• Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt. -
    Thomas Mann

    "An appeaser is one who feeds a crocodile - hoping it will eat him last." (W.Churchill)

    Es ist einfacher, kritisch zu sein als korrekt.
    Benjamin Disraeli

    Es gehört oft mehr Mut dazu, seine Meinung zu ändern, als ihr treu zu bleiben.
    Friedrich Hebbel

    Die beste und sicherste Tarnung ist immer noch die blanke und nackte Wahrheit. Die glaubt niemand!
    Max Frisch

    „Ich für meinen Teil bin der Meinung, dass es nicht zum Begriff der Demokratie gehört, dass sie selber die Voraussetzungen für ihre Beseitigung schafft …
    Man muss in einer Demokratie auch den Mut zur Intoleranz denen gegenüber haben, die die Demokratie gebrauchen wollen, um sie zu beseitigen!”
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Ein fieser jüdischer Siedler

Wer sind die jüdischen Siedler eigentlich? Radikale, brutale und ideologisch Besessene? Oder normale Menschen – im Guten wie im Schlechten?

4. August 2010 von Lizas Welt

Jüdische Siedler sind religiös besessene, rassistische, niederträchtige Araberfresser, die sich jedem Kompromiss notfalls mit Gewalt widersetzen und ohne die der Nahe Osten längst eine Oase des Friedens und der Brüderlichkeit wäre – so oder so ähnlich dürfte sich jedenfalls die hierzulande vorherrschende Ansicht ohne sonderliche Übertreibung zusammenfassen lassen. Judah Ben-Yosef aus Ma’ale Adumim ist eine dieser vermeintlich so sinistren Gestalten – und er trifft regelmäßig wie freiwillig jene, die kaum einen Hehl daraus machen, dass sie ihn und Seinesgleichen für eine Ausgeburt des Gottseibeiuns halten. Hier schildert Ben-Yosef, wie diese Begegnungen in aller Regel verlaufen.*


VON JUDAH BEN-YOSEF


Es mag paradox klingen, aber es gibt tatsächlich Menschen, die einen anscheinend nur dann mögen, wenn man gemein zu ihnen ist. Ein gutes Beispiel dafür sind die Gruppen von deutschen Journalisten, Politikern und Akademikern, die von ihrer Regierung nach Israel geschickt werden. Nachdem sie mit israelischen Persönlichkeiten und Experten aus vielen verschiedenen Bereichen gesprochen haben, kommen sie nach Ma’ale Adumim, um mich, den Siedler Judah Ben-Yosef, zu treffen.

Ihr komfortabler, klimatisierter Bus hält vor unserem Einkaufszentrum, und ich springe in ihn mit einer Leichtigkeit hinein, die keinen Rückschluss auf mein Alter zulässt. Irgendwie ist immer eine Frau mit kurzen Haaren dabei, die meine Hand schütteln will. Ich versuche das eigentlich zu vermeiden, doch jedes Mal stürzt es mich von Neuem in einen Zwiespalt, sodass ich es letztlich doch tue, um uns beiden die Peinlichkeit zu ersparen.

Vor kurzem wurde ich höflich gebeten, Sarkasmus und andere Formen von Humor zu vermeiden, da beides Verhaltensweisen sind, die eindeutig nicht mit dem von CNN und BBC vermittelten Bild der Siedler konform gehen. Wir sollen entweder naiv oder mit verklärtem Blick in der Bibel lesende, bärtige Cowboys oder in Brooklyn geborene, grausame und mitleidlose Kriegstreiber sein. Die bösen Buben in den alten Filmen hatten nie Sinn für Humor. Ich jedoch kann mich nicht beherrschen und beginne mit einem Witz.

„Willkomen in Ma’ale Adumim, der zweitgrößten Stadt in Judäa und Samaria. Mein Name is Judah Ben-Yosef, ich lebe hier seit 25 Jahren, und wir freuen uns immer, wenn wir Gäste empfangen dürfen. (Skeptische Blicke.) Ich weiß, dass niemand von Ihnen eine vorgefasste Meinung darüber hat, wie eine Siedlung oder ein Siedler aussieht. (Einige lächeln.) Ich weiß, dass Sie alle vollkommen objektiv sind und bereit, unvoreingenommen zuzuhören und zu lernen.“ Das ist zu viel. Das Lachen bringt den Bus förmlich zum Wackeln, während die Journalisten aus dem Westen bei dem absurden Gedanken, dass sie tatsächlich unvoreingenommen hierhin gekommen sein könnten, geradezu hysterisch werden. Offene Münder: immer – offene Hirne: kaum jemals.

Für sie gibt es – schon lange bevor sie mich getroffen und irgendetwas gesehen haben – gewisse unleugbare und unwiderlegbare Wahrheiten. Wir sind alle „Friedenshindernisse“, „Teile des Problems“ und leben „auf gestohlenem palästinensischen Land“; trotzdem geht es mir gut. Die Sonne scheint über den Hügeln von Judäa, und mein Zuhause sieht schöner aus denn je. Meine Gäste scheinen mein Englisch zu verstehen, und – das ist das Wichtigste – sie scheinen einen guten Gag zu würdigen, wenn sie ihn hören.

Vor ungefähr vier Jahren habe ich angefangen, gelegentlich für die deutsche Regierung zu arbeiten. Ich machte mir keine Illusionen, dass – nach ungefähr zwei Wochen sorgfältiger Gehirnwäsche durch arabische Wortführer und, viel schlimmer noch, durch die israelische Linke – die zwei Stunden mit mir nennenswert dazu beitragen können, Meinungen zu ändern. Aber ich bin Schachspieler, daher habe ich mir drei Ziele gesetzt, die nach meinem Dafürhalten realistisch und erreichbar sind:

  • Erstens: die tatsächliche Größe einer real existierenden Stadt mit 40.000 Einwohnern zu vermitteln. Ich hoffte, dass dies für eine Delle im Stereotyp der jüdischen Siedlung mit zwei Zelten, einer Ziege und einer Fahne würde sorgen können.
  • Zweitens: zu zeigen, dass Ma’ale Adumim noch nie in der Geschichte ein Teil irgendeines palästinensischen oder arabischen Staates war, dass niemand außer ein paar Mönchen im 13. Jahrhundert je hier gelebt hat und dass es im Land viele andere unfruchtbare Berghöhen gibt.
  • Drittens: zu zeigen, dass wir nicht alle religiöse rechtsradikale Fanatiker sind (wie ich), sondern dass die Bevölkerung von Ma’ale Adumim aus einem Querschnitt der israelischen Bürger besteht: Religiöse, Säkulare und andere, neu Eingewanderte und Alteingesessene, Rechte, Menschen der Mitte und sogar einige vom linken Flügel.

Mein Hauptziel ist es, Stereotype ins Wanken zu bringen. Ich glaube, wenn ein intelligenter Mensch merkt, dass manche der Klischees, die man ihm „verkauft“ hat, nicht der Wirklichkeit entsprechen, dann wird er vielleicht anfangen, sie zu hinterfragen.

