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Familie und Kinder in Israel

Ein toller, extrem lesenswerter Artikel von Lila, wie das Leben in Israel läuft:

Culatello, noch was für Dich. Du bist ja schon eine Weile hier in Rungholt, und kannst mich vermutlich ein bißchen einschätzen (natürlich ist es immer möglich, daß ein Blogger nur heuchelt und lügt). Es wäre sehr schön, wenn Du mir einfach mal auf Treu und Glauben abnehmen würdest, daß ich für einen ziemlich großen Teil der israelischen Eltern stehe. Sehr, sehr viele israelische Kinder werden ganz ähnlich erzogen wie meine. Manche säkular und religiös ungebunden wie meine, andere mehr traditionell-jüdisch, andere richtig stark jüdisch. Manche ashkenasisch-bürgerlich wie bei uns, in anderen Familien mehr gemischt, andere wiederum äthiopisch, orientalisch, russisch, amerikanisch oder sonstwie von der Herkunft der Eltern oder Großeltern beeinflußt. Manche Familien singen, andere wandern, andere sehen viel fern, wieder andere reisen viel. Jede Familie mit ihrem ganz speziellen Stil und Charakter.

Aber eines haben die meisten israelischen Mittelschicht-Familien, obere und untere Mittelschicht, aus denen die meisten Soldaten stammen, die Du mit solchem Zorn ansiehst, gemeinsam: ein gewisses Wertesystem. Nicht vor Verachtung schnauben, sondern mir einfach mal glauben.

Studien haben ergeben, daß israelische Kinder einen hohen Prozentsatz von sicherer Bindung aufweisen (im Gegensatz zu Deutschland, wo bekanntlich sehr viele Kinder eine vermeidend-ängstliche Bindung zeigen, die Studien sind ja sehr bekannt). Der Augenschein bestätigt das. Besucher haben überrascht bemerkt, wie wenige heulende Kinder man auf israelischen Straßen sieht. Israel ist eine kind-zentrierte Gesellschaft. Kinder werden geliebt, überall geduldet, in Restaurants mitgenommen, von Fremden angelächelt. Es gibt keine Verbote, über Rasen zu laufen, Krach zu machen. Nicht aus Gleichgültigkeit oder Verhätschelung oder Furcht, dem König Kind zu widersprechen, sondern aus grundsätzlichem Verständnis für die Bedürfnisse von Kindern.

Israelis lieben ihre Kinder und erziehen sie zur Liebe zum Leben. Israelische Familien fahren weit, um Veilchen blühen zu sehen oder einen Wasserfall. In israelischen und jüdischen Festen sind Kinder wichtig. Kinderlose werden verständnislos angeguckt. “Aber JEDER muß doch Kinder haben wollen”, das ist die Einstellung. Die erste Frage, die mir Fremde stellen: “hast du Kinder?”, und die unweigerliche Antwort auf meine Auskunft ist stets, “sie mögen gesund bleiben”.

Heute werden auch in Deutschland Kinder mit leichterer Hand erzogen als zB ich, aber oft werden sie auch als spätgeborene Kronjuwelen verhätschelt und dürfen sich nicht dreckig machen und müssen früh dreisprachig sein, am besten Mandarin und Englisch. Hier ist das immer noch, zumindest in meinem Kibbuz-Moshav-Milieu, anders. (In den urbanen Ober-Mittelschicht-Familien ist das inzwischen wohl auch anders). Kinder machen sich dreckig. Sauberkeit und Pünktlichkeit sind nicht die obersten Werte. Israelische Eltern drücken ihre Liebe verbal und körperlich offen aus.

