• Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt. -
    Thomas Mann

    "An appeaser is one who feeds a crocodile - hoping it will eat him last." (W.Churchill)

    Es ist einfacher, kritisch zu sein als korrekt.
    Benjamin Disraeli

    Es gehört oft mehr Mut dazu, seine Meinung zu ändern, als ihr treu zu bleiben.
    Friedrich Hebbel

    Die beste und sicherste Tarnung ist immer noch die blanke und nackte Wahrheit. Die glaubt niemand!
    Max Frisch

    „Ich für meinen Teil bin der Meinung, dass es nicht zum Begriff der Demokratie gehört, dass sie selber die Voraussetzungen für ihre Beseitigung schafft …
    Man muss in einer Demokratie auch den Mut zur Intoleranz denen gegenüber haben, die die Demokratie gebrauchen wollen, um sie zu beseitigen!”
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Einwanderungsland Israel

Wer Israel kritisieren will, muss es kennen.

Israel ist wohl eines der Länder, die sich am klarsten dazu bekennen, ein Einwanderungsland zu sein. Kibbuz Galuyot, die Sammlung der Diaspora-Gemeinden in Israel, ist das erklärte Ziel des Staates. Der Staat Israel verspricht: Wer als Jude einwandert, erhält sofort die Staatsbürgerschaft und ist von diesem Moment an ohne Wenn und Aber Israeli.

Den International Migrants Day, der am 18. Dezember begangen wurde, nehmen wir zum Anlass, einmal genauer nachzuschauen, wie es mit der Einwanderung nach Israel wirklich aussieht.

Zahlen
Bei der Staatsgründung 1948 lebten in Israel 716.700 Juden. Mehr als ein Drittel von ihnen, nämlich 35,4%, waren im bisherigen britischen Mandatsgebiet Palästina geboren, 54,8% in Europa oder den USA.Die Zahl der im Land Geborenen stieg seitdem ständig: 1961 waren es von 1.932.400 Israelis 37,8% (730.400); 1972 von 2.686.700 mit 1.272.300 schon 47,3%; 1983 mit bereits 1.927.900 mehr als die Hälfte der 3.350.000 jüdischen Israelis, nämlich 57,5%.

1995 waren 61,7% der 4.522.300 jüdischen Israelis im Land geboren, in absoluten Zahlen waren das 2.790.000.

2011 betrug die Zahl der jüdischen Israelis 6.225.700, davon waren lediglich noch 27%, nämlich etwa 1.600.000 nicht in Israel geboren, sondern eingewandert.

Einwanderer aus Marokko bei der Ankunft in Haifa, 1954

Einwanderer aus Marokko bei der Ankunft in Haifa, 1954

Besonders interessant sind dabei die Herkunftsländer der Juden, die heute in Israel leben, dort aber nicht geboren sind. Sie verteilen sich wie folgt:

Ehemalige Sowjetunion 644.900 (davon 64,6% heute zwischen 25 und 55 Jahre)
Marokko 151.300 (davon 78,5% heute älter als 55 und 97,9% älter als 45 Jahre)
Nordamerika und Ozeanien 93.900 (quer durch alle Altersstufen)
Rumänien 86.200 (davon 87,2% heute älter als 55 Jahre)
Äthiopien 74.000 (davon 73% heute jünger als 45 Jahre)
Irak 61.200 (davon 99% heute älter als 55 Jahre)
Polen 49.500 (davon 97,6% heute älter als 55 Jahre)
Iran 48.700 (davon 69,2 heute älter als 55 und 87,3% älter als 45 Jahre)
Algerien und Tunesien 42.600 (davon 85,4% heute älter als 55 und 89,1% älter als 45 Jahre)
Frankreich 42.200 (davon 83% heute jünger als 45 Jahre)
Argentinien 35.600 (quer durch alle Altersstufen)
Jemen 27.600 (davon 97,1% heute älter als 55 Jahre)
Türkei 25.200 (davon 84,2% heute älter als 55 Jahre)
Deutschland und Österreich 24.100 (davon 83,8% heute älter als 55 Jahre)
Großbritannien 21.600 (quer durch alle Altersstufen)
Tschechische Republik, Slowakei und Ungarn 19.400 (davon heute 92,8% älter als 55 Jahre)
Ägypten 18.000 (davon 97,2% heute älter als 55 Jahre)
Indien und Pakistan 17.400 (davon 92% heute älter als 35 Jahre)
Bulgarien und Griechenland 16.000 (davon 76,9% heute älter als 65 Jahre)
Libyien 15.400 (davon 91,9% älter als 65 und 96,1% heute älter als 55 Jahre)
Syrien und Libanon 10.500 (davon 74,3% heute älter als 55 und 86,7% älter als 45 Jahre)
Andere Länder 55.400
Einwanderer aus Frankreich zeigen ihre neuen israelischen Personalausweise, 2009

Einwanderer aus Frankreich zeigen ihre neuen israelischen Personalausweise, 2009

Ganz anders sieht es aus, wenn man die in Israel geborenen über das Herkunftsland ihrer Väter befragt. 2011 waren 4.254.700 jüdische Israelis in Israel geboren. Ihre Väter kamen aus folgenden Ländern:

Israel 2.341.600
Marokko 340.900
ehemalige Sowjetunion 248.200
Irak 172.900
Polen 150.300
Rumänien 125.800
Jemen 111.000
Iran 92.700
Algerien und Tunesien 91.800
Nordamerika und Ozeanien 66.800
Libyen 53.400
Türkei 52.500
Deutschland und Österreich 50.600
Tschechische Republik, Slowakei und Ungarn 44.900
Äthiopien 41.000
Ägypten 38.900
Bulgarien und Griechenland 32.500
Indien und Pakistan 29.300
Frankreich 28.300
Argentinien 26.500
Syrien und Libanon 25.000
Großbritannien 20.500
Andere Länder 69.200
Ma´abara, Übergangslager für Einwanderer, 1950

Ma´abara, Übergangslager für Einwanderer, 1950

Die Zahlen zeigen: Die Herkunftsstruktur der israelischen Gesellschaft verändert sich. Ethnische Gruppen, die heute einen besonders hohen Altersdurchschnitt haben, sind früher ins Land gekommen als solche, die durchschnittlich sehr jung sind. 2011 waren jedoch bereits 55% der in Israel geborenen Israelis in der zweiten Generation dort geboren, das sind immerhin bereits 37.6% der jüdischen Israelis insgesamt.

Die erste Aliya

Das Erlebnis der Aliya, der Einwanderung (wörtlich: Aufstieg) nach Israel, hat sich in den vergangenen 130 Jahren drastisch verändert.Als „Erste Aliya“ wird die Welle zwischen 1881 und 1904 bezeichnet. In dieser Zeit stieg die jüdische Bevölkerung in Eretz Israel von 26.000 auf 55.000.

Die Zeit der Ersten Aliya war der erste erfolgreiche Versuch einer unabhängigen städtischen und landwirtschaftlichen jüdischen Siedlungstätigkeit im Land.

Hintergrund:
Die Zeit der Ersten Aliya fällt in die Periode der großen Auswanderungswellen nach Westen und in die Neue Welt. Die jüdischen Gemeinden besonders in Osteuropa litten zu dieser Zeit nicht nur unter den allgemein bestehenden Problemen wie schnellem Bevölkerungswachstum und daraus resultierenden Wellen der Armut und wirtschaftlichen Sorgen, sondern auch unter zunehmendem Antisemitismus und Pogromen.

Einwanderer der Ersten Aliya in arabischer Kleidung

Einwanderer der Ersten Aliya in arabischer Kleidung

Osteuropäische Juden entschlossen sich daher bereits zu dieser Zeit bewusst für eine Einwanderung ins damals noch osmanische Eretz Israel und betonten hierbei die historische Verbindung des jüdischen Volkes zu dem Land.

Es war bekannt, dass die wirtschaftliche Situation in Eretz Israel ungleich schwieriger war als in den Vereinigten Staaten oder Lateinamerika.  Dennoch war für sie Eretz Israel das richtige Ziel. Die Einwanderer der Ersten Aliya legten bereits den Grundstein für verschiedene zionistische Institutionen, die später wiederum staatliche israelische Institutionen bildeten.

Wächter auf einem Feld in Rechovot, 1897

Wächter auf einem Feld in Rechovot, 1897

Auch etwa 2.500 Juden aus dem Jemen gehören zur Ersten Aliya. Sie waren zumeist tiefgläubig und kamen aus religiösen Motiven. Man kann sagen, dass zu dieser Zeit bereits der Grundstein für den Konflikt zwischen ashkenasischen und misrachischen Juden gelegt wurde. Die Einwanderer aus dem Jemen wurden von den osteuropäischen fast selbstverständlich als Arbeitskräfte betrachtet, die schwere körperliche Arbeit verrichten sollten. Die jemenitische Gemeinde war solche Arbeiten jedoch keineswegs gewohnt und fühlte sich gerade wegen ihrer tiefen Religiosität dabei vollkommen fehl am Platz.

Auch wenn der größte Teil der Ersten Aliya sich in den Städten niederließ, so gehört doch vor allem die Gründung neuer Ortschaften zu ihren größten Errungenschaften. Das beinahe schon sprichwörtliche Trockenlegen der Sümpfe und die Gewöhnung an die schwierigen klimatischen Bedingungen, Krankheiten und vor allem wirtschaftliche Schwierigkeiten forderten nicht wenige Opfer. Etwa die Hälfte der ersten Olim verließen das Land letztendlich wieder.

Rosh Pina, Ende des 19. Jahrhunderts

Rosh Pina, Ende des 19. Jahrhunderts

Die übrigen aber gründeten Orte wie Rishon le-Zion, Rosh Pina und Zichron Ya“akov, aber auch Jahrzehnte vor der Gründung von Tel Aviv bereits Neve Tzedek und Neve Shalom, die später als älteste Viertel der ersten jüdischen Stadt gelten sollten.

Einwanderer im Ulpan, 1985

Einwanderer im Ulpan, 1985

Aliya heute
Heute muss in Israel niemand mehr seine eigene Ortschaft gründen, wenn er einwandern möchte. Die Sochnut ha-Yehudit, die Jewish Agency, unterhält unzählige Programme in den verschiedenen Ländern, die die Einwanderung so einfach und komfortabel wie möglich machen sollen.
Wer mit einem solchen Programm eintrifft, erhält bei der Ankunft am Flughafen die israelische Staatsbürgerschaft und wird damit Israeli, wie schon so viele zuvor.

Der Staat bietet Einwanderern Einwanderungszentren, wo sie nach der Ankunft im Ulpan, der Hebräisch-Schule, Hebräisch und Landeskunde lernen können und auf das Leben in der neuen Heimat vorbereitet werden.

Verschiedene Programme und Aufbaukurse zur erleichterten Anerkennung bestehender Berufsausbildungen und Studienabschlüsse gehören ebenso dazu, wie spezielle Ulpanim für Kinder.

Aliyat ha-No‘ar, die Kinder- und Jugendaliya, hat besondere Programme für Kinder und Jugendliche, die ohne ihre Eltern einwandern. Im und nach dem Zweiten Weltkrieg brachte sie Tausende jüdischer Kinder ins damalige britische Mandatsgebiet Palästina und rettete sie so vor den Konzentrationslagern.

Eine Gruppe der Aliyat ha-No´ar bei einer Reise nach Polen, 2012

Eine Gruppe der Aliyat ha-No´ar bei einer Reise nach Polen, 2012

Heute können junge Menschen im Schulalter auch ersteinmal in einem Jugenddorf oder Internat ein Jahr „schnuppern“, bevor sie sich endgültig für oder gegen die Aliya entscheiden.

Absolventen der Mechina an der Universität Tel Aviv

Absolventen der Mechina an der Universität Tel Aviv

Mechina
Zu Israel als Einwanderungsland gehört auch, dass gerade an Universitäten viel für die neueingewanderten Studierenden getan wird.
An der Hebräischen Universität Jerusalem wurde in diesem Monat 40 Jahre Mechina gefeiert. Die Mechina ist das fast schon legendäre Vorbereitungsprogramm für Neueinwanderinnen und Neueinwanderer an den Universitäten. Sie bereitet die zukünftigen Studierenden auf ein Studium in Israel und vor allem auf Hebräisch vor.

Teilnehmer des 40-Jahre-Events

Teilnehmer des 40-Jahre-Events

Die Teilnehmer haben so unterschiedliche Muttersprachen wie Russisch, Arabisch, Französisch, Spanisch, Englisch, Ungarisch, Italienisch, Portugiesisch und viele andere mehr.

Die Mechina dauert ein Jahr und beinhaltet neben einem intensiven Hebräisch-Sprachkurs auch akademische Inhalte, sowie im Bedarfsfall auch die Vermittlung von Englisch für akademische Zwecke. Die zukünftigen Studierenden lernen jüdische Geschichte und Israel-Studien, Statistik/Mathematik und verschiedene Einführungskurse, die teilweise von den verschiedenen Fakultäten anerkannt werden. Die Teilnehmer entscheiden zwischen einem naturwissenschaftlich-mathematischen und einem geistes- und sozialwissenschaftlichen Zweig.

Quelle: Newsletter

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Wohlfühlen in Israel

Gallups globale Umfrage zum Wohlbefinden im Jahr 2010 zeigen, dass im letzten Jahr ein Durchschnitt von 21% in 124 Ländern „blühend“ war.  Bewertet wurde auf der Grundlage, wie Menschen ihr Leben zum aktuellen Zeitpunkt und ihre Erwartungen für die nächsten fünf Jahre bewerten. Dies ist der gleiche Wert von 21% wie im Jahr 2009. Die prozentuale Bewertung derjenigen, die ihr Leben gut genug finden, um es als blühend einzustufen, reichen von 72% in Dänemark bis zu 1% im Tschad.

Gallup unterteilt das Wohlbefinden der Befragten in „blühend“, „kämpfend“oder „leidend“, so wie sie ihr aktuelles und zukünftiges Leben auf einer Skala von 0 bis 10 bewerten (auf der Grundlage der Cantril Self-Anchoring Striving Scale). Das Leben der Menschen wird als „blühend“ angesehen, wenn sie ihr aktuelles Leben mit mindestens 7 und ihr Leben in fünf Jahren mit mindestens 8 bewerten.

Die Mehrheit der Bewohner in 19 Ländern – vorwiegend in Europa und Amerika – bewertet ihr Leben gut genug, um auf diese Weise klassifiziert werden. Zusammen mit Schweden (69%) und Kanada (69%) führt Dänemark die Liste an, die überwiegend von weiter entwickelten und reichen Ländern dominiert wird, wie es bei dem Zusammenhänge zwischen Wohlbefinden und BIP zu erwarteten war. Die USA liegen mit 59%  etwa in der Mitte der Liste [und Deutschland mit 44% dahinter].

Gallups Umfrage zum Wohlbefinden

Gallups Umfrage zum Wohlbefinden

via Gallup

Überraschend finden sich in den Top Ten 3 Staaten,  die ich da nicht erwartet hätte: Venezuela, Irland und Israel. Zu Venezuela und Irland vermag ich nicht so viel sagen – nur Erstaunen darüber, dass Venezuela trotz ihrem verrückten el Cheffe Hugo Chávez und Irland trotz Schuldenkrise dort vertreten sind.

Aber bei Israel könnte man auch staunen: 20% Araber im eigenen Land, Dauerbedrohungszustand durch die Hamas, die Hisbollah und den Iran, viele ungeklärte Fragen auf Grund der arabischen Revolutionen (Syrien, Ägypten, …), weltweite Diffamierung des eigenen Landes, festgefahrene Verhandlungen mit den Palästinensern mit wenig zukunftsträchtigen Optionen und trotzdem Platz 7!

Schon erstaunlich. Sogar die arabischen Israelis würden nach der Neugründung eines palästinensischen Staates in Israel wohnen bleiben.

Irgendwas müssen die Israelis richtig machen.

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Israel – Umfragewerte

Attitudes toward Israel are widely negative. Twenty-four countries give an unfavourable evaluation, while only two evaluate Israel positively, and two are divided. In the 28-country average, 50 per cent rate Israel‘s influence negatively and 19 per cent rate it positively.

Even so, the average of countries polled in both 2009 and 2010 became slightly less negative; unfavourable ratings have dropped by four points.

Views improved but remained negative in several countries. Unfavourable ratings have dropped in

  • Australia by 20 points (now 47%, down from 67%), in
  • Canada by 14 points (now 38%, down from 52%), in
  • China by 12 points (now 40%, down from 52%), in
  • Japan by 11 points (now 52%, down from 63%), in
  • Portugal by 22 points (now 46%, down from 68%), in
  • Spain by 11 points (now 60%, down from 71%)
  • The USA has remained one of the two countries offering a positive rating overall, although this has dropped seven points (now 40%, down from 47%). It is joined by
  • Kenya, where a drop in negative ratings by seven points (now 34%, from 41%) has caused it to lean slightly positive (39% positive).
  • Russia continues to be quite divided (29% positive, 30% negative).

Majority-Muslim countries continue to have negative views about Israel‘s influence. All five of these countries surveyed have negative majorities:

  • Egypt (92%),
  • Turkey (77%),
  • Indonesia (56%),
  • Pakistan (53%), and
  • Azerbaijan (51%).

via bbc.co.uk

Gegenüber der letzten Umfrage von 2008 haben sich die Zahlen leicht verbessert. Der im Text erwähnte Rückgang in manchen Ländern ist sicherlich auf den Gazakrieg letztes Jahr zurückzuführen.

Und jetzt kann man ja mal überlegen, warum diese Werte in den Ländern so sind, wie sie sind. In den muslimischen Ländern wird gegen Juden gehetzt. Antisemitische Artikel und Karikaturen sind Standard in diesen Ländern.

Und auch die Presse in den westlichen Ländern hat manchmal keine Hemmungen, Lügen und Halbwahrheiten über Israel zu verbreiten. Ein beliebtes Muster geht so:

Eine Geschichte entsteht irgendwo. Riesen-Geschrei, alle Zeitungen berichten, wie schrecklich und inhuman Israel sich wieder einmal verhalte. Tage oder Wochen später kommt die ganze Wahrheit ans Licht. Fazit: War eigentlich anders und Israel hat nichts falsch gemacht. Die Richtungsstellung wird, wenn überhaupt, auf  Seite 27 rechts unten abgedruckt. Geschehen z.B. im Fall des Haaretz-Artikels über den Spionage-Skandal in Israel.

SPON hatte in Person der immer objektiv schreibenden Ulrike Putz (hüstel) über den Fall berichtet. Richtigstellung? Fehlanzeige.

Man braucht nicht viel Hirn, um sich vorzustellen, welche Fakten und Eindrücke über Israel bei den Lesern hängenbleiben. Und aus diesen Eindrücken speisen sich dann auch die Umfragewerte. Welcher normaler Mensch, der kein persönliches Interesse an Israel hat, macht sich denn die Mühe, solche Artikel gegenzurecherchieren?  Kaum einer. Es reicht die Tagesschau und der Neustädter Anzeiger, der eine dpa-Meldung unkommentiert abdruckt.

Deshalb haben diese Umfragen keinen Wert, wenn es um die Frage geht, wie schlecht oder gut Israel wirklich ist. Sie sind nur ein Spiegelbild für die lokalen Medien und die meinungsbildenden Eliten des Landes.

Der 9. November in der Geschichte

Was geschah am 9. November? (Aus wikipedia und anderen Quellen des Internets)

  • 9. November 1848 – standrechtliche Hinrichtung von Robert Blum:

Mit der Erschießung des republikanischen Parlamentsabgeordneten der Frankfurter Nationalversammlung nach dem Oktoberaufstand in Wien wurde zugleich auch die parlamentarische Immunität Blums durch die Militärführung im Dienst des österreichischen Kaiserhofs gebrochen. Die Niederschlagung des Wiener Oktoberaufstands und die Hinrichtung Blums gilt als offene Kampfansage der herrschenden Vertreter einer reaktionär-restaurativen politischen Ordnung gegen das aus der bürgerlichen Märzrevolution in den Staaten des Deutschen Bundes hervorgegangene erste demokratisch gewählte gesamtdeutsche Parlament. Die Hinrichtung Blums markiert einen entscheidenden Wendepunkt in der Entwicklung der Deutschen Revolution von 1848/49 als Anfang vom Ende dieser Revolution.

  • 9.11.1917  Die Balfour-Erklärung:

Der Brief des Außenministers Großbritannien, Arthur Balfour vom 2. 11. 1917 an den Vorsitzenden der britischen jüdischen Gemeinden, Walther Rothschild, wird als sogenannte ‹Balfour-Deklaration› veröffentlicht.

  • 9. November 1918 – Novemberrevolution in Berlin, Abdankung des deutschen Kaisers Wilhelm II.:

Der wenige Wochen zuvor berufene Reichskanzler Max von Baden verkündet angesichts der bevorstehenden Niederlage des Deutschen Reiches im Ersten Weltkrieg eigenmächtig die Abdankung von Kaiser Wilhelm II. und betraut Friedrich Ebert (SPD) mit den Amtsgeschäften. Eberts Parteigenosse Philipp Scheidemann, der ihn im Februar 1919 als Regierungschef ablösen wird, ruft von einem Fenster des Reichstagsgebäudes die „Deutsche Republik“ aus. Am selben Tag, jedoch einige Stunden später, verkündet Karl Liebknecht, einer der Anführer des linksrevolutionären Spartakusbundes, vom Berliner Stadtschloss aus eine als Räterepublik gedachte „freie sozialistische Republik Deutschland“. In den nachfolgenden, regional teilweise bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen zwischen den Verfechtern einer sozialistischen Räterepublik und denen einer pluralistisch-parlamentarischen Demokratie unterliegen die Anhänger des Rätemodells. Liebknecht selbst wird zwei Monate später ermordet. In der weiteren Folge wird im August 1919 das als Weimarer Republik bezeichnete erste demokratisch strukturierte Staatswesen in Deutschland konstituiert (benannt nach der in Weimar tagenden Nationalversammlung).

