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Mein „Freund“ al-Quardawi und Weihnachten (UPD)

Fatwa gegen das Weihnachtsfest: Ein erzkonservativer populärer Prediger hetzt gegen Christen und will ihnen das Feiern untersagen. Die islamischen Regierungen sind entsetzt bis pikiert, protestieren aber nicht – denn niemand wagt die direkte Konfrontation mit dem Idol der Massen.

Scheich Jussuf al-Kardawi ist 83, wortgewaltig, und er hat Einfluss. In Doha, der Hauptstadt des Golfemirats Katar, führt der sunnitische Religionsgelehrte ein islamisches Forschungszentrum. Der Ägypter gilt als angesehenste „graue Eminenz“ in der islamischen Welt, dessen Einschätzungen mehr Gewicht haben als die Meinungen der meisten Vertreter des offiziellen Islam – jetzt aber hat er sich einen Fauxpas geleistet, der ihm Probleme bereiten könnte.

„Araber und Muslime dürfen keine Weihnachtsfeste mehr erlauben“, wetterte er in einer Fatwa, einem islamischen Rechtsgutachten. Man müsse es den Christen in den islamischen Ländern verbieten. Denn solche Feste seien „haram“, verstießen also gegen den islamischen Glauben.

Und weiter: Kein Geschäft dürfe Weihnachtsbäume verkaufen – eine Praxis, die mit der Ausnahme von Saudi-Arabien in allen Teilen der islamischen Welt üblich ist. Er könne sich angesichts der Weihnachtstreibens in Doha fast fragen, in welcher Art von Gesellschaft man lebe, einer islamischen oder einer christlichen. „All diese Feiern der sogenannten Geburt von Jesus, des sogenannten Christmas!“ Man feiere ja nicht mal die Geburt des Propheten Mohammed – „aber Christmas?“ Und das, obwohl die Muslime anderswo den Bau von Minaretten verboten bekämen (siehe YouTube-Video).

Der Scheich setzte seiner Tirade sogar noch einen drauf und spottete über die Christen, die sich auf kein bindendes Geburtsdatum Christi hätten einigen können. „Die westlichen Kirchenfeiern am 25. Dezember, die anderen am 7. Januar. Sie sind sich nicht einmal sicher, ob Jesus im Winter oder im Sommer geboren wurde“, frotzelte der lange über alle Kritik erhabene Imam.

Und auch jenseits von Weihnachten sähe der einflussreiche Prediger die Rechte der Christen gern beschnitten:

„Kirchen dürfen keine Kreuze mehr tragen. Kirchenglocken dürfen auch nicht mehr läuten“, forderte er weiter.

Die Weihnachtsattacke des greisen Einpeitschers verheißt nichts Gutes. Kardawi verbreitet sein Gedankengut dank üppiger Geldspenden in allen islamischen Ländern – mit Ausnahme der schiitischen Islamischen Republik Iran. Denn er lehnt die schiitische Glaubensrichtung ab, was im Westen lange als Beweis einer gemäßigten Weltsicht missinterpretiert wurde. Dabei hatte der selbsternannte „Da’i li-Din-Allah“ („der zum Übertritt zum Islam Aufrufende“) dieses Renommee schon vor über einem Jahrzehnt eingebüßt. Damals empfahl er Hindus und Buddhisten, aber auch Christen und Juden, die laut Koran besonderen Schutz genießen, ein Konvertieren zum Islam, wenn sie in den Himmel kommen wollen.

Seinem Ansehen bei den Massen tat der gezielte Affront gegen Andersdenkende keinen Abbruch. Die oft scharfmacherischen religiösen Sermone festigten seinen Ruf weiter. Mit einer Anzahl radikalislamischer Anhänger hat er sich im bevölkerungsarmen, aber finanzstarken Golfstaat Katar niedergelassen, um nach eigenem Bekunden den „wahren Islam“ zu predigen.

