• Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt. -
    Thomas Mann

    "An appeaser is one who feeds a crocodile - hoping it will eat him last." (W.Churchill)

    Es ist einfacher, kritisch zu sein als korrekt.
    Benjamin Disraeli

    Es gehört oft mehr Mut dazu, seine Meinung zu ändern, als ihr treu zu bleiben.
    Friedrich Hebbel

    Die beste und sicherste Tarnung ist immer noch die blanke und nackte Wahrheit. Die glaubt niemand!
    Max Frisch

    „Ich für meinen Teil bin der Meinung, dass es nicht zum Begriff der Demokratie gehört, dass sie selber die Voraussetzungen für ihre Beseitigung schafft …
    Man muss in einer Demokratie auch den Mut zur Intoleranz denen gegenüber haben, die die Demokratie gebrauchen wollen, um sie zu beseitigen!”
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Für viele Christen war es kein friedliches Fest

Christen trauern um die Toten der Attentate. Foto: Reuters

Christen trauern um die Toten der Attentate. Foto: Reuters

Potiskum/Jakarta/Bonn (idea) – Kein friedliches Weihnachten erlebten Christen in mehreren Ländern. An Heiligabend griffen Unbekannte zwei Kirchen im Norden Nigerias an und töteten zwölf Menschen. In Potiskum, einer Bezirkshauptstadt im Bundesstaat Yobe, drangen Bewaffnete in die Kirche ein und brachten sechs Christen um, darunter den Pfarrer. Anschließend hätten die Verbrecher das Gotteshaus in Brand gesetzt, teilte die Polizei in Potiskum mit. In Maiduguri im Borno-Staat ermordeten Unbekannte sechs Besucher eines baptistischen Gottesdienstes, darunter den Diakon. Ob die Anschläge von der radikal-islamischen Terrororganisation Boko Haram („Alles Westliche ist Sünde“) verübt wurden, sei noch unklar, so die Polizei. Die Gruppe kämpft für die Errichtung eines islamischen Gottesstaats im muslimisch geprägten Norden Nigerias. Zu ihren Opfern gehören neben Beamten und Einrichtungen der Bundesregierung vor allem Christen. Im vorigen Jahr starben an Weihnachten in einer Kirche in Madalla 35 Menschen. Nach Angaben der Gesellschaft für bedrohte Völker (Göttingen) kamen bei Angriffen der Terrorgruppe seit 2009 mehr als 3.000 Menschen um.

Indonesien: Gottesdienste unter freiem Himmel

Auch in Indonesien litten Christen unter Gewalttaten muslimischer Extremisten. Im Großraum der Hauptstadt Jakarta konnten mindestens zwei Weihnachts-Gottesdienste nicht in einer Kirche stattfinden. In Bekasi bewarfen rund 200 Islamisten die Gottesdienstbesucher mit faulen Eiern, Jauche und Urinbeuteln, berichtet die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch. Der Mob sei von Polizisten unterstützt worden. Auch im benachbarten Bogor blockierten muslimische Demonstranten und die Polizei Christen den Zugang zu einer Kirche. Die beiden Gottesdienste wurden schließlich unter freiem Himmel gefeiert. Indonesien ist mit 240 Millionen Einwohnern, von denen knapp 90 Prozent dem Islam angehören, das bevölkerungsreichste muslimisch geprägte Land der Welt. In den vergangenen Jahren häuften sich Angriffe radikaler Muslime auf Christen.

Iran: Pastor Nadarkhani erneut verhaftet

Im Iran hat die Polizei Pastor Youcef Nadarkhani kurz vor Weihnachten wieder verhaftet. Die Begründung: Im September sei er einige Tage zu früh aus dem Gefängnis entlassen worden. Der 35-jährige frühere Leiter einer Untergrundgemeinde mit rund 400 Mitgliedern nahm mit 19 Jahren den christlichen Glauben an. Er wurde wegen „Abfalls vom Islam“ und „Verbreitung nicht-islamischer Lehren“ angeklagt und zum Tode verurteilt. Seit 2009 saß er im Gefängnis von Rascht ein. Am 8. September sprach das Gericht den Pastor vom Vorwurf des Glaubensabfalls frei. Es war aber überzeugt, dass Nadarkhani unter Muslimen evangelisiert habe. Dafür erhalte er eine dreijährige Gefängnisstrafe, die mit der Untersuchungshaft abgegolten sei. Der Generalsekretär der Menschenrechtsorganisation Christliche Solidarität Weltweit (CSW), Mervyn Thomas (London), kritisierte die Verhaftung als einen Gesetzesverstoß. Der Zeitpunkt sei unsensibel und besonders für Nadarkhanis Frau und Söhne sehr belastend. Sie hätten damit gerechnet, zum ersten Mal seit drei Jahren wieder Weihnachten als Familie feiern zu können. Im Iran sind mehrere frühere Muslime wegen ihres Übertritts zum Christentum eingesperrt. Sie müssen mit einem Todesurteil rechnen.

Pakistan: Asia Bibi soll gehängt werden

Auch in Pakistan befinden sich Christen wegen angeblicher Lästerung des Propheten Mohammed im Gefängnis. Weltweite Aufmerksamkeit erregt der Fall der 47-jährigen Christin Asia Bibi, die seit dem 9. Juni 2010 inhaftiert ist und zum Tode verurteilt wurde. Sie wäre die erste Frau in Pakistan, die wegen Gotteslästerung gehenkt werden würde. Menschenrechtsorganisationen zufolge verschlechtert sich der körperliche und seelische Zustand der fünffachen Mutter ständig. Zwei Minister, die sich für eine Änderung der Blasphemievorschriften aussprachen, wurden von islamischen Extremisten ermordet. Von den 174 Millionen Einwohnern Pakistans sind etwa 95 Prozent Muslime, zwei Prozent Christen sowie zwei Prozent Hindus und der Rest Sikhs, Buddhisten und Anhänger anderer Religionen.

In Deutschland beten Christen an Verfolgte

Zum Gebet für verfolgte Christen haben die katholische Deutsche Bischofskonferenz und die Evangelische Landeskirche in Württemberg aufgerufen. In den Gottesdiensten am 26. Dezember sollte insbesondere daran erinnert werden, dass rund 100 Millionen Christen weltweit wegen ihres Glaubens bedrängt, benachteiligt oder verfolgt werden. Der zweite Weihnachtstag ist traditionell dem ersten Märtyrer der Christenheit, Stephanus, gewidmet.Nach Informationen des Hilfswerks „Open Doors“ (Kelkheim bei Frankfurt am Main) werden weltweit rund 100 Millionen Christen wegen ihres Glaubens bedrängt. Das seien etwa 80 Prozent aller aus religiösen Gründen Verfolgten.

Quelle: http://www.idea.de/detail/thema-des-tages/artikel/fuer-viele-christen-war-es-kein-friedliches-fest.html

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Indonesien: Muslime rufen zum „Heiligen Krieg“

Islamische Extremisten haben in einem Wohngebiet nahe der Hauptstadt Jakarta den „Heiligen Krieg“ ausgerufen. Als Folge wurden mehrere Mitglieder einer lutherischen Kirchengemeinde angegriffen und zum Teil erheblich verletzt.

So wurde der Gemeindeälteste der Protestantisch-Christlichen Batak-Kirche im Bezirk Bekasi, Sintua Hasian, am 12. September auf dem Weg zum Gottesdienst von Männern mit Messern schwer verletzt. Als ihm Pastorin Luspida Simanjuntak zur Hilfe eilen wollte, erhielt sie Schläge mit einem Brett auf Kopf und Körper. Auch andere Gemeindemitglieder wurden nach Angaben der ökumenischen Nachrichtenagentur ENI verletzt. Die Männer flohen auf Motorrädern, während die Schwerverletzten ins Krankenhaus gebracht wurden. Neun Tatverdächtige wurden vorläufig festgenommen. Indonesiens Staatspräsident Susilo Bambang Yudhoyono bedauerte die Übergriffe. Der Bischof der 4,2 Millionen Mitglieder zählenden und damit größten Kirche Indonesien, Bonar Napitupulu, sowie Generalsekretär Ramlan Hutahaen gehen von geplanten Angriffen aus. Die örtliche Polizei habe die Kirchengemeinde aufgefordert, keine Gottesdienste mehr abzuhalten.

Demonstration gegen staatliche Untätigkeit
Im Gebetsbrief der Kommission für Religionsfreiheit der Australischen Evangelischen Allianz erläutert die Expertin Elizabeth Kendal die Hintergründe. Danach ist Bekasi ein Stützpunkt muslimischer Extremisten. Ihre Führer verlangten, dass das Religionsgesetz, die Scharia, für alle Bewohner eingeführt werde. Insbesondere wollten sie den „Abfall vom Islam“ stoppen, den die Scharia mit dem Tode bedroht. Man müsse der „Christianisierung“ ein Ende setzen. Am 3. Juli hätten die islamischen Führer den „Heiligen Krieg“ ausgerufen und etwa 100 Mudschaheddin ausgebildet. Der rund 1.500 Mitglieder zählenden lutherischen Gemeinde werde seit 15 Jahren eine Baugenehmigung für ein Gemeindezentrum verweigert. Schließlich habe man den Mitgliedern sogar verboten, in ihren Häusern Gottesdienste abzuhalten. Am 31. Juli habe eine Gruppe begonnen, trotzdem Gottesdienste auf einem Grundstück der Kirche zu feiern. Zwar seien Polizisten zu ihrem Schutz anwesend, doch hätten am 8. August rund 300 militante Muslime die Barrikade durchbrochen und flüchtende Christen verprügelt. Am 15. August hätten etwa 1.200 Vertreter religiöser Minderheiten in Jakarta gegen die Untätigkeit der Behörden angesichts eskalierender muslimischer Gewalt demonstriert. Die Protestantisch-Christliche Batak-Kirche sei nur eine von vielen in West-Java, die verfolgt und diskriminiert würden. Von den 240 Millionen Einwohnern Indonesiens sind 80 Prozent Muslime. 16 Prozent Christen, zwei Prozent Hindus sowie jeweils ein Prozent Buddhisten und Angehörige von Stammesreligionen.

Jetzt mag mancher denken, was interessieren mich die Christen, was die Moslems, was Indonesien. Think again.

Denn was da abgeht und wie weit die Moslems dort gehen können und wie weit wir als „westliche“ Menschen / Christen das ignorieren – das hat einen Einfluss auf unsere Zukunft – ob nun Christ, Jude, Moslem, Agnostiker oder sonst was.

Erschreckend finde ich in diesem Zusammenhang das (Nicht-) Interesse unsere Führer und Medien. Über einen verrückten Pastor in Florida regt sich die halbe Welt auf, die Medien sind voll davon.

Aber so was hier,

  • wo es ja „nur“ Christen sind, die sterben oder verletzt werden,
  • wo es ja „weit weg“
  • in einer völlig anderen „Kultur“ ist,
  • wo „Dschihad“ mit „unserem“ Verständnis nicht zusammenpasst –

das interessiert nur wenige.

Israel – Umfragewerte

Attitudes toward Israel are widely negative. Twenty-four countries give an unfavourable evaluation, while only two evaluate Israel positively, and two are divided. In the 28-country average, 50 per cent rate Israel‘s influence negatively and 19 per cent rate it positively.

Even so, the average of countries polled in both 2009 and 2010 became slightly less negative; unfavourable ratings have dropped by four points.

