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Versöhnung – statt Rache

In der Organisation Elternkreis-Familienforum treffen sich Israelis und Palästinenser, die Kinder, Brüder, Schwestern und Ehepartner in dem bewaffneten Konflikt verloren haben. Die Idee: Durch das Mitteilen der eigenen leidvollen Geschichte, durch den Austausch von Erfahrungen das eigene Leid zu verarbeiten – und weiteres Blutvergießen zu verhindern.

Berlin – Aaron Barnea hält nur kurz, fast unmerklich inne, bevor er weiterspricht. Es ist der schmerzliche Moment, in dem der engagierte Mann mit dem vollen weißen Haar erzählt, warum er beim israelisch-palästinensischen Elternforum aktiv ist. Er erzählt von seinem jüngsten Sohn Noam. Dem begabten, gut aussehenden jungen Mann, der während seines Armeedienstes im Südlibanon in der Festung Beaufort stationiert war, als Spezialist zur Entschärfung von Sprengkörpern. Er erzählt von dem überzeugten Gegner der israelischen Besatzung Südlibanons, der sich am 12. April 1999 wider alle Vorschrift einen Anti-Kriegs-Sticker an die Armeeuniform heftete, bevor er die Festung für eine Mission verließ. Noam wurde von der Hisbollah erschossen – eine Woche vor dem Ende seines Wehrdienstes. „Als ich nach der Trauerzeit auf einer Demonstration gegen den Libanonkrieg war, merkte ich, welch riesige Aufmerksamkeit mir plötzlich zuteil wurde“, erinnert sich Aaron. Eltern und Familien gefallener Soldaten besitzen in der israelischen Gesellschaft besonderes Ansehen. „Wir haben moralische Autorität, das ist unsere Stärke.“ Barnea kapselte sich weder von der Umwelt ab noch erging er sich in Rachegelüsten, um das Trauma zu verarbeiten. Sondern er schloss sich der Organisation Elternkreis-Familienforum an, in der sich Israelis und Palästinenser treffen, die Kinder, Brüder, Schwestern und Ehepartner in dem bewaffneten Konflikt verloren haben. Die Idee: Durch das Mitteilen der eigenen leidvollen Geschichte, durch den Austausch von Erfahrungen das eigene Leid zu verarbeiten – und durch Versöhnung weiteres Blutvergießen zu verhindern.

„Politiker müssen gedrängt werden, Frieden zu schließen“, findet Barnea. Pläne dazu gebe es genug. Doch jedes Abkommen bleibe nur ein Stück Papier, wenn es nicht von Mehrheiten in beiden Gesellschaften mitgetragen werde. „Ohne Versöhnung wird kein politisches Abkommen halten“, ist Barnea überzeugt. Diesen Geist der Versöhnung wollen die etwa 500 Familien im Elternzirkel verbreiten. Dabei sind Schulen ihr Hauptadressat – vor allem in Israel, weil Israelis nicht in die besetzten Gebiete fahren dürfen. Der Verein hat ein Programm entwickelt, bei dem ein Israeli und ein Palästinenser gemeinsam in 11. und 12. Klassen gehen und ihre persönliche Geschichte erzählen, ihre Initiative erläutern. Etwa 1.000 Dialogforen bestreitet die Organisation pro Jahr, die allerdings nicht Teil des offiziellen Lehrplans sind. Die meisten Israelis kennen Palästinenser nur aus Fernsehen und der Politik, wo eine „inhumane Vision des anderen“ vermittelt werde.

Anerkennung bekommt die Menschenrechtsorganisation auch im Ausland: 2003 den „Bremer Friedenspreis“ der Stiftung Die Schwelle für beispielhafte Initiativen, 2009 war die Gruppe, die etwa 100 aktive Mitglieder umfasst, für den spanischen Prinz-von-Asturien-Preis nominiert, den in diesem Jahr schließlich die Stadt Berlin erhielt. In Hamburg hat sich ein Freundeskreis der Organisation gebildet, die finanzielle Unterstützung aus Österreich, Belgien und der Schweiz bekommt. „Deutschland sollte sich beteiligen“, findet Barnea. Die amerikanische Organisation US-Aid hat eine zehnteilige Fernsehserie mitfinanziert, in der eine israelische und eine palästinensische Chefköchin für eine TV-Show aufeinandertreffen und dabei viel über die andere Seite lernen. In Israel lief die zweisprachige Produktion im staatlichen Fernsehen, in den Palästinensergebieten wurde sie bisher nicht gezeigt. Was darauf hindeutet, dass es für Palästinenser noch schwieriger ist, angesichts der Besatzung die Beziehungen zu Israelis zu normalisieren.

www.parentscircle.org

Hoffnung entsteht immer da, wo Menschen über ihren Schatten springen und bereit sind, ihre Vorurteile aufzugeben. Deshalb: Eine supergute Sache! Hoffentlich erreichen sie viele andere und können sie überzeugen – hoffentlich gibt es noch mehr solche Gruppen und Menschen, die sich zusammentun.

Schade ist nur der letzte Satz des Berichtes: „angesichts der Besatzung“ ist nun wirklich Käse. Der Gazastreifen z.B.  wird nicht besetzt und die Gründe für die Schwierigkeiten der Palästinenser, ihre Beziehungen zu Israelis zu normalisieren, liegen sicherlich nur zu einem geringen Teil an der Besatzung, sondern größtenteils an dem weitverbreiteten und sorgfältig gepflegten Juden- und Israelhass.

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