Die israelische Supernanny erzieht die Eltern zu mehr Verständnis für die Kinder, statt die Kinder zu disziplinieren (sie arbeitet nach dem Modell des Adler-Zentrums in Haifa). Die meisten Eltern, die ich kenne, erziehen fast ohne Strafen. Demütigung von Kindern wird vermieden, statt zu sagen “du garstiges kleines Monster” sagt man “hitbalbalta”, “du hast einen Fehler gemacht, du hast was durcheinandergebracht” (bilbul ist Verwirrung). Sprüche wie “Kinder die was wollen, die kriegen was auf die Bollen”, die es hoffentlich in Deutschland auch nicht mehr gibt, habe ich hier nie gehört. “Der böse Willen” oder “der Bock”, die ausgetrieben werden müssen, kennt man hier gar nicht. Vielleicht ist das in anderen Milieus anders, aber ich kenne doch inzwischen eine Menge Leute, und die allermeisten Kinder, die ich kenne, die wachsen ohne Druck und Furcht auf. Ja, sie werden manchmal frech und merken es selbst nicht, das stimmt.

Auf einmal, wenn die Kinder, die so aufgewachsen sind, geliebt, geborgen und mit der Freiheit um Krach-und-Dreck-machen, wenn die also 18 werden, dann müssen wir sie abgeben. Sie werden in Uniformen gesteckt und dürfen ihre Zeit nicht frei einteilen und lernen Dinge, die kaum einer wirklich gern lernt, wie im Dreck krabbeln, auf Ziele schießen und nachts wach bleiben. Die Pritschen im Zelt sind kalt, die Stiefel drücken, die Klos sind nicht einladend und die Eltern fern. Und die Bedrohung ist echt, die Einsätze sind echt. Und die Angst auch.

Nach der Grundausbildung sind die Hierarchien in der IDF flach und der Umgangston ist locker. Offiziere werden geduzt, Widerworte sind erlaubt und je höher man aufsteigt, desto mehr werden Widerworte erwartet und ermutigt (hängt natürlich sehr von der Waffengattung und Funktion ab, mein Mann war der offizielle Widerwort-Geber seiner Kolonne und darum wohl kein allgemeingültiges Beispiel). Es gibt bestimmt schlimmere Armeen, um drei Jahre Dienst zu verbringen.

Aber meinst Du wirklich, Culatello, daß ich meine Jungs und Mädchen dazu erzogen habe, Palästinenser an Checkpoints zu kontrollieren, um unter 500 den einen tödlichen Sprengsatz zu identifizieren, der uns umbringen könnte? Primus ist zeit seines Lebens besonders höflich zu älteren Menschen gewesen und bietet jederzeit und jedem Hilfe an. Glaubst Du, ihm ist wohl dabei, wenn er sieht, wie die alten Leute am Checkpoint warten? Wenn er als Sanitäter sie behandeln muß, wenn sie nicht mehr können?

Glaubst Du, meine kleine Nichte hat riesigen Spaß daran gehabt, als Einsatzleiterin Lufteinsätze über dem Gazastreifen zu koordinieren? Glaubst Du nicht, wenn ihr ein Fehler unterläuft, chalila, und Zivilisten zu Schaden kommen, daß ihr das ihr Leben lang nachgehen würde? Ihre Mutter ist Ergotherapeutin und behandelt seit Jahrzehnten Kranke in arabischen Dörfern. Meinst Du nicht, ihr tut es weh, wenn ihre Tochter jederzeit in Gefahr ist, die Vettern und Cousinen ihrer Patienten durch einen Fehler zu töten?

Der Wahlspruch hier ist “ein breira”, wir haben keine Wahl. Und wenn Du mal ganz ehrlich bist, dann ist das wohl so. Was soll denn werden, wenn wir die Waffen niederlegen? Würdest Du das tun? Was würden unsere Nachbarn tun, wenn meine Kinder und Nichten und Neffen und alle anderen ihre Waffen auf einen Haufen legten und sagten: “wir haben keine Lust mehr, kommt, wir machen Frieden”? Nasrallah, Haniya, die Moslembrüder in Ägypten, was würden die wohl als erstes tun? Uns einen Friedensvertrag anbieten? Eine Tafel Schokolade schenken und sagen: “ruht euch erstmal aus, wir reden später, erstmal entlassen wir unsere Jungs”? Schön wär´s, Culatello, schön wär´s.

