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    "An appeaser is one who feeds a crocodile - hoping it will eat him last." (W.Churchill)

    Es ist einfacher, kritisch zu sein als korrekt.
    Benjamin Disraeli

    Es gehört oft mehr Mut dazu, seine Meinung zu ändern, als ihr treu zu bleiben.
    Friedrich Hebbel

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    „Ich für meinen Teil bin der Meinung, dass es nicht zum Begriff der Demokratie gehört, dass sie selber die Voraussetzungen für ihre Beseitigung schafft …
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Warum die revolutionäre Linke Israel so hasst

Henryk M. Broder ist für viele eine Reizfigur. Er provoziert gerne und ist sich nicht zu schade, seinen Gegnern gegenüber laut zu werden. Das mag nicht jeder. Aber er hat die große Fähigkeit, Fakten zu sammeln, zusammenzufassen und sinnvoll zu präsentieren. So auch hier.

Wer sich einmal den Schaum vor dem Mund abwischt und sich den präsentierten Fakten gegenüber aufgeschlossen zeigt, wird es verstehen.

Der Antizionismus ist gerade bei Linken zur allgemeinen Räson geworden. Allerdings tappen Israels Politiker auch in jede Falle, die ihnen gestellt wird.

von Henryk M. Broder

Schwedische Hafenarbeiter haben einen Boykott israelischer Schiffe und Frachten angekündigt.

„Wenn ein israelisches Schiff ankommt, werden wir es nicht entladen“

, sagte Peter Annerback, ein Sprecher der Hafenarbeiter-Gewerkschaft. Als Grund der Maßnahme gab er den „kriminellen Angriff auf einen friedlichen Schiffs-Konvoi“ an.

Zugleich erklärten über 40 Prozent der Norweger bei einer Umfrage, sie würden bereits israelische Produkte meiden oder hätten vor, es demnächst zu tun.

An der diesjährigen Gay-Pride-Parade in Madrid sollte auch ein Wagen der israelischen Homosexuellen-Organisation „Aguda“ teilnehmen. Die Einladung wurde widerrufen. Der Präsident der Spanischen Föderation für Lesben, Schwule, Trans- und Bisexuelle (FELGTB), Antonio Póveda, erklärte, die Stadtverwaltung von Tel Aviv habe sich geweigert,

„das Massaker an neun Genossen der ‚Friedens-Flotilla‘ zu verurteilen, deshalb haben wir die Karosse ausgeladen“. Man möchte nicht, ergänzte ein Mitveranstalter, „dass unser Festumzug durch gewalttätige Tumulte in die Schlagzeilen gerät“.

Israelischer Kinofilm durch kritische Dokumentation ersetzt

In Paris gaben die Betreiber einer Gruppe von Filmkunstkinos bekannt, sie würden die israelische Filmkomödie „Five Hours From Paris“ vorerst nicht zeigen und durch einen israelkritischen Dokumentarfilm ersetzen. Auch hier war die israelische Intervention vor Gaza der Grund für die Programmänderung.

Schließlich meldete sich aus dem fernen Kuba der sieche Revolutionsführer Fidel Castro überraschend zu Wort.

„Es scheint, als sei das Hakenkreuz die Fahne des heutigen Israel“, meinte der Maximo Lider – und ging noch einen Schritt weiter. Israel würde nicht zögern, „1,5 Millionen Männer, Frauen und Kinder in die Krematorien zu schicken, in denen Millionen von Juden umgebracht wurden“.

Ja, es waren turbulente Wochen für Israel, die mit einer verunglückten Kommando-Aktion vor der Küste Gazas begannen. Und wie immer, wenn Israel ins Kreuzfeuer gerät, breitete sich im Lande Unverständnis aus. Dass die ganze Sache in die Hose gegangen war, darüber war man sich schnell einig. Es dauerte nur etwas länger, bis man begriff, dass es nicht der Verlauf und der Misserfolg der Aktion war, der die Welt aufregte, sondern die Idee, die dahinter steckte: „Wir machen, was wir für richtig halten, koste es, was es wolle. Und Ihr könnt Euch aufregen, bis Euch die Luft ausgeht.“

Eine elegante Aktion

Vor ziemlich genau 29 Jahren, nachdem israelische Bomber den im Bau befindlichen irakischen Reaktor von Osirak pulverisiert hatten, war die Aufregung noch von Respekt durchsetzt und die Empörung überwiegend geheuchelt. Denn die Israelis hatten nicht nur etwas für ihre eigene Sicherheit getan, sondern auch den Gegnern und Nachbarn des Irak, vor allem dem Iran und Saudi-Arabien, einen Gefallen erwiesen. Deswegen durften die israelischen Maschinen jordanisches und saudi-arabisches Territorium überfliegen. Hinzu kam, dass es eine „elegante“ Aktion war, die nur einen Menschen, einen Wärter, das Leben gekostet hatte. Die israelischen Bomber flogen so dicht beieinander, dass sie auf den Radarschirmen wie ein großer Passagierjet erschienen, die Piloten sprachen Arabisch miteinander.

