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Das Ende der Unschuld

Die Seele der Wissenschaft ist nicht die Gewissheit, sondern der Zweifel. Eigentlich eine Binsenweisheit. Doch sie droht, in Vergessenheit zu geraten. Zu oft bleibt der Öffentlichkeit heutzutage verborgen, dass es sich bei vielen „Erkenntnissen“, mit denen Forscher von sich reden machen, noch keineswegs um gesichertes Wissen handelt, sondern nur um die vorläufigen Früchte ihrer Arbeit – um Vermutungen, Hypothesen, Denkmodelle, Szenarien.

Beispiel Schweinegrippe. Die Virologen täuschten sich, als sie im vorigen Frühjahr zu dem Schluss kamen, dass es sich bei A/H1N1 um einen völlig neuartigen Erreger handle. Inzwischen weiß man, dass unser Immunsystem Teile von ihm schon länger kennt. Das erklärt, warum die Pandemie nicht so dramatisch verläuft, wie anfangs befürchtet. Besser man räumt solche Irrtümer in aller Deutlichkeit ein. Sonst steht am Ende die eigene Glaubwürdigkeit auf dem Spiel.

In der Wissenschaft ist es normal, dass eine Arbeitshypothese die Probe aufs Exempel nicht besteht. Dann muss der Forscher sie revidieren. Zugegeben, früher, als man noch im stillen Kämmerlein vor sich hinforschte, war das leichter als heute. Schon das Buhlen um knappe Forschungsmittel kann dazu verleiten, vorläufige Arbeitsergebnisse als Gewissheiten zu verkaufen.

Dabei sind die Erwartungen, mit denen Wissenschaftler sich konfrontiert sehen, in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Die Menschen wünschen sich Orientierung. Die Geldgeber wollen nutzbares Wissen und die Politiker zuverlässige Aussagen, auf die sich Entscheidungen und Investitionen gründen lassen. Für Forscher eröffnen sich damit ungeahnte Möglichkeiten. Sie werden angehört, ernst genommen, können Politik mitgestalten.

Ein Sündenfall der Wissenschaft
Doch sie begeben sich damit auch auf ein heikles Terrain. Beispiel Klimaforschung. Sie hat ihre Unschuld im vorigen Jahr definitiv verloren. In den E-Mails aus dem weltweit führenden britischen Forschungszentrum der Universität von East Anglia, die kurz vor dem Weltklimagipfel in Kopenhagen durch einen Hackerangriff bekannt wurden, kann jeder nachlesen, wie renommierte Wissenschaftler gegen Zweifel vorgehen, sich damit auch Macht, Einfluss und nicht zuletzt Forschungsgelder sichern. Der Umgang mit Andersdenkenden zeugt von der Selbstherrlichkeit einer in sich geschlossenen Kaste: Kritiker sollten kaltgestellt, Rohdaten zurückgehalten und Fachzeitschriften boykottiert werden, wenn sie Auffassungen veröffentlichten, die dem eigenen Denkmodell widersprachen. Ihre Position haben die Wissenschaftler erfolgreich verteidigt.

Doch mit solchen unlauteren Methoden laufen sie Gefahr, das Vertrauen zu verspielen, das sie in der Öffentlichkeit immer noch genießen. Die Kontrolle ist ihnen entglitten, ihre Forschung selber politisch geworden – nachgerade ein wissenschaftsethischer „Sündenfall“. Obwohl die Computermodelle, mit denen man die Entwicklung des Weltklimas zu simulieren versucht, nach wie vor erhebliche Schwächen haben, läuft der Zweifel von „Klimaskeptikern“ längst ins Leere. Die Leiterin der Strategieabteilung im internationalen Klima- und Umwelt-Investorennetzwerk „Ceres“, zu dem unter anderem Pepsi Cola, American Airlines und der Medienkonzern und Finanzdienstleister Bloomberg gehören, reagierte auf den Hackerskandal bezeichnenderweise völlig ungerührt. „Der Klimakonsens hat die politischen Grenzen überschritten“, sagte Anne Kelly: „Er ist ein smartes Geschäft, und die Investoren sind damit einverstanden.“

Mit dem Wissenschafts-Ethos hat das nichts zu tun. Es setzt voraus, dass Forscher sich im Streit mit Kritikern bewähren, statt sie zu diskreditieren – auch wenn der Zweifel lästig ist. Er macht die Dinge kompliziert. Und bleibt das Lebenselixier der Forschung. Aber er hat es heute schwer.

Und hinzuzufügen ist noch: Auch die Evolutuionstheorie ist und bleibt eine Theorie mit vielen offenen Fragen. Wenn Laien oder sogar auch Wissenschaftler behaupten, dass die ET keine Theorie mehr sei, sondern eine bewiesene Tatsache, dann verleugnen sie den o.g. Charakter der Wissenschaft:

Die Seele der Wissenschaft ist nicht die Gewissheit, sondern der Zweifel.

Das ist dann kein wissenschaftliches Arbeiten mehr, sondern das Verbreiten und dem Festhalten an einer Ideologie.

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Eine Antwort

  1. Die Experten mögen zwar Fachleute auf ihrem Gebiet sein, aber was Wissenschaft wirklich ist haben sie entweder nie begriffen oder sie haben dieses Wissen dem Streben nach Macht und Einfluss und der Gier nach Geld geopfert. So sieht es jedenfalls aus.

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