• Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt. -
    Thomas Mann

    "An appeaser is one who feeds a crocodile - hoping it will eat him last." (W.Churchill)

    Es ist einfacher, kritisch zu sein als korrekt.
    Benjamin Disraeli

    Es gehört oft mehr Mut dazu, seine Meinung zu ändern, als ihr treu zu bleiben.
    Friedrich Hebbel

    Die beste und sicherste Tarnung ist immer noch die blanke und nackte Wahrheit. Die glaubt niemand!
    Max Frisch

    „Ich für meinen Teil bin der Meinung, dass es nicht zum Begriff der Demokratie gehört, dass sie selber die Voraussetzungen für ihre Beseitigung schafft …
    Man muss in einer Demokratie auch den Mut zur Intoleranz denen gegenüber haben, die die Demokratie gebrauchen wollen, um sie zu beseitigen!”
    Carlo Schmid (1949)

    Die Menschheit lässt sich keinen Irrtum nehmen, der ihr nützt.
    Friedrich Hebbel

  • Stop the bomb

  • Neueste Kommentare

    Bertrand bei Israel ist ein Schurkenst…
    Johannes bei Israel ist ein Schurkenst…
    Lutz Huth bei Volker Beck: Ein Mann und sein…
    Markus Grob bei Christen und Israel
    Lies bei Völkerrecht – die Geschi…
  • alle Artikel

  • Archive

  • Kategorien

  • Twitter Updates

  • Blog Statistik

    • 222.287 Besucher
  • Advertisements

Moslems unter Artenschutz?

Wir Deutschen sind die großen Beschützer. Wir haben den Tierschutz, den Artenschutz, den Pflanzenschutz, den Kinderschutz und den Frauenschutz. Alles was irgendwie bedroht scheint, erregt unser Mitleid und ein Mechanismus wird in Gang gesetzt, diesen bedrohten Dingen oder Lebewesen zur Seite zu springen und zu helfen.

Wir setzen uns auch für die von den Israelis brutal unterdrückten Palästinenser ein. Dass die Täter – Opfer – Rolle eher umgekehrt ist, stört uns dabei in unserer Empathie nicht.

Und einige Moslemverbände und andere Multikulti – Fanatisten haben es ja über die Jahre geschafft, in unseren deutschen Köpfen die Aussage zu verankern: Der Moslem von heute ist der Jude  von damals. Also: So wie damals die Juden behandelt wurden, werden heute die Moslems behandelt (rassistisch verachtet, diskriminiert, ausgegrenzt, …) und das führt dann in der Zukunft dazu, dass ein neuer schrecklicher Holocaust an den Moslems entsteht, wenn wir unseren Umgang mit den Moslems nicht verändern. Der Moslem von heute ist – in den Köpfen vieler Menschen in der westlichen Welt – ein Opfer und zwar ein beschützenswertes.

So ist der Moslem heutzutage ein schützenswertes Lebenswerte – er steht sozusagen unter Artenschutz. Was ja an sich auch völlig richtig ist, wenn man von dem Lebensrecht und der Würde dieser Menschen spricht. Wenn es aber um Themen wie die Verweigerung der Integration geht, die für die Gesellschaft wichtig sind und diskutiert werden müssen, damit sich Dinge zum Besseren wenden – dann gehen auch gleich einige so dermaßen in die Luft und werfen mit extremen Vokabeln um sich, als wolle jemand einen Weltkrieg beginnen.

Und damit sind wir beim nächsten Thema: Evangelikale Christen seien eine Gefahr für den Weltfrieden. Ja, das ist zugegebenermaßen etwas verkürzt dargestellt, aber nicht ganz falsch wiedergegeben.

Heute habe ich bei meinem Lieblingssender NDR Info in den Nachrichten einen Bericht darüber gehört, dass übermorgen (Jahrestag 9/11) eine Gruppe „radikaler Christen“ bzw. Evangelikaler den Koran öffentlich verbrennen wollen.

Eins vorweg: Ich halte das für eine ausgesprochen dämliche Idee. Es ist eine reine Provokation, um zu zeigen, was man vom Koran hält. Das kann man aber auch anders tun – vorlesen z.B.  Der Koran ist ein sehr problematisches Buch, er hat ein schlechtes Gottesbild – kein liebender Vater wie in der Bibel – und Stellen voller Hass gegen Juden und Christen. Aber verbrennen sollte man ihn nicht, denn das regt die Moslems zu Recht auf.

Nun aber weiter zum NDR Info-Bericht. Es wurde die pakistanische Regierung unkommentiert zitiert, dass diese Aktion eine Gefahr für den Weltfrieden sei und von Menschen berichtet, die durch Kabul gezogen sind und riefen:  „Tod den USA!“. Der indische Innenminister Palaniappan Chidambaram sagte, Ziel der Koran-Verbrennung sei, „Verbitterung und Zwietracht“ zwischen religiösen Gruppierungen zu verstärken.

Und das sagt gerade ein indischer Minister, in dessen Land Hindus seit Jahren Christen ohne große Konsequenzen verfolgen, verprügeln und ermorden.

Nun kann man ja noch sagen, dass den Moslems ja ein Buch bzw. das muslimische Buch wichtiger sei als der Weltfriede und die USA. Aber unserer Gesellschaft, unseren Journalisten, unseren Politikern? Haben wir nicht andere Werte? Wer wird in diesem Bericht als radikal – auf das Wort „fundamentalistisch“ habe ich noch gewartet, aber es kam nicht – bezeichnet?

Nicht die Moslems, die eine Gefahr für den Weltfrieden ausmachen – was auch immer das bedeuten soll. Ein 3. Weltkrieg? Terrorangriffe? Bibel- und Fahnenverbrennungen? Nicht die Menschen, die durch Kabul marschierten und brüllten: „Tod den USA!“ Gerne wird auch ein „Tod Israel!“ angehängt. Wieviele Kinder wohl dabei waren? Es sind auch nicht die Inder.

Nein, es sind die ca. 50 Christen aus Florida, die als radikal bezeichnet werden. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Wenn Christen oder Juden etwas geschieht, wenn sie beleidigt, verfolgt, verprügelt oder verhöhnt werden, dann ist das die Freiheit der Kunst oder fremde Sitten. Wer sich als Christ über Verunglimpfung oder Diffamierung öffentlich aufregt, dem schlägt fast nur Hohn und Spott entgegen. Und wenn die Juden sich darüber aufregen, dass Israel in den Medien böse verzerrt dargestellt wird, schlägt ihnen der Hass entgegen.

Aber wenn Moslems sich aufregen, dann … ja dann sind die Christen oder die Juden oder sonst wer Schuld … nur die Moslems selber nicht. Denn die sind ja Opfer. Und alles, was sie an Bösem tun, ist ja nur die – verständliche – Folge der bösen Taten der Anderen, es ist eine Art Notwehr, ein berechtigter Widerstand.

Versteht mich nicht falsch: Ich schreibe hier nicht pauschal gegen alle Moslems. Ich schreibe in erster Linie gegen das unterschiedliche Beurteilen der Taten verschiedener Menschen nach verschiedenen Maßstäben durch unsere Medien und Politik. Und in zweiter Linie gegen die Moslems, die sich fürchterlich beleidigt fühlen, wenn Juden oder Christen etwas tun und mit Hölle und Tod drohen, sich aber einen Dreck darum scheren, was ihre eigenen Leute mit Juden, Christen und Moslems (die Anzahl der durch Moslems getöteten Moslems ist höher als die aller anderen) machen.

Aber wir lassen uns das alles weiter vorsetzen und wenn jemand ausmacht, dass Moslems eine höhere Integrationsverweigerung haben als andere, dann bricht gleich eine Hexenjagd aus.

Es ist politisch nicht korrekt, Moslems zu kritisieren, denn dadurch wird die Integration ja behindert – so sagen viele. Aber genau das ist der Irrtum. Jesus sagt: „Die Wahrheit wird euch frei machen“.

P.S. Ein sehr guter Artikel dazu von Stefan Frank ist hier zu lesen

Advertisements

Christen in Pakistan

Aus einem überwiegend muslimischen Dorf in Pakistan sind etwa 250 christliche Familien vertrieben worden. Der Grund: Christliche Männer hatten sich über sexuelle Übergriffe auf ihre Frauen beschwert.

Wie der Informationsdienst Compass Direct berichtet, ereignete sich der Vorfall Anfang Juni in der Ortschaft Katcha Khoh (Provinz Punjab). Der Dorfälteste Abdul Sattar Khan habe die Ausweisung angeordnet. Die meisten christlichen Männer sind als Tagelöhner auf den Feldern muslimischer Grundbesitzer tätig; ihre Ehefrauen und Töchter arbeiten als Mägde und Hausangestellte. Viele Arbeitgeber missbrauchen ihre Machtstellung, um die Christinnen sexuell unter Druck zu setzen, so Compass Direct.

Nachdem dies ausgeartet sei, hätten sich vier Christen beschwert: Emmanuel Masih, Rasheed Masih, Shehzad Anjum und Yousaf Masih Khokhar. Daraufhin habe der Dorfälteste die sofortige Ausweisung der christlichen Familien angeordnet. Den Angaben zufolge scheuen die Christen eine Anzeige bei der Polizei, weil sie fürchten, dass dann aufgrund des Blasphemiegesetzes falsche Anschuldigungen gegen sie erhoben werden.

In Pakistan ist der Islam Staatsreligion; Beleidigungen des Propheten Mohammed können mit der Todesstrafe geahndet werden. Von den 164 Millionen Einwohnern des Landes sind etwa 95 Prozent Muslime, zwei Prozent Christen, zwei Prozent Hindus und der Rest Sikhs, Buddhisten und Anhänger anderer Religionen. Von den Christen sind etwa zwei Millionen Protestanten, eine Million Katholiken und 600.000 Mitglieder orthodoxer oder unabhängiger Kirchen.

via idea.de

Armenier in der Türkei

“Seit jeher müssen sich die Christen in der Türkei um ihre Sicherheit und um ihre seelische wie körperliche Unversehrtheit kämpfen. Nur durch eine rasche und umfassende Aufklärung des jüngsten Mordfalls könnte Ankara deutlich machen, dass es dieser unseligen Tradition endlich ein Ende bereiten will.”

In der Türkei leben heute einige Zehntausend Armenier. Erst kürzlich hatte der türkische Ministerpräsident Erdogan ihnen mit der erneuten Deportation gedroht, wenn die Diaspora weiterhin auf eine internationale Anerkennung des Völkermords von 1915 drängen sollte.

Vorstand des Zentralrats der Armenier in Deutschland 7.6.2010

Wer kümmert sich um diese Menschen? Wo ist die Hilfsflotte für die Armenier? Vielleicht ja hier 🙂

Ich habe nichts gegen die Türkei, sondern gegen Menschen, die meinen schlecht behandelt zu werden und mit den Finger auf andere zeigen, obwohl diese selber Leichen im Keller haben.
Man sollte einfach immer vorher nachdenken ob man selber wirklich besser ist bevor man andere angreift und beschuldigt.

Falls die Juden Israel verlassen würden, würden die Palästinenser sie dann lieben?

Nein.

Der ägyptische Scheich Muhammad Hussein Yacoub lässt uns an seinen feuchten Tagträumen teilhaben. Nur dass es leider nicht nur Träume sind.

0:09

Wenn die Juden Palästina uns überlassen würden, würden wir sie dann lieben? Natürlich nicht. Wir werden sie niemals lieben. Niemals.

0:18

Die Juden sind Ungläubige (Infidels) – nicht, weil ich das sage – nicht, weil sie Moslems töten, sondern weil Allah das sagt.

0:46

Es ist Allah, der sagt, dass die Ungläubige sind. Eure Ansicht über Juden sollte erstens sein, dass sie Ungläubige und zweitens, dass sie Feinde sind.

0:53

Sie sind nicht Feinde, weil sie Palästina besetzt haben. Sie wären auch dann Feinde, wenn sie überhaupt nichts besetzt hätten.

1:16

Drittens müsst ihr glauben, dass die Juden niemals aufhören werden, uns zu bekämpfen und zu töten.

1:51

Wir müssen glauben, dass unser Kampf mit den Juden ewig andauern und nicht vor der letzten Schlacht beendet sein wird.

2:00

Ihr müsst glauben, dass wir sie bekämpfen, besiegen und auslöschen werden – bis kein Jude auf der Erde mehr übrig sein wird.

2:20

„Der Gerichtstag wird nicht kommen, bevor ihr nicht gegen die Juden kämpft und sie tötet. Die Juden werden sich hinter Steinen und Bäumen verstecken und die Steine und Bäume werden rufen:  Oh Moslem, oh Diener Allahs, da ist ein Jude hinter mir, komm und töte ihn.“

3:07

[Was die Juden betrifft], der Fluch Allahs komme über euch, deren Vorfahren Affen und Schweine waren, ihr Juden habt Hass in unsere Herzen gesät [sic!] und den wir haben wir unseren Kindern und Enkeln vermacht.

3:31

Ihr werdet nicht überleben, solange einer von uns noch übrig ist.

3:51

[Gebet] Oh Allah, bring deinen Zorn, deine Strafe und deine Qual auf sie [die Juden]. Oh Allah, wir beten, dass du sie wieder zurückverwandelst und dass die Moslems feiern, sie als Affen und Schweine zu sehen.

Irak: Christen fliehen erneut aus Mosul

Nach der gezielten Ermordung mehrerer Christen im nordirakischen Mosul fliehen erneut viele christliche Familien aus der Stadt. In den vergangenen Tagen wurden mindestens sechs Christen an verschiedenen Orten in Mosul erschossen. Wie irakische Mitarbeiter des Hilfswerkes für verfolgte Christen Open Doors berichteten, sollen etwa 50 Familien Mosul verlassen haben oder im Begriff sein zu fliehen. Einheimische Christen befürchten erneut eine organisierte Kampagne gegen Christen, um sie aus Mosul zu vertreiben. Bereits im Oktober 2008 wurden innerhalb weniger Tage mehrere Christen teilweise auf offener Straße ermordet. Per E-Mail und Telefon baten einheimische Mitarbeiter dringend darum, für die Situation zu beten. Wer die Täter sind oder aus welchen Kreisen sie stammen, ist bislang unbekannt. Ein einheimischer Mitarbeiter berichtete Open Doors: „Christen wurden gezielt in ihren Häusern ermordet. Mehrere wurden vor dem letzten Checkpoint aus Mosul heraus getötet, während kurdische und arabische Sicherheitskräfte zusahen.“ Open Doors bittet darum,  für diese Glaubensgeschwister zu beten.

Christen ausgeliefert
Am 15. Februar starb Rayan Salam. Am 16. Februar wurde der Ladenbesitzer Nahem Abdullah Fatoohy getötet. Am selben Tag wurden an der Universität von Mosul Zaya Toma (Maschinenbau-Student) und Ramsen Shamael (Pharmazie-Student) getötet. „Muslimische Studenten zeigten auf Kommilitonen, die Christen sind. Als nächstes wurden diese weggeschleppt und ermordet“, so ein Mitarbeiter, der aus Sicherheitsgründen ungenannt bleiben möchte. Auch die Vereinten Nationen berichteten von der Erschießung zweier Studenten am 16. Februar in Bezirk al Arabi im Norden von Mosul. Dabei starb auch ein weiterer Iraker, ein Mann wurde verletzt. Ob es sich bei den getöteten Studenten um Zaya Toma und Ramsen Shamael handelt, ist derzeit noch unklar. Es sei aber gut möglich, so Mitarbeiter von Open Doors, dass es auch zwei andere Studenten sein könnten. Laut den Vereinten Nationen töteten bewaffnete Männer am 14. Februar einen Christen vor seinem Haus im Osten von Mosul. Er war gerade von seiner Arbeit nach Haus gekommen. In seinem Gemüseladen im Bezirk Tamoz wurde am 15. Februar ein Christ beschossen. Dabei starb auch ein anderer Iraker.

Auf der Straße hingerichtet
Bereits im Oktober 2008 durchstreiften bewaffnete islamistische Terroristen die Straßen von Mosul und ließen sich von Passanten ihren Ausweis zeigen. Im Ausweis ist die Religionszugehörigkeit „Muslim“ oder „Christ“ eingetragen. Christen wurden auf der Stelle durch einen Kopfschuss getötet. Panikartig verließen viele die Stadt. Mindestens 40 Christen sollen nach Medienberichten getötet worden sein, über 12.000 Christen flohen aus Mosul.

via Opendoors

Christen in islamischen Ländern

[…] Gerüchte reichen, um Gewalt auszulösen: Die Attacke auf die Kirche in Algerien war die Reaktion auf unbewiesene Anschuldigungen, Christen würden muslimische Gläubige bekehren. Der Angriff auf die Kopten war die Antwort von Muslimen auf das Ondit, ein Christ habe eine muslimische Frau vergewaltigt. Anlass für die antichristlichen Ausschreitungen in Malaysia war der Vorwurf, Christen würden das Wort «Allah» benutzen, um Muslime zum Lesen des Neuen Testamentes zu verführen. Die Fanatisierung sei das Resultat einer systematischen islamischen Indoktrinierung in der Politik, an Schulen und in Moscheen, sagt der ägyptische Politologe Emad Gad vom regierungsnahen Think-Tank Al-Ahram. Bereits der frühere Präsident Anwar as-Sadat habe die muslimische Identität als Anker in der Politik betont. Er hatte sich als «muslimischer Präsident für ein islamisches Land» bei den Bärtigen eingeschmeichelt. Damit setzte er auf fundamentalistische Strömungen und nahm in Kauf, die koptische Minderheit auszugrenzen. «Wir sind mit einer sehr fanatischen Gesellschaft konfrontiert», sagt der Politologe Gad. Wenn man sich die ägyptischen Schulbücher ansehe und die Predigten in den Moscheen höre, realisiere man den Hass, der gegen alle Nichtmuslime geschürt werde. Deshalb müsse man sich über die Angriffe auf die christliche Minderheit am Nil nicht wundern.

In Ägypten, wo sie knapp zehn Prozent der Bevölkerung ausmachen, leben die Christen in einer Parallelgesellschaft, umgeben von diffusen Vorurteilen. Der Elite ist es zwar gelungen, sich beim Staat und in der Wirtschaft mit Führungspositionen zu profilieren. Doch die meisten Kopten bleiben am Rand der Gesellschaft, der Gewalt von radikalen Muslimen wehrlos ausgeliefert. So würden christliche Frauen immer wieder von muslimischen Extremisten entführt und zwangsislamisiert, zwangsverheiratet und in islamischen Familien festgehalten, sagt die koptische Aktivistin Mary Abdelmassih. Die Polizei unternehme nichts dagegen. Sie bestrafe sogar die Opfer. Als zum Beispiel die zwanzigjährige Myrna Gamal Hanna Ende September 2009 nach ihrer Entführung ihre Familie telefonisch anflehte, sie möge sie vor der Zwangsheirat retten, konnte sie ihr Vater zwar aus der Gefangenschaft befreien. Aber statt dass man die Kidnapper bestrafte, wurde Myrnas Familie von der Polizei gefoltert, damit sie die Adresse der Entführer preisgebe. Dann wurde die Opferfamilie gezwungen, dem Entführer mehrere tausend Dollar auszuhändigen – als Entschädigung. […]

Christen in Ägypten

Das Europaparlament hat in der vergangenen Woche die jüngsten Überfälle auf Christen in Ägypten und Malaysia scharf verurteilt. In diesem Zusammenhang veröffentlicht das weltweite katholische Hilfswerk “Kirche in Not” ein Interview mit dem in Deutschland lebenden koptischen Bischof Anba Damian. Er erhebt darin schwere Vorwürfe gegen die islamischen Führer und die Behörden in Ägypten. In der Nacht vom 6. auf den 7. Januar, dem Weihnachtsfest der koptischen Christen, hatten Islamisten vor drei Kirchen in der südägyptischen Stadt Nag Hammadi gezielt das Feuer auf Gottesdienstbesucher eröffnet. Sieben Kopten und ein muslimischer Wachmann waren bei dem Anschlag gestorben.

[…] Sie fordern also eigentlich nur Religionsfreiheit – ist diese Religionsfreiheit für die Christen in Ägypten denn nicht gegeben?
Bischof Damian: Im Augenblick ist es in Ägypten beinahe schon kriminell, wenn man in einer privaten Wohnung beten will. Wer als Christ eine Wohnung oder ein Haus kaufen will, muss unterschreiben, dass er diese Immobilie niemals als Gebetsraum nutzen wird. So weit sind wir in Ägypten! Wir bekommen keine Genehmigung, Kirchen zu bauen oder zu erweitern. Und wenn einer auf die Idee käme, sein Haus zu einer Kirche zu machen, dann muss er damit rechnen, dass es in Brand gesteckt wird. Denn es gibt niemanden, der uns in Schutz nimmt.

[…] Die Wahrheit sieht vielmehr so aus, dass es schon seit geraumer Zeit in dieser Region Gewalt gegen Christen gegeben hatte und dass der Bischof sich geweigert hat, auf eine Aufklärung dieser Gewalt zu verzichten, so wie es die örtlichen Behörden von ihm verlangt hatten. Der Bischof verlangte Schadenersatz für die Menschen, die ihre Häuser und Geschäfte verloren hatten.

Er weigerte sich, das Geschehene zu ignorieren und vor den Kameras zu lächeln. Daraufhin wurde ihm gesagt: “Wir werden dir zeigen, wie Islam geht, wenn du nicht tust, was wir wollen!” Das ist die Situation in Ägypten: Niemand wird davon abgehalten, Christen zu töten, aber wir müssen dabei lächeln und zeigen, wie friedlich wir sind. Wir müssen auf unsere Rechte verzichten. Genau dagegen hat sich der Bischof aufgelehnt. Daraufhin war er persönlich das Ziel dieses Anschlags. Er sollte getötet werden. Wenn Gott und seine Schutzengel ihn nicht unter ihren Schutz genommen hätten, wäre er schon längst ermordet worden.

[…] Was wird in den Moscheen über die Christen gesagt?
Bischof Damian: Das ist ganz unterschiedlich und hängt vom Prediger, vom Imam, ab. Die meisten unter ihnen sind vernünftig und bringen den Menschen das Gebet, das Fasten und die Tugenden bei. Andere jedoch sprühen Hass. Und die Zuhörer können das meist überhaupt nicht einordnen. Manche sind Analphabeten und leicht beeinflussbar. Diese Menschen haben oft keine Schulen besucht und vertrauen nur auf das, was sie mündlich überliefert bekommen. Und sobald diese einfachen Menschen Hasspredigten mitbekommen, reagieren sie entsprechend. Diese Menschen haben mein Mitleid. Ich bete für all jene, die ihre Finger mit Blut beschmutzen. Die Ägypter sind von Natur aus ein friedvolles, gastfreundliches und warmherziges Volk. Es ist mir rätselhaft, warum man die Beziehungen zwischen Christen und Muslimen zerstören will. Ich habe persönlich viele gute muslimische Freunde. Wir haben schon als kleine Kinder in der in der Grundschule miteinander gelebt, gespielt und gegessen. Wir haben diesen Hass nicht gespürt. Diese religiöse Halluzination, die unser Land zurzeit verschattet, ist alles andere als normal.

[…] Wir brauchen ein Gesetz, durch das alle Menschen in Ägypten gleich behandelt werden. Im Augenblick besitzen wir Christen nur die Gnade des Präsidenten. Die Scharia ist die Quelle der ägyptischen Gesetzgebung und das bedeutet: Wenn ein Muslim einem Christen etwas antut, darf der Täter nicht bestraft werden. Das heißt im Prinzip für die Muslime: Grünes Licht für Gewalt gegen Christen. Wenn ein Kopte auf die Idee käme, auf ein Polizeirevier zu gehen, weil seine Tochter entführt wurde, dann muss er aufpassen, dass er nicht selbst ins Gefängnis kommt. Das ist untragbar! Ich bin der festen Überzeugung, dass die Situation sich ändern würde, wenn alle Menschen vor dem Gesetz gleich behandelt werden müssten – unabhängig von ihrer Religion. Die Religionsfreiheit ist eine Gnade Gottes, die uns niemand nehmen darf. Menschen müssen ihre Religion wählen oder wechseln dürfen, ohne dafür bestraft oder belohnt zu werden. Wenn das so wäre, würde sich die Situation in Ägypten dramatisch ändern. Aber das Problem ist, dass der Islam und die Politik in Ägypten voneinander untrennbar sind.

[…] Was können wir in Deutschland für die koptischen Christen tun?
Bischof Damian: Mit uns beten. Gemeinsam dafür Sorge tragen, dass die Menschenwürde und die Menschenrechte in Ägypten eingehalten werden. Und Sie können unsere Situation bekannt machen und damit dafür sorgen, dass die Verantwortlichen endlich nicht mehr die Augen vor den Tatsachen verschließen können.