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Air France verstößt gegen das Antidiskriminierungsgesetz

Vera Langsfeld, CDU-Bundestagsabgeordnete, berichtet von dem „Abenteuer“, mit Air France nach Europa zu kommen:

In Deutschland ist die Flugasche längst verflogen. Gestern Abend bin ich hier gelandet, nachdem es mir gelungen war, in Havanna als Standby-Passagier an Bord der täglichen Maschine nach Paris zu gelangen. Hier lese ich in der Morgenpost, dass in Berlin , als es angeblich unter der Vulkanaschewolke lag , keine erhöhten Feinstaubwerte gemessen werden konnten. Ich erfahre, dass Grünen- Politiker wie Christian Ströbele, sich in der Zeit des Flugverbotes mit dem Hubschrauber von Freiburg nach Berlin transportieren ließen, um hier ihren unverzichtbaren Kampf gegen die Erderwärmung fortzusetzen. Bezeichnenderweise kam es ihm und seinen Kollegen nicht in den Sinn, dass man auf dieser Strecke auch gut die Bahn oder den Bus nutzen kann. Wir wissen seit Orwell, dass alle Schweine gleich sind, aber manche sind eben gleicher. Die können während eines Hubschrauberflugs schnell eine Presseerklärung über die Notwendigkeit der Verminderung des Flugverkehrs verfassen und vom ruhigen Deutschland schwärmen, das künftig höchstens von Politiker-Lufttransporten gestört werden soll. War da noch was? Ach ja, es sitzen immer noch tausende deutsche Touristen in Übersee, um die sich die Politik nicht kümmert.

In Havanna sieht es für die gestrandeten Deutschen besonders böse aus. In unserem Hotel landete eine Reisegruppe, die am 22. April hoffnungsvoll zum Flughafen fuhr, weil sie im Stadtbüro der Air France Tickets für den 22. zugeteilt bekommen hatte. Am Schalter stellte es sich schnell heraus, dass es Tickets für den 22. Mai waren. Die Gruppe musste abziehen und sich eine Unterkunft suchen. Unsere Gruppe war besser dran. Mit massiver Unterstützung der Staatspolitischen Gesellschaft Hamburg und unserem Reisebüro Kulturtourismus Held waren uns Tickets für den 26. – 29. April in Aussicht gestellt worden. Später verbesserte sich die Situation auf den 25. bis 27. April. Und das war nur durch massiven Druck auf Air France möglich. Für mich war das viel zu spät, denn am 26. abends habe ich zu einer Veranstaltung anlässlich des 20. Jahrestages des 2+4-Vertrages in die Räume der Deutschen Bank am Pariser Platz in Berlin eingeladen. Mit dem Israelischen Botschafter, John C. Kornblum, Lothar de Maiziere und Horst Teltschik. Also bat ich die Deutsche Botschaft um Hilfe, die in Person von Dr. Pellet tatsächlich erreichte, dass mich Air France als Nummer 1 auf die Warteliste für den Flug am 23. 4. setzte. Mit mir warteten weitere 34 Standby –Passagiere auf die Chance, noch mitgenommen zu werden. Wir erhielten keinerlei Auskunft, ob wir Aussicht hätten, oder nicht. Auch als der Superwiser den Computerbildschirm zu studieren begann und ich bemerkte, dass er eine Angestellte schickte, um uns zu zählen, blieben die Minen undurchdringlich. Dann kam die Anweisung, sich hinter einer Absperrung aufzustellen. Erst dann wurde die Warteliste geöffnet. Mein Name wurde tatsächlich als erster aufgerufen, aber nach mir spielte die Reihenfolge der Liste keine Rolle mehr. Zuerst wurden alle Franzosen durchgewunken, dann alle anderen Europäer, auch ohne Platz auf der Warteliste, dann die Kubaner, die einen Erstflug antraten und ebenfalls nicht auf der Liste standen. Ganz zum Schluss kamen die gestrandeten Deutschen dran. Unter anderem ein junges Paar aus Aachen. Die beiden hatten ein Ticket für Dienstag, den 20. gehabt, als Air France die regulären Flüge wieder aufnahm. Entgegen allen Gepflogenheiten wurden die beiden am Counter abgewiesen, mit der Begründung, man nehme nur Passagiere ohne Weiterflug mit. Es half den jungen Leuten nicht, dass sie auf ihren Weiterflug verzichten wollten.

Sie wurden weggeschickt, ohne Kompensation, ein Übernachtungsangebot oder Aussicht auf baldigen Heimflug. Sie mussten nach Havanna zurückkehren, sich ein Hotel nehmen, das inzwischen 140 € für die Übernachtung verlangte und sich am nächsten Tag in die Schlange vor dem Stadtbüro von Air France einreihen, zunächst ohne Erfolg. Die beiden hatten glücklicherweise ein Handy dabei, so dass sie ihre Eltern informieren konnten, die bei Air France Deutschland Druck machten. Schließlich bekamen sie einen Heimflug am 30.4. , also 10 Tage nach ihrem eigentlichen Termin . Das hätte Kosten von 1400 € allein für die Übernachtung bedeutet, die Studenten selten haben. Also fuhren die beiden jeden Tag zum Flughafen. Sie hatten einen Taxifahrer gefunden, der sie billiger als üblich beförderte. Am 23.4. wurden sie vom Bodenpersonal schon wie alte Bekannte begrüßt. Das heiß aber nicht, dass sie mit Milde rechnen konnten. Sie waren unter den Letzten, die an Bord durften. Im Flugzeug stellten wir fest, dass es etwa 10 frei gebliebene Plätze in der Economy gab. Weiter vorn konnten wir nicht zählen.

Im Anbetracht von hunderten Touristen, die bis Ende April oder sogar Mai auf ihren Rückflug warten müssen, ist das ein Skandal. O.k., die Franzosen können die Boches nicht leiden. Ob man dieses Gefühl gerade gegenüber Menschen ausleben muss, die sich in Not befinden, ist Geschmackssache. Vertragstreue gilt unabhängig von solchen Affekten. Air France hat sich gegenüber allen Passagieren, die am , 20.4. und danach mit ihren gültigen Tickets nicht mitgenommen wurden, vertragsbrüchig gemacht. Außerdem gegen das Antidiskriminierungsgesetz der EU verstoßen, das klar besagt, dass niemand wegen seiner Herkunft benachteiligt werden darf. Da Deutschland Mitglied der EU ist, gilt das Gesetz auch für Deutsche.
Bis die Sache geklärt ist, kann man jedem nur empfehlen , Air France nicht mehr zu benutzen, vor allem nicht für Stecken, die von dieser Gesellschaft allein betrieben werden.

Und unsere Politiker? Sie kümmern sich nicht um ihre gestrandeten Landsleute. Wer im Auswärtigen Amt anruft und um politische Unterstützung bittet, wird an das Air France- Büro verwiesen. Kein Bundestagsabgeordneter, nicht mal die vom Tourismusausschuss, machen Anstalten, ihren Wählern zu helfen. Wir können aber sicher sein, dass sie dafür sorgen , dass immer genug Hubschrauber zur Verfügung stehen, die unsere Politiker in die Luft befördern, sollte wieder Vulkan ausbrechen oder Eurocontrol aus einem anderen unerfindlichen Grund den europäischen Luftraum sperren.

Ein Wahnsinn. Das hätte sich mal Lufthansa erlauben sollen. Da wären hier aber genug aufgestanden, um gegen die Airline zu protestieren. So wird das unter „kulturelle Besonderheit“ abgehakt.

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