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Islamophobiekritik

In WELT ONLINE lässt sich Till-R. Stoldt über die Islamkritiker aus und offenbart dabei ein Gutmenschentum und eine Einäugigkeit, wie ich sie in der WELT bisher nicht gelesen habe.

Zudem darf man nicht die Relationen unterschlagen, wenn über die Straftaten von Migranten berichtet wird. Ein Beispiel: Die Zahl aller hierzulande bekannten Ehrenmörder mit (noch so diffusem) islamischem Hintergrund macht weniger als 0,01 Prozent der hier lebenden Namensmuslime aus. Dies systematisch zu verschweigen, heißt verleumden.

Herr Stoldt möchte uns also sagen, dass 1. die Ehrenmorde mit dem Islam (fast) nichts zu tun haben. Vorher schwadroniert er über den Unterschied von Mittel- und Unterschicht, von Menschen aus Bergdörfern und Großstädten. Sicherlich sind die Ehrenmorde auch auf eine Tradition, die sehr unzivilisiert ist, zurückzuführen, denn aufgeklärte Moslems greifen wohl seltener zu diesem Mittel. Aber den Islam als Mitverursacher per se auszuschließen, in dem auf den Abfall vom Islam der Tod steht, ist einfach nur blauäugig.

2. sagt uns Herr Stoldt, dass die Zahl der Ehrenmorde doch so klein sei – gemessen an der Bevölkerung – und das Verschweigen dieser Zahlen eine Verleumdung sei.

H. M. Broder schreibt dazu:

Und jetzt machen Sie mal eine Rechnung auf: In den 70er Jahren lebten in der Bundesrepublik rund 60 Millionen Menschen. Etwa 60 von Ihnen gehörten der RAF an. Das waren genau 0.0001% der Bevölkerung. Das Verhältnis der RAF-Angehörigen zu den Ehrenmördern mit islamischem Hintergrund liegt also bei 1 zu 100. Das heisst, relativ betrachtet gab es viel weniger RAF-Täter als Ehrenmörder mit islamischem Hintergrund.

Und trotzdem hat uns die RAF in Angst und Schrecken versetzt. Nicht weil es so viele waren, sondern weil ihre Vorgehensweise brutal, unberechenbar und völlig ideologisch überhöht war. Und genauso ist es bei den Ehrenmorden: Nicht die Zahl erschrickt uns so sehr – als könnten wir mit weniger Ehrenmördern leben: Wo ist das dann die Untergrenze, Herr Stoldt? 25? 15? 10? 1? -, sondern die Tat an sich, das Auslöschen eines Menschenlebens, nur weil der/diejenige /(es sind ja eigenartigerweise fast immer nur die Töchter) eine andere Lebensweise gewählt hat. Dies ist ein Fundament unserer Gesellschaft: Dass jeder sein Leben, seinen Glauben frei leben kann, solange er nicht an den Grundfesten rüttelt. Und selbst wenn er das tut, wird er deshalb nicht ohne Vorwarnung umgebracht.

Deshalb sind die Zahlen auch völlig nebensächlich. Wir als deutsche Menschen und als Christen wollen so eine Willkürlichkeit nicht in unserer Gesellschaft haben.

Ein Beispiel: Muhammad griff nicht zum Spaß einige Male Karawanen an, sondern weil seine Gemeinschaft hungerte. Und er griff auch nicht irgendwen an, sondern die Mekkaner – also jene Gruppe, die Muhammads Gemeinde vernichten wollte und zur Flucht (und damit in den Hunger) getrieben hatte. Wer wäre unter diesen Umständen denn kein „Karawanenräuber“?

Das ist Gutmenschentum in Reinkultur. Das Verbrechen einer Gruppe wird dadurch erklärt, dass die anderen (die Geschädigten) sie ach so schlecht behandelt haben. Man rechtfertigt diese Verbrechen mit dem Fehlverhalten anderer. Das bringe ich schon meinen Kindern bei, dass sie ihr Fehlverhalten so nicht rechtfertigen dürfen. Und zum Schluss wird dann hinterfotzig gefragt, wem das nicht so gehen würde. Wenn man das zu Ende denken würde, dann könnte man jedes Verbrechen damit rechtfertigen. Und dann setzt er den „Karawanenräuber“ noch in Gänsefüßchen, als sei das ein Kavaliersdelikt, bei dem auch bestimmt niemand umgekommen ist.