In vielerlei Hinsicht sind es die ersten paar Minuten, die bestimmen, wie weit die Tour mit mir jeden einzelnen Menschen beeinflusst. Sie alle schauen aus den Fenstern und sehen eine malerische, friedliche, moderne, gut gepflegte westliche Stadt. Dieses Bild ist unweigerlich das genaue Gegenteil von allem, was man ihnen zu erwarten beigebracht hat. Wenn vorgefasste Meinungen mit der Wirklichkeit konfrontiert werden, ist man erst einmal schockiert oder durchlebt sogar eine Krise. Ganz grundsätzlich kann man drei typische Reaktionen darauf beobachten:

  • Einige entscheiden sich dafür, lieber auf die umliegenden Berge als auf die Stadt zu schauen. Sie werden es in der Folge vorziehen, sich auf das große Ganze zu konzentrieren, da sie begriffen haben, dass sie herzlich wenig über die Details wissen.
  • Dann gibt es jene, die ehrlich zu glauben scheinen, dass Ma’ale Adumim ein Teil irgendeines cleveren Schauspiels der israelischen Regierung ist, das aufgeführt wird, um Besucher wie sie in die Irre zu führen.
  • Ab und zu jedoch treffe ich wirklich ehrliche Menschen, die aufnehmen, was man ihnen erzählt, die Fragen stellen und nicht versuchen, mich bei irgendetwas zu „ertappen“, sondern wirklich etwas wissen wollen. Überraschenderweise gibt es zwei Gruppen von Journalisten, die in dieser Kategorie herausragen: Die einen sind Journalisten aus der früheren DDR, die anderen sind muslimische deutsche Journalisten und Akademiker.

Die Tour ist eigentlich nur das Vorspiel. Nach ungefähr einer Stunde setzen wir uns endlich zusammen, um zu reden. Ich halte einen Vortrag, und dann stellen sie Fragen. Mit der Zeit habe ich diesen Vortrag immer stärker gekürzt, da sie so viele Fragen stellen und wir sowieso nie genug Zeit haben. Die Themen reichen von der Theologie über die Erziehung, den Zionismus und den Islam bis hin zu meinen Erwartungen für die Zukunft. Und wie die Dinge nun mal sind: Manche Fragen kommen jedes Mal, andere erstaunen mich durch ihre Originalität. Einige Gäste zeigen ein riesiges Unwissen, andere überraschend gute Kenntnisse. Als eine persönliche Herausforderung versuche ich, niemals eine Antwort zweimal zu geben.

Einige der Fragen, die immer gestellt werden, sind diese: Warum würde jemand wie Sie sich dafür entscheiden, London zu verlassen, um hierher zu kommen und hier zu leben? Leben auch Nichtjuden in Ma’ale Adumim? Was würden Sie tun, falls Ihre Regierung beschließen würde, Ma’ale Adumim zu evakuieren? Würden Sie Widerstand leisten? Haben Sie irgendwelche palästinensischen Freunde? Akzeptieren Sie die Idee einer Zweistaatenlösung?

Es gibt eine Entscheidung, die ich am Anfang getroffen habe, und die war, niemals den Holocaust zu erwähnen. Das wäre sozusagen meine atomare Option. Die würde ich für den Tag aufheben, an dem ich keine Antwort mehr wüsste. Gott sei Dank ist dieser Tag nie gekommen.

Ich muss aber zugeben, dass ich in Versuchung war. Als ein großer blonder Mann mit blauen Augen – so kalt, dass sie Wasser in Eis hätten verwandeln können – mich anging, wie ich einen jüdischen Staat aufrecht erhalten wolle angesichts der Herausforderung, die die palästinensische Geburtenrate darstelle, war ich beinahe so weit zu antworten, dass es heute ein weniger großes demografisches Problem gäbe, hätten seine Vorfahren nicht sechs Millionen der Meinigen umgebracht. Aber ich blieb friedlich. Es gibt eine Menge anderer, rationalerer Antworten.

Beim letzten Mal habe ich „es“ allerdings doch getan. Eine nicht unattraktive Journalistin fragte mich, wie ich mich fühlte, wenn ich die ganzen Dinge läse, die über Israel geschrieben würden. Die Frage war nicht besonders provozierend, aber vielleicht war ich einfach schlechter Laune. Womöglich hat mich auch mein fortgeschrittenes Alter die Geduld verlieren lassen. Jedenfalls hatte ich an jenem Tag keine Lust, irgendwelche Spielchen zu spielen. Und so sagte ich, was ich wirklich fühle:

„Das erinnert mich an die Geschichte von dem Mann, der eines Tages unerwartet früh nach Hause kommt und seine Frau mit dem Nachbarn im Bett findet. Er war schockiert. Er war schockiert – aber er war nicht überrascht. (Gelächter – das Timing der Pointe bringt’s.) Bin ich schockiert? Bin ich schockiert, wenn ich die Berichte lese? Natürlich bin ich es. Wer könnte diese Lügen lesen und nicht schockiert sein? Bin ich überrascht? Bin ich überrascht, dass die Enkel der Monster, die meinen Urgroßvater in die Gaskammer zerrten oder ihn lebendig begruben, Artikel schreiben, in denen Israel kritisiert wird? Wie überrascht sollte ich sein?“ (Unbehagliche Stille.)

Danach gab es weitere Fragen, und nach der bizarren Zeremonie, Visitenkarten mit Leuten zu tauschen, die in einem Land leben, das ich weder in diesem Leben noch im nächsten je zu besuchen beabsichtige, bedankte sich der Leiter der Gruppe bei mir, es gab höflichen Applaus, und bald waren meine Gäste zurück in ihrem Bus. In wenigen Minuten würden sie unbeschwert auf dem Weg zum Toten Meer sein.

Ich vermute, ich habe endlich das Alter erreicht, in dem es mir weniger bedeutet, was die Leute von mir denken. Es hat lange gedauert, wie meine neue Liebe zu ungesüßtem Pfefferminztee, aber ich habe immer gewusst, dass irgendwann der Tag dafür kommen würde.

Zwei Tage später erhielt ich eine E-Mail:

Lieber Judah,

noch einmal vielen Dank dafür, dass Sie bereit waren, sich mit der Gruppe zu treffen.

Ihre Tour durch Ma’ale Adumim hat ein sehr gutes Feedback von den Teilnehmern bekommen.

Beste Grüße,

(Name des Unterzeichners)

Wie ich schon sagte: Das Paradoxe ist, dass einige Leute einen nur zu mögen scheinen, wenn man fies zu ihnen ist. Und ich bin ein fieser jüdischer Siedler.

* Der Beitrag erschien unter dem Titel One Mean Jewish Settler auf Judah Ben-Yosefs Weblog. Übersetzung: Lizas Welt, mit freundlicher Genehmigung des Autors, von dem auch das Foto stammt.

Ein fieser jüdischer Siedler.

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Israelische Ärzte retten Palästinenser nach Schlangenbiss

DSCHENIN / AFULA (inn) – Israelische Ärzte in einem Krankenhaus in Afula haben einem 15-jährigen Palästinenser das Leben gerettet. Der aus Dschenin im Westjordanland stammende Junge war von einer Giftschlange gebissen worden. Das dortige Krankenhaus hatte jedoch kein Anti-Serum parat.

Wie das israelische Außenministerium berichtet, hatte Muhammed Kalalwe auf dem Feld seiner Familie gearbeitet, als er eine Giftschlange entdeckte. Bei dem Versuch, das Tier mit einem Stein zu erschlagen, biss ihn die Schlange in die rechte Hand.

Der Vater brachte seinen Sohn in die Notaufnahme des Krankenhauses von Dschenin. Allerdings hatte dieses kein Anti-Serum vorrätig und ordnete daher den Transport in die nahegelegene israelische Stadt Afula an.

