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Eine Palästinenserin für den Frieden?

Gestern Abend war in einer Kirchengemeinde in Hannover eine Veranstaltung mit Sumaya Farhat-Naser, einer christlichen Palästinenserin. Thema: Eine Palästinenserin im Streit für den Frieden.

Der Abend war 2-geteilt. Erst gab es einen ca. 1stündiger Vortrag und dann noch eine ca. 30minütige Fragezeit. Vorher haben ein Freund und ich vor dem Gemeindehaus Flugblätter an die Besucher verteilt. Mit keinem Wort wurde die Referentin oder die Gemeinde darin verunglimpft, es wurden Positionen dargestellt, wie sie sich aus Israels Sicht darstellen. Die Referentin war durch andere Vorträge bekannt und so wurde in dem Flugblatt der ungefähre Verlauf des Abends vorhergesagt, aber nicht in herabsetzender Weise.

Trotzdem kamen schon nach wenigen überreichten Flugblättern 2-3 verschiedene Leute – unter ihnen der Pastor – heraus und zeigten sich empört und gestört. So etwas sei unchristlich, wir hätten das vorher mit ihnen absprechen sollen (was dann wohl passiert wäre?) und es fielen auch unschöne Worte wie „das sei verachtenswert“.

Wir haben uns auf den öffentlichen Bürgersteig zurückgezogen und dort weitergemacht. Trotzdem stand eine Dame neben uns und erklärte allen Besuchern, dass wir nicht zur Gemeinde gehörten. Nun denn.

Wir haben uns dann den Vortrag angehört. Die Frau kann reden – in einem sehr gutem Deutsch – und vor allem Atmosphäre erzeugen. Und sie hatte in vielen Dingen Recht. Sie erzählte von Treffen mit israelischen und palästinensischen Frauen – weil die Männer nicht so gut über Frieden reden können sollen – und dass der Hass zwischen den Volksgruppen nur durch persönliche Treffen und Gespräche abgebaut werden könne. Sie habe selber jahrelang ein Zentrum in Jerusalem geleitet und dort viele Frauen zusammengebracht. Zwischendurch erzählte sie – als gelernte Botanikerin – von Blumen und Bäumen und las kurze Teile aus ihrem Buch vor. Das ließ sich gut anhören.

Aber zwischendurch ließ sie immer wieder Bemerkungen fallen – siehe weiter unten – die sich deutlich gegen die Israelis richteten. Gegen Palästinenser oder deren Fehler richtete sie dagegen keine einzige Kritik.So bezeichnete sie z.B. den Bau der Sperranlage als „Landraub“ und verlor kein einziges Wort darüber, warum diese Anlage gebaut worden war.

Sie versuchte äußerst engagiert, uns (etwas für dumm verkauften) Zuhörern klar zu machen, dass es auf beiden Seiten schlechte und gute Leute gäbe, böse und friedenswillige. So sagte sie am Schluss ihres Vortrages: Für sie verläuft die Trennlinie nicht mehr zwischen Israelis und Palästinensern, sondern zwischen den guten und bösen Menschen beider Völker.

Was sich erst einmal gut anhört, ist eine freche Gleichmacherei: Es gäbe gar keinen Unterschied zwischen Israel, Hamas und Fatah, Terroristen und Soldaten. Alle würden Fehler machen, alle würden auch Gutes tun.

Am Schluss des Vortrages gab es langen und starken Beifall. Nach einer kurzen Pause ging es dann mit der Fragezeit weiter. Mind. 3 Fragen wurden in kritischer  Weise gestellt.

In der einen ging es um ihre Angaben zur Sperranlage und wie viel Prozent der „Mauer“ wirklich eine Mauer ist. Sie behauptete, 90% sei eine Mauer und zeigte Bilder davon. Auf Rückfragen, warum auch Mauerteile – wegen möglicher Heckenschützen – gebaut worden waren, ging sie nicht ein.

Eine andere stellte die Frage, wie das mit der Indoktrinierung von Schulkindern im Gazastreifen sei.

Und die dritte beschäftigte sich mit den Aussagen der Hamas und der Fatah, dass sie niemals Israel als einen jüdischen Staat anerkennen werden.

Nun zu 4 Behauptungen von Frau Sumaya Farhat-Naser:
1. 90% der Sperranlagen zwischen Palästinensergebieten und Israel sind als Mauer gebaut.

wikipedia spricht von 3%. Dieser große Unterschied lässt sich nicht durch kleinere Abweichungen erklären.

2. Die Indoktrination der Schulkinder im Gazastreifen gibt es heutzutage nicht,  sondern so etwas gab es nur vor 20 Jahren im Libanon.