Neulich wurde in den Nachrichten im Rahmen einer Ermittlung innerhalb der Armee ein Handy-Filmchen gezeigt. Darin hockte ein junger Palästinenser, an Händen und Füßen gefesselt, an einem Checkpoint und wimmerte vor Schmerzen. Seine Fesseln waren zu straff gezogen. Er flehte den Soldaten an, ihm die Fesseln zu lockern. Der Soldat, statt der Bitte nachzugeben, filmte den Gefangenen auf dem Handy. Vielleicht hat er die Bilder seinen Freunden gezeigt, vielleicht haben sie darüber gelacht, vielleicht haben sie sich mächtig gefühlt, ich weiß es nicht. Das sind Abgründe. Ich habe die Stimme des Palästinensers noch im Ohr, und ich bin mir sicher, daß ich nicht die einzige bin. Die Szene wurde ausgestrahlt, um bei den Ermittlungen zu helfen.

Du weißt, daß solche Szenen gefilmter Demütigung auch in Schulen vorkommen, überall dort, wo es Handies gibt. Du weißt so gut wie ich, daß emotionale Verrohung, Gemeinheit und Verführbarkeit durch Macht überall vorkommen. Die Armee gibt jungen Männer, die sowieso nicht besonders stark bei Empathie punkten in diesem Lebensabschnitt, die Möglichkeit, die Werte ihrer Erziehung zu vergessen, andere mit gutem oder dünnem Vorwand zu demütigen, zu quälen und ihre Macht spüren zu lassen. So wie Armeen überall auf der Welt es tun, und auch das weißt Du.

In Israel ist das schmerzlich bekannt, und die israelische Gesellschaft tut sehr viel dafür, durch Medien, Schulen und innerhalb der Armee selbst, um die Werte fest zu verankern, die solche Handlungsweisen verhindern. Es spielt hier auch gar keine Rolle, wie Gilad Shalit von der Hamas gedemütigt wurde. Das ist kein Vergeltungsspiel. Wir wollen nicht, daß unsere jungen Männer traumatisiert und verroht aus der Armee zurückkommen. Daß sie erstmal drei Jahre lang in Goa Drogen nehmen und die Realität vergessen, bis sie überhaupt anfangen zu überlegen, was in Deutschland jeder junge Mann sechs Jahre vorher überlegt: was will ich eigentlich mal studieren? mit meinem Leben anfangen? Wir wollen nicht, daß sie mit 30 plötzlich begreifen, was sie da eigentlich getan haben, und sich für den Rest ihres Lebens schämen, und nicht mehr frei werden von ihren Erinnerungen.

Ein Neffe von mir, der im Libanon zur schlimmsten Zeit gedient hat, ist aus seinem shell shock nicht mehr rausgekommen. Zwei Jahre hat er wie katatonicsh in seinem Zimmer gesessen. Ein Junge aus einem hochgebildeten, linken Elternhaus, der auf Demos gegangen ist, der den Zwiespalt zwischen dem, woran er glaubte, und dem, was er zur Sicherheit seines Lands tun mußte, nicht mehr aushielt. Er hat zweimal das Studium abgebrochen. Er ist ein hübscher, sensibler, lieber Junge. Wenn seine Mutter, ihres Zeichens Schulpsychologin, von ihm erzählt, weint sie. Er ist jetzt Mitte 30, lebt allein, jobbt manchmal, geht zum Psychologen. Ein zerbrochenes Leben.

Es hat lange gedauert, bis mein Mann, der den stärksten überhaupt möglichen Charakter hat und den ich in Feuerproben gelassen gesehen habe, in denen alle anderen die Fassung verloren haben – es hat lange gedauert, bis mein Mann “Waltz with Bashir” angucken konnte. Oder “Beaufort”. Oder “Lebanon”. Die israelische Gesellschaft kaut an ihren traumatischen Erinnerungen, verarbeitet sie und würgt sie doch immer wieder hoch. Leckerer werden sie davon nicht, das versichere ich Dir. Die quälenden Fragen: was hätten wir anders machen können und sollen, was lernen wir daraus, wie leben wir weiter, was mach ich, wenn mein Sohn dasselbe erlebt, und Gott bewahre mein Enkel… die lassen hier niemanden los. Wir sagen, “ein breira”, aber leichter macht es das nicht.

Culatello, ich weiß, es ist nicht fair, Dich dazu bringen zu wollen, israelische Soldaten mal als Menschen zu sehen, als Jungs, als Mädchen, und Dich zu erinnern, wie Dein Leben aussah, als Du so alt warst wie sie. Das ist belastend, das ist schwer, das geht gegen den Strich. Die Rollen sind für Dich so klar verteilt: die Palästinenser sind Opfer und haben es schwer, sie haben Empathie verdient. Die Israelis sind Täter und haben es leicht, sie haben keine Empathie verdient. Warum also mach ich mir die Mühe und schreibe, statt andere, dringendere Dinge zu erledigen?

Ich schreibe es einerseits gern, weil es im Moment das zentrale Problem meines Lebens ist, mich beschäftigt wie nichts anderes. Primus ist raus, und dank seiner Tätigkeit als Sanitäter, in der er helfen, retten, Hand anlegen konnte, ist er unbeschädigt durchgekommen. Secundus ist noch mitten drin, und ich mach mir viel mehr und viel weniger Sorgen um ihn als um Primus. Tertia ist in zwei Wochen dran, mal sehen, wie das wird. Ich wandere nachts durchs Haus, ich schlafe wenig, ich gehe in die Zimmer der Kinder, wenn sie nicht da sind, ich lege das Gesicht auf Secundus T-shirts und bete aus der Ferne für ihn, daß alles friedlich bleibt, daß sein sensibelster Soldat sich nichts antut, daß er nicht wieder die Schreie der Sudanesen hören muß, daß er in keine Schießerei an der Grenze gerät, daß er nicht sein Herz verhärtet gegen andere. Nicht viel anderes interessiert mich im Moment.

Andererseits schreibe ich es ungern, weil es selbstverständlich ist, weil man es doch sofort sieht, wenn man nach Israel kommt, weil es doch jeder wissen kann. Warum muß ich das überhaupt sagen, wen geht das schon was an, warum mach ich mir was daraus, wenn große Teile der Menschen in meiner alten Heimat meinen Mann, meine Kinder, meine Nachbarn, meine Studenten, Freunde und Familie und mich als Schweine bezeichnen?

Wir erziehen unsere Kinder nicht zu gefühllosen Monstern, die aus Hohn Flugblätter abwerfen und sich dann kaputtlachen, wenn die Palästinenser nicht wissen, wohin sie fliehen sollen, und auf der Straße verbluten. Weiß Gott, das tun wir nicht. Der Abgrund zwischen den Werten, zu denen wir unsere Kinder erziehen, und den Anforderungen, die von der grausamen Realität des Nahen Ostens an sie gestellt werden, ist riesig. Ihn zu überbrücken ist fast unmöglich, und die seelischen Kräfte, die besonders wir Eltern dazu aufbringen müssen, machen uns müde, hohl und krank vor Sorge. Warum sollen wir noch seelische Kräfte aufbringen für Menschen ohne Verständnis, für Goldstone und Ban Ki Moon und Catherine Ashton und Culatello, für selbstgerechte Menschen, die nie vor ähnlichem Dilemma standen und aus sicheren Logenplätzen Daumen heben und senken? Ich habe doch gar keine Kraft mehr dafür übrig.

Viele Soldaten selbst merken das Dilemma kaum, sie verdrängen es vielleicht oder begreifen es erst hinterher, wie Y., der mit Entsetzen sah, als er aus dem Krieg kam, daß seine Mutter graue Haare bekommen hatte in den Monaten, in denen sie ihn nicht gesehen hatte. Andere zerbrechen selbst daran, sind selbstmorgefährdet. Die Armee trainiert junge Soldatinnen wie Tertia dazu, Gefahrenzeichen früh zu erkennen. Todesursache Nr. 1 bei israelischen Soldaten ist Selbstmord, immer noch, trotz aller Maßnahmen.