Wie der Vater später mitteilte, hatte er Angst, in das israelische Krankenhaus zu gehen. Er sei sich sicher gewesen, dass sie dort ignoriert würden. Laut dem Bericht wurden beide in der Notaufnahme der Klinik jedoch direkt bei ihrer Ankunft auf Arabisch begrüßt. Muhammed habe sofort das lebensrettende Gegengift erhalten, das ihn „vom Rand des Todes“ zurückgeholt habe. Der Junge verbrachte noch zwei Tage auf der Intensivstation für Kinder und wurde dann auf eine kinderchirurgische Station verlegt.

Nach der Behandlung sagte Muhammeds Vater:

„Mein Sohn und ich sind nicht mehr dieselben wie vor diesem Vorfall und ich will das mit meiner Familie und meinen Freunden teilen.“ Das palästinensische Volk wisse nicht die Wahrheit über Israel und die palästinensische Medizin habe noch einen langen Weg vor sich, sagte der Palästinenser weiter.

Werden solche Meldungen auch in unseren Medien gebracht? Schreibt die FAZ, die SZ oder die Zeit über solche Ereignisse?

Nein, das passt nicht ins Weltbild. Warum sollte man dem Leser die Chance geben, sich anhand objektiver und ausgewogener Informationen seine Meinung zu bilden? So ist es doch für alle Beteiligten einfacher. Das Weltbild bleibt wie es ist und alles ist gut.

Es ist so leicht, mit denen mitzuschreien, die die gleiche Meinung haben. Anstatt sich entgegen zu stellen.

Jede Meldung, die man heutzutage in der Zeitung liest und eingermaßen von Bedeutung ist, muss nachgeprüft und kritisch gesehen werden. Zum Glück gibt es Internet und die ausländische Presse, die viele Dinge deutlicher und ausgewogener darstellt.

Israels Philosophie

Benjamin Netanjahu:

„Schon vier Jahre halten sie den entführten Soldaten Gilad Schalit fest. Wir werden nicht aufhören, tätig zu sein, um ihn wieder nach Hause zu holen, und ich sage seinen Entführern und den Führern: Bringt Gilad Schalit zurück.

Israels Hand ist jedem zum Frieden ausgestreckt, der mit uns in Frieden leben will, aber wer uns Böses will und unsere Kinder tötet, den werden wir an jedem Ort verfolgen und den Preis für seinen Hass und seine Verbrechen von ihm einfordern.“

Man sollte ja nicht immer den Politikern das glauben, was sie sagen. Aber man sollte auch nicht grundsätzlich davon ausgehen, dass sie nur Grütze erzählen. Wenn ein Land über Jahre immer wieder die Hand ausstreckt und Frieden anbietet, dann kann man davon ausgehen, dass da etwas Wahres dran ist.

Dann zu behaupten, seine Taten sprächen ja eine andere Sprache, ist sicherlich einer Überprüfung wert, kann aber nicht als Beweis für die Lüge herhalten.

Denn wie Netanjahu oben sagt: Wer Israel Böses will, muss auch mit Gegenwehr rechnen. Aber das heißt im Gegenzug nicht, dass Israel keinen Frieden will.

Würden Deutschland oder Ägypten oder Venezuela nicht auch ihre Armeen und Waffenarsenale in Bereitschaft bringen, wenn die umliegenden Ländern Waffen anhäufen wie es gerade die Hamas und die Hisbollah tun? Und das sind keine „selbstgebastelten Neujahrsraketen“, wie Norman Paech einmal zu den Hamas-Raketen sagte, sondern Boden-Boden-Raketen. Die sind reell.

Jedes Land würde so handeln, wie Israel es tut, was seine Aufrüstung betrifft. Ob jedes Land wie Israel handeln würde, was die Geduld und die Bereitschaft zum Frieden betrifft, sei dahingestellt.

Meinung über Juden im Nahen Osten

Die Jpost berichtete, dass die Umfrage des Pew Research Center über globale Einstellungen, die letztes Jahr durchgeführt wurde, ein beunruhigendes Bild über die Einstellungen zu Juden im Nahen Osten zeichnet. In den überwiegend muslimischen Nationen ist die Sichtweise über Juden überwältigend schlecht. Fast alle in Jordanien (97 Prozent), in den palästinensischen Gebieten (97%) und Ägypten (95%) haben eine negative Einstellung zu Juden. Auch im Libanon gaben 98% ihrer schlechten Meinung über Juden Ausdruck, 98% bei Sunniten und Schiiten und 97% bei den libanesischen Christen.

In der Türkei, die seit der Operation „Gegossenes Blei“ im letzten Januar angespannte Beziehungen zu Israel hat, ist der Anteil derjenigen, die eine „sehr negative“ Einstellung zu Juden haben, von 32% im Jahr 2004 auf 73% im Frühjahr 2009 gesprungen.

Im Gegensatz dazu hatten nur 35% der israelischen Araber eine negative Einstellung zu Juden, während 56% eine positive Meinung hatten.

Verdrehte Wahrheiten

Israels Minister für Diasporafragen und öffentliche Diplomatie, Yuli Edelstein:
„Man lasse sich nicht täuschen – antisemitische Arglist hat nicht nachgelassen. Vielmehr ist es den Antisemiten gelungen, ihren Hass in eine politisch verdauliche Form zu verpacken. Es ist nicht länger der einzelne Jude oder ein jüdischer Ältestenrat, der die Welt in Krieg und wirtschaftlichen Kollaps geführt hat – es ist Israel, der Judenstaat, der der Erde Krieg und Tragödien gebracht hat.

Wo Juden einst als blutrünstige, geizige, moralisch korrupte Kindermörder beschrieben wurden, liegen diese Beschreibungen von Juden nach den Schrecken des Zweiten Weltkriegs schwer im Magen. So wurde der Angriff ummodelliert und umformuliert.

Es sind nicht mehr Juden. Stattdessen sind es Israelis. Israelische Soldaten ermorden Babys. Israelische Soldaten greifen schwangere Frauen an. Die Israelis haben die Kriege im Irak und in Afghanistan begonnen.

Israel als Nation hat nicht den Holocaust durchlitten. Israelis sind nicht vertrieben, konvertiert, exiliert und versklavt worden. Wenn man also Israel angreift, hackt man nicht auf die Schwachen ein. Die Antisemiten haben das kleine Israel zu einem Goliath verzerrt. Auf diese Weise kann man Israel hassen, kann man Israelis hassen, und man wird nicht als Antisemit bezeichnen. Abgesehen von einer Lizenz zum Hass kann man gewalttätig sein, den Frieden brechen und gegen die Menschenrechte verstoßen – so lange man nur den Staat Israel verabscheut.

Pfarrer Martin Luther King hat diese Entstellung der Wahrheit kommentiert, als sie vor mehr als vierzig Jahren erstmals betrieben wurde:

‚Antizionistisch sein ist von Natur aus antisemitisch und wird es immer sein.’

‚Warum das? Der Zionismus ist nichts weniger als der Traum und das Ideal des jüdischen Volkes, wieder in seinem eigenen Land zu leben.’

‚Jeder, der das unveräußerliche Recht der ganzen Menschheit – das Recht auf Selbstbestimmung – hochhält, sollte das Recht des jüdischen Volkes auf ein Leben in seinem alten Heimatland verstehen und unterstützen. Alle Menschen guten Willens sollten ob der Erfüllung von Gottes Versprechen frohlocken, dass dieses Volk mit Freude zum Wiederaufbau des Landes Israel zurückkehrt.’

