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Klammheimliche Freude, öffentliche Empörung

Von Alan Posener

Die Affäre um die Tötung des Hamas-Waffenhändlers Mahmud al-Mabhouh nimmt immer absurdere Züge an. Da man hinter der Aktion in Dubai den israelischen Auslandsgeheimdienst Mossad vermutet, wurden Israels Diplomaten in mehreren EU-Staaten einbestellt. Jedoch protestierten die Europäer weniger gegen die Tötung an sich, die einen berüchtigten Entführer und Mörder traf, der für die Kontakte zwischen der terroristischen Hamas und ihren iranischen Waffenlieferanten und Finanziers verantwortlich war. Dessen Eliminierung sehen auch europäische Geheimdienstler mit klammheimlicher Freude. Der Protest richtet sich gegen den Einsatz gefälschter europäischer Pässe. Die Bundesanwaltschaft ermittelt inzwischen wegen des Verdachts „geheimdienstlicher Agententätigkeit und mittelbarer Falschbeurkundung“ – gegen unbekannt.

Besonders empörend findet es die Opposition, dass jener Unbekannte, der als „Michael Bodenheimer“ mit deutschem Pass nach Dubai einreiste und mutmaßlich Mossad-Agent war, an seinen deutschen Pass kam, indem er sich als Nachkomme von Holocaust-Opfern ausgab. Da die Nazi-Gesetzgebung, die deutschen Juden ihre Staatsbürgerschaft entzog, für nichtig erklärt worden ist, erhalten die Verfolgten von damals und ihre Nachkommen auf Antrag die ihnen zustehende deutsche Staatsbürgerschaft; viele Israelis nutzen diese Bestimmung, um einen Zweitpass zu bekommen. Gewitzt durch die Erfahrung von Verfolgung und Emigration, ist ihr Verhältnis zu solchen Dingen von kühler Unsentimentalität geprägt: Man kann nie zu viele Pässe haben. Es ist naiv zu glauben, dass der Mossad erst jetzt auf diese Möglichkeit aufmerksam geworden ist, an Originaldokumente heranzukommen. Es ist doppelzüngig, sich jetzt darüber aufzuregen; auch der BND wird von dieser Praxis gewusst haben. Man sollte froh sein, auf diese Weise einen kleinen Beitrag zu Israels Sicherheit leisten zu können.

Überhaupt ist die mediale Aufregung über Israels Aktion von Naivität und Doppelzüngigkeit geprägt. Anders als etwa in Kundus gelang hier nun wirklich ein Angriff von „chirurgischer“ Präzision gegen einen bekannten Terroristen. Im auffälligen Gegensatz zum Lärm über den bösen Mossad hört man fast nichts über Barack Obamas Politik der gezielten Liquidierung von Terroristen: Über 50 Mal griffen CIA-Drohnen im vergangenen Jahr mutmaßliche Al-Qaida- und Taliban-Führer in Pakistan an, so die „Washington Post“, töteten Hunderte Dschihadisten und Zivilisten. Dieses Jahr seien es schon ein Dutzend Angriffe oder mehr gewesen, schreibt der „Economist“, der anmerkt, dass George W. Bush nicht annähernd so viele Tötungen autorisierte. Aber Obama ist – noch – der Liebling der Linken. Und kein Israeli.

Obama wird auch nach wie vor wegen seines Beschlusses bejubelt, das Lager Guantánamo Bay zu schließen. Eine Folge: In Irak oder Afghanistan festgenommene Terrorverdächtige werden nunmehr den örtlichen Behörden überlassen. Man ist in der EU und in den USA gegen Folter, aber die Erkenntnisse dieser Verbündeten verwertet man doch gern. Wo es keine Möglichkeit gibt, einen Gesuchten einem befreundeten Regime zu überstellen, wird er eben getötet, wie etwa Saleh Ali Nabhan, al-Qaidas Mann in Somalia.

Das alles ist hierzulande bekannt. Man macht kein Aufheben darum, weil man auch keine Alternative weiß und schließlich davon profitiert. Aber wehe, Israel wendet diese Methoden an. Diese Doppelmoral ist ziemlich bemerkenswert.

Diese Doppelmoral ist nicht nur bemerkenswert, sondern lt. EU-Definition auch ein Merkmal von Antisemitismus. Aber der wird – im Zuge der Verteufelung Israels – immer gesellschaftsfähiger. Sogar manche Justiz sieht keine Notwendigkeit mehr, bei offensichtlichem Antisemitismus einzugreifen.

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