Die Zeiten waren damals so. Mohammed hat sich im Wesentlichen nicht anders verhalten als seine Zeitgenossen. Aber genau das behaupten ja viele Moslems, dass der Islam eine Religion des Friedens sei und Mohammed selbstverständlich das leuchtende Vorbild. Und das stimmt einfach nicht. Nur die Gutmenschen glauben das immer noch bzw. erklären sich die Widersprüche einfach ins Nirwana. Ist ja auch einfacher zu ertragen.

Nur folgerichtig ist es, wenn viel gelesene Islamkritiker wie Hans-Peter Raddatz aus ihrem Bild vom abgrundtief verdorbenen Islam praktische Konsequenzen ziehen: Raddatz liebäugelt mit einer Form von Muslim-Entsorgung, die im rechristianisierten Spanien der frühen Neuzeit praktiziert wurde. Damals deportierte man Hunderttausende Muslime und zwangskonvertierte Ex-Muslime auf oft grausame Weise nach Afrika. Motto: Christenland in Christenhand.

Oh, jetzt wird’s interessant. Das ist das klassische „Ich bin gar nicht Schuld, sondern Du“. Nicht (nur) Moslems machen Fehler, sondern die Christen sind die Bösen, die heimlich schon davon träumen, alle Moslems zu deportieren. Da ist das Etikett „Nazi“ nicht mehr weit.

Um es ganz klar zu sagen: Weder Moslems noch die Christen sind die Bösen. Es gibt in jeder Gruppe Gute und Böse, wie immer. Entscheidend ist das Gottesbild. Und das unterscheidet sich nun mal eklatant voneinander.

Und Herr Stoldt soll mir doch mal außerhalb dem braunen Sumpf und irgendwelchen durchgeknallten Islamhassern (die es gibt, mit denen ich aber absolut nichts zu tun haben möchte) irgendjemanden zeigen, der ernsthaft daran denkt, Moslems zu deportieren. Sie sollen sich integrieren – denn Assimilation ist kein Verbrechen, Herr Erdogan! – und sich an die Regeln ihrer neuen Heimat halten. Nicht mehr und nicht weniger. Weniger verlangen auch andere Länder von ihren Zugereisten kaum.

Und es zeugt weder von Sachverstand noch Differenzierungswillen, dass in manchem Landtag, etwa in NRW, das Kopftuchverbot mit dem platt-pauschalen Hinweis begründet wurde, Kopftuchträgerinnen seien allzu oft Feinde der Menschenwürde (was durch rein gar nichts belegt ist).

Wer sagt, dass Kopftuchträgerinnen Feinde der Menschenwürde sind? Nicht die Trägerinnen sind die Feinde der Menschenwürde, sondern diejenigen, die die Frauen dazu zwingen, sich zu verhüllen oder Kopftücher zu tragen. Wenn das Landtag in NRW wirklich so gesagt hat, dann ist das allerdings großer Käse, aber diese Argumentationslinie ist nicht der Grund, warum viele sich gegen die Kopftücher, Burkas und oder Niqabs aussprechen.  Hier wird eine altes Spiel betrieben: Suche die extremen und lächerlichen Teile einer Position heraus und präsentiere sie deinen Lesern. Die Vernünftigen und Nachvollziehbaren lasse weg. So kannst Du Deinen Gegner als Idioten darstellen.

Es trägt nicht zum Frieden bei, wenn der Grüne Daniel Cohn-Bendit verkündet, es sei an der Zeit, „den Muslimen mal was vor den Latz zu knallen“.