Inzwischen scheint den Israelis ausgerechnet die Fähigkeit abhanden gekommen zu sein, der sie ihre Existenz im Nahen Osten verdanken: Quantität durch Qualität, Masse durch Klasse zu ersetzen.

Schon der Krieg gegen die Hisbollah endete mit der Erkenntnis, dass militärische Überlegenheit allein keine Garantie für den Sieg sein muss. Hatte Israel im Jahre 1967 die Golan-Höhen, die Westbank, den Gaza-Streifen und die Sinai-Halbinsel in sechs Tagen erobert, brauchte es 2006 mehr als vier Wochen, um mit der „Armee Gottes“ nicht fertig zu werden. Auch im Krieg gegen die Hamas Anfang 2009 zog Israel politisch und moralisch den Kürzeren. Zwar stellte die Hamas den Beschluss israelischer Ziele mit ihren „selbst gebastelten“ Raketen ein, aber 1400 getötete Palästinenser und eine intakt gebliebene Hamas-Führung ließen auch in Israel keine Jubelstimmung aufkommen. Goliath hatte ein Scharmützel gegen David gewonnen – aber um welchen Preis?

Israel unpolitischer und hedonistischer geworden

Warum die Israelis seit einiger Zeit aus Erfahrung immer dümmer werden, kann man auf zweierlei Weise erklären. Einmal mit dem Wandel der Gesellschaft, die nicht mehr überleben, sondern einfach leben will. Verglichen mit der Situation vor 10 oder 20 Jahren ist Israel unpolitischer und hedonistischer geworden. Käme heute ein israelischer Politiker auf die Idee, in einer Situation auf Leben und Tod zu rufen: „Macht nichts, es ist gut, für unser Land zu sterben …“, würde sich jeder zweite Israeli vor Lachen ausschütten, und die anderen wüssten nicht einmal, dass es sich um die letzten Worte eines berühmten Zionisten handelt, der im Kampf um Eretz Israel gefallen ist: Joseph Trumpeldor (1880-1920).

Wer nur einen Nachmittag in einem der vielen Tel Aviver Strandcafes verbracht oder in einer der Super-, Hyper- und Mega-Malls eingekauft hat, die in den letzten Jahren gebaut wurden, der muss sich fragen, ob die Israelis noch in der Lage sind, für etwas anderes zu kämpfen als einen Platz an der Poolbar oder die völlige Aufhebung des Ladenschlusses. In dieser Hinsicht hat Israel die gleiche Entwicklung durchgemacht wie Europa nach 1989, nur schneller und radikaler.

Israel hat mental abgerüstet

Das ist an sich ein gutes Zeichen. Aber nur, wenn man in der Schweiz, in Holland oder in Deutschland lebt, und nicht in einem Land, über dessen Existenz und Existenzberechtigung rund um die Uhr debattiert wird, von der Uno bis zu den Ortsvereinen der Partei Die Linke, wo die Gretchenfrage „Wie hältst du es mit Israel?“ so zur Tagesordnung gehört wie die, ob die DDR möglicherweise ein „Unrechtsstaat“ war.

Israel hat mental abgerüstet. Es hat bessere Waffen als je zuvor, aber vermutlich nicht mehr die Menschen, die sie bedienen können. Und schon gar nicht die Politiker, die es ihren Wählern erklären könnten, warum die beste Armee im Nahen Osten in jede Fall tappt, die ihr gestellt wird.

Antizionismus ist allgemeine Räson geworden

Zweitens: Die Israelis hatten schon immer einen starken Zug zum Autismus. Und es ist ihnen in fast jeder Krise gelungen, sich selbst davon zu überzeugen, dass sie im Recht sind. Sie konnten es sich nicht vorstellen, die USA als Schutzpatron zu verlieren, und sie sind ganz außer sich über den geopolitischen Seitenwechsel der Türken, obwohl der sich seit langem angekündigt hat. „Wie können die nur? Wo wir immer so nett zu ihnen waren!“

Und weil sie sich immer darauf verlassen haben, was die Staatsbesucher in das Gästebuch von Yad Vaschem schrieben („Nie wieder! Wehret den Anfängen!“), haben sie auch nicht mitbekommen, was sich in Europa zusammenbraut.

Nicht die Solidarität mit Israel, die in jeder Sonntagsrede beschworen wird, der Antizionismus ist inzwischen zur allgemeinen Räson geworden. Ein albernes, dummes und konfuses Buch eines Akademikers, der in Israel als der Erich von Däniken der neueren Geschichte gilt, wird landauf, landab in den Feuilletons gefeiert. Es handelt von der „Erfindung des jüdischen Volkes“ durch die Zionisten zum Zwecke der Eroberung Palästinas. Nun ist der Zionismus als Begriff gerade 120 Jahre alt, das Judentum bzw. jüdische Volk ein wenig älter. Wenn aber das jüdische Volk von den Zionisten „erfunden“ wurde, dann steht auch der „Judenstaat“ auf wackeligen Füßen, ein artifizielles Gebilde, ein Fremdkörper im Fleisch der Araber. So sehen es auch die Hamas, die Hisbollah und der iranische Präsident.

