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    Friedrich Hebbel

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Ryanair erzieht seine Gäste

ÄRGER der Woche: Teures Übergepäck

Bei allem Verständnis für die Berechnung jeder Einzelleistung bei sogenannten Billig-Airlines stellt sich die Gepäckregelung von Ryanair als reine Abzocke dar: Wer für zusätzliche 20 Euro ein zweites Gepäckstück bucht (das erste kostet ebenfalls 20 Euro) und glaubt, damit die Freigrenze von 15Kilogramm verdoppelt zu haben, wird beim Checkin eines Besseren belehrt und zahlt für die zweiten 15 Kilogramm 225 Euro für Übergewicht. Man hat eben nur ein zweites Gepäckstück bezahlt, die Gewichtsgrenze bleibt erhalten.

Dr. Werner Pauls, Kappeln

Ryanair antwortet:

Bevorzugt ein Passagier zusätzlich zum kostenlosen Handgepäck ein Gepäckstück einzuchecken, kann dies gegen eine Handlinggebühr von 10 Euro (pro Gepäckstück und Strecke) geschehen, nicht wie von Herrn Pauls angegeben 20 Euro, jederPassagier, der im Internet ein zweites oder gar drittes Gepäckstück bucht, wird darauf hingewiesen, dass er gegen einen Unkostenbeitrag von 20 Euro ein weiteres Gepäckstück befördern darf, was jedoch nicht bedeutet, dass das Gesamtgewicht pro Passagier/die Gewichtsgrenze von 15 Kilogramm überschritten werden darf. Die Gebühr für Übergepäck beläuft sich derzeit auf 15 Euro/15 Pfund proKilogramm. Wenn mehr Gepäckstücke befördert werden, müssen selbige auch verladen werden – für eben dies ist eine Handlinggebühr fällig. Nicht nur Ryanair greift diesen Trend zur Umerziehung der Fluggäste zum „leichter Reisen“ auf, finden sich entsprechende Bestimmungen doch nun auch auf internationalen Strecken in die USA.

via Welt Berlin vom 12.09.09 Seite R3

Eigentlich würde ich sagen: Ohne Worte.

Aber die Billigairlines setzen die Trends und die großen Airlines folgen diesen dann manchmal aufgrund wirtschaftlicher Probleme. Also mal sehen, was auf uns zukommt.

Aber trotz allem: Wer mit Ryanair fliegt, sollte sich darüber klar sein, dass auch Nase putzen kostet … oder Pipi machen … oder oder oder.

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Neue Gepäckregeln bei Ryanair (Update)

35 Euro für zweiten Koffer
Neue Gepäckregeln beim Billigflieger Ryanair: Vom 1. Oktober an dürfen die Passagiere ein weiteres Gepäckstück mitnehmen – sie müssen dafür aber auch mehr zahlen. Künftig dürfen Fluggäste zwei statt wie bisher nur ein Gepäckstück aufgeben. Während das erste 15 Euro kostet, fallen für das zweite 35 Euro Gebühren an, teilt die irische Fluggesellschaft in Dublin mit.

Wer seine Koffer nicht schon bei der Buchung, sondern erst am Flughafen anmeldet, muss das Doppelte zahlen. Ein Koffer darf dabei höchstens 15 Kilogramm wiegen, Übergepäck wird mit 20 Euro pro Kilogramm berechnet.

Yupp. Fliegen ist umsonst, aber Gucken, Pupsen und Pinkeln kostest extra. 🙂

UPDATE vom 07.09.:

Ryanair erhöht abermals dir Gepäckgebühr und verlangt von ihren Passagieren ab Oktober am Flughafen 30€ statt 20 € für jedes aufgegebene Gepäckstück. Für das zweite Gepäckstück werden sogar insgesamt 70 € fällig.

Beim Check-in im Internet müssen Passagiere künftig 15 statt zehn Euro berappen. Die Airline betonte allerdings, dass die Gewichtsobergrenze von 20 auf 30 kg erhöht wird.

Mit der Preiserhöhung will Ryanair die Passagiere dazu bringen, nur mit Handgepäck zu fliegen, das weiter gratis bleibt. Ein Airline-Sprecher sagte, über 70 % der Gäste würden von der Neuordnung unberührt bleiben, da sie sowieso nur mit einem Handgepäckstück flögen.

via Financial Times Deutschland vom 07.09.2009

Wadenbeißer

Für die FT ist Ryanair auf eine merkwürdige Weise davon besessen, sich mit BA zu vergleichen. In der neuesten Werbekampagne wird nicht nur der BA-Slogan „The world’s favourite airline“ adaptiert, sondern auch behauptet, Ryanair sei doppelt so groß“ wie die Konkurrentin. Der 1983 im Vorfeld der Privatisierung von einer Werbeagentur geprägte, ohnehin zweifelhafte Slogan wurde damals damit „begründet“, dass BA die meisten internationalen Passagiere beförderte, und vor rund zehn Jahren aufgegeben, als der Stern von BA zu sinken begann.

Das neueste Eigenlob Ryanairs – „The World’s favourite airline“ – ist ebenso fragwürdig, da sie in den IATA-Statistiken lediglich eine Tabelle anführt. Im Kalenderjahr 2008 beförderte sie auf internationalen Routen 57,65 Mio. Passagiere und damit etwas mehr mehr als Air France/KLM mit 56,32 Mio. Zählt man Inlandspassagiere mit, ergibt sich ein völlig anderes Bild: Da liegt Ryanair weltweit lediglich auf Rang acht hinter mehreren US-Gesellschaften und Air France/KLM, Lufthansa/Swiss und China Southern. Die von Ryanair favorisierten absoluten Passagierzahlen sagen nichts über die Passagierkilometer oder die so generierten Einnahmen aus.

Vergleicht man Ryanair und BA nach ihrem Umsatz im letzten Geschäftsjahr, so kommen die Iren mit 2,94 Mrd. Pfund auf weniger als 30 % des BA-Ergebnisses von 8,99 Mrd. Pfund. Verglichen mit den weltweit führenden Airlines ist das wenig. Delta inklusive Northwest setzte 2008 34,2 Mrd. Dollar um und der LH-Konzernverbund 24,9 Mrd. €.

via Financial Times Continental Europe, S. 19

Einer, der auszog, ein Großer zu sein. Ist er ja inzwischen auch geworden – dafür Hut ab – aber die Attitüden des Underdogs ist anscheinend nicht losgeworden.

Stehplätze

Um mehr Passagiere mitnehmen zu können, will Ryanair künftig eine Art Stehbereich in ihren Maschinen einrichten. Airline-Sprecher McNamara sagte, man führe derzeit Gespräche mit Boeing über mögliche Anpassungen in Flugzeugen, „damit Leute in vertikaler Sitzposition reisen können.

Die Passagiere sollten in den Bereichen nicht vollständig stehen, sondern eine Art Hocker bekommen, auf dem sie sitzen oder an den sie sich anlehnen können. Man plane vier Reihen mit zwölf herkömmlichen Sitzen aus den Maschinen zu entfernen, um Platz für den noch unkomfortableren Bereich zu schaffen. Die chinesische Spring Airlines führe mit Airbus Gespräche über ein ähnliches Vorhaben.

via Hannoversche Allgemeine Zeitung, S. 8

Ich hätt‘ da noch eine Idee für unsere cholerischen Ir(r)en: Wenn man den Flieger nur mit stehenden Paxen füllt, kann keiner mehr umfallen. Das ist dann wie die S-Bahn zwischen London-Heathrow und London-City.

Bloß mit dem Pinkeln wird’s dann schwierig.

Neues aus der Fliegerei

Spielraum für weitere Preissenkungen gibt es laut TUIfly-Manager Schmaul nach dem harten Wettbewerb der vergangenen Jahre ohnehin kaum noch. Das Fliegen zum Taxipreis, mit dem Billigflieger warben, sei trotz günstiger Einstiegspreise dauerhaft nicht haltbar. Passagiere, die z. B. einen Flug von Hamburg nach London buchen, zahlen 2009 mindestens zehn Euro mehr als im Vorjahr, die Preise ändern sich allerdings fast täglich. V. a. Billigflieger erfinden immer neue Gebühren oder erhöhen die alten massiv, um auf ihre Kosten zu kommen. Ryanair hat zwar den „Flugpreis“ von Lübeck nach London von 29,97 auf fünf Euro gesenkt, durch Extragebühren für Koffer oder Flughafen-Check-in können aber bis zu 150 € hinzukommen. Einer Sprecherin der EU-Kommission zufolge erfindet die Branche sofort neue Gebühren, sobald alte Aufschläge verboten werden. In Zukunft sollen Fluggesellschaften gezwungen werden, alle unvermeidlichen Gebühren schon beim ersten Angebot anzugeben. So günstig wie früher wird es bei den Billigfliegern ohnehin nicht mehr. In einer Stichprobe hat der Flughafenverband zusammen mit dem DLR errechnet, dass die Low Cost-Carrier ihre Preise zwischen Herbst 2008 und Frühjahr 2009 um bis zu 17 % erhöht haben. Bei den „alteingesessenen“ Fluggesellschaften wie LH gibt es hingegen einen Festpreis plus Buchungsgebühr.

via Die Zeit 25.06.09

Ryanair will im Frühjahr 2010 die Gepäckaufgabe am Flughafen abschaffen und den Passagieren stattdessen die Mitnahme von mehr als einem Stück Handgepäck erlauben. Für die Abmessungen des Handgepäcks gibt es allerdings Beschränkungen, so dass die Fluggäste größere Koffer und Taschen möglicherweise auf dem Rollfeld abstellen sollen, wo sie dann vom Personal in die Frachträume geladen werden. Ryanair will so bis zu 20 Mio. € pro Jahr einsparen. Während Airline-Chef O’Leary betont, dass 70 % der Kunden sowieso nur Handgepäck dabei hätten und anmerkt, dies sei nicht das Ende der Zivilisation, kritisierten Arbeitnehmervertreter das Vorhaben als unrealistisch. Unite-Vertreter Turner sagte, der Plan funktioniere v. a. aus Sicherheitsgründen nicht. Ähnlich urteilt RBS-Analyst Lobbenberg, der in der Ankündigung aber immerhin eine Möglichkeit ausmacht, um mit Flughäfen und Dienstleistern über niedrigere Kosten zu verhandeln. Bereits ab Herbst schließt Ryanair ihre Flughafenschalter und verlangt von den Passagieren, sich ihre Bordkarte selbst auszudrucken. Unterdessen urteilte das Berliner Kammergericht nach einer Klage des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen, dass die Airline für die Nutzung von Kredit- oder EC-Karten bei der Online-Buchung keine Extragebühren kassieren darf. Bisher wurde für die Buchung per Kreditkarte eine Gebühr von vier Euro und für EC-Karten-Zahlung 1,50 € je Passagier und Flugstrecke erhoben. Dies wäre dem Gericht zufolge nur zulässig, wenn die Airline alternativ ein kostenfreies Zahlungsverfahren anböte. Eine echte Gegenleistung für die Gebühr sei somit nicht erkennbar. Ryanair hat Berufung gegen das Urteil angekündigt.

via FAZ 25.06.09

Neues vom irischen Großmaul

Ryanair will durch die Abschaffung von Gepäck-Check-in am Flughafen und die Einführung von Online-Glücksspiel an Bord Kosten senken und zusätzliche Einnahmen erzielen.

Außerdem will sie Anfang 2010 die Gepäckkontrollen abschaffen. Stattdessen sollen alle Passagiere ihr Gepäck beim Boarding direkt am Frachtraum abgeben und beim Aussteigen dort wieder abholen.

Darüber hinaus wird Ryanair 20 auf Stansted stationierte Flugzeuge stilllegen und etwa 100 Mitarbeiter entlassen, um den erwarteten Nachfrageeinbruch im Winter auszugleichen.

Angesichts der Einführung einer Passagier-Steuer von zehn Pfund in Großbritannien und den Praktiken von BAA will Ryanair das Wachstum an ihren neun britischen Standorten einfrieren.

Die Pläne zur Einführung einer Toilettengebühr an Bord wollen die Iren laut CEO O´Leary weiterverfolgen.

via The Wall Street Journal Europe, S. 7

Demnächst müssen die Passagiere auch noch selber die Getränke verteilen, die sie selbstverständlich selber bezahlen dürfen und die Toiletten putzen, deren Benutzung sie dann auch bezahlen dürfen … Also packt schon mal die Gummihandschuh ein … 🙂

Ryanair – VIPs mit C&A- Anzügen

Bein Ryanair gibt es einen VIP-Wartebereich. Wer sich auf der privilegierten Seite des Abstellbands hinsetzen und warten darf, dem wird später das Glück zuteil, ein paar Schritte vor den anderen Passagieren zum Flugzeug laufen zu dürfen. Wenn der letzte VIP durch ist, wird der 0/8/15-Reisende losgeschickt. Wer schnell aber kein VIP ist, kann auf dem Weg zum Flugzeug sogar noch langsame VIPs überholen.

Diese Zweiteilung auf ALDI-Preisniveau hat etwas Lächerliches an sich. Wer Ryanair fliegt, will sparen. Da ist es eher komisch, wenn man sich für ein paar Euro mehr einen Spitzenplatz unter den Billigreisern sichert. Hat was vom Privileg, als erster am Wühltisch stehen zu dürfen. Na gut, aber manche brauchen das eben. Wobei der sonderbarste Ryanair-Reisernde der wichtige Geschäftsmann ist, der in einen billigen Anzug gekleidet über sein Handy Anweisungen gibt, die irgendwo wieder in einer Pleite enden und der Grund dafür sind, warum der erfolgreiche Geschäftsmann nicht wie andere erfolgreiche Geschäftsmänner die Lufthansa nimmt. Überraschend ist es auch, mit was für einer Erwartungshaltung mancher Passagier die Maschinen der Ryanair besteigen. Was erwartet man, wenn man 20 Euro für einen Flug bezahlt hat? Offensichtlich ziemlich viel, denn das Stöhnen ist groß, wenn man die engen Sitzreihen sieht und feststellt, wie wenig Platz für das Gepäck bleibt. Unfassbar.

„Bist du schon Ryanair geflogen?“, fragt der Billiggeschäftsmann seinen Kumpel am Handy, „unfassbar, sag ich dir, da hast du was verpasst, wenn du das nicht kennst!“ Und wer noch nie Leute in C&A-Anzügen gesehen hat, die sich in den VIP-Bereich von Ryanair stellen und sich dabei für Höheres – sprich Singapur Airlines oder Swiss o.ä – berufen fühlen, hat auch was verpasst.

Wenn man sich allerdings bewusst macht, dass mancher Angestellter von seiner Firma dazu gezwungen wird, aus Kostengründen eine Billig-Airline mit wenig Platz – und vor allem wenig Trouble-Management! – zu nutzen, kann man nur sehr dankbar sein, dass es kaum – und in Europa gar keine – Billigairline gibt, die Langstreckenflüge anbietet.

Trouble-Management bedeutet das Handling in einer Problem-Situation. Wenn alles glatt geht – die Flugzeuge sind pünktlich, das Gepäck ist da, die Passagiere haben alle Unterlagen dabei, der Anschlussflug wird noch erreicht -, ist es nicht soo schwer, eine Airline zu betreiben.

Den Gästen aber in ungeplanten Fällen zu helfen, dass sie doch noch ihr Ziel erreichen, ist eine Aufgabe, die weitaus komplexer ist und bei den größeren Airlines immer mehr in den Mittelpunkt rückt.