• Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt. -
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    "An appeaser is one who feeds a crocodile - hoping it will eat him last." (W.Churchill)

    Es ist einfacher, kritisch zu sein als korrekt.
    Benjamin Disraeli

    Es gehört oft mehr Mut dazu, seine Meinung zu ändern, als ihr treu zu bleiben.
    Friedrich Hebbel

    Die beste und sicherste Tarnung ist immer noch die blanke und nackte Wahrheit. Die glaubt niemand!
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    „Ich für meinen Teil bin der Meinung, dass es nicht zum Begriff der Demokratie gehört, dass sie selber die Voraussetzungen für ihre Beseitigung schafft …
    Man muss in einer Demokratie auch den Mut zur Intoleranz denen gegenüber haben, die die Demokratie gebrauchen wollen, um sie zu beseitigen!”
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Britische Kritik an Goldstone

In der britischen Tageszeitung „The Guardian“ (von Harold Evans) (Respekt!) ist eine scharfe Kritik an der Verabschiedung des Goldstone-Berichts durch den UN-Menschenrechtsrat erschienen. Großbritannien hatte es versäumt, Israel bei der Abstimmung zur Seite zu stehen.

„Es war zu erwarten, dass die üblichen Verdächtigen des lächerlichen UN-Menschenrechtsrats darauf brannten, Israel für Kriegsverbrechen bei seiner Selbstverteidigung gegen die Hamas zu verurteilen. Wenn man Menschen so behandelt wie die Chinesen die Tibeter oder Uiguren behandeln (‚Schlagt ihnen die Köpfe ab!’); oder wie die Russen die tschetschenischen Dissidenten ausrotten; oder wie die Nigerianer außergerichtliche Hinrichtungen, die Vertreibung von 800 000 Menschen, Vergewaltigung und Misshandlung von Häftlingen tolerieren; oder wie die Ägypter Gefangene zum Sprechen bringen (Folter) und die Saudis ihre Bevölkerung unterjochen …. Nun, man gehe durch die Praktiken all der 25 Staaten, die dafür stimmten, Israel wegen des Gaza-Krieges an den UN-Sicherheitsrat zu überweisen, und man wird zugeben müssen, dass sie eine Menge davon verstehen, wie man Menschen misshandelt. Alles, um die Aufmerksamkeit von ihren eigenen Grausamkeiten abzulenken.“ […]

„Israel ist weder faktisch noch im Sinne des internationalen Rechts eine ‚Besatzungsmacht’. Vor vier Jahren zog es freiwillig all seine Truppen ab und entwurzelte all seine Siedler. Hier gab es eine wundervolle Chance für Gaza, zum Grundstein eines palästinensischen Staates zu machen, und für die Hamas, zu tun, was die Israelis taten – ein Stück Land nehmen und einen vorbildlichen Staat zu errichten. Sie haben die Chance nicht ergriffen. Statt den verzweifelten Palästinensern zu helfen, haben sie einen religiösen Krieg geführt.

Als er sich – mit anderen, die Israel bereits verurteilt hatten – für die UN-Mission verpflichtete, scheint es dem Richter (Goldstone) entgangen zu sein, dass die Hamas sich nicht nur zum Kampf gegen israelische Soldaten verpflichtet hat; sie ist eine Terrororganisation, die auf die Zerstörung des Staates Israel eingeschworen ist. Die Aufgabenstellung, die er akzeptiert hat, validieren das Quälen israelischer Zivilsten. Die Hamas hat 7000 Raketen abgefeuert – jede einzelne zielte darauf, so viele Menschen wie möglich zu töten – und dann wiederholte Warnungen von Seiten Israels, den Beschuss zu stoppen oder sich den Konsequenzen zu stellen, verächtlich beiseite geschoben.“

Den vollständigen Artikel gibt es unter dem folgenden Link: The Guardian

(The Guardian, 20.10.09)
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Doppelmoral

Die Vereinten Nationen müssen die USA mit dem gleichen Maß messen wie Israel
Kommentar von Ari Shavit, Haaretz, 17.09.2009

Englische Version: http://www.haaretz.com/hasen/spages/1115242.html
Hebräische Version: http://www.haaretz.co.il/hasite/spages/1115179.html

Vor etwa zwei Wochen feuerten amerikanische Flugzeuge Bomben auf zwei Tanklastzüge in Nordafghanistan. Ein deutscher Offizier hatte die US-Luftwaffe gebeten, die Tanklastzüge mitten in der Nacht in einer bevölkerungsdichten Gegend anzugreifen. Der Angriff verlief erfolgreich  – die beiden Tanklastzüge wurden getroffen, gingen in Flammen auf und wurden zerstört. Doch bei der amerikanisch-deutschen Luftoffensive wurden auch etwa 70 Menschen getötet. Und einige der Überlebenden, die in Krankenhäuser eingeliefert wurden, wiesen schwere Verletzungen auf: verstümmelte Gesichter, verbrannte Hände und verkohlte Körperteile.