Zustimmung. Aber hat Herr Stoldt nicht über Zahlen fabuliert? Wie groß ist der Anteil derjenigen, die den Moslems „mal was vor den Latz knallen“ wollen? Und wie groß ist der Anteil der Leute, die den Islam und manche Moslems kritisieren – nicht, damit sie ihren Frust abbauen oder ihren Hass ausleben können, sondern um die Integration voranzutreiben? Worüber die meisten Leute sich viel mehr aufregen, ist die Verharmlosung und das Schönreden mancher Fehlentwicklungen. Viele – und auch ich – würden sich sehr freuen, wenn die (betroffenen) Moslems und ihre Regierungen weltweit aufhören würden, die schlimmen Dinge zu tun, die sie tun und sich stattdessen einem friedlichen Zusammenleben widmen würden.

Also steht Herr Cohn-Bendit – was sagen eigentlich seine grünen Parteigenossen, insbesondere Frau Roth, zu einer solchen Aussage? – mit seiner Meinung sicherlich nicht repräsentativ für die Mehrheit aller Islamkritiker.

Dieser Artikel steht in einer ganzen Reihe von Artikeln, die in den letzten Wochen in FAZ, SZ usw. erschienen sind und sich massiv gegen Islamkritiker wenden.

Was soll damit erreicht werden? Der Eindruck, der entsteht, ist, dass Islamkritik als nicht akzeptabel und gesellschaftsfähig gebrandmarkt werden soll. Wenn wir aber als Gesellschaft nicht mehr über unsere Probleme offen reden können und die Kritiker gebrandmarkt werden, dann verabschieden wir uns von einer freien Gesellschaft.

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3 Antworten

  1. […] es nicht offen, aber auch nicht wirklich durch die Blume: Für ihn sind Islamkritiker dumpfe Nazis. Markus ist ausführlicher. Dabei zitiert er Henryk M. […]

  2. Der ganze Artikel von Till-R. Stoldt (st)hinkt!

    Erstens sollte man nie Äpfel mit Birnen vergleichen, denn jeder kann sich seine Statistik so zusammenschustern damit sie passt.
    Es sollte eher der Vergleich zwischen Ehrenmorde in DE (EU?) überhaupt und dann % aufgezählt wieviele christliche Ehrenmorde und wieviele Moslemische. Und dann vielleicht wieviele Morde und dann % die Motive aufzählen (Ehrenmorde, Kapitalverbrechen, Eifersucht, etc…). Das wäre ehrlicher.

    Ich verstehe Gutmenschen des Schlages von Stoldt und Co. nicht. Immer auf das Westliche und Christliche mit voller Wucht draufhauen und im gleichen Atemzug Islam ist Frieden schreien (und wer was anderes behauptet haue ich auf die Fresse). Und das alles ist eben nur möglich da er sich in einem westlichen christlichen Teil der Welt befindet. Wenn der Islam den so super toll ist warum gehen dann Er und Konsorten nicht einfach in ein moslemisches Land? Jeder kann doch dahin gehen wo es ihm/ihr am besten gefällt ohne zu versuchen alles umzukrempeln (wenn Mohammed nicht zum Berg kommt, geht der Berg zu Mohammed).

    Beispiel; wenn mir der Winter in Deutschland nicht zusagt fliegt man in den Süden. Und bei einem Journalisten Honorar (Gehalt?) dürfte das Finanzielle kein Problem sein. Abgesehen werden z.B. regiemetreue Journalisten in Iran bestimmt auch dementsprechend entlohnt.

  3. @
    „Wenn wir aber als Gesellschaft nicht mehr über unsere Probleme offen reden können und die Kritiker gebrandmarkt werden, dann verabschieden wir uns von einer freien Gesellschaft.“

    Mehr ist dazu eigentlich nicht zu sagen!

    Und zu „offen reden“ gehören selbstverständlich Bücher, Filme, Theaterstücke und Karikaturen – man mag über kritische Anfragen „beleidigt sein“ – und wer kennt das nicht aus eigenem Gefühlserleben, doch auf „Beleidig-sein“ mit Gewalt zu reagieren, mit Morddrohungen und Mordanschlägen, das übersteigt ganz sicher die Grenze dessen, was eine aufgeklärte Gesellschaft sich im Namen der Toleranz zumuten lassen kann. Leider haben viele das in Europa wohl noch nicht begriffen…

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