• Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt. -
    Thomas Mann

    "An appeaser is one who feeds a crocodile - hoping it will eat him last." (W.Churchill)

    Es ist einfacher, kritisch zu sein als korrekt.
    Benjamin Disraeli

    Es gehört oft mehr Mut dazu, seine Meinung zu ändern, als ihr treu zu bleiben.
    Friedrich Hebbel

    Die beste und sicherste Tarnung ist immer noch die blanke und nackte Wahrheit. Die glaubt niemand!
    Max Frisch

    „Ich für meinen Teil bin der Meinung, dass es nicht zum Begriff der Demokratie gehört, dass sie selber die Voraussetzungen für ihre Beseitigung schafft …
    Man muss in einer Demokratie auch den Mut zur Intoleranz denen gegenüber haben, die die Demokratie gebrauchen wollen, um sie zu beseitigen!”
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Israelische Standards

Mandi Safdi, Vertreter der israelischen Regierung, besuchte letzte Woche die Witwe des bulgarischen Busfahrers, der bei dem Terroranschlag in Burgas getötet wurde.

„Ich danke dem Staat Israel, der einen Vertreter geschickt hat, mich zu besuchen. Niemand von der bulgarischen Regierung hat mich seit dem Terroranschlag besucht und sie kamen aus ihrem Land, um mich zu besuchen“,

sagte die Witwe Amino Kyosova und konnte ihre Tränen nicht aufhalten. Ihr Mann Mustafa Kyosova ist der erste Bulgare, der je einem Terroranschlag zum Opfer fiel. Er hinterließ eine acht Jahre und eine 4 Monate alte Tochter.

Quelle: Israel Report 8.8.12

Einige werden sagen: Das ist nur Show, nur Gehabe. Das stimmt nicht. Es ist Usus in Israel, Angehörige von Terroropfern zu besuchen. Eine feine Geste.

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Familie und Kinder in Israel

Ein toller, extrem lesenswerter Artikel von Lila, wie das Leben in Israel läuft:

Culatello, noch was für Dich. Du bist ja schon eine Weile hier in Rungholt, und kannst mich vermutlich ein bißchen einschätzen (natürlich ist es immer möglich, daß ein Blogger nur heuchelt und lügt). Es wäre sehr schön, wenn Du mir einfach mal auf Treu und Glauben abnehmen würdest, daß ich für einen ziemlich großen Teil der israelischen Eltern stehe. Sehr, sehr viele israelische Kinder werden ganz ähnlich erzogen wie meine. Manche säkular und religiös ungebunden wie meine, andere mehr traditionell-jüdisch, andere richtig stark jüdisch. Manche ashkenasisch-bürgerlich wie bei uns, in anderen Familien mehr gemischt, andere wiederum äthiopisch, orientalisch, russisch, amerikanisch oder sonstwie von der Herkunft der Eltern oder Großeltern beeinflußt. Manche Familien singen, andere wandern, andere sehen viel fern, wieder andere reisen viel. Jede Familie mit ihrem ganz speziellen Stil und Charakter.

Aber eines haben die meisten israelischen Mittelschicht-Familien, obere und untere Mittelschicht, aus denen die meisten Soldaten stammen, die Du mit solchem Zorn ansiehst, gemeinsam: ein gewisses Wertesystem. Nicht vor Verachtung schnauben, sondern mir einfach mal glauben.

Studien haben ergeben, daß israelische Kinder einen hohen Prozentsatz von sicherer Bindung aufweisen (im Gegensatz zu Deutschland, wo bekanntlich sehr viele Kinder eine vermeidend-ängstliche Bindung zeigen, die Studien sind ja sehr bekannt). Der Augenschein bestätigt das. Besucher haben überrascht bemerkt, wie wenige heulende Kinder man auf israelischen Straßen sieht. Israel ist eine kind-zentrierte Gesellschaft. Kinder werden geliebt, überall geduldet, in Restaurants mitgenommen, von Fremden angelächelt. Es gibt keine Verbote, über Rasen zu laufen, Krach zu machen. Nicht aus Gleichgültigkeit oder Verhätschelung oder Furcht, dem König Kind zu widersprechen, sondern aus grundsätzlichem Verständnis für die Bedürfnisse von Kindern.

Israelis lieben ihre Kinder und erziehen sie zur Liebe zum Leben. Israelische Familien fahren weit, um Veilchen blühen zu sehen oder einen Wasserfall. In israelischen und jüdischen Festen sind Kinder wichtig. Kinderlose werden verständnislos angeguckt. “Aber JEDER muß doch Kinder haben wollen”, das ist die Einstellung. Die erste Frage, die mir Fremde stellen: “hast du Kinder?”, und die unweigerliche Antwort auf meine Auskunft ist stets, “sie mögen gesund bleiben”.

Heute werden auch in Deutschland Kinder mit leichterer Hand erzogen als zB ich, aber oft werden sie auch als spätgeborene Kronjuwelen verhätschelt und dürfen sich nicht dreckig machen und müssen früh dreisprachig sein, am besten Mandarin und Englisch. Hier ist das immer noch, zumindest in meinem Kibbuz-Moshav-Milieu, anders. (In den urbanen Ober-Mittelschicht-Familien ist das inzwischen wohl auch anders). Kinder machen sich dreckig. Sauberkeit und Pünktlichkeit sind nicht die obersten Werte. Israelische Eltern drücken ihre Liebe verbal und körperlich offen aus.

Die israelische Supernanny erzieht die Eltern zu mehr Verständnis für die Kinder, statt die Kinder zu disziplinieren (sie arbeitet nach dem Modell des Adler-Zentrums in Haifa). Die meisten Eltern, die ich kenne, erziehen fast ohne Strafen. Demütigung von Kindern wird vermieden, statt zu sagen “du garstiges kleines Monster” sagt man “hitbalbalta”, “du hast einen Fehler gemacht, du hast was durcheinandergebracht” (bilbul ist Verwirrung). Sprüche wie “Kinder die was wollen, die kriegen was auf die Bollen”, die es hoffentlich in Deutschland auch nicht mehr gibt, habe ich hier nie gehört. “Der böse Willen” oder “der Bock”, die ausgetrieben werden müssen, kennt man hier gar nicht. Vielleicht ist das in anderen Milieus anders, aber ich kenne doch inzwischen eine Menge Leute, und die allermeisten Kinder, die ich kenne, die wachsen ohne Druck und Furcht auf. Ja, sie werden manchmal frech und merken es selbst nicht, das stimmt.

Auf einmal, wenn die Kinder, die so aufgewachsen sind, geliebt, geborgen und mit der Freiheit um Krach-und-Dreck-machen, wenn die also 18 werden, dann müssen wir sie abgeben. Sie werden in Uniformen gesteckt und dürfen ihre Zeit nicht frei einteilen und lernen Dinge, die kaum einer wirklich gern lernt, wie im Dreck krabbeln, auf Ziele schießen und nachts wach bleiben. Die Pritschen im Zelt sind kalt, die Stiefel drücken, die Klos sind nicht einladend und die Eltern fern. Und die Bedrohung ist echt, die Einsätze sind echt. Und die Angst auch.

Nach der Grundausbildung sind die Hierarchien in der IDF flach und der Umgangston ist locker. Offiziere werden geduzt, Widerworte sind erlaubt und je höher man aufsteigt, desto mehr werden Widerworte erwartet und ermutigt (hängt natürlich sehr von der Waffengattung und Funktion ab, mein Mann war der offizielle Widerwort-Geber seiner Kolonne und darum wohl kein allgemeingültiges Beispiel). Es gibt bestimmt schlimmere Armeen, um drei Jahre Dienst zu verbringen.

Aber meinst Du wirklich, Culatello, daß ich meine Jungs und Mädchen dazu erzogen habe, Palästinenser an Checkpoints zu kontrollieren, um unter 500 den einen tödlichen Sprengsatz zu identifizieren, der uns umbringen könnte? Primus ist zeit seines Lebens besonders höflich zu älteren Menschen gewesen und bietet jederzeit und jedem Hilfe an. Glaubst Du, ihm ist wohl dabei, wenn er sieht, wie die alten Leute am Checkpoint warten? Wenn er als Sanitäter sie behandeln muß, wenn sie nicht mehr können?

Glaubst Du, meine kleine Nichte hat riesigen Spaß daran gehabt, als Einsatzleiterin Lufteinsätze über dem Gazastreifen zu koordinieren? Glaubst Du nicht, wenn ihr ein Fehler unterläuft, chalila, und Zivilisten zu Schaden kommen, daß ihr das ihr Leben lang nachgehen würde? Ihre Mutter ist Ergotherapeutin und behandelt seit Jahrzehnten Kranke in arabischen Dörfern. Meinst Du nicht, ihr tut es weh, wenn ihre Tochter jederzeit in Gefahr ist, die Vettern und Cousinen ihrer Patienten durch einen Fehler zu töten?