„Am liebsten würden die Regimes das Problem aussitzen“
Kardawis Meinung gilt etwas in der islamischen Welt – bis heute, wenngleich seine Nähe zu radikalen Imamen und seine prinzipielle Ablehnung eines friedlichen Ausgleichs mit Israel seine Gastgeber in Katar und in anderen arabischen Hauptstädten zunehmend misstrauisch machen. Noch lassen sie ihn gewähren. „Niemand will das Massenidol antasten“, sagte ein Regierungssprecher in Kairo, der anonym bleiben wollte. „Am liebsten würden die Regimes das Problem aussitzen.“ Der in der arabischen Welt populäre Fernsehsender al-Dschasira jedoch ging merklich auf Distanz zu Kardawi, je ausfälliger seine politischen Kommentare gerieten.

Um einen offenen Konflikt mit seinen Gastgebern in Katar und in Nachbarländern zu vermeiden, verzichtete der inzwischen zum Präsidenten der „Weltvereinigung der islamischen Religionsgelehrten“ aufgestiegene Geistliche eine Zeitlang auf allzu provokative Anwürfe gegen seine politischen Gegner und Kritiker. Er verurteilte wie verlangt die Anschläge der al-Qaida – vertrat und vertritt aber weiterhin erzkonservative Ansichten. Zum Beispiel das Gedankengut der weltweit aktiven Muslimbruderschaft, welche die Errichtung eines islamischen Gottesstaates anstrebt, dem alle Länder der islamischen Welt beitreten sollen.

Kardawi stichelte schon öfter gezielt. In Europa würden Muslime verfolgt, ihrer Rechte beraubt, behauptete er und dergleichen mehr.

Viele Regierungen sehen Attacken auf Christen problematisch
Die jetzige Attacke auf die Christen in der islamischen Welt aber ist töricht. Dafür gibt es einfach zu viele von ihnen – sie sind Teil des sozialen Gefüges in den Staaten. Allein in den arabischsprachigen Ländern leben schätzungsweise 20 Millionen Christen. Im Libanon ist der Staatspräsident laut Verfassung immer ein Christ. In vielen arabischen Regierungen gibt es christliche Kabinettsminister.

In Ägypten hat Staatspräsident Husni Mubarak das koptische Weihnachtsfest zu einem staatlichen Feiertag erklärt. Ähnlich verhält es sich im Sudan, in Syrien, Palästina und im Irak. Der Südsudan ist gar überwiegend christlich geprägt.

Die Entgleisung Kardawis bringt daher nicht zuletzt die Zentralregierung im sudanesischen Khartum in Bedrängnis. Denn christenfeindliche Hetze aus dem Munde eines Geistlichen vom Kaliber eines Jussuf al-Kardawi könnte das Votum der Südsudanesen über ein Ausscheiden aus dem Zentralstaat stark beeinflussen, da für 2011 angesetzt ist.

„Die Zeiten der Inquisition sind vorbei“
Auch die ägyptische Muslimbruderschaft muss sich jetzt von einem Mann distanzieren, dem sie einmal den Posten des obersten Führers („Murschid Amm“) angetragen hatte. Ungut für den gerade angelaufenen internen Wahlprozess in der stärksten Oppositionsfraktion am Nil.

Hinter den Kulissen wird bereits gemunkelt, dass der Emir von Katar den jetzt unbequem gewordenen Gast aufgefordert habe, seine folgenschweren Aussagen zu dementieren. Die regierungskritische ägyptische Wochenzeitung „Saut ul-Umma“ („Stimme der Nation“) widmete dem brisanten Thema fast eine ganze Seite. Sie konfrontiert die Leser darauf mit dem vielsagenden Zitat des oberägyptischen Priesters Abdul Massih Lam’i: „Die Zeiten der Inquisition sind vorbei.“

«In welcher Gesellschaft leben wir – muslimisch oder christlich?»

Schliesslich richtete der Prediger einen Appell an Geschäftsinhaber mit weihnachtlich geschmückten Läden:

«Warum gebt ihr vor, eine Religion zu feiern, die nicht eure ist», rief er, «wenn sie uns daran hindern, unsere eigenen Riten durchzuführen?» [Sic! Ist das so?]

