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Zahlen, Daten, Fakten: Migranten und Ossis

Berlin, kurz nach der Wiedervereinigung:

Im Penny-Markt am Kottbusser Damm steht ein Ossi in der Schlange und schimpft: „Schon wieder in der Schlange stehen. Dafür ham wa nich rübergemacht.“ Vor ihm steht ein Türke und antwortet: „Wir euch nix gerufen.“

[…]
Im Wahlverhalten, soviel vorweg, weichen beide Gruppen zum Teil erheblich vom statistischen Durchschnitt ab. 5,6 Millionen Migranten sind am 27. September wahlberechtigt. Das sind knapp neun Prozent aller Wahlberechtigten. Die mit 2,6 Millionen größte Gruppe der Spätaussiedler tendiert mehrheitlich klar zur Union. Bei den eingebürgerten Zuwandererfamilien aus der Türkei dagegen läge eine rot-grüne Bundesregierung mit rund 52 Prozent vorn. Nimmt man die Migranten allerdings insgesamt, so weicht deren Wahlverhalten kaum noch relevant vom statistischen Mittelwert ab. Außerdem macht sich in allen Migrantengruppen eine kontinuierliche Angleichung an das Wahlverhalten der übrigen deutschen Bevölkerung bemerkbar. Ein Beleg für eine funktionierende Integration.

Bei den Ostdeutschen sieht das anders aus. Die Linkspartei etwa liegt in Umfragen bei 25 bis 27 Prozent, während sie im Westen nur auf sieben Prozent kommt. In allen fünf neuen Bundesländern scheint sich eine politische Parallelwelt etabliert zu haben, auch mit regional zum Teil starken Ausschlägen in Richtung NPD. No-go-areas, also Gebiete, die Ausländer möglichst meiden sollen, gibt es zwar im Osten der Republik, aber nicht dort, wo überwiegend Migranten leben.

Interessant in diesem Zusammenhang ist die jüngste Studie des Sozialverbands „Volkssolidarität“ (20 Jahre friedliche Revolution 1989 bis 2009 – Die Sicht der Bürger der neuen Bundesländer“). Ihr zufolge sind 40 Prozent der Ostdeutschen negativ gegenüber Ausländern eingestellt, eine Mehrheit fühlt sich nicht oder noch nicht hinreichend „als Bundesbürger integriert“ (nur 25 Prozent fühlen sich als „richtige Bundesbürger“), zehn Prozent wollen die Mauer wieder haben. Das Misstrauen gegenüber den politischen Parteien wächst, die Loyalität zum demokratischen freiheitlichen Rechtsstaat nimmt ab.

Im starken Kontrast dazu stehen die Ergebnisse der jüngsten repräsentativen Umfrage des US-amerikanischen Meinungsforschungsinstituts Gallup über die in Deutschland lebenden Muslime („The Gallup Coexist Index 2009: A Global Study of Interfaith Relations“). Ihr zufolge identifizieren sich die rund 3,5 Millionen Muslime in Deutschland sogar stärker mit ihrer Wahlheimat als die Gesamtbevölkerung. 40 Prozent der deutschen Muslime spüren eine „enge Bindung zur Bundesrepublik“ (gesamt: 32 Prozent); 73 Prozent halten Gerichte für vertrauenswürdig (gesamt: knapp die Hälfte); für 61 Prozent ist die Regierung rechtschaffen (gesamt: jeder Dritte). Die Wertschätzung der politischen Institutionen in der Bundesrepublik ist erstaunlich hoch, die Loyalität zur Wahlheimat (mit 71 Prozent) ebenfalls.

Noch ein Witz, diesmal ein ernster: Was ist der Unterschied zwischen einem Ausländer und einem Ostdeutschen? – Der Ausländer lässt sich leichter integrieren.

Die letzte Schlussfolgerung des Authors Malte Lehming würde ich so allgemein nicht unterschreiben. Aber die Fakten finde ich interessant.

