• Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt. -
    Thomas Mann

    "An appeaser is one who feeds a crocodile - hoping it will eat him last." (W.Churchill)

    Es ist einfacher, kritisch zu sein als korrekt.
    Benjamin Disraeli

    Es gehört oft mehr Mut dazu, seine Meinung zu ändern, als ihr treu zu bleiben.
    Friedrich Hebbel

    Die beste und sicherste Tarnung ist immer noch die blanke und nackte Wahrheit. Die glaubt niemand!
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    „Ich für meinen Teil bin der Meinung, dass es nicht zum Begriff der Demokratie gehört, dass sie selber die Voraussetzungen für ihre Beseitigung schafft …
    Man muss in einer Demokratie auch den Mut zur Intoleranz denen gegenüber haben, die die Demokratie gebrauchen wollen, um sie zu beseitigen!”
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10 gute Entgegnungen auf 10 dämliche Phrasen

von Claudio Casula

Je schwächer sein Faktenwissen ist, desto meinungsstärker tritt der gemeine Israelkritiker auf. Nur allzu oft belästigt er seine Umwelt mit vermeintlichen Gewissheiten, die zwar idiotisch, aber epidemisch verbreitet sind. Wir bleiben gelassen, weil wir die besseren Argumente haben. Jede der antiisraelischen Plattitüden lässt sich im Handumdrehen zerlegen – mit Antworten, die in geraffter Form so aussehen könnten wie im folgenden ausgeführt.

„Israel will doch gar keinen Frieden“
Bullshit. Israel will einen echten Frieden und keinen Waffenstillstand nach den Vorstellungen arabischer Gewaltherrscher. Schon in der Unabhängigkeitserklärung war ein Friedensangebot an die arabischen Staaten enthalten (beantwortet wurde es mit dem Angriff von Armeen aus fünf arabischen Staaten am Tag nach der Staatsgründung). Israel hat nach dem Sechstagekrieg die Rückgabe der Gebiete (Ausnahme: Jerusalem) offeriert – beantwortet wurde dies mit den drei Neins von Karthoum. Israel hat mit Ägypten Frieden geschlossen (den Sinai geräumt), und mit Jordanien, und es hat auch mit den Palästinensern in Oslo das Prinzip „Land für Frieden“ vereinbart. Beantwortet wurden die Rückzüge aus Gaza und Jericho wie aus den großen Städten der Westbank mit einer bis dahin nicht erlebten Terrorwelle. Der Rückzug aus dem Südlibanon und der Rückzug aus dem Gazastreifen inkl. Evakuierung aller 7000 Siedler hatte jeweils einen Raketenhagel auf Ortschaften innerhalb Israels zur Folge. Nur ein Narr kann glauben, dass ein Rückzug aus dem gesamten Westjordanland und Jerusalem Frieden bringen wird.

Israel ist ein kleines Land mit einer Bürgerarmee, für jeden einzelnen Soldaten, der im Kampf fällt, müssen sich die Regierenden rechtfertigen. Der Militärhaushalt verschlingt riesige Summen, die dringend woanders gebraucht werden, etwa bei der Integration von Neueinwanderern. Gleichwohl muss das Land wehrhaft bleiben, so lange es in einer derart rohen Umgebung exisitiert. Israel hat nicht Dänemark, Holland und die Schweiz als Nachbarn, sondern Länder wie Libanon und Syrien, etwas weiter entfernt Irak und Iran. Kompromissbereitschaft wird im Orient gern als Zeichen von Schwäche gedeutet – dies erklärt, warum der Terror und der Hass ausgerechnet seit den Friedensabkommen von Oslo schlimmer geworden sind denn je. Jeder, der mit seiner europäischen Denke an den Nahost-Konflikt herangeht, hat schon verloren. „Ich bin okay, du bist okay“ – das mag, wenn überhaupt, in Helsinki oder in Bern funktionieren, in Gesellschaften, die von Despoten und Terroristen beherrscht werden, funktioniert es nicht.

Israel ist bereit, für den Frieden Opfer zu bringen, hat bereits welche gebracht: Gebiete geräumt, Siedlungen abgebaut. Dafür hat es nur noch mehr Terror erhalten, da beißt die Maus keinen Faden ab. Deshalb ist die israelische Friedensbewegung, die in guten Zeiten Hunderttausende mobilisieren konnte, heute bedeutungslos: Man hat realisiert, dass es so nicht weitergehen kann, dass man (noch) keinen Partner für den Frieden hat. Den Platz von „Shalom achshav“ haben inzwischen obskure Grüppchen eingenommen, die wider besseres Wissen und wider alle Erfahrung behaupten, der Friede scheitere nicht am palästinensischen Terror. Es sind dies die immer gleichen Individuen, die sich aus den Frauen in Schwarz, Machsom, Betselem, Avnerys Gush Shalom etc. rekrutieren. In der sehr heterogenen und streitlustigen israelischen Gesellschaft führen sie zu Recht eine Randexistenz, werden lediglich von dem einen oder anderen Ha´aretz-Feuilletonredakteur wahrgenommen. Gehör finden sie nur bei denen, die das hören wollen, was sie sagen.

Wie sieht es auf der anderen Seite aus? Es gibt keine palästinensische Friedensbewegung und es hat nie eine gegeben. Eine Person des öffentlichen Lebens, die erklärte, der Frieden scheitere an den Palästinensern, würde als Verräter und Kollaborateur gebrandmarkt und wäre ihres Lebens fortan nicht mehr sicher. Jahrzehntelang haben die Palästinenser von ihrer Führung gehört, dass “unveräußerliche Rechte” nicht aufgegeben werden, Kompromisse sind also tabu. Wer sich so weit aus dem Fenster lehnt, kann nicht mehr zurück, in dieser selbstgebauten Falle stecken alle Palästinenserführer bis heute. 100 Prozent Westbank & Gaza plus Jerusalem und „Rückkehrrecht“ (nach Israel!) für alle Palästinenser, die vor 60 Jahren flüchteten – und für ihre Kinder und Enkel und Urenkel. Darunter machen sie es nicht, und daran wird eine Friedenslösung bis auf weiteres scheitern. Vor die Wahl gestellt, einen Staat auf dem Gebiet Gazas und 97 Prozent Westbank zu bekommen, Milliardenhilfen aus dem Ausland, die Aussicht auf eine friedliche und lebenswerte Zukunft für kommende Generationen – oder dem Beharren auf den Maximalforderungen mit der Folge, weiter mit leeren Händen dazustehen, hat sich die Palästinenserführung noch immer für die zweite Option entschieden.

Die Tatsache, dass heute ein allgemein als „Hardliner“ verrufener Likud-Ministerpräsident den israelischen Konsens verkörpert, der – vorausgesetzt, die Sicherheit ist gewährleistet – die Schaffung eines Palästinenserstaates akzeptiert und der trotzdem bei der bockbeinigen Palästinenserführung auf Granit beißt, sollte zu denken geben. Fazit: Es ist die Palästinenserführung, die keine endgültigen Verhandlungen will – weil sie nicht bereit ist, Kompromisse zu machen, weil sie, nicht nur heimlich, von der Fortführung des Konflikts auch nach der Staatsgründung träumt, weil sie mit dem Status Quo gut leben kann (sie ist versorgt und kann sich trotzdem wort- und gestenreich beschweren) und weil sie sich vor dem Tag fürchtet, an dem sie selbst die Müllabfuhr organisieren muss. So ist das bei Revoluzzern.

„Der palästinensische ,Terror´ ist legitimer Widerstand“
Horseshit. Terror hat keine Legitimation, und der besonders brutale palästinensische Terror schon gar nicht. Er zielt zuvörderst auf Zivilisten in Israel (in Linien- und Schulbussen, Kindergärten, Schulen, Cafes, Einkaufszentren), aber auch auf Juden im Ausland (Massaker in Synagogen in Wien und Istanbul, Flughafen Rom etc.). Durch die Auswahl seiner Opfer versucht der Terrorismus, ob nun verübt von Hamas oder Fatah-Ablegern, Angst und Schrecken zu verbreiten. Da Anschläge auf Juden seit 90 Jahren stattfinden, hat sich diese brutale Methode bis heute offensichtlich nicht ausgezahlt, es sei denn, der Mord an Holocaust-Überlebenden während einer Pessach-Feier oder an Jeschiwa-Schülern in der Bibliothek oder an Studenten in der Uni-Cafeteria oder an zwei Jungen beim Spielen in Tekoah wird an sich bereits als gutes Werk betrachtet. Dass die Palästinenserführung bis heute daran festhält, spricht für die zweite These. Als strategisches Mittel oder als Fortführung der Politik mit anderen Mitteln macht er keinen Sinn, denn je brutaler der Terror ist, desto schlechter stehen die Palästinenser am Ende da. Über die moralische Verwerflichkeit eines Mordes an einem Säugling im Kinderwagen (Shalhevet Paz) oder an einer Schwangeren (Tali Hatu´el) und ihren vier kleinen Töchtern muss wohl nicht diskutiert werden.

Dass der palästinensische Terror ausgerechnet während des „Friedensprozesses“ eskalierte, an Intensität wie an Grausamkeit, spricht Bände. Wenn es Grund zur Hoffnung gibt, kann Verzweiflung erst recht nicht als Motiv herhalten. Tatsächlich ist es so, dass etwa Selbstmordattentäter immer (!) von einer der verschiedenen Terrororganisationen angeworben, bewaffnet und zum Tatort geschickt werden. Am Vorabend des Massenmordes nehmen sie nicht selten eine Videobotschaft auf, in der sie verkünden, wie stolz sie sind, als Märtyrer ins Paradies eingehen zu dürfen. Nach der Tat erklärt die Familie, wie stolz sie auf den toten Sohn, zuweilen auch die Tochter ist, und der Mörder erlangt Heldenstatus. Kinder tauschen Sammelbildchen mit dem Konterfei des Mörders, und wenn er besonders viele Juden umgebracht hat, wird auch schon mal eine Straße nach ihm benannt.

„Die Mauer ist ein Hindernis für den Frieden“
Quatsch. Der israelische Grenzwall ist zuallererst ein Hindernis für Terroristen. Sinn und Zweck der Anlage ist es, das Einsickern von Terroristen aus der Westbank nach Israel proper zu unterbinden, und diesen Zweck erfüllt sie: Es gelingt keinem Selbstmordattentäter mehr, sich in Netanya, Chadera oder Tel Aviv in die Luft zu sprengen. Das ist die Hauptsache. Dass der Hightech-Limes mancherorts Unbill für palästinensische Anrainer mit sich bringt (Einzelfälle werden von Feinden Israels gern als pars pro toto angeprangert), ist bedauerlich, aber das menschliche Leben hat Vorrang vor dem Recht, eine Strecke von A nach B in soundsoviel Minuten zurücklegen zu können. Auch ästhetische Bedenken müssen hier zurücktreten. Von einer „Apartheidmauer“ kann keine Rede sein, schon weil 1,4 Millionen Araber diesseits der Anlage leben, und was die Absicht, Selbstmordattentäter aus den eigenen Städten fernzuhalten, mit Apartheid zu tun haben soll, bleibt das Geheimnis der antizionistischen Schreihälse. Die schon einmal gehörte Behauptung, die Mauer solle verhindern, dass man sieht, was sich dahinter tut, ist genauso purer Nonsens. Es klingt auch nicht gerade logisch, wenn „Stop the Wall“-Aktivisten verbreiten, die Anlage diene dem „Landraub“, im Gegenteil darf man davon ausgehen, dass Israel, das schließlich einmal die ganze Westbank verwaltete, alles Land jenseits des Grenzwalls bereits abgeschrieben hat. Und das ist nicht wenig, denn mit drei Ausnahmen reicht der Zaun nirgendwo mehr als ein, zwei Kilometer in die Westbank hinein und verläuft eben nicht „mitten durch“. Der Verlauf wird in erster Linie von Sicherheitsaspekten bestimmt, gibt aber auch mehr oder weniger den künftigen Grenzverlauf zwischen Israel und dem prospektiven Palästinenserstaat vor, was also auch auf der Gegenseite positiv registriert werden könnte, es sei denn, man will dort überhaupt keine Grenze, weil man immer noch nach Haifa, Yafo und Ramle schielt.
Zuletzt: In Stücke gebombte Menschen bleiben tot, während der Verlauf einer Sperranlage, wie bereits mehrmals geschehen, geändert werden kann – und wie sich sogar prinzipiell die ganze Anlage wieder abbauen lässt. Den Zaun wird es aber so lange geben, wie die Gründe, die zu seinem Bau geführt haben, nicht aus der Welt geschafft sind.

„Die Siedlungsfrage ist der Kern des Nahostproblems“
Blödsinn. Wer so etwas behauptet, hat keine Ahnung davon, dass die arabische Ablehnung eines jüdischen Staates der Kern des Nahost-Konflikts ist – bis heute. Frieden gab es nicht vor der Staatsgründung, und es gab ihn nicht zwischen 1948 und 1967 – als Ägypten den Gazastreifen besetzt hielt und Jordanien die Westbank, und in diesen Gebieten kein einziger Jude lebte. Wenn das Wort von der „ethnischen Säuberung“ jemals auf den Nahen Osten zutraf, dann auf die Vertreibung sämtlicher Israelis aus Gebieten, die von Arabern besetzt wurden – die Altstadt von Jerusalem eingeschlossen. (Neu-)Gründungen von Siedlungen entstanden erst Ende der 60er-Jahre, als ohnehin keine Aussicht auf Frieden bestand und man sich in Israel auf eine dauerhafte Präsenz in den eroberten Gebieten einzurichten begann. Die meisten dieser Siedlungen hatten vor allem strategische Bedeutung, ideologische Gründe spielten zunächst keine Rolle, obwohl es sich bei Judäa und Samaria um das biblische Kernland handelt (wie der Siedleraktivist Elyakim Haetzni es ausdrückte: „Tel Aviv, das ist die Küstenebene, das Land der Philister“). Später wurde der Siedlungsbau in oder bei Städten wie Hebron (wo bereits seit jeher eine jüdische Gemeinde existierte und noch vor der Staatsgründung, 1929, Opfer eines Pogroms wurde) oder Schchem/Nablus forciert und vor allem von der Likud-Regierung gefördert. Ob der Siedlungsbau legitim ist oder nicht, darüber gehen die Meinungen auseinander (manche argumentieren mit einem gewissen Recht, dass es sich völkerrechtlich um „umstrittene Gebiete“ handelt, da sie zuvor Mandatsgebiet bzw. später von Jordanien besetzt und völkerrechtswidrig annektiert worden waren), ob er politisch klug war, ist wieder eine andere Frage. Der Grund für den Nahostkonflikt ist er nicht. Es gab den Terror und die arabische Ablehnung Israels vor, während und nach dem Bau von jüdischen Kommunen. Und selbst der Abbruch derselben, wie Anfang der 80er-Jahre in Yamit/Sinai und 2005 im Gazastreifen, hindert palästinensische Fanatiker nicht daran, Raketen auf israelische Städte abzufeuern. Es geht ihnen nicht um die Siedlungen, es geht ihnen um Israel, ob dort gerade die Arbeitspartei regiert oder der Likud oder Kadima ist ihnen schnurz. Für sie ist auch Tel Aviv eine „illegale Siedlung“.

Die palästinensische Führung, die derzeit alle Verhandlungen ablehnt, hat natürlich ein Interesse daran, die Siedlungsfrage zum Knackpunkt zu machen – so hat sie eine billige Entschuldigung für ihre Verweigerungshaltung. Sie besteht darauf, dass sämtliche israelischen Kommunen in der Westbank geräumt werden, will also jegliche jüdische Präsenz dort ausmerzen – im Sinne der bereits erwähnten ethnischen Säuberung, die schon einmal praktiziert wurde. Dies wird nicht geschehen. Der Großteil der Siedler (80 Prozent) lebt in drei, vier großen Siedlungsblöcken, die Israel nicht aufgeben wird, für die es gleichwohl einen land swap einzugehen bereit ist. Das Territorium, das dann annektiert werden müsste, macht nur etwa drei, vier Prozent der Westbank aus. Mit etwas gutem Willen ließe sich hier eine Lösung finden. Der aber ist auf palästinensischer Seite auch im Jahr 16 nach Aufnahme des „Friedensprozesses“ beim besten Willen nicht zu erkennen.

„Man muss mit der Hamas reden“
Nö. Mit einer von allen ernst zu nehmenden Staaten als Terrororganisation betrachteten Bande muss man genauso wenig reden wie mit der NPD. Worüber auch? Die Hamas macht aus ihrem antisemitischen Programm (siehe Charta) keinen Hehl, und wer behauptet, es gäbe etwas mit ihr zu bereden, der sollte auch sagen, was. Etwa die Modalitäten einer Auflösung Israels? Das Argument, die Hamas habe eben einen „militärischen Flügel“, sei aber auch politisch und karitativ tätig, zieht nicht. Die Nazis stützten ihre Macht auf SA, SS und Wehrmacht, und nebenbei veranstalteten sie auch hübsche Zeltlager für die Jugend und KdF-Fahrten für gestresste Volksgenossen, aber verbrecherisch blieben sie trotzdem. Wer die islamofaschistische Hamas als Wohltätigkeitsverein mit angeschlossener Jagdsportabteilung verharmlost, ist nur darauf aus, ihr unverdiente Legitimität zu verschaffen. Die aber nützt niemandem außer den bärtigen Gotteskriegern selbst, die ihrerseits ihre Daseinsberechtigung aus dem Kampf gegen Israel herleiten, was schon ihr Name belegt, und deshalb haben sie in einem „Friedensprozess“ soviel zu suchen wie ein Kinderschänder im Hort. Wer dem Nahen Osten etwas Gutes tun will, boykottiert die Hamas (am besten: zieht sie aus dem Verkehr); wer sie hoffähig machen will, ist an der Fortführung des Konflikts bis zum St. Nimmerleinstag interessiert ist, soviel ist sicher.

„In der UNO ist Israel isoliert, nur Amerika hält seine schützende Hand über das Land“
Stimmt. Das spricht aber nicht gegen Amerika, sondern gegen die Vereinten Nationen, eine Organisation, die, unfähig und korrupt, längst von Ländern dominiert wird, die mit der UN-Charta nichts am Hut haben und Völkermördern, Diktatoren und Operettenpräsidenten jederzeit eine Bühne bietet, die selbst ihren Menschenrechtsrat von Schurkenstaaten aus allzu durchsichtigen Gründen zweckentfremden lässt – nämlich um von den eigenen Menschenrechtsverletzungen abzulenken. Klassenkeile bezieht dann eben der Streber mit der Brille: Israel, der Jude unter den Völkern. Für eine Resolution gegen Israel findet sich in der Vollversammlung immer eine Mehrheit, und Entwürfe, in denen der jüdische Staat für seine Reaktion auf Angriffe etwa durch Hisbollah oder Hamas verurteilt wird, ohne dass diese Aggressionen überhaupt erwähnt werden, würden tatsächlich durchgewinkt, wenn nicht die USA den Mumm hätten, dieser Farce im Weltsicherheitsrat regelmäßig ein Ende zu bereiten. England und Frankreich sind meist zu feige dazu, Russland und China haben noch weniger Berechtigung als die meisten anderen UN-Mitgliedsstaaten, sich zum Richter über Israel aufzuschwingen. Mit Moral hat das alles nichts zu tun, die UN sind die Summe ihrer Mitgliedsstaaten, nicht mehr und nicht weniger, und die sind selten genug demokratisch. Wenn sich Gewaltherrscher darauf einigen, eine Demokratie zum Paria zu machen, nützt auch die Mehrheit nichts – das Unterfangen bleibt unmoralisch und eine Schande für die Weltorganisation. Es wird höchste Zeit, dass diese unwürdige Veranstaltung, die natürlich auch vor allem von den USA bezahlt wird, einer Liga der demokratischen Staaten Platz macht. Diesem Club wird dann zwar nicht jeder angehören, aber Qualität geht vor Quantität. Es ist nicht einzusehen, dass Burkina Faso, Bhutan und Somalia darüber entscheiden dürfen, ob ein militärischer Feldzug im Libanon oder Gaza berechtigt ist oder nicht. Israel ist ein souveräner Staat, der einzige ironischerweise, dessen Gründung die Legitimation der UN hat (bei den heutigen Mehrheitsverhältnissen undenkbar), und er ist nicht ins Leben gerufen worden, damit andere über das Schicksal von Juden bestimmen. Um ein Minimum an Glaubwürdigkeit beanspruchen zu können, müssten die Vereinten Nationen auch die guten Gründe berücksichtigen, die Israel etwa zum Gazakrieg bewogen oder dazu, auf dem Prinzip Land für Frieden (die berühmte Resolution 242!) zu bestehen. Dies tun sie nicht, und daher sind ihre einseitigen Verurteilungen ausgerechnet Israels lächerlich und gottlob auch nicht bindend. Die automatische Mehrheit gegen den jüdischen Staat hat sich moralisch längst selbst disqualifiziert.

„Niemand leidet so wie die Palästinenser“
Unfug. Diese Behauptung ist geradezu obszön. Zig Millionen Flüchtlinge weltweit leiden wirklich, es fehlt ihnen am nötigsten, und sie haben nicht die Möglichkeit, ihr Los durch Kompromissbereitschaft von heute auf morgen zu verbessern. Es gibt ein UN-Flüchtlingshilfswerk für alle Flüchtlinge weltweit und ein zweites für die Palästinenser allein (UNRWA). Sie sind auch die einzigen, die ihren Flüchtlingsstatus weitervererben dürfen, und die einzigen, bei denen alles getan wird, damit sie weiter Flüchtlinge bleiben. Für ihren Unterhalt und ihre Ausbildung zahlt die Weltgemeinschaft; den Löwenanteil trägt das gern verteufelte Amerika, die teils steinreichen arabischen Staaten, deren Lippenbekenntnisse für die palästinensische Sache zahlreich sind, tragen weniger als 5 Prozent zum UNRWA-Haushalt bei.

Anders als die 650.000 Juden, die aus arabischen Ländern vertrieben wurden, sind die palästinensischen Flüchtlinge nirgendwo außer in Jordanien integriert worden. Besonders elend leben die Palästinenser im Libanon, während es in Israel kein einziges „Flüchtlingslager“ gibt. Die Araber dort, die 1948 nicht flohen, sind israelische Staatsbürger.
Selbst im „blockierten“ Gazastreifen ist das Leben alles andere als die Hölle. Das Westjordanland, wegen der verbesserten Sicherheitslage von hunderten Checkpoints erlöst, boomt (Wachstum 2009: 8 Prozent), und wer sich in Jenin, Bethlehem und vor allem Ramallah umschaut, mag vieles sehen, aber gewiss keine „humanitäre Katastrophe“. Das ist ein billiger Kampfbegriff aus dem Arsenal antiisraelischer Propagandisten, mehr nicht.

„Jerusalem muss Hauptstadt beider Staaten werden“
Keineswegs. Zum einen wäre dies ein weltgeschichtliches Novum. Warum sollte das ausgerechnet am brisantesten Ort des Planeten gelingen? Jerusalem war nie Hauptstadt eines arabischen Staates – selbst unter jordanischer Herrschaft nicht – und ein Staat Palästina könnte auch mit einer Kapitale Ramallah leben. Oder Abu Dis. Jerusalem ist unter israelischer Verwaltung zu einer blühenden, beeindruckenden Metropole geworden und nach Jahrhunderten der Verwahrlosung überhaupt erst seitdem wieder von Bedeutung. Die Juden werden mehr, die Araber werden sogar noch mehr (und nicht weniger!), und die Stadt ist lebenswert für alle ihre Bewohner.

Nur Israel garantiert den freien Zugang zu den Heiligen Stätten aller Religionen. Zwischen 1948 und 1967 wurde Juden der Zugang zur Westmauer verwehrt, und die Palästinenser würden es nicht anders halten als die Jordanier. Sie leugnen heute jeden historischen Bezug der Juden zu Jerusalem, und schon deshalb kommt ihre Kontrolle über die Stadt nicht infrage, wäre eine Katastrophe für alle Bewohner, ob Juden oder Araber. Was die Teilung einer Stadt betrifft, so könnten die Bürger Berlins einiges über deren Auswirkungen sagen. Sehnt sich wirklich irgendjemand nach Mauer und Stacheldraht zurück? Vielleicht diejenigen, die sich über den Bau von einigen Wohneinheiten im Stadtteil Gilo aufregen können, während ein Massaker im Kongo sie kaltlässt; diese müssen sich gewisse Rückschlüsse auf ihr Verständnis von Menschenrechten gefallen lassen. Eine Rückkehr zum status quo ante würde jedenfalls nirgendwo so kontraproduktiv sein wie in Jerusalem. „Wat fott es, es fott!“, pflegt der rheinische Volksmund salopp zu sagen. Und genau so ist es.

„Nur durch einen Palästinenserstaat bekommt Israel dauerhaft Sicherheit“
Mitnichten. Das Gegenteil dürfte der Fall sein – jedenfalls wenn die Palästinenser einen Staat bekämen, der weiter Ansprüche stellt, der sich bis an die Zähne bewaffnen und mit Israel feindlich gesinnten Staaten verbünden darf. Dann ist der nächste Waffengang nur eine Frage der Zeit – mit für Israel extrem schwer zu verteidigenden Grenzen, zumal wenn die PLO oder gar die Hamas auf den Höhenzügen über der Küstenebene sitzen würde. Ein Albtraum, der weder Israelis noch Palästinensern etwas Gutes brächte. Daher besteht die Regierung Netanyahu mit Recht auf Vorkehrungen, die diese gruselige Option ausschließen. Wer die Palästinenserführung in ihrer Alles-oder-Nichts-Haltung bestärkt, kann keinen Frieden wollen. Schaut man sich die erste Reihe der vorgeblichen Palästinenserfreunde an, ist das auch kein Wunder.

Hinzu kommt die begründete Sorge, dass der Palästinenserstaat wie fast alle arabischen Staaten aussehen wird, mutmaßlich noch bedenklicher: Ob von Fatah oder Hamas beherrscht, dieser Staat wird keine Demokratie sein, dazu bedürfte es nicht nur „freier“ Wahlen, sondern demokratischer Parteien, und das sind sie beide nicht. Khaled Abu Toameh, ein arabischer Journalist, der für die Jerusalem Post arbeitet, vergleicht sie zu Recht mit zwei rivalisierenden Gangsterbanden, die ihre Machtkämpfe auf dem Rücken der Bevölkerung austragen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Palästina ein weiterer failed state wird, den die Welt nicht braucht, ist extrem hoch. Solche ein Staat wäre eine Gefahr für seine eigenen Bürger und natürlich auch für seine Nachbarn. Man erinnere sich an die destabilisierende Rolle, welche die PLO Arafats in Jordanien und im Libanon spielte.

„Wenn der israelisch-arabische Konflikt gelöst ist, herrscht Ruhe im Nahen Osten“
Reines Wunschdenken. Die Muslimbruderschaft und damit der politische Islam mit seinem dschihadistischen Programm ist älter als der Nahost-Konflikt, und wenn Bin Ladens Al-Qaida in New York und Washington Wolkenkratzer und ein Ministerium angreift, wenn in Pakistan, Indien, Afghanistan, Irak, Marokko, Ägypten, Indonesien, Jemen und anderen Ländern Islamisten blutige Anschläge verüben, hat das mit Israel und dem, was es tut oder unterlässt, nichts, aber auch gar nichts zu tun. Ebensowenig der Westsaharakonflikt, der Völkermord im Sudan, der Krieg Ägyptens im Jemen Mitte der 60er-Jahre, der Bürgerkrieg in Libanon ab Mitte der 70er-Jahre, der Machtkampf zwischen PLO und Jordaniens König Hussein, der Krieg Iraks gegen Iran, gegen die Kurden, gegen Kuweit, der Krieg in Afghanistan et cetera et cetera. Die Region ist, wie sie ist, und das liegt ganz sicher nicht an einem 20.000-Quadratkilometer-Staat, der sich dort seit 60 Jahren seiner Haut erwehren muss. Ein ganz schlechter Witz ist das.

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Geländewagen oder Cocker-Spaniel?

Was ist schädlicher für die Umwelt: ein Spaniel oder ein Geländewagen? Wurden bisher die Fahrer großer Autos als Umweltsünder gegeißelt, rücken nun Tierbesitzer in den Blickpunkt der Klimaschützer. Zwei neuseeländische Autoren vergleichen den „ökologischen Fußabdruck“ von Haustieren mit technischen Produkten – mit überraschenden Ergebnissen: So belastet ein Hund die Umwelt doppelt so stark wie ein SUV. Und selbst Hamster sind alles andere als klimafreundlich.

Hannes Stein über schwarzen Antisemitismus

… Verschwörungstheorien pflegen den Judenhass im Gespann zu führen – und wirklich ist der Antisemitismus unter schwarzen Amerikanern viel weiter verbreitet als unter den Weißen. Dieses Ressentiment kann sich in eher milder Form äußern – wie bei Anthony –, aber manchmal hat es auch Schaum vor dem Mund. Louis Farrakhan, der Führer der mächtigen schwarzen Bewegung „Nation of Islam“, bezeichnete das Judentum als „Gossenreligion“. Auf den Vorwurf, er sei ein schwarzer Hitler, reagierte er, indem er Hitler einen „großen Mann“ nannte, der Deutschland aus der Schande geführt habe – so wolle auch er die schwarzen Amerikaner aus der Demütigung erlösen.

Viele Schwarze sehen sich immer noch ausschließlich als Opfer der Geschichte – und eine beträchtliche Anzahl macht für dieses Opferdasein die Juden verantwortlich. Joel Levy, der Direktor der New Yorker Abteilung der „Anti-Defamation League“, glaubt, dass es für den schwarzen Antisemitismus im Wesentlichen zwei Gründe gibt. Der erste leuchtet unmittelbar ein: Es ist der unverdünnte, ungefilterte Neid. Schließlich handelt es sich bei den Juden um eine Gruppe, die – wie einst die Schwarzen – in Amerika starke Diskriminierungen erdulden musste. Gewiss, sie wurden nicht auf Sklavenschiffen in die Neue Welt verschleppt, aber die Juden sahen sich nach ihrer Einwanderung extremen Anfeindungen ausgesetzt. Viele Universitäten verhängten einen Numerus clausus gegen Juden; viele Hotels hatten für Gäste mit Namen wie „Cohen“ oder „Kornblum“ partout keine Zimmer frei; viele Klubs wiesen Juden, die Aufnahme begehrten, umgehend die Tür.

Im Gegensatz zu den Schwarzen erwiesen die Juden sich als ungemein erfolgreiche Minderheit. Wenn die christlichen Universitäten sie nicht aufnahmen, gründeten sie eben ihre eigene Universität. Wenn christliche Klubs ihnen den Beitritt verweigerten, gründeten sie eigene Organisationen. Die überwältigende Mehrheit der jüdischen Jugendlichen driftete nicht in die Kriminalität ab, sondern arbeitete hart und studierte: Juden wurden Ärzte, Anwälte, Chefredakteure, Börsenmakler. Manche Schwarze sahen, wenn sie die jüdische Gemeinschaft in Amerika anschauten, also das, was sie selbst gern geworden wären.

Der zweite Grund für den schwarzen Antisemitismus ist schwerer zu begreifen. Aber für den, der die menschliche Psyche kennt, ist auch er einleuchtend: Schwarze sind den Juden zur Dankbarkeit verpflichtet. „Juden waren sehr aktiv in der schwarzen Bürgerrechtsbewegung“, sagt Joel Levy. „Es gab Juden, die eigens in die Südstaaten gingen, um für die Schwarzen zu kämpfen, und getötet wurden.“ Jüdische Philanthropen und jüdische Organisationen unterstützten die Bürgerrechtsbewegung mit Abermillionen Dollar.

… Ohne massive jüdische Unterstützung wäre die schwarze Bürgerrechtsbewegung wohl kaum so schnell angewachsen. Nichts aber kann menschliche Beziehungen auf Dauer so sehr vergiften wie das Gefühl, jemand anderem verpflichtet zu sein. Ergo hassen manche Schwarze die Juden gerade deswegen, weil Juden so viel für die Schwarzen getan haben.

Aber es gibt auch gute Nachrichten. So weit das uralt-üble Ressentiment unter den Schwarzen auch verbreitet sein mag – mehrheitsfähig ist es nicht. Die meisten schwarzen Amerikaner sind keine Antisemiten, sie haben ein recht positives Bild von den Juden. Eine winzige Zahl von schwarzen Amerikanern bekennt sich sogar selbst zum jüdischen Glauben. So kommt es, dass ein entfernter Cousin der Präsidentengattin als Rabbiner einer schwarzen Judengemeinde in Chicago vorsteht. Eine weitere gute Nachricht heißt Barack Obama. Dieser eloquente, sympathische, gutaussehende Mann verkörpert all das, was die Schwarzen brauchen, um aus ihrer Misere herauszukommen: konservative Familienwerte, Bildung, Erfolgsstreben.

Vor einigen Wochen hat Obama im Weißen Haus jenes Fest begangen, das zu feiern Martin Luther King nicht mehr vergönnt war: Als erster amerikanischer Präsident war er Gastgeber einer jüdischen Sederfeier. Auf die erste Familie des Landes kann sich somit kein Schwarzer berufen, der in den USA judenfeindliche Ressentiments hegt.

Israel gesteht Fehler ein

Von Ulrich W. Sahm

Am Neujahrstag veröffentlichten wir hier bei n-tv.de einen Bericht über eine israelische Attacke am 29. Dezember auf einen Lastwagen im Gazastreifen, der angeblich gerade mit Raketen beladen wurde. Eine Drohne filmte die Szene und deutlich war zu sehen, wie die vermeintlichen Raketen quer zur Ladefläche geladen und mit den Füßen hin- und hergerollt wurden. Bekanntlich haben Kassamraketen angeschweißte Flügelchen und können nicht einfach gerollt werden. An jenem Abend verschickte die israelische Menschenrechtsorganisation Betzelem Fotos und Augenzeugenberichte. Standhaft wurde da behauptet, dass es sich um Sauerstoffkanister handelte, wie sie in Krankenhäusern verwendet werden, gleichwohl aber auch zum Schweißen bei der Konstruktion von Raketen.

Eine Anfrage beim Militärsprecher ergab, dass es sich um „auseinandergeschraubte Gradraketen“ handelte, deren Flügelchen erst nach dem Abschuss aufklappen. Das war „Hintergrund“. Zur Veröffentlichung sagte der Militärsprecher: „Die Bilder sprechen für sich.“

Da die Bilder keineswegs „für sich sprachen“, nutzten wir am nächsten Tag die Gelegenheit, dem Direktor des israelischen Presseamtes, Dani Seaman, bei einer Diskussion im Knessetfernsehen dazu Fragen zu stellen. Der Sender hatte sich vorsorglich die Drohnenaufnahmen besorgt, und zeigte sie. Seaman war von der Darstellung des Militärsprechers, es handle sich um auseinandergeschraubte Gradraketen, fest überzeugt. „Glaubst Du etwa der Hamas-Propaganda“, konterte er öffentlich in der live-Sendung. Erst nach der Sendung gestand er, dass unsere Fragen durchaus legitim seien. Er wolle sich bei seinen Kontakten um Aufklärung bemühen.

Aufklärung fünf Monate später

Erst jetzt, fast fünf Monate später, kam die Aufklärung. Das israelische Militär hatte zahlreiche Vorfälle während des Gazakrieges untersucht und dazu Auszüge aus einem internen Report an die Presse weitergegeben. Neben dem durchgestrichenen Wort „vertraulich“ ist da angemerkt, dass die nachfolgenden Angaben nur der Reporter sich selber zuschreiben dürfe, ohne weitere Angabe der Quelle. Sei es drum.

Das Verhalten des israelischen Militärs im letzten Gazakrieg wurde nun untersucht und in einem Bericht teilweise veröffentlicht.
Zu einem Lastwagen, der am 29. Dezember 2008 angeblich Sauerstofftanks geladen habe heißt es da: „Auf den Lastwagen wurde gezielt, nachdem sich in überzeugender Weise Informationen gehäuft hatten, wonach der Lastwagen Raketen einer bekannten Raketenfabrik der Hamas zu einer ebenso bekannten Abschussstelle transportierte. Der Angriff wurde nahe einer bekannten Raketenfabrik der Hamas ausgeführt und nachdem eine Rakete abgeschossen worden war. Erst später stellte sich heraus, dass der Lastwagen Sauerstofftanks geladen hatte, die Gradraketen täuschend ähnlich sind. Der Angriff tötete vier Hamas-Aktivisten und vier unbeteiligte Zivilisten. Es ist wichtig anzumerken, dass die Sauerstofftanks höchstwahrscheinlich von der Hamas zur Herstellung von Raketen genutzt wurden.“

Misstrauen weiter angebracht

Die „moralischste Armee in der Welt“ – so Verteidigungsminister Ehud Barak – hat in ihrem jetzt erst halbwegs veröffentlichten Report zahlreiche Einzelfälle und das allgemeine Verhalten der Truppen untersucht. Erstmals gestand die Armee, dass tatsächlich Phosphormunition eingesetzt worden sei, aber nicht gegen die Zivilbevölkerung und nicht nur, um ein Rauchschild zu erzeugen. Es wurden auch Fehlschüsse und falsche geheimdienstliche Informationen eingestanden, denen dann ganze Familien zum Opfer fielen. Gleichwohl besteht die Armee darauf, dass in keinem einzigen Fall Soldaten gezielt und absichtlich Zivilisten erschossen hätten. Soldaten, die entgegen den Befehlen UNO-Fahrzeuge beschossen hätten, sollen strafrechtlich verfolgt werden. Das Eingeständnis von Fehlern und Fehlschüssen, unter anderem in dem speziell von uns recherchierten Fall der Bombardierung eines Lastwagens mit Sauerstoffflaschen, zeugt von einem aufrichtigen Bemühen, Fehler nicht unter den Teppich zu kehren. Misstrauen ist jedoch weiterhin angebracht.

Ob eine „unabhängige“ UNO-Kommission, mit der Absicht, israelische Kriegsverbrechen aufzudecken, tatsächlich andere Ergebnisse ans Tageslicht bringen kann, darf bezweifelt werden. Ob jemals die gegnerische Kriegspartei, die Hamas im Gazastreifen, einen ähnlich aufrichtigen Reports über eigene „Fehler“ veröffentlicht, darf ebenfalls bezweifelt werden.

Es gibt ja Leute, die bezweifeln jeglichen Bericht, der von israelischen Offziellen gemacht wurde und stufen ihn als israelischen Propaganda ein. Diesen Bericht hier auch?

Die IDF hat Fehler gemacht – das ist sehr traurig und absolut zu bedauern. Leider ist das auch nicht zu rechtfertigen oder gegenzurechnen, man kann nur versuchen, entweder Verständnis aufzubringen und das Bemühen, möglichst wenige Fehler zu machen, anzuerkennen oder man bauscht das Ganze auf und nimmt die Vorfälle als Grundlage einer Anklage und eines Beweises für die brutale Vorgehensweise der IDF. Das kommt darauf an, welchen Standpunkt man vertritt bzw. welchen Reflexe diese Berichte auslösen.

Und man muss auch mal das Verhältnis sehen:

Gerade den Europäern muss man in dieser Frage ein kurzes Gedächtnis vorwerfen. Im Kosovo-Krieg kamen laut einem Bericht von Human Rights Watch etwa 500 Zivilisten (andere Schätzungen liegen weit höher) um und „nur“ 169 Soldaten der exjugoslawischen Armee, die als Ziel viel leichter zu identifizieren war als die nicht in Uniform kämpfende Hamas, die auch über keine von Zivileinrichtungen separierten Militäreinrichtungen verfügt. Um einen Kämpfer zu treffen, tötete die NATO also etwa drei Zivilisten. Nach allen bisher vorliegenden Daten über das Verhältnis von der Zahl der Ziviltoten zur Zahl der getöteten Hamas-Kämpfer war die israelische Militäraktion in Gaza weit präziser bei der Vermeidung ziviler Opfer als der NATO-Krieg im Kosovo. Aber Krieg ist immer furchtbar und grausam.

Auch die Versuche, gewisse Dinge zu vertuschen oder sie der Hamas in die Schuhe zu schieben, ist nicht ok. Leider ist das ein typisch menschliches Verhalten. Was aber für Israel spricht, sind die Tatsachen, dass 1. Journalisten nachfragen und in Frage stellen dürfen und 2. die Wahrheit dann doch noch ans Licht kommt. Vielleicht nicht alles, aber doch einiges.Es gibt eine freie Presse in Israel, die nicht immer zimperlich mit der Regierung und der Armee umspringt. Auch Blogger werden in Israel nicht weggesperrt oder unnormal behandelt.

Ich würde gerne die Hamas oder auch die Fatah sehen, die so einen Bericht herausgibt, der sich mit den eigenen Fehlern beschäftigt.

Ach nee, ich Dussel …  geht ja nicht. Die Israelis haben ja die Papierlieferungen an der Grenze aufgehalten, so dass keine Berichte seitens der Palästinenser herausgegeben werden können.

Jüdisch-christliche im Vergleich mit islamischer Gewalt

Raymond Ibrahim, Jihad Watch, 15. März 2009

Besonders nach den Terroranschlägen vom 11.09.2001 ist dem Islam oft vorgeworfen worden, intrinsisch (von innen kommend) gewalttätig zu sein. Viele deuten zum Beweis, dass Gewalt und Intoleranz gegenüber Nichtmuslimen dem Islam innewohnt, auf den Koran und andere islamische heilige Schriften und Texte. Als Antwort sind eine ganze Reihe Rechtfertigungen geboten worden. Die fundamentale Prämisse fast aller davon ist, dass die behauptete Gewalt des Islam – wie sie in islamischen heiligen Schriften und Geschichte zu finden sind – sich nicht von der Gewalt unterscheidet, die von anderen Religionsgruppen im Verlauf der Geschichte begangen wurde und in ihren heiligen Schriften verzeichnet ist, so bei den Juden und Christen.

Der Streit besteht, kurz gesagt, darin, dass es nicht der Islam per se ist, sondern eher die menschliche Natur für Gewalt anfällig ist.

Wann immer also das Argument angeführt wird, dass der Koran genauso wie die historischen Worte und Taten des Propheten des Islam, Mohammed, und seiner Gefährten Gewalt und Intoleranz bekunden, wird sofort das Gegenargument angeführt: Was ist mit den historischen Gräueln, die von den Hebräern in vergangenen Jahren begangen wurden, wie sie in ihren heiligen Schriften (aka dem Alten Testament) aufgezeichnet wurden? Was ist mit dem brutalen Kreislauf der Gewalt, den Christen im Namen ihres Glaubens sowohl gegen Mitchristen und Nichtchristen verübt haben?

Beispiele aus jüdischer und christlicher Geschichte

Dann werden einige Beispiele aus der Bibel wie auch aus der jüdisch-christlichen Geschichte angeführt. Zwei Beispiele – eins aus der Bibel, das andere aus der Geschichte – werden oft als paradigmatisch für die religiöse Gewalt zitiert, die sowohl dem Judentum als auch dem Christentum inne wohnt und gewöhnlich die Diskussion beendet, ob der Islam in Bezug auf seine Lehren und Gewalt einzigartig ist.

Das erste ist die militärische Eroberung des Landes Kanaan durch die Hebräer (ca. 1200 v.Chr.), die zunehmend als „Völkermord“ charakterisiert wird. Yahweh sagte Moses:

Aber in den Städten dieser Völker hier, die dir der HERR, dein Gott, zum Erbe geben wird, sollst du nichts leben lassen, was Odem hat, sondern sollst an ihnen den Bann vollstrecken, nämlich an den Hetitern, Amoritern, Kanaanitern, Perisitern, Hiwitern und Jebusitern, wie dir der HERR, dein Gott, geboten hat, damit sie euch nicht lehren, all die Greuel zu tun, die sie im Dienst ihrer Götter treiben, und ihr euch so versündigt an dem HERRN, eurem Gott. (5. Mose 20,16-18)

So schlug Josua [der Nachfolger Moses] das ganze Land, das Gebirge, das Südland, die Niederung, die Berghänge und all ihre Könige: er ließ keinen Entronnenen übrig. An allem Lebenden vollstreckte er den Bann, wie der HERR, der Gott Israels, geboten hatte.

Das zweite Beispiel dreht sich um die Kriege der Kreuzzüge, die von den mittelalterlichen europäischen Christen geführt wurden. Wohl waren die Kreuzzüge waren „Gegenangriffe“ auf den Islam – nicht ein unprovozierter Angriff, wie es oft durch revisionistische Geschichtsschreibung dargestellt wird. Ein vereintes Christentum versuchte, das Heilige Land von Jerusalem zu annektieren, das vor seiner Eroberung durch den Islam im 7. Jahrhundert seit 400 Jahren integraler Teil des Christentums war.

Darüber hinaus waren muslimische Einfälle und Gräuel gegen Christen in den Jahrzehnten vor Beginn der Kreuzzüge 1096 im Steigen begriffen. 1071 zum Beispiel hatten die seldschukischen Türken die Byzantiner in der Schlüsselschlacht von Manzikert vernichtend geschlagen und praktisch einen großen Teil des byzantinischen Anatolien annektiert (was schließlich den Weg für die Eroberung von Konstantinopel Jahrhunderte später ebnete). Ein paar Jahrzehnte davor schändete und zerstörte der Fatimiden-Kalif al-Hakim eine Reihe wichtiger Kirchen – so die Kirche St. Markus in Ägypten und die Auferstehungskirche in Jerusalem – und erließ mehrere – noch mehr als normal – unterdrückerische Anordnungen gegen Christen und Juden. Es ist dieser Hintergrund, vor dem Papst Urban zu den Kreuzzügen aufrief:

Aus den Grenzen Jerusalems und der Stadt Konstantinopel ist eine fürchterliche Botschaft gekommen und ist sehr regelmäßig vor unsere Ohren gebracht worden, nämlich dass eine Rasse aus dem Königreich der Perser [d.h. Muslime, Türken]… die Länder der Christen erobert hat und sie mit dem Schwert, Plünderung und Feuer entvölkert hat; sie hat einen Teil der Gefangenen in ihr eigenes Land weggeführt und einen Teil hat sie durch grausame Folter vernichtet; sie hat die Kirchen Gottes entweder zerstört oder sie für die Riten ihrer eigenen Religion verwendet (aus den Chroniken des Mönchs Robert).

Dennoch attestiert die Geschichte, dass die Kreuzzüge gewalttätig und blutig waren. Nach dem Durchbruch durch die Stadtmauern Jerusalems im Jahr 1099 schlachteten die Kreuzfahrer wahllos jeden einzelnen Einwohner der Heiligen Stadt ab. Die mittelalterliche Chronik Gesta Danorum schreibt:

„Das Schlachten war so groß, dass unsere Männer bis zu den Knöcheln in Blut wateten.“

Darüber hinaus ist da noch Plünderung Konstantinopels, bei der Kreuzfahrer Christen erschlugen.

Angesichts dessen – ein erstklassiges Beispiel „hebräischer“ Gewalt aus der Bibel, das andere aus der christlichen Geschichte: Warum sollte der Islam die einzige Religion sein, die immer als intrinsisch gewalttätig charakterisiert wird, einfach weil sein heiliges Buch und seine Geschichte auch Gewalt beinhalten? Warum sollten Nichtmuslime immer auf den Koran und alte Geschichte als Beweise für die Gewalttätigkeit des Islam deuten, während sie nie in ihre eigenen Schriften und Geschichte sehen?

Vermischung von Theologie und Geschichte

Solche Fragen sind zwar beliebt, aber sie enthüllen ein großes Durcheinander von Geschichte und Theologie, von zeitweisem Handeln von Menschen und was als die unveränderlichen Worte Gottes angenommen werden. Der fundamentale Fehler besteht darin, dass die jüdisch-christliche Geschichte – die gewalttätig ist – mit islamischer Theologie vermischt wird – mit Geboten der Gewalttätigkeit. Natürlich haben alle Religionen ihren Anteil an Gewalt und Intoleranz gegenüber „anderen“ gehabt. Ob diese Gewalt von Gott angeordnet ist oder ob kriegerische Männer sich es so wünschten, ist die alles entscheidende Frage.

Die Gewalt im Alten Testament ist so ein interessanter Fall. Yahweh befahl den Hebräern klar, die Kanaaniter und die sie umgebenden Völker zu vernichten. Solche Gewalt ist daher ein Ausdruck des Willens Gottes, zum Guten oder zum Schlechten. Unabhängig davon ist alle von den Hebräern verübte und im Alten Testament begangene historische Gewalt genau das – Geschichte. Es geschah; Gott hatte es befohlen. Aber es ging dabei um eine bestimmte Zeit und einen bestimmten Ort und richtete sich gegen ein bestimmtes Volk. Zu keiner Zeit ging diese Gewalt über in ein standardisiertes oder kodifiziertes jüdisches Gesetz (z.B. die Halakha).

Der Unterschied zum Islam

Hier wird die islamische Gewalt einzigartig. Obwohl ähnlich der Gewalt des Alten Testaments – befohlen von Gott und manifestiert in der Geschichte – sind gewisse Aspekte islamischer Gewalt im islamischen Gesetz (u.a. der Scharia) standardisiert worden und gelten zu allen Zeiten. So ist die im Koran zu findende Gewalt tatsächlich historisch, seine endgültige Bedeutung ist theologisch oder, genauer gesagt, dogmatisch. Dazu sollte man sich die folgende Koranverse ansehen, die besser als „Schwert-Verse“ bekannt sind:

Und wenn die heiligen Monate abgelaufen sind, dann tötet die Götzendiener, wo immer ihr sie findet, und ergreift sie und belagert sie und lauert ihnen aus jedem Hinterhalt auf. Wenn sie aber bereuen und das Gebet verrichten und die Zakah entrichten [d.h. sich dem Islam unterwerfen], dann gebt ihnen den Weg frei. Wahrlich, Allah ist Allvergebend, Barmherzig. (Sure 9,5)

Kämpft gegen diejenigen, die nicht an Allah und an den Jüngsten Tag glauben, und die das nicht für verboten erklären, was Allah und Sein Gesandter [d.h. die nicht dem islamischen Gesetz folgen] für verboten erklärt haben, und die nicht dem wahren Glauben [d.h. dem Islam] folgen – von denen, die die Schrift erhalten haben, bis sie eigenhändig den Tribut in voller Unterwerfung entrichten. (Sure 5,29)

Wie bei den Versen des Alten Testaments, wo Yahweh den Hebräern befahl, ihre Nachbarn anzugreifen und zu töten, haben auch die Schwert-Verse einen historischen Kontext. Allah gab diese Befehle erstmals, nachdem die Muslime unter Mohammeds Führung stark genug geworden waren, um ihre christlichen und heidnischen Nachbarn anzugreifen. Aber anders als die kriegerischen Verse und Erzählungen des Alten Testaments wurden die Schwert-Verse für die folgenden Beziehungen zu beiden „Völkern des Buches“ (d.h. die Christen und Juden) und die „Heiden“ (d.h. Hindus, Buddhisten, Animisten, usw.) fundamental. Zum Beispiel verlangt das islamische Gesetz aufgrund von Sure 9,5, dass Heiden und Polytheisten entweder zum Islam übertreten oder getötet werden müssen, während Sure 9,29 die Hauptquelle für die gut bekannten diskriminierenden Praktiken gegenüber Christen und Juden ist.

Fakt ist, dass auf Grundlage der Schwert-Verse (wie auch zahlloser andere Koranverse und mündlichen Traditionen, die Mohammed zugeschrieben werden), alle islamischen Gelehrten, Scheiks, Muftis, Imame und Gadis aller Zeitalter Konsens gefunden haben – was für die gesamte muslimische Gemeinschaft bindend ist –, dass der Islam sich in immerwährendem Krieg mit der nicht muslimischen Welt befindet, bis erstere sich die letztere unterordnet. (Es wird weithin von muslimischen Gelehrten die Meinung vertreten, dass, da die Schwert-Verse zu den letzten Offenbarungen zum Thema der Beziehung des Islam zu Nichtmuslimen gehören, sie allein etwa 200 der früheren und toleranteren Koranverse aufheben, so auch „Es gibt keinen Zwang im Glauben“; Sure 2,256.) Der berühmte muslimische Gelehrte Ibn Khaldun, der im Westen für seine „progressiven“ Einsichten verehrt wird, legt die Vorstellung ab, dass Jihad „defenisve“ Kriegsführung sei:

In der muslimischen Gemeinschaft ist der heilige Krieg [d.h. der Jihad] eine religiöse Pflicht, wegen des Universalismus de muslimischen Auftrags und der Verpflichtung jedermann zum Islam zu bekehren, entweder durch Überzeugung oder durch Gewalt… Die andere Religionsgruppen hatten keinen universalen Auftrag und der heilige Krieg war für sie keine religiöse Pflicht, sondern nur zu Verteidigungszwecken sicher… Von ihnen wird nur verlangt ihre Religion unter ihrem eigenen Volk zu etablieren. Das ist der Grund, dass die Israeliten nach Moses und Josua sich nicht um eine königliche Autorität kümmerten [z.B. ein „Kalifat“]. Sie kümmerten sich ausschließlich um die Einrichtung ihrer Religion [statt sie in die Nationen zu verbreiten]… Aber der Islam hat die Verpflichtung die Macht über andere Nationen zu gewinnen (Muqudimmah, Band 1, S. 473).

Überschreiten von Zeit und Raum

Das vielleicht Einzigartige an den Schwert-Versen ist die Tatsache, dass sie sich, wenn man sie ihren Gegenstücken im Alten Testament gegenüber stellt, besonders dadurch unterscheiden, dass sie eine Sprache benutzen, die Zeit und Raum überschreiten und heute nicht weniger als früher die Gläubigen aufstacheln, nicht-Gläubige anzugreifen und zu töten. Jahweh gebot den Hebräern, die Hethiter, Amoriter, Kanaaniter, Perisiter, Hiviten und Jebusiten zu töten – alles bestimmte Völker, die in einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort verwurzelt waren. Zu keiner Zeit gab Jahweh den Hebräern ein Gebot mit offenem Ende, an das auch ihre Nachfahren, die Juden, gebunden waren, Nichtjuden zu töten. Andererseits: Obwohl die ursprünglichen Feinde des Islam, wie das Judentum, historische (d.h. christliche Byzantiner und heidnische Perser), hebt der Koran sie selten mit ihren richtigen Namen heraus. Statt dessen wurden die Muslime (und werden es weiter) angewiesen, die Völker des Buches zu bekämpfen – „bis sie den Tribut in williger Unterwerfung zahlen und sich vollkommen unterdrückt fühlen“ (Koran, Sure 9,29) und „die Heiden zu töten, wo immer ihr sie findet“ (Sure 9,5).

Die beiden Konjunktionen „bis“ (hata) und „wo immer“ (haythu) demonstrieren die immerwährende und allgegenwärtige Natur dieser Gebote: Es gibt immer noch „Völker des Buchs“, die noch „vollkommen unterdrückt“ werden müssen (besonders in Nord- und Südamerika, Europa und Israel) und „Heiden“, die getötet werden müssen „wohin immer“ man sieht (besonders in Asien und dem Afrika südlich der Sahara). Fakt ist, dass das herausragende Merkmal fast aller gewalttätigen Gebote in den islamischen Schriften ihr offenes Ende und ihre generelle Natur:

„Und kämpft gegen sie, damit keine Verführung mehr stattfinden kann und (kämpft,) bis sämtliche Verehrung auf Allah allein gerichtet ist.“ (Sure 8,39)

Außerdem erklärt Mohammed in einer gut bezeugten Tradition, die in der authentischsten Hadith-Sammlung auftaucht:

Mir wurde geboten Krieg gegen die Menschheit zu führen, bis sie bezeugen, dass es keinen Gott außer Allah gibt und das Mohammed der Botschafter Allahs ist; und dass sie das Niederwerfungsgebet etablieren und die Almosensteuer zahlen [d.h. zum Islam konvertieren]. Wenn sie das tun, sind ihr Blut und ihr Eigentum geschützt [Sahih Muslim C9B1N31; ebenfalls Sahih Bukhar B2N24).

Abgesehen von den göttlichen Worten des Koran, ist Mohammeds Verhaltensmuster – seine „Sunna“ oder sein „Beispiel“ – eine extrem wichtige Quelle der Gesetzgebung im Islam. Muslime sind ermahnt Mohammed in allen Lebenslagen nachzueifern:

„Wahrlich, ihr habt an dem Gesandten Allahs ein schönes Vorbild für jeden“ [wie er sich verhalten soll] (Sure 33,21).

Und Mohammeds Verhaltensmuster vis-à-vis den Nichtmuslimen ist ziemlich deutlich. Sarkastisch gegen das Konzept des „moderaten“ Islam argumentierend stellt der Terrorist Osama bin Laden, der sich der Unterstützung der halben arabisch-islamischen Welt per Umfrage von Al-Jazira erfreut, die Sunna des Propheten folgendermaßen dar:

„Moderatheit“ wird von unserem Propheten demonstriert, der nicht mehr als drei Monate in Medina blieb, ohne einen Raubzug durchzuführen oder ohne einen Raubtrupp ins Land der Ungläubigen auszuschicken, um ihre Festungen niederzuschlagen und ihren Besitz, ihr Leben und ihre Frauen einzunehmen“ (aus dem Al-Qaida Reader, S. 56).

Fakt ist, dass die Ausraubung und Plünderung der Ungläubigen, die Versklavung ihrer Kinder und ihre Frauen ins Konkubinat zu verbringen, mit dem Koran und Mohammeds Sunna gut begründet ist (z.B. Sure 4,24; 4,92; 8,69; 24,33; 33,50 usw.). Und das Konzept der „Sunna“ – wonach 90% der mehr als eine Milliarde Muslime, die „Sunniten“ benannt sind – sagt im wesentlichen, dass alles, was von Mohammed und seinen frühen Gefährten ausgeübt oder genehmigt wurde, für die Muslime heute nicht weniger als früher anwendbar ist.

Das heißt nicht, dass Muslime massenhaft wilde Hedonisten sind, die nur dafür leben zu plündern und zu vergewaltigen. Aber es bedeutet, dass diese speziellen Personen, die von Natur aus zu solchen Aktivitäten neigen und zufällig noch Muslime sind, recht einfach ihr Tun rechtfertigen können – und das tun – indem sie auf die „sunna des Propheten“ verweisen – so, wie die Al-Qaida beispielsweise ihre Anschläge vom 9/11 rechtfertigt, bei denen Unschuldige, einschließlich Frauen und Kindern, getötet wurden: Mohammed autorisierte seine Anhänger während der Belagerung der Stadt Taif im Jahr 630 n.Chr. Katapulte zu benutzen, obwohl ihm bewusst war, dass Frauen und Kinder dort Schutz suchten. Vom Propheten wird auch berichtet, dass er, als er gefragt wurde, ob es erlaubt sei nächtliche Raubzüge zu beginnen oder Feuer an den Befestigungen von Ungläubigen zu legen, wenn Frauen und Kinder sich darunter befanden, antwortete: „Sie sind von ihnen“ (Sahih Muslim B19N4321).

Was machen Juden und Christen anders?

Das Judentum dreht sich zwar um das Gesetz und ist legalistisch, aber es hat keine Entsprechung zur Sunna; die Worte und Taten der Patriarchen, obwohl im Alten Testament aufgezeichnet, gingen nie dazu über Teil des jüdischen Gesetzes zu sein. Weder Abrahams „weiße Lügen“ noch Jakobs Tücke oder das Aufbrausen Moses, auch nicht Davids Ehebruch und nicht Salomos Herumpoussieren wurden zu Anweisungen für Juden oder Christen. Sie wurden lediglich als historische Taten begriffen, die von fehlbaren Männern begangen wurden, die oft von Gott für ihr nicht gerade ideales Verhalten bestraft wurden.

Was das Christentum angeht, so wurde ein großer Teil des Alten Testaments von Jesus aufgehoben. „Auge um Auge“ machte „halte die andere Wange hin“ Platz. Gott von ganzem Herzen zu lieben und seinen Nächsten auch, wurde das oberste Gesetz (Matth. 22,38-40). Darüber hinaus wird die „Sunna“ Jesu – wie in „Was würde Jesus tun?“ – wird von Nächstenliebe charakterisiert. Das Neue Testament beinhalten absolut keinerlei Aufforderungen zu Gewalttätigkeit.

Dennoch gibt es einige, die Jesus als mit einem ähnlich militanten Ethos wie Mohammed versehen darstellen wollen, indem sie Verse zitieren, in denen Jesus – „Dies alles redete Jesus in Gleichnissen zu den Volksmengen, und ohne Gleichnis redete er nichts zu ihnen“ (Matth. 13,34) – sagte:

„Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert“ (Matth. 10,34).

Aber durch den Kontext dieser Äußerung wird klar, dass Jesus nicht Gewalt gegen Nichtchristen befahl, sondern voraussagte, dass es oft Konflikte zwischen christlichen Konvertiten und ihrer Umwelt geben würde – eine Voraussage, die nur allzu wahr wurde, als die frühen Christen, weit davon entfernt das Schwert aufzunehmen, passiv als Märtyrer durch das Schwert umkamen. Wie kann man irgendwie diesen Vers des Neuen Testaments, der das Wort „Schwert“ metaphorisch erwähnt, ehrlich mit den buchstäblich hunderten koranischer Verfügungen und Äußerungen Mohammeds gleichsetzen, der den Muslimen eindeutig befiehlt, gegen Nichtmuslime ein sehr reales Schwert zu ergreifen?

Und von hier aus kann man die Kreuzzüge am besten einschätzen. Wie immer man diese Kriege interpretiert – als offensiv oder defensiv, gerecht oder ungerecht – es ist offensichtlich, dass sie nicht auf der Grundlage der „Sunna“ von Jesus erfolgten, der seine Anhänger ermahnte:

„Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen (segnet die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen und verfolgen).“ (Matth. 5,44)

In Wirklichkeit helfen die Kreuzzüge – weit davon entfernt, irgendetwas dem Christentum Innewohnendes nahezulegen – den Islam besser zu erklären. Denn was die Kreuzzüge ein für allemal aufzeigen, ist, dass, unabhängig von religiöser Lehre – und im Fall dieser so genannten „christlichen“ Kreuzzüge, trotz dieser – der Mensch für Gewalt und Intoleranz empfänglich ist. Das provoziert allerdings eine Frage: Wenn die Christen sich so verhielten – denen geboten ist ihre Feinde zu lieben, zu segnen und ihnen Gutes zu tun, die sie hassen, verfluchen und verfolgen – wie viel mehr kann man von Muslimen erwarten, die, während sie dieselben gewalttätigen Tendenzen teilen, von dem Gebot ihrer Gottheit noch bestärkt werden, die nicht Gläubigen anzugreifen, zu töten und auszuplündern?

via und Dank an heplev

Toleranz in Deutschland

Levi Salomon von der Jüdischen Gemeinde Berlin im Interview mit der TAZ:

Würden Sie sagen, dass Deutschland auf Kosten seiner eigenen Toleranz antisemitische Muslime schützt?

Ja, aus falsch verstandener Toleranz und Angst vor dem Rassismusvorwurf sind die Deutschen tolerant gegenüber den Intoleranten. Wir dürfen uns aber aus Sorge, als Fremdenfeind beschimpft zu werden, nicht zurückhalten.

Wenn wir mit den Muslimen nicht auf Augenhöhe wie mit der Mehrheitsgesellschaft sprechen, dann fühlen diese sich minderwertig; es ist sogar rassistisch.

Gegenüber Muslimen müssen wir die gleichen Maßstäbe ansetzen, wie an den Rest der Gesellschaft. Das ist sehr wichtig.

Genau diese Aussage trifft es! Es ist eine falsch verstandene Toleranz, es ist nicht nur Angst, es ist Rassismus, wenn man Leute davor schont, sie für die Folgen ihrer Taten zur Verantwortung zu ziehen.

Israel und Nordirland

Von Shlomo Avineri

Der Ex-Senator George Mitchell braucht keine großen Ratschläge: Er ist ein erfahrener Staatsmann, dessen zentrales Verdienst das Abkommen zwischen der protestantischen Mehrheit und der katholischen Minderheit in Nordirland ist. Dennoch wäre der US-Sondergesandte für den Nahen Osten gut beraten, wenn er auf einige besondere Aspekte des hiesigen Konflikts achten würde.

In Irland handelt es sich um einen im Grundsatz religiösen Konflikt, zwischen Gemeinschaften, die dieselben Sprache sprechen und eine gemeinsame Geschichte teilen. Hier handelt es sich um einen Konflikt zwischen zwei Nationalbewegungen, der auch religiöse Aspekte besitzt. Während in Nordirland niemand das Existenzrecht Großbritanniens in Zweifel zieht, zweifeln auf der palästinensischen Seite viele an der Legitimität eines jüdischen Staates, und ein Teil der Israelis bezweifelt das Existenzrecht einer palästinensischen Nation.

Trotzdem gibt es eine Lehre, die man aus Nordirland ziehen kann: Die Entwaffnung der Milizen war dort Vorbedingung für Wahlen. Das Scheitern der Wahlen in der Palästinensischen Autonomiebehörde rührt davon her, dass die Bewegungen, die an ihnen teilnahmen, hauptsächlich bewaffnete Milizen waren. Um dem innerpalästinensischen Bürgerkrieg ein Ende zu setzen und eine demokratische Entwicklung zu garantieren, darf auf eines nicht verzichtet werden: Die Wahlen müssen an eine Entwaffnung der Milizen gebunden sein.

Eine der Gefahren, vor denen Mitchell steht, liegt in der Notwendigkeit, sich auch mit laufenden Angelegenheiten zu befassen – wie dem Erzielen einer effektiven Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas in Gaza, dem Wiederaufbau des Gaza-Streifens und der Öffnung der Übergänge. So wird sich seine Mission in einzelne Stücke aufsplittern: Anstelle der Beschäftigung mit dem Friedensprozess wird er sich in Detailfragen von Teilfragen erschöpfen. Hier wird es auf kreatives Denken ankommen.

Auch wer den Osloprozess unterstützt hat, kann nicht leugnen, dass es über die Hindernisse, die beide Seiten gelegt haben, existenzielle Gründe für sein Scheitern gibt: Der Osloprozess war ein Versuch, die Institutionen eines palästinensischen Nationalstaats von oben nach unten zu errichten, und er scheiterte, da die palästinensische Zivilgesellschaft aus sich heraus nicht die notwendigen Instrumente zur Schaffung einer Infrastruktur für den Staat hervorgebracht hat.

In den vergangenen beiden Jahren wurden von dem Gesandten des Nahost-Quartetts, Tony Blair, und dem US-Sicherheitskoordinator bei der Palästinensischen Autonomiebehörde, General Keith Dayton, erfolgreiche Versuche unternommen, die palästinensischen Institutionen von unten nach oben zu errichten. Dies mittels der Entwicklung urbaner und regionaler Einrichtungen, der Stärkung der wirtschaftlichen Infrastruktur und der Schaffung eines funktionierenden Sicherheitsapparats. In Jenin, in Bethlehem und sogar in Hebron haben diese Versuche beeindruckende Erfolge erzielt.

Diese Aktivitäten sind nicht identisch mit dem „wirtschaftlichen Frieden“ Binyamin Netanyahus, dessen Zweck es ist, als Alternative für einen palästinensischen Staat zu dienen. Im Gegenteil, dies ist der einzige bisher gelungene Versuch, eine konkrete Infrastruktur für einen Staat vorzubereiten. Es stimmt, dass es sich um einen stufenartigen Prozess handelt, der Zeit braucht; aber der andere Prozess – von oben nach unten – ist gescheitert, und dies muss man zugeben.

Und noch eine letzte Anmerkung, in der syrischen Angelegenheit: Eines der Hindernisse hier ist die Kluft zwischen der israelischen Haltung, die sich auf die internationale Grenze zwischen dem Land Israel der Mandatszeit zu Syrien bezieht, und der syrischen Haltung, die auf den Linien des 4. Juni 1967 beruht. Bei seinem Treffen mit den Syrern sollte Mitchell einen sensiblen Punkt klären: Ob ihre Haltung allein von dem Versuch herrührt, die Errungenschaften ihrer Besatzung von 1948 zu sichern, oder ob es um etwas Tieferes geht: die grundsätzliche Nicht-Anerkennung der Legitimität internationaler Grenzen im Nahen Osten, da sie vom westlichen Imperialismus nach dem Ersten Weltkrieg festgelegt wurden. Das ist keine theoretische Frage, und sie wird auch das Verhältnis Syriens zum Libanon und anderen Fragen in der Region klären.

Shlomo Avineri ist Emeritus für Politische Wissenschaften an der Hebräischen Universität Jerusalem.

aus der Haaretz, 16.04.09

Und das, werte Israelkritiker und Hamasversteher, ist das, was Israel von den Palästinensern unterscheidet: Die Fähigkeit, (sich auch selbst) zu kritisieren, die Lage ohne emotionale Peitsche sachlich zu analysieren und eine solche Kritik auch auszuhalten, ohne dass gleich jemand anderes dafür verantwortlich gemacht wird.

Aber der Ansatz ist klar:

  • Der pal. Staat muss – statt ihn von oben zu verordnen – vom Volk gewollt und gebaut werden,
  • Die Palästinenser müssen entwaffnet werden,
  • beide Völker müssen sich in ihrer Existenz gegenseitig anerkennen,
  • Die Wirtschaft und der Sicherheitsapparat in den pal. Gebieten müssen gestärkt werden,
  • die Grenzfragen mit Syrien sollten geklärt werden.

Wenn Mitchell, die isr. Regierung und die Palästinenser das gemeinsam erreichen, ist viel gewonnen.