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Broders Brief an Augstein

Folgende Ausschnitte eines Artikels aus der „Welt“ sind aus einem Brief Henryk Broders an Jakob Augstein. Der Rahmen interessiert mich nicht so sehr (deshalb fehlen vom Anfang und Ende des Artikels auch Abschnitte), umso mehr die Argumentation, mit der sich Henryk Broder an Jakob Augstein wendet:

Obsession mit den Juden

Grass hat eine Obsession mit den Juden, Sie auch. Er sieht den „ohnehin brüchigen Weltfrieden“ durch Israel bedroht. Nicht durch den Iran, durch Nordkorea, durch die Taliban und die al-Kaida, den schwelenden Konflikt zwischen Indien und Pakistan, nein, es ist Israel, das in der Nähe eines Pulverfasses zündelt.

Blättern Sie doch mal ein paar Ausgaben des „Stürmer“ durch, und Sie werden mehr als nur eine Karikatur findet, die einen Juden zeigt, der im Begriff ist, die Erde abzufackeln.

Sie geben Grass nicht nur Recht, sie setzen noch eins drauf. Sie schreiben: „Niemand behauptet, dass Iran eine Atombombe besitzt. Niemand weiß, ob Iran an einer solchen Bombe arbeitet. Im Gegenteil: Die Amerikaner gehen davon aus, Teheran habe sein Atomwaffenprogramm im Jahr 2003 eingestellt. Das interessiert die Israelis nicht. Es geht ihnen inzwischen nicht mehr nur darum, eine iranische Atombombe zu verhindern. Es geht ihnen darum, zu verhindern, nicht mehr verhindern zu können, dass die Iraner eine solche Bombe bauen könnten.“

Und: „Israel hat der Welt eine Logik des Ultimatums aufgedrängt: Es will gar nicht beweisen, dass Iran eine Bombe hat. Es will nicht einmal beweisen, dass Iran eine Bombe baut.“

Inkonsistente Argumentation

Was will Israel dann? Sie sagen es nicht, sie raunen es nur: „Hier geht es nämlich nicht um die Geschichte Deutschlands. Sondern um die Gegenwart der Welt.“

Und wenn es darum geht, „die Gegenwart der Welt“ zu retten, müssen kleine Opfer gebracht werden. Die Israelis sollen sich mal nicht so anstellen, nur weil ihnen der „Irre aus Teheran“ mit der zweiten Endlösung droht. Die unterirdischen Anlagen mit den Tausenden von Zentrifugen, die er baut, dienen wohl nur der Umwandlung von Sonnenenergie in Ökostrom.

In ein und demselben Absatz schreiben Sie, die Amerikaner gingen davon aus, Teheran habe sein Atomwaffenprogramm im Jahr 2003 eingestellt, um gleich darauf daran zu erinnern, die Amis hätten „Beweise“ gefälscht, um im Irak nach Massenvernichtungswaffen suchen zu können, die dort „nicht zu finden“ waren. Das heißt, in der einen Frage vertrauen Sie dem Sachverstand der Amis, in der anderen sehen Sie nur bösen Willen am Werk. Ist das nicht ein wenig inkonsistent?

Die Weltbrandstifter, die nicht abwarten wollen

Sie gehören doch bestimmt zu den Gutdeutschen, die sich Tag und Nacht fragen, warum die Juden „damals“ sich wie Schlachtvieh haben abschlachten lassen, ohne Widerstand zu leisten. Die am 27. Jänner der Befreiung von Auschwitz gedenken und am 9. November daran erinnern, dass an diesem Tag nicht nur die Mauer gefallen ist, sondern auch die „Kristallnacht“ stattgefunden hat.

Und dennoch finden Sie es unerhört, dass die Israelis nicht einfach untätig abwarten wollen, wie sich die Dinge im Iran entwickeln, dass sie die Drohungen des iranischen Präsidenten ernst nehmen, weil sie aus der Geschichte gelernt haben, dass es für die eigene Lebensdauer besser ist, Drohungen beizeiten ernst zu nehmen, als verspätete Trauerfeiern zu Ehren der Opfer zu veranstalten.

Wenn Ihr Nachbar Ihnen immer wieder über den Zaun zurufen würde, er werde Ihren Hund schlachten, ihre Frau vergewaltigen und Ihr Haus abfackeln, würden Sie dann über präventive Maßnahmen nachdenken oder den Nachbarn zu Kaffee und Kuchen rüber bitten?

Schon möglich, dass er nur blufft, aber das weiß man erst mit Sicherheit, wenn die Pokerpartie vorbei ist. Wenn die „Gegenwart der Welt“ Ihnen wirklich am Herzen läge, müssten Sie Ihren Appell an die Iraner richten. Aber in Ihrer kontaminierten Vorstellungswelt ist der Jude der Weltbrandstifter, bedroht Israel den ohnehin brüchigen Weltfrieden.

Und nicht einmal, weil es bedroht wird, sondern weil es sich bedroht fühlen will – um die ganze Welt über den Jordan gehen lassen zu können. Die müssen echt vergnügungssüchtig sein, die Juden.

Gaza, ein Gefängnis der Hamas

In einer anderen Kolumne schreiben Sie: „Gaza ist ein Ort aus der Endzeit des Menschlichen. 1,7 Millionen Menschen hausen da, zusammengepfercht auf 360 Quadratkilometern. Gaza ist ein Gefängnis. Ein Lager. Israel brütet sich dort seine eigenen Gegner aus.“

Nun sind die Lebensverhältnisse in Gaza mitnichten so, dass wir beide gerne dorthin ziehen möchten. Andererseits, ich möchte auch nicht in Gelsenkirchen oder Duisburg leben, nicht einmal dann, wenn Sie mein Nachbar wären.

Wenn Sie aber Gaza „ein Gefängnis, ein Lager“ nennen, dann sollten Sie dazu sagen, wer dieses kleine Stück Land in ein Gefängnis, ein Lager verwandelt hat. Eine Gang namens Hamas, deren Führer in unterirdischen Bunkern sitzen und den Kampf bis zum letzten Blutstropfen predigen, während über ihren Köpfen „selbst gebaute“ Raketen in Richtung Israel abgefeuert werden, Terroristen, die die eigene Bevölkerung als Geisel genommen haben.

Umkehr von Ursache und Wirkung

Israel hat den Gazastreifen im Jahre 2005 komplett geräumt. Worauf der Beschuss grenznaher israelischer Orte nicht ab-, sondern zugenommen hat. Was, glauben Sie, würde passieren, wenn Israel den Grenzzaun zu Gaza abreißen würde? Würden islamische Aktivisten, in PACE-Fahnen gehüllt, nach Israel strömen, um dort Gesellschaften für palästinensisch-israelische Zusammenarbeit zu gründen?

Muss ich Sie wirklich daran erinnern, was in der Hamas-Charta steht? Zu sagen: „Israel brütet sich dort seine eigenen Gegner aus“ ist mehr als eine zynische Kaltschnäuzigkeit, es ist die bewusste Umkehr von Ursache und Wirkung. Es sei denn, dass Sie die Existenz Israels für die Ursache des Konflikts halten, was der Hamas-Sicht entsprechen würde, die nicht nur Gaza und die Westbank sondern ganz Palästina von der zionistischen Besetzung befreien will. Kann es sein, dass Sie das nicht mitbekommen haben?

KZ-Assoziation

Sogar dann, wenn Sie mit richtigen Zahlen arbeiten, konstruieren Sie eine Lüge. „1,7 Millionen Menschen hausen da, zusammengepfercht auf 360 Quadratkilometern.“

Es stimmt, in Gaza leben etwa 1.7 Millionen Menschen auf 360 Quadratkilometern. Das macht 4700 Einwohner pro Quadratkilometer. In München sind es 4400 Einwohner, in Berlin 3900. Dennoch würden Sie nie schreiben, in München oder Berlin würden die Menschen „zusammengepfercht“ hausen. Denn „zusammengepfercht“ in Verbindung mit „Lager“ ergibt die Assoziation KZ. Und das ist der Zielbahnhof, den Sie suggestiv ansteuern.

Jetzt müssten Sie nur noch erklären, wie sich unter dermaßen elenden Bedingungen die Bevölkerung in Gaza von 1980 bis heute mehr als verdreifachen konnte.

Und mit dem letzten Ihnen verbleibenden Rest an Vorstellungskraft versuchen Sie bitte, sich auszumalen, wie das Leben in Gaza aussehen könnte, wenn sich die „Regierung“ des Gazastreifens, die von den UN, der EU und zahllosen NGO’s subventioniert wird, um das Wohl der eigenen Bevölkerung so kümmern würde, wie sie sich Mühe gibt, das Leben der Israelis in den angrenzenden Orten zur Hölle zu machen. …

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