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    "An appeaser is one who feeds a crocodile - hoping it will eat him last." (W.Churchill)

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Ein neuer Schwall Vorwürfe

… ohne Grund und Boden, viele Fakten und Umstände werden ignoriert. Und das will eine Menschenrechtsorganisation sein, die so einseitig berichtet?

In dieser Woche veröffentlichte Amnesty International (AI) einen Bericht, in dem Israel vorgeworfen wird, den palästinensischen Arabern in Judäa und Samaria (dem Westjordanland) eine ausreichende Versorgung mit Wasser vorzuenthalten.
Auf ihrer Website schreibt AI, dass, während viele palästinensische Araber, die in

„ländlichen Gegenden leben, keinen Zugang zu fließendem Wasser haben, die israelischen Siedler im Westjordanland soviel Wasser bekommen wie sie brauchen.“

Amnesty zeichnet das Bild, dass sich die israelischen Siedler in ihren großen Swimming Pools vergnügen, während das Land, das den Arabern gehört, ausgetrocknet ist und geradezu nach Wasser schreit.

Der AI-Bericht sagt aus, dass der tägliche Wasserverbrauch

  • der palästinensischen Araber 70 Liter beträgt, während
  • die Israelis 300 Liter verbrauchen. Laut AI übersteigt der Wasserverbrauch der Israelis den
  • der Briten (160 Liter) bei Weitem.

Die Organisation führt dann in einer langen Liste Maßnahmen der Israelis an, die verhindern oder erschweren sollen, dass die palästinensischen Araber ihr Wasser bekommen. Genannt werden unter anderem die Schließung von Zisternen aus Sicherheitsgründen und die Zerstörung von Wassertanks durch israelisches Scharfschützenfeuer. Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass 450.000 Siedler mehr Wasser verbrauchen als alle 2,3 Millionen palästinensischen Araber zusammen. (Es hilft zwar nicht weiter, aber es sind nur 300.000 Siedler).

Der Minister für nationale Infrastruktur, Uzi Landau, reagiert auf den Bericht, indem er sagte, dass „ähnlich wie bei Goldstone, wir wieder mit einem Bericht konfrontiert werden, dessen Empfehlungen von vornherein feststanden.“ Er fügte hinzu, dass Israel seine Verpflichtungen bezüglich der Wasserversorgung für die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) aus dem Oslo-Abkommen übererfüllt, und er sagte, dass die PA Millionen von Kubikmetern von Wasser verschwendet, weil sie sich weigert, ihre Abwässer zu reinigen.

Gerald Steinberg, Leiter der israelischen Organisation „NGO Monitor“, sagte:

„Amnestys Bericht missbraucht die Frage der Wasserversorgung und ignoriert dabei die Komplexität der Geschichte und der Gesetze, um Israel wieder einmal fälschlicherweise als brutales Regime darzustellen.“

Amnesty International tat genau das Gleiche, was Goldstone gemacht hat und was Human Rights Watch ständig tut. Amnesty ignoriert die Fakten, die den eigenen Vorurteilen widersprechen. Sie haben ja nicht einmal die Fakten in den Bericht mit aufgenommen, die ihnen von israelischer Seite angeboten wurden und die nachprüfbar sind.

Die israelische Wasserbehörde gibt an, dass die Zahlen von AI irreführend sind, weil sie nicht den vollständigen Wasserverbrauch vergleichen. Man kann den Verbrauch auf verschiedene Art ermitteln, aber wenn man den Zahlen für

  • Großbritannien (160) folgt, dann kommt man für ganz
  • Israel auf 148 Kubikmeter pro Jahr und auf
  • 105 für die palästinensischen Araber.

Gemäß dem Oslo-Abkommen soll die PA 23,6 Millionen Kubikmeter pro Jahr bekommen. Es wird aber mehr als das Doppelte abgepumpt. Israel erfüllt seine Verpflichtungen aus den unterzeichneten Abkommen, während sich die PA weigert, Klärwerke für ihre Abwässer zu bauen. Stattdessen wird das Abwasser in Wasserläufe eingeleitet, die in Richtung der Küstenebene und der israelischen Städte fließen. Auf ihrem Weg verschmutzen sie das Grundwasser und die Umgebung. Das alles passiert, obwohl die PA von europäischen Geberländern Geld bekommen hat, das ganz spezifisch für Projekte zur Abwasserreinigung vorgesehen ist.