Views improved but remained negative in several countries. Unfavourable ratings have dropped in

  • Australia by 20 points (now 47%, down from 67%), in
  • Canada by 14 points (now 38%, down from 52%), in
  • China by 12 points (now 40%, down from 52%), in
  • Japan by 11 points (now 52%, down from 63%), in
  • Portugal by 22 points (now 46%, down from 68%), in
  • Spain by 11 points (now 60%, down from 71%)
  • The USA has remained one of the two countries offering a positive rating overall, although this has dropped seven points (now 40%, down from 47%). It is joined by
  • Kenya, where a drop in negative ratings by seven points (now 34%, from 41%) has caused it to lean slightly positive (39% positive).
  • Russia continues to be quite divided (29% positive, 30% negative).

Majority-Muslim countries continue to have negative views about Israel‘s influence. All five of these countries surveyed have negative majorities:

  • Egypt (92%),
  • Turkey (77%),
  • Indonesia (56%),
  • Pakistan (53%), and
  • Azerbaijan (51%).

via bbc.co.uk

Gegenüber der letzten Umfrage von 2008 haben sich die Zahlen leicht verbessert. Der im Text erwähnte Rückgang in manchen Ländern ist sicherlich auf den Gazakrieg letztes Jahr zurückzuführen.

Und jetzt kann man ja mal überlegen, warum diese Werte in den Ländern so sind, wie sie sind. In den muslimischen Ländern wird gegen Juden gehetzt. Antisemitische Artikel und Karikaturen sind Standard in diesen Ländern.

Und auch die Presse in den westlichen Ländern hat manchmal keine Hemmungen, Lügen und Halbwahrheiten über Israel zu verbreiten. Ein beliebtes Muster geht so:

Eine Geschichte entsteht irgendwo. Riesen-Geschrei, alle Zeitungen berichten, wie schrecklich und inhuman Israel sich wieder einmal verhalte. Tage oder Wochen später kommt die ganze Wahrheit ans Licht. Fazit: War eigentlich anders und Israel hat nichts falsch gemacht. Die Richtungsstellung wird, wenn überhaupt, auf  Seite 27 rechts unten abgedruckt. Geschehen z.B. im Fall des Haaretz-Artikels über den Spionage-Skandal in Israel.

SPON hatte in Person der immer objektiv schreibenden Ulrike Putz (hüstel) über den Fall berichtet. Richtigstellung? Fehlanzeige.

Man braucht nicht viel Hirn, um sich vorzustellen, welche Fakten und Eindrücke über Israel bei den Lesern hängenbleiben. Und aus diesen Eindrücken speisen sich dann auch die Umfragewerte. Welcher normaler Mensch, der kein persönliches Interesse an Israel hat, macht sich denn die Mühe, solche Artikel gegenzurecherchieren?  Kaum einer. Es reicht die Tagesschau und der Neustädter Anzeiger, der eine dpa-Meldung unkommentiert abdruckt.

Deshalb haben diese Umfragen keinen Wert, wenn es um die Frage geht, wie schlecht oder gut Israel wirklich ist. Sie sind nur ein Spiegelbild für die lokalen Medien und die meinungsbildenden Eliten des Landes.

Der Islam und die Zivilreligion

Von Bassam Tibi

Noch vor einer Dekade hätte niemand erwogen, dass der Islam im neuen Jahrhundert dermaßen im Zentrum des Geschehens stehen würde – selbst nicht nach der „islamischen Revolution“ im Iran und den Kriegen in Nahost und Afghanistan. Heute muss man sich – angesichts einer wachsenden Islam-Diaspora von 23 Millionen weltweit – innenpolitisch in diesen Diaspora-Ländern die Frage stellen, ob der Islam analog zur Zivilgesellschaft mit Zustimmung der Muslime als Zivilreligion gedeutet werden kann. Ist dies nicht möglich, dann sollte man jegliche Art von Integration schnell vergessen.

Auch andere nicht-westliche Länder wie China oder Indien, die signifikante islamische Minderheiten haben, müssen die Frage der Integration von Muslimen in ein nicht-muslimisches Gemeinwesen beantworten. Dort herrscht aber bereits Gewalt, so etwa in Xinjiang oder Kaschmir. Die Europäer verdrängen diese Frage noch – aber die Rede über eine „Ethnizität der Angst“ in Bezug auf den Islam kann auch in Europa nicht länger unterdrückt werden. Denn sollte es nicht gelingen, einen „zivilen Islam“ durchzusetzen, dann lässt sich schon jetzt ein gewaltförmiges Szenario dieser „Ethnizität der Angst“ voraussagen – der Begriff meint die gewaltförmige Austragung von ethnischen Konflikten. Über die Möglichkeiten, die den Islam zu einer zivilen Religion machen können, auch in Deutschland nachzudenken, ist also mehr als angebracht.

Denn: In Europa hat sich der Islamismus bereits institutionell verankert und die Europäer scheinen das zu schätzen und als vorteilhaft zu betrachten, weil sie glauben, so mit Islamisten verhandeln zu können, die bereit sind, auf Gewalt zu verzichten. Zwar trifft es zu, dass es einen Unterschied zwischen friedlich-institutionellem und dschihadistischem Islamismus gibt, aber dieser Unterschied betrifft nur die Frage der Gewaltanwendung als Mittel der Politik. Friedliche Islamisten verzichten darauf, gleichwohl pflegen sie dieselbe dschihadistische Weltsicht. Sie betreiben Dschihad institutionell und instrumentalisieren dafür die Zivilgesellschaft. Beide Richtungen des Islamismus jedoch, die gewalttätige wie die unter Verzicht auf Gewalt vorgehende institutionelle, lehnen nicht allein die Werte der Zivilgesellschaft ab, sondern auch das Konzept von Zivilreligion überhaupt, weil dieses Konzept die Trennung von Religion und Politik bejaht, die es für Islamisten nicht geben kann. Die Anerkennung der Religion als Quelle von Werten, die im Einklang mit der Zivilgesellschaft stehen, passt nicht in diese islamistische Ideologie. Dabei haben die Islamisten in Europa mit ihrer doppelgleisigen Strategie, das Konzept der Zivilreligion abzuwehren, sogar mehr Erfolg als in genuin islamischen Ländern – dort sind offene Diskussionen über diese Frage eher möglich.

Ein aktuelles Beispiel: In zwei zentralen islamischen Ländern, in Marokko und Indonesien, trafen sich gerade liberale muslimische Meinungsträger, die über die Zukunft des Islam debattierten. Sie können die Idee eines „civil Islam“, eines zivilen oder zivilreligiösen Islam, durchaus akzeptieren. Im marokkanischen Fez diskutierten sie über Vielfalt und Pluralismus, im indonesischen Jakarta reflektierten sie auf dem Kongress „Debating Progressive Islam“ über den Islamismus als Gegenvision zum Islam als Zivilreligion. Es gibt also Muslime, die einen totalitären Islamismus zurückweisen und sich für einen offenen Islam einsetzen, der in die offene Gesellschaft passt. In Europa steht solchen Debatten die „Entreligionisierung“ der Öffentlichkeit und ihrer Meinungsführer im Weg. Was die „Financial Times Deutschland“ (FTD) kurz vor Weihnachten 2006 schrieb, wird nur von wenigen der europäischen Eliten und der breiten Öffentlichkeit so gesehen:

„Wer die Welt verstehen will, der muss heute auch ihre religiösen Bewegkräfte verstehen.“

Denn aus diesen Kräften entstehen ja gerade die politische Bewegungen, zu denen die Islamisten gehören. Diese instrumentalisieren auch nicht die Religion – wie viele Europäer glauben –, sie handeln nach ihrem eigenen Selbstverständnis als „wahre Gläubige“, um einen Begriff von Eric Hofer aufzunehmen. So stellt sich mit aller Macht die Frage: Lässt sich der Islam gegen diese Bewegungen neu als eine Zivilreligion bestimmen, die mit Demokratie und Zivilgesellschaft vereinbart werden kann? Was bedeutet Zivilreligion in Bezug auf den Islam und wie relevant ist diese Perspektive in Bezug auf die Zukunftsaussichten der Säkularisierung des Islam?

Diese Frage geht heute das postchristliche Europa an, aber die Europäer verstehen dies nicht. Muslimische Migranten bringen die Religion nach Europa zurück und sie verachten alle A-Religiösen, die dies jedoch nicht begreifen wollen. Die Illusion eines Weltethos, wie ihn der prominente katholische Theologe Hans Küng aus Tübingen und viel weniger prominente Kulturprotestanten vorschlagen, füllt diese Lücke in einer a-religiös gewordenen postchristlichen Gesellschaft auch nicht.

Das alles wurde schon früh gesehen. Der Harvard-Gelehrte Daniel Bell hat bei einem Vortrag an der London School of Economics schon 1977 die „Rückkehr des Sakralen“ angekündigt. Bell teilte den Glauben von Max Weber an eine bereits vollständig erfolgte „Entzauberung der Welt“ nicht mehr. Der Harvard-Wissenschaftler erachtete es für undifferenziert, nicht zwischen einer Säkularisierung – also der Trennung von Religion und Politik – und einer Profanierung, das heißt, der Abschaffung des Heiligen zu unterscheiden. Weil die Europäer diese Unterscheidung nicht treffen, gehen sie der Tatsache auf den Leim, dass sie keine Heiligtümer mehr haben, und verwechseln Säkularisierung mit Profanität als Weltlichkeit. So verstehen sie auch nicht, was passiert, wenn im Zuge globaler Migration nicht-europäische Menschen nach Europa kommen, die einen starken Glauben leben, der einen festen Begriff vom Heiligen hat und für das Absolute gehalten wird. Und für diesen Neo-Absolutismus, der keine Zivilreligion zulässt, fordern die Islamisten dann auch noch Geltung und Toleranz.

So entsteht ein Wertekonflikt. Die Realität dieses Konfliktes ist nicht mit dem Begriff „Kampf der Kulturen“ zu fassen. Dafür ist der Begriff des Zivilisationskonfliktes geeigneter. Es ist ein Wertekonflikt zwischen Islamisten und dem Verständnis des Islam als Zivilreligion. Und es ist ein Konflikt zwischen Säkularisierung und Entsäkularisierung, der global Realität ist. Der Amerikaner Mark Juergensmeyer schrieb darüber sein Buch „Der neue Kalte Krieg“. Die Debatte über Zivilreligion gewinnt also nicht nur feuilletonistische, sondern weltpolitische Bedeutung.

Wenn Religion als Quelle politischer Ethik, das heißt als Zivilreligion zugelassen wird, so am Beispiel des Islam, dann ist dies nicht mit der „Politisierung der Religion“ zu verwechseln. Die Islamisten wollen keine Zivilreligion, sondern eine Religionisierung von Gesellschaft und Politik und das ist die Gegenagenda zur Zivilgesellschaft. In Europa finden jedoch vor allem durch die Migration von Muslimen die sachlich gegenläufigen Prozesse der Religionisierung der Politik und der Entreligionisierung der Gesellschaft faktisch gleichzeitig statt. Das ist eine Art Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen, was den Europäern das Verständnis des Islam in Europa weiter erschwert. Selbst der wichtigste Philosoph Deutschlands, Jürgen Habermas, versteht dieses Phänomen nicht. In seiner Rede in der Paulskirche anlässlich der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels prägte er ohne Kenntnis und Rücksicht auf die Religionisierung der Politik im Islam die Formel von der „postsäkularen Gesellschaft“. Die Realität der „Rückkehr des Sakralen“ lässt sich jedoch nicht mit der leeren Formel von der „postsäkularen Gesellschaft“ fassen.

Die Antwort auf die Religionisierung der Politik durch Islamisten muss die Forderung nach einer Zivilreligion im Islam sein. Die islamischen Debatten in Marokko und in Indonesien beweisen, dass dies im Islam möglich ist. Dies muss auch für das sich entreligionisierende Europa gelten, wo eine christliche Zivilreligion die Alternative zur substanzlosen Profanität wäre. Intoleranz kann man nicht mit Toleranz begegnen, man muss eine Zivilreligion fordern.

Um die konfliktbeladene Spannung zwischen der Religionisierung der Politik und dem Bedarf an Zivilreligion im Islam zu verstehen, muss man die Religion nicht nur als Glaube, sondern darüber hinaus auch als ein „kulturelles System“ begreifen. Wenn Konflikte religionisiert werden, etwa die Islamisierung des Palästina-Konfliktes, gibt es im Zeitalter der Zivilisationskonflikte keine Lösung mehr. Die Suche nach einer Konfliktlösung muss mit der kulturübergreifenden Werteorientierung einer Zivilreligion erfolgen. Auch im Islam ist eine Zivilreligion die Alternative zur Religionisierung der Politik. Es geht hierbei nicht nur um religiöse Toleranz, sondern um die Prinzipien einer offenen Gesellschaft und auch um Erkenntnisse über Europa im Zivilisationskonflikt mitten in einem weltanschaulichen Krieg. Unter den Bedingungen einer Religionisierung der Weltpolitik ist der Bedarf an einer Zivilreligion im Islam kaum zu unterschätzen.

Der Bedarf ist da, aber der Islam ist *keine* Religion, auch kein *kulturelles System*, sondern ein politisches System. Alles, was der Islam in menschlicher Hinsicht will, sind Macht und Unterwerfung der Ungläubigen.
Dann – und erst dann – ist das Ziel des Islam erreicht.

Dschihad-Gipfel in Istanbul

Hamas befürwortet Abwanderung von Dschihad-Kämpfern nach Gaza durch Öffnung der Grenzen

Hamas-Führer, 200 weitere islamische Konservative und sunnitische Gelehrte aus Somalia, Sudan, Pakistan, Indonesien und dem Mittleren Osten kamen im Februar diesen Jahres im Holiday Inn Airport-Hotel in Istanbul zusammen und verlangten, eine dritte Dschihad-Front gegen Israel zu eröffnen. Die liberale türkische Tageszeitung Radikal zitiert BBC und deren Journalisten Bill Law, nach dessen Bericht auf der Konferenz verlangt wurde, gegen Israel eine dritte islamische Front aufzubauen, nachdem die ersten beiden Fronten in Afghanistan und dem Irak bestehen. Seit 100 Jahren seien die Beziehungen zur Türkei zwar gestört, aber Palästina habe die islamischen Opponenten wieder zusammengebracht, hieß es. Insbesondere wurde der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan gelobt, der in Davos zwei Wochen zuvor den israelischen Regierungschef Simon Peres öffentlich hart kritisiert hatte. Das Ziel des Treffens sei es auch gewesen, die schiitisch-iranisch unterstützte Hisbollah gegen Israel mit neuer Begeisterung zu betrachten, die der Kritik der sunnitischen Mehrheit ausgesetzt ist.

Der in Damaskus lebende Führer der Hamas, Muhammed Nazzal, forderte die arabischen Länder auf, ihre Grenzen nach Gaza zu öffnen, damit Dschihad-Kämpfer nach Gaza durchkämen, denn mit Israel könne es keinen Vertrag geben. Nur Waffen würden Respekt bewirken, was von allen Beteiligten mit großem Beifall beklatscht wurde.

Quelle:  http://www.radikal.com.tr/Radikal.aspx?aType=RadikalDetay&ArticleID=922461&Date=19.02.2009&CategoryID=77

Ja ja, die friedliebenden und „Israel ja so gar nicht feindlich gesinnten“ Völker des Islams … Obama …. Do You listen??? Hello …….. ?