Der Wahlspruch hier ist “ein breira”, wir haben keine Wahl. Und wenn Du mal ganz ehrlich bist, dann ist das wohl so. Was soll denn werden, wenn wir die Waffen niederlegen? Würdest Du das tun? Was würden unsere Nachbarn tun, wenn meine Kinder und Nichten und Neffen und alle anderen ihre Waffen auf einen Haufen legten und sagten: “wir haben keine Lust mehr, kommt, wir machen Frieden”? Nasrallah, Haniya, die Moslembrüder in Ägypten, was würden die wohl als erstes tun? Uns einen Friedensvertrag anbieten? Eine Tafel Schokolade schenken und sagen: “ruht euch erstmal aus, wir reden später, erstmal entlassen wir unsere Jungs”? Schön wär´s, Culatello, schön wär´s.

Neulich wurde in den Nachrichten im Rahmen einer Ermittlung innerhalb der Armee ein Handy-Filmchen gezeigt. Darin hockte ein junger Palästinenser, an Händen und Füßen gefesselt, an einem Checkpoint und wimmerte vor Schmerzen. Seine Fesseln waren zu straff gezogen. Er flehte den Soldaten an, ihm die Fesseln zu lockern. Der Soldat, statt der Bitte nachzugeben, filmte den Gefangenen auf dem Handy. Vielleicht hat er die Bilder seinen Freunden gezeigt, vielleicht haben sie darüber gelacht, vielleicht haben sie sich mächtig gefühlt, ich weiß es nicht. Das sind Abgründe. Ich habe die Stimme des Palästinensers noch im Ohr, und ich bin mir sicher, daß ich nicht die einzige bin. Die Szene wurde ausgestrahlt, um bei den Ermittlungen zu helfen.

Du weißt, daß solche Szenen gefilmter Demütigung auch in Schulen vorkommen, überall dort, wo es Handies gibt. Du weißt so gut wie ich, daß emotionale Verrohung, Gemeinheit und Verführbarkeit durch Macht überall vorkommen. Die Armee gibt jungen Männer, die sowieso nicht besonders stark bei Empathie punkten in diesem Lebensabschnitt, die Möglichkeit, die Werte ihrer Erziehung zu vergessen, andere mit gutem oder dünnem Vorwand zu demütigen, zu quälen und ihre Macht spüren zu lassen. So wie Armeen überall auf der Welt es tun, und auch das weißt Du.

In Israel ist das schmerzlich bekannt, und die israelische Gesellschaft tut sehr viel dafür, durch Medien, Schulen und innerhalb der Armee selbst, um die Werte fest zu verankern, die solche Handlungsweisen verhindern. Es spielt hier auch gar keine Rolle, wie Gilad Shalit von der Hamas gedemütigt wurde. Das ist kein Vergeltungsspiel. Wir wollen nicht, daß unsere jungen Männer traumatisiert und verroht aus der Armee zurückkommen. Daß sie erstmal drei Jahre lang in Goa Drogen nehmen und die Realität vergessen, bis sie überhaupt anfangen zu überlegen, was in Deutschland jeder junge Mann sechs Jahre vorher überlegt: was will ich eigentlich mal studieren? mit meinem Leben anfangen? Wir wollen nicht, daß sie mit 30 plötzlich begreifen, was sie da eigentlich getan haben, und sich für den Rest ihres Lebens schämen, und nicht mehr frei werden von ihren Erinnerungen.

Ein Neffe von mir, der im Libanon zur schlimmsten Zeit gedient hat, ist aus seinem shell shock nicht mehr rausgekommen. Zwei Jahre hat er wie katatonicsh in seinem Zimmer gesessen. Ein Junge aus einem hochgebildeten, linken Elternhaus, der auf Demos gegangen ist, der den Zwiespalt zwischen dem, woran er glaubte, und dem, was er zur Sicherheit seines Lands tun mußte, nicht mehr aushielt. Er hat zweimal das Studium abgebrochen. Er ist ein hübscher, sensibler, lieber Junge. Wenn seine Mutter, ihres Zeichens Schulpsychologin, von ihm erzählt, weint sie. Er ist jetzt Mitte 30, lebt allein, jobbt manchmal, geht zum Psychologen. Ein zerbrochenes Leben.

Es hat lange gedauert, bis mein Mann, der den stärksten überhaupt möglichen Charakter hat und den ich in Feuerproben gelassen gesehen habe, in denen alle anderen die Fassung verloren haben – es hat lange gedauert, bis mein Mann “Waltz with Bashir” angucken konnte. Oder “Beaufort”. Oder “Lebanon”. Die israelische Gesellschaft kaut an ihren traumatischen Erinnerungen, verarbeitet sie und würgt sie doch immer wieder hoch. Leckerer werden sie davon nicht, das versichere ich Dir. Die quälenden Fragen: was hätten wir anders machen können und sollen, was lernen wir daraus, wie leben wir weiter, was mach ich, wenn mein Sohn dasselbe erlebt, und Gott bewahre mein Enkel… die lassen hier niemanden los. Wir sagen, “ein breira”, aber leichter macht es das nicht.

Culatello, ich weiß, es ist nicht fair, Dich dazu bringen zu wollen, israelische Soldaten mal als Menschen zu sehen, als Jungs, als Mädchen, und Dich zu erinnern, wie Dein Leben aussah, als Du so alt warst wie sie. Das ist belastend, das ist schwer, das geht gegen den Strich. Die Rollen sind für Dich so klar verteilt: die Palästinenser sind Opfer und haben es schwer, sie haben Empathie verdient. Die Israelis sind Täter und haben es leicht, sie haben keine Empathie verdient. Warum also mach ich mir die Mühe und schreibe, statt andere, dringendere Dinge zu erledigen?

Ich schreibe es einerseits gern, weil es im Moment das zentrale Problem meines Lebens ist, mich beschäftigt wie nichts anderes. Primus ist raus, und dank seiner Tätigkeit als Sanitäter, in der er helfen, retten, Hand anlegen konnte, ist er unbeschädigt durchgekommen. Secundus ist noch mitten drin, und ich mach mir viel mehr und viel weniger Sorgen um ihn als um Primus. Tertia ist in zwei Wochen dran, mal sehen, wie das wird. Ich wandere nachts durchs Haus, ich schlafe wenig, ich gehe in die Zimmer der Kinder, wenn sie nicht da sind, ich lege das Gesicht auf Secundus T-shirts und bete aus der Ferne für ihn, daß alles friedlich bleibt, daß sein sensibelster Soldat sich nichts antut, daß er nicht wieder die Schreie der Sudanesen hören muß, daß er in keine Schießerei an der Grenze gerät, daß er nicht sein Herz verhärtet gegen andere. Nicht viel anderes interessiert mich im Moment.

Andererseits schreibe ich es ungern, weil es selbstverständlich ist, weil man es doch sofort sieht, wenn man nach Israel kommt, weil es doch jeder wissen kann. Warum muß ich das überhaupt sagen, wen geht das schon was an, warum mach ich mir was daraus, wenn große Teile der Menschen in meiner alten Heimat meinen Mann, meine Kinder, meine Nachbarn, meine Studenten, Freunde und Familie und mich als Schweine bezeichnen?

Wir erziehen unsere Kinder nicht zu gefühllosen Monstern, die aus Hohn Flugblätter abwerfen und sich dann kaputtlachen, wenn die Palästinenser nicht wissen, wohin sie fliehen sollen, und auf der Straße verbluten. Weiß Gott, das tun wir nicht. Der Abgrund zwischen den Werten, zu denen wir unsere Kinder erziehen, und den Anforderungen, die von der grausamen Realität des Nahen Ostens an sie gestellt werden, ist riesig. Ihn zu überbrücken ist fast unmöglich, und die seelischen Kräfte, die besonders wir Eltern dazu aufbringen müssen, machen uns müde, hohl und krank vor Sorge. Warum sollen wir noch seelische Kräfte aufbringen für Menschen ohne Verständnis, für Goldstone und Ban Ki Moon und Catherine Ashton und Culatello, für selbstgerechte Menschen, die nie vor ähnlichem Dilemma standen und aus sicheren Logenplätzen Daumen heben und senken? Ich habe doch gar keine Kraft mehr dafür übrig.

Viele Soldaten selbst merken das Dilemma kaum, sie verdrängen es vielleicht oder begreifen es erst hinterher, wie Y., der mit Entsetzen sah, als er aus dem Krieg kam, daß seine Mutter graue Haare bekommen hatte in den Monaten, in denen sie ihn nicht gesehen hatte. Andere zerbrechen selbst daran, sind selbstmorgefährdet. Die Armee trainiert junge Soldatinnen wie Tertia dazu, Gefahrenzeichen früh zu erkennen. Todesursache Nr. 1 bei israelischen Soldaten ist Selbstmord, immer noch, trotz aller Maßnahmen.

Wir haben alle Angst davor, daß ein junger Soldat die Schwierigkeiten verbirgt und es irgendwann nicht mehr aushält. Daß er uns nichts sagt, weil er keine Schwäche zeigen will, daß wir die Anzeichen übersehen, daß wir ihn im Stich lassen.

Über jedem Baby, das ich kenne, wurden die Worte gesprochen: “vielleicht ist ja Frieden, wenn er (sie) alt genug ist für die Armee, halevai”.

Das sind die Menschen, die Du Schweine nennst, denen Du unterstellst, rundum aus zweifelhaften Motiven zu handeln, aus Schikane, aus Freude am Mißhandeln, grundlos. Vermutlich meinst Du, mit diesen Worten triffst Du ja eh nur Monster. Du triffst aber Menschen wie mich, die als Eltern und Erzieher ihr erwachsenes Leben daran gewendet haben, andere zu Freundlichkeit, Empathie, Mitgefühl, Respekt und gegenseitiger Hilfe zu erziehen. Die gleiche Brutalität, die Du anderen vorwirfst, setzt Du selbst in Deiner Wortwahl ein. Ich mache mich verletzlich durch meine Bloggerei, also rin in die Kerbe, zeig´s ihr, was Du von ihr und ihren Sauereien begehenden Söhnen und ihrem Schwein von Mann hältst. Nur keine Schonung!

Die de-humanisierende Kritik an Israelis, bar jeder Empathie, ist nicht weniger brutal als die Kaltschnäuzigkeit, mit der mancher junge, hilflose Soldat andere schikaniert, die sich nicht wehren können. Nur daß der Soldat unter Druck steht, Du aber nicht. Welchen Grund, welchen äußeren Druck hast Du, immer wieder auf einen Blog zurückzukehren, von einer Frau, die Du verachtest und der Du mißtraust, und Deinen Haß und Deine Verachtung in generalisierenden und beschimpfenden Worten herauszulassen?

Hast Du Dir mal überlegt, was Du an Stelle meines Primus tätest? Hat er nicht gut daran getan, den Weg zum Sani zu wählen, arabische Großväter und Enkel aus Autowracks zu befreien? Hat er nicht mehr menschliche Größe gezeigt als Du, der ohne Not Beschimpfungen auf einem Blog hinterläßt, ohne sich darum zu kümmern, ob sie gerechtfertigt sind oder nicht? Der ein ganzes Volk mit Haß und Verachtung überzieht, ohne sich über dessen Zwangslage mal ehrliche Gedanken zu machen?

Hast Du Dich an denselben Maßstäben gemessen, die Du an uns anlegst?

Was sollen wir denn tun, Culatello? Ignorieren? Warten, bis der Haß auf uns vorübergeht? Der geht nie vorüber. Lies Lee Habeeb, den ich gestern verlinkt habe. Sollen wir die weiße Flagge hissen? Soll Y. nach Essen zurückkehren, wo seine Urgroßeltern nach Erlaß der Nürnberger Gesetze Selbstmord begangen haben, oder nach Warschau, wo die gesamte Familie seiner Mutter im Ghetto verhungert ist? Sind das würdige Alternativen zum jüdischen Staat?

Ich stell Dir mal einen Videoclip ein. Das Leben eines jungen Soldaten in Bildern, von der Kindheit bis zum Dienst. Er ist im Libanon gefallen. Bitte sieh Dir die Bilder an, Du kannst das Lied auf stumm stellen. Es sind repräsentative Bilder. So werden Kinder in Israel erzogen. Nicht zu Haß und Fanatismus, sondern wenn überhaupt zur Vorbereitung auf die Armee, dann als bittere, schwierige Notwendigkeit.

Lied für Oz, von einem Freund nach seinem Tod geschrieben.

Deutsche „Friedens“-aktivisten

Liebe Friedensaktivisten,

wir finden es toll, dass Ihr Euch für Gerechtigkeit und Frieden einsetzt.

  • Ihr kauft zu Recht keine israelischen Produkte, wegen der Lage in der Westbank.
  • Ihr verzichtet zu Recht auf das russische Gas wegen der Lage in Tschetschenien und friert stattdessen in Euren Häusern.
  • Ihr boykottiert zu Recht die Tankstellen und fahrt Fahrrad, um nicht Massenmörder wie Gadaffi zu unterstützen,
  • Ihr kauft zu Recht keine Elektroprodukte aus China, um gegen die Lage in Tibet zu demonstrieren,
  • Ihr trinkt zu Recht keinen französischen Rotwein, weil Frankreich nicht einfach Roma und Sinti abschieben kann,
  • Ihr verzichtet auf den Urlaub in der Toscana wegen Berlusconi,
  • Ihr kauft auch keine deutschen Agrarprodukte mehr, wegen den ausländerfreien Zonen in Ostdeutschland.

Ihr seid einfach nur konsequent und ehrlich.
Hättet Ihr nämlich nur israelische Produkte boykottiert, so hätten wir mit unserer jüdischen Paranoia tatsächlich noch glauben müssen, Ihr seid Antisemiten.

via gad

Bezug genommen wird hier auf eine Boykottaktion der Partei Die LINKE, die sich in ihrem Aufruf ausdrücklich auf das Apartheidsregime in Südafrika beruft.

So problematisch es ist, einen einzigen Staat, den demokratischen Rechtsstaat Israel, herauszunehmen und andere zu übergehen (s.o.), so problematisch ist es genauso, Israel mit Südafrikas Apartheidsregime zu vergleichen.

Dazu ein Kommentar aus dem Israel-Report der letzte Woche:

Diese Woche findet die jährliche „Israel Apartheid-Woche“ an fünfzig Universitäten auf der ganzen Welt statt. Während der Woche organisieren Studenten antiisraelische Kundgebungen, Aufführungen, die Israel als einen brutaler Besetzer darstellen, Vorlesungen und „Pizza und Film“-Veranstaltungen. Indem sie sich an Persönlichkeiten wie Desmond Tutu, Nelson Mandela, Jimmy Carter und John Mearsheimer orientieren, behaupten die Dozenten, dass Israel in Bezug zu seinen Arabern ein Apartheidsstaat sei. Ein beliebtes Thema, das angeblich ihre Behauptungen beweist, ist Israels Sicherheitszaun, den sie „die Apartheidsmauer“ nennen. Laut der Internetseite der Israel Apartheit-Woche ist es ihr Ziel, „die Menschen über die Natur Israels als ein Apartheidssystem aufzuklären und ‚Boykott, Ausgrenzung und Sanktionen‘ (BDS)-Kampagnen als einen Teil der wachsenden globalen BDS-Bewegung durchzuführen“.

Die Idee hinter der Apartheid-Politik ist: „apart“ (=abgesondert, abseits).Eine Gruppe von Menschen wird ausgesondert, um abseits der anderen zu leben und zu wirken. In einem Apartheitsregime ist die antreibende Ideologie der Rassismus. Eine Gruppe, die bestimmende, erachtet die anderen als rassisch minderwertig. Aus diesem Grund werden der angeblich minderwertigen Gruppe viele Rechte verweigert, die sie sonst in einem demokratischen Staat hätten, die allerelementarsten Stimmrechte. Das Apartheitsregime in Südafrika erzwang auch unterschiedliche Wohnbereiche, Schulsysteme, Busse, Strände, Krankenhäuser und verbat Mischehen. All dies ist elementares Wissen.

Aber dies ist weit entfernt von dem, was in Israel passiert. In Israel leben die Juden und Araber nicht voneinander getrennt. Sie fahren mit den gleichen Bussen, gehen zu den gleichen Universitäten, werden in den gleichen Krankenhäusern behandelt, arbeiten in den gleichen Fabriken und essen in denselben Restaurants. Israelische Araber haben die vollen Stimmrechte und Araber sitzen als Mitglieder im israelischen Parlament.

Wenn wir uns mit Judäa und Samarien (das Westjordanland) beschäftigen, muss betont werden, dass mehr als 95% der arabischen Bevölkerung unter dem Regiment der Palästinensischen Autonomiebehörde leben. Israel kontrolliert die täglichen Geschäfte dieser Leute nicht. Es ist wahr, dass Teile der Straßen nur für Siedler zu benutzen sind, aber Befürworter der Apartheid-Behauptung müssen erklären, warum diese separaten Umgehungsstraßen erst gebaut wurden, nachdem der Terrorismus anfing. Vorher fuhren Juden durch die arabischen Städte und viele Juden erinnern sich mit Freude daran, welch gute Beziehungen sie hatten, als sie die arabischen Läden und Cafés in Bethlehem und Jericho aufsuchten. Die ergriffenen Maßnahmen, um Juden und Araber in den Gebieten zu trennen, haben nichts mit Rassismus zu tun, sondern allein mit Sicherheit.

Desmond Tutu, Nelson Mandela und Jimmy Carter sind keine Ignoranten. Zwei davon haben Apartheit am eigenen Leibe erfahren und sie sind gut ausgebildete Leute, die auch über die Situation in Israel und der PA Bescheid wissen sollten. Egal, was sie dazu motiviert, so zu reden, wie sie es tun; das Ergebnis ist, dass eine fürchterliche Lüge verbreitet wird. Eine objektive und aufrechte Person kann nicht anders als die Apartheid-Behauptung zurückzuweisen, wenn sie gegen Israel erhoben wird. Sie ist offensichtlich falsch.

Die Israel Apartheid-Woche findet hauptsächlich in Universitäten statt. Zusammen mit der BDS-Kampagne hat sie meistens in akademischen Kreisen Anklang gefunden, aber auch in beunruhigender Weise unter vielen Pastoren. Aber das heißt nicht, dass es nur von akademischem Interesse ist: Die Studenten, die diesen verdrehten Informationen ausgesetzt sind, werden morgen Direktoren, Journalisten, Redakteure, Politiker und Professoren sein. Und dann besteht die Chance, dass Worte zu Taten werden.

Israel ist mit Südafrika nicht zu vergleichen. Trotzdem nehmen diese Leute dieses Argument als Grundlage und Rechtfertigung ihres Tuns. Dies ist ein weiterer Schritt in die Richtung, Israel und sein Handeln nicht nach Fakten zu beurteilen, sondern nach Emotionen, Gerüchten, Lügen, Halbwahrheiten und Verschwörungstheorien.

Das nennt man Antisemitismus. Aber unter dem Label „Frieden“ lässt sich wohl einiges verkaufen.

 

Israelische Untersuchungskommission zur Gaza-Flotille

Israel hat eine Untersuchungskommission zu den Vorfällen auf der Gaza-Flotille eingesetzt, die ihren Abschlußbericht veröffentlicht hat. Jeder Rechtsstaat hat das Recht – ja sogar die Pflicht – solche Vorfälle unabhängig und neutral zu untersuchen. Israel ist dem nachgekommen.

Wer jetzt – wie ein bekannter Journalist – sagt: „War ja nichts anders zu erwarten“, der diskreditiert diesen Bericht von vornherein als Propaganda und kann keine lauteren Absichten haben. Jeder Staat hat das Recht, die Vorkommnisse in seinem Land zu untersuchen, zu bewerten und ggf. strafrechtlich zu verfolgen. So etwas nennt sich Rechtsstaat – gibt nicht so viele in der Gegend dort.

Am 14. Juni 2010 setzte die israelische Regierung eine unabhängige öffentliche Kommission ein, um verschiedene Aspekte der vom Staat Israel durchgeführten Maßnahmen zu untersuchen.

Die wichtigsten Feststellungen und Ergebnisse der Turkel-Kommission

Die wichtigsten Feststellungen

  1. Die israelische Regierung setzte eine öffentliche, unabhängige und selbstständig agierende Kommission ein. Den Vorsitz der Kommission hatte ein ehemaliger Richter des israelischen Obersten Gerichtshofes; weitere Mitglieder waren Juristen, weltweit anerkannte Experten und internationale Beobachter. Das beweist, dass Israel ein Rechtsstaat ist, der in der Lage ist, sich selbst zu überprüfen. Nur wenige Länder wären bereit, sich einer solch intensiven und fundamentalen Untersuchung zu unterziehen.
  2. Die Kommission hat eindeutig festgestellt, dass die Durchführung einer Blockade – auch in internationalen Gewässern – rechtens ist.
  3. Obwohl verschiedene Stimmen versucht haben, Israel Kriegsverbrechen zu beschuldigen, beweisen die Ergebnisse der Kommission, dass Israel die Wahrheit gesagt und in Einklang mit dem Gesetz gehandelt hat.
  4. Die israelische Regierung und die IDF werden sich mit dem Bericht ausführlich befassen und daraus die nötigen Lehren für die Zukunft ableiten.
  5. Waffen, die in den Gaza-Streifen gebracht werden, stellen ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar. Obwohl Israel die Lebensbedingungen für die Zivilbevölkerung Gazas kontinuierlich verbessert, werden weiterhin Raketen und Mörsergranaten auf israelische Städte abgefeuert. Die Hamas investiert weiter alle ihre Ressourcen in die Aufrüstung mit Raketen und Waffen.
  6. Die israelische Regierung und die Sicherheitskräfte werden weiterhin alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um die Zivilbevölkerung Israels zu schützen.
  7. Der Bericht unterstreicht, dass Gaza für nahezu alle Arten von Gütern und Produkten offen ist. Jede Organisation, die Hilfsgüter nach Gaza einführen möchte, kann dies über die existierenden Grenzübergänge tun. Es besteht keinerlei Notwendigkeit für weitere Flottillen. Diese stellen eine Provokation dar und haben keinen Bezug zu humanitären Hilfsprojekten.

Die wichtigsten Ergebnisse

1. Die Seeblockade wurde aufgrund der Sicherheitsbedürfnisse des Staates Israel eingerichtet und entspricht den Vorschriften des internationalen Rechts.

  • Die Kommission ist zu dem Ergebnis gekommen, dass die Seeblockade angesichts der Sicherheitsbedenken legitim und in Einklang mit internationalem Recht verhängt worden war.
  • Die Kommission ist zu dem Ergebnis gekommen, dass Israel seiner internationalen humanitären Verantwortung unter den Gegebenheiten einer Seeblockade nachkommt. Dies wird unter anderem dadurch deutlich, dass Schiffe in den Hafen von Ashdod einlaufen und Hilfsgüter abladen dürfen.

2. Die israelischePolitik gegenüber dem Gazastreifen entspricht internationalem Recht und Menschenrechten.

  • Israels Kontrolle über den Gazastreifens endete mit der vollständigen Räumung und Abkopplung im Jahr 2005.
  • Israel verhindert nicht die Einfuhr von Gütern des täglichen Bedarfs für die Zivilbevölkerung Gazas. Es stellt jene humanitäre und medizinische Unterstützung zur Verfügung, die laut internationalem Recht notwendig ist. Israel kooperiert auf diesem Gebiet mit der Palästinensischen Autonomiebehörde und der internationalen Gemeinschaft.
  • Die Maßnahmen Israels bedeuten keine „kollektive Bestrafung“ der Bevölkerung Gazas. Es gibt keine Hinweise darauf, dass Israel vorsätzlich Beschränkungen durchgesetzt hat mit dem alleinigen Ziel oder der Absicht, der Zivilbevölkerung Gazas lebensnotwendige Versorgungsmittel vorzuenthalten.

3.  Die Übernahme der Marmara wurde im Einklang mit internationalem Recht vollzogen.

  • Laut internationalem Recht ist es erlaubt, ein Schiff unabhängig von seiner Position zu übernehmen, wenn festgestellt wurde, dass dieses absichtlich versucht, eine Blockade zu durchbrechen. Dies gilt auch in internationalen Gewässern. Die Kommission hat alle Begleitumstände in Betracht gezogen und ist zu dem Schluss gekommen, dass die Übernahme in internationalen Gewässern rechtens war.
  • Die Möglichkeiten Schiffe, vor allem große Schiffe, auf hoher See zu stoppen, sind sehr beschränkt. Deshalb war das Abseilen der Soldaten von Helikoptern aus eine angemessene Taktik, die internationalem Recht entspricht. Marineeinheiten anderer Länder nutzen diese Taktik ebenfalls. Außerdem kann diese Vorgehensweise das Risiko von Todesfällen im Vergleich zu anderen Methoden verringern.
  • Gemäß der Anweisungen durfte das Feuer nur in tatsächlich und unmittelbar lebensbedrohlichen Situationen eröffnet werden. Die Kommission ist davon überzeugt, dass dieser Befehl den Einheiten, die an der Aktion teilgenommen haben, klar gemacht wurde.
  • Es gab zahlreiche Warnungen an die Schiffe, aber der Kapitän der Marmara sagte, er weigere sich anzuhalten und versuchte nicht, den Kurs zu ändern.
  • Es wird hervorgehoben, dass keine humanitären Güter an Bord der Marmara gefunden wurden.

