• Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt. -
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    Benjamin Disraeli

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    Friedrich Hebbel

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    „Ich für meinen Teil bin der Meinung, dass es nicht zum Begriff der Demokratie gehört, dass sie selber die Voraussetzungen für ihre Beseitigung schafft …
    Man muss in einer Demokratie auch den Mut zur Intoleranz denen gegenüber haben, die die Demokratie gebrauchen wollen, um sie zu beseitigen!”
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Wir sind Schuld

Normalerweise möchte ja keiner Schuld haben. Keiner will’s gewesen sein. Gerade wenn man mehrere Kinder hat und fragt, „Wer war das?“, ist die Standardantwort: Ich war’s nicht und weiß auch nichts.

Aber wenn man mit Leuten zusammenlebt, die sich ständig schuldig fühlen oder gar erklären, kann das auch ganz schön anstrengend sein. Ich kenn‘ jemanden, der sich mindestens 5mal die Stunde für etwas entschuldigt, wofür man sich nicht entschuldigen muss.

Noch unangenehmer wird es, wenn man „zwangsentschuldigt“ wird, z.B. der Chef, der sich bei einem Kunden im Namen der Arbeitsgruppe oder Firma entschuldigt. Man steht dann da und denkt: „Eigentlich nicht!“ Aber man mag auch nicht widersprechen. Wäre für den Chef peinlich und für den eigenen Arbeitsplatz evtl. schädlich.

Aber so fühle ich mich manchmal, wenn alle möglichen Staatschefs oder sonstigen wichtigen Leute sich für etwas entschuldigen – z.B. gegenüber Moslems oder der halben Welt – wofür man sich gar nicht entschuldigen müsste. Z.B. für die Mohammed-Karikaturen. Oder für Pastor Jones aus Florida. Oder sonst was. Laufen wir alle mit einem schlechten Gewissen herum? Glauben wir wirklich, dass die Menschen in manchen nur deshalb leiden müssen, weil wir hier Fehler gemacht haben?? So wichtig sind wir auch nicht. Die Entschuldigung ist auch gar nicht in erster Linie ein Schuldeingeständnis, sondern ein Beschwichtigungsversuch. Und das geht meistens in die Hose.

Ich möchte nicht mit einem permanent schlechten Gewissen herumlaufen. Das führt dazu, dass man in einer schwachen Position ist und die andere Seite kann das ggf. ausnutzen. Ich möchte nicht, nur weil irgendjemand „Rassist“ schreit, mich als Rassist fühlen, nur weil irgendwelche Deutsche Rassisten sind oder waren.

Wenn in Dresden ein Durchgeknallter eine Ägypterin im Gerichtssaal umbringt, dann ist das schlimm. Dann müssen sich die Verantwortlichen heftigst Gedanken über ihr Sicherheitskonzept machen. Aber daraus den Vorwurf zu konstruieren, Deutschland sei ein rassistisches Land, wo einfach Ausländer ermordet werden oder Islamophobie herrscht, ist großer Käse. Genau das aber ist geschehen.

  • Der damalige Außenminister Steinmeier versicherte seinem ägyptischen Amtskollegen, Islamophobie habe in Deutschland keinen Platz.
  • Der (damalige sächsische) Regierungschef (Tillich) betonte mehrfach, dass es sich bei der Gewalttat um die Tat eines Einzelnen gehandelt habe. „Wir verurteilen dieses Verbrechen auf das Schärfste.“ Angesichts der Empörung in Ägypten wolle er nochmals deutlich machen, „dass das nicht das Volk von Deutschland war und auch nicht das Volk von Sachsen war“.
  • „In Deutschland ist kein Platz für rassistisch oder religiös motivierte Gewalt“, sagte sie (Maria Böhmer, damalige Integrationsbeauftragte der Bundesregierung).

Vorauseilende Beschwichtigungen, Beinah-Entschuldigungen.Da möchte man antworten: „Und was ist mit den Ehrenmorden, Frau Böhmer??“

In Teheran sind sie durch die Straßen gelaufen und haben gebrüllt: „Nieder mit Deutschland!“ Wohlgemerkt: Mit Deutschland. Nicht mit dem Täter. Nicht mit den Wachen im Gerichtssaal. Mit Deutschland. Es müssen sich nur ein paar Leute fürchterlich empören und schon geht halb Deutschland in die Knie und bettelt um Verständnis („Wir sind doch nicht mehr die bösen Nazis!“) und Vergebung. Standardphrase bei solchen Ereignissen ist: „…dass Politiker fast aller Parteien negative Folgen für das deutsch-ägyptische Verhältnis befürchteten.“ Ein Mord, ein Mann und das soll gleich die gesamten deutsch-ägyptischen Beziehungen beschädigen? Solche Beziehungen sind es nicht wert, so genannt zu werden.

Damit wir uns richtig verstehen: Rassismus ist schlimm und muss bekämpft werden. Aber es gibt auch Leute, die nutzen unser deutsch-schlechtes Gewissen und werfen uns alles Mögliche an den Kopf, weil sie wissen, dass wir das reflektieren und unsere Schuldgefühle dadurch wach werden.

Wenn in Florida ein überdrehter Pastor den Koran anzünden will, ist das mega-dämlich. Aber was tun wir – bzw. unsere Sprachrohre, Medien und Politiker? Wir beschwichtigen, distanzieren uns, versuchen den Mann ruhig zu stellen, beschimpfen ihn als Hassprediger (die echten Hassprediger werden sich ins Fäustchen gelacht haben) und verraten unsere Ideale. Was tut man mit einem Menschen, der laufend seine Ideale verachtet? Man verachtet ihn. Und genau das tun dann solche Staaten wie Indien und Pakistan, die eine Gefahr für den Weltfrieden heraufbeschwören. Sie wissen, wie unsere Politiker ticken und brauchen nur „Empörung“ zu brüllen und alles kuscht.

Wir sind heute eine moderne Demokratie, eingebunden in viele Bündnisse, haben eine starke, hilfsbereite Gesellschaft und tun unseren Teil, Dinge in der Welt besser zu machen. Fehler machen wir auch, heftige und kleinere – wie andere auch. Wir sollten uns nicht ein schlechtes Gewissen einreden lassen, wo keins Not tut – auch wenn manche Medien das geradezu lieben und entsprechend fördern. Wenn manchmal in den Nachrichten irgendwelche Statistiken vorgelesen werden, wird meist das Negative betont – wie „Deutschland hat sich im letzten Jahr verschlechtert“ oder „andere strengen sich mehr an“. Positive Erfolge werden kaum betont – außer in Wirtschaftsfragen.

Wir sollten aufhören, ein permanent-schlechtes Gewissen zu haben, nur weil irgendwann Kreuzzüge und Kolonialismus Leid in die Welt gebracht haben. Auch andere Völker haben eine Menge Scheiße gebaut und tragen ihr schlechtes Gewissen nicht ständig im Bauchladen vor sich her – gerade auch solche, die heute am lautesten schreien. Wir sollen nicht  relativieren, sondern mit den Fakten verantwortungsbewusst umgehen. Aber das war’s dann auch.

Und das liebe ich übrigens sehr an meiner Beziehung zu meinem Gott, meinem Vater im Himmel: Ich brauche meine Schuld nicht mit mir herumzutragen. Ich kann sie zu Ihm bringen und Er vergibt mir, weil Jesus alles bezahlt hat. Ist das genial?

P.S. Die WELT greift das Thema auch auf: Typisch deutsch – Was soll das Ausland nur denken?

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