• Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt. -
    Thomas Mann

    "An appeaser is one who feeds a crocodile - hoping it will eat him last." (W.Churchill)

    Es ist einfacher, kritisch zu sein als korrekt.
    Benjamin Disraeli

    Es gehört oft mehr Mut dazu, seine Meinung zu ändern, als ihr treu zu bleiben.
    Friedrich Hebbel

    Die beste und sicherste Tarnung ist immer noch die blanke und nackte Wahrheit. Die glaubt niemand!
    Max Frisch

    „Ich für meinen Teil bin der Meinung, dass es nicht zum Begriff der Demokratie gehört, dass sie selber die Voraussetzungen für ihre Beseitigung schafft …
    Man muss in einer Demokratie auch den Mut zur Intoleranz denen gegenüber haben, die die Demokratie gebrauchen wollen, um sie zu beseitigen!”
    Carlo Schmid (1949)

    Die Menschheit lässt sich keinen Irrtum nehmen, der ihr nützt.
    Friedrich Hebbel

  • Stop the bomb

  • Neueste Kommentare

    Beheben Antworten Au… zu Die Juden im Koran
    Monty zu Hass oder Liebe – alle R…
    C.Meyer zu Zitate von Golda Meir
    Wem gehört das Land… zu Israel Ende des 19. Jahrh…
    MOHAMMAD zu Die Juden im Koran
  • alle Artikel

  • Archive

  • Kategorien

  • Twitter Updates

  • Blog Statistik

    • 204,033 Besucher

Linken brennen die Sicherungen durch

Und warum?
Weil das Hamburger Programmkino b-movie eine Vorführung des Claude Lanzmann Films »Warum Israel« anberaumt hatte, die in Kooperation der Gruppe Kritikmaximierung und dem Kino stattfinden sollte. Hier ein Ausschnitt des Berichtes, was geschah:

Schon weit vor Filmbeginn hatten sich ca. 15 AntiimperialistInnen vor der Toreinfahrt zum b-movie platziert; im Laufe des Nachmittags sollten es noch wesentlich mehr werden. Das Hoftor war verbarrikadiert und mit einem Transparent in Form eines Militärfahrzeugs verhängt, auf dem u.a. »tear down the apartheidwall« zu lesen war. AntiimperalistInnen mit schwarzen Holzmaschinengewehren und Bundeswehrjacken mit aufgeklebten Israelfahnen patroullierten davor und machten die Szenerie komplett. Aufgeführt wurde das Straßentheaterstück »Israelischer Checkpoint in der Brigittenstraße«. Das B5-Klientel verteilte dabei abstruse Flyer gegen den Film und seine VeranstalterInnen und teilte geifernd mit, dass Lanzmanns »Warum Israel« heute und hier nicht gezeigt werde. Sowohl den b-movie-BetreiberInnen, Kritikmaximierung, als auch den Kinogästen wurde ausgesprochen eskalativ begegnet. Überdies wurde das Kinopublikum gefilmt, abfotografiert und beobachtet. Aufgrund dieses Settings sah sich das b-movie in Absprache mit uns gezwungen, die Veranstaltung abzusagen. Die aggressive Situation war damit jedoch nicht aufgelöst. So wurden noch vor dem b-movie verbliebene Kinogäste in eine Rangelei verwickelt. Die KleindarstellerInnen der B5 machten sich umgehend kampfbereit und brachten in der folgenden, körperlichen Auseinandersetzungen Prügelhandschuhe, ein Fahrradschloß, einen Gürtel und einen Mundschutz zum Einsatz. Die antiimperialistischen Gewaltfanatiker riefen dabei u.a. »Judenschweine«, »Nazis raus« und »Schwuchteln«. Dabei wurden einige unserer BesucherInnen durch Schläge ins Gesicht verletzt. Der rasende Hass auf Israel lässt bei den selbsterklärten Linken aus einem Vorderhaus in der Hamburger Brigittenstraße offensichtlich alle Sicherungen durchbrennen.

Ist das normal? Ist es unnormal, wenn man ein solches Verhalten völlig abartig und abgedreht nennt? Ist es abartig, wenn man so etwas Antisemitismus nennt?

UPDATE: Ein guter Bericht im Spiegel dazu – inklusive einiger Kommentare von Lanzmann selber.

Advertisements

10 Antworten

  1. Der Film wird am 13.12 gezeigt.. Im B-Movie. Begleitend dazu findet eine Demonstration des [b]linken[/b] „Bündnisses gegen Hamburger Unzumutbarkeiten“ gegen antisemitische Schläger auch von links statt, die zum Beginn des Films vor dem B-Movie endet.

    http://b-g-h-u.blogspot.com/

  2. … und im Dschungel heute: http://jungle-world.com/artikel/2009/47/39795.html

    paar mehr Reaktionen via http://www.kritikmaximierung.de/aktuelles/reaktionen-auf-die-verhinderung-von-warum-israel/

  3. Nachtrag…

    Antisemitismus in Hamburg
    Regisseur Lanzmann „schockiert“ über Krawalle bei Israel-Film

    http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,661980,00.html

  4. In unserer Kritik gegen die Aktivisten aus dem Dunstkreis der B5 sind wir uns ja völlig einig. Aber bitte vermenge das nicht mit Schanzenfest, St. Pauli-Umfeld, Autonome, Antifa, Flora, etc.pp. Ich werte einen Buttersäure-Anschlag auf einen Nazi-Laden dann doch deutlich anders als einen antisemitischen Ausfall, wie er hier das Thema ist. Und die damaligen Bambule-Demos waren inhaltlich etwas komplett anderes als die Morde und Mordversuche von Neo-Nazis.

