor allem die, denen das gesellschaftliche Christentum nicht ausreicht. Die sich nicht anpassen wollen.
    Dein Blog gefällt mir übrigens sehr gut, werde mich mal mit den einen oder anderen Themen befassen. Das ist ein sehr hoher Anspruch: Die Wahrheit. Und gut, wenn sich das noch jemand traut. Ich glaube, viele haben das schon aufgegeben (ich manchmal auch…)
    Tschöö.

  3. Ich weiß nicht, was bei Christen anders ist. Sie sollten vielleicht einfach mehr Sicherheit in ihrem Glauben haben und sich nicht so verrückt machen lassen. Denn Wissenschaft ist eben größtenteils „vergänglich”

    Zustimmung. Bloß wenn man schaut, wie Christen heute in der Gesellschaft wahrgenommen werden, wie sie verunglimpft und beschimpft werden – Fundamentalisten, unbelehrbar, wissenschaftsfeindlich, Homosexuellenhasser, … – dann muss man schon dagegen halten.
    Als Christ lasse ich mich von so etwas nicht verrückt machen. Ich kann Nachts gut schlafen, auch wenn das Klima rauer werden wird – und das wird es.
    Aber in meiner Verantwortung als Christ in Deutschland mache ich mir große Sorgen über die Verblendung und die vielen Lügen und Halbwahrheiten und über die Mechanismen, wie Menschen dazu gebracht werden, an bestimmte Dinge zu glauben – wie sie also manipuliert werden.
    Das kann ich so nicht stehen lassen, nicht als Christ, der die Wahrheit liebt und auch nicht als Bürger, der sein Land liebt.

  4. Nun ja, das ist es ja gerade. Dass ich als einfacher Bürger dazu angehalten werde, zu „glauben“. Drum finde ich eigentlich, man sollte sich mehr mit den Dingen beschäftigen, die einem nahe liegen, in denen man sich wirklich auskennt. Das ist eben fatal: Wenn man sich auf NICHTS mehr verlassen kann.
    Wir leben nun mal in einem System der Aufgabenverteilung. Das war mal anders. Früher hat jeder für sich gesorgt, heute sind wir aufeinander angewiesen. Und trotzdem meint irgendwie jeder, alles können zu müssen.
    Dass sie nach Lösungen suchen müssten, meinte ich aber ernst. Irgendwie erscheint mir das so, dass man immer eher darauf schaut, was falsch ist als wie man es besser machen könnte.
    Was du in dem anderen Artikel über Wissenschaft schreibst, da stimme ich dir übrigens zu. Ich weiß nicht, was bei Christen anders ist. Sie sollten vielleicht einfach mehr Sicherheit in ihrem Glauben haben und sich nicht so verrückt machen lassen. Denn Wissenschaft ist eben größtenteils „vergänglich“…

  5. Was letztlich bei sowas herauskommt, ist doch, dass wir für die Probleme in unserer direkten Umgebung nicht mehr die Kraft haben.

    Genau das ist der Effekt. Es entsteht eine Angst, die uns lähmt und unseren Blick von den Menschen unserer Umgebung weglenkt.

    Deine leicht optimistische Einstellung bzgl. Wissenschaftlichern – Damit müssten sich Wissenschaftler auseinandersetzen, die nach sinnvollen Möglichkeiten suchen – kann ich so allerdings nicht teilen, denn Wissenschaftler sind keine neutralen Wesen, sondern genauso mit Ideologie durchsetzt wie andere Menschen auch. Das führt auch mal dazu, dass sie ihre Meinungen als wissenschaftliche Erkenntnis ausgeben, damit ihre ideologischen Ziele erreicht werden.

  6. Ich denke, es ist beides. Es gibt viele Proleme in der Welt- die Umwelt ist eines davon. Schwierig ist mittlerweile nur, dass man sich oft mit zu vielen Dingen beschäftigt, denen man „ohnmächtig“ gegenübersteht. Daher auch die Angst, da man ja objektiv wirklich kaum was tun kann. Drum sind auch so Medienberichte eigentlich Unsinn, selbst wenn da was dran ist. Damit müssten sich Wissenschaftler auseinandersetzen, die nach sinnvollen Möglichkeiten suchen. Was letztlich bei sowas herauskommt, ist doch, dass wir für die Probleme in unserer direkten Umgebung nicht mehr die Kraft haben.

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