Was heißt es, Antizionist zu sein? Es heißt, dem jüdischen Volk das ‚grundlegende Recht abzusprechen, dass wir zu Recht und freimütig allen anderen Nationen auf der Erde zugestehen. Es ist eine Diskriminierung gegen Juden, weil sie Juden sind. Kurz: Es ist Antisemitismus.’“

Wenn es nicht surrealistisch wäre, könnte man darüber lachen. Oder weinen.
Ich weiß: Wenn sich zwei Positionen unvereinbar gegenüberstehen, glaubt jeder fest daran, dass er im Recht ist. Und dann bringt jeder seine Argumente, die für sich betrachtet alle richtig klingen. Und es kommen einige Emotionen dazu, die Argumente überflüssig machen.

Spätestens dann ist es an der Zeit, sich die Fakten anzuschauen. Und die sprechen eindeutig für Israel. Wenn man seine Ideologie, den Glauben an Massenmedien und NGOs einmal zur Seite lässt und sich nur die bestätigten Fakten anschaut, dann wird klar: Israel ist derjenige, der sich (grundsätzlich) verteidigt, die arabischen Staaten und die Palästinenser sind die Aggressoren.

Natürlich ist das Ganze ein Kampf. Juden haben nach Jahrhunderten der Wehrlosigkeit Anfang des 20. Jahrhunderts wieder angefangen, sich zu wehren. Bei einem Kampf kommt es zu Toten und Verletzten. Und es werden auch Fehler begangen, Menschen werden ungerecht behandelt oder gar unschuldig getötet.
Das sind aber nicht die Kriterien, ob der Kampf gerechtfertigt ist oder nicht. Auch nicht, wer stärker ist oder wer die besseren Waffen hat oder wer seine Bürger besser schützt. Die entscheidende Frage ist: Wer möchte den anderen in Ruhe und mit Respekt leben lassen – wenn man ihn läßt – und wer nicht. Wer aber immer wieder hetzt, angreift und Vernichtungsgelüste äußert, sind die dort lebenden islamischen Völker und Gruppierungen – zumindest ihre politischen Führer.

Das Perfide im Nahost-Konflikt ist: Vieles von dem, was von den Palästinensern über Israel an Schlechtem behauptet wird, trifft auf sie selber zu.
Sie schreien „Haltet den Dieb!“ und während alle dem Dieb hinterherlaufen, werden sie selber tätig. Ich möchte 3 Beispiele anführen (es gäbe sicher noch viele mehr. Ich lade alle ein, die Beispiele zu ergänzen).

Einige Israelkritiker, Antisemiten und Palästinenser sagen:

  1. Das Land Israel wurde nur vereinzelt von Juden bewohnt, die in der Bibel geschilderte Geschichte der Juden hat es nicht gegeben. Sie haben daher keinen historischen Anspruch auf das Land.
    Antwort: Das jüdische Leben bis ca. 150 n.Chr. ist archäologisch sehr gut dokumentiert. Auch danach hat es immer – wenn auch nur wenige – Juden in Israel gegeben.
    Umgekehrt ist es so: Die „Palästinenser“ haben als ein solches Volk kaum existiert, die Bewohner Palästinas waren Nomaden und später Einwanderer aus den Nachbarstaaten. Das erkennt man auch an den Nachnamen der Palästinenser:
    Almitzri (Ägypten), Aliraqi (Irak), Altrabelsi (Tripoli – Libanon), Alchurani (Südsyrien), Chalabi (Nordsyrien), Alzurani (Zidon – Libanon), Alsarkawui (Sarkwa – Jordanien). Und erst recht war nicht der Islam vor den Juden dort, denn die Juden leben in Israel seit ca. 2.000 v.Chr., der Islam erst ab dem 7. Jahrhundert, als die Osmanen Palästina eroberten.
  2. Die Israelis wollen expandieren und andere Länder erobern („Großisrael vom Euphrat bis zum Nil“). Dabei ist es ihnen bestenfalls gleichgültig, was mit den Bewohnern passiert.
    Antwort:Tatsache ist, dass die Israelis seit 1948 mehr Land aufgegeben als dazugewonnen haben. Sie haben – für den Lebensbereich von Juden – den Gazastreifen, große Teile des Westjordanlandes und den Sinai aufgegeben. Dazugewonnen haben sie die Golanhöhen. Und die Landzugewinne waren auch nicht aggressiver Natur, sondern die Folge der Aggression der Nachbarstaaten. Expansionspläne werden keine geäußert. Dass es einige Juden gibt, die von solchen Dingen träumen, ist sicherlich keine Grundlage für die Annahme, dass Israel politisch so handeln wird.
    Umgekehrt ist es so: Manch islamische Staaten sowie Gruppen wie Hamas, Hisbollah und die Fatah äußern immer wieder schriftlich wie mündlich in aller Öffenlichkeit, dass Israel ausgelöscht, die Juden vertrieben werden müssen und dass das Land dem Islam gehöre. Juden gehören umgebracht („Juden ins Meer“) und nur der Islam sei die einzige Religion und Volksgemeinschaft, die das Recht habe, dort zu leben. Die Charta der Hamas, der Fatah und der Hisbollah sagen das aus. Palästinensische Schulbücher lehren das. Das Fernsehen der PLO zeigt das. Wer will also expandieren? Und wer will die Bewohner umbringen?
  3. Die Israelis sind brutale Besatzer und schikanieren die Palästinenser. Sie sind Rassisten und diskriminieren Nichtjuden, wo sie nur können.
    Antwort: Deshalb hat Israel nach dem Krieg 1948 und dem Flüchtlingsstrom auch 160.000 Palästinenser (bei eigener Bevölkerung von ca. 600.000) in Israel als STAATSBÜRGER integriert. Deshalb sitzen Palästinenser (Arabische Israelis) auch in der Knesset (Isr. Parlament). Deshalb besagen Umfragen, dass die arabischen Israelis zu 70% lieber in Israel als in einem Nachbarland leben. Deshalb hat Israel 2005 den Gazastreifen an die Palästinenser abgegeben, wo diese nichts besseres zu tun hatten als z.B. alle Gewächshäuser und Synagogen niederzubrennen und zu zerstören.
    Umgekehrt ist es so: Juden dürfen und können gar nicht in palästinensischen Gebieten leben. In Jordanien durften niemals Juden leben. Im 6. Paragrafen der Verfassung, die auch für die jordanisch besetzte Westbank galt, heißt es ausdrücklich: »Jede Person, sofern sie nicht jüdisch ist, ist jordanischer Staatsbürger.« Aus den allermeisten Nachbar-, arabischen oder islamischen Staaten werden die Juden vertrieben und jahrtausend alte Gemeinden und deren Kultur zerstört. Von erlaubter politischer Betätigung der Juden oder gesellschaftlicher Integration (Stichwort „Dhimmi“) in diesen Ländern mal ganz zu schweigen.

Merke: Die Provokateure und Aggressoren sind meistens nicht die Israelis – Ausnahmen wie einige wilde Siedler bestätigen die Regel. Und da es bei diesem Kampf nicht um Nachbars Blumentopf, sondern um das Land, die Existenz Israels und vor allem um das Leben der Juden geht, ist es klar, dass die Israelis in erster Linie sich selbst verteidigen.
Dass uns die Massenmedien und alle möglichen Leute – auch die sich gerne zu Opfern stilisierenden Palästinenser – etwas anderes erzählen, darf nicht einfach geglaubt, sondern muss einer genauen Prüfung unterzogen werden. Und leider stellt sich bei diesen regelmäßig heraus, dass gelogen wird, dass sich nicht nur die Balken, sondern das ganze Haus biegt.

Weitere Gegenüberstellungen finden sich auch hier. (auch wenn das eine jüdische Seite ist: Die Fakten zählen).

Richard C. Schneider im Interview

Der Konflikt mit den Palästinensern schwächt Israel auf Dauer, sagte Richard C. Schneider, ARD-Korrespondent inTel Aviv, am 7. Mail 2008 im tagesschau-Chat in Zusammenarbeit mit politik-digital.de. Der Journalist beantwortete außerdem Fragen zur israelischen Innenpolitik und zum Verhältnis von Israel zu Deutschland.

Moderatorin: Herzlich willkommen beim tagesschau-Chat im ARD-Hauptstadtstudio. Aus dem ARD-Studio Tel Aviv ist unser heutiger Gast zugeschaltet, mit dem wir über das anstehende Jubiläum „60 Jahre Israel“ sprechen wollen: Richard Chaim Schneider, der Ihnen von dort bekannte ARD-Korrespondent. Herzlich willkommen – und danke, dass Sie sich Zeit für uns nehmen! Können wir loslegen?

Richard C. Schneider: Sehr gern.

Moderatorin: Wenn Sie heute eine Rede halten müssten zu 60 Jahre Israel – was wäre Ihre Hauptbotschaft?

Richard C. Schneider: Meine Hauptbotschaft wäre: Israel hat viel erreicht, ist wirtschaftlich ein erfolgreicher und starker Staat. Aber – es gibt nach wie vor große Probleme: Der Konflikt mit den Palästinensern schwächt das Land auf Dauer, deswegen muss eine Lösung gefunden werden. Und: Die inneren sozialen Spannungen können auch nur dann aufgelöst werden.

Moderatorin
: Die folgende Frage wurde von den Lesern vorab als sehr wichtig eingestuft.
olaf61: Warum, glauben Sie, wird der Staat Israel so anders gesehen und behandelt, als alle anderen Nationalstaaten? Keinem Land wird es zum Beispiel zugemutet, sich permanent mit Raketen beschießen zu lassen und es dann noch aufgefordert, die Angreifer mit Nahrung, Benzin und Strom zu versorgen?

Richard C. Schneider
: Zunächst einmal: Nach internationalen Gesetzen ist Israel als Okkupationsmacht immer noch für den Gaza-Streifen verantwortlich, auch wenn sich Israel von dort 2005 zurückgezogen hat. Ein weiterer Grund ist sicherlich – und das gilt vor allem für die Europäer – dass sie sich die reale Bedrohungssituation der Israelis nicht vorstellen können. Schließlich kommt hinzu, dass – und das gilt wiederum vor allem für Europa – für viele das Bild des kämpfenden und sich wehrenden „Juden“ noch nicht selbstverständlich geworden ist.

Aber – und das ist der letzte Punkt: Israel ist und bleibt weiterhin Okkupationsmacht. Und da ist ein Volk, das seine eigene Unabhängigkeit haben will. Egal wie.

Marille
: Wie kann es nach Ihrer Meinung gelingen, dass Frieden zwischen Israel und Palästina wirklich gelingt und nicht die Palästinenser immer wieder als das „Puffervolk“ zwischen der arabischen Welt und der israelisch-westlichen Welt zwischen alle Räder gerät?

Richard C. Schneider: Ich bin sehr skeptisch, was Frieden betrifft. Ich glaube, was wir im besten Falle erleben werden, ist ein mehr oder weniger funktionierendes „Managen“ des Konfliktes. Für Frieden ist im Augenblick keine Chance. Denn die Palästinenser sind unter sich zerstritten, die so genannte „moderate“ Fatah ist schwach, sehr schwach und in
Israel ist niemand in der Politik da, der die Möglichkeit hätte, entscheidende Schritte auf die Palästinenser zuzumachen.

Denn das Problem ist, dass in Israel niemand mehr bereit ist, Gebiete zurückzugeben, ohne wirklich etwas dafür zu bekommen. Die Erfahrung mit Gaza ist für viele der Beweis, dass man mit den Palästinensern nicht Frieden schließen kann und somit schließt sich der Kreis. Und die Gewalt geht weiter.

Medina: Hallo Herr Schneider! Sie schreiben, dass die israelische Unklugheit den palästinensischen Widerstand hervorruft… Wenn die Israelis eines Tages nach Gaza auch die West Bank räumen sollten, hören dann die Attacken der Hamas und Co. auf Israel auf? Oder ist es nicht viel wahrscheinlicher, das diese Gruppierungen erst Ruhe geben, wenn die Israelis auch Tel Aviv und Haifa räumen werden? Aber okay, sagen wir mal, dass diese Politik der Israelis unklug ist, was wäre dann klug zu tun?

Moderatorin: Die eben gestellte Frage ist von den Usern vorab als die ihnen am wichtigsten ausgewählt worden. Hierzu eine kleine Korrektur, bevor wir ihn um Beantwortung bitten: Der erste Satz stammt aus der Feder von tagesschau.de
in der Ankündigung des Chats, nicht von Richard Chaim Schneider.
Richard C. Schneider: Nun – in Israel geht man davon aus, dass die Hamas dann auch aus dem Westjordanland mit Raketenangriffen weitermachen würde. Die Hamas will ja „ganz Palästina“ befreien. Ihre Agenda ist religiös motiviert, sie wollen einen islamistischen Staat in ganz Palästina. Man darf auch nicht vergessen, dass inzwischen der Iran die Hamas finanziert. Insofern, was das „Richtige“ zu tun ist, ist wirklich schwer zu sagen. Soviel ist sicher: Solange die internationale Staatengemeinschaft kein wirklich ernsthaftes Interesse hat, den Konflikt zu beenden, solange werden es die Akteure aus eigener Kraft nicht schaffen.

Moderatorin: Eine kurze Nachfrage dazu. Denken Sie das ebenfalls, dass die Hamas dann auch aus dem Westjordanland mit Raketenangriffen weitermachen würde?

Richard C. Schneider:
So wie die Lage im Moment einzuschätzen ist, ja. Die Tatsache, dass noch keine Raketen vom Westjordanland nach Israel fliegen, ist nur dem Umstand zu „verdanken“, dass die israelische Armee nach wie vor dort operiert. Es wurden mehrfach Waffenlaboratorien der Hamas und auch des Islamischen Jihad dort gefunden, wo es schon erste Kassam-Raketen-Teile gab, d.h., dass das Know-How schon transferiert wurde von Gaza aus ins Westjordanland. Die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) ist darum auch sehr bemüht, die Extremisten im Westjordanland unter Kontrolle zu halten. Erst gestern kam es wieder zu Schießereien zwischen den Sicherheitskräften der PA und dem Islamischen Jihad.

Anne Clara: Meinen Sie, dass der Konflikt hauptsächlich religiöser oder kultureller Natur ist? Oder kann man das gar nicht mehr trennen? Und welche Position haben christliche Länder?

Richard C. Schneider: Ich fürchte, dass der Konflikt mehr und mehr religiös wird. Ursprünglich war es ein national-politischer Konflikt, doch inzwischen spielen auf beiden Seiten religiöse Elemente eine wichtige Rolle. Die Israelis haben mit der Siedler-Bewegung, die religiös ist und in den besetzten Gebieten (des eigentlichen biblischen Israels) siedelt – eine Situation, in der Sicherheitsinteressen und religiöser Eifer Hand in Hand gehen.