Bis heute ist nicht klar, ob die meisten der verbrannten Toten Taliban-Krieger waren, wie die NATO zunächst behauptete, oder ob es unschuldige Zivilisten waren, die bei den Tanklastzügen einfach etwas Öl für zu Hause holen wollten. Wie auch immer, es ist klar, dass die Vereinigten Staaten und Deutschland verantwortlich für einen sehr brutalen Angriff sind. Großbritannien, Frankreich, Spanien, die Niederlande, Belgien und Norwegen tragen als NATO-Mitglieder ebenfalls Verantwortung für das Massaker.

Wenn sich die internationale Gemeinschaft dem internationalen Gesetz und allgemein gültiger Moral  – die keine diskriminierende Unterscheidung bei Tötungsarten vornimmt- verpflichtet fühlt, dann sollte sie diesen verbrecherischen Angriff untersuchen. Wenn die Vereinigten Staaten, Deutschland und die NATO sich weigern, mit den Ermittlern zu kooperieren, sollte die UNO in Betracht ziehen, den Fall vor den Internationalen Gerichtshof in Den Haag zu bringen. Am Ende des Prozesses könnte es nötig sein, den US-amerikanischen Präsidenten Obama, die deutsche Kanzlerin Merkel und die Staatsoberhäupter von Großbritannien, Frankreich, Spanien, den Niederlanden, Belgien und Norwegen wegen schwerer Kriegsverbrechen anzuklagen, weil bei dem Angriff nicht zwischen Zivilisten und Kombattanten unterschieden wurde.

Obama würde wohl der Hauptangeklagte in diesem Fall sein. Denn er glaubte, dass der Krieg in Afghanistan nötig sei und er verstärkte ihn noch. Als Oberbefehlshaber über die US-amerikanischen Streitkräfte trägt er direkte Verantwortung nicht nur für die Toten, die durch den Luftangriff auf die Tanklastzüge starben, sondern auch für viele andere unschuldige afghanische Zivilisten, die starben.

Wenn es so etwas wie eine internationale Gemeinschaft, internationales Gesetz und allgemein gültige Moral gibt, muss man ernsthaft in Betracht ziehen, Obama auf Grund seiner Verantwortung bei der Ausübung von schweren Kriegsverbrechen vor Gericht zu stellen.

Absurd? Ja, es ist absurd. Kein vernünftiger Mensch auf dieser Welt glaubt, dass sich die Vereinigten Staaten, Russland oder China dem puristischen internationalen Gesetz beugen könnten. Die Vereinigten Staaten haben Tausende von unschuldigen Zivilisten im Irak und in Afghanistan getötet und in den vergangenen Monaten Pakistan darin bestärkt, äußerst brutale Militärangriffe im pakistanischen Verwaltungsdistrikt Swat vorzunehmen. Die Vereinigten Staaten mussten dafür keine Rechenschaft ablegen, denn jeder versteht, dass dies der Preis ist, den man für den schrecklichen Krieg gegen den Terror bezahlen muss.

Russland beging grauenerregende Kriegsverbrechen in Tschetschenien und China nimmt seinen Bürgern die Grundrechte und besetzt Tibet auf üble Weise. Diese Länder müssen nicht für ihre Taten bezahlen, denn jeder versteht, dass man sich besser nicht mit Supermächten anlegt.

Doch nicht nur Supermächte sind immun. Saudi-Arabien praktiziert eine offene, erklärte Diskriminierungspolitik gegen Frauen. Doch die internationale Gemeinschaft sieht es nicht. Sri Lanka schlägt die Nationalbewegung der Tamilen nieder und verursacht entsetzliche humanitäre Katastrophen. Doch die internationale Gemeinschaft hört es nicht. Die Türkei unterdrückt brutal die kurdische Minderheit. Doch die internationale Gemeinschaft sagt nichts dazu.

