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    Es gehört oft mehr Mut dazu, seine Meinung zu ändern, als ihr treu zu bleiben.
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Wie die Juden aus Syrien und dem Libanon verschwanden

Die Franji Synagoge, Damaskus

Die Franji Synagoge, Damaskus

Die 2.000 Jahre alten jüdischen Gemeinden in Syrien und dem Libanon (1948 noch 30.000 und 14.000) waren schon immer miteinander verflochten – wie auch die Geschichte der beiden Länder. Hier ist ein Zeitschema, in dem man verfolgen kann, wie die Anzahl auf heutzutage weniger als 50 Juden pro Land sank.

19. Jahrhundert: Eine Zeit der Massenauswanderung. Syrer aller Glaubensrichtungen gehen nach Ägypten und in die Neue Welt – getrieben durch den Christlich-Drusischen Krieg 1860 und eine Wirtschaftskrise.

1909: Junge Juden verlassen das Land, um dem ottomanischen Wehrpflicht-Gesetz zu entgehen.

1917: Im Exil lebende, aus Palästina stammende bringen Juden mit dem Zionismus in Kontakt.

1918: Syrien und der Libanon unter französischem Mandat.

1930er: Antisemitische Maßnahmen werden umgesetzt, Wirtschaftskrise. 2.868 Juden wandern nach Palästina aus.

Die Nazi-Propaganda und die Beleidigungen des Mufti von Jerusalem verbreiten sich.  5.286 Juden wandern aus.

1945: 1.000 jüdische Kinder machen aliya (Auswanderung nach Palästina).

1945: Aufstände gegen Juden in Tripoli (Libanon): 14 sterben. Zwischenzeitlich wird die Alliance Israelite Schule geschlossen. Ende des französischen Mandats.

1945: Syrischer Lehrplan wird zwingend notwendig.

1947: Teilungsaufstände verwüsten Aleppo. Alle 18 Synagogen, fünf Schulen, 150 Geschäfte, Waisenhäuser und Jugendclubs werden zerstört. Die große Synagoge von Aleppo wird schwer beschädigt. Viele Juden werden ermordet.
Juden können kein Eigentum erwerben. Hunderte werden festgenommen. Juden werden von der Beiruter Universität verwiesen.

1949: Jüdische Bankkonten in Syrien werden beschlagnahmt, Vermögen wird eingefroren, keine Bewegungsfreiheit.

1949: Granaten werden auf die al-Menashe-Synagoge in Damaskus geworfen: 13 tot, 32 verwundet.

1950: Die Juden aus Qamishli werden von landwirtschaftlichen Arbeiten ausgeschlossen.

1950: Landflucht der Juden aus der Provinz nach Beirut. 10.000 Jews wandern aus dem Irak und Syrien in den Libanon ein. Nur 5.700 verbleiben in Syrien.

1950: Syrien verabschiedet ein Gesetz, mit dem jüdisches Eigentum beschlagnahmt wird. Palästinensische Flüchtlinge kommen in das jüdische Stadtviertel von Damaskus. Angriffe auf Juden in Damaskus, Aleppo und Qamishli. Eigentum und Geschäfte werden geplündert.

1951: Bomben explodieren an der Alliance Universelle Israelite Schule in Beirut. Jüdische Jugendorganisationen werden verboten. Zivile Angestellte werden entlassen. Ansonsten Schutz durch die Bürgerwehr der Phalange und Freiheit zum Reisen und zum Geschäftemachen.

1958 – 62: Juden können Syrien nach Zahlung eines Lösegeldes verlassen. 2.800 syrische Juden fliehen nach Israel.

1962: Reiseverbot wird eingeführt.

1965: Festnahme des israelischen Spions Eli Cohen. Angriffe nehmen zu.

1967: Antisemitische Aufstände  in Syrien. Muslime kontrollieren zwei jüdische Schulen. Reiseverbot. Jüdische Chemiker und Ärzte werden entlassen. Die jüdischen Stellen werden Flüchtlingen von den Golanhöhen gegeben. 2.264 Juden gehen nach Israel.

1967 70: Von 6.000 Juden im Libanon fliehen bis auf 2.000 alle.

1971: Eine Welle von Entführungen. Albert Elia, Führer der jüdischen Gemeinde, wird entführt und im Libanon ermordet.

1973: Nach dem Jom Kippur Krieg werden jüdischen Häusern in Syrien die Telefonkabel durchgeschnitten. Radio oder Postverkehr mit der Außenwelt wird untersagt.

1974: Vier syrisch-jüdische Mädchen werden vergewaltigt und ermordet.

1975: Eine Rettungsaktion für die verbliebenen syrischen Juden – inklusive vieler alleinstehender Mädchen – wird von der Kanadierin Judy Feld Carr initiiert.

1978: 450 Juden verbleiben im Libanon. Zwischen 1979 und 1980 werden 30 Juden im Bürgerkrieg ermordet (einige schätzen 200) .

1992: Präsident Assad erlaubt 2.800 Juden, mit Touristenvisa und ohne Vermögen Syrien zu verlassen.

1994: Juden wird es erlaubt, mit ihrem Vermögen das Land zu verlassen. Der syrische Oberrabbiner Abraham Hamra geht nach Israel.

1999: 60 Juden verbleiben im Libanon und ca. 50 bis 100 in Syrien.

Aus „How Syria and Lebanon were totally emptied of their Jews“ von Yaron Harel, in „La fin du judaisme en terres d’Islam“ von Shmuel Trigano.

Dies ist eine deutsche Übersetzung des Artikels „How Syria and Lebanon became emptied of Jews

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Eine Antwort

  1. Sehr guter Artikle, nur – bis 1948 hiess das Land palaestina und nicht Israel

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