Bei den Palästinensern sieht man nicht nur mit der islamistischen Hamas eine religiöse Fundamentalisierung, sondern man erlebt es auch bei vielen „moderaten“ Palästinensern. Ein Beispiel: In einer Schrift, die der Waqf, der islamische religiöse Rat, der die Heiligen Stätten in Jerusalem beaufsichtigt, noch in den 30er-Jahren herausgegeben hat (für Touristen), wird ganz selbstverständlich noch davon gesprochen, dass dort, wo heute Felsendom und Al-Aksa-Moschee stehen, früher die beiden heiligen Tempel der Juden standen. Heute wird das inzwischen vom Waqf geleugnet. Es habe dort nie einen jüdischen Tempel gegeben.

Alexandra: Sie sagen, der Konflikt werde mehr und mehr religiöser Natur. Sollte die Lösung dann auch eben am religiösen Moment ansetzen, auf interreligiösem Dialog aufbauen?

Richard C. Schneider: Ich glaube nicht an interregliösen Dialog hier in dieser Region. Es ist ja ein Konflikt, der fundamentalistischer wird – mit Fundamentalisten kann man nicht reden.

Markus: Ich verstehe es bis heute einfach nicht: Warum forciert die israelische Regierung die Siedlungspolitik in den besetzten Gebieten? Von außen betrachtet, scheint allein dieser Umstand für die tägliche Eskalation verantwortlich zu sein.

Richard C. Schneider: Nun, es ist wahrlich nicht der einzige Grund für die Eskalation. Aber ich möchte Ihnen versuchen zu erklären, warum da gesiedelt wird: Erstens sind die meisten Regierungen, auch die jetzige, sind auf die religiösen Parteien als Koalitionspartner angewiesen und müssen diesen Parteien gegenüber Konzessionen machen, auch wenn sie dem Ministerpräsidenten nicht schmecken.

Zweitens: Es wird vor allem heute in den Siedlungen gebaut, von denen man weiß, dass sie bei Israel bleiben werden. In den Verhandlungen von Camp David 2000 und Taba 2000/2001 wurde ja schon umrissen, welche Gebiete bei Israel bleiben und welche an die Palästinenser gehen. Demzufolge bleiben die großen Siedlungsblöcke bei Israel und die Palästinenser bekommen dafür im Austausch Gebiete vom jetzigen Kernland Israel (Teile der Negev-Wüste).

Und drittens Jerusalem: Israel baut auch dort weiter, weil man Jerusalem als ungeteilte heilige Stadt des Judentums sieht. Dann aber gibt es natürlich noch die „illegalen Außenposten“. Mehrere Hundert davon. Die werden zwar nicht mit Genehmigung der Regierung gebaut von den Siedlern, aber die Regierung und die Armee tun viel zu wenig, um diese wieder abzureißen. Da hat die Regierung Angst vor den Siedlern. Und irgendwie ist man damit auch schon wieder dabei, Fakten zu schaffen.

student_bw_hd: Lieber Herr Schneider, glauben Sie, dass der Friedensprozess im Nahen Osten nur unter externer Vermittlung Fortschritte machen kann? Oder wird es letztlich allein auf die Bereitschaft der beiden Konfliktparteien ankommen? Welche Rolle könnte/müsste Europa und die USA spielen?

Richard C. Schneider: Natürlich muss es eine Bereitschaft auf Seiten der Beteiligten geben, es braucht starke Politiker (siehe etwa Begin und Sadat…). Aber ohne die USA wird es nicht gehen. Auf keinen Fall. Nur die USA können Israel Sicherheitsgarantien geben, die das Land dann vielleicht zum Einlenken bewegen kann – und: Nur die USA können auch genug Druck auf beide Seiten ausüben. Die Europäer sind untereinander viel zu uneinig, was nun getan werden muss. Und auch oft in ihrer Einschätzung der Lage viel zu naiv, siehe etwa Libanon.

Joachim: Die Internationale Staatengemeinschaft: Wer sollte federführend sein, also welches Land hat in Israel den größten Einfluss? Und vertritt nicht nur seine Interessen?

kathi202: Was kann und sollte denn die Internationale Staatengemeinschaft noch mehr tun, als alle an einen Tisch zu bringen?

Richard C. Schneider: Also: Es sind natürlich die USA, die den größten Einfluss haben. Keine Frage. Und was sie tun können – da geht die Frage zunächst mal nach Washington: Welche Nahostpolitik haben die USA? Wir wissen alle, wieviel Schaden Bush angerichtet hat. Wer immer der nächste US-Präsident sein wird – er wird Mühe haben, aus diesem Schlamassel rauszukommen. Es kann natürlich sein, dass der nächste Präsident darum bewusst versuchen wird, einen Frieden zwischen Israel und den Palästinensern zu erzwingen.

Aber: Wenn Israel keine wirklichen Garantien bekommt – und man darf nicht vergessen: Im Hintergrund lauert die mögliche Atombombe aus Teheran – dann wird auch ein US-Präsident Israel nicht zwingen können, Konzessionen zu machen, die der Staat als reinen Selbstmord begreifen könnte.

Moderatorin: Zum Thema Zwei-Staaten-Lösung sind einige Fragen da. Die folgende ist unseren Lesern besonders wichtig:
fired: Warum sind Israel, die USA und Europa für eine Zweistaatenlösung, während die Palästinenser keine solche Lösung haben wollen, abgesehen von den bezahlten politischen Köpfen der Palästinenser. Wenn man Palästinenser fragt, sehen sie ihre Zukunft darin, dass Jordanien herrscht. Die Hamas hätte auch einen Staat ausrufen können, hat es nicht. Sollte man nicht die Leute fragen, die es betrifft (Demokratie!)?

Richard C. Schneider: Nun, ich bin etwas überrascht – denn ich kenne keinen einzigen Palästinenser, der Jordanien als Herrscher will. Warum die Hamas keinen Staat ausgerufen hat – ganz einfach, das würde sie gegen den Willen der Palästinenser tun. Denn das hätte zu einer nicht nur de facto sondern auch zu einer de jure Teilung des  palästinensischen Volkes geführt. Ein „Hamastan“ also in Gaza und ein „Fatahstan“ im Westjordanland.

DeutscherinIsrael: Ich lebe in Israel und bekomme die innenpolitischen Spannungen vor allem zwischen religiösen und säkularen Bürgern täglich mit. Was glauben Sie wird inner-israelisch passieren, wenn es zu einer Zweistaatenlösung kommen sollte, die ja auch von der Mehrzahl der Israelis befürwortet wird? Vorboten dieser innenpolitischen Spannungen waren beim Rückzug aus Gaza bereits zu sehen und lassen im Falle einer Zweistaatenlösung erahnen, was innenpolitisch auf Israel zukommen könnte. Steuert Israel dann auf einen Bürgerkrieg zu?

Richard C. Schneider: Ich glaube, dass es ganz gewiss zu einer großen innenpolitischen Krise kommen würde. Eine Auflösung der Siedlungen im Westjordanland dürfte wohl blutig werden und den jüdischen Staat in eine Situation bringen, die es so bislang noch nicht gegeben hat.

Darüber hinaus aber kommt dann sicher noch etwas dazu: Es gibt so viele ethnische, soziale, religiöse und politische Spannungen innerhalb Israels, die sich voll „entfalten“ könnten, weil dann die Bedrohung von außen wegfallen würde, dass Israel voraussichtlich erst einmal eine schlimme Zeit durchmachen würde. Allerdings wäre das dann auch eine Chance für den Staat, um dann endlich zu entscheiden, was für ein Staat er denn sein möchte.

Moderatorin: Zwei kontroverse Leser-Fragen zum selben Thema:
elhaqiq: Kann man nach der Verabschiedung der Anerkennung Israels durch die arabische Liga im letzten Jahr von einem spürbaren Bewusstseinswandel in der arabischen Außenpolitik sprechen oder ist die Anerkennung Israels durch die arabische Liga mehr ein Vorwand um auch den Einfluss des (ideologischen) Irans in der Region zu schwächen?

Gerald_Klemenz: Die arabische Welt wird keinen Frieden mit Israel schließen. Glauben Sie, ein eigener Palästinenser-Staat wird dies ändern? Oder ist es nicht ein fundamentales Existenzproblem des Staates Israel im Nahen Osten? Kann es auf lange Sicht überhaupt einen anhaltenden Frieden geben und wie kann dieser aussehen?

Richard C. Schneider: Nun, das Friedensangebot der Arabischen Liga ist sicher ein wichtiger Schritt. Der kommt natürlich auch deshalb, weil die sunnitischen Staaten sich vor dem schiitischen Iran massiv fürchten. Aber: Das Friedensangebot ist so formuliert, dass Israel Ja und Amen sagen muss, dass es wenig Spielraum für Verhandlungen gibt. Das heißt, dass dadurch schon im diplomatischen Vorfeld eine Sackgasse da ist, die nicht weiterführt.

Und: Ohne einen Frieden mit allen arabischen Staaten wird es auch keinen Palästinenserstaat geben. Denn: Die Palästinenser brauchen die Anerkennung der arabischen Staaten. Nur wenn die arabischen Staaten einen Frieden mit Israel abnicken, kann ein palästinensischer Führer wirklich Frieden mit Israel schließen.

arjanius: Ich war letztens in Israel für einen Schüleraustausch, war sehr schön. Aber die Jugendlichen sind ziemlich anti-arabisch gestimmt und machen viele unschöne Witze darüber. Ich glaube, dass dies das Problem auch in Zukunft behindern wird.

Richard C. Schneider: Sie haben Recht. Das gilt aber für beide Seiten. Auch die Araber machen ziemlich anti-israelische und antijüdische Bemerkungen und Witze. Und das zeigt: die Verhärtung des Konflikts auf beiden Seiten. Ein in der Tat großes mentales Problem.

aham: Wünscht sich ein Großteil der israelischen Bevölkerung einen Frieden, auch wenn dieser mit Abstrichen, wie etwa Rückzug aus den Siedlungsgebieten zusammen kommen würde?

Richard C. Schneider: Ja, absolut. Fast 70 Prozent.

meier: Wann kann es frühestens echten Frieden geben? Wenn wir optimistisch in die Zukunft blicken?

Richard C. Schneider: Oje, ich lebe zwar im Lande der Propheten, aber… Im Ernst: Ich fürchte, dass wir noch sehr, sehr weit von einem echten Frieden entfernt sind. Auf eine genaue Zeit kann ich mich nicht festlegen.

Super-Ronni: Wie würden Sie einen schrittweisen Friedensvertrag – falls man das überhaupt so nennen sollte – skizzieren?

Richard C. Schneider: Wie dieser Vertrag ausschaut, ist eigentlich beiden Seiten klar. Er wurde ja schon unter Bill Clinton [im Jahr 2000] formuliert. Also:

  1. Ein Ende des Terrors, dafür im Gegenzug ein Ende des Siedlungsbaus.
  2. Rückgabe des Westjordanlandes, bis auf die großen Siedlungsblöcke, die bei Israel bleiben, die kleinen Siedlungen werden aufgelöst. Die Palästinenser erhalten dafür einen Teil der Negev-Wüste, die jetzt zum Kernland Israels gehört.
  3. Jerusalem als ungeteilte Hauptstadt beider Völker. Heilige Stätten internationalisiert.

So in etwas würde das – natürlich jetzt sehr verkürzt – ausschauen. Dazu käme auch die Frage, wie die palästinensischen Flüchtlinge kompensiert werden, welche Sicherheitsgarantien Israel bekäme und und und.

Entscheidend aber wäre, neue vertrauensbildenden Maßnahmen zu entwickeln. Das Misstrauen ist nach dem gescheiterten Friedensprozess von Oslo und vor allem nach dem Abzug aus Gaza auf israelischer Seite gleich Null. Und die Palästinenser glauben den Israelis auch kein Wort, weil die Siedlungen weiter ausgebaut werden.

Amish: Aber ist es nicht gerade der Punkt drei (heilige Stätten), der die meisten Probleme bereitet?

Richard C. Schneider: Absolut. Das ist das größte Problem. Aber: Wenn beide Seiten echten Frieden wirklich wollen würden und sich gegenseitig beweisen würden, dass man sich aufeinander verlassen kann, dann, so denke ich, würde man auch eine Lösung für Jerusalem finden können. Aber das ist im Augenblick noch Utopie.

Moderatorin: Ich würde gerne zum Verhältnis Israel-Deutschland übergehen und habe dazu ein paar Fragen aus dem Chatroom gesammelt:
R2d2: Wie sieht man das Verhältnis Deutschland-Israel in Israel?

Richard C. Schneider: Vor allem seit Angela Merkel Bundeskanzlerin ist, sieht die große Mehrheit in Israel Deutschland als Freund. Man ist sich sehr bewusst, dass Deutschland ein treuer Partner Israels ist und neben den USA der zweitwichtigstes Handelspartner. Und: Beide Armeen und Geheimdienste arbeiten seit Jahrzehnten bestens zusammen.

cle: Was kann Deutschland tun, damit der Friedensvertrag kommt? Soll es mehr machen?

Richard C. Schneider: Es kann relativ wenig tun – wie die meisten Europäer. Was man in Israel natürlich erwartet ist, dass die Europäer endlich ihre Appeasement-Politik gegenüber Iran aufgeben. Und da will man, dass Deutschland endlich wirklich handelt. Angela Merkel hat ja eindeutige Worte gegenüber Teheran geäußert, aber der Druck der deutschen Wirtschaft ist groß.

Man macht ja bestens Geschäfte mit dem Iran, da wird also politisch nicht viel geschehen können. Die Israelis sehen aber den Iran wirklich als existenzgefährdend an – und wenn Europa da nicht agiert, dann wird der Einfluss Europas in anderen Fragen im Nahen Osten, zumindest was Israel angeht, weiter sinken.

Moderatorin: Was erwarten die Israelis von den Deutschen – eher Einmischung oder Zurückhaltung in der Friedensfrage? Gibt es da Unterschiede zwischen Regierung und Bevölkerung?

Richard C. Schneider: Wie gesagt: Alle erwarten, dass Deutschland in Sachen Iran eindeutiger, klarer, schärfer wird. Man braucht da die Deutschen, um auch die anderen Europäer mitzuziehen.

student_bw_hd: Lieber Herr Schneider. Inwieweit sind Ihrer Meinung nach die Ansichten der jetzigen Israelischen Regierung repräsentativ für die Israelische Bevölkerung? Genießt die Regierung einen breiten Rückhalt quer durch alle Schichten?