Wir haben alle Angst davor, daß ein junger Soldat die Schwierigkeiten verbirgt und es irgendwann nicht mehr aushält. Daß er uns nichts sagt, weil er keine Schwäche zeigen will, daß wir die Anzeichen übersehen, daß wir ihn im Stich lassen.

Über jedem Baby, das ich kenne, wurden die Worte gesprochen: “vielleicht ist ja Frieden, wenn er (sie) alt genug ist für die Armee, halevai”.

Das sind die Menschen, die Du Schweine nennst, denen Du unterstellst, rundum aus zweifelhaften Motiven zu handeln, aus Schikane, aus Freude am Mißhandeln, grundlos. Vermutlich meinst Du, mit diesen Worten triffst Du ja eh nur Monster. Du triffst aber Menschen wie mich, die als Eltern und Erzieher ihr erwachsenes Leben daran gewendet haben, andere zu Freundlichkeit, Empathie, Mitgefühl, Respekt und gegenseitiger Hilfe zu erziehen. Die gleiche Brutalität, die Du anderen vorwirfst, setzt Du selbst in Deiner Wortwahl ein. Ich mache mich verletzlich durch meine Bloggerei, also rin in die Kerbe, zeig´s ihr, was Du von ihr und ihren Sauereien begehenden Söhnen und ihrem Schwein von Mann hältst. Nur keine Schonung!

Die de-humanisierende Kritik an Israelis, bar jeder Empathie, ist nicht weniger brutal als die Kaltschnäuzigkeit, mit der mancher junge, hilflose Soldat andere schikaniert, die sich nicht wehren können. Nur daß der Soldat unter Druck steht, Du aber nicht. Welchen Grund, welchen äußeren Druck hast Du, immer wieder auf einen Blog zurückzukehren, von einer Frau, die Du verachtest und der Du mißtraust, und Deinen Haß und Deine Verachtung in generalisierenden und beschimpfenden Worten herauszulassen?

Hast Du Dir mal überlegt, was Du an Stelle meines Primus tätest? Hat er nicht gut daran getan, den Weg zum Sani zu wählen, arabische Großväter und Enkel aus Autowracks zu befreien? Hat er nicht mehr menschliche Größe gezeigt als Du, der ohne Not Beschimpfungen auf einem Blog hinterläßt, ohne sich darum zu kümmern, ob sie gerechtfertigt sind oder nicht? Der ein ganzes Volk mit Haß und Verachtung überzieht, ohne sich über dessen Zwangslage mal ehrliche Gedanken zu machen?

Hast Du Dich an denselben Maßstäben gemessen, die Du an uns anlegst?

Was sollen wir denn tun, Culatello? Ignorieren? Warten, bis der Haß auf uns vorübergeht? Der geht nie vorüber. Lies Lee Habeeb, den ich gestern verlinkt habe. Sollen wir die weiße Flagge hissen? Soll Y. nach Essen zurückkehren, wo seine Urgroßeltern nach Erlaß der Nürnberger Gesetze Selbstmord begangen haben, oder nach Warschau, wo die gesamte Familie seiner Mutter im Ghetto verhungert ist? Sind das würdige Alternativen zum jüdischen Staat?

Ich stell Dir mal einen Videoclip ein. Das Leben eines jungen Soldaten in Bildern, von der Kindheit bis zum Dienst. Er ist im Libanon gefallen. Bitte sieh Dir die Bilder an, Du kannst das Lied auf stumm stellen. Es sind repräsentative Bilder. So werden Kinder in Israel erzogen. Nicht zu Haß und Fanatismus, sondern wenn überhaupt zur Vorbereitung auf die Armee, dann als bittere, schwierige Notwendigkeit.

Lied für Oz, von einem Freund nach seinem Tod geschrieben.

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Eine Antwort

  1. Ich finde ihren Schreibstil und die Art und Weise sehr sympathisch.

    Der Junge kommt sehr natuerlich / das Vid macht echt traurig.

    Alles Gute kann man seiner lieben Familie da nur wuenschen und unendlich traurig werden ueber die Gesamtsituation.

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