Sie beantworten aber auch nicht die Frage,warum sich in ehemaligen DDR eine solche Parallelwelt entwickelt hat. Es gab ja schon verschiedene Ansätze, diese Frage zu beantworten, u.a. hat ja letztens Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm gefordert, dass im Osten das Christentum wiederbelebt werden müsse.

Dafür hat er kräftig Kritik einstecken müssen, von allen Seiten. Warum eigentlich? Wer 40 Jahre dem Sozialismus ausgesetzt war, dem können die Werte des Christentums und die Kenntnis eines liebenden Gottes gut tun.

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8 Antworten

  1. @ Kritiker: Ich meinte ein neues Verständnis von Mission. Nicht einfach: Wir brauchen Mission. Dass es eben nicht mit Hausbesuchen und Straßenpredigten alá Zeugen Jehovas geht, liegt auf der Hand (abgesehen davon, dass ich die Inhalte nicht teile). Die Frage ist vielmehr: Wie kann ich mich als Christ in protestantischer Tradition von genau diesen unbeholfenen Bekehrungsversuchen abgrenzen und trotzdem Fürsprecher meines Glaubens und sichtbar für andere sein?

  2. @Jonas Amadeus

    „….Uns fehlt wahrscheinlich ein neues Verständnis von Mission….“

    reicht es nicht aus dass wöchentlich Mädchen, und Jungs aus USA uns zu Hause, oder in der Bahn besuchen um uns zu missionieren ?

  3. Ja, vielleicht ist da was dran. Sicherlich ist das eine (theoretische) Antwort auf meine Frage, Mailin. Aber was ist mit der Praxis? Wie kann ein Mensch einen Zugang zum Christentum bekommen, der im Sozialismus aufgewachsen ist?
    Uns fehlt wahrscheinlich ein neues Verständnis von Mission. Damit werde ich mich mal nächstes Sommersemester beschäftigen…

  4. Das gefällt mir, das einander lieben, meine ich. Verbunden damit wäre dann vielleicht auch ein größeres Selbstwertgefühl der Christen, von dem ICH meine, dass es manchmal fehlt.
    Irgendwie scheint es da ein Missverständnis zu geben: Es geht ja nicht darum, sich als Mensch besonders klein zu machen, sondern Gott besonders groß zu machen, der uns u.a. in den Mitmenschen begegnet… Der uns groß macht. Aufbaut etc…

  5. „Schaffen“ im Sinne von „völlig alleine“: Nein.
    Voraussetzungen schaffen, damit er entstehen kann: Ja.

    Der Umgang mit der „unorganisierten Glaubensgemeinschaft der Atheisten“ (gefällt mir :-)) kann m.E. nur so aussehen:

    Joh. 13,
    34 Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr einander liebt, damit, wie ich euch geliebt habe, auch ihr einander liebt.
    35 Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.

    Nur so werden die Menschen sehen, dass Christen mehr sind als eine Religionsgemeinschaft und Gott mehr ist als ein Ideal.

  6. Da muss man natürlich vorsichtig sein:
    Kann man den Ort schaffen? Wenn ja, dann scheint das ja nicht zu gelingen. Wenn nein, dann geben wir die Verantwortung in diesem Fall (vielleicht zurecht) an Gott zurück.

    Ich denke, letztlich muss darüber nachgedacht werden, wie das Christentum mit der unorganisierten Glaubensgemeinschaft der Atheisten umgehen kann. Ich habe dazu jedenfalls keine Lösung.

  7. Nun, die Kirche und die Kirche. Wenn man die Kirche als etablierte Einrichtung engagierter Menschen sieht, dann gebe ich Dir Recht.

    Wenn man Kirche / Gemeinde als einen Ort sieht, in dem der Heilige Geist wirken kann, dann ist mehr drin und möglich.

  8. „Wer 40 Jahre dem Sozialismus ausgesetzt war, dem können die Werte des Christentums und die Kenntnis eines liebenden Gottes gut tun.“

    Absolut. Aber wie kann dieser Mensch einen Zugang dazu bekommen? Dieser Aufgabe scheint ja die Kirche leider nicht gewachsen zu sein.

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