Ein Beispiel aus einer Kindersendung mit einem Menschen im Hasenkostüm – und damit wohl an jüngere Kinder gerichtet (Al Aksa TV vom Februar 2008, wird im Gazastreifen ausgestrahlt):

Assud: „Saraa, Ich möchte Dich was fragen.“
Saraa Barhoum: „Was?“
„Da gibt es viele, viele Soldaten der Pioniere von Morgen… Wir werden Al Aksa vom Dreck dieser Zionisten befreien“
Assud: „Wieviel Soldaten der Pioniere von Morgen gibt es dort?“
Saraa Barhoum: „Es gibt viele, viele Soldaten der Pioniere von Morgen.“
Assud: „Allah sei gesegnet.“
Saraa Barhoum: „Bei Allahs Gnade, werden sie uns helfen unser Heimatland Palästina zu befreien.“
Assud: „Saraa, Du und ich werden die ersten sein, nicht wahr?“
Saraa Barhoum: „Ja, durch Allahss Gnade, Assud.“
Assud: „Und wir werden Al-Aksa einnehmen?“
Saraa Barhoum: „Selbstverständlich, Assud. Wir werden Al-Aksa vom Dreck dieser Zionisten befreien.“ […]
Ich, Assud werde die Juden loswerden, so Allah will und ich werde sie auffressen”
Saraa Barhoum [zu einem Mädchen im Publikum]: „Gibt es irgend etwas, was Du uns sagen willst?“
Mädchen: „Arnoub [‚Kaninchen‘]?“
Saraa Barhoum „Sein Name ist Assud [‚Löwe‘].“
Mädchen: „Wie kommt es, dass man Dich Assud nennt, obwohl Du eher wie ein Kaninchen ausschaust?“
Assud: „Weil ein Kaninchen nicht gut ist. Es ist ein Feigling. Aber ich, Assud, werde die Juden loswerden, so Allah will und ich werde sie auffressen, so Allah will, nicht wahr?“
Saraa Barhoum: „So Allah will.“

Einige Quellen zu diesem Thema: hier und hier und hier

3. Die Fatah und die Hamas haben niemals behauptet, dass sie Israel als jüdischen Staat nicht anerkennen werden.

Doch, das haben sie. Hier. Und die Hamas hat das bereits in ihrer Verfassung (Charta) festgelegt, die im Internet abrufbar ist. Sehr lesenswert.

4. Die israelische sei eine radikale Regierung und die Menschen in Israel werden eines Tages sehen, was sie davon haben.

Diese Bemerkung ist gerade durch das, was sie nicht gesagt hat, eine unverschämte Verdrehung der Tatsachen. Kein Wort über die – wirklich – radikale Hamas und ihre Charta, kein Wort über die Nichtanerkennung Israels der Fatah als jüdischen Staat. Nein, die israelische Regierung sei die radikale und damit auch die mit dem schwarzen Peter. Deshalb sitzt ja Netanjahu auch mit Abbas an einem Verhandlungstisch und redet über Kernthemen, weil er so ungemein radikal ist.

3 fette Lügen und eine völlig unverhältnismäßige Bemerkung. Diese Frau streitet nicht für den Frieden. Sondern für ihre Weltsicht.

P.S. Eine andere Freundin sprach sie auf ihren Glauben an und fragte, warum den ganzen Abend kein einziges Mal der Name Jesus Christus gefallen sei, wohl aber 2mal der Koran zitiert worden sei. Da wurde die gute Frau sehr fuchsig und brach das Gespräch ab.

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3 Antworten

  1. Es war einfach nur ekelhaft: Kino der großen Gefühle – mit einer deutlichen Beimischung Israelhass. Eine perfekte Propagandistin. Sie rechtfertigte nicht den Terror – sie verschwieg ihn einfach. Ihr einziges Hindernis bei der Friedensarbeit waren und sind die israelischen Behörden, die man aber mit viel Geschick und Ausdauer austricksen könne. Die Frau ist eine elende Heuchlerin, Lügnerin (wie bereits beschrieben) und Antisemitin aktueller Prägung. Nicht, dass sie eine andere Position vertritt werfe ich ihr vor. Das wäre legitim. Dass sie ihre Argumentation auf Lügen aufbaut und vorgibt, für den Frieden zu sein – das werfe ich ihr vor.
    Am Meisten erschütterte mich jedoch der Hass, der uns seitens vieler Gemeindemitglieder und -funktionäre entgegen schlug. Sie geben vor, zum Wohle Israels handeln zu wollen, glauben aber fest an den „palästinensischen Weg“ zu einem Frieden. Diese Ignoranz kostet Menschenleben.
    Interessant jedoch ist, dass NIEMAND den Inhalt meines Flugblattes kritisiert hat, bzw. mir widersprochen hat. Es ging einzig und allein um die Form, darum, ob es nett sei, Flugblätter vor einer fremden Veranstaltung zu verteilen, ich würde mich feige verstecken, so etwas würde man aus Prinzip nicht lesen, etc.
    Keine Frage zum Inhalt – kein Widerspruch!
    Ergänzung: Soeben habe ich eine offene und ehrliche Mail von einer Besucherin der Veranstaltung erhalten. Danke! Das ist Dialog!

  2. Danke für deinen Bericht über den „Abend der Begegnung“ in meiner Gemeinde am Döhrener Turm!
    Ich bedauere es einerseits sehr, mich nicht an eurer Aktion beteiligt zu haben und auch dem Abend fern geblieben zu sein, andererseits bestätigt mich dein Bericht darin, dass ich in der Situation emotional total überfordert gewesen wäre ( siehe auch http://himmelunderde.wordpress.com/2010/09/20/feige-oder-weise/ )
    Ich werde mit unserem Pastor und mit dem AK „Abend der Begegnung“ reden…

    Euer Flugblatt finde ich inhaltlich total in Ordnung. Mein Mann hat mir eines mitgebracht!

  3. […] hat inzwischen einen Bericht über die Flugblattaktion (und die Reaktion darauf    ) und über Vortrag und Diskussion […]

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