• Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt. -
    Thomas Mann

    "An appeaser is one who feeds a crocodile - hoping it will eat him last." (W.Churchill)

    Es ist einfacher, kritisch zu sein als korrekt.
    Benjamin Disraeli

    Es gehört oft mehr Mut dazu, seine Meinung zu ändern, als ihr treu zu bleiben.
    Friedrich Hebbel

    Die beste und sicherste Tarnung ist immer noch die blanke und nackte Wahrheit. Die glaubt niemand!
    Max Frisch

    „Ich für meinen Teil bin der Meinung, dass es nicht zum Begriff der Demokratie gehört, dass sie selber die Voraussetzungen für ihre Beseitigung schafft …
    Man muss in einer Demokratie auch den Mut zur Intoleranz denen gegenüber haben, die die Demokratie gebrauchen wollen, um sie zu beseitigen!”
    Carlo Schmid (1949)

    Die Menschheit lässt sich keinen Irrtum nehmen, der ihr nützt.
    Friedrich Hebbel

  • Stop the bomb

  • Neueste Kommentare

    Beheben Antworten Au… zu Die Juden im Koran
    Monty zu Hass oder Liebe – alle R…
    C.Meyer zu Zitate von Golda Meir
    Wem gehört das Land… zu Israel Ende des 19. Jahrh…
    MOHAMMAD zu Die Juden im Koran
  • alle Artikel

  • Archive

  • Kategorien

  • Twitter Updates

  • Blog Statistik

    • 205,165 Besucher

Jan Fleischhauer: Unter Linken

SPIEGEL-Autor Jan Fleischauer schreibt in seinem Buch „Unter Linken“ auch ein Kapitel („Opferneid – Die Linke und der Antisemitismus“) über Israel. Hier sind einige Auszüge:

Das Tabuverbot, die Juden als Problem zu sehen, hat auf der Linken gerade mal fünfundzwanzig Jahre gehalten. Es gehört zu den Errungenschaften der Achtundsechziger, hier einen ersten Schlussstrich gezogen zu haben. Seit Anfang der Siebziger darf man in den aufgeklärten Kreisen wieder ganz offen darüber reden, dass die Welt ein besserer Platz wäre, wenn sich die Juden ein bisschen am Riemen reißen würden. Es gibt ein paar Konzessionen an den Zeitgeist, statt von Juden spricht man jetzt von Israelis, aber jeder weiß, was gemeint ist.

Über eine gewisse „obsessive Besessenheit“:

Es ist für mich immer wieder verblüffend zu sehen, wie viele Menschen sich im Nahen Osten auszukennen scheinen. Ich war vor Jahren einmal in Israel, zusammen mit meiner Frau, die ich damals gerade kennengelernt hatte; es hat mir gefallen, muss ich sagen, das Wetter war gut, die Leute freundlich, es gibt viele historische Stätten zu besichtigen. Aber ich kann nicht behaupten, dass ich mich, nur weil ich mal im See Genezareth geschwommen bin, nun als Israel-Experten empfinde. Schon gar nicht habe ich eine Idee, wie man die Auseinandersetzungen zwischen Juden und Arabern lösen könnte, es ist mir auch nie in den Sinn gekommen, dazu einen Vorschlag zu erarbeiten. Aber mit diesem Desinteresse bin ich offenbar in der Minderheit: Es gibt gerade in Deutschland eine erstaunlich große Zahl von Spezialisten, die sich über die Lösung des Palästinakonflikts den Kopf zerbrechen und an einem Plan basteln, der die Region ein für alle Mal befrieden könnte. Das ist keine Spezialität der Linken, diese Art von Gedankenspiel scheint eine begeisterte Anhängerschaft in allen Lagern zu besitzen. Auf der Linken wird es nach meiner Einschätzung nur besonders passioniert betrieben. (…)