Die Erfindung des jüdischen Volkes

Wenn es aber so ist, dann muss man sich fragen: Wieso sind so viele Antisemiten, von Luther bis Marx, von Haman, dem Wesir des Perserkönigs Xerxes, bis Hitler auf ein Phantom reingefallen? Ein Unvolk, das es nicht gegeben hat, bis es von den Zionisten erfunden wurde?

Die Frage wird nicht einmal gestellt. Es reicht, dass der Historiker, als Israeli und Akademiker doppelt legitimiert, ein weiteres Modul für den Rückbau des zionistischen Projekts liefert. Hätte er ein Buch über die „Erfindung des belgischen Volkes“ geschrieben, was in der Tat eine diskutable These wäre, würde er noch immer in seiner Klause sitzen und auf die erste Besprechung warten. Aber „die Erfindung des jüdischen Volkes“ klingt nicht nur nach einem globalen Schwindel, die Idee taugt auch als Heilsalbe auf die Wunden der Antisemiten. Hat es das jüdische Volk in Wirklichkeit nicht gegeben, dann muss auch die Judenfeindschaft eine Chimäre gewesen sein.

Schön wär’s. Tatsächlich ist der Antisemitismus, der auf die Vernichtung der Juden zielte, von einem Judenhass abgelöst worden, der seine eigene Entlastung sucht. Deswegen phantasieren seine Träger mit Hingabe darüber, dass die Israelis den Palästinensern das antun, was die Nazis den Juden angetan haben; dass es heute in Gaza so zugeht wie früher im Warschauer Ghetto. Und nennen solche Halluzinationen „Israelkritik“. Aber die so genannte Israelkritik hat wenig mit den Zuständen in Palästina und sehr viel mit den Bedürfnissen der Israelkritiker zu tun, die unter der Last der eigenen Geschichte ächzen.

Im Nahen Osten sind die Rollen klar verteilt

Es sind nicht die Israelis bzw. die Juden, die von Hitler nicht loskommen, es sind die Deutschen, die im Schatten des großen Diktators leben, in einer Art Daueralarm, der auch bei nichtigstem Anlass aktiviert wird, wenn z.B. eine Fernsehmoderatorin „Autobahn“ oder „innerer Reichsparteitag“ sagt.

Allerdings: Es sind leider nicht nur die Deutschen, die sich auf der Flucht vor der eigenen Geschichte befinden. Israel, hat der Historiker Leon Poliakov gesagt, sei „der Jude unter den Staaten“. Und so wie Juden in Zeiten zunehmender Unübersichtlichkeit als Sündenböcke gebraucht wurden, so wird Israel heute umso mehr dämonisiert, je schwieriger es wird, die Welt zu verstehen. Mag es für die Wirtschaftskrise, den Klimawandel, den Islamismus und andere Übel des 21. Jahrhunderts viele Erklärungen geben, im Nahen Osten sind die Rollen klar verteilt: Israelis sind die Täter, Palästinenser die Opfer.

Tertium non datur. (Eine dritte Möglichkeit, also dass lediglich etwas Mittleres gilt, das weder die Aussage ist, noch ihr Gegenteil, sondern irgendwo dazwischen, kann es nicht geben.)

Die Exzesse der „Israel-Kritik“ der letzten Wochen sind allein mit der Politik Israels nicht zu erklären; wäre es so, müsste Henning Mankell die PR-Tour für sein neues Buch sofort abbrechen und sich auf den Weg nach Usbekistan machen, allein oder mit anderen, übers Land oder übers Meer, um Druck auf die Regierung auszuüben, damit sie die Grenzen für usbekische Flüchtlinge aus Kirgistan aufmacht.

Aber das wird der „engagierte“ Schriftsteller nicht machen, denn sowohl die Usbeken wie die Kirgisen sind Moslems, und wenn die einen die anderen umbringen, dann ist es eine Familienangelegenheit, in die er sich nicht einmischen möchte.

In Mankells humanitärer Agenda sind die Palästinenser nur Mittel zum Zweck. Für ihn liegt das Übel nicht in der Politik, sondern in der Existenz des Judenstaates. Dessen Gründung sei völkerrechtlich nicht legitim gewesen, deswegen ruft er die Israelis dazu auf, auf ihre

„Privilegien zu verzichten und in einem palästinensischen Staat zu leben“. Sollten sie dieser Aufforderung nicht nachkommen, ist „der Untergang dieses verächtlichen Apartheidsystems das einzig denkbare Resultat“ – gleich oder später: „Die Frage lautet also nicht, ob, sondern wann es geschieht.“

Der Zionismus soll scheitern

Ist das noch „Israelkritik“? Nein, es ist ein wenig mehr. Es sind Vernichtungsphantasien im Dienste des Fortschritts. Die revolutionäre antiimperialistische Linke hat ein spezielles Problem mit Israel. Sozialismus und Zionismus sind nahe Verwandte, entstanden zur selben Zeit und von den gleichen Idealen geprägt: Freiheit, Gerechtigkeit, Selbstbestimmung. Viele Zionisten waren auch Sozialisten. Die Sowjetunion hat die Gründung Israels unterstützt.