4. Die Soldaten ergriffen erst Maßnahmen, nachdem sie von der Schiffsbesatzung brutal attackiert worden waren. Das Verhalten der Soldaten entsprach internationalem Recht.

  • Während der Vorbereitung der Flottille betonten deren Organisatoren der Flotille, dass man so weit wie möglich auf Gewalt verzichten müsse. Aus diesem Grund rechneten die IDF nicht damit, dass es sich bei der Schiffsbesatzung nicht nur um unschuldige Zivilisten sondern auch um aktive Gewalttäter handeln würde. Die Anweisungen zum Gebrauch der Schusswaffe spiegelten diese Erwartungen wider und entsprachen hauptsächlich den Gegebenheiten einer Polizeimaßnahme.
  • Die Soldaten versuchten zunächst, die Marmara von Schlauchbooten aus zu betreten. Aufgrund des gewalttätigen Widerstandes wurde dann jedoch entschieden, sich von Helikoptern aus abzuseilen.
  • Die Soldaten wurden brutal mit Geschossen, Messern, Knüppeln, Hämmern, Schlägen und ähnlichem angegriffen. Neun Soldaten wurden verletzt, teilweise durch scharfe Munition und Messerstiche. Drei Soldaten wurden gefangen genommen und in das Innere des Schiffes gezerrt.
  • Die Kommission befand, dass sich die Soldaten insgesamt professionell verhalten haben, als sie mit extremer Gewalt konfrontiert wurden, mit der sie nicht gerechnet hatten. Die meisten Fälle, in denen Soldaten Gewalt anwenden mussten, befinden sich in Einklang mit internationalem Recht. Dies beinhaltet jene Fälle, in denen Soldaten Schüsse auf die Körperschwerpunkte von Angreifern abfeuerten. In einigen wenigen Fällen hatte die Kommission nicht genügend Informationen, um eine abschließende Aussage zu treffen.

5. Das Verhalten der Passagiere

  • Die Passagiere der Marmara können in zwei Gruppen unterteilt werden: Friedensaktivisten, die nach einer Sicherheitsinspektion das Schiff in Antalya betraten, sowie ein „harter Kern“ von 40 IHH-Aktivisten, die in Istanbul dazustießen. Sie unterliefen keine Sicherheitsüberprüfung und kapselten sich von den restlichen Passagieren ab. Sie wurden von ca. 60 weiteren Aktivisten unterstützt, die sich ebenfalls an den Gewalttätigkeiten beteiligten.
  • Als der Schiffskapitän alle Passagiere anwies zu ihren Plätzen unter Deck zurückzukehren, blieben die IHH-Aktivisten an Deck, zogen Rettungswesten an und bewaffneten sich mit Äxten, Ketten, Messern, Hämmern usw. Sie zeigten einen hohen Grad an Organisation und Gewaltbereitschaft.
  • Die Kommission ist überzeugt, dass die IHH-Aktivisten scharfe Munition benutzten. Ihre Intention war es, die Seeblockade zu durchbrechen und so der Hamas einen Vorteil im Kampf gegen den Staat Israel zu verschaffen.
  • Die Kommission stellt fest, dass die Mitglieder der gewalttätigen Gruppe den Status von direkt an Kampfhandlungen beteiligten Personen (direct participants in hostilities (DHP)) besitzen, denen nicht der gleiche Schutz zuteil wird, der Zivilisten zusteht.
  • Von den neun getöteten Passagieren wurden vier als IHH-Aktivisten identifiziert. Vier weitere wurden als Aktivisten türkisch-islamischer Organisationen identifiziert. Es ist nicht bekannt, ob der weitere Tote einer Gruppe angehörte. Die Verwandten von einigen der Toten sagten aus, dass diese als Shahids (Märtyrer) sterben wollten. Einige hatten sogar Briefe mit ihrem Testament hinterlassen.

6. Die Behandlung der Passagiere

  • Nachdem die Übernahme beendet war, wurden die Verletzten behandelt. Achtzehn Ärzte, sechs Rettungssanitäter, 70 Sanitätssoldaten und ein leitender Arzt waren daran beteiligt. Einige der Verletzten widersetzten sich der medizinischen Behandlung, aber niemand starb nach Beginn der medizinischen Versorgung an seinen Verletzungen.
  • Den Passagieren wurde Wasser und Essen gereicht und sie wurden zu den Toiletten geführt, wenn immer sie darum baten.
  • Einigen der Passagiere wurden Handschellen angelegt, insbesondere jenen, von denen befürchtet wurde, sie könnten versuchen anzugreifen oder Unruhe zu stiften. Durchsuchungen brachten Messer und große Summen Geld, sowie die Pistole eines israelischen Soldaten, kalte Waffen und Materialien, die der Hamas-Bewegung gehörten, und weiteres zutage.
  • Die Kommission ist der Ansicht, dass die Behandlung der Flottillen-Teilnehmer, nachdem das Schiff im Hafen von Ashdod angekommen war, legal und in Einklang mit internationalem Recht war.

(Außenministerium des Staates Israel, 24.01.2011)

Die Ergebnisse als PDF hier

Den vollständigen Teil 1 des „Turkel-Berichts“ sowie eine Zusammenfassung jeweils in englischer Sprache finden sich unter diesem Link.

Der israelische Weg des Krieges

Diesen Text habe ich 1:1 von Michael Totten übernommen, leider habe ich nicht die Zeit, diesen umfangreichen und sehr interessanten Text zu übersetzen. Ich hoffe, das Englisch meiner Leser reicht aus.

“That which is hateful to you, do not do to your fellow. That is the whole Torah; the rest is the explanation; go and learn.” – Hillel the Elder, c.100 BC.

The dry forest on the Israeli-Lebanese border provided shade but little relief. Rain had not fallen for months, and the blistering season-long heat wave that would later set parts of northern Israel on fire was currently burning down forests in Russia.

An Israeli intelligence officer led me to this concealed yet sweltering viewpoint near the border fence overlooking Lebanon where Hezbollah guerrillas were busy fortifying positions for the next round of conflict, a round that will almost certainly be bloodier and more destructive for both sides than the last. A small green valley covered with Mediterranean scrub stood between us and the Party of God.

“Four years ago you could easily see Hezbollah positions and bunkers from here,” she said. “Now you can’t. Hezbollah pretends to respect United Nations Security Council Resolution 1701, but that’s just their public face. Their posts are now hidden in houses and mosques.”

A young soldier standing watch handed me a small glass of coffee with no cream or sugar. Tea is the preferred social and professional lubricant in most of the Middle East, but most Israelis and Lebanese I’ve interviewed prefer coffee.

A Lebanese village from an Israeli lookout tower

“Do you know which houses Hezbollah is in?” I said.

“We know,” she said and nodded.

It’s easy to monitor the border area from both the Lebanese and the Israeli sides, especially for those with high-tech equipment. In some places houses are built all the way up to the fence line in each country. Some Lebanese homes are even within shouting distance of Israeli homes. Both countries are tiny. Land is scarce all around. On most days nobody shoots at anybody, and besides—not even residents of Tel Aviv and Beirut are entirely safe from the worst that can come flying at them from the other.

Hezbollah had 10,000 rockets before the war in 2006. Now it has between 40,000 and 50,000. Some are stored in warehouses. Others are hidden away a few at a time in private homes.

“What do you think about the job UNIFIL is doing?” I asked the intelligence officer. I cannot tell you her name. She never even gave me her name.

UNIFIL is the United Nations Interim Force in Lebanon. It has been there since 1978 (so much for it being an “interim” force) to help the Lebanese government restore its sovereignty over the area, sovereignty that was taken away first by the Palestine Liberation Organization, then by the Israel Defense Forces (IDF), and most recently by Hezbollah. UNIFIL is supposed to keep all armed personnel, including Israeli soldiers and Hezbollah fighters, out of the 12-mile buffer zone between the border and the Litani River.

A UNIFIL vehicle in South Lebanon

“UNIFIL is trying,” she said, “but they are having a hard time. Hezbollah puts large stones on the road to block UNIFIL’s trucks, and there’s nothing UNIFIL can do about it. It’s difficult for them to enter Shia villages now.”

There’s not much visible evidence in these villages that Hezbollah is doing anything. Its fighters and officers wear no uniforms. Only rarely do they carry guns out in the open. Israeli intelligence officers can spot them regardless, and they know of literally thousands of small military positions in nearby villages and in the rural landscape surrounding the villages.

An Israeli Humvee parked near the border with Lebanon

“They’re storing huge amounts of C2 explosives next to clinics, schools, and mosques,” she said. “It’s terrible that Hezbollah is doing all this in civilian areas and sabotaging the new order in Lebanon. It’s sad, not just for Israel, but also for Lebanon.”

I left her there and drove to another location on the border not far from the Israeli town of Metulla which directly faces the Lebanese town of Kfar Kila. There I met with a spokesperson for the IDF Northern Command.

“Hezbollah is choosing where the next war will be,” she said, “by placing launch sites and weapons next to mosques and clinics. They know we get in trouble if we bomb those locations. Now whenever we think of targeting places like that, an alert goes up in our system.”

These structures in Lebanon are built right next to the border fence, which you can see at the bottom of the photo.

If you look carefully you can see a yellow Hezbollah flag flying next to a parked UN vehicle. Just below the UN vehicle and the Hezbollah flag is an Israeli army Jeep.

The very next day, just a few hundred meters from where I was standing, Lebanese army soldiers who were almost certainly in league with Hezbollah shot and killed an Israeli army commander and seriously wounded another. The Israelis shot back and killed three Lebanese soldiers. They also killed embedded journalist Assaf Abu Rahal who worked for the pro-Hezbollah newspaper Al-Akhbar. Another reporter, Ali Shuaib from Hezbollah’s Al Manar TV station, was also embedded with the Lebanese soldiers who started the fight, and he was shot, too.

Perhaps the Hezbollah-affiliated journalists just randomly happened to be with the Lebanese army soldiers when one of them impulsively started a cross-border firefight. It’s possible. If things had gone a little bit differently, I could have been shot at. Israeli officials believe the journalists knew in advance what was going to happen, which is why they were there. That’s also a real possibility.

Either way, the Israelis don’t put civilians in harm’s way, neither their own nor anyone else’s. At least they aren’t supposed to. They’ll go to jail if they do. But placing civilians in harms way is how things often go in the Arab world, I am sorry to say.

*

There’s a small chance the war between Israel and Hezbollah in 2006 was the last one, but that isn’t likely. None of the outstanding issues that sparked it have been resolved.

Hezbollah could find itself isolated and vulnerable if the Iranian government is overthrown and Mahmoud Ahmadinejad’s sidekick Bashar Assad in Damascus is forced to clean up his act, but I wouldn’t bet on that, at least not in the short run. Iran’s government has proven itself much stronger than its internal enemies, and Lebanon’s government is far too weak and compromised to avert the oncoming collision, a collision that is shaping up to be thoroughly nasty.

“I don’t belittle situation in Gaza Strip,” IDF Brigade Commander Enav Shalev told Ynet News recently, “but Lebanon is a different story.”

God only knows how Hezbollah trains its fighters, but I have a pretty good idea what the Israelis are up to because Abe Lapson, an IDF director of combat engineering, hosted me at the urban warfare training center in the northern Negev near the border with Gaza.

Abe Lapson, director of combat engineering

They built a scale model city out there in the desert where Israeli soldiers engage in sophisticated combat exercises. They fight each other in these exercises, so it’s always a challenge. Trained Israeli soldiers are far more dangerous than any army—even Hezbollah—the modern Arab world has yet produced.

I saw the skyline of the “city” as we approached on a road through desert, and from a distance it almost looks real. Up close it’s different.

“It almost looks like a set for a video game,” I said.

Lapson chuckled and said, “But it’s real.”

Israel’s urban warfare training center from the control tower in the northern Negev near Gaza

I could see everything from the control tower. The buildings are smaller and farther apart on the outskirts than they are in the center, just like a real village or town in the West Bank, Gaza, or Lebanon. And I have to say they did a pretty good job with the realism. Pyrotechnic teams set off explosions. Vehicles emit different colors of smoke depending on what kind of damage they’ve supposedly taken. Walls have simulated blast holes because doors and windows are often booby-trapped, forcing soldiers to create alternate entrances.

The Israelis here shoot blanks at each other, and they wear sensors on their torsos and limbs that tell them when and where they’ve been “shot” and whether or not they are “dead.”

“We’ve even argued about how much garbage we should put on the ground for realism,” Lapson said.

The casbah and the refugee camp are the most dangerous places. They’re built in a hodgepodge manner and are usually crowded. It’s hard to find adequate cover because roofs often cover the paths. None of the Israeli soldiers standing above can provide overwatch protection.

Of course, the fake casbah and refugee camp are easier to fight in than the real ones. In the real world there are people, donkeys, clothes lines, vendors, and noise, not to mention live ammunition and traps.

I’ve never been to a Hezbollah training camp, although I did ask Hezbollah officials if I could see one before they blacklisted me for “writing against the party.” They refused. Still, I’m certain they don’t have dummies representing civilians who aren’t to be touched.

The Israelis do, though. They place mannequins on the grounds dressed in the clothes of civilians and peacekeepers as well as enemy soldiers and terrorists.

“The other side includes both hostiles and civilians,” Lapson said, “and the hostiles will often embed themselves among the civilians. We go over a large number of what-if scenarios. We imbue an ethical and moral backbone in all our soldiers from the very beginning, and we have humanitarian officers with our infantry troops. We take extra precautions, even when it puts our own troops in danger.”

You could argue, I suppose, that the Israelis pulled a con job on me, that they planted these civilian-clothed mannequins as part of some Soviet-style propaganda campaign, but there’s no evidence that’s what happened. Totalitarian regimes sometimes use Potemkin stage pieces and actors to fool foreign journalists. Anthony Daniels (aka Theodore Dalrymple) had just such an experience when he visited North Korea. Israel, though, is the sort of place that only behaves this way in the feverish minds of conspiracy theorists.

An old age home sign in Israel’s urban warfare training center marks this building as one not to be fired upon.

“We train our soldiers to respect sacred buildings,” Lapson said. “We have a lot of respect for the holy places of all peoples and all cultures. This is something we integrate into our training. We train our soldiers with extra sensitivity even though we know it can be used against us by our enemies.”

“What do you do if someone is firing at you from a mosque?” I said.

“That’s a decision that’s made by the higher ranks on a case-by-case basis,” he said. “It’s always case-by-case even though it slows down the pace of the fighting. It’s very slow when we have house-to-house combat. It’s already slow, but when we have to stop and judge each individual case on its merits, we have to slow down the fighting even more.”

It’s the same with the U.S. in Iraq. Mosques are off-limits, except when they aren’t. One night while out on a patrol with American soldiers in Baghdad, a half dozen militiamen stalked us in the dark. The only reason we knew they were there is because the soldiers I was with wore night vision goggles. I could hardly see anything. And these militia guys were using a mosque as their base of operations. Several camped out on the roof next to the minaret behind camouflage netting. The soldiers I was with, though, weren’t allowed to do anything about it. The mosque was untouchable even though it had been militarized. Only the Iraqi army was allowed to go in there.

On another occasion, though, I visited a Kurdish mosque in the mountainous north a few hundred feet from the Iranian border that had been hit by an American air strike at the beginning of the war.

Biara, Iraqi Kurdistan, a few feet from the Iranian border. The mosque was struck by an American missile after being taken over by Al Qaeda in Iraq founder Abu Musab Al Zarqawi.

Ansar Al Islam—which later became an Al Qaeda franchise after the Kurds kicked them into Iran—was using that mosque as a base. Abu Musab Al Zarqawi was with them in that mosque for a while, and the caretaker told me the terrorists of Ansar turned the shrine into a toilet. He was glad the mosque was hit by an American missile because it punished Zarqawi’s people and helped the Kurds there get rid of them.

Still, mosques are not to be hit except in unusual circumstances.

“As you can see,” Lapson said, “the mosque here is in an elevated position. It’s a great firing position. We might need a pinpoint strike. We might even send an engineering team to take out only the part of the mosque that’s causing a threat and will do minimal collateral damage. Obviously sending in a team to take out only a specific part of the mosque will endanger the team that’s carrying out that assignment, but it’s something we’re willing to do. We are willing to take those extra precautions.”

Sometimes they just avoid hitting mosques altogether. I visited the Lebanese town of Maroun al-Ras while touring Hezbollah’s post-war rubblescape after the 2006 war and was amazed to find a nearly unscathed mosque surrounded in every single direction by pulverized buildings. The Israelis obviously felt it was important to flatten the area for whatever reason, but they did it while sparing the mosque. If they didn’t care about saving the mosque it almost certainly would have been smashed like everything else.

A spared mosque amid rubble in the Lebanese border village of Maroun al-Ras

“An area like this,” Lapson said, “which is maybe equivalent to a one-block radius, would require a very large force, a battalion or larger, to take it because of the multi-level buildings and our extra precautions.”

“How many soldiers are in your battalions?” I said.

“We can’t discuss numbers,” he said.

“Okay,” I said. “But it’s a lot.”

“Yeah,” he said. “Each battalion has several companies, and each company has several platoons, and so on. This is how much we’re willing to slow the pace of advance in order to ensure proper treatment and exclusive targeting of terrorists and not the civilians. It would be a lot easier to just take out whole buildings, but that’s not something we’re willing to do. We have a doctrine called ‘purity of arms.’ We must put ourselves at risk before we are allowed to fire our weapons.”

“But you guys do take out whole buildings sometimes,” I said. They did it in Maroun al-Ras, as you can see in the photo above. “I’ve seen areas in Lebanon where entire buildings were taken out.”

“We have protocols for when there is constant fire and a constant threat from a building,” he said. “Again, it’s on a case-by-case basis. If we have to take out a whole building, we’ll use a bulldozer, an explosive demolition, or an air strike. Either way, it will be a pinpoint thing that shouldn’t cause too much collateral damage on the surrounding buildings.”

Just then, several fighter aircraft screamed overhead and flew in the direction of Iran. The sound would been terrifying if I were in Lebanon or Gaza during a war.

“You should wear these,” he said and handed me two soft foam earplugs wrapped in plastic. “When the exercise starts, it’s gonna get loud.”

A few minutes later, a simulated attack started. Soldiers on the outskirts of town fired at defenders just inside the perimeter. The blanks didn’t sound like real rounds at first. They were loud, sure, but the pop sound they made didn’t resemble the real thing all that much, at least not from a distance.

Then the invading force stormed into the building Lapson and I had embedded ourselves in and fired upon the soldiers tasked to defend it. I scrambled to plug my ears with orange foam because now the blanks sounded as loud as live rounds. The bare concrete walls of the training set amplified the sound by easily an order of magnitude.

The soldiers had no trouble running past me and Lapson and firing at their “enemies” without “shooting” us. I had to jump out of their way as they flew up the stairs, but they remained focused exclusively on their targets. Lapson and I were just part of the furniture.

Electronic sensors on their arms, legs, and torsos emitted high-pitched whines as soldiers on each side were “shot.” I heard a sound like a flat-line on the heart monitor of a dying hospital patient as the gunshots crescendoed inside the room. The only things missing were the blood, the pain, and the screaming.

Amidst all the noise, confusion, and simulated raw violence–even when the soldiers were less than two feet in front of me—no one ever pointed his weapon at me.

*

Not everyone in the Israeli army follows the code. How could they? Millions of people serve in that army. If millions could be compelled to consistently follow a moral and ethical code without exception, police departments and prisons wouldn’t be necessary. Yet even the best societies have police departments and prisons, and even the best armies need military police, prosecutors, and courts-martial.

I met with one of the JAG officers at the Ministry of Defense in Tel Aviv. Her office is the complaint department, and she gets a lot of complaints. Part of her job entails launching investigations and bringing criminal charges against her fellow soldiers if it looks like they might have committed a war crime.

“I’m not interested in the source of a complaint,” she said. “I take all of them seriously no matter where they come from.”

Some allegations of crimes come from Palestinian lawyers. Others are filed by civilians, police officers, and NGOs. Some even come from Israeli soldiers. Hamas, oddly enough, has yet to lodge a single complaint.

“We would take complaints from Hamas seriously if they bothered,” she said, “though I doubt they ever will. I’m really not interested in the source. Reporters sometimes bring things to our attention that we didn’t know about, and I’ve launched criminal investigations based on their information.”

Israel, like the United States, uses the Law of Armed Conflict. No one else in the Middle East does, especially not the likes of Hamas or Hezbollah.

One important thing the law requires is what’s known as “distinction.”

“Distinction,” according to the law, “means discriminating between lawful combatant targets and noncombatant targets such as civilians, civilian property, POWs, and wounded personnel who are out of combat. The central idea of distinction is to only engage valid military targets. An indiscriminate attack is one that strikes military objectives and civilians or civilian objects without distinction.”

It means you can’t targets kindergartens and coffeeshops with suicide-bombers or air strikes. It also means you can’t use human shields:

“Distinction requires defenders to separate military objects from civilian objects to the maximum extent feasible. Therefore, it would be inappropriate to locate a hospital or POW camp next to an ammunition factory.”

Hamas and Hezbollah use human shields in this way as a matter of course. I’ve interviewed residents of South Lebanon whose own front yards were used by Hezbollah as rocket launching pads during the 2006 war. Israelis, though, are strictly prohibited from doing anything of the sort, not only by international laws but by their own laws.

“We read the complaints and decide if they should trigger a criminal investigation or a command investigation,” the JAG officer said. “If the complaint requires a criminal investigation—such as an accusation of looting, human shielding, or targeting civilians—an investigation will be launched immediately. If a complaint relates to operational activities, we won’t necessarily investigate right away. We first need to check with commanders to hear what they think happened during an operational activity, such as a person’s house getting damaged by an air strike.”

Shortly before I interviewed her she filed two indictments for a crime allegedly committed during Operation Cast Lead in Gaza two years ago.

“Civilians were in the basement of an apartment building,” she said. “Two soldiers asked a ten year old boy to open bags in the corner of a room. This is completely unacceptable, not at all allowed in the IDF.”

“Are you’re saying they used the kid as a human shield?” I said.

“It wasn’t exactly like using a person as a human shield,” she said, “but it’s close. We are not allowed to force civilians to participate in a military activity, so these two soldiers were indicted for endangering a civilian.”

Human rights organizations may wish the IDF prosecuted more of its soldiers than it does, but it does prosecute some whether it prosecutes just the right number or not.

“We did learn about events from the Goldstone Report and investigated them,” she said. “Goldstone had 34 reports. Twelve were criminally investigated. Of those 12, we knew about some of them already and had already opened investigations.”

She received more than 400 complaints about Cast Lead from all sources combined, including journalists, and her office launched 48 criminal investigations.

Gaza City viewed from Sderot, Israel

“It’s not true,” she said, “that the release of the report was the only reason we investigated actions during the conflict.” Half of those 48 investigations were already underway before the Goldstone Report was even published.

“What do you think about all these NGOs that criticize Israel and the army?” I said.

“I actually appreciate the work of the NGOs,” she said. “They help me make sure our violent operational activity is conducted appropriately. I want to live in a country where there is an address for these kinds of complaints. We’re in constant dialogue with them, and they help me. They do seem to appreciate the thorough work we do. They probably don’t agree with all my decisions, but they know I take what they say seriously.

“Sometimes we’re asked why we haven’t investigated when civilians die,” she continued, “but not every time a civilian is hurt does it mean a violation of the Law of Armed Conflict has occurred. We read the command investigation reports and if we suspect a criminal offense was committed I launch an investigation. We ask for hundreds of command investigations every year. If commanders don’t know about an event and what happened we launch an investigation. That doesn’t mean they all end up with indictments. I check these reports as a lawyer, not as a soldier. There is often a gap between what’s reported and what is the truth.”

Sderot, Israel, a city that has been struck thousands of times by rockets out of Gaza

She told me her office dealt with complaints in the exact same way during combat operations in the West Bank at the time of the Second Intifada.

“What about Lebanon?” I said. “How many complaints did you get from Lebanon during and after the 2006 war?”

“We didn’t get any complaints from Lebanon during or after the 2006 war,” she said, “but the use of cluster bombs was investigated.”

That hardly means everyone in Lebanon feels peachy about the way Israel conducted itself. Even Lebanese people I know who sympathize with Israel to an extent are disgruntled about Israel’s choice of targets in 2006.

The Lebanese-Israeli border. Lebanon is on the left, Israel on the right.

The most likely reason no one from Lebanon filed any complaints is because contact of any kind with the State of Israel has been considered treason in Lebanon ever since Syria conquered the country at the end of the civil war. There is far more hatred of Israel among Palestinians than among Lebanese, but Palestinians and Israelis are at least able to talk to each other without anyone going to jail.

“It’s harder to investigate military matters than regular criminal offenses,” she said. “We have to locate the place where it supposedly happened, and we have to figure out which unit was at that location precisely when it occurred. Sometimes we don’t get exact or accurate dates, so we don’t know which unit would have been there. Some complaints we’ve received supposedly happened before the war even started. Soldiers don’t always even remember what happened because of the fog of conflict, and they often remember events differently from each other. After piecing together what happened as best we can, we see if there is evidence that we can bring to court. We have to figure out the subjective state of mind of a soldier who pulls the trigger. If he reasonably felt his life was in danger, whether or not it actually was, he is not guilty of intentionally harming a civilian.”

Still, civilians get killed, and it’s not always the fault of Hamas or Hezbollah. Israelis who are found guilty will go to prison.