Nicht die Kritik an der israelischen Politik gibt zum Nachdenken über die Gemütslage der Kritiker Anlass, sondern die nahezu obsessive Beschäftigung mit diesem Ausschnitt der Welt, die Entschiedenheit im Urteil und die besondere Erregungsbereitschaft, mit der alle Überlegungen vorgetragen werden. Man könnte ja auch einmal umgekehrt fragen, wenn uns, beispielsweise, die Mexikaner laufend ihre Meinung zu Fragen der deutschen Innenpolitik kundtäten und dann ganz beleidigt reagierten, sobald wir ihre interessanten, aber leider ziemlich wirklichkeitsfremden Ansichten nicht gebührend ernst nähmen. Ich vermute, wir wären auch etwas befremdet, wenn unsere mexikanischen Freunde leidenschaftlich die Vor- und Nachteile der deutschen Einheit diskutierten und dazu lange Leitartikel verfassten und Podiumsdiskussionen abhielten. Uns würde wahrscheinlich der Verdacht beschleichen, dass die Mexikaner ein kleines Deutschenproblem hätten und sich besser um ihre eigenen Angelegenheiten kümmern sollten. (…)

Ein Gutteil der deutschen Linken hat genaue Vorstellungen, wie sich die Juden in Palästina aufführen sollten und wie besser nicht, wenn ihnen ihre Zukunft lieb ist. Von Wolfgang Pohrt stammt die Formulierung vom „Täter als Bewährungshelfer“, der darauf achte, dass „seine Opfer nicht rückfällig werden“: Nichts aus der Geschichte gelernt zu haben, gilt hierzulande als besonders schwere Sünde, und die Juden haben sich in dieser Beziehung aus deutscher Sicht als besondere Enttäuschung erwiesen.

Über seltsame Allianzen:

„(Israel) ist übrigens auch der einzige Staat in der ganzen Region, der seinen Bürgern alle westlichen Freiheitsrechte garantiert, inklusive Frauen, Homosexuellen und politisch Andersdenkenden, ein Novum im Nahen Osten. Nur in Israel gibt es ein gleiches freies Wahlrecht, nur hier darf jeder über alles debattieren, was ihm gefällt, und muss nicht fürchten, von irgendwelchen Schergen verschleppt zu werden, weil er mächtigeren Leuten auf die Füße getreten ist. Selbst die arabischen Einwohner genießen innerhalb der israelischen Grenzen Freiheiten, die ihnen in der muslimischen Nachbarwelt samt und sonders vorenthalten werden. Es gibt also aus der Sicht eines frauenbewegten, für Minderheitenschutz, Schwulenrechte und politische Selbstbestimmung eintretenden Durchschnittslinken durchaus Gründe, dem israelischen Staat die Daumen zu drücken, aber die Sympathien liegen in diesem Fall nicht selten bei den frauenverschleiernden, schwulenhassenden, minderheitenverachtenden Moslembrüdern im Umland. Tatsächlich kann nur allzu oft noch jeder palästinensische Selbstmordattentäter auf mehr Verständnis rechnen als ein israelischer Siedler, der im Geröllfeld bei Ariel oder Ofra sein Haus errichtet, da wird an deutlichen Worten nicht gespart.

Über groteske Besserwisserei:

Die Israelis haben durchaus eine Lehre aus dem Holocaust mitgenommen, wie sich zeigt, nur leider aus Sicht der internationalen Gemeinschaft der Weltverbesserer die falsche: Wo besorgte Friedensschützer zu Geduld mit den Terroristen raten, bevorzugen die Nachfahren der KZ-Überlebenden die Praxis von Prävention und Strafe. Anders als die Zuschauer von außen, die finden, man sollte die Ankündigungen einer zweiten Endlösung durch arabische Staats- und Parteiführer nicht so ernst nehmen, halten sie sich lieber an ihre Erfahrung, die ihnen sagt, dass sie denselben Fehler besser nicht noch einmal machen sollten. Begütigende Worte und ernste Ermahnungen haben in der Vergangenheit leider nicht so viel ausgerichtet wie von der Gemeinde der Friedensforscher in ihren Studien ausgewiesen.

Über die eigentliche Antriebsfeder:

Auf ihrer Suche nach einem Ersatzopfer, dass sie an die Brust drücken kann, ist die Israel-kritische deutsche Linke gleich um die Ecke in der nahöstlichen Nachbarschaft fündig geworden. Nun gilt der Palästinenser als der gute Mensch, dem man beistehen muss, als „Opfer der Opfer“, wie es der langjährige Bremer SPD-Bürgermeister Henning Scherf bei einem Empfang in seinem Rathaus für 50 Opferopfer so trefflich auf den Punkt brachte. Das ist die zweite Etappe der Umschuldungsaktion: Je mehr sich die Israelis an den Palästinensern versündigen, desto geringer wiegt die Schuld der Deutschen.

via Spirit of Entebbe

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: