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„Wohin sich mancher den Islam wünscht“

„An der Grenze von Täuschung zur Volksverdummung“ von Christoph Spielberger

1. Qaradawi light, im Fernsehen
Am 14. und 15. September fragte sich das ZDF „Wohin treibt der Islam?“. Noch in gedanklicher Nähe des WTC- Attentates fragte ein 90- minütiger Zweiteiler aus der evangelischen Kirchenredaktion, zu später Stunde. Ja, wohin… Die Beantwortung dieser Frage überließ man dem Zuschauer, denn die hard facts zum Islam, wie weltweite Ausbreitung, Ausbreitung wodurch, Radikalisierung ja oder nein, Reform möglich oder nicht, wurden entweder verschleiert oder gar nicht angesprochen. Die wichtigsten Länder des inner- wie außer- islamischen Kampfes um die muslimische Vorherrschaft, Saudi- Arabien und Iran, kamen gleich gar nicht vor.

Mit am deutlichsten zeigten sich die blinden Flecken des Filmes bei der Behandlung von Yussuf Al- Qaradawi, dem derzeit einflussreichsten und populärsten islamischen Rechtsgelehrten. Das ZDF besuchte ihn in seiner Heimat Qatar. Hierher also treibe der Islam, seine wöchentliche Fragestunde bei Al Jazeera sähen schließlich bis zu 60 Millionen Menschen.

Was dem ZDF einfiel, ihn zu fragen, war

„Warum sind sie so beliebt?“ worauf er ebenso schlicht antwortete: „Das müssen Sie meine Zuschauer fragen“.

Genau.

Denn zum eigentlichen Thema des Filmes, Djihad und Frömmigkeit, hatte Qaradawi kürzlich nur ein 1000- seitiges Buch veröffentlicht. Aber egal, stattdessen wurde er als ein gutes Beispiel für die Öffnung des Islam zu den neuen Medien gezeigt, schließlich betreibt er auch eine Internetseite und veröffentlicht Internetfatwas zu allen, wirklich allen Fragen des Lebens.

Kein Thema fürs ZDF ist hingegen, dass Qaradawi den Djihad mit dem Schwert in Europa für überflüssig hält, weil Europa demnächst auch so muslimisch wird, durch friedliche Mittel, wie Gebet, Konversion und natürliches Wachstum der Gemeinde.

Und schon gar kein Thema fürs ZDF ist Qaradawi und das Thema Juden und Israel, denn hier zeigt er sein anderes Gesicht:

  • er sagt, er hoffe an seinem Lebensende, auch wenn er im Rollstuhl säße, in das Land des Djihad (Israel) zu gehen und dort möglichst viele Feinde Allahs, Juden, töten zu können, um dann als Martyrer in den Himmel zu gelangen.
  • Er befürwortet ausdrücklich Selbstmordattentate in Israel, auch ausgeübt von Frauen und Kindern, er nennt diese Martyreroperationen, die Zeichen von Allahs Gerechtigkeit sind. Er sagt,
  • dass es die religiöse Pflicht eines jeden Muslims ist, an der Vernichtung aller Juden teilzunehmen.
  • Dass Hitler den Juden ihren Platz in der Weltgeschichte zugewiesen hat, und es hoffentlich in der Hand der Gläubigen (Muslime) liegt, dessen Werk zu vollenden.

Wem diese Genozidgelüste zu profan sind, dem bietet Qaradawi auch Poetisches: wiederholt zitiert er in seiner Fernsehsendung aus den Überlieferungen Mohammeds, (Sahih Bukhari, 4.52.177)

“Die Stunde (des jüngsten Gerichtes) wird nicht kommen, bis ihr gegen die Juden solange kämpft, und bis der Stein, hinter dem sich der Jude versteckt hat, spricht: »Du Muslim, hier ist ein Jude, der sich hinter mir versteckt, so töte ihn.«”

Mit anderen Worten, das muslimische Paradies kann erst dann anbrechen, wenn selbst die Steine den islamischen Vernichtungsauftrag verinnerlicht haben. Dies ist islamischer Mainstream, und Qaradawi gilt dort als ein Moderater. Wer bei diesen Gewaltphantasien und den ihnen zugrunde gelegten Schriften nicht von einem Webfehler im System spricht, dem ist nicht zu helfen.

Wie auch dem ZDF, das stattdessen, vom kleinen kämpferischen und großen wohltätig- friedlichen Djihad sprach; eine Unterscheidung, die es in der islamischen Welt gar nicht gibt, außer bei den Schiiten, von denen aber in den 90 Minuten sonst nichts zu sehen war. Eine Unterscheidung, die von allen Hardlinern der Lehre genau umgekehrt angewendet wird, für die die neunte Sure, der Kampf mit dem Schwert, das Siegel des Koran darstellt. Egal, der Film zeigte dann ganz viele Beispiele von Muslimen, die ihren schiitisch- großen ZDF- Wohltätigkeits- Djihad kämpfen. Lehrer, Sozialarbeiter, Tierärzte. Überall nur bestens (im Westen) ausgebildete, engagierte und integrierte Muslime, sogar einen Nobelpreisträger. Einer von den zwei Wissenschafts-Nobelpreisträgern seit 1901 aus muslimischen Ländern. Die haarsträubende Moderne- und Wissenschaftsfeindlichkeit des Islam, insbesondere in den arabischen Ländern, wurde lieber überhaupt nicht thematisiert (sie zeigt sich z.B., lt. Arab Human Developement Report 2003, an der Zahl der ins Arabische übersetzten Bücher: 10.000, in den letzten 1000 Jahren zusammen; die eigene Buchproduktion: Araber stellen 5% der Weltbevölkerung, aber nur 0.8% der produzierten Bücher oder, lt. Strategic Foresight Group, meldet Südkorea jedes Jahr 44 mal so viele Patente an, wie alle arabischen Länder zusammen).

Denn der ägyptische Nobelpreisträger stand, lt. ZDF, „für den kollektiven Aufbruch in der islamischen Welt“. Er möchte Bildung und Wissenschaftsfreiheit in der ägyptischen Verfassung installieren. Das ist schön, aber dann hätte das ZDF den Film besser„Wohin sich mancher den Islam wünscht“ nennen sollen (ein putziger Zufall: googlet man einen der Autoren des Filmes, Friedrich Klütsch, ist das erste Ergebnis Erich von Däniken’s World of Mysteries).

Dass Ägypten, wie viele Analysten fürchten, nach dem Tod von Mubarak von den Muslimbrüdern übernommen werden könnte, ein ganzes Land mit 83 Millionen Menschen unmittelbar davorsteht, sich zu radikalisieren, das ist, wo der Islam hintreibt.

Doch politische Korrektheit verbot es dem ZDF seine Betrachtung aus wissenschaftlichen, statistischen Untersuchungen zu machen, aus Forschungen staatlicher und unabhängiger Institutionen, deren Zahlen und Trends Unerträgliches aussprechen. Die Täuschung bestand darin, dass man dem Zuschauer so lange eine Elite von Muslimen zeigte, bis er glaubte, sie seien statistisch repräsentativ.

An einigen Stellen war die Grenze von der Täuschung zur Volksverdummung überschritten: Höhepunkt der Unverfrorenheit war das Thema Zwangsheirat, das am Beispiel einer jungen, in Deutschland lebenden Pakistani gezeigt wurde. Sie sollte ihren Cousin aus Pakistan heiraten und weigerte sich. Ihr Schicksal, von der Familie geächtet, vom Tod bedroht und deswegen im Verborgenen lebend, durfte dann von einer verkopftuchten Funktionärin einer großen Berliner Moschee kommentiert werden: Zwangsheiraten, „das hat mit dem Islam nichts zu tun“, das seien Vorurteile, und Tariq Ramadan, der Medienliebling unter den pseudo- moderaten Islamisten, durfte dieses nochmals beglaubigen, dass alle Probleme nichts mit Religion zu tun haben, sondern mit falscher Politik und dem alten europäischen Rassismus. Beides blieb wiederum vom Film unkommentiert, wo immer noch ca. 60% der türkischen Ehen in Deutschland arrangiert sind, und die Tendenz gerade wieder steigend ist. Und diese Tendenz kommt nicht aus einem Aufleben des türkischen Modebewusstseins des Patriarchates, sondern in erster Linie aus einem Aufleben islamischer Werte, aus Erdogans Ruf zur Ordnung aus der Türkei.

Zum Thema Hochzeiten in der pakistanischen Community hätte der Film nach England gehen müssen, wo sich eben dieses besonders pikante Detail der Muslimischen Kultur als ein nationales Problem abspielt: die britische Regierung sucht seit Jahren nach einem Gesetz, das den pakistanischen Einwandern die Inzucht verbietet: Denn 55% aller 1,2 Millionen Pakistanis in Großbritannien heiraten ihren Cousin/Cousine ersten Grades. Diese Eigenheit – 75% sind es im pakistanischen Mutterland – wollen sie einfach nicht ablegen, sie leben teilweise schon in der vierten Generation in Großbritannien. In der indischen Community gibt es dieses Phänomen nicht, und weil Pakistanis und Inder ursprünglich demselben Volk angehören, handelt es sich also um Kultur, islamische Kultur. In England führt die Inzucht zu einer Häufung von schweren Erbkrankheiten, sowie Fehl-und Totgeburten um den Faktor 13. Wie soll der Westen die Einwanderer zu einer Aufgabe dieser Kultur zwingen? Was sagt dies über den Zustand der pakistanischen Community in England aus, über ihre Selbstverständnis und ihre Integration?

Von solchen Diskursen war der Film Lichtjahre entfernt, es ging ja um einen Wunschislam, denn

„Muslime streben zur Demokratie“,

„Islam und Demokratie können harmonieren“,

„Muslim sein und modern sein, das ist kein Widerspruch“.

So sagt es die virtuelle Islam-Instanz ZDF, ganz anders als die – leider nicht befragte – echte Islam-Instanz Qaradawi: Demokratie und Islam sind unvereinbar. Das islamische Gesetz, die Schari’a ist das verbindliche Gesetz aller Muslime.

Wer als Muslim nicht nach der Schari’a lebt, lebt außerhalb des Islam.

Wer vom Islam abfällt, muss getötet werden.

2. Qaradawi, ganz – wissenschaftlich

Am Donnerstag, den 16.09. dann, fand im Rahmen des Internationalen Literaturfestivals Berlin, gefördert von der Bundesregierung via Haus der Kulturen der Welt, eine Buchpräsentation über Yussuf al-Qaradawi statt. Er gilt einer Gruppe von Islamwissenschaftlern, darunter der Lehrstuhlinhaberin an der Freien Universität Berlin, Gudrun Krämer, sowie Bettina Gräf vom Zentrum Moderner Orient Berlin als der „Global Mufti“ und als der Gelehrte der neuen Medien (Gräf in einem weiteren Buch: „Medien-Fatwas@Yussuf al-Qaradawi“). War wenigstens die Wissenschaft bereit, den ganzen Qaradawi zu zeigen? Nach dieser Veranstaltung muss man leider sagen: Nein. Denn, so hieß es, man sei an das Phänomen Qaradawi ganz wissenschaftlich herangegangen, man wolle ihn verstehen, ohne ihn zu kritisieren, man habe deswegen kein politjournalistisches Buch über ihn geschrieben, denn davon gäbe es, so Krämer, schon genug.

Wäre es zu keinen kritischen Nachfragen aus dem Publikum gekommen, wäre beinahe der Eindruck entstanden, der in der islamischen Welt moderate Qaradawi wäre ein Moderater, wie ihn die europäische Politik so verzweifelt sucht. Er wurde im Wesentlichen als ein faszinierendes Medienphänomen vorgestellt, und die Damen auf dem Podium konnten ihre Bewunderung für Qaradawi nicht verbergen: sein Erfolg, seine Belesenheit, seine „unendliche Produktion“, über 100 Bücher, seine Unabhängigkeit, seine große Anhängerschar. Ganz unschuldige und selbstverständlich ganz wissenschaftliche Bewunderung. Es gab einige unkonkrete Formulierungen, dass er auch radikale Positionen innehalte, er sei halt eine widersprüchliche Persönlichkeit. Erst auf Nachfrage zu seiner Position zu Frauen und Homosexuellen hieß es, ja, da sei er schon radikal, auch er ist für die Bestrafung von ehebrüchigen Frauen und Homosexuellen, ohne dass die von ihm vertretenen Todesstrafen explizit genannt wurden. Aber das sei, so Krämer, eben eine Mainstream- Position im Islam und

außerdem „sei es in der BRD ja auch nicht so lange her gewesen, Homosexuelle zu bestrafen“.