Al-Qaradawi ist in der islamischen Welt ein angesehener Theologe und wird von vielen Gläubigen seit langem verehrt. Er gilt als Autorität im sunnitischen Islam und als moralische Instanz – nicht zuletzt wegen zahlreicher Auftritte im arabischen TV-Sender al-Jazeera. Er ist ein Hardliner: Selbstmordattentate der Palästinenser im Kampf gegen Israel billigte er, Homosexualität hält er für «abartig», und er befürwortet die Todesstrafe für «Abkehr vom Islam».

Da sieht man es mal wieder: Hier greinen die Moslems, dass sie nicht so dürfen, wie so wollen und dort greinen sie, weil die Christen immer noch viel zu viel dürfen. Vergleicht man allerdings das eine mit dem anderen, dann kann einem schlecht werden. Das nennt man wie noch gleich? Ach ja – Doppelmoral.

UPDATE:

Die Übersetzung des arabischen Originals war nicht korrekt. Daher hier der Link auf eine Richtungstellung.

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6 Antworten

  1. @alien

    ich lege niemanden Worte in den Mund, das sind Tatsachen.
    Und wieso hetzt man angeblich gegen alle Muslime, wenn man einen Terrorunterstützer zitiert, dessen Worte man nachlesen kann? Also lieber schweigen und unter den Teppich kehren? Eine sehr merkwürdige Logik. Dann dürfte man bin Laden über wohl auch nicht reden.

    Qaradawi billigt Selbstmordattentate im Kampf der Palastinänser gegen Israel als erlaubten Märtyrertod und sieht in ihnen in einem solchen Fall nicht den im Islam streng verbotenen Suizid. Er hat in zahlreichen Interviews und Fernsehsendungen seine Ansicht verbreitet, dass Selbstmordattentate in Israel islamisch gerechtfertigt seien.[14][15] Qaradawi erklärt dabei sowohl Frauen und Kinder für nicht schützenswert, da die ganze israelische Gesellschaft militarisiert sei[16], genau so wenig wie deren Eigentum: Es ist durch islamisches Recht festgelegt, dass Blut und Gut der Menschen des Dar al-Harb nicht geschützt sind. Denn sie kämpfen gegen die Muslime und sind ihnen feindlich gesinnt, sie haben den Schutz ihres Blutes und Gutes verwirkt.

    * Er hält Homosexualität für eine „geschlechtliche Abartigkeit“. Die Strafe ist dieselbe wie für Prostitution: 100 Peitschenhiebe.[18]

    Er befürwortet die Todesstrafe für „Abkehr vom Islam“, nachdem man ihn freiwillig angenommen hat und später auf solche Art offene Auflehnung kundtut, die die Zusammengehörigkeit der muslimischen Gemeinschaft bedroht“.

    Er hält die Todesstrafe für außerehelichen Geschlechtsverkehr für angemessen, „wenn mindestens vier rechtschaffene Leute Zeugen des tatsächlichen Geschlechtsverkehrs gewesen sind und vor Gericht bezeugen, dass sie es gesehen haben“

    Er hat die Beschneidung weiblicher Genitalien (FGM) islamisch gerechtfertigt

    Er leugnet nicht den Holocaust, sondern nennt Adolf Hitler „eine gerechte Strafe Allahs für die Juden“ und stimmt die Muslime auf einen neuerlichen Holocaust in der Zukunft ein: „So Gott will, wird das nächste Mal diese [sc. Strafe Gottes] durch die Hand der Gläubigen erfolgen.“
    Zudem bezeichnet er die Juden als Feinde Gottes.[32] Zur Frage nach der Einbeziehung von Juden in die Konferenz für islamisch-christlichen Dialog in Doha im Mai 2004 sagte Al-Qaradawi: „Es gibt keinen Dialog zwischen uns, mit Ausnahme von Schwert und Gewehr.“

    http://de.wikipedia.org/wiki/Yusuf_al-Qaradawi

    Ein netter Zeitgenosse, kann ich nur sagen. Über so jemanden muss man sogar reden, alles andere wäre fahrlässig.