Nur wenn es sich um Israel handelt, entdeckt die internationale Justiz plötzlich, dass sie Zähne hat. Nur wenn Israel involviert ist, wird das Urteil aus dem Zusammenhang gerissen vollstreckt. Nur von Israel wird verlangt, die moralischen Standards hochzuhalten, die keine Supermacht und kein anderer Staat im Nahen Osten hochhalten muss.

Im Verlauf der Militäroffensive im Gazastreifen hat Israel übertriebene Militärgewalt angewandt. Und dies darf nicht wieder geschehen. Ernsthafte Vorfälle geschahen während der Operation. Diese müssen untersucht werden.

Doch die Untersuchung muss von uns und unter uns durchgeführt werden. So lange Richter Richard Goldstone nicht die Taten der Vereinigten Staaten, Russlands, Chinas, Saudi Arabiens, Sri Lankas oder die Türkei eingehend untersucht, sondern nur diejenigen Israels, ist er keine moralische Person.

Ein Gesetz ist nur ein Gesetz, wenn es für jedermann gilt. Es darf nicht diskriminierend angewandt werden, wie Goldstone es tat.

via heplev

Persönlich möchte ich dazu noch anmerken, dass man die Empörung Israels über den Goldstone-Bericht nur verstehen kann, wenn man 2 Voraussetzungen begreift:

  1. Die Hamas ist eine Terrorbewegung und für die Erreichung ihrer Ziele ist der Hamas alles recht.
  2. Israel ist ein demokratischer Rechtsstaat.

Wer diese beiden Tatsachen anzweifelt oder schlicht als Lüge bezeichnet, der lebt an der Wahrheit vorbei – und zwar kilometerweit.

Es gab nicht nur Auschwitz, sondern auch den Gulag

Wenn man sich heutzutage anschaut, was heute in der Menschheit als verabscheuenswürdig gilt, dann ist die Nazizeit in Deutschland sicherlich immer unter den TOP3, bestimmt auch zu 90% auf Platz 1.
Und so ist die Weltsicht auch einfach. Aber was ist, wenn man feststellt, das es da noch andere gab, die es noch schlimmer getrieben haben?
Nun schreibt sich so was als Deutscher immer schwer, denn man gerät schnell unter den Verdacht, das „eigene“ Verbrechen relativieren zu wollen.
Ich bin so aufgewachsen, dass die Deutschen das „weltschlimmste“ Verbrechen begangen haben. Und dann auch noch gegen das Volk Gottes! Das macht es für einen Christen noch schwerer.

Und damit das hier keiner falsch versteht, was ich schreibe und noch schreiben werde: Die Nazizeit war eine schreckliche und das, was dort geschehen ist, absolut falsch! Und das ist und bleibt auch so, wenn man sich andere Verbrechen anschaut.

Aber trotzdem kann man – auch als Deutscher – sagen: es gab noch andere, schlimme Verbrechen gegen die Menschheit, gegen die Juden.

  • Unter Stalin wurden ca. 4mal mehr Menschen (ca. 22Millionen) umgebracht als im gesamten 2.Weltkrieg.
  • Der Chinese Mao hat wahrscheinlich die allermeisten Menschen umbringen lassen, die je ein Mensch hat umbringen lassen (ca. 35Millionen).

Schlimm – neben diesen schrecklichen, unvorstellbaren Opferzahlen, den einzelnen Schicksalen und die teilweise völlige Unberechenbarkeit der Auswahl der Todesopfer – daran ist, dass diese Zeiten niemals aufgearbeitet wurden.
Die Nazizeit wurde in Deutschland – zum Glück – relativ gut aufgearbeitet. Aber das, was durch die Sowjetunion oder durch China passiert ist, wurde nicht nur nicht aufgearbeitet, sondern wird – auch heute noch – teilweise verharmlost und verniedlicht. Es gibt genug Mao- und Stalin-Anhänger, auch Leute, die die Mao-Bibel immer noch – gerne – lesen.

siehe IDEA.de Es gab nicht nur Auschwitz, sondern auch den Gulag

Und so bleibt die Erkenntnis: Was ungerecht bzw. gerecht ist, was gesellschaftsfähig und was nicht, bestimmen immer noch sehr „eigenartige Mechanismen“, um das mal so auszudrücken. Und als Christ kann man wirklich nur sagen: Gerechtigkeit gibt es hier nicht, nur einer kann gerecht sein. Aber trotzdem werden wir weiter dafür einstehen.