Es gibt weitere wichtige Punkte, die von AI außer acht gelassen wurden. Erstens ist die Wasserfrage Teil der endgültigen Statusverhandlungen. Wir sind dort noch nicht angekommen und momentan ist man sich einig, dass Israel mehr leistet als es eigentlich müsste. Zweitens ist die Grundwasserader aus den Bergen die Hauptwasserquelle in Judäa und Samaria. Sie wurde von Israel entdeckt und ausgebaut. Dies gibt Israel auch Vorrechte bei der Nutzung. Drittens haben die palästinensischen Araber über 250 illegale Brunnen in die Grundwasserader gebohrt und gefährden durch exzessives Abpumpen die Wasserqualität. Viertens ist Israel weltweit führend bei der Entwicklung wassersparender Technologien und viele Länder kommen um zu lernen, warum „die Wüste blüht“. Wer Israel des sorglosen Umgangs mit Wasser beschuldigt, ist unglaubwürdig.

via Israel Report 30. Oktober 2009

Amnesty International und das angebliche palästinensische Wasserproblem
Wenn Amnesty International Israel wegen Menschenrechtsverletzungen kritisiert, so sind die Medien hierzulande immer recht schnell, wenn es um die Berichterstattung geht. Und so war es auch wieder dieses mal. Grund für die Schelte der Menschenrechtsorganisation sind angebliche Indizien dafür, dass Israel mehr Wasser im Jahr verbrauche als die benachbarten Palästinenser. Dies, so der Bericht, würde sich vor allem durch tagtägliche Restriktionen von israelischer Seite aus bemerkbar machen. So würde Israel die Anzahl des Wassers bestimmen, die Palästinenser von Gemeinschaftsaquiferen (Grundwasserleiter) entnehmen könne, Zisternen zerstören, in der Regenwasser für die Palästinenser gesammelt werden würde, den Palästinensern verbieten neue Brunnen zu bauen und würde Straßen kontrollieren, die für den Wassertransport in der Westbank von Nöten seien.

Dass dieser Bericht nur bedingt objektiv und glaubwürdig ist, zeigen Daten der israelischen Wasserversorgung, die belegen, dass Israel in einem Zeitraum von 40 Jahren seinen Wasserverbrauch dramatisch reduziert hat, während die Palästinenser diesen erhöht hätten. So hätte

  • Israel 1967 noch 508 m³/Person/Jahr verbraucht und
  • 2008 nur noch 149 m³, während die
  • Palästinenser 1967 86 m³ und
  • 2008 105 m³ verbraucht hätten (Quelle).

Ein weiterer Faktor kommt hinzu, der von dem Historiker Bernard Wasserstein in seiner Monographie Israel und Palästina, Warum kämpfen sie und wie können sie aufhören? erwähnt wird:

„Vermutlich ist kein anderer Aspekt der israelisch-palästinensischen Beziehungen so überlagert von Fehleinschätzungen, die von allen geteilt werden. So sind zum Beispiel die Niederschläge in einem großen Teil Palästinas keineswegs gering im Vergleich mit den meisten europäischen Ländern (in Jerusalem ist die Niederschlagsmenge mit rund 600mm höher als in London, Paris, Berlin oder Warschau).“

Aus Wasserstein: Israel und Palästina, 2003, S.77.

Man muss sich wirklich fragen, warum diese verzerrte Behauptung in den Medien wie ein Mantra immer wieder runtergebetet wird? Ist es Realität oder nur eine Form der Übertreibung, um die vermeintliche Besonderheit dieser Region in der Welt hervorzuheben?

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2 Antworten

  1. Ja, unbedingt ein großes Danke für die Recherche!

    Den Quatsch von den Israelis, die den Palästinensern das Wasser klauen bekommt man schließlich ziemlich oft zu hören.

    Nur ist ja leider auch bekannt, wie man sich gegen Fakten schützen kann, die für Israel sprechen: Alles von den Zionisten und ihren Freunden manipuliert.

    Wahrscheinlich ist das Thema deshalb so attraktiv, weil die Geschichten über Juden, die Trinkwasser unbrauchbar machen, in einer jahrhundertealten Tradition wurzeln.

    Die meisten der mit dem Thema befassten NGOs erwähnen zwar das Problem der Verschmutzung durch Abwässer, aber entweder ist Israel schuld, oder das Thema der Verantwortlichkeit wird bewusst ausgelassen.

    Vergiftete Brunnen sind eben doch nur interessant, wenn’s die Juden waren.

  2. Hab‘ Dank für die sorgfältige Informationsarbeit. Hast du großartig gemacht!

    Grüße
    Bernd

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