Der Kibbutz ist das einzige Modell eines wirtschaftlichen Kollektivs, das bis heute funktioniert, auch wenn es nicht, wie in den Anfangstagen, für eine gerechte Verteilung der Armut sondern des Überflusses sorgt.

Und während der Sozialismus überall Konkurs anmelden musste, hat der Zionismus unter schwierigsten Bedingungen mehr als nur überlebt. Das nimmt ihm die revolutionäre antiimperialistische Linke übel, wie ein Bankrotteur es einem Konkurrenten übel nimmt, dass er nicht Pleite gemacht hat. Deswegen soll auch der Zionismus scheitern.

Am runden Tisch der Verlierer ist noch ein Plätzchen frei. Auch Linke werden aus Erfahrung dümmer.

Interessant ist auch der Artikel von Steven Kramer in der TAZ (sic!), der die Gaza-Ereignisse aufarbeitet. Oh, da fühlen sich manche Leser aber arg auf die Füße getreten, manche möchten sogar die Meinungsfreiheit abschaffen.
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Juden in Norwegen: »So verbreitet ist die Angst«

Antizionismus = Antisemitismus ? Sicherlich nicht immer. Aber diejenigen, die einen Zusammenhang zwischen Antisemitismus und Antizionismus abstreiten, sei dieser Bericht aus Norwegen ans Herz gelegt.

Denn der Antizionismus findet ja nicht nur in den Eckkneipen statt, sondern gezielt in den Medien. Eine einseitige, voreingenommene, oft voreilige, mit der Wahrheit sehr lasch umgehende Berichterstattung trägt ihren Teil dazu bei, dass der Antisemitismus in der Bevölkerung Europas wächst.

Und dass solche Sender wie Al-Manar oder Hamas TV frei in Europa zu empfangen sind, ist ein Skandal. Es sind Hass- und Propagandasender.

Viele Juden sind besorgt über die antisemitische Stimmung im Land. Langsam beginnt die Mehrheitsgesellschaft aufzuhorchen

»Sie haben ihm einen gelben Stern auf den Rücken geklebt und ihn als ›Judenschwein‹ beschimpft«,

vor laufender Kamera beschreibt eine jüdische Mutter, wie ihr Sohn in der Schule von muslimischen Mitschülern gemobbt wurde. Ihr Gesicht ist verschwommen, die Stimme klingt verzerrt.

»Weder Lehrer noch der Direktor kümmern sich darum, das Thema ist wohl ein zu heißes Eisen«,

beklagt die Mutter. Aus Angst vor mehr Mobbing wollte die junge Norwegerin lieber anonym bleiben, ebenso wie andere jüdische Eltern, die das staatliche norwegische Fernsehen NRK vor einigen Wochen zum Thema »Antisemitismus unter Norwegens Muslimen« befragt hatte.

»Damals begann ein Albtraum.« Trotz unkenntlich gemachter Stimme hört man dem jüdischen Vater die Erregung an. Eines Tages sei sein Sohn schreiend und außer Atem zu Hause angekommen – verfolgt von einer muslimischen Jugendgang, die dem Kind auf dem Heimweg aufgelauert hatte, um ihn als »Dreckjuden« zu attackieren und ins Gebüsch zu schubsen. Die Familie ist inzwischen in eine andere Osloer Wohngegend umgezogen, doch auch an der neuen Schule werde seine jüngste Tochter von älteren muslimischen Schülern gemobbt, weil sie Jüdin ist, so der Vater.

Die Reportage, die NRK nach den Abendnachrichten, zur besten Sendezeit, ausstrahlte, habe vielen norwegischen Fernsehzuschauer die Augen geöffnet, meint Irene Levin, Professorin für Sozialwissenschaften an der Osloer Universität.

»Das Erschütternde daran war, dass Eltern und Lehrer anonym bleiben wollten, so verbreitet ist die Angst.«

In Norwegen leben rund 2.000 Juden, sie sind die kleinste Minderheit im Land der Fjorde. Ohne ihre eigenen Traditionen aufzugeben, haben sie sich den strengen norwegischen Integrationsnormen wie Sprache und Outdoor-Kultur schnell angepasst. Selbst in schwierigen Verhandlungsphasen mit der Regierung in den 90er-Jahren, bei denen es um Status und Entschädigung ging, konnte sich kein norwegischer Jude vorstellen, die geliebte norwegische Heimat jemals zu verlassen.

Dass die Liebe lange einseitig blieb oder vonseiten der norwegischen Gesellschaft gar immer wieder angezweifelt wurde, liegt laut Levin an einem Geflecht aus norwegischen Empfindlichkeiten, unzureichenden Geschichtskenntnissen und zunehmend einseitiger antiisraelischer Berichterstattung, wenn es um den Nahostkonflikt geht.

»Die norwegischen Medien lassen wenig Raum für die eigentlichen Hintergründe des Konflikts. Wie kann die Öffentlichkeit sich ein differenziertes Bild verschaffen, wenn sie Israelis entweder als aggressive Militärs oder fanatische Ultraorthodoxe kennenlernt«,

fragt die Soziologin Levin. Seit der ersten Intifada gehört es in Norwegen zur Tradition, sämtliche Nahost-Korrespondenten in arabischen Ländern zu platzieren. Keiner von ihnen berichtet aus Jerusalem, Tel Aviv – oder Sderot.

Vergangene Woche, kurz nach der israelischen Militäraktion gegen die Gaza-Flottille führte das Osloer InFact-Institut eine Umfrage durch. Demnach boykottieren 9,5 Prozent aller Norweger Produkte aus Israel. 33,5 Prozent gaben an, sie würden es gern tun. Nur 27,6 Prozent hätten keine Meinung zum Thema Israel-Boykott, so das Ergebnis der Studie, zu der mehr als 1.000 Norweger befragt wurden.

Irene Levin erklärt die verbreitete antiisraelische Haltung der Gesellschaft mit der norwegischen Ablehnung jeglicher Okkupation.

»Seit dem Einmarsch deutscher Truppen in Norwegen vor genau 70 Jahren ist Okkupation so etwas wie ein rotes Tuch für Norweger, aus Prinzip«, so die Soziologin. »Klar, dass dies einem gewissen antisemitischen Unterton Raum gibt, wenn man sich unhinterfragt mit den Okkupierten identifiziert«,

meint Levin. Bereits seit Jahren macht die Sozialwissenschaftlerin in ihren Forschungsarbeiten immer wieder auf die komplexe Problematik aufmerksam.

Umso mehr begrüßt Levin, dass Politiker nun über die Parteigrenzen hinweg in dieser Frage zusammenarbeiten wollen. Mehr Aufklärung sollen vor allem zwei Studien bringen, eine vom Außenministerium und eine von der jüdischen Gemeinde. Doch die hat derzeit mit ihrer eigenen Zerrissenheit zu kämpfen, seitdem Gemeindechefin Anne Sender in einem Interview mit der norwegischen Zeitung Dagbladet sowohl die israelische Politik als auch Chabad »wegen Radikalisierung« scharf angegriffen hatte. Ob Missverständnis oder Ausrutscher, viele Gemeindemitglieder reagierten auf Senders Aussagen angesichts des Mobbingskandals mit Befremden.

»Mir ist bewusst, dass ›Jude‹ in den Schulen ein Schimpfwort ist, vor allem in Oslo«, sagt Kari Helene Partapuoli, Chefin des Antirassismus-Zentrums. »Viele Lehrer nehmen Hakenkreuze an den Wänden nicht ernst. Andere schauen einfach weg. Aber den meisten fehlt oft das Werkzeug, um auf Konflikte dieser Art systematisch zu reagieren«, meint Partapuoli. Sie appelliert an die »gemeinsame Verantwortung« von Lehrern und Eltern, »Kindern gute Werte wie ethnische und religiöse Toleranz« zu vermitteln.

Dass es daran vor allem unter Norwegens Muslimen hapert, zeigte eine Sequenz der viel debattierten NRK-Reportage besonders deutlich. Nach einem Kameraschwenk auf Hochhausbalkone in Oslos Einwanderervororten und deren Parabolantennen bleibt der Zuschauerblick an einem palästinensischen Kinderprogramm kleben.

Ein Zeichentrickhase schreit hysterisch »Tod den Juden« auf Arabisch, Kinder halten flammende Propagandareden, der Holocaust wird verhöhnt. Vor allem dieser Part sorgte in der norwegischen Öffentlichkeit für Entsetzen.

Nahost im hohen Norden

Wenn Hitler als coole Nummer gilt und man über den Holocaust lachen darf – in Oslo und Malmö hat der Judenhass Einzug gehalten

Aldo Keel In Norwegen sorgen Fernsehreportagen über Judenhass an Schulen für Aufsehen. Da klagt ein Vater, halbwüchsige Muslime hätten seinen Sohn erhängen wollen, weil er Jude sei. Lehrer sprechen von «notorischem Mobbing». Hitler gelte als «coole Nummer», der Westen als jüdisches Protektorat. Lektionen über den Holocaust würden mit Hohngelächter quittiert. Einen üblen Einfluss hätten Fernsehsendungen aus dem Nahen Osten, die per Satellit zu empfangen sind. Szenen einer palästinensischen Station zeigten Kinder im Primarschulalter, die sich bereit erklärten, Juden zu töten, falls es Allah wünsche. Die israelische Politik findet in Norwegen, dem einstigen Friedensstifter, wenig Anklang. Kürzlich erwogen sogar einige Bischöfe der Staatskirche einen Aufruf zu einem Boykott israelischer Waren. In Norwegen leben 1300 Juden und 150 000 Muslime.

Die Reportagen schockierten. Der Generalsekretär des Islamischen Rats und Vertreter christlicher Kirchen statteten der Osloer Synagoge einen Solidaritätsbesuch ab. Die Christliche Volkspartei erinnerte daran, dass sie schon vor Jahresfrist nach einem Handlungsplan gegen den Antisemitismus gerufen habe. Der liberale Abgeordnete und Muslim Abid Q. Raja fragte im Parlament den linkssozialistischen Integrationsminister:

«Geniessen Muslime in Norwegen einen speziellen Schutz, den man nicht antasten darf?»

Raja legte dem Minister eine Aufklärungstour durch Oslos Moscheen nahe. Doch der Minister winkte ab. Eine Arbeitsgruppe soll sich jetzt des Problems annehmen.

In Schweden steht die Stadt Malmö im Brennpunkt. Sie zählt 265 000 Einwohner, unter ihnen 700 Juden und 60 000 Muslime, die zum Teil im Rosengård-Viertel in elenden Verhältnissen leben. Unlängst untersuchte «Skånska Dagbladet» in einer Artikelserie den grassierenden Antisemitismus. Während des Gaza-Kriegs entlud sich die aggressive Stimmung in gewaltsamen Ausschreitungen. Als auch Malmös Juden auf die Strasse gingen, wurden sie mit Brandkörpern beschossen. Eine 86-jährige Auschwitz-Überlebende erzählte der finnischen Zeitung «Hufvudstadsbladet», wie sie, in eine Gasse abgedrängt, von Knirpsen angeschrien wurde, alle Juden müssten getötet werden.

2009 wurden in der Provinz Schonen doppelt so viele antisemitische Straftaten registriert wie im Vorjahr.

  • Ein Brandanschlag auf die Kapelle des jüdischen Friedhofs,
  • Grabschändungen und
  • fortgesetzte Bedrohung jüdischer Ladeninhaber wurden verzeichnet.
  • Ein Künstler stellte Büchsen mit der Aufschrift «Zyklon B – Giftgas» vor das jüdische Gemeindehaus.
  • Im benachbarten Helsingborg wurde versucht, die Synagoge in Brand zu stecken.
  • Der Palästinakonflikt wirkt sogar in der 6. Liga der Fussballer nach, wo der jüdische FC Hakoah in einer Gruppe mit dem FC Palästina spielen soll und vergeblich um eine Neueinteilung bat.
  • Während des letztjährigen Kampfs gegen den FC Kosovo stürmten Fans der Kosovaren aufs Feld und setzten zur Hetzjagd auf die jüdischen Kicker an, die jedoch von den Spielern des Kosovo-Teams geschützt wurden.
Bereits hat der Exodus jüdischer Familien begonnen.

«Stellen Sie sich vor, dass ein so phantastisches Land wie Schweden meiner Familie kein Sicherheitsgefühl vermitteln kann»,

seufzt ein Vater gegenüber «Skånska Dagbladet». Seine Vorfahren seien im 19. Jahrhundert vor Pogromen aus Russland geflohen. Jetzt werde sein Sohn in Malmö auf dem Weg zur Synagoge als «Judensau» beschimpft.

Jeder Kommunalpolitiker müsste ein solches Problem eigentlich reflexartig aufgreifen, schreibt die linksliberale Stockholmer Zeitung «Dagens Nyheter». Doch der sozialdemokratische Bürgermeister Ilmar Reepalu schiebe die Schuld den Opfern zu. Reepalu forderte in einem am Holocaust-Gedenktag veröffentlichten Interview Malmös jüdische Gemeinde auf, sich von den Übergriffen der Israelis in Gaza zu distanzieren. Auch sagte er, es sei nicht Malmös Problem, wenn Juden nach Israel ziehen wollten. Jetzt soll ein Dialogforum Spannungen abbauen.

via NZZ Online

„Eine notorische Anprangerung von Juden“

Antisemitismus in Norwegen

Von Marc-Christoph Wagner

Etwa 1300 Norweger sind jüdischer Herkunft, mehr als 90 Prozent von ihnen lebt in Oslo. Dass diese Menschen unter Antisemitismus leiden, davon wollen viele nichts gewusst haben. Doch jetzt haben die Äußerungen von jüdischen Eltern für Aufsehen und Empörung gesorgt.

Ein ganzes Jahr lang arbeitete der öffentlich-rechtliche Rundfunk NRK an dem Bericht. Und die Norweger wollten kaum glauben, als sie hörten, was jüdische Eltern über ihren Alltag berichteten – nicht weit entfernt und irgendwo im Nahen Osten, sondern mitten auf den Straßen Oslos:

„Mein Sohn war auf dem Weg in die Schule, um sich dort mit einem Freund zu treffen. Einige Muslime stoppten ihn, fragten, bist du Jude, was er bejahte. Daraufhin packten sie ihn, wollten ihn aufhängen. Irgendwie konnte er sich losreißen, bis heute weiß er nicht wie, lief nach Hause und schrie panisch. Ab da begann der Albtraum.“

Der Junge traut sich seither kaum noch auf die Straße, leidet unter Verfolgungsängsten, meidet Ansammlungen von Menschen. Auch seine jüdische Identität verbirgt er. Kein Einzelfall, wie sich zeigen soll. Viele jüdische Eltern wissen von Schikanen im Alltag zu berichten – Schikanen, vor denen das direkte Umfeld die Augen schließt.

