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    Es ist einfacher, kritisch zu sein als korrekt.
    Benjamin Disraeli

    Es gehört oft mehr Mut dazu, seine Meinung zu ändern, als ihr treu zu bleiben.
    Friedrich Hebbel

    Die beste und sicherste Tarnung ist immer noch die blanke und nackte Wahrheit. Die glaubt niemand!
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    „Ich für meinen Teil bin der Meinung, dass es nicht zum Begriff der Demokratie gehört, dass sie selber die Voraussetzungen für ihre Beseitigung schafft …
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Sebastian Engelbrecht und der Bundespräsident

Hörfunkstudio Tel Aviv – bei meinem geliebten NDRInfo. Gestern nachmittag um 17:20 Uhr – der spezielle Kommentar (Leider finde ich keinen Link im www).

Anlass für seinen Auswurf – Entschuldigung, aber es war echt daneben – war der 4-tägige Besuch des Bundespräsidenten Wulff in Israel. Und der hatte sich doch tatsächlich erdreistet, Israel nicht zu kritisieren – wie es sich für einen guten Freund gehört, oder? – sondern Israel seine Solidarität zugesichert:

Nach einem Gespräch mit Peres versicherte Wulff, die besondere Verantwortung Deutschlands für den Holocaust werde „von Generation zu Generation“ weitergegeben: „Das ist die unverbrüchliche Maxime der deutschen Politik.“

Deutschland werde immer „an der Seite Israels stehen“.

Die Vertiefung der deutsch-israelischen Beziehungen sei ihm ein „persönliches Anliegen“.

Das – so befand Herr Engelbrecht – gehe ja gar nicht. Man könne – auch als Bundespräsident – nicht nach Israel kommen und kein bisschen Kritik an dem Land üben. „Gerade als zweitbester Freund Israels nach den USA“ (was ich persönlich anzweifle, da gibt es andere Länder wie z.B. Kanada) müsse man Kritik üben, wie das für gute Freunde üblich ist.

Ich stell mir das mal gerade bildlich vor: Herr Engelbrecht sitzt nach getaner Arbeit in seiner Wohnung in Tel Aviv und hat seine Freunde zu einem schönen Glas Wein eingeladen. Und die sitzen da, trinken den leckeren Wein … und kritisieren Herrn Engelbrecht für seine Arbeit. Seine Berichterstattung sei ja so was von einseitig, seine Argumente unlogisch und seine Haltung Israel gegenüber nahezu feindlich. Na, das ist doch eine Logik! So läuft es doch unter Freunden, oder? Da würde sich Herr E. bestimmt wohl fühlen.

Später verrennt sich Herr E. auch noch: Zuerst fordert er vehement, Israel müsse doch für seine schlimmen Fehler kritisiert werden, dann sagt er ziemlich zum Schluss, dass das bei einem Antrittsbesuch vielleicht doch nicht so angebracht sei, gleich Kritik zu üben. Ja, was denn nun?

Ziemlich schlimm fand ich den Ansatz, das deutsche Katzbuckeln wegen des Holocausts müsse doch langsam mal vorbei sein (das hat er nicht wörtlich, aber sinngemäß gesagt).

Herr E. hat anscheinend nur eines im Sinn: Israel muss weiterhin verurteilt, verdammt und kritisiert werden. Und wenn die Politiker das nicht hinbekommen – er bezeichnete den Besuch Wulffs als nicht gut genug – dann müssen natürlich die tapferen Medien-Kreuzritter den Kampf zu Ende führen.

Mich kotzt dieses Argument, gerade als Freund Israel habe man nahezu die Pflicht, Israel zu kritisieren, dermaßen an.

  1. Unter Freunden übt man Solidarität und unterstützt sich. Freunde, die mir ständig erzählen, was für eine Scheiße ich angeblich baue und die Fehler meiner Kontrahenten großzügig unter den Tisch fallen lassen, können mir den Buckel runterrutschen.
  2. Wer kritisiert dann bitte sehr die Palästinenser und Araber? Da höre ich wesentlich weniger Kritik – auch von Herrn E. – als an Israel. Es ist eine einseitige Kritik, die davon profitiert, dass Israel eine Demokratie mit freier Presse ist, von der man nichts befürchten muss, wenn man Grütze erzählt – im Gegensatz zu der Presse im Westjordanland und Gazastreifen – wo man durchaus „Probleme“ bekommen kann.