Richard C. Schneider: Absolut nicht. Ministerpräsident Olmert ist der unbeliebteste Politiker aller Zeiten. Er hat gerade mal zwei Prozent Zuspruch. Warum er trotzdem noch Ministerpräsident ist? Weil die Israelis wissen, dass die anderen nicht viel besser sind. Und die Linken arrangieren sich mit ihm, weil sie wissen, dass bei Neuwahlen der Hardliner Netanjahu wohl gewinnen würde.

JEH: Was denkt ein Israeli, wenn er einen älteren Deutschen sieht?

Richard C. Schneider: Die Frage ist: Wieviel älter? Wenn er der Generation der Nazis angehört – dann denkt sich der Durchschnitts-Israeli sicher seinen Teil. Aber: Die Israelis haben mit Deutschen überhaupt kein Problem, auch nicht mit Menschen, die heute 60 sind.

Moderatorin: Hier kommt noch eine Reaktion eines in Israel lebenden Chat-Teilnehmers:
DeutscherinIsrael: Ich sehe den Zeitraum nicht so lange, bis es eine Zwei-Staaten-Lösung geben wird, denke aber auch, wie vorher bereits gesagt, dass die Innenpolitik Israels eine größere Rolle dabei spielt als gemeinhin im Ausland angenommen wird und hier die entscheidenden Weichen ebenfalls gestellt werden müssen. Wie wäre es möglich alle gesellschaftlichen Strömungen in Israel in einen realistischen Friedensplan und -prozess frühzeitig einzubinden um einen dauerhaften Frieden zu erreichen?

Richard C. Schneider: Um Himmels Willen – was für eine Frage 🙂 Wenn ich diese wirklich beantworten könnte, würde ich sofort versuchen, der nächste Ministerpräsident in Israel zu werden. Spaß beiseite: Ich glaube, dass Israel innenpolitisch viele Fehler gemacht hat und dass das Zusammenwachsen der Gesellschaft nicht mehr so funktioniert wie früher. Ich glaube, was nötig wäre, ist ein Friedensplan, der überzeugt, also eine garantierte Lösung finden, die die Mehrheit davon überzeugt, dass sie mehr gewinnen als verlieren kann.

Kerke: Einer meiner Vorredner hat von einem Schüleraustausch in Israel berichtet. Gibt es eigentlich für israelische und palästinensische Jugendliche Begegnungs- und Dialogprogramme oder begegnen sich beide Seiten das erste Mal wenn Israelis zum Militärdienst in die Palästinensergebiete geschickt werden?

Richard C. Schneider: Nein, es gibt viele Organisationen, wo sich Juden und Araber treffen und zusammenarbeiten, es gibt Friedensgruppen, es gibt Friedensinitiativen – es gibt sie. Aber sie haben es sehr schwer.

albygeddon: Was erwarten Sie von der Israel-Politik, wenn Barack Obama oder Hillary Clinton in den USA in das Präsidentschaftsamt gewählt werden. Welche Unterschiede in der Herangehensweise erwarten Sie?

Richard C. Schneider: Nun, die große unbekannte Größe ist Barack Obama. Er will ja alles anders machen. Aber was? Er will die Soldaten aus dem Irak abziehen. Sagt er jetzt. Aber realistisch ist das nicht. Was wird er mit Israel und den Palästinensern erreichen wollen? Das ist klar – Frieden. Aber wie? Wird er härter gegenüber Israel sein?

Israel mehr unter Druck setzen wollen? Das kann schon sein. Da stellt sich dann die Frage, inwieweit er das innenpolitisch durchhalten kann. Und: Israel hat schon viele US-Präsidenten „überlebt“, die nicht so eine positive Grundhaltung gegenüber Jerusalem hatten wie jetzt Bush. Das bleibt also abzuwarten. Dasselbe denke ich, gilt für Hillary, auch wenn man im Augenblick glaubt, eher zu wissen, wie sie Nahost-Politik machen würde.

Moderatorin: Wir kommen zum Schluss – das Thema Frieden beschäftigt unsere User sehr, hier zwei Abschlussfragen:
mlentes: Wird die Mauer bestand haben und bleibt Hoffnung, dass sie in absehbarer Zeit fällt?

querbeet: Wäre es für Israel und Palästina nicht sicherer, einen gemeinsamen, demokratisch legitimierten Staat zu schaffen, in dem jeder Bürger egal welcher Herkunft die gleichen Rechte und Möglichkeiten erhält?

Richard C. Schneider: Also – die Mauer kann natürlich in dem Moment fallen, in dem es echten Frieden gäbe. Die Israelis sagen: Eine Mauer kann man wieder entfernen. Einen bei einem Selbstmordanschlag Getöteten, aber kann man nicht wieder lebendig machen. Und zur letzten Frage: ein bi-nationaler Staat, wie ihn viele Palästinenser fordern, würde eindeutig heißen: es gäbe keinen jüdischen Staat mehr. Die ganz große Mehrheit der jüdischen Israelis will aber in einem jüdischen Staat leben. Und darum sehe ich diese Möglichkeit nicht. Es wäre das Ende Israels.

Netanjahu spricht

In einem Interview mit CNN sagte Premierminister Benjamin Netanjahu am 22.September 2009:

Jedes Mal wenn wir einem arabischen Führer begegnet sind, der Frieden schließen wollte, haben wir Frieden geschlossen. Anwar Sadat kam. Menachem Begin vom Likud schloss Frieden. König Hussein kam. Yitzhak Rabin von der Arbeitspartei schloss Frieden. Ich versichere Ihnen, wenn Herr Abbas, der Führer der Palästinensischen Autonomiebehörde, wirklich einen Schritt voran macht und sagt, wir erkennen den Staat Israel an, wir sind bereit mit dem jüdischen Staat Frieden zu schließen, nur das, mit dem jüdischen Staat, und es wird ein Frieden der Anerkennung und der Sicherheit sein, dann wird meine Regierung Frieden schließen. Ich bin keine Ausnahme, denn das israelische Volk will Frieden. Und ich denke, dass man dies nun versteht.

Sehen Sie, jedes Mal, wenn Israel einem arabischen Führer, der wirklich Frieden wollte, gegenüberstand, sei es Anwar Sadat oder König Hussein, hat Israel Frieden geschlossen. Und wenn Präsident Abbas diesen energischen Schritt geht und sich dazu entscheidet, ein Sadat oder ein Arafat zu sein, wird er in mir einen Partner für den Frieden finden. Und glauben Sie mir: Das israelische Volk betet und hofft darauf, einen solchen palästinensischer Partner auf der anderen Seite zu haben.

via Außenministerium des Staates Israel

Ein offenes Wort: Es werden wieder alle Israel-Kritiker sagen, das sei doch nur Rhetorik und die Wirklichkeit sähe doch ganz anders aus.
Ich bin es leid, dass alles, was an positiven Aussagen aus Israel kommt, als Propaganda und Lüge abgetan wird. Wer gibt euch das Recht, solche Aussagen als Lüge anzutun? Niemand. Ihr nehmt es euch einfach, damit euer Weltbild nicht ins Wanken gerät. Nicht dass am Ende Israel doch noch auf der Seite der Guten kämpft.

Aber wisst ihr, genauso denken viele führenden Palästinenser auch. Und deshalb wird das mit dem Frieden auch nichts: Weil sie von sich auf andere schließen. Wir lügen, wenn es uns passt. Also muss das bei den Israelis auch so sein.

Was für ein verbogenes, armseliges Denken.