• Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt. -
    Thomas Mann

    "An appeaser is one who feeds a crocodile - hoping it will eat him last." (W.Churchill)

    Es ist einfacher, kritisch zu sein als korrekt.
    Benjamin Disraeli

    Es gehört oft mehr Mut dazu, seine Meinung zu ändern, als ihr treu zu bleiben.
    Friedrich Hebbel

    Die beste und sicherste Tarnung ist immer noch die blanke und nackte Wahrheit. Die glaubt niemand!
    Max Frisch

    „Ich für meinen Teil bin der Meinung, dass es nicht zum Begriff der Demokratie gehört, dass sie selber die Voraussetzungen für ihre Beseitigung schafft …
    Man muss in einer Demokratie auch den Mut zur Intoleranz denen gegenüber haben, die die Demokratie gebrauchen wollen, um sie zu beseitigen!”
    Carlo Schmid (1949)

    Die Menschheit lässt sich keinen Irrtum nehmen, der ihr nützt.
    Friedrich Hebbel

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Soziologin Kelek im Interview

Die in der Türkei geborene deutsche Soziologin Necla Kelek setzt sich mit ihrer Religion auseinander. Kritiker unterstellen ihr deswegen eine fundamentalistische „Islamophobie“. Mit WELT ONLINE spricht sie über die aktuelle Debatte zur Islamkritik und die Überwindung der Scharia.

[…] Zuerst war ich für einige Journalisten interessant, weil ich mit dem Thema „Zwang zur Ehe“ im Islam ein Tabu gebrochen habe. Da ich mich aber nicht mit der Rolle als Impulsgeberin zufriedengebe, sondern versuche, Strukturen und Hintergründe auszuleuchten, werde ich einigen vielleicht lästig. Ich deute und verlange ein Umdenken. Viele Migrationsforscher fühlen sich von mir nachhaltig gestört. Jahrzehntelang war die Rollenverteilung klar: Die muslimischen Migranten waren die Mündel, die durch Sozialarbeit gerettet werden mussten.

WELT ONLINE: In deutschen Feuilletons nennt man Sie nun „Hasspredigerin“. Damit stellt man Sie auf eine Stufe mit radikalen Islamisten.

Kelek: Für eine flotte Überschrift kann manchmal auch ein Redakteur nichts. Das sehe ich nach. Für mich zeigt sich dabei aber, dass einige Intellektuelle in diesem Land zutiefst verunsichert sind. Anstatt genau hinzusehen, wer wie argumentiert, wird der verbale Hammer geschwungen. Meine Kritiker scheinen den urdeutschen Schuldkomplex abzuarbeiten. Wer ernsthaft meint, das Eintreten für Menschenrechte sei so fundamentalistisch wie der Aufruf zum Heiligen Krieg, der verabschiedet sich aus dem sachlichen Diskurs.

WELT ONLINE: Kritiker nennen Sie eine „Fundamentalistin der Aufklärung“, da Sie nicht tolerant gegenüber dem anderen seien.

Kelek: Das große Problem ist, dass die westlichen Individualisten nicht nachvollziehen können, was der Islam ist. Sie denken, er sei nur eine Variante ihres Glaubens, eben eine mit Kopftuch. Der Islam ist aber ein System, das den Menschen als Sozialwesen und nicht als Individuum sieht, er fordert das Kollektiv. Das Christentum ist durch die Aufklärung nicht entchristlicht worden, und die Muslime werden durch die Ächtung der Scharia nicht zu schlechteren Muslimen. Sie müssen sich säkularisieren, müssen den ideologischen und politischen Charakter des Islam ablegen und sich auf die Spiritualität besinnen.

[…] Die Parallelgesellschaft funktioniert. Dort werden fast nur Zeitungen aus der Heimat gelesen, wird das türkische TV-Programm empfangen. Die Debatte, die jetzt in den Feuilletons geführt wird, erreicht nur eine verschwindend geringe Zahl von Muslimen. In den Moscheen ist Debattieren nicht vorgesehen, die Islamfunktionäre interessiert das nicht. Sie schotten sich ab, wollen in Ruhe gelassen werden, scheuen die Öffentlichkeit. Sie treten nur auf, wenn sie glauben, Ansprüche stellen zu können.

[…] Der organisierte politische Islam in Deutschland und in Europa ist mehrheitlich konservativ bis reaktionär, die türkischen Sunniten stellen die Mehrheit. Es gibt die große Gruppe der Aleviten, die ganz andere religiöse Riten haben und von den anderen Gruppen ausgegrenzt werden. Allerdings sind nur zehn bis 15 Prozent der als Muslime gezählten Bürger organisiert. Die Mehrheit der Muslime lebt den Islam als Kultur, manche traditionell archaisch, andere sind säkular und wollen mit dem politischen Islam nichts zu tun haben. Diese Menschen sind meist moderat, haben aber keine Stimme, keine Vertretung

Unaufgeregte, klare und gut informierte Aussagen.

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