A tiny percentage of the spent rockets Hamas has fired at civilian targets in the city of Sderot.

Can you imagine Hamas or Hezbollah investigating their fighters and punishing them if they harmed Israeli civilians? The very idea is absurd. The whole point of firing missiles at cities and sending suicide bombers into restaurants and onto busses is to murder as many civilians as possible. These aren’t just acts of terrorism. They’re war crimes.

“If we get complaints about the intentional targeting of civilians, we have to investigate,” she said. “Our soldiers often take it personally and get angry. They resent being investigated after being ordered to go to war and risking their lives. I understand why they feel that way, but we have to do this. It’s not just important because of all the international pressure. It also matters for the health of our society.”

Gestrandet

Ein wunderbarer Bericht aus Israel – so wichtig inmitten der ganzen „politischen“ Berichte und Diskussionen:

Gestern auf dem Heimweg ging uns auf einmal ohne Vorwarnung ein Reifen kaputt. Gut, daß wir gerade relativ langsam fuhren. Aber um uns war heftigster Berufsverkehr und es war dunkel – keine angenehme Situation. Wir mußten den Pannendienst anrufen und uns auf eine Wartezeit gefaßt machen. Quarta war allein zuhause, denn Tertia war mit ihren Freundinnen ins Kino gegangen, und jammerte am Telefon, daß sie Hunger hat und nicht gern allein ist. Aber wir konnten ihr nicht helfen. Ich fragte Quarta, „wie will Tertia denn nach Hause kommen?“, und Quarta meinte, „mit dem Taxi“. Gut so, denn wir hätten sie nicht abholen können.

Der Telefonfritze vom Pannendienst hatte den Abschleppwagen statt zur Kreuzung Yavor, wo wir festsaßen, zur Kreuzung Yagur geschickt – wir hatten gleich gemerkt, daß er sich im Norden absolut nicht auskannte. Es dauerte also noch länger, bis der Mann mit dem Abschleppwagen endlich kam, dafür war er aber sehr nett und lustig. Er verlud das Auto, aber er hatte nur Platz für zwei Leute. Einer von uns mußte also zu Fuß zur Tankstelle laufen und sich von dort ein Taxi bestellen.

Wir zankten eine Weile hin und her, wer dieser Jemand sein sollte, bis Primus sich durchsetzte. Er ging zu Fuß los, wir kletterten in die Fahrerkabine. Der Fahrer zeigte mir auf seinem Handy Bilder aller Wracks, die er in der letzten Woche abschleppen mußte – darunter ziemlich gräßliche Bilder. Er erklärte mir auch, wie er mithilfe von Ketten auf dem Dach liegende Autos umdreht, und klagte über seine Arbeitsbedingungen, und wie viele Unfälle es im Norden gibt. Ich war innerlich unruhig wegen Primus – warum habe ich den Jungen auch gehen lassen, wäre ich doch mal lieber zurückgeblieben! Eine fürwahr vergnügliche Fahrt.

Y. hatte sich überlegt, eine „pantcheria“ (vom Wort puncture für Panne) in Kfar Yassif ist die beste Lösung – in der Hoffnung, daß die noch offen haben, uns sofort das Rad wechseln können und wir dann nach Hause fahren können. Der Fahrer brachte uns also zu so einer Pannenwerkstatt an der Hauptstraße,  die uns schon oft ins Auge gestochen war – „König der Reifen und Räder“.  Da war aber schon zu, denn es war inzwischen schon spät. Der Besitzer meinte am Telefon, wir können den Wagen vor seiner Werkstatt parken und morgen früh wiederkommen.

Und nun standen wir mitten in Kfar Yassif, mein normaler Taxidienst in Nahariya wollte kein Taxi schicken (war ihm zu weit) und mein liebster Taxifahrer, der junge Druse  mit der kecken Kappe, hat den Job an den Nagel gehängt, aber gab mir die Nummer von seinem Onkel, der ebenfalls Taxifahrer ist. Primus war inzwischen bis Achihud gelangt. Ich hatte ihm streng verboten zu trampen (Soldaten dürfen das sowieso nicht), aber während er die Straße langging, hielt neben ihm ein Taxi mit einem religiösen Fahrer. Der sagte zu ihm: du bist Soldat, das seh ich sofort. Komm mit, ich bringe dich soweit es geht. Der Taxifahrer wollte kein Geld von ihm, er nahm ihn mit bis Achihud, und ich schickte ihm den Taxifahrer-Onkel. Aber war das nicht nett von dem fremden Taxifahrer?

Wir waren in Kfar Yassif gestrandet, aber ich wollte immer schon Roys libanesische Pizzeria ausprobieren. Ich würde am liebsten ja mal das Schild vor seinem Laden fotografieren, da sind nämlich die libanesische und die israelische Flagge nebeneinander abgebildet. Wir waren inzwischen so hungrig wie Quarta. Während unsere Pizzen in den Ofen gingen, fragte ich den Besitzer, ob er uns ein Taxi empfehlen kann. Er war sofort am Telefon und rief seinen Neffen an, der ein Taxiunternehmen hat.

Die Räume des Restaurants waren ebenfalls mit großen israelischen und libanesischen Flaggen dekoriert, außerdem mit Bildern von Mahlzeiten und deren Namen in englischer, hebräischer und arabischer Schrift. Ich amüsierte mich über ein Bild von Fritten – hebräisch chips, aber auf dem Bild stand sheeps. Im Fernsehen lief der arabischsprachige Sender des israelischen Fernsehens, mit dem Menorah-Logo. In Nullkommanichts war das Taxi da und die Pizzen waren auch fertig. Der Besitzer geleitete uns noch nach draußen und wartete, bis wir sicher im Taxi saßen. Auch er war außergewöhnlich nett.

Es war schon richtig spät, als wir schließlich alle zusammen im Wohnzimmer saßen und über Roys libanesische Pizzen herfielen. In drei Taxis kamen wir an, fast gleichzeitig – Tertia aus Nahariya, Primus aus Achihud und wir aus Kfar Yassif. Quarta hatte auf uns gewartet und war auf der Couch eingeschlafen, alle Katzen um sie herum drapiert.

Heute früh fuhr Y. wieder nach Kfar Yassif, zum „König der Reifen und Räder“.  Der König war ein netter Mann, der Y. erstmal zum Kaffee einlud. Dann untersuchte er das Rad, das sich vollkommen verzogen hatte – wir hatten uns schon gefragt, wie auf einmal mitten in der Fahrt der Reifen kaputtgeht und das Rad so großen Schaden nimmt, oder daß wir etwas gemerkt haben. Vermutlich sind wir über eine Schraube gefahren, denn im Reifen war ein großes rundes Loch. Wir haben echtes Glück gehabt. Jetzt ist das Auto wieder in Ordnung, und ich bin sehr erleichtert und dankbar, daß es so glimpflich abgegangen ist.

Und ich sinne darüber nach, wer uns gestern schnell und freundlich geholfen hat – ein religiöser Taxifahrer und eine ganze Menge freundlicher Araber.

Es fällt mir immer wieder auf, wie außergewöhnlich nett und höflich die Araber hier in Galiläa sind. Von Feindseligkeit wirklich nicht die geringste Spur.  Sie scheinen auch keine Probleme damit zu haben, Bürger des Staats Israel zu sein. In arabischen Restaurants hängt die israelische Flagge, und in unserem libanesischen Lieblingsrestaurant in Shlomi, von Exil-Libanesen geführt,  bezahlen Soldaten in Uniform nur die Hälfte.  Es ist also möglich, daß Araber zufrieden und selbstbewußt im jüdischen Staat leben, und ich kann gar nicht ausdrücken, wie viel Hoffnung mir das macht.

via Lila: Gestrandet.

Israelis = Rassisten und Araberhasser?

Think again.

Gerne werden die Israelis mit allen negativen Attributen versehen. Solche Geschichten fallen unter den Tisch des hochadligen Journalismus. Wer begreift, dass die Juden als Gesellschaft ein ganz anderes, uns viel näher stehendes, Gesellschaftsmodell und Lebensverständnis haben als viele Araber und Moslems?

Der wird auch verstehen, was dort gespielt wird. Rassismus? Kolonialismus? Unterdrückung? Nazis?

Nie und nimmer!! Fehler einzelner oder auch Fehler einzelner Gruppierungen. Aber als Prinzip, dass der Jude oder der Israeli oder die ganze Gesellschaft so oder so gestrickt ist? Nein.

Wer das behauptet, lügt sich ein Weltbild zurecht. Und liest mit großer Freude Berichte aus der TAZ, der SZ und anderen Blättern, die sein Weltbild bestätigen.