• Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt. -
    Thomas Mann

    "An appeaser is one who feeds a crocodile - hoping it will eat him last." (W.Churchill)

    Es ist einfacher, kritisch zu sein als korrekt.
    Benjamin Disraeli

    Es gehört oft mehr Mut dazu, seine Meinung zu ändern, als ihr treu zu bleiben.
    Friedrich Hebbel

    Die beste und sicherste Tarnung ist immer noch die blanke und nackte Wahrheit. Die glaubt niemand!
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    „Ich für meinen Teil bin der Meinung, dass es nicht zum Begriff der Demokratie gehört, dass sie selber die Voraussetzungen für ihre Beseitigung schafft …
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Dauerzustand Ausnahmezustand

von Christoph Sydow

Am 10. Dezember 1948 verabschiedeten die Vereinten Nationen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. Diese gewährt jedem Menschen »ohne irgendeinen Unterschied« die gleichen, unveräußerlichen Rechte. Offiziell wird die Menschenrechtserklärung von jedem UN-Mitglied anerkannt, tatsächlich wird sie aber auch mehr als sechs Jahrzehnte nach ihrer Verabschiedung von arabischen Staaten mit Füßen getreten.

Für seinen zweiten Jahresbericht zur Menschenrechtslage im Nahen Osten untersuchte das Cairo Institute for Human Rights Studies (CIHRS) die Situation in zwölf Mitgliedsstaaten der Arabischen Liga – Ägypten, Algerien, Bahrain, Irak, Libanon, Marokko, Palästina, Saudi-Arabien, Sudan, Syrien, Tunesien und Jemen. Fast jeder dieser Staaten verfolgt Menschenrechtsaktivisten, beschneidet die Pressefreiheit und diskriminiert religiöse Minderheiten. Gegenüber 2008 hat sich die Menschenrechtslage in der Region noch einmal verschlechtert, konstatiert das Institut in Kairo. Das CIHRS ist eine politisch unabhängige Organisation, die eng mit Amnesty International zusammenarbeitet, und einer der größten Menschenrechtsvertreter in der arabischen Welt.

»Bastion der Straflosigkei
Unter dem Vorwand angeblicher Bedrohungen aus dem In- und Ausland werden den arabischen Bürgern Grundrechte verweigert. In Algerien herrscht seit 17 Jahren, in Teilen des Sudan seit 20 Jahren, in Ägypten seit 28 Jahren und in Syrien seit 36 Jahren ein staatlich erklärter »Ausnahmezustand«. Mit der jemenitischen Bürgerkriegsprovinz Saada kam in diesem Jahr ein weiteres Gebiet der arabischen Welt hinzu. Unter den repressiven Regelungen solcher »Ausnahmezustände« werden Minderheiten unterdrückt, die Presse zensiert und Herrschaft monopolisiert. Friedliche Machtwechsel und faire Wahlen, bei denen der Sieger nicht im Vorfeld feststeht, blieben ein Traum, konstatiert der CIHRS-Bericht unter dem Titel »Bastion der Straflosigkeit, Trugbild der Reform«.

Bürger, die sich gegen diese Zustände auflehnen, werden staatlich verfolgt. Vorreiter bei der Unterdrückung von Menschenrechtsgruppen ist laut der Studie des Kairoer Instituts Syrien. Mehrere Aktivisten wurden in Schauprozessen verurteilt oder verschwanden spurlos. Kaum besser ist die Lage in Tunesien, wo besonders im Umfeld der Präsidentenwahl Menschenrechtler körperlich angegriffen und in der staatlichen Presse diffamiert wurden. In den Monarchien Bahrain, Saudi-Arabien und Marokko wird weiterhin jede Kritik an den Königshäusern scharf verfolgt. Im Sudan wurden nach der Ausstellung des Internationalen Haftbefehls gegen Präsident Omar al Baschir mehrere Menschenrechtsgruppen verboten, weil sie beschuldigt wurden, mit dem Internationalen Strafgerichtshof zu kooperieren.

Auf der Liste der Folterstaaten steht unverändert Ägypten an erster Stelle. Nach Recherchen des CIHRS starben in diesem Jahr Dutzende Menschen an Misshandlungen in Polizeigewahrsam. Die Polizeigewalt treffe nicht nur Terrorverdächtige und Kriminelle sondern auch religiöse Minderheiten wie Schiiten oder Kopten. Die Spitze eines anderen Eisbergs waren 38 Flüchtlinge aus Afrika, die zwischen Juni 2008 und September 2009 an der Grenze auf dem Weg nach Israel erschossen wurden. Auch in allen anderen arabischen Staaten sei Folter »Routine« – häufig unter dem Vorwand, den Terrorismus zu bekämpfen. In Syrien starben mindestens drei Häftlinge in Polizeigewahrsam, das Schicksal von hunderten Gefängnisinsassen sei unbekannt.

Minderheiten werden unterdrückt
Unverändert werden in arabischen Staaten auch Minderheiten diskriminiert. In Syrien werden den Kurden Bürgerrechte verwehrt, in Bahrain werden die Schiiten in ihrer freien Religionsausübung behindert. Saudi-Arabiens Königshaus versucht sich verstärkt als Vorkämpfer für religiöse Toleranz zu präsentieren, gleichzeitig wird auch hier die schiitische Minderheit systematisch unterdrückt. In Ägypten starben in zehn Gouvernements bei Zusammenstößen zwischen Kopten und Muslimen mindestens sieben Menschen. Während des Ramadan verhafteten Sicherheitskräfte des Innenministeriums Kopten, die in der Öffentlichkeit aßen. Schiiten und Bahais wurden von Vertretern der Regierungspartei NDP beschimpft und werden nach wie vor als Bürger zweiter Klasse angesehen.

Als größtes Hindernis für eine Verbesserung der Menschenrechtslage in der Region mach das CIHRS die uneingeschränkte Machtfülle der staatlichen Organe aus. Kein Bürger, der seine Grundrechte einklagen oder etwa gegen Übergriffe der Sicherheitskräfte vorgehen will, bekomme eine faire Chance. »Straflosigkeit und fehlende Rechenschaftspflicht sind feste Bestandteile der arabischen Staaten«, heißt es in der Studie. Dieses System funktioniere mittlerweile nicht nur auf staatlicher, sondern auch auf internationaler Ebene. Die Arabische Liga und die Organisation der Islamischen Konferenz machten sich mitschuldig an den schweren Menschenrechtsverbrechen in verschiedenen arabischen Staaten. Doch damit nicht genug: Zusammen mit anderen autoritären Staaten wir Kuba, China, Russland und Iran arbeiteten diese Organisationen daran, die Menschenrechtsinstitutionen der UNO zu untergraben.

Ohnehin macht sich Moataz El Ogeiry, der Direktor des CIHRS, keine Illusionen darüber, ob sein Bericht bei den arabischen Regimes Wirkung hinterlassen wird:

»Sie geben nicht zu, dass es Menschenrechtsprobleme in ihren Ländern gibt und werden weiterhin Menschenrechtsorganisationen angreifen, weil sie angeblich die nationale Sicherheit gefährden.«

Auch die UN beschäftigt sich mit der Situation in den arabischen Staaten. Leider nicht so ehrlich, wie es die Kairoer tun.

Erstaunlich ist immer wieder, dass 1. diese Staaten, bei denen es nun wirklich schlecht um die Menschenrechte steht, sich trotzdem immer wieder das Recht herausnehmen, andere Staaten – die bzgl. der Menschenrechte wesentlich besser dastehen – wegen Menschenrechtsverletzungen massiv zu kritisieren und 2. dass wir westliche Staaten uns diese Kritik auch noch anziehen!

Natürlich muss man sich jede Kritik anhören, aber wie heißt es in der Bibel: „Statt den Splitter im Auge Deines Mitmenschens zu sehen, achte lieber mal auf den Balken in Deinem Auge.“

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Zumutungen für Araber

Castollux hat bei Memri eine Karikatur gefunden, die schön illustriert, wie Araber über die „Zumutungen“ denken, die von ihnen verlangt werden. Sie kennen anscheinend eine Richtung: Den Sieg. Und alles, was nicht dieser Vorgabe entspricht, ist eine Demütigung, wie ein Sprung von der Klippe. Und soviel zum Thema „Obama geht auf die arabisch-islamische Welt zu und bietet ihnen den Dialog an“.

Schon drollig, was Cartoonist Ali Al-Bazzaz in Al-Ayyam (Bahrain) hier mit seiner Karikatur vermitteln will: (Echte) Schritte zum Frieden wären für die Araber nicht zumutbar. Seine ungewollte Demaskierung ist typisch für den inneren Zustand der arabischen Welt, die Selbstmitleid und Verantwortungslosigkeit für die größten Tugenden hält.

Cartoon in Bahrain-Zeitung: Obama fordert Araber auf, Schritte zum Frieden zu gehen

Quelle: Al-Ayyam, Bahrain, 24. September 2009 via MEMRI

Vertriebene, Flüchtlinge – Juden

Flüchtlinge – ein Begriff nur für Palästinenser?

Alle Welt redet (zu Recht) über die ca. 1.000.000 palästinensischen Flüchtlinge der Jahre 1948 und 1967. Es wurde für diese Flüchtlingsgruppe sogar ein eigenes Hilfswerk der UN gegründet: das UNRWA (United Nations Relief and Works Agency for Palestine Refugees in the Near East).

Um alle anderen Flüchtlinge auf dieser Welt kümmert sich ein anderes Hilfswerk: das UNHCR (The Office of the UN High Commissioner for Refugees).

Das Leid und das Unrecht, dass diesen Menschen – nicht nur, aber auch seitens Israel – widerfahren ist, ist nicht zu relativieren oder gegenzurechnen. Das will ich auch nicht versuchen.

Mich wundert und ärgert nur die Einseitigkeit, mit der das geschieht und deshalb dokumentiere ich hier eine andere Flüchtlingsgruppe: Die Juden aus den arabischen und nicht-arabischen Ländern Asiens und Afrikas.

Denn wenn man über Flüchtlinge spricht, über ihr verlorenes Land und Eigentum, ihre verlorene Heimat, dann auch über alle.

Die UN hat seit 1947 687 Resolutionen zum israelisch-palästinensischen Konflikt verabschiedet, davon 101 zu den palästinensischen Flüchtlingen. Keine einzige davon war zu den jüdischen Flüchtlingen und Vertriebenen.

Die verbreitete Meinung, die Juden wären nur allein deshalb vertrieben worden, weil Israel vor und mit der Staatsgründung 1948 die Palästinenser vertrieben habe, ist nicht haltbar und ist dem Einfluss des (deutschen) Antisemitismus auf die und den daraus folgenden Ereignissen in den arabischen Ländern gegenüber blind.

Der jüdische Exodus aus den arabischen Ländern

Die Gesamt-Bevölkerung der jüdischen Gemeinden im Nahen und Mittleren Osten (ohne Israel) schrumpfte von über 900.000 im Jahr 1948 auf weniger als 8.000 im Jahr 2008. Einige dieser Gemeinden waren älter als 2.500 Jahre.

Israel nahm etwa 600.000 dieser Flüchtlinge auf, viele von ihnen wurden vorübergehend in Ma’abarot genannten Zeltstädten untergebracht. Sie wurden schließlich in die israelische Gesellschaft integriert und die letzte Maabarah wurde 1958 demontiert. Die jüdischen Flüchtlinge bekamen keine Unterstützung seitens der UNRWA.

Seit dem UN-Teilungsplan für Palästina von 1947 (UN-Resolution Nr. 181) wurden im folgenden Israelischen Unabhängigkeitskrieg von 1948/49 und dem Sechstagekrieg von 1967 etwa 1.100.000 Palästinenser aus ihren Wohnorten, das heißt aus Palästina vertrieben, davon 1948 über 750.000 und 1967 nochmals etwa 350.000 Vertriebene und Flüchtlinge.

Mehr als 850.000 Juden wurden in den arabischen Staaten aus ihrer Heimat vertrieben. Fast alle von ihnen wanderten nach Israel aus (etwa 500.000), manche auch nach Frankreich oder in die USA. Die Mehrheit der Palästinenser ging nach Jordanien, heute lebt ein Großteil in aller Welt verstreut.

Das Recht auf Rückkehr in ihre Heimat können beide Völker aufgrund der lebensbedrohenden völkerrechtswidrigen Vertreibungen nicht geltend machen, zu ihrem ehemaligen Eigentum haben sie keinen Zugang mehr und keinen finanziellen Ausgleich erhalten.

1948 1958 1968 1976 2001 Abnahme in %
Aden 8.000 800 0 0 0 100
Jemen 55.000 3.500 500 500 200 99,63
Afghanistan 5.000 1 99,99
Algerien 140.000 130.000 1.500 1.000 0 100
Ägypten 75.000 40.000 1.000 400 100 99,86
Bahrain 600 36 99,94
Irak 135.000 6.000 2.500 350 100 99,93
Iran 100.000 80.000 11.500 –  40.000 60 – 88
Libanon 5.000 6.000 3.000 400 100 98
Libyen 38.000 3.750 100 40 0 100
Marokko 265.000 200.000 50.000 18.000 5.700 97,85
Syrien 30.000 5.000 4.000 4.500 100 99,67
Tunesien 105.000 80.000 10.000 7.000 1.500 98,57
Summe 961.600 575.050 172.600 112.190 19.337 97,99

via http://en.wikipedia.org und zionismus.info

Aden / Jemen: Unmittelbar nach dem Beschluss der Vereinten Nationen zur Gründung des Staates Israel werden in den Slums von Aden, bis wohin die Juden des Jemen durch die britischen Restriktionen der Einwanderung nach Palästina nur gelangen konnten, unter Beteiligung der örtlichen Polizei schwere Gewalttaten begangen, bei denen 82 Juden ermordet und das jüdische Viertel niedergebrannt werden. Anfang 1948 führen falsche Anschuldigungen, Juden hätten zwei moslemische Mädchen im Ritualmord getötet, zu Plünderungen.

1948 leben 8000 Juden in Aden. Sie werden gezwungen zu fliehen.

1948 leben im Jemen 55 000 Juden. Dort werden bei gewalttätigen Aufständen während eines Solidaritätsstreiks gegen den UNO-Beschluss, am 2. Dezember 1947, mehr als 100 Juden ermordet und die große Synagoge niedergebrannt. Jüdisches Eigentum wird beschädigt, geplündert oder zerstört. Ähnliche Ausschreitungen finden 1958, 1965 und 1967 statt.

Die „Operation fliegender Teppich“ brachte zwischen 1949 und 1950 etwa 49.000 jemenitische Juden nach Israel. Die Operation war nach dem Einverständnis der Briten möglich geworden, ihr waren Pogrome in Aden vorausgegangen.

Afghanistan: Wahrscheinlich reicht die Geschichte der Juden Afghanistans 2500 Jahre zurück bis hinein in das babylonische Exil und die persische Eroberung.

Seit 1870 waren die Juden Verfolgungen seitens der afghanischen Behörden ausgesetzt, die sie zu vertreiben suchte. Bis 1948 verließen ca. 5.000 Juden das Land, und nachdem ihnen 1951 die Auswanderung gestattet wurde, zogen die meisten nach Israel. Bis 1969 blieben noch ca. 300 in ihrer Heimat; von diesen emigrierten die meisten nach der sowjetischen Invasion von 1979, so dass 1996 10 afghanische Juden verblieben, die meisten von ihnen in Kabul. Gegenwärtig leben mehr als 10.000 Juden afghanischer Herkunft in Israel.

Im Januar 2005 lebte vermutlich allein der afghanische Jude Zebulon Simentov (*1960) imLande.

Ägypten: In Ägypten leben nur noch ca. 100 Juden. Zum Vergleich: 1948 waren es noch 75 000. Zu groß angelegten Ausweisungen von Juden kam es 1956 im Zusammenhang mit dem Suezkrieg und 1967 anlässlich des Sechstagekriegs.

Zwischen Juni und November 1948 explodieren Bomben im jüdischen Viertel von Kairo und töten 70 Juden. Verwundet werden ca. 200. Der Suezkrieg 1956 wird von der ägyptischen Regierung zum Vorwand genommen, 25 000 ägyptische Juden des Landes zu verweisen und getreu dem alten Dhimmi-Gesetz ihren Besitz zu konfiszieren. Ungefähr 1000 Juden werden verhaftet und in Gefängnisse oder Lager gesteckt. Am 23. November 1956 wird in ganz Ägypten eine vom Minister für religiöse Fragen unterzeichnete Erklärung verlesen, in der es heißt daß „alle Juden Zionisten und Staatsfeinde“ seien. Ihre Ausweisung stehe unmittelbar bevor. Tausende von Juden werden aufgefordert, das Land zu verlassen. Einen Koffer und etwas Geld dürfen sie mitnehmen. Sie werden gezwungen zu unterschreiben, daß sie ihren Besitz der ägyptischen Regierung schenken. Einige Juden werden in Ägypten als Geiseln zurückgehalten, damit die ausreisenden Familien nicht gegen die ägyptische Regierung aussagen. 1958 leben 40 000 Juden in Ägypten.

Anläßlich des Sechstagekrieges von 1967 werden weitere Juden vertrieben. Ihre Häuser und ihr Besitz werden beschlagnahmt. Es verbleiben ungefähr 1000 Juden im Land. Zur selben Zeit werden von Ägypten Hunderte von Nazi-Verbrechern aufgenommen. Sie bekommen Posten in der Regierung. Der Leiter der polnischen Gestapo Leopold Gleim kontrolliert den ägyptischen Geheimdienst.

Anfang der 70er Jahre wird den Juden erlaubt, Ägypten zu verlassen. 1976 gibt es noch 400 Juden. 1979, nach dem Friedensvertrag zwischen Ägypten und Israel, ist die ägyptische jüdische Gemeinde die erste, die offiziellen Kontakt zu Israel aufnimmt. Die Juden dürfen ihre Religion frei ausüben. 2001 gibt es 100 Juden in Ägypten, einige Familien, die meisten alte Menschen. Gegen diese winzige Gemeinde, die aus 12 älteren Menschen besteht, werden keine antisemitischen Ausschreitungen unternommen. Die jüdische Gemeinde ist im Aussterben begriffen.

Algerien, Marokko und Tunesien: Die faschistische Spielart des arabischen Antisemitismus versuchte die SS während des Afrikafeldzuges 1942 zu nutzen. Damals ließ Walter Rauff, als Gruppenleiter im Reichssicherheitshauptamt für den Bau von Gaswagen zur Ermordung von Juden zuständig, dort ebenfalls Einsatzgruppen zur Judenvernichtung aufstellen. Nach Aussage seines Vorgesetzten Walter Schellenberg, des obersten Leiters aller NS-Geheimdienste, hofften viele nordafrikanische Araber darauf, dass Hitler ihnen zu Hilfe käme, um die Juden endgültig aus Palästina zu vertreiben. Allerdings erreichten diese Maßnahmen durch den Widerstand Rommels nicht die gleichen Ausmaße wie etwa in Osteuropa.

So waren Juden auch in Nordafrika und dem Nahen Osten antisemitischen Maßnahmen ausgesetzt. Juden wurden u.a. in Marokko, Algerien, Tunesien und Libyen deportiert, inhaftiert, in Konzentrationslager gesperrt, gefoltert und ermordet. Es kam u.a. auch zu Pogromen, Plünderungen und Zerstörung/Schändung von Synagogen. Im Irak töteten Soldaten und Polizisten rund 200 Juden, nachdem die prodeutsche Regierung in Bagdad gestürzt worden war.

1948 leben 140 000 Juden in Algerien. 1948 wandern 25 681 algerische Juden nach Israel aus. 1956 werden die Juden von der algerischen Befreiungsfront FLN aufgerufen, sich dem Kampf anzuschließen. Dem kommt nur eine kleine Gruppe nach. Sie fühlen sich Frankreich und ihrer Staatsbürgerschaft verpflichtet. 20 000 wandern nach Frankreich aus. Die restlichen wandern nahezu vollständig aus nach der algerischen Unabhängigkeit 1962, da die algerische Regierung die Juden schikaniert und sie ihrer wirtschaftlichen Rechte beraubt. 1968 gibt es noch 1 500 Juden in Algerien, 1000 im Jahre 1976 und im Jahr 2001: null.

1940 lebten in Libyen ungefähr 38.000 Juden. Mit britischer Besatzung ändert sich auch die Lage der Juden in Libyen nicht weiter. Es gab eine Serie von Pogromen, u.a. 1945, bei dem 100 Juden in Tripolis und anderen Städten ermordet und fünf Synagogen zerstört wurden. Ein weiteres Pogrom fand im November 1945 statt, wobei mehr als 140 Juden ermordet und nahezu sämtliche Synagogen geplündert wurden. Rund 562 libysche Juden wurden zwischen 1942 und 1945 in Konzentrationslagern getötet.

In Libyen lebten 1947 rund 38.000 Juden, davon ca. 20.000 in der näheren Umgebung der Hauptstadt Tripolis.

1948 werden 12 Juden und vier Araber bei antijüdischen Ausschreitungen ermordet. 280 jüdische Häuser werden zerstört. Die Unsicherheit für sie durch die Gründung Israels lässt 3.000 Juden, obgleich die Auswanderung illegal ist, das Land verlassen. Viele gehen nach Israel. Als die Briten 1949 die Auswanderung legalisieren, und als Libyen 1951 unabhängig und Mitglied der Arabischen Liga wird, fliehen weitere mehr als 30.000 Juden aus dem Land. In Israel siedeln sich 36.730 libysche Juden an. Weitere Auswanderungen folgten, so dass 1951 nur noch rund 8.000 Juden im Land blieben.

1958 wohnen in Libyen noch 3 750 Juden. 1963 wird den Juden das Wahlrecht aberkannt. Es gibt Massenverhaftungen. Juden dürfen keine öffentlichen Ämter bekleiden. Der Sechstagekrieg von 1967 hat weitverbreitete Zerstörung jüdischen Eigentums zur Folge. 100 Juden werden ermordet. Synagogen, Geschäfte und Häuser werden niedergebrannt.

Neben den Briten und US-Amerikanern mussten auch alle 25.000 Italiener und Juden das Land bis Oktober 1970 verlassen, deren Besitz wurde in Libyen enteignet.

Zur Zeit des Putsches von Kolonel Muammar al-Ghaddafi leben ca. 100 bis 500 Juden in Libyen. Ghaddafi konfisziert nach und nach sämtlichen jüdischen Besitz und annulliert Schulden, die Moslems bei Juden haben. 1974 leben dort noch 20 Juden, und heute gibt es, nachdem die letzte Jüdin im Februar 2002 stirbt, in Libyen null Juden.

1948 leben in Marokko zwischen 265 000 und 285 000 Juden. Im Juni 1948 werden bei blutigen antijüdischen Ausschreitungen in Oujda und Djerada 44 Juden ermordet und Hunderte verletzt. Im selben Jahr wird ein inoffizieller Boykott der jüdischen Wirtschaft angezettelt. 1952 finden erneut mehrere antijüdische Ausschreitungen durch den arabischen Mob statt. 1954 werden jüdisches Eigentum geplündert und jüdische Schulen zerstört.

1956 erklärt Marokko seine Unabhängigkeit und die Emigration nach Israel wird untersagt. Der antizionistische Kommunist und Widerstandskämpfer gegen die französische Besatzung Simon Lévy, Vorsitzender der jüdisch-maokkanischen Gemeinde meint dazu, eine übereilte Auswanderung nach dem Suezkrieg sei in Marokko gegenüber anderen arabischen Staaten, beispielsweise des Irak und Ägyptens, nicht zu beobachten gewesen. 1958 leben 200 000 Juden in Marokko, immerhin mindestens 65 000 weniger als 1948. Er sieht hauptsächlich wirtschaftliche Gründe der Auswanderung, zwischen 1948 und 1956, bedauert sie und lastet sie der Agitation der Jewish Agency an.

1958 wird die Anzahl jüdischer Regierungsbeamter willkürlich gesenkt. Alle zionistischen Aktivitäten sind verboten. 1963 wird die Emigration wieder erlaubt, und es verlassen mehr als 100 000 Juden Richtung Israel das Land. 1965 beschreibt der marokkanische Schriftsteller Said Ghallab die Haltung seiner moslemischen Landsleute gegenüber ihren Nachbarn:

„Die schlimmste Beleidigung, die ein Marokkaner wohl bieten konnte, war, jemanden wie einen Juden zu behandeln. … Meine Jugendfreunde sind antijüdisch geblieben. Sie verbergen ihren virulenten Antisemitismus, in dem sie argumentieren, daß der Staat Israel ein Geschöpf des westlichen Imperialismus wäre … In der Bevölkerung wird ein ungebrochener Hitler-Mythos gepflegt. Die Vernichtung der Juden durch Hitler wird extatisch gepriesen. Es wird sogar vermutet, daß Hitler gar nicht tot ist, sondern lebt, und es ihm gut geht. Seine Ankunft wird erwartet, damit er die Araber von den Juden befreie.“

1968 leben noch 50 000 Juden in Marokko. 2001 sind es 5 700.

1948 leben in Tunesien 105 000 Juden, von denen die ersten gleich nach der Gründung Israels zu Tausenden dorthin auswandern. Nach der Unabhängigkeitserklärung, 1956, emigriert eine weitere große Gruppe von Juden, diesmal hauptsächlich nach Frankreich. Die Unabhängigkeit bringt Judenverfolgungen mit sich. Die tunesische Regierung zerstört das Judenviertel. 1958 leben in Tunesien 80.000 Juden.

Die Krise von Bizerta, 1961, provoziert durch die Stationierung französischer Truppen auf diesem Marinestützpunkt, sechs Jahre nach der Unabhängigkeit Tunesiens, ohne die Zustimmung der tunesischen Regierung, da das französische Militär auf unbewaffnete Demonstranten schießt, führt bei einem Teil der moslimischen Bevölkerung merkwürdigerweise zu brutal aufflammendem Antisemitismus. Dieser wird mit dem Sechstagekrieg verstärkt. Der arabische Mob zerstört und plündert jüdische Geschäfte und setzt die große Synagoge von Tunis in Brand. Die tunesische Regierung hält die Banden nicht zurück. Weitere Tausende von Juden emigrieren nach Frankreich und Israel. 1968 leben 10.000 Juden in Tunesien.

1971 wird ein Rabbiner im Zentrum von Tunis ermordet, was weitere Auswanderung von ca. 3.000 Juden zur Folge hat.

Die kleine jüdische Gemeinde besteht 2002 noch aus 1500 Menschen. Sie sind, obgleich der Präsident Ben Ali sie beschützt, nicht vollständig in die tunesische Gesellschaft integriert.

Mit dem Attentat vom 11. April 2002 auf die Synagoge Ghriba, auf Djerba, kann man sagen, daß eine 2 500-jährige jüdische Präsenz in Tunesien zu Ende geht.

Irak: Am 1. und 2. Juni 1941 kam es zu einem Pogrom (arabisch: Farhud).  Angestachelt durch deutsche Antisemitismus-Propaganda starben mindestens 180 Juden, 240 wurden verletzt, 586 jüdische Geschäfte geplündert und 99 Häuser zerstört.

1946 bis 1949 gibt es wiederholt Ausschreitungen gegen Juden. 1948 leben 135000 Juden im Irak, davon 77 000 in Bagdad, das zu einem Viertel jüdisch ist. 1948 wird Zionismus zum Kapitalverbrechen erklärt. 1948 müssen sie 250 000 Dinar in die Kriegskasse des Irak für den Krieg gegen Israel einzahlen.

1950 wird den Juden erlaubt, innerhalb des nächsten Jahres unter der Voraussetzung den Irak zu verlassen, dass sie ihre Staatsbürgerschaft aufgeben. Dennoch wird ein Jahr später auch das Eigentum dieser Emigranten eingefroren. Ihre Bankkonten werden gesperrt. Die etwa 10 000 Juden, die noch im Land sind, unterliegen wirtschaftlichen Beschränkungen.

Die jüdische Bevölkerung, die früher eine bedeutende wirtschaftliche, kulturelle und politische Rolle im öffentlichen Leben einnahm, hat den Irak fast vollständig verlassen. 1946 bis 1949 kam es wiederholt zu Ausschreitungen gegen Juden. Als die Regierung den Zionismus am 19. Juli 1948 zum Kapitalverbrechen erklärte, lebten im Land 135.000 Juden, davon in Bagdad 77.000 – ein Viertel der Gesamtbevölkerung.

Am 3. März 1950 wurde der jüdischen Bevölkerung unter Aufgabe der irakischen Staatsbürgerschaft die Ausreise erlaubt. Ein Jahr später, am 10. März 1951, fror die Regierung das Eigentum der Emigranten ein und sperrte deren Bankkonten. Bis zu diesem Tag gehörte ihnen nahezu der gesamte Suq von Chordja, das Geschäftsviertel im Zentrum Bagdads. Die israelische Regierung unter David Ben Gurion nahm diese Aktion zum Anlass, die Operation „Esra und Nehemia“ zu starten, wobei bis 1952 etwa 95 Prozent der irakischen Juden per Luftbrücke nach Israel überführt wurden.

Den 6.000 im Irak verbliebenen Juden wurden wirtschaftliche Beschränkungen auferlegt. 1958 wurde ihnen der Status als jüdische Gemeinde aberkannt und das Gemeindeeigentum beschlagnahmt. In den kommenden Jahrzehnten verließen auch die restlichen Juden das Land. 1968 lebten noch 2.500 Juden im Irak, 1976 waren es noch 400 und 2001 nur noch 100. Am 25. Juli 2003 wurden sechs der letzten 34 Juden aus Bagdad nach Israel ausgeflogen.

Libanon: 1947 leben im Libanon geschätzt 5 950 Juden. 1948 sind es noch 5000. Nach der Gründung Israels sehen sie sich nicht veranlasst das Land zu verlassen, da sie dort dank einer christlich-arabischen Regierung toleriert werden. Sie haben gleiches Recht wie alle Bürger. Während der antizionistischen Ausschreitungen 1947 und 1948 wird ihnen nichts zuleide getan.

Im Zuge der Verschärfung des arabisch-israelischen Konflikts werden sie in diesen hineingezogen, da sie mit der israelischen Politik in Verbindung gebracht werden. Anfang der 50er Jahre wird ihre Synagoge zerbombt. Jüdische Mitglieder der libanesischen Armee werden aus dieser entfernt.

Während des Krieges von 1967 schützt die libanesische Regierung die Juden vor gewalttätigen Ausschreitungen der Araber. Einige Hundert verlassen den Libanon. Bis 1972 ist es ihnen gestattet, ihre Habe mitzunehmen. 3000 Juden leben 1968 im Libanon, 1974 sind es 1800. Sie emigrieren nach Frankreich, Israel, italien, England oder Südamerika.

Während des Bürgerkrieges von 1975 postieren die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) und linke Moslemkräfte Militär in die jüdische Nachbarschaft von Wadi Abu Jamil. Dennoch wächst die Gefahr seitens fundamentalistischer Moslems, vor allem nach der israelischen Invasion von 1982. Zwischen 1984 und 1987 werden von ihnen Juden entführt und ermordet. Heute leben in Beirut noch 100 Juden.

30 000 Juden leben 1947 in Syrien. Unmittelbar nach Verkündigung des Teilungsbeschlusses verwüstet arabischer Mob in Aleppo die 2 500 Jahre alte jüdische Gemeinde. Hunderte von Juden werden ermordet und mehr als 200 jüdische Häuser, Geschäfte und Synagogen zerstört. Tausende von Juden fliehen illegal nach Israel. 10 000 fliehen in die USA.

1958 leben noch 5000 Juden in Syrien. Die syrische Regierung verstärkt die Judenverfolgung. Die Freizügigkeit wird für sie eingeschränkt. Juden, die zu fliehen versuchen, werden entweder umgebracht oder zu harter Arbeit verurteilt. Juden dürfen nicht für die Regierung oder in Banken arbeiten, sie dürfen keine Telefone haben und keinen Führerschein. Es ist ihnen untersagt, Eigentum zu erwerben. Ihre Bankkonten werden gesperrt. Eine asphaltierte Straße zum Flughafen wird über den jüdischen Friedhof von Damaskus geführt. Jüdische Schulen werden geschlossen und Moslems übergeben.

1968 leben noch 4000 Juden in Syrien. Sie sind Schachfiguren der syrischen Politik gegenüber Israel und in Konflikten mit anderen arabischen Staaten.

1976 leben 4 500 Juden in Syrien.

1977/78 werden die Maßnahmen gegen Juden gemildert. Syrien verlassen können sie, wenn sie Verwandte als Geiseln zurücklassen. Außerdem müssen sie zwischen 300 und 1000 Dollar als Pfand hinterlegen.

Nach der erfolgreichen Flucht einiger Juden werden die Maßnahmen gegen Juden 1979 wieder verschärft. Die Familienmitglieder der Geflüchteten werden ins Gefängnis geworfen und gefoltert. Nun dürfen Juden überhaupt nicht mehr ins Ausland reisen.

1992 verschärft Syrien seine Hetzkampagnen gegen die Juden. In einer verdeckten Operation, Ende 1994, werden 1 262 Juden nach Israel gebracht. Die Entscheidung, die Juden ziehen zu lassen, fällt im Rahmen der Madrider Friedensverhandlungen. Die letzten Juden, die Syrien verlassen wollen, tun dies Ende Oktober 1994 mit ihrem Rabbiner.

2001 leben vielleicht doch mehr als 100 Juden in Syrien, und zwar 150 in Damaskus, 30 in Aleppo und 20 im kurdischen Kamishli. In Damaskus sind zwei Synagogen geöffnet. Die große Synagoge in Aleppo, seit mehr als 1600 Jahren in Gebrauch, ist geschlossen. Gelegentlich sind die Juden palästinensischen Protestlern ausgesetzt, die syrische Regierung beschützt sie jedoch.

via en.wikipedia.org, de.wikipedia.org und zionismus.info

siehe auch hier: http://en.wikipedia.org/wiki/Jewish_exodus_from_Arab_lands

Wenn es die israelische Gesellschaft geschafft hat, 100.000e Flüchtlinge aus Afrika und Asien – ganz zu schweigen von den Millionen europäischer Flüchtlinge – zu integrieren und die „Flüchtlingslager“ innerhalb von 10 Jahren abzubauen – wieso haben das nicht die arabischen Staaten – allen voran Jordanien und der Libanon – nicht mit den palästinensischen Flüchtlingen geschafft?

UPDATE:
Ein informativer Artikel über die aktuelle (schlechte)  Situation der Juden in arabischen Ländern findet sich hier im Guardian (sic!), und hier in deutscher Übersetzung.

Und André Aciman, ein amerikanischer Jude, der aus Ägypten geflüchtet ist, schreibt hier in der NY Times über sein Erleben.

Ein Film aus dem Jahr 2004 zu diesem Thema findet sich hier (Teil 1):

Teil 2:

Teil 3:

Teil 4:

Teil 5:

Antisemitismus in der arabischen Welt

Cartoons aus der arabischen Welt

Eine Auswahl von Karikaturen aus den Medien von sieben arabischen Staaten (Jordanien, Katar, Saudi-Arabien, Oman, Bahrain, Syrien und Ägypten) und der Palästinensischen Autonomiebehörde ist unten zu sehen. Eine Reihe dieser Länder sind als mäßig oder Verbündete  im Westen bekannt. Die meisten Printmedien in der arabischen Welt sind unter der vollständigen oder teilweisen Kontrolle des herrschenden Regimes.

Ein Bild kann manchmal tödlicher sein als tausend Worte. — Tom Gross

Der Cartoon oben zeigt deutlich die Eisenbahn in das Vernichtungslager in Auschwitz-Birkenau – aber mit israelischen Flaggen anstelle der Naziflaggen  – und ist von der jordanischen Zeitung Ad-Dustur (19. Oktober 2003).

Die Worte in arabischer Sprache bedeuten: „Der Gaza-Streifen und das israelische Vernichtungslager“. Dies unterstreicht die weit verbreitete Verleumdung, dass die israelische Politik gegenüber den Palästinensern vergleichbar mit Nazi-Aktionen gegenüber Juden sind. Jordanien ist ein angeblich moderates Land im Frieden mit Israel.

In diesem Cartoon von der Al-Watan-Zeitung in Katar (23. Juni 2002) ist Ariel Sharon gerade ein Zuschauer, als ein israelisches Flugzeug in das New Yorker World Trade Center stürzt.

Das arabische Wort neben den Twin Towers ist „Frieden“. Diese Karikatur steht für den weit verbreiteten Mythos in der arabischen Welt, dass Israel und die Juden für die Attacken am 11.September verantwortlich waren, die in Wirklichkeit natürlich durch al-Kaida ausgeführt wurden.

Der Cartoon oben ist von Arab News (10. April 2002) und zeigt Ariel Sharon, wie er eine Axt in Hakenkreuz-Form schwingt, um palästinensische Kinder zu zerhacken. Arab News ist eine täglich erscheinende Zeitung in Saudi-Arabien in englischer Sprache, angeblich eine in der arabischen Welt eher moderate Zeitung.

Im September 2005, in einer Zeit, in der Staaten mit nicht-muslimischen Mehrheiten wie Pakistan und Afghanistan Friedensangebote an Israel machten, führten auch vermeintlich gemäßigte arabische Staaten wie Katar ihre antisemitische Agitationen fort.

In diesem Cartoon formen israelische Jets ein Hakenkreuz über dem Gaza-Streifen.

Veröffentlicht am 27. September 2005 in Al-Watan (Katar).

Diese Karikatur von der Internet-Seite von Omayya Joha zeigt einen israelischen Soldaten, der – nachdem er die Füße eines palästinensischen Mann abgehackt hat – eine blutige Hand in die Kamera hält und befiehlt: „Keine Fotos!“.

Omayya Joha ist eine der als Karikaturist beschäftigten Mitarbeiter von Al-Hayat Al-Jadeeda, die offizielle Tageszeitung der Palästinensische Autonomiebehörde. Ihre Karikaturen erscheinen regelmäßig in den offiziellen palästinensischen Medien.

Hier wird Ariel Sharon gezeigt, wie er in einer großen Tasse voll Blut sitzt.

Dieser Cartoon, auch von Omayya Joha, erschien in Al-Hayat Al-Jadeeda, der offiziellen Tageszeitung der Palästinensischen Autonomiebehörde am 22. April 2003.

In diesem Cartoon von Al-Watan (Oman) (10. August 2002) werden jüdische Handlungen gleichgesetzt mit denen der Nazis.

Diese nazi-typische, antisemitische Karikatur zeigt einen Juden, der eine Haken-Nase, einen buckligen Rücken und keine Schuhe hat und schwitzt.

In dem Cartoon aus Akhbar Al-Khalij (Bahrain) (10. Juni 2002) sieht man die antisemitische Karikatur eines Juden auf der rechten Seite sagt: „Sprich:“ Ich hasse die Araber! „Und US-Präsident George W. Bush, wie ein Papagei, wiederholt: „Ich hasse die Araber, ich hasse die Araber.“

Auf einer anderen Karikatur zeigt Zeichnerin Omayya Joha auf der Internet-Seite der offiziellen palästinensischen Autonomiebehörde die angebliche jüdische Kontrolle (in Form von Schlangen) der Vereinigten Staaten.

Die Schlange wurde häufig zur Darstellung in historisch-antisemitischen Bildern europäischer Juden benutzt.

Dieser Cartoon vom 13. Mai 2005 (ein Monat, in dem von vielen westlichen Zeitungen behauptet wurde, dass die Medien der Palästinensischen Autonomiebehörden einen moderateren Ton hatten), zeigt einen Juden, der in die nördliche Region mit einer Karte von der islamischen Welt einen Pfahl mit der Flagge von Israel hineinsteckt, Blut spritzt heraus. Am unteren Ende scheint ein arabischer Mann auf dem Kopf zu hängen, mit einer weißen Fahne der Kapitulation.

Diese Karikatur erschien in Al-Hayat Al-Jadeeda, die offizielle Tageszeitung der palästinensischen Autonomiebehörde.

Dieser Cartoon der syrischen Zeitung Al-Ahram (29. Mai 2002) zeigt eine antisemitische Karikatur eines Juden mit einem langen Bart und einer Hakennase, wie er die „Weltmedien“ mit „zionistischer Medien“-Propaganda betankt, während im Hintergrund Bomben auf den muslimischen al-Aqsa-Schrein auf dem Jerusalemer Tempelberg fallen.

Dieser Cartoon stereotyper Juden wiederholt den antisemitischen Mythos, dass die Juden die Weltmedien kontrollieren und fügt die Lüge hinzu, dass die israelische Regierung den al-Aqsa-Komplex auf dem Tempelberg beschädigt hat.

Der Cartoon – für ein ausländisches Publikum mit Text in englischer Sprache gemacht – wurde auf der offiziellen Website des staatlichen Informations-Center der Palästinensischen Autonomiebehörde am 6. April 2003 eingestellt.

Das staatliche Informations-Center der Palästinensischen Autonomiebehörde stellt regelmäßig Beiträge mit hässlichen anti-israelischen und anti-amerikanischen Cartoons ein, einschließlich dieser Wiederholung der antisemitischen Blut-Verleumdung, dass Juden nicht-jüdische Kinder töten.

Der Cartoon von der ägyptischen Wochenzeitung Al-Ahram al-Arabi (8. Juni 2002) zeigt nicht nur die Mitglieder der Likud-Partei, wie sie Arabern ermorden, sondern auch den langjährigen Vorsitzenden der israelischen Labor-Partei, „Taube“ Shimon Peres, wie er an der Seite steht und mit blutigen Händen applaudiert.

Ägypten ist der zweit-höchste Empfänger von US-Hilfsgeldern in der Welt. Der US-Senat hat 2006 ein $ 1,84 Milliarden-Hilfspaket für Ägypten freigegeben.

Diese Karikatur ist von Al-Watan (Katar), 13. Mai 2003.

Die USA und Israel werden gezeigt, wie sie einen Apfel von zwei Seiten essen, die „die arabischen Staaten“. Dieser Cartoon ist zudem bemerkenswert, da er in Katar, der Heimat des einflussreichen Al Jazeera TV-Senders veröffentlicht wurde.

Katar wird von vielen in der US-Regierung als US-Verbündeter und als ein relativ moderater Staat betrachtet.

Der Cartoon ist von Arab News und zeigt Ratten, die Davidssterne und eine Kippa tragen. Sie wuseln rückwärts und vorwärts durch Löcher in der Wand eines Gebäudes namens „Palästina-Haus.“ Arab News, eine englischsprachige Tageszeitung, die viel von Ausländern in Saudi-Arabien gelesen wird, ist weithin als eine moderate Zeitung bekannt. Es wird von einer saudisch-staatlichen Koorporation veröffentlicht.

Die Bilder in der Karikatur könnten durchaus von einer bekannte Szene aus dem Nazi-Film „Jud‘ Süss“ inspiriert sein, der sie sehr ähnlich sind – eine Szene, in der die Juden als Ungeziefer dargestellt sind, um vernichtet zu werden.

via Tom Gross

siehe auch