  2. @Alien
    Niemand hetzt hier gegen Muslime im Allgemeinen.
    Ich behalte mir lediglich das Recht vor, Menschen wie al-Qaradhawi an ihren eigenen Aussagen zu messen.
    Und Du verdrehst die Tatsachen: al-Qaradhawi hetzt gegen Juden und Christen. Nicht wir hier gegen Muslime.

  3. @alien
    Selbst wenn es keine Fatwa war – eine „simple“ Freitagspredigt eines Mannes mit solchem Einfluss hat sicherlich einen ähnlichen Effekt.

    Und er hetzt. Z.B. bei 01:50, wo er behauptet, wer auch immer – „die“ Christen vielleicht – würden bald den Bau von Moscheen verbieten.
    Oder bei 03:00, wo er behauptet, moslemische Rituale würden von „den“ Christen verboten.

    Dein eigener Kommentar ist eher etwas seltsam: Du vergleichst dort Memri mit PI und behauptest, Memri würde „Hass schüren“. Memri übersetzt lediglich die Videos und stellt sie ins Internet. Der Hass kommt woanders her.

    Lassen wir das mit den Kreuzen auf den Kirchen und den Glocken weg – obwohl es kaum ein Land gibt, wo Christen derartig unterdrückt und verfolgt werden wie Saudi-Arabien.
    Fakt bleibt: Dieser Mann ist ein übler Finger.

  4. Yael: ist das ein Grund, ihm Worte in den Mund zu legen, die dazu geneigt sind, Menschen gegen Muslime aufzuhetzen? Ich denke, nicht.

    Und sorry, die USA hat alle möglichen Verbände auf ihre Terrorliste gesetzt – das hat so überhaupt nichts zu bedeuteten. Dort entscheiden Leute, die nicht mal den Unterschied zwischen Sunna und Schia kannten, aber den Irak reformieren wollten – man sieht ja, was dabei rauskommt.

  5. Ist das der (unten) Al Qaradawi?

    Er ist/war Führer der Muslimbruderschaft.
    Gruppen denen sich Qaradawi verbunden fühlt, sind 1995 vom State Department auf die Liste ausländischer Terrororganisationen gesetzt worden. Allein deswegen reicht es aus, ihn aus den USA auszuweisen.

    In einer Khutba von 1996 (nachzulesen auf der Webseite der Hamas) sagte er: dass die Selbstmordattentäter der Hamas und der Palestinian Islamic Jihad keine Terroristen, sondern Märtyrer und dass alle Mitglieder der israelischen Gesellschaft berechtigte Ziele solcher Anschläge seien.

    Qaradawi und seine Familie waren auch wichtige Aktionäre der Finanzgesellschaft al-Taqwa, die nach dem 11.09.01 als Al Qaida Förderer eingestuft wurden und dessen Vermögen eingefroren wurde.

    Als Qaradawi versuchte sein Visum zu verlängern, wurde sein 10jähriges gültiges Visum nicht erneuert. Er darf nie wieder US Boden betreten.

  6. Ähm – da bist du wohl dem Spiegel aufgesessen, der nicht wirklich richtig hingehört hat. Qaradawi hat weder den Christen das Feiern von Weihnachten verbieten wollen, noch hat er sich gegen Kreuze und Glocken auf Kirchtürmen ausgesprochen. Leider hat es der Spiegel, im Gegensatz zu ein paar bloggerkollegen, nicht für nötig gehalten, eine Berichtigung zu schreiben.
    Es war auch keineswegs eine Fatwa, sondern eine ganz simple Freitagspredigt.
    http://alienineurope.wordpress.com/2009/12/23/spiegel-folgt-…d-auf-qaradawi/
    http://www.politblogger.net/doch-keine-scheichende-entweihnachtisierung-des-morgenlands/

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