    Bitte verstehe mich nicht falsch: Ich bin weder Kommunist (von daher auch kein Anti-D) und tue mich mit dogmatischen Statements radikaler Linker eher schwer; genauso bin ich alles andere als ein Freund gewalttätiger Aktionen wie die des Schanzenfestes, z.B., fühle mich nur gerade ein wenig in die Verteidiger-Rolle gedrängt, wenn so undifferenziert mit dem Thema umgegangen wird.

    Ich denke, die Diskussion um linken Antisemitismus (oft im Gewand des Antizionismus) wird das linke Spektrum im Ganzen noch eine Weile beschäftigen, die Zuspitzung in der Konfrontation von sog. Antiimperialisten und Antideutschen in ihren radikalen Ausläufern ist ja nur Ausdruck desselben.

  5. @Piet

    Es geht mir nicht gegen „die Linke“ allgemein, sondern ganz konkret gegen *diese* selbsternannten militanten AntiimperialistInnen! Du kennst dich doch vor Ort aus, dir muß ich doch nicht über deren „Protestformen“ erzählen… eingeworfene Scheiben, Buttersäure, Brandsätze. Etwa nicht?

    „So wurden noch vor dem b-movie verbliebene Kinogäste in eine Rangelei verwickelt. Die KleindarstellerInnen der B5 machten sich umgehend kampfbereit und brachten in der folgenden, körperlichen Auseinandersetzungen Prügelhandschuhe, ein Fahrradschloß, einen Gürtel und einen Mundschutz zum Einsatz. Die antiimperialistischen Gewaltfanatiker riefen dabei u.a. »Judenschweine«, »Nazis raus« und »Schwuchteln«.“

    Ist das Verprügeln vopn b-movie-Besuchern Teil des Kampfes gegen Rechts? Es geht, für Hamburg nicht unüblich, um die Herrschaft über die Straße, die Einschüchterung von Andersdenkenden – entschuldige bitte, aber da habe ich Bilder aus den 30ern vor Augen, als der Bodensatz der Nationalsozialisten mit Plakaten „Kauft nicht beim Juden!“ vor den Geschäften stand… entschuldige, solche Typen sind für mich nicht besser oder auch nur anders, das sind Faschos.

  6. Oh bitte, willow… (oder: Wenn man keine Ahnung hat, besser mal… oder nachfragen.)

    Das Ganze ereignete sich parallel zum Spiel St. Pauli vs. Cottbus, was eine Woche vor HRO vs. St. Pauli als Sicherheitsspiel (leider!) auch schon nicht ganz ohne Brisanz war, die Polizei war (!) ohnehin vor Ort. Räumlich (allerdings nicht ideologisch!) liegt die B5 neben dem Fanladen St. Pauli, nicht weit entfernt von b-movie und Flora. Heißt: Räumlich liegt alles sehr nah beieinander, in St. Pauli nämlich, und die Polizei war da. Innerhalb der verschiedenen Gruppen finden selbstverständlich Diskussionen statt, sehr intensiv auch über den Antisemitismus innerhalb einiger linker Zirkel und den Umgang damit. Dass der Film samt Diskussion neu angesetzt werden wird, steht ebenfalls längst fest.

    Linke pauschal als „die neuen Nazis“ zu diffamieren scheint zwar in manchen Kreisen salonfähig geworden zu sein, verharmlost aber in infamer Weise, wie ich finde, die Gräueltaten der alten wie der neuen (wirklichen!) Nazis – das bitte ich doch, bei aller politischen Polemik, zu bedenken.

  7. „Warum haben die Veranstalter nicht die Polizei wegen Hausfriedensbruch, Bedrohung, Freiheitsberaubung, schwere Beleidigung und Rassismus (etc…) gerufen?“

    Weil das die Sache noch schlimmer gemacht hätte… wer gegen solche „Aktivisten“ die Polizei anfordert, macht sich zum Feind, den es zu bekämpfen gilt. Das wäre das Ende dieses Kinoprojektes… genau Guerreiro, SA-Manieren!

  8. Ich würde das linke Gestapo-Manier nennen!
    Wer also die Nazis von heute sind ist hiermit geklärt.

    Warum haben die Veranstalter nicht die Polizei wegen Hausfriedensbruch, Bedrohung, Freiheitsberaubung, schwere Beleidigung und Rassismus (etc…) gerufen?

  9. Oh Gott, die B5 mal wieder… *nerv*

    Allerdings sollte man die Kirche respektive Synagoge im Dorf lassen: Es ist ein kleiner, radikaler (und auch ich würde sagen: antisemitischer) Teil der Linken, mit der es (z.B. auf Demos) immer wieder Ärger gibt, aber es ist nicht _die_ Linke. Zumal Sie auf eine Seite verlinken, die sich selbst links verortet. 😉

    • Das stimmt. Ich versuche eigentlich, Verallgemeinerungen zu vermeiden. „Die“ Linken gibt es nicht. Werde die Überschrift ändern.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: