• Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt. -
    Thomas Mann

    "An appeaser is one who feeds a crocodile - hoping it will eat him last." (W.Churchill)

    Es ist einfacher, kritisch zu sein als korrekt.
    Benjamin Disraeli

    Es gehört oft mehr Mut dazu, seine Meinung zu ändern, als ihr treu zu bleiben.
    Friedrich Hebbel

    Die beste und sicherste Tarnung ist immer noch die blanke und nackte Wahrheit. Die glaubt niemand!
    Max Frisch

    „Ich für meinen Teil bin der Meinung, dass es nicht zum Begriff der Demokratie gehört, dass sie selber die Voraussetzungen für ihre Beseitigung schafft …
    Man muss in einer Demokratie auch den Mut zur Intoleranz denen gegenüber haben, die die Demokratie gebrauchen wollen, um sie zu beseitigen!”
    Carlo Schmid (1949)

    Die Menschheit lässt sich keinen Irrtum nehmen, der ihr nützt.
    Friedrich Hebbel

  • Stop the bomb

  • Neueste Kommentare

    strafjustiz bei Christenverfolgung in Zahlen,…
    Kopfgeld bei Semitismus
    Lepid Optera bei Israel Ende des 19. Jahrh…
    Bertrand bei Israel ist ein Schurkenst…
    Johannes bei Israel ist ein Schurkenst…
  • alle Artikel

  • Archive

  • Kategorien

  • Twitter Updates

  • Blog Statistik

    • 228.609 Besucher
  • Werbeanzeigen

Realität der Christen in Ägypten

Anklage wegen Beleidigung des Islam

Ashraf Thabet, ein ehemaliger Muslim aus Ägypten, hat für seinen Glauben an Jesus Christus einen hohen Preis zahlen müssen. Seine Frau hat sich von ihm getrennt und die gemeinsamen Kinder mitgenommen. Nun fürchtet der 45-Jährige aus dem oberägyptischen Port Said, für Jahre ins Gefängnis zu müssen. Denn er ist angeklagt, den Islam beleidigt zu haben. Bei einem Schuldspruch drohen Thabet bis zu fünf Jahren Gefängnis. Doch die Staatsanwaltschaft verzögert den Prozess. Jeden Tag muss der Christ damit rechnen, verhaftet zu werden. Auch erhält er Morddrohungen.

„Ich weiß nicht, was die Zukunft bringt“, sagt er. „Doch man macht mir das Leben schwer.“

Geheimdienstverhöre und Schikane
Einst war Ashraf Thabet ein frommer Muslim, der nichts falsch machen wollte, erzählt er. Alle Pflichten eines Muslims wollte er einhalten. Beten, fasten, den Koran lesen. Sogar die Pilgerfahrt nach Mekka hat er gemacht.

„Doch ich habe keine geistliche Beziehung zu Gott gehabt.“

Er suchte auf christlichen Internetseiten nach Antworten. Durch einen Freund, einen koptischen Christen, erhielt er eine Bibel. Beim Lesen kam er immer mehr zu der Überzeugung, „dass dies die Worte Gottes“ seien und begann zu glauben, dass Jesus Christus Gottes Sohn ist. Mit seinen muslimischen Freunden diskutierte er eifrig über seinen neuen Glauben. Im Laufe der Zeit wurde der Ton schärfer, und jeder verteidigte die eigene Glaubensüberzeugung. Schließlich zeigten ihn seine Freunde bei islamischen Leitern an, die wiederum den ägyptischen Geheimdienst (SSI) informierten. Thabet wurde vom SSI vorgeladen. Man gab ihm klar zu verstehen, er solle Diskussionen dieser Art unterlassen. Ein Religionsbeamter versuchte gar, Thabet zur Rückkehr zum Islam zu bewegen. Ende März dieses Jahres wurden die Maßnahmen härter.

  • Der SSI ließ der Familie den Strom abstellen,
  • Beamte traten die Wohnungstür ein,
  • beschlagnahmten Thabets Computer, Bücher und CDs.
  • Dann steckten sie den Christen ins Gefängnis.

Erst nach 132 Tagen in Untersuchungshaft mit unzähligen Verhören informierte man ihn über den „Diffamierungsvorwurf“ gegen ihn.

Ehefrau zur Scheidung überredet
Inzwischen hatten führende muslimische Geistliche seine Frau beredet, sich von ihm scheiden zu lassen und seine 10-jährige Tochter und den 6-jährigen Sohn mitzunehmen. Sie hätten ihr das Geld für die Scheidung gegeben und auch gleich einen neuen Ehemann für sie gefunden, sagte Thabet. Auch habe man ihm Geld angeboten, damit er zum Islam zurückkehrt. Er erstattete Anzeige gegen die muslimischen Leiter wegen Bestechung. Doch die Polizei ignorierte ihn.

Bedrohte Freiheit
Am 1. August wurde Ashraf Thabet zwar aus dem Gefängnis entlassen, doch weil er wegen Beleidigung des Islam angeklagt ist, muss er

  • weiter um sein Leben fürchten. Eine weitere Folge ist, dass er
  • keine Arbeitsstelle bekommt.
  • Der Geheimdienst hat seinen Pass eingezogen und ihn weitere Male vorgeladen.
  • Da seine Ersparnisse aufgebraucht sind, musste er sich bereits Geld leihen.
  • Und wie ein Damoklesschwert schwebt über ihm die ständige Möglichkeit, erneut verhaftet zu werden.
  • Zudem erhält er Morddrohungen und wird beobachtet.
  • Aus Angst vor Übergriffen verlässt er kaum noch seine Wohnung.
Und dieses Beispiel ist keineswegs ein herausragend schlimmes, sondern steht stellvertretend für viele andere Beispiele und für den Umgang mit Christen – nicht nur seitens der Moslems, sondern auch des Staates – was sich oft vermischt.
Die Christen sind mit 70% aller Verfolgten die größte Gruppe auf der ganzen Welt. Gebärden tun sich aber andere so.
Werbeanzeigen

Zwangsislamisierung koptischer Mädchen

Oft vergessen und ausgeblendet: Das Leid der Christen in islamischen Ländern – hier in Ägypten:

Zwangsislamisierung koptischer Mädchen Die Kopten bilden die größte christliche Gemeinschaft des Nahen Ostens und die mit weitem Abstand größte religiöse Minderheit Ägyptens. Sie begreifen sich als die Ureinwohner Ägyptens. Seit der Eroberung Ägyptens im siebten Jahrhundert durch den muslimischen Feldherrn Amr Ibn Alass leiden sie unter einem erheblichen Druck, ihren Glauben und weite Teile ihrer Kultur, wie z. B. ihre Sprache aufzugeben. Bis heute sind sie starker Unterdrückung und D … Read More

via kopten ohne grenzen

„Wohin sich mancher den Islam wünscht“

„An der Grenze von Täuschung zur Volksverdummung“ von Christoph Spielberger

1. Qaradawi light, im Fernsehen
Am 14. und 15. September fragte sich das ZDF „Wohin treibt der Islam?“. Noch in gedanklicher Nähe des WTC- Attentates fragte ein 90- minütiger Zweiteiler aus der evangelischen Kirchenredaktion, zu später Stunde. Ja, wohin… Die Beantwortung dieser Frage überließ man dem Zuschauer, denn die hard facts zum Islam, wie weltweite Ausbreitung, Ausbreitung wodurch, Radikalisierung ja oder nein, Reform möglich oder nicht, wurden entweder verschleiert oder gar nicht angesprochen. Die wichtigsten Länder des inner- wie außer- islamischen Kampfes um die muslimische Vorherrschaft, Saudi- Arabien und Iran, kamen gleich gar nicht vor.

Mit am deutlichsten zeigten sich die blinden Flecken des Filmes bei der Behandlung von Yussuf Al- Qaradawi, dem derzeit einflussreichsten und populärsten islamischen Rechtsgelehrten. Das ZDF besuchte ihn in seiner Heimat Qatar. Hierher also treibe der Islam, seine wöchentliche Fragestunde bei Al Jazeera sähen schließlich bis zu 60 Millionen Menschen.

Was dem ZDF einfiel, ihn zu fragen, war

„Warum sind sie so beliebt?“ worauf er ebenso schlicht antwortete: „Das müssen Sie meine Zuschauer fragen“.

Genau.

Denn zum eigentlichen Thema des Filmes, Djihad und Frömmigkeit, hatte Qaradawi kürzlich nur ein 1000- seitiges Buch veröffentlicht. Aber egal, stattdessen wurde er als ein gutes Beispiel für die Öffnung des Islam zu den neuen Medien gezeigt, schließlich betreibt er auch eine Internetseite und veröffentlicht Internetfatwas zu allen, wirklich allen Fragen des Lebens.

Kein Thema fürs ZDF ist hingegen, dass Qaradawi den Djihad mit dem Schwert in Europa für überflüssig hält, weil Europa demnächst auch so muslimisch wird, durch friedliche Mittel, wie Gebet, Konversion und natürliches Wachstum der Gemeinde.

Und schon gar kein Thema fürs ZDF ist Qaradawi und das Thema Juden und Israel, denn hier zeigt er sein anderes Gesicht:

  • er sagt, er hoffe an seinem Lebensende, auch wenn er im Rollstuhl säße, in das Land des Djihad (Israel) zu gehen und dort möglichst viele Feinde Allahs, Juden, töten zu können, um dann als Martyrer in den Himmel zu gelangen.
  • Er befürwortet ausdrücklich Selbstmordattentate in Israel, auch ausgeübt von Frauen und Kindern, er nennt diese Martyreroperationen, die Zeichen von Allahs Gerechtigkeit sind. Er sagt,
  • dass es die religiöse Pflicht eines jeden Muslims ist, an der Vernichtung aller Juden teilzunehmen.
  • Dass Hitler den Juden ihren Platz in der Weltgeschichte zugewiesen hat, und es hoffentlich in der Hand der Gläubigen (Muslime) liegt, dessen Werk zu vollenden.

Wem diese Genozidgelüste zu profan sind, dem bietet Qaradawi auch Poetisches: wiederholt zitiert er in seiner Fernsehsendung aus den Überlieferungen Mohammeds, (Sahih Bukhari, 4.52.177)

“Die Stunde (des jüngsten Gerichtes) wird nicht kommen, bis ihr gegen die Juden solange kämpft, und bis der Stein, hinter dem sich der Jude versteckt hat, spricht: »Du Muslim, hier ist ein Jude, der sich hinter mir versteckt, so töte ihn.«”

Mit anderen Worten, das muslimische Paradies kann erst dann anbrechen, wenn selbst die Steine den islamischen Vernichtungsauftrag verinnerlicht haben. Dies ist islamischer Mainstream, und Qaradawi gilt dort als ein Moderater. Wer bei diesen Gewaltphantasien und den ihnen zugrunde gelegten Schriften nicht von einem Webfehler im System spricht, dem ist nicht zu helfen.

Wie auch dem ZDF, das stattdessen, vom kleinen kämpferischen und großen wohltätig- friedlichen Djihad sprach; eine Unterscheidung, die es in der islamischen Welt gar nicht gibt, außer bei den Schiiten, von denen aber in den 90 Minuten sonst nichts zu sehen war. Eine Unterscheidung, die von allen Hardlinern der Lehre genau umgekehrt angewendet wird, für die die neunte Sure, der Kampf mit dem Schwert, das Siegel des Koran darstellt. Egal, der Film zeigte dann ganz viele Beispiele von Muslimen, die ihren schiitisch- großen ZDF- Wohltätigkeits- Djihad kämpfen. Lehrer, Sozialarbeiter, Tierärzte. Überall nur bestens (im Westen) ausgebildete, engagierte und integrierte Muslime, sogar einen Nobelpreisträger. Einer von den zwei Wissenschafts-Nobelpreisträgern seit 1901 aus muslimischen Ländern. Die haarsträubende Moderne- und Wissenschaftsfeindlichkeit des Islam, insbesondere in den arabischen Ländern, wurde lieber überhaupt nicht thematisiert (sie zeigt sich z.B., lt. Arab Human Developement Report 2003, an der Zahl der ins Arabische übersetzten Bücher: 10.000, in den letzten 1000 Jahren zusammen; die eigene Buchproduktion: Araber stellen 5% der Weltbevölkerung, aber nur 0.8% der produzierten Bücher oder, lt. Strategic Foresight Group, meldet Südkorea jedes Jahr 44 mal so viele Patente an, wie alle arabischen Länder zusammen).

Denn der ägyptische Nobelpreisträger stand, lt. ZDF, „für den kollektiven Aufbruch in der islamischen Welt“. Er möchte Bildung und Wissenschaftsfreiheit in der ägyptischen Verfassung installieren. Das ist schön, aber dann hätte das ZDF den Film besser„Wohin sich mancher den Islam wünscht“ nennen sollen (ein putziger Zufall: googlet man einen der Autoren des Filmes, Friedrich Klütsch, ist das erste Ergebnis Erich von Däniken’s World of Mysteries).

Dass Ägypten, wie viele Analysten fürchten, nach dem Tod von Mubarak von den Muslimbrüdern übernommen werden könnte, ein ganzes Land mit 83 Millionen Menschen unmittelbar davorsteht, sich zu radikalisieren, das ist, wo der Islam hintreibt.

Doch politische Korrektheit verbot es dem ZDF seine Betrachtung aus wissenschaftlichen, statistischen Untersuchungen zu machen, aus Forschungen staatlicher und unabhängiger Institutionen, deren Zahlen und Trends Unerträgliches aussprechen. Die Täuschung bestand darin, dass man dem Zuschauer so lange eine Elite von Muslimen zeigte, bis er glaubte, sie seien statistisch repräsentativ.

An einigen Stellen war die Grenze von der Täuschung zur Volksverdummung überschritten: Höhepunkt der Unverfrorenheit war das Thema Zwangsheirat, das am Beispiel einer jungen, in Deutschland lebenden Pakistani gezeigt wurde. Sie sollte ihren Cousin aus Pakistan heiraten und weigerte sich. Ihr Schicksal, von der Familie geächtet, vom Tod bedroht und deswegen im Verborgenen lebend, durfte dann von einer verkopftuchten Funktionärin einer großen Berliner Moschee kommentiert werden: Zwangsheiraten, „das hat mit dem Islam nichts zu tun“, das seien Vorurteile, und Tariq Ramadan, der Medienliebling unter den pseudo- moderaten Islamisten, durfte dieses nochmals beglaubigen, dass alle Probleme nichts mit Religion zu tun haben, sondern mit falscher Politik und dem alten europäischen Rassismus. Beides blieb wiederum vom Film unkommentiert, wo immer noch ca. 60% der türkischen Ehen in Deutschland arrangiert sind, und die Tendenz gerade wieder steigend ist. Und diese Tendenz kommt nicht aus einem Aufleben des türkischen Modebewusstseins des Patriarchates, sondern in erster Linie aus einem Aufleben islamischer Werte, aus Erdogans Ruf zur Ordnung aus der Türkei.

Zum Thema Hochzeiten in der pakistanischen Community hätte der Film nach England gehen müssen, wo sich eben dieses besonders pikante Detail der Muslimischen Kultur als ein nationales Problem abspielt: die britische Regierung sucht seit Jahren nach einem Gesetz, das den pakistanischen Einwandern die Inzucht verbietet: Denn 55% aller 1,2 Millionen Pakistanis in Großbritannien heiraten ihren Cousin/Cousine ersten Grades. Diese Eigenheit – 75% sind es im pakistanischen Mutterland – wollen sie einfach nicht ablegen, sie leben teilweise schon in der vierten Generation in Großbritannien. In der indischen Community gibt es dieses Phänomen nicht, und weil Pakistanis und Inder ursprünglich demselben Volk angehören, handelt es sich also um Kultur, islamische Kultur. In England führt die Inzucht zu einer Häufung von schweren Erbkrankheiten, sowie Fehl-und Totgeburten um den Faktor 13. Wie soll der Westen die Einwanderer zu einer Aufgabe dieser Kultur zwingen? Was sagt dies über den Zustand der pakistanischen Community in England aus, über ihre Selbstverständnis und ihre Integration?

Von solchen Diskursen war der Film Lichtjahre entfernt, es ging ja um einen Wunschislam, denn

„Muslime streben zur Demokratie“,

„Islam und Demokratie können harmonieren“,

„Muslim sein und modern sein, das ist kein Widerspruch“.

So sagt es die virtuelle Islam-Instanz ZDF, ganz anders als die – leider nicht befragte – echte Islam-Instanz Qaradawi: Demokratie und Islam sind unvereinbar. Das islamische Gesetz, die Schari’a ist das verbindliche Gesetz aller Muslime.

Wer als Muslim nicht nach der Schari’a lebt, lebt außerhalb des Islam.

Wer vom Islam abfällt, muss getötet werden.

2. Qaradawi, ganz – wissenschaftlich

Am Donnerstag, den 16.09. dann, fand im Rahmen des Internationalen Literaturfestivals Berlin, gefördert von der Bundesregierung via Haus der Kulturen der Welt, eine Buchpräsentation über Yussuf al-Qaradawi statt. Er gilt einer Gruppe von Islamwissenschaftlern, darunter der Lehrstuhlinhaberin an der Freien Universität Berlin, Gudrun Krämer, sowie Bettina Gräf vom Zentrum Moderner Orient Berlin als der „Global Mufti“ und als der Gelehrte der neuen Medien (Gräf in einem weiteren Buch: „Medien-Fatwas@Yussuf al-Qaradawi“). War wenigstens die Wissenschaft bereit, den ganzen Qaradawi zu zeigen? Nach dieser Veranstaltung muss man leider sagen: Nein. Denn, so hieß es, man sei an das Phänomen Qaradawi ganz wissenschaftlich herangegangen, man wolle ihn verstehen, ohne ihn zu kritisieren, man habe deswegen kein politjournalistisches Buch über ihn geschrieben, denn davon gäbe es, so Krämer, schon genug.

Wäre es zu keinen kritischen Nachfragen aus dem Publikum gekommen, wäre beinahe der Eindruck entstanden, der in der islamischen Welt moderate Qaradawi wäre ein Moderater, wie ihn die europäische Politik so verzweifelt sucht. Er wurde im Wesentlichen als ein faszinierendes Medienphänomen vorgestellt, und die Damen auf dem Podium konnten ihre Bewunderung für Qaradawi nicht verbergen: sein Erfolg, seine Belesenheit, seine „unendliche Produktion“, über 100 Bücher, seine Unabhängigkeit, seine große Anhängerschar. Ganz unschuldige und selbstverständlich ganz wissenschaftliche Bewunderung. Es gab einige unkonkrete Formulierungen, dass er auch radikale Positionen innehalte, er sei halt eine widersprüchliche Persönlichkeit. Erst auf Nachfrage zu seiner Position zu Frauen und Homosexuellen hieß es, ja, da sei er schon radikal, auch er ist für die Bestrafung von ehebrüchigen Frauen und Homosexuellen, ohne dass die von ihm vertretenen Todesstrafen explizit genannt wurden. Aber das sei, so Krämer, eben eine Mainstream- Position im Islam und

außerdem „sei es in der BRD ja auch nicht so lange her gewesen, Homosexuelle zu bestrafen“.

Und plötzlich war die Buchpräsentation in den Niederungen der plumpesten Islamdebatten angekommen, à la: ja aber die Kreuzzüge, ja aber die spanische Inquisition, und ähnlichem abgeschmackten Plunder der Verniedlicher islamischer Gewalt. Und dies auf ganz wissenschaftlich- unpolitischem Wege. Jetzt muss Frau Krämer nur noch die Geschichte mit der Todesstrafe für Schwule und Lesben in der BRD erforschen, dann stimmt ihr Weltbild wieder.

Die Position von Hamed Abdal-Samads neuem Buch „Der Untergang der islamischen Welt“, als Einwurf aus dem Publikum, wurde als nicht diskussionsfähig erachtet. Warum? Es spricht Prof. Krämer: „Untergang der islamischen Welt…also, wenn ich so was höre…ich weigere mich, über so etwas zu diskutieren“. Nach der Veranstaltung sagte sie im Gespräch,

  • sie fände es unstattlich, übertrieben, wenn islamkritische Leute, wie Abdal-Samad, Seyran Ates und Vertreter vom Zentralrat der Ex-Muslime mit ihren Schicksalen auf diese Art und Weise in die Öffentlichkeit gingen.
  • Sie hätte auch sagen können, sie wären für die Diskussion über den Islam nicht hilfreich.
  • Oder, die Darstellung ihrer eigenen Biografien sollte kultursensibel erfolgen.

Der Tiefpunkt der Veranstaltung war erreicht, als auf Nachfrage zu Qaradawi als Antisemit, Hitlerfreund und Genozidverherrlicher (s.o.) Professor Krämer die billigste Masche aller (rein wissenschaftlichen) Hinterfragungen hervorzog:

„also da wolle sie erst mal die Quellen sehen, ob das so stimme“.

Ihr sei bekannt, dass Qaradawi eine ablehnende Haltung zu Israel und den Zionisten habe, aber zu den Juden generell: nein. Trotz einer erdrückenden Quellenlage weiß die Lehrstuhlinhaberin der Freien Universität nicht, dass Qaradawi ein Antisemit ist, bzw. er ist „nur“ ein Antizionist und Israelhasser. Das qualifiziert sie dazu, ein Vorwort und einen Artikel „Zum Stand der wissenschaftlichen Forschung über Qaradawi“ zu schreiben. Halleluja!. Leugnen, relativieren und verschweigen – das islamische Prinzip der Taqqiyya, der Falschdarstellung zur Erreichung eines höheren Zieles, scheint schon weit in Frau Krämer diffundiert zu sein. Wie man ein Buch über Qaradawi schreiben und es auf einem Literaturfestival in Deutschland, finanziert von der Bundesregierung, präsentieren kann, ohne aktiv, von sich aus und zunächst auf die politische Dimension des Mannes, seine radikalen und rassistischen Abgründe hinzuweisen, das bleibt das süße Geheimnis von Frau Prof. Krämer.

Einzig ein wackerer Däne, Mitherausgeber des „Global Mufti“, konnte den Eindruck zerstreuen, hier auf dem Podium befände sich die Islamwissenschaft in mufti-medialer Verzückung. Jakob Skovgaard-Petersen berichtete von den Unruhen in Beirut nach den Mohammed-Karikaturen, der Verwüstung der dänischen Botschaft. Der Aufruf für diese Unruhen kam von, na man ahnt es schon, von dem knuffigen Global Mufti, dem islamisch-moderaten Qaradawi.

Ist also die Beliebtheit von Qaradawi, so war eine weitere Nachfrage, nicht auch auf seiner politischen Tätigkeit begründet, seinen Statements zu Karikaturen, Papst Benedikt- Rede und Redeker- Debatte, seiner öffentlichen Unterstützung für Hamas und Hisbollah (hier hat Qaradawi keine Berührungsängste mit den Schiiten, die er ansonsten aus der arabischen Halbinsel und Nordafrika heraushalten möchte), auf seine fast schon legendäre Fatwa zu Selbstmordattentaten gegen Juden in Israel? Frau Krämer wog mit dem Kopf hin und her, Frau Gräf zögerte, nur Herr Skovgaard-Petersen räumte ein, dass der Hass auf Israel und die Juden in arabischen Ländern ein gut funktionierendes Ticket zur Beförderung der Karriere sei.

Was leider nicht zur Sprache kam, ist ein bizarres Detail des „Global Mufti“- Buches, die Bewertung von Qaradawis Selbstmordattentate- Fatwa unter Gender- Gesichtspunkten: denn Qaradawi erlaubt Frauen Selbstmordattentate, ohne vorher ihren Mann gefragt zu haben. Es heißt, ganz wissenschaftlich, er sorge hier nicht nur für Gender- Gerechtigkeit, sondern echte Gender- Gleichheit. Mit anderen Worten: Frauen sind nirgendwo im Islam gleichberechtigt, außer beim Töten von Juden in Israel. Allahu akbar! Kawumm! Die moderne islamische Frau verbrennt nicht nur ihren Büstenhalter.

Bei der letzten Publikumsfrage, was es über den Islam aussage, dass Qaradawi dort als moderat angesehen werde, wurde Frau Krämer unruhig; die Augen rollten, „also was es über den Islam aussage, zunächst, es gibt natürlich nicht einen Islam…“, und so weiter auf diesem Niveau. Sie war jedenfalls nicht bereit, dem Islam ein strukturelles Gewaltproblem zuzuschreiben. Dass der derzeit einflussreichste und populärste islamische Rechtsgelehrte alle Juden vernichten möchte, das reicht ihr einfach nicht aus…. Es wird Zeit, dass politische Korrektheit von den Krankenkassen als Volkskrankheit anerkannt wird.

Was hier auf rein wissenschaftlichem Niveau vollzogen wurde, machte ähnlich der Film des ZDF: die strukturelle Rückständigkeit, Verneinung der Moderne und Neigung zur Gewalt in der muslimischen Welt herunterzuspielen. Dies belebt genau die von der Mehrheit bevölkerte Parallelwelt, die dem Sarrazin-Buch zum Erfolg verhilft: weil die von Politik und Medien ausgegebene Meinung der alltäglichen Wahrnehmung und inneren Empfindung vieler Menschen widerspricht. Ganz unten heißt es auf den Schulhöfen „scheiß Deutscher“, ganz oben verweigert der Koordinierungsrat der Muslime den Wertekonsens. Wie soll man es verstehen, dass die Islam- Funktionäre am Ende der ersten Islam- Konferenz 2009 sich nicht auf die alleinige Gültigkeit des Grundgesetz verpflichten konnten? Wie anders, als dass diese Funktionäre Sonderrechte, sprich: eine parallel- Geltung der Schari’a wie in Großbritannien wünschen? Die deutsche Gesellschaft wird sich nicht um die Diskussion drücken können, dass dem Islam ein Totalitätsanspruch innewohnt, der für säkulare Demokratien unvereinbar ist.

Millionen Muslime, die friedlich und aufgeklärt in modernen, demokratischen Gesellschaften leben, tun dies de facto in Distanz oder außerhalb ihrer eigenen heiligen Schriften und Gesetze. Die allermeisten von ihnen tun es, ohne es öffentlich zu bekennen, weil sie in Ruhe ihr Leben leben wollen. Sie sind in Scharen zu uns gekommen, um nicht mehr von Glaubenswächtern verfolgt zu werden, weil ihre Lebensentwürfe nicht in die Denkmuster eines reaktionären Patriarchates passen. Sie erhoffen von der deutschen Gesellschaft nichts mehr als die Geltung des Grundgesetzes. Ihnen sollte unsere Aufmerksamkeit gelten. Diese tapferen Ritter eines säkularen muslimischen Lebens haben unsere ganze Sympathie und Unterstützung verdient.

via Achse des Guten

Hier zeigt er sich wieder,  der unverbesserliche, alles besser wissende und immer gut abwägende Gutmensch. Wenn sogar so ein sich klar bekennder Radiklar wie al-Qaradawi als moderat gekennzeichnet wird und seine Untaten nicht beim Namen genannt werden, dann ist das feige, blind und mit doppelten Maßstäben gemessen.

Und sicher auch Angst vor dem (radikalen) Islam. Denn klar, Pastor Jones aus Florida ist ein Radikaler. Wenn man den so nennt, – und das geschah massenhaft – muss man keine Angst um sein Leben haben.

And again – double standards!

Man stelle sich vor, Israel drohte damit, israelischen Bürgern, die mit Araberinnen verheiratet sind, sowie ihren Kindern die Staatsbürgerschaft zu entziehen (Begründung: durch solche Ehen dürfe keine Generation entstehen, die dem Staat Israel nicht loyal gegenüberstehe) – was wäre da wohl los von Malsburg-Marzell bis Manaus, von Neu-Isenburg bis Nairobi?

Unisono würde dies als

  • Akt des Rassismus gebrandmarkt, als
  • weiterer Beweis für den Unrechtscharakter des jüdischen Schurkenstaates,
  • Melzer würde sich, wie weiland das Rumpelstilzchen, aus lauter Wut mitten entzweireißen,
  • die Arabische Liga träte zu einer Sondersitzung zusammen,
  • der Weltsicherheitsrat sowieso –
  • kurz, ein Schrei der Empörung hallte ums Erdenrund.

Doch Gemach. Derartiges wurde nicht in Jerusalem ausgeheckt, sondern in Kairo. Denn woran nicht einmal ein gern als ultranationalistischer, rassistischer Hardliner titulierter Lieberman denkt, ist in Ägypten, einem Staat, der seit 30 Jahren mit Israel in arschkaltem Frieden lebt, kein Problem.

Wir warten auf die fällige Reaktion aller Menschenrechtsaktivisten und Friedensbewegten und darauf, dass die üblichen Ägyptenkritiker auf den Plan treten, um gegen dieses Verbrechen zu protestieren. Auch die ägyptische Blockade des Gazastreifens muss jetzt endlich zur Sprache kommen. Ja, das Existenzrecht Ägyptens darf kein Tabuthema mehr sein. Es reicht jetzt wirklich! Wir wollen nicht länger schweigen.

via Spirit of Entebbe

Claudio Casula ist für seine feine Ironie bekannt, daher ist es ihm nicht wirklich ernst damit, das Existenzrecht Ägyptens in Frage zu stellen. Aber der Vergleich ist schon interessant: Wer würde auf diese völlig absurde Idee kommen, das zu denken, obwohl in Ägypten Dinge geschehen, die noch nicht einmal die wahnwitzigsten Israelkritiker ihrem Objekt der Begierde vorwerfen?

Wieso schreit alle Welt laut auf – wenn es um Israel geht? Und schweigt lauthals, wenn es um Ägypten, Pakistan oder Syrien geht? Ist das so eine Art verkappter Rassismus – Israel als westlicher, demokratischer Rechtsstaat darf so etwas gar nicht, während die erwähnten Staaten und andere eher als rückständig angesehen werden und man ihnen solch seltsames Verhalten als „fremde Kultur“ durchgehen lässt?

Oder ist es doch ein klarer Antisemitismus, auf den sich die Welt eingeschossen hat – stark gefördert durch den offenen Antisemitismus der arabischen Staaten – und dem inzwischen sogar die westlichen Staatsführer nicht mehr widerstehen können, da sie ja die Wirtschaftsbeziehungen zu den arabischen bzw. moslemischen Staaten nicht gefährden wollen?

Wie sonst ist es zu erklären, dass Bundeskanzlerin Merkel noch am selben Tag der tödlichen Konfrontation sich wie folgt verhielt:

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die gegenwärtige Lage im Nahen Osten als „sehr ernst“ charakterisiert. Sie telefonierte nach der Kommandoaktion mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und verlangte „schnellstmögliche Aufklärung„. Wörtlich sagte die Kanzlerin: „Es stellt sich die dringende Frage der Verhältnismäßigkeit.“ Wichtig sei, „dass wir keine Eskalation erleben, sondern dass wir durch Aufklärung und Gespräche zur Beruhigung der Lage beitragen„.

Merkel forderte Israeli und Palästinenser auf, ihre indirekten Gespräche über eine Friedenslösung fortzuführen. Es sei richtig, dass die Hamas das Existenzrecht Israels anerkennen müsse, aber genauso richtig sei, dass Israel die Blockade des Gazastreifens beenden müsse. Die Bundeskanzlerin mahnte eine internationale Untersuchung des Vorfalles an. Es könne „hilfreich sein, wenn dabei auch internationalen Beobachter zugegen sind“.

Wieso kam kein Wort der Kritik an die Organisatoren der Flottenfahrt? Kein Wort der Kritik an die Türkei? Stattdessen wird nur Israel angegangen und sie fordert – wider besseres Wissen – das Ende der Blockade des Gazastreifens. Und das auch nur von Israel – nicht von Ägypten.

Als wäre das so einfach. Sie kennt die Fakten genau. Ihre Forderung ist einfach nur reiner Populismus, ein sich Einreihen in die Reihen der Schreihälse, ein sich Lieb-Kind-machen bei der Türkei und anderen Israelhassenden Staaten.

Welcher Staatsführer ist Israel beigesprungen? Welcher Staatsführer hat gesagt: „Moment, warten wir erst einmal die Fakten ab, bevor wir auf irgendjemanden draufhauen und ihm Unverhältnismäßigkeit vorwerfen“ – wie Frau Merkel es tat?

Kennt irgendjemand einen Staat, der das tat? Wieso begreifen so viele geifernde und zornerfüllte Menschen nicht, dass hier ein Unrecht begangen wird: Den Einen lässt man sonst was (Hunderter Toter) durchgehen, den anderen läuft man mit der Lupe hinterher.

Falls die Juden Israel verlassen würden, würden die Palästinenser sie dann lieben?

Nein.

Der ägyptische Scheich Muhammad Hussein Yacoub lässt uns an seinen feuchten Tagträumen teilhaben. Nur dass es leider nicht nur Träume sind.

0:09

Wenn die Juden Palästina uns überlassen würden, würden wir sie dann lieben? Natürlich nicht. Wir werden sie niemals lieben. Niemals.

0:18

Die Juden sind Ungläubige (Infidels) – nicht, weil ich das sage – nicht, weil sie Moslems töten, sondern weil Allah das sagt.

0:46

Es ist Allah, der sagt, dass die Ungläubige sind. Eure Ansicht über Juden sollte erstens sein, dass sie Ungläubige und zweitens, dass sie Feinde sind.

0:53

Sie sind nicht Feinde, weil sie Palästina besetzt haben. Sie wären auch dann Feinde, wenn sie überhaupt nichts besetzt hätten.

1:16

Drittens müsst ihr glauben, dass die Juden niemals aufhören werden, uns zu bekämpfen und zu töten.

1:51

Wir müssen glauben, dass unser Kampf mit den Juden ewig andauern und nicht vor der letzten Schlacht beendet sein wird.

2:00

Ihr müsst glauben, dass wir sie bekämpfen, besiegen und auslöschen werden – bis kein Jude auf der Erde mehr übrig sein wird.

2:20

„Der Gerichtstag wird nicht kommen, bevor ihr nicht gegen die Juden kämpft und sie tötet. Die Juden werden sich hinter Steinen und Bäumen verstecken und die Steine und Bäume werden rufen:  Oh Moslem, oh Diener Allahs, da ist ein Jude hinter mir, komm und töte ihn.“

3:07

[Was die Juden betrifft], der Fluch Allahs komme über euch, deren Vorfahren Affen und Schweine waren, ihr Juden habt Hass in unsere Herzen gesät [sic!] und den wir haben wir unseren Kindern und Enkeln vermacht.

3:31

Ihr werdet nicht überleben, solange einer von uns noch übrig ist.

3:51

[Gebet] Oh Allah, bring deinen Zorn, deine Strafe und deine Qual auf sie [die Juden]. Oh Allah, wir beten, dass du sie wieder zurückverwandelst und dass die Moslems feiern, sie als Affen und Schweine zu sehen.

Meinung über Juden im Nahen Osten

Die Jpost berichtete, dass die Umfrage des Pew Research Center über globale Einstellungen, die letztes Jahr durchgeführt wurde, ein beunruhigendes Bild über die Einstellungen zu Juden im Nahen Osten zeichnet. In den überwiegend muslimischen Nationen ist die Sichtweise über Juden überwältigend schlecht. Fast alle in Jordanien (97 Prozent), in den palästinensischen Gebieten (97%) und Ägypten (95%) haben eine negative Einstellung zu Juden. Auch im Libanon gaben 98% ihrer schlechten Meinung über Juden Ausdruck, 98% bei Sunniten und Schiiten und 97% bei den libanesischen Christen.

In der Türkei, die seit der Operation „Gegossenes Blei“ im letzten Januar angespannte Beziehungen zu Israel hat, ist der Anteil derjenigen, die eine „sehr negative“ Einstellung zu Juden haben, von 32% im Jahr 2004 auf 73% im Frühjahr 2009 gesprungen.

Im Gegensatz dazu hatten nur 35% der israelischen Araber eine negative Einstellung zu Juden, während 56% eine positive Meinung hatten.

Kein Friede mit Israel

Mehr als 30 Jahre nach der Unterzeichnung des Friedensvertrages zwischen Ägypten und Israel könnten die Beziehungen beider Länder frostiger nicht sein. Es herrscht Eiszeit, zumindest von ägyptischer Seite. Und diese nimmt dramatische Züge an. So verurteilte der ägyptische Journalistenverband dieser Tage drei Medienvertreter, weil sie Kontakte zu Israelis hatten oder nach Israel reisten. Offiziell unterhalten beide Länder seit Jahren diplomatische Vertretungen, doch die breite Mehrheit der Ägypter sieht auch heute noch Israel als Erzfeind an.

Nach einer heftigen Debatte im Hauptquartier des Journalistenverbandes im Zentrum von Kairo wurde der stellvertretende Chefredakteur der Wochenzeitung „Oktober Magazin“ mit einer dreimonatigen Schreibsperre bestraft. Zwei weitere Journalisten erhielten Verwarnungen. Hussein Serage war mit einem Kollegen für eine Reportage nach Israel gereist und kam demnach in Kontakt mit den Einwohnern. Hala Moustafa, Chefredakteurin des Monatsmagazins „Demokratie“, empfing den israelischen Botschafter in Kairo zu einem Interview in ihrem Büro.

Der Ehrenkodex des Journalistenverbandes, auf den alle Mitglieder beim Eintritt eingeschworen werden, verbietet Kontakte mit „Zionisten“.

[…] Hussein Serage ist geschockt über das Urteil: „Israelische Journalisten können hierher kommen und sich mit ägyptischen Offiziellen treffen. Warum dürfen wir das nicht?“ Bei der israelischen Botschaft in Kairo lösten diese Maßnahmen Bestürzung aus. Es sei sowieso schon äußerst schwierig, in Ägypten zu arbeiten, sagte die Sprecherin der Botschaft, Shani Cooper-Zubida. Das Vorgehen des Journalistenverbandes mache die Arbeit aber noch schwieriger. „Mit wem können wir denn überhaupt noch reden?“

Unterdessen stellte sich der Chefredakteur des „Oktober Magazins“ hinter seinen Stellvertreter. Er könne seinen Kollegen doch nicht das Schreiben verbieten, klagte Magdi el-Daqaq, nur weil sie damit rechnen müssten, dass es dem Verband nicht passt. Allerdings ist die Organisation sehr einflussreich. Sie zahlt Renten an ihre Mitglieder, versichert sie in den gesetzlichen Krankenkassen und vermittelt Wohnungen und sonstige Annehmlichkeiten. Sich diesem Urteil zu widersetzen, könnte einen Ausschluss aus dem Verband zur Folge haben. Dies würde das sichere Ende der Karriere bedeuten.

Offizieller Friedensvertrag: Ja. Frieden zwischen den Menschen: Nein. Warum nicht? In Ägypten gilt offiziell die Scharia als Grundlage des Lebens. Solange Christen und Juden dadurch ständig diffamiert werden und Bewegungen wie der Muslimbruderschaft ein solcher Einfluss gewährt wird, kann kein Friede wachsen.