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Börsenprofis wetten auf Atom-Comeback

Wie soll man über die Energieträger denken? Atomkraft? Kohle? Wasser, Sonne, Wind? Gas? Wasserstoff?

Es gibt so viele Möglichkeiten, alle haben ihre Vor- und Nachteile. Fakt ist: Im Augenblick gibt es nur 2 Energieträger, die für das Gros unseren deutschen Energiehaushalts in Frage kommen: Kohle und Atomkraft. Beide sind aus Umweltsicht stark in der Diskussion.

Aber das Thema Atomkraft ist auch stark ideologiebeladen. Das ganze Thema ist ein Rückgrat der links-alternativen Bewegung in den 70ern und 80ern und als die rot-grüne Regierung den Atomausstieg verkündete, wähnten sie sich am Ziel ihrer Träume. Nur leider ist das nicht das Beste für unser Land.

Denn außer Deutschland setzen in Europa alle anderen Länder auf Atomkraft. Nun muss man nicht unbedingt immer der Mehrheit folgen, aber hier liegen gute Gründe vor.

Und was mich vor allem nachdenklich macht: Der Atomausstieg scheint mir stark ideologisch motiviert. Sicherlich hat die Atomenergie Probleme, aber es sind in letzten Jahren auch erhebliche Fortschritte gemacht worden. Es ist wohl das kleinere Übel, wenn man es mit der abgasstarken Kohletechnik vergleicht.

Die Energiekonzerne sehen traumhaften Zeiten entgegen: Börsianer spekulieren auf einen Wahlsieg von Union und FDP – und damit auf längere Laufzeiten für die deutschen Atomkraftwerke. Die Strombranche erwartet milliardenschwere Extragewinne, Analysten raten zum Kauf von E.on- und RWE-Aktien.

Hamburg – Die Atomindustrie ist in Feierlaune. Gleich zwei Jubiläen begehen die Stromkonzerne in diesem Jahr: Vor 50 Jahren gründete sich das „Deutsche Atomforum e.V.“, die Lobbyorganisation der Branche. Und ebenfalls vor 50 Jahren verabschiedete der Bundestag das Atomgesetz, das den Bau und Betrieb von Kernkraftwerken in Deutschland regelt.

In wenigen Wochen könnte ein weiterer Grund zum Feiern hinzukommen: ein möglicher Wahlsieg von Union und FDP bei der Bundestagswahl am 27. September. Sollte Schwarz-Gelb die neue Regierung stellen – worauf die Umfragen gegenwärtig hindeuten -, dann steht eines fest: Die Laufzeiten der deutschen Kernkraftwerke werden verlängert, den Stromkonzernen winken zusätzliche Milliardengewinne.

Am Aktienmarkt sorgt diese Aussicht schon jetzt für Euphorie. Analysten erwarten gigantische Kurssprünge für die Atomriesen E.on und RWE. „Ein Plus von 15 Prozent ist durchaus möglich“, sagt Matthias Heck vom Bankhaus Sal. Oppenheim. Seine Empfehlung für Anleger: kaufen. „Jetzt ist ein guter Zeitpunkt. Ich glaube nicht, dass sich die Umfragen noch wesentlich ändern.“

Für Gegner der Atomkraft mag dies makaber klingen – doch die Börse hat ihre eigenen Regeln. Den Finanzmärkten sind die Pannen im Kernkraftwerk Krümmel egal, ebenso wie die Lecks im Atommülllager Asse.

Peter Wirtz von der WestLB hat in Euro und Cent ausgerechnet, was ein schwarz-gelber Wahlsieg für die Stromkonzerne bedeutet. Für E.on erwartet der Energieexperte „eine Erhöhung des Aktienwerts um 2,85 Euro je Aktie“, für RWE hat er ein Plus von 4,62 Euro errechnet.

Die Bundestagswahl sei „eine Richtungswahl“, schreibt Wirtz in seiner Studie „Atomkraft – mehr Chancen als Risiken“. Schon im Vorfeld der Wahl könnten die Aktien von E.on und RWE „von dieser Story profitieren“.
(…)
Selbst Umweltschützer sind auf einmal pro Atom

Tatsächlich ist die Kernkraft international auf dem Vormarsch. Großbritannien und Frankreich wollen neue Kraftwerke bauen, ebenso die USA, Russland, Indien oder China. Selbst ehemalige „Atom nein danke“-Nationen wie Italien und Schweden haben ihre jeweiligen Ausstiegsbeschlüsse rückgängig gemacht.

Und sogar Stephen Tindale, Ex-Greenpeace-Direktor, macht Werbung für die einst ungeliebte Energie. Genüsslich zitiert ihn das Deutsche Atomforum in seiner Gedenkschrift:

„Gegen die Kernkraft zu sein, war lange Zeit eine essentielle Position, wenn man Umweltschützer war. Aber nun, wenn ich mit anderen Umweltschützern darüber spreche, ist die Ansicht ziemlich weit verbreitet, dass die Kernkraft zwar nicht ideal, aber immer noch besser als der Klimawandel ist.“

Immerhin: Ganz umsonst dürften die Stromkonzerne nicht zum Zuge kommen. „Der Staat wird rund die Hälfte der Zusatzgewinne abschöpfen“, erwartet Heck von Sal. Oppenheim. Mit dem Geld könnte die Regierung Ökostrom stärker fördern – oder in Maßnahmen zum Energiesparen investieren.

Gleichzeitig könnten einige alte Kernkraftwerke vorzeitig stillgelegt werden, „um politische Unterstützung in der Bevölkerung zu sichern“, vermutet Wirtz von der WestLB. Dies beträfe vor allem den RWE-Meiler Biblis A und das EnBW-Kraftwerk Grafenrheinfeld I.

Alles in allem müssen sich die Konzerne also auf harte Forderungen der neuen Regierung einstellen.

„Angesichts der positiven Cashflow-Effekte besteht aber genügend Verhandlungsspielraum“,

erklärt Wirtz. Unter dem Strich ergebe sich für die Energieunternehmen immer noch ein dickes Plus.

Vielleicht aber machen die Wähler den Atomlobbyisten einen Strich durch die Rechnung. Sollten die Grünen oder die SPD doch noch an der nächsten Regierung beteiligt sein – in welcher Form auch immer -, dann sind alle Planspiele hinfällig. Der Atomausstieg, so viel steht fest, wäre dann zementiert.

Der Börse dürfte dies gar nicht gefallen. „In diesem Fall“, sagt Heck von Sal. Oppenheim, „ist eine deutlich negative Kursreaktion zu erwarten.“

siehe auch hier im Handelsblatt.

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Eine Antwort

  1. […] atomblogg Die deutschen Banken und Börsen wetten noch immer auf ein Atomcomeback nach der Wahl. Markus hat das schön […]

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