Erstmals international wahrgenommenes Auftreten des Nationalsozialismus. Der bis dahin in der breiten Öffentlichkeit kaum bekannte Parteichef der 1920 aus der Deutschen Arbeiterpartei hervorgegangenen NSDAP, Adolf Hitler, scheitert mit seinem Putschversuch bereits nach wenigen Stunden vor der Münchner Feldherrnhalle, wo es zu 16 Todesopfern kommt. Nachdem Hitler zehn Jahre später an die Macht gelangt war, und eine totalitäre Diktatur in Deutschland errichtet hatte, erklärte er den 9. November zu einem Gedenk- und Feiertag während der Zeit seines bis 1945 herrschenden Regimes, an dem in jährlich stattfindenden staatlichen Trauerfeiern der sogenannten „Blutzeugen der Bewegung“ gedacht wurde.

Nach einem Mordanschlag auf einen deutschen Diplomaten in Paris inszenieren die Nationalsozialisten die Novemberpogrome (bis in die Gegenwart ist die Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 oft auch unter dem euphemistischen Begriff „Reichskristallnacht“ bekannt). In der NS-Propaganda werden die vor allem von SA- und SS-Mitgliedern in Zivilkleidung begangenen Ausschreitungen als Ausdruck des „Volkszorns“ gegen die Juden dargestellt. Im ganzen Gebiet des Deutschen Reiches werden jüdische GescBadenBaden 1938häfte und Einrichtungen demoliert, Synagogen in Brand gesteckt. Hunderte von Juden werden innerhalb weniger Tage ermordet. Diese Ereignisse markieren den Übergang von der sozialen Ausgrenzung und Diskriminierung zur offenen Verfolgung der Juden in der Diktatur des Nationalsozialismus. Während des Zweiten Weltkriegs mündet der Antisemitismus in Deutschland in den heute als Holocaust bezeichneten industriell betriebenen Völkermord an etwa 6 Millionen europäischen Juden und weiteren aus rassistischen Motiven ausgegrenzten Bevölkerungsgruppen in den Vernichtungslagern des NS-Regimes.

  • 9.11.1952 Dr. Chaim Weizmann (1874-1952), Wissenschaftler, Präsident der Zionistischen Weltorganisation und erster Staatspräsident des Staates Israel stirbt in Israel.
  • 9. November 1967 – „Unter den Talaren – Muff von 1000 Jahren“, Slogan der studentischen APO in der Bundesrepublik:

Bei der feierlichen Amtseinführung des neuen Rektors der Hamburger Universität entfalten protestierende Studenten ein Transparent mit der Aufschrift „Unter den Talaren – Muff von 1000 Jahren“. Dieser Slogan, eine kritische Anspielung auf die ausgebliebene Aufarbeitung der Verbrechen des NS-Regimes bei den gesellschaftlichen Eliten Westdeutschlands, wird zu einem symbolträchtigen Motto der sogenannten „68er-Bewegung“ und markiert einen der Höhepunkte in der „heißen Phase“ der Außerparlamentarischen Opposition der Jahre 1967/68 in der Bundesrepublik und Westberlin.

Das entscheidende Ereignis, dem ein knappes Jahr später der Beitritt der vormaligen DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetzes (der westdeutschen BRD) folgte. Mit der Deutschen Wiedervereinigung wurde die als Folge des Zweiten Weltkriegs zustande gekommene Spaltung Deutschlands in zwei Staaten mit verschiedenen politischen Systemen nach über 40 Jahren überwunden.

Alles nur Zufall? Wer kennt noch mehr Geschehnisse in der Geschichte der Juden, Israels und Deutschlands am 9. November?

Obama agiert ideologiegetrieben

Er glaubt, die Reduktionen bei den Nuklearwaffen seien erforderlich, um Verbrecherstaaten davon abzuhalten, ihrerseits Atomarsenale zu entwickeln. Amerika müsse mit gutem Beispiel vorangehen.

Wäre das richtig, hätte der deutliche Abbau des US-Arsenals seit 2000 –
Zahl der Sprengköpfe nach Maßgabe der START-Regeln:

1997: 7957
2000: 7519
2006: 5966
2008: 5951
2009: 5576

– und die Tatsache, dass die USA seit 18 Jahren keinen Atomtest durchgeführt haben, das Verhalten von Iran, Nordkorea usw. bereits nachhaltig beeinflussen müssen.

Es ist offenkundig, dass die Interessen und Strategien dieser Länder völlig losgelöst vom Umfang des amerikanischen Atomwaffenarsenals sind.

Merke: Nett sein zu anderen heißt nicht, dass die anderen auch nett sind.

Auswertung der Umfrage

„Wer sind eigentlich Evangelikale“?

Ich habe dies einmal anhand von 5 Positionen abgefragt, weil mich interessiert, wie meine Leser denken. Evangelikale Christen werden heutzutage im Gegensatz zu „normalen“ evangelischen Christen mit Fundamentalismus und Extremismus gleichgesetzt, nicht selten sogar mit islamischen Extremisten.

Dabei werden gerne die amerikanischen Evangelikalen mit ihrem Einfluss auf die amerikanische Politik und daraus dann wieder die Randfiguren mit extremen Positionen als Beispiel herangezogen. So gibt es z.B. Schwulenhasser und Abtreibungsgegner, die in ihren Aktionen unstrittig zu weit gehen. Aber stehen sie für die Masse der amerikanischen oder auch deutschen evangelikalen Christen?

Was macht Evangelikale eigentlich aus, welche Positionen vertreten sie?

Hier nun die Auswertung mit insgesamt 191 abgegebenen Stimmen:

Stimmen Prozent
1a. Sie nehmen die Bibel zu 100% wörtlich 19 39,58%
Total 48
1b. Sie glauben an die Bibel, sehen aber auch Auslegungsbedarf 29 60,42%
2a. Sie wollen Menschen – notfalls mit Gewalt – missionieren 3 8,82%
Total 34
2b. Sie erzählen von ihrem Glauben – ohne Gewalt 31 91,18%
3a. Sie lehnen die Evolutionstheorie & Wissenschaften zu 100% ab 5 14,71%
Total 34
3b. Sie lehnen das Zufallsprinzip ab, sind aber für Wissenschaft offen 29 85,29%
4a. Sie wollen Homosexuelle mit Zwang umpolen 7 19,44%
Total 36
4b. Sie sagen ihre Meinung über Homosexualität 29 80,56%
5a. Sie sind verbohrt und beratungsresistent 7 17,07%
Total 41
5b. Sie haben einen starken Glauben und stehen dafür ein 34 82,93%

Diese Umfrage ist sicherlich nicht repräsentativ für die deutsche Bevölkerung. 2 Dinge stechen heraus:

1. Evangelikale Christen wollen ihren Glauben nicht mit irgendeiner Form von Gewalt weitergeben (über 90%) und

2. „Sie nehmen die Bibel zu 100% wörtlich“ – mit fast 40%.

Zum ersten muss man nicht viel sagen. Es gibt so gut wie keine Christen, die ihren Glauben mit Gewalt verbreiten und Gewalt entspricht auch in keiner Weise dem christlichem Glauben, der sich auf die Bibel gründet.

Allerdings wird die Gesellschaft immer kritischer, was die Weitergabe von Glauben in Schulen und Kindergärten betrifft. Da werden auch gerne mal Baugenehmigungen nicht erteilt oder öffentliche Gelder zurückgehalten. Dies kommt überwiegend aus der linken Ecke. Da wird dann mit „fundamentalistischer“ Indoktrinierung argumentiert. Was Käse ist, denn wir sind keine – im negativen Sinne – Fundamentalisten.

Ist es fundamentalistisch, Kindern die Werte der Bibel beizubringen und ist es weniger fundamentalistisch, Kindern eine nicht bewiesene Evolutionstheorie ohne Gegenmodell oder die angebliche Unisexualität des Menschen beizubringen?

Um den zweiten Punkt gibt es immer wieder Streit. Was unterscheidet denn „normale“ evangelische Christen von evangelikalen? Die evangelischen Christen sind oft zu Kulturchristen geworden: Sie sind Mitglied in der Kirche, feiern die Feste, halten Traditionen hoch und tun gerade im sozialen Bereich viel Gutes. Sie glauben an einen Gott und lesen auch sicherlich in der Bibel. Die Maßstäbe für ihre Lebensführung aber bestimmen sie selbst. Das kirchliche Element ist ein Additiv, was sie zu guten Menschen machen soll.

Evangelikale Christen wollen die Bibel als Maßstab für ihr Leben und die Autorität Gottes ernst nehmen. Natürlich leben auch sie in einer bestimmten Kultur, die aber nicht die entscheidende Rolle in der Lebensführung spielen soll.

Bibel

Die Bibel ist also wichtig. Und nun stellt sich die Frage: Wie wichtig? Eins vorweg: Zu 100% wörtlich nimmt sie wohl kein Christ. Denn dann müssten heutzutage z.B. Frauen noch ein Kopftuch tragen (1. Kor. 11,6) oder Menschen würden sich die Augen herausreißen müssen (Matth. 5,29).

Daher muss man das, was in der Bibel steht, interpretieren und im Kontext verstehen. Hier gibt es den historischen, den literarischen, den theologischen und den innerbiblischen – und das Gesamtbild, das die Bibel liefert. Denn wir glauben an einen liebenden Gott, der Gutes für uns will.

Wenn man einen Brief eines sehr guten Freundes erhält und dort steht ein Satz, der nicht so eindeutig ist, dann sind wir – im Gegensatz zu anderen Leuten, die ihn nicht kennen – normalerweise in der Lage, diesen Satz trotzdem richtig zu interpretieren, weil wir ihn oder sie gut kennen.

So ist es mit der Bibel als dem Wort Gottes auch: Wir brauchen die persönliche Beziehung zu Gott, um zu verstehen, was gemeint ist. Wenn wir dann den Kontext beachten und als Pastoren Theologen haben, die es in guter wissenschaftlicher Weise gelernt haben, die Bibel auszulegen, dann kann es gut klappen.

2 Ergänzungen noch: Ich glaube nicht, dass ich im Besitz einer endgültigen Wahrheit bin. Die endgültige Wahrheit kennt nur Gott. Ich bin und werde mein Leben lang ein Suchender sein.

Mit Gott zu leben heißt, in einer Beziehung zu leben. Die Bibel ist daher weder ein heiliges noch ein Gesetzbuch, das zu 100% befolgt werden muss, damit ich in den Himmel komme. In den Himmel komme ich aufgrund meiner Entscheidung für Gott und der täglichen Sündenvergebung. Die Bibel gibt mir die Richtung vor, ein gutes und gottgefälliges Leben zu führen. Und weil ich Gott liebe, werde ich versuchen, mich daran eng zu halten.

Wissenschaft

Viele Christen sind Wissenschaftler. Wissenschaften sind etwas sehr Gutes und haben uns viel Gutes gebracht. Womit ich als Christ Probleme habe, ist eigentlich nur eine Sache: Der Anspruch – und den haben nicht alle Wissenschaftler – mancher Leute, die Wissenschaften und ihre Ergebnisse seien das Maß aller Dinge und dahinter gibt es keine Wahrheit.

Wie viele Theorien wurden in der Wissenschaft schon aufgestellt und so auch Jahrzehnte oder Jahrhunderte gelehrt, bis eine neue Theorie das alte umgeworfen hat. Da ist doch der Kern der Wissenschaft: Etwas ist nur solange gültig, bis etwas Neues es ungültig macht. Die Arbeitsweise unter Wissenschaftlern ist die, dass alles in Frage gestellt werden darf  (und auch wird), damit eine furchtbare Diskussion entsteht und man die Grenzen der eigenen Fähigkeiten durchbricht.

Viele Menschen halten aber gerne an temporären Ergebnissen der Wissenschaften fest, weil sie damit ihr bestehendes Weltbild festigen können.

Die Evolutionstheorie lehne ich als Christ nur in einem Punkt ab: Das Zufallsprinzip. Die Bibel ist kein wissenschaftliches Werk und kann mir daher keine genauen Informationen über die Entstehung der Erde und der Menschen geben. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass Gott am Anfang eine Art Urknall benutzt hat, um das Universum zu erschaffen. Oder dass Tiere sich aus anderen Tierarten entwickelt haben.

Das Zufallsprinzip lehnt aber jedes göttliche Eingreifen per se ab. Kleine Notiz am Rande: Die Sonne strahlt jede Sekunde eine Leistung von 3,7*10^26 W ab und das seit Tausenden/Millionen von Jahren. Woher kommt diese Energie? Ohne sie wäre unser Leben und alles andere Leben auf der Erde absolut unmöglich.

Natürlich gibt es auch andere Theorien (z.B. ID = Intelligent Design), denen es aber meistens an einer soliden wissenschaftlichen Grundlage mangelt. Aber die Idee, dass ein Schöpfer seine Finger im Spiel hatte, lässt sich nicht so einfach von der Hand weisen.

Letztendlich gilt: Ich glaube, dass Gott die Erde, mich und die anderen Menschen mit einer liebevollen Absicht erschaffen hat. Wie und wann er das getan hat, ist für mich und viele andere Christen eher zweitrangig.

Homosexualität

Ein schwieriges, weil sensibles Thema. Und darin sind wir Christen auch z.T. selber Schuld.

Eigentlich aber ist es relativ einfach: Wir glauben an die gute Schöpfungsordnung Gottes, die die Familie und Ehe zwischen Mann und Frau vorsieht. Homosexualität (im Gegensatz zu Homosexuellen!) wird in der Bibel abgelehnt (Rö. 1,27, 1.Kor. 6,9)

Wir glauben an die Bibel und deshalb sollte die Einstellung zur Homosexualität auch keine Frage unter Christen sein. In der Bibel steht aber auch, dass wir nicht lügen oder stehlen sollen. Und wir tun es manchmal trotzdem. Die Wertigkeit eines Fehlverhaltens ist vor Gott gleich. Die Unterschiede entstehen bei uns.

Was wir als Christen für uns aber nicht akzeptieren können, ist ein Lebensstil, der der Bibel widerspricht. Wenn ich also dauerhaft lüge und dann auch noch fordere, dies sei von anderen Christen als richtig anzuerkennen, ist das nicht ok. Wenn ich also homosexuell veranlagt bin und ich will ernsthaft als Christ leben, dann kann ich  meine Triebe nicht so ausleben als gäbe es die Bibel als Wort Gottes nicht.

Wir sehen aber auch eine gesellschaftliche Aufgabe, unsere Werte nicht zu verschweigen und deshalb reden wir auch darüber. Und da kommen die Schwierigkeiten auf: Viele Homosexuelle sehen das als eine unzulässige Diskriminierung an und fordern die Christen, sie als Homosexuelle ohne Einschränkung anzuerkennen.

Hier liegt aber ein Missverständnis vor: Als Christen lehnen wir nicht die Homosexuellen ab, sondern die Homosexualität. Wir erkennen die Homosexuellen als vollwertige, von Gott – genauso wie allen anderen – geliebte Menschen an. Wir können aber den Lebensstil nicht als richtig definieren.

Das ist aber das, was manche Homosexuelle verlangen. Und uns dann als Rassisten beschimpfen, wenn wir es nicht tun. Soweit ich weiß, haben wir aber Religions- und Meinungsfreiheit in Deutschland. Und wenn wir es als Christen ertragen müssen, dass man uns oft verlacht und verspottet, dann sollten die Homosexuellen es auch aushalten können, dass es eine andere Meinung gibt als die ihre. Verlachen tun wir sie deshalb nicht.

Schlimm wird es dann, wenn Christen sagen: es gibt Homosexuelle, die ihren Lebensstil ändern wollen und wir können und wollen ihnen dabei helfen. Da wird dann von Gehirnwäsche und Indoktrinierung gesprochen und alle Verbände regen sich fürchterlich auf. Am Ende müssen dann christliche Veranstaltungen wie vor 2 Wochen in Marburg unter Polizeischutz durchgeführt werden, weil es die HS nicht nur nicht ertragen können, dass jemand eine andere Meinung hat, sondern auch radikal dagegen vorgehen. Sie werfen uns vor, wir würden einseitig Heterosexualität lehren und fordern. Ja, das tun wir. Aber 1. tun sie das genauso mit der Homosexualität und 2. seit wann gibt in unserem Land nur noch Platz für eine Position?

Zum Nachdenken: Sollte es nicht jedem Menschen möglich sein, seine Religion frei und ohne Druck zu wechseln? Wieso sollte das gleiche Recht nicht für jemanden gelten, der seine sexuelle Orientierung verändern möchte? Und wenn ihm dann ein christlicher Therapeut dabei hilft – was gibt es dagegen zu sagen?

Gehen wir auf die Straße und schanghaien Homosexuelle zwecks gewaltsamer Umpolung? Nein. Wir helfen den Menschen, die von selbst kommen.

Glaube und Toleranz

Öfters werden wir in eine fundamentalistische und extremistische Ecke gedrängt, weil wir feste Überzeugungen haben, zu denen wir stehen und nicht mit der Zeit mitgehen. Daraus entsteht ein Bild von sturen, wirklichkeitsfremden und beratungsresitenten Menschen, die bereit sind, für ihre Überzeugungen auch schlimmste Dinge zu tun.

Und ja: Es gibt solche Menschen, auch Christen. Vor nicht allzu langer Zeit erschoss ein Christ einen Abtreibungsarzt. Um es klar zu sagen: Das ist falsch und von der Bibel nicht abgedeckt. Solche Menschen handeln falsch.

Aber aus einem solchen Beispiel Rückschlüsse zu ziehen, ist ein Strohmann-Argument. Man nimmt sich die Extreme und schließt dann auf die Gesamtheit. Das funktioniert aber nicht, denn insgesamt vertreten Evangelikale ein solches Vorgehen in keinster Weise. Abtreibung wird abgelehnt, weil es Mord ist: Im Mutterbauch darf man es töten, 5 Minuten später ist es ein schützenswertes Leben. Hier hat die Gesellschaft einen für sie praktischen aber tödlichen Kompromiss geschlossen. Aber die Leute, die Abtreibungen vornehmen, sind trotzdem Gottes Geschöpfe und deshalb zu achten und zu respektieren.

Insofern ist unser Glaube intolerant gegenüber Haltungen, Einstellungen und Überzeugungen, die gegen die Bibel stehen – wobei es sich um eine passive Intoleranz handelt, denn demjenigen passiert (normalerweise) nichts. Die Menschen, die diese Meinungen vertreten, sollen jedoch Gottes Liebe durch uns sehen – was zugegebenermaßen nicht immer klappt.

Hier werden 2 Aufgaben wahrgenommen: Unser Glaube als Christen soll nicht durch faule Kompromisse aufgeweicht werden – das ist eine interne Angelegenheit.

Und dann wollen wir gesellschaftlich aktiv sein und mit unseren Überzeugungen nicht hinterm Berg halten. Denn natürlich sind wir der Überzeugung, dass die biblischen/göttlichen Werte das Beste für unsere Gesellschaft sind. Aber: Wir erkennen den Staat und die Gesellschaft, in denen wir leben, voll an und respektieren die Gesetze. Wir arbeiten also nicht gegen den Staat und die Gesellschaft, sondern innerhalb – mit den gegebenen Möglichkeiten.

Und da so unser Staatswesen funktioniert, dass im Streit der verschiedenen Meinungen und Überzeugungen ein Kompromiss gefunden wird, den man umsetzt, stimmen wir mit unseren Vorstellungen in den Chor ein.

Mission

Da schlagen die Wellen hoch und in letzter Zeit immer höher. „Mission geht gar nicht. Das gewaltsame Aufdrängen der eigenen Überzeugungen ist falsch.“ Richtig. Das will auch keiner (mehr). Auch hier gilt: Von Einzelbeispielen oder Fehlverhalten aus der Vergangenheit auf das Gesamte zu schließen, ist nicht korrekt.

Für uns Christen ist Mission etwas Wesentliches. Unser Glaube hält uns dazu an, nicht passiv zu sein, sondern aktiv – unter den richtigen Voraussetzungen. Wer dabei Mission noch mit Schwarzenmordenden Christen in Verbindung bringt, hat sicherlich ein Problem. Gemeint ist Mission als ein Vorleben des Glaubens, das überwiegend durch ein positives Vorbild und durch Predigt & Zeugnis funktioniert.

Aggressives, liebloses und gewaltsames – mit welcher Art von Gewalt auch immer – Überstülpen des Glaubens oder hemmungsloses und hinterhältiges Ausnutzen von Notsituationen ist damit nicht gemeint.

Vieles konzentriert sich heute auf die Kinder. Die allermeisten Ideologien und Religionen haben erkannt, wie effektiv es ist, Kinder von klein an im eigenen Sinne zu „füttern“. Das war aber schon immer so, dass Kinder die Kinder ihrer Eltern waren. Und jetzt entdecken manche, die mit ihren Ideologien auch „missionieren“ (das heißt bloß anders), dass die Christen für andere Werte stehen – und das stört sie natürlich. Denn ihre Werte sind natürlich modern und i.O., aber die christlichen sind es nicht.

Es wird sich nicht an der Mission an sich gestoßen – denn das tun viele – sondern (nicht nur, aber auch) an der christlichen.

Wer sind Evangelikale?

Sind es die bösen Antiliberalen aus den USA?

Ich bitte um Eure Meinung!
Die Ergebnis-Auswertung findet man hier