„Mein Kind erhielt Todesdrohungen, seine Mitschüler sagten, er sei ein Judenschwein und solle abgeknallt werden. Die Lehrer aber wollten davon nichts wissen. Sie sagten, ach, das passiert doch jedem mal. Sie wollen über das Thema nicht sprechen, es ist zu prekär.“

Doch die Lehrer wissen genau, dass der Antisemitismus an den Schulen existiert. Zwar wollen sie sich – wie auch die Eltern – nur anonym äußern, aus Angst vor Repressalien. Ihre Aussagen aber sind eindeutig.

„Es gibt eine notorische Anprangerung von Juden – von Witzen bis hin zu offenen Todesdrohungen.“

Vor allem im Gesellschaftskundeunterricht tritt der Antisemitismus offen hervor. Die Schüler sagen – die Juden sind allmächtig, kontrollieren den gesamten Westen. Viele geben offen zu, sie würden Hitler bewundern, weil er so viele Juden umbrachte.

Nach dem Protestantismus hat sich der Islam mit etwa 150.000 Muslimen in den vergangenen Jahrzehnten zur zweitgrößten Religion Norwegens entwickelt, das Judentum wird in der offiziellen Statistik des Landes noch nicht einmal als eigene Kategorie, sondern unter der Überschrift „Weitere Glaubensrichtungen“ geführt. Etwa 1300 Norweger sind jüdischer Herkunft, mehr als 90 Prozent von ihnen lebt in Oslo. Anne Sender, Vorsitzende der jüdischen Glaubensgemeinschaft in Norwegen:

„Viele Zuwanderer bringen den Antisemitismus aus ihren Heimatländern mit. Das Beschämende aber ist, dass ihnen hierzulande niemand entgegentritt.“

Doch eben das soll sich nun ändern, zumindest an den Schulen, sagt die zuständige Bildungsministerin Kristin Halvorsen:

„Es ist völlig inakzeptabel. Diese Art des Mobbings und des Rassismus können wir nicht tolerieren. Es ist Verantwortung der Lehrer und Schulleiter, dieses Verhalten zu stoppen.“

Halvorsen wie auch andere Politiker wollen vom Antisemitismus inmitten der norwegischen Gesellschaft nichts gewusst haben, weisen jede Mitschuld von sich. Die Tatsache, dass gerade norwegische Politiker seit Jahren zu den schärfsten internationalen Kritikern der israelischen Politik gegenüber den Palästinensern gehören, habe mit der Intimidierung von norwegischen Juden nichts zu tun. Derlei Zusammenhänge weist Kristin Halvorsen, die zugleich den Vorsitz der Sozialistischen Volkspartei innehat, als eine der zentralen Akteure der norwegischen Regierung gilt und in der Vergangenheit auch schon zum Boykott israelischer Waren aufgerufen hat, entschieden zurück.

„Das sind zwei grundverschiedene Dinge – die Kritik gegenüber der israelischen Politik auf der einen Seite und derartige Einschüchterungen auf der anderen. Das gibt es überhaupt keine Verbindung, das ist ein vorgeschobenes Argument. Rassismus an norwegischen Schulen ist inakzeptabel. Niemand darf aufgrund seiner jüdischen Herkunft gemobbt werden.“

Immerhin – nach der Ausstrahlung des Berichtes tut sich etwas, zumindest auf offizieller Ebene. Bildungsministerin Halvorsen hat Ende vergangener Woche eine Arbeitsgruppe berufen, die sich mit dem Antisemitismus an norwegischen Schulen befassen soll. Am Freitag besuchten Vertreter unterschiedlicher Glaubensrichtungen die Synagoge Oslos – darunter auch der Generalsekretär des muslimischen Rates, Shoaib Sultan:

„Ich bin gekommen, um meine Solidarität mit der jüdischen Bevölkerung zu zeigen und gleichzeitig zu unterstreichen, dass wir Hetze gegenüber Minderheiten im Lande nicht tolerieren können.“

via dradio.de

Wer den Zusammenhang einer überzogenen Kritik der Politik Israels – inklusive eines Aufrufs zum Boykott, was weit über Kritik hinausgeht – und dem wachsenden Antisemitismus, v.a. unter moslemischen Einwanderern verkennt bzw. abstreitet, der ist entweder blind für die einfache Wahrheit oder er will den Zusammenhang nicht zugegeben, um als Antizionist nicht auch als Antisemit bezeichnet zu werden.

Komisch: Israel schärfstens und weitaus öfter als jedes andere Land zu kritisieren, mit völlig unterschiedlichen Maßstäben im Urteil über Israel und Araber zu agieren, zum Boykott gegen Israel aufzurufen, usw. – damit haben diese Leute kein Problem. Aber Antisemiten, das wollen sie alle nicht sein. Da werden sie allesamt feige.

Skandinavien: Gelbe Sterne auf den Rücken

Kopenhagen. Wenn sich Aron auf dem Heimweg von der Synagoge seinem Kopenhagener Wohnviertel nähert, nimmt er die Kippa ab. Auf Nørrebro, wo die Mehrheit der Bewohner muslimische Zuwanderer sind, muss niemand wissen, dass er Jude ist. Norwegische Schüler bekommen gelbe Sterne auf den Rücken geklebt, ohne dass Lehrer eingreifen. 2009 sind aus Malmö 30 jüdische Familien ausgewandert, weil ihnen die Schikanen zu viel wurden. In Skandinavien beklagen jüdische Gemeinden Übergriffe. Die Verantwortlichen ignorierten dies.