    „Auch die Hamas sei verantwortlich für Verletzungen der Pressefreiheit. Journalisten fühlen sich, im Gegenteil zu dem, was die Führungskräfte behaupten, nicht frei, ihre Meinung zu äußern oder islamistische Bewegungen zu kritisieren. Diese Ansicht vertraten die Mehrheit der von Reporter ohne Grenzen befragten Journalisten. Sie alle wollten mit ihrer Aussage jedoch anonym bleiben – aus Angst vor Repressionen. Laut Reporter ohne Grenzen wurden 28 Journalisten von der Hamas wegen ihrer politischen Einstellung seit Juni 2007 verhaftet.“

    Ob Herr E. sich davon beeinflussen lässt? Man kann mit Sicherheit davon ausgehen.

  3. Letztendlich ist dieses Argument ein Deckmäntelchen, um seine „Kritik“ an Israel nicht zu sehr in Richtung Antisemitismus abrutschen zu lassen. Natürlich sei man ein Freund Israels, aber gerade deshalb muss man … völlig unausgewogen mit Halbwahrheiten über Israel berichten und die Araber als Opfer israelischer Aggressions- und Expansionspolitik darstellen. (Wer möchte da eigentlich Land von wem haben??)

Es ist wirklich erschreckend zu sehen, wie die Wahrheit, die Objektivität und Neutralität unter die Räder kommt. Hier einmal ein Auszug aus dem Pressekodex bzw. journalistischen Richtlinien:

  • Eine Quelle allein ergibt keine Nachricht. Für eine Nachricht braucht es mindestens zwei voneinander unabhängige Quellen.
  • Bei Konflikten sind die Positionen beider Seiten darzustellen.
  • Ein Journalist macht sich aus Prinzip keine Sache zu eigen, nicht einmal eine gute (Dieses Credo ist das Motto des Hanns-Joachim-Friedrichs-Preises). Ein Mindestmaß kritischer Distanz zum Thema (und der eigenen Rolle) ist auch bei sogenannten Herzblut-Themen geboten.

Ausschnitt aus dem Pressekodex:

  • Die Achtung vor der Wahrheit, die Wahrung der Menschenwürde und die wahrhaftige Unterrichtung der Öffentlichkeit sind oberste Gebote der Presse.
  • Nachrichten und Informationen sind auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen. Ihr Sinn darf durch Bearbeitung, Überschrift oder Bildbeschriftung weder entstellt noch verfälscht werden.
  • Unbestätigte Meldungen, Gerüchte und Vermutungen sind als solche erkennbar zu machen.
  • Veröffentlichte Nachrichten oder Behauptungen, die sich nachträglich als falsch erweisen, hat das Publikationsorgan, das sie gebracht hat, unverzüglich richtig zu stellen.
  • Bei der Recherche dürfen keine unlauteren Methoden angewandt werden. Die vereinbarte Vertraulichkeit und das Berufsgeheimnis sind zu wahren.
  • Redaktionelle Veröffentlichungen dürfen nicht durch private oder geschäftliche Interessen der Journalisten, Verleger oder Dritter beeinflusst werden.
  • Die Presse achtet das Privatleben, die Intimsphäre sowie das Recht auf informationelle Selbstbestimmung des Menschen.
  • Unbegründete Behauptungen und Beschuldigungen, Ehrverletzung, Veröffentlichungen, die das sittliche oder religiöse Empfinden verletzen, und eine unangemessen sensationelle Darstellung von Gewalt und Brutalität sind nicht zulässig.
  • Niemand darf wegen seines Geschlechts, einer Behinderung oder seiner Zugehörigkeit zu einer ethnischen, religiösen, sozialen oder nationalen Gruppe diskriminiert werden.

Ich bezweifle sehr, dass Herr Engelbrecht diese Prinzipien verinnerlicht hat. Hier schreibt einer mit einer Mission.

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Eine Antwort

  1. Ich denke,daß ISRAEL seinen Weg weitergehen
    soll.ES hat keinen Sinn,wie die Vergangenheit zeigt,den Ismaleiten zu trauen.Als Freund Israels
    bete ich als überzeugter Christ,daß,so wie es JHWE
    zusagte,ER Sein Volk nicht verlassen wird!
    NUR!Schon die Propheten des AT der Bibel warnten
    Israel von seinem einzigen „GoTT“ abzufallen,da ER
    sonst „Gerichte“ schicken würde.Als Christ kann man nur beten und für Israel in Diskussionen argumentieren.Shalom

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