• Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt. -
    Thomas Mann

    "An appeaser is one who feeds a crocodile - hoping it will eat him last." (W.Churchill)

    Es ist einfacher, kritisch zu sein als korrekt.
    Benjamin Disraeli

    Es gehört oft mehr Mut dazu, seine Meinung zu ändern, als ihr treu zu bleiben.
    Friedrich Hebbel

    Die beste und sicherste Tarnung ist immer noch die blanke und nackte Wahrheit. Die glaubt niemand!
    Max Frisch

    „Ich für meinen Teil bin der Meinung, dass es nicht zum Begriff der Demokratie gehört, dass sie selber die Voraussetzungen für ihre Beseitigung schafft …
    Man muss in einer Demokratie auch den Mut zur Intoleranz denen gegenüber haben, die die Demokratie gebrauchen wollen, um sie zu beseitigen!”
    Carlo Schmid (1949)

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Ungarns Weg

Ungarn war für mich bisher ein Land, in dem ich gerne Urlaub gemacht habe und das sich im Sozialismus nicht so stark den Russen gebeugt hat wie andere Staaten. Die ersten DDR-Bürger sind 1989 über Ungarn „ausgereist“, die ungarische Politik und Polizei haben sich damals sehr besonnen und kooperativ verhalten. Aber wenn man das Folgende aus der „Welt“ liest, bekommt man ein anderes, unschönes Bild – auch wenn es sicherlich nur ein Ausschnitt ist:

[…] Jüngste Umfragen, veröffentlicht von der Soziologin Maria Vasarhelyi, enthüllen, dass

  • zwei Drittel der erwachsenen Bevölkerung meinen, dass die Juden in der Geschäftswelt in Ungarn zu mächtig seien, sieben Prozent mehr als vor zwei Jahren.
  • Bei der jungen Generation (zwischen 18 und 30 Jahren) beträgt dieser Prozentsatz „nur“ 52 Prozent.
  • Rund 40 Prozent der Erwachsenen glauben , dass den in Ungarn lebenden Juden die Interessen Israels wichtiger seien als jene ihres Heimatstaates;
  • bei den Jungen fällt dieser Anteil auf 27 Prozent.

Trotzdem findet die Soziologin die Infizierung der jungen Generation durch antisemitische Vorurteile bedenklich.

  • Offene Ausgrenzung der Juden vertreten 30 Prozent und
  • verschiedene antisemitische Stereotypen 29 Prozent der befragten Jugendlichen.

Der außerordentlich hohe Prozentsatz der „ich weiß nicht“ Antworten spiegelt nur die Tendenz zum Verbergen der Vorurteile. Wenn man auch die noch viel virulentere roma-feindlichen Meinungen in Betracht zieht, ist die Schlussfolgerung beklemmend:

  • Nur jeder zehnte junge Ungar sei offen und tolerant;
  • etwa 20 Prozent, wenn auch nicht vorurteilsfrei, identifizieren sich nicht mit offen rassistischen Meinungen.

Diese Zahlen bilden den Hintergrund zur besorgniserregenden Radikalisierung der politischen Atmosphäre in Ungarn. Zu der Serie von blutigen Anschlägen gegen Roma, zu dem Vormarsch der rechtsradikalen „Jobbik“ Partei (15 Prozent bei den Europawahlen) und (trotz Verbot) zu den Aufmärschen ihrer paramilitärischen Ungarischen Garde in an die Nazi Zeit erinnernden Uniformen. […]

Wie ist es dann möglich, dass in der Generation von 18 bis 30 Jahre

  • nur vier Prozent wissen, was das Wort Holocaust bedeutet?
  • Nur 13 Prozent können die Zahl der Opfer bemessen.

Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass in dem heuer zum Abitur vorgeschriebenen „Historischen Atlas“ die Schüler kein einziges Wort über die Judengesetze, den Holocaust und die Deportationen fanden.

Zugleich erscheinen jene Bücher ungehindert weiter, die 1944 den Hass gegen die Juden propagierten. Polizisten, die gegen verbotene rechtsradikale Demonstrationen auftreten, werden als „dreckige Juden“ beschimpft. Eine Europaabgeordnete der rechtsradikalen „Jobbik“-Partei behauptet, dass die Juden, die weniger als ein Prozent der Bevölkerung ausmachen, Ungarn besetzten. Ungarn müsse daher vor dem Schicksal Palästinas gerettet werden.

„Jüdisches Großkapital“

Kürzlich wurde bekannt, dass der Fidesz-Abgeordnete und Bürgermeister der Stadt Edeleny, Oszkar Molnar, in Reden und Interviews behauptet hatte, dass das „jüdische Großkapital die ganze Welt und auch Ungarn übernehmen möchte, dass eine große jüdische Einwanderung zu erwarten sei und viele Kinder in Jerusalem deshalb bereits ungarisch lernen“. […]

Dieser Tage rief das Wochenblatt „Magyar Demokrata“ (Ungarischer Demokrat) zur „Errichtung einer Kulturpolizei auf, bestehend aus drei- bis vierköpfigen Sonderkommandos auf“. Diese sollen die Bücher „linksliberaler Landesverräter“ (György Spiro, György Konrad, Peter Esterhazy und Peter Nadas) aus den Bibliotheken entwenden und, wenn dies nicht möglich ist, die Blätter zumindest beschmieren und zerreißen.

„Wir sollten keine moralischen Hemmungen haben. Diese Leute sind Mörder, ihre Gifte sind aus unserem Organismus auszurotten“, forderte der Redakteur des Blattes und rief „zum Kampf, zum heiligen Krieg“ auf.

Angesichts der Empörung in und außerhalb Ungarns versuchte der Chefredakteur die beispiellosen Angriffe gegen die herausragenden und – mit der Ausnahme Esterhazys – jüdischen Autoren als eine „witzige Betrachtung“ hinzustellen.

All das – von den antisemitischen Sprechchören und Transparenten („Holocaust ist eine Lüge“) bei Fußballspielen bis zu den rassistischen, juden- und roma-feindlichen Ausbrüchen in Tageszeitungen, TV- und Radiosendern – mag nur die Spitze des Eisbergs sein.

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