„Wenn jüdische Familien nach Israel auswandern wollen, ist das nicht Malmös Sache“, wiegelte Bürgermeister Ilmar Reepalu (Sozialdemokrat) ab und bestritt, dass in seiner Stadt Juden angegriffen würden.
Die Wirklichkeit, die Fredrik Sieradzki kennt, ist anders.

„Wir werden angepöbelt, wir werden physisch angegriffen.“ Es gebe keinen Zweifel, wer hinter der Gewalt stehe: „Personen, die aus den Nahen Osten kommen“.

Die Angriffe eskalierten im Vorjahr, als 200 jüdische Demonstranten während des Gaza-Krieges eine Kundgebung für Frieden und Mitleid mit den zivilen Opfern beider Seiten hielten und von einer viel größeren Gruppe palästinensischer Gegendemonstranten mit Steinen, Flaschen und Molotowcocktails vom Platz gehetzt wurden. Reepalu forderte daraufhin die jüdische Gemeinde auf, sie solle sich lieber von Israels Übergriffen distanzieren. Später wurde der jüdische Friedhof geschändet, Gemeindemitglieder von Maskierten überfallen, kleine Kinder beschimpft. Einem jüdischen Schüler drohten Mitschüler, man werde ihn „halal-schlachten“.

Im norwegischen Fernsehen berichteten Lehrer und Eltern, wie der Unterricht über den Holocaust boykottiert werde und Aussagen wie „Die Juden standen hinter dem 11. September“ unwidersprochen blieben. Als ein Schüler klagte, dass er mit dem Tod bedroht werde, weil er ein „Judenschwein“ sei, wies ihn der Lehrer mit dem Hinweis ab, dass so etwas allen passieren könne.

Unterrichtsministerin Kristin Halvorsen zeigte sich überrascht über das Ausmaß diesen „unakzeptablen“ Rassismus, weist aber Vorwürfe zurück, sie habe durch scharfe israel-kritische Aussagen solche Übergriffe legitimiert.

Die 86-jährige Judith Popinski, die Auschwitz überlebt hat, erzählt immer noch an schwedischen Schulen über ihre Erfahrungen. Doch dort, wo muslimische Schüler in der Überzahl sind, ist sie nicht mehr willkommen.

Ein Treffen von Malmös jüdischer Gemeinde mit Bürgermeister Reepalu hat diesem nun doch zu denken gegeben. „Das hassvolle Bild ist viel stärker als ich glaubte“, räumte er ein und will Initiativen ergreifen, die sichern, dass sich „alle in Malmö sicher fühlen.“

Wenn schon die eher linke FR schreibt, dass die Zustände so schlimm sind und so ignoriert werden …

WANN WACHEN DIE POLITIKER AUF?

Selbst wenn es keine Juden, sondern z.B. Chilenen oder Griechen wären: Kann man eine solche Situation in einer Stadt zulassen? Würden in Schweden lebende Griechen für die desaströse Finanzpolitik der griechischen Regierung verantwortlich gemacht werden? Kennt jemand einen solchen Griechen? Es wäre auch totaler Schwachsinn.

Wie schrieb schon Henryk M. Broder:

„Kritische Geister, die gestern noch mit Marx der Meinung waren, Religion sei Opium fürs Volk, fanden plötzlich, man müsse doch Rücksicht nehmen auf religiöse Empfindungen, vor allem, wenn sie von Gewaltakten begleitet werden“

Der Unterschied zwischen Reden und Tun

Die Spender der UNWRA

Die Spender der UNWRA

Und wenn das nächste Mal irgendwelche arabischen oder islamischen Staaten schreien, wie schlecht Israel die Palästinenser behandelt und wieviel Elend unter den Palästinensern herrscht, dass sie ausgehungert werden usw. … dann sollte man sich einmal in Ruhe den obigen „Kuchen“ anschauen. Dann weiß man, wie wichtig diesen Staaten die Palästinenser wirklich sind.

Die Palästinenser sind diesen Staaten nur aus einem Grund wichtig: Als Faustpfand gegen Israel.

Um 1948 wurden ca. 700.000 Palästinensern zu Flüchtlingen – aus unterschiedlichen Gründen. Im Zeitraum 1948 – 1960 wurden ca. 800.000 Juden zu Flüchtlingen – größtenteils aus arabischen und islamischen Staaten. Hört irgendjemand noch von diesen Flüchtlingen? Nein. Denn sie sind längst in die israelischen Gesellschaft integriert.

„Sieben Millionen Juden sorgen sich um das Schicksal von Gilad Shalit, während es 300 Millionen Araber völlig egal ist, was mit 100 Tausenden Palästinensern geschieht“,

sagte Walid Taha, der im Lager Shalita in Beirut lebt.