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Journalismus

[…] Allerdings wird einem nach dem Lesen der Kommentare und Artikel Holzhaiders um so schmerzlicher bewusst, auf welch erschreckendem Niveau sich manch anderer Schreiber in der SZ bewegt. Bestes Beispiel – und hier kommen wir zurück auf den Fall Oury Jalloh -, Holzhaider gegenüber Prantl:

“Der Gerichtsmediziner kam zu dem Ergebnis, dass der Gefangene binnen einer Minute nach Ausbruch des Brandes starb – nicht, wie meistens in solchen Fällen, durch Einatmung giftiger Rauchgase, sondern durch einen sogenannten inhalativen Hitzeschock. Ein auf Antrag der Nebenkläger geladener zweiter Gutachter, ein Spezialist für Todesfälle durch Brandeinwirkung, erweiterte die Zeitspanne bis zum Tod auf zwei Minuten. Der Rauchmelder aber, der den Brand in der Einsatzzentrale des Polizeireviers anzeigte, reagiert erst nach 90 Sekunden.
Der Annahme, dass Jalloh sich vorher durch Schreie bemerkbar gemacht hat – wie es der BGH unterstellt -, widersprach die Aussage der Polizeibeamtin, die an der Gegensprechanlage saß. Es gab keinen Grund, an ihrer Glaubwürdigkeit zu zweifeln – sie war es, die die Gegensprechanlage gegen den Willen ihres Kollegen auf laut gestellt hatte.” (Hans Holzhaider)

… versus …

Ein Mann verbrennt bei lebendigem Leibe. Er verbrennt in der Polizeizelle. Er verbrennt gefesselt an Händen und Füßen.

Der brennende Mann schreit, aber man hört ihn nicht. Er schreit sich zu Tode, aber man will ihn, trotz akustischer Kontrolle, nicht hören – vielleicht deshalb, weil er betrunken ist und bekifft; vielleicht deshalb, weil der brennende Mann schwarz ist; vielleicht deshalb, weil der Polizist genervt ist von aufsässigen Ausländern.

Der junge Mann verbrennt, während der Beamte den Brandalarm ignoriert, einmal, zweimal, immer wieder. Der Polizist sitzt zwei Stockwerke höher; es macht ihm Umstände, im Keller nachzuschauen. Er stellt das Alarmsignal des Rauchmelders einfach ab. Vielleicht ist er nur träge. Vielleicht isst er gerade seine Brotzeit. Vielleicht ist es ihm völlig egal, was da in der Zelle passiert. Vielleicht sagt er sich: Was immer da passiert, es geschieht dem Kerl recht” (Heribert Prantl)

Zwei Texte, wie sie unterschiedlicher nicht sein können, geschrieben/ver- öffentlicht am selben Tag (07.01.2010), zur nahezu selben Zeit (Prantl: 18:35 Uhr; Holzhaider 18:37 Uhr), aber journalistisch betrachtet – oder einfach nur moralisch – um Lichtjahre voneinander entfernt. Ein Dank jedenfalls an Hans Holzhaider, und einen Eintrag in unserer Kategorie “Es gibt sie noch, die guten Dinge.”

Mir geht die Berichterstattung in unseren Medien (MSM) in letzter Zeit tierisch auf den Keks. Und nicht nur deshalb, weil meine Meinung dort oft nicht vertreten wird. Sondern weil die Qualität brutal nachlässt. Es wird das berichtet, was die Leute hören wollen, was opportun ist, was sich verkauft.

„Regierung ist käuflich“ hieß es gestern bei NDR Info, eine Aussage des SPD-Chefs Sigmar Gabriel, die dort immer wieder genüsslich ausgewalzt und nur im geringen Maße relativiert wurde. Was für ein Journalismus!!
Oft gehen Emotionen, Schlagzeilen und Ideologie über Fakten und eine sachliche Einschätzung. Lieber schreibt der Journalist dem Volk nach dem Munde, als dass er sich darum bemüht, Fakten und Hintergründe ordentlich zu sortieren.

Niedersachsens Ministerpräsident Wulff fliegt nach Miama, gebucht in Economy und wird am Boarding Gate in die Business Class hochgesetzt. Als Airliner weiß ich: Ein völlig normaler Vorgang, wie er täglich bei vielen Fluggesellschaften vorkommt, weil die Economy Class überbucht ist.
Und ich habe auch noch nie einen Journalisten gesehen, der sich darüber beschwert hat, wenn das ihm passiert – geschweige denn, dass darüber in negativer Weise berichtet wird.

Aber bei NDR Info heißt es: „Erst auf Nachfrage eines Journalisten bezahlte Wulff die Differenz von 3.000€“. Oh, der mutige Journalist! Hat wieder einmal den Robin Hood gespielt und ein einen bösen Mächtigen besiegt, der sich einen üblen Vorteil verschaffen wollte.
Nur dass dieser Vorfall mal wieder beweist, dass er nicht recherchiert hat, sondern lieber eine Schlagzeile produziert hat. Hätte er recherchiert, dann hätte sich die ganze Geschichte ja nicht verkaufen lassen.
So wird aber das Vorurteil des gemeinen Mannes  – die Politiker sind eh alles Schweine und nehmen sich alles, was sie bekommen können – voll bestätigt. Und damit die politische Kultur unseres Landes weiter zerstört.

Ich frage mich: Stellen die Journalisten sich und ihre Arbeit eigentlich mal selber in Frage? Gibt es noch so etwas wie ein Berufsethos? Oder haben sich einige Journalisten zu unangreifbaren Meinungsmachern aufgeschwungen, fern ab jeder Kritik?

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