Und plötzlich war die Buchpräsentation in den Niederungen der plumpesten Islamdebatten angekommen, à la: ja aber die Kreuzzüge, ja aber die spanische Inquisition, und ähnlichem abgeschmackten Plunder der Verniedlicher islamischer Gewalt. Und dies auf ganz wissenschaftlich- unpolitischem Wege. Jetzt muss Frau Krämer nur noch die Geschichte mit der Todesstrafe für Schwule und Lesben in der BRD erforschen, dann stimmt ihr Weltbild wieder.

Die Position von Hamed Abdal-Samads neuem Buch „Der Untergang der islamischen Welt“, als Einwurf aus dem Publikum, wurde als nicht diskussionsfähig erachtet. Warum? Es spricht Prof. Krämer: „Untergang der islamischen Welt…also, wenn ich so was höre…ich weigere mich, über so etwas zu diskutieren“. Nach der Veranstaltung sagte sie im Gespräch,

  • sie fände es unstattlich, übertrieben, wenn islamkritische Leute, wie Abdal-Samad, Seyran Ates und Vertreter vom Zentralrat der Ex-Muslime mit ihren Schicksalen auf diese Art und Weise in die Öffentlichkeit gingen.
  • Sie hätte auch sagen können, sie wären für die Diskussion über den Islam nicht hilfreich.
  • Oder, die Darstellung ihrer eigenen Biografien sollte kultursensibel erfolgen.

Der Tiefpunkt der Veranstaltung war erreicht, als auf Nachfrage zu Qaradawi als Antisemit, Hitlerfreund und Genozidverherrlicher (s.o.) Professor Krämer die billigste Masche aller (rein wissenschaftlichen) Hinterfragungen hervorzog:

„also da wolle sie erst mal die Quellen sehen, ob das so stimme“.

Ihr sei bekannt, dass Qaradawi eine ablehnende Haltung zu Israel und den Zionisten habe, aber zu den Juden generell: nein. Trotz einer erdrückenden Quellenlage weiß die Lehrstuhlinhaberin der Freien Universität nicht, dass Qaradawi ein Antisemit ist, bzw. er ist „nur“ ein Antizionist und Israelhasser. Das qualifiziert sie dazu, ein Vorwort und einen Artikel „Zum Stand der wissenschaftlichen Forschung über Qaradawi“ zu schreiben. Halleluja!. Leugnen, relativieren und verschweigen – das islamische Prinzip der Taqqiyya, der Falschdarstellung zur Erreichung eines höheren Zieles, scheint schon weit in Frau Krämer diffundiert zu sein. Wie man ein Buch über Qaradawi schreiben und es auf einem Literaturfestival in Deutschland, finanziert von der Bundesregierung, präsentieren kann, ohne aktiv, von sich aus und zunächst auf die politische Dimension des Mannes, seine radikalen und rassistischen Abgründe hinzuweisen, das bleibt das süße Geheimnis von Frau Prof. Krämer.

Einzig ein wackerer Däne, Mitherausgeber des „Global Mufti“, konnte den Eindruck zerstreuen, hier auf dem Podium befände sich die Islamwissenschaft in mufti-medialer Verzückung. Jakob Skovgaard-Petersen berichtete von den Unruhen in Beirut nach den Mohammed-Karikaturen, der Verwüstung der dänischen Botschaft. Der Aufruf für diese Unruhen kam von, na man ahnt es schon, von dem knuffigen Global Mufti, dem islamisch-moderaten Qaradawi.

Ist also die Beliebtheit von Qaradawi, so war eine weitere Nachfrage, nicht auch auf seiner politischen Tätigkeit begründet, seinen Statements zu Karikaturen, Papst Benedikt- Rede und Redeker- Debatte, seiner öffentlichen Unterstützung für Hamas und Hisbollah (hier hat Qaradawi keine Berührungsängste mit den Schiiten, die er ansonsten aus der arabischen Halbinsel und Nordafrika heraushalten möchte), auf seine fast schon legendäre Fatwa zu Selbstmordattentaten gegen Juden in Israel? Frau Krämer wog mit dem Kopf hin und her, Frau Gräf zögerte, nur Herr Skovgaard-Petersen räumte ein, dass der Hass auf Israel und die Juden in arabischen Ländern ein gut funktionierendes Ticket zur Beförderung der Karriere sei.

Was leider nicht zur Sprache kam, ist ein bizarres Detail des „Global Mufti“- Buches, die Bewertung von Qaradawis Selbstmordattentate- Fatwa unter Gender- Gesichtspunkten: denn Qaradawi erlaubt Frauen Selbstmordattentate, ohne vorher ihren Mann gefragt zu haben. Es heißt, ganz wissenschaftlich, er sorge hier nicht nur für Gender- Gerechtigkeit, sondern echte Gender- Gleichheit. Mit anderen Worten: Frauen sind nirgendwo im Islam gleichberechtigt, außer beim Töten von Juden in Israel. Allahu akbar! Kawumm! Die moderne islamische Frau verbrennt nicht nur ihren Büstenhalter.

Bei der letzten Publikumsfrage, was es über den Islam aussage, dass Qaradawi dort als moderat angesehen werde, wurde Frau Krämer unruhig; die Augen rollten, „also was es über den Islam aussage, zunächst, es gibt natürlich nicht einen Islam…“, und so weiter auf diesem Niveau. Sie war jedenfalls nicht bereit, dem Islam ein strukturelles Gewaltproblem zuzuschreiben. Dass der derzeit einflussreichste und populärste islamische Rechtsgelehrte alle Juden vernichten möchte, das reicht ihr einfach nicht aus…. Es wird Zeit, dass politische Korrektheit von den Krankenkassen als Volkskrankheit anerkannt wird.

Was hier auf rein wissenschaftlichem Niveau vollzogen wurde, machte ähnlich der Film des ZDF: die strukturelle Rückständigkeit, Verneinung der Moderne und Neigung zur Gewalt in der muslimischen Welt herunterzuspielen. Dies belebt genau die von der Mehrheit bevölkerte Parallelwelt, die dem Sarrazin-Buch zum Erfolg verhilft: weil die von Politik und Medien ausgegebene Meinung der alltäglichen Wahrnehmung und inneren Empfindung vieler Menschen widerspricht. Ganz unten heißt es auf den Schulhöfen „scheiß Deutscher“, ganz oben verweigert der Koordinierungsrat der Muslime den Wertekonsens. Wie soll man es verstehen, dass die Islam- Funktionäre am Ende der ersten Islam- Konferenz 2009 sich nicht auf die alleinige Gültigkeit des Grundgesetz verpflichten konnten? Wie anders, als dass diese Funktionäre Sonderrechte, sprich: eine parallel- Geltung der Schari’a wie in Großbritannien wünschen? Die deutsche Gesellschaft wird sich nicht um die Diskussion drücken können, dass dem Islam ein Totalitätsanspruch innewohnt, der für säkulare Demokratien unvereinbar ist.

Millionen Muslime, die friedlich und aufgeklärt in modernen, demokratischen Gesellschaften leben, tun dies de facto in Distanz oder außerhalb ihrer eigenen heiligen Schriften und Gesetze. Die allermeisten von ihnen tun es, ohne es öffentlich zu bekennen, weil sie in Ruhe ihr Leben leben wollen. Sie sind in Scharen zu uns gekommen, um nicht mehr von Glaubenswächtern verfolgt zu werden, weil ihre Lebensentwürfe nicht in die Denkmuster eines reaktionären Patriarchates passen. Sie erhoffen von der deutschen Gesellschaft nichts mehr als die Geltung des Grundgesetzes. Ihnen sollte unsere Aufmerksamkeit gelten. Diese tapferen Ritter eines säkularen muslimischen Lebens haben unsere ganze Sympathie und Unterstützung verdient.

via Achse des Guten

Hier zeigt er sich wieder,  der unverbesserliche, alles besser wissende und immer gut abwägende Gutmensch. Wenn sogar so ein sich klar bekennder Radiklar wie al-Qaradawi als moderat gekennzeichnet wird und seine Untaten nicht beim Namen genannt werden, dann ist das feige, blind und mit doppelten Maßstäben gemessen.

Und sicher auch Angst vor dem (radikalen) Islam. Denn klar, Pastor Jones aus Florida ist ein Radikaler. Wenn man den so nennt, – und das geschah massenhaft – muss man